0 Neuanfang … …………………………………………………………………………………………………………………………………………….. Danke für die Erfahrungen und Kenntnisse, die ich im RPG sammeln durfte. Nach einer kurzen rauschhaften Zeit gehen die Geschic...
Die Tür schwingt auf und Danny mit einer fröhlich verschmierten Takatuka auf dem Arm sowie drei weiteren lärmenden Zwergen nebst Wolf hintendran stehen mitten im Rahmen: „Lotta Liebes, ist dir was pass…, öhm!“
Eilig wirft Ansgar dem Rotschopf neben sich ein Laken über den unbedeckten Leib und macht dann das Nächstliegende: „Moin, moin!“ Immer schön die Gäste begrüßen.
Irgendwie kann der Norweger gerade ein freimütiges Grinsen nicht ganz unterdrücken. So viel zu Lottas Vorsorgeplan. Den kann sie jetzt wohl knicken. Ist Ansgar eigentlich auch lieber so. Er legt wieder einen Arm um Lotta, die noch immer etwas verlegen auf ihre im Schoß verflochtenen Finger niederblickt, aber … auch ein leichtes Schmunzeln um die Mundwinkel verrät. Vielleicht am besten so …, denkt auch sie sich letztendlich Schicksalsergeben und lässt sich willig an Ansgars gerade recht haltgebende Schulter sinken. Dieser dickfällige Typ macht sich wohl aus gar nichts was …
„Tja, ähm …“, startet Danny leicht amüsiert den Rückzug aus pikanter Situation, „… ich wollte nur Bescheid geben, dass draußen bereits der Schnee geräumt ist. Tut euch, äh keinen Zwang an. Ich komme hier schon klar mit Takatuka und deinem Zotteltier!“
Sich auf dem Absatz herumschwingend dirigiert die Erzieherin mit beiden Knien und einer freien Hand die kleine muntere Kinderschar schnell wieder hinaus. „Na, wir waschen dir erstmal im Center die Schnute, Takatuka!“, hören Ansgar und Lotta noch halblaut kurz vor dem Zuklappen der Haustür Dannys melodiöse Stimme.
„Ich vermute … ein kleines Chaos in der Küche …“, wägt Lotta gerade ab und will lieber nicht weiter darüber nachdenken, was jetzt höchstwahrscheinlich in der kleinen Gemeinde an Tratsch die Runde macht. Ansgar beschäftigt das weitaus weniger, sondern eher, was man jetzt Aufregendes mit der gerade geschenkten Zeit anstellen kann. „Sehr rücksichtsvoll von deinem Töchterlein, nicht Lärm zu machen oder zu stören. Sie ist wirklich … sehr selbständig! Aufräumen können wir doch später zusammen … das heißt … ich fang hier schon mal an …!“ Spielerisch zupft er an einem Ende des Lakens, mit dem sie sich kurz zuvor noch umgewickelt hatte.
Wehrbereit greift Lotta kichernd nach einem der Kissen: „Du frecher Kerl … Als erstes müssen die Federn aufgeschüttelt werden!“ Und schon fliegen Ansgar welche um die Ohren. Frau Holle wäre entzückt, denn eine herrliche Kissenschlacht entbrennt. Funken sprühen, Leidenschaft wird aufs Neue entfacht. Frühling liegt in der Luft, erste zarte Triebe stoßen sacht aus der Dunkelheit empor. Wandlung liegt über dem Land und tief verborgen … auch in zwei verletzten Seelen.
Ansgar lässt nach einem turbulenten Scharmützel sein Kissen zuerst sinken, stoppt Lottas nahezu mühelos mit einer Hand mitten im Flug und umschlingt mit der anderen ihre grazile Taille, um ihren biegsamen Leib wieder eng an seinen zu pressen und einfach ihre Nähe zu spüren. Einen Moment schauen sich beide nur stumm in die Augen, versinken leicht im Anblick des anderen, bevor Ansgar seine warmen Lippen auf Lottas senkt. Ein verheißungsvoller fordernder Kuss, der sie innerlich wieder erwärmt und mehr verlangen lässt, während seine Hände fiebrig über ihre wohlgeformten Rundungen wandern und ihre sehnsüchtig seine feste Rückenmuskulatur hinuntergleiten … Kalt ist es nur draußen.
Eine Stunde später sind beide … erneut Schachmatt und nicht mehr von dieser Welt. Und noch eine Stunde später wieder … halbwegs wach und langsam wieder in der Realität zurück. Zufrieden kuschelt Lotta noch einen Augenblick in Ansgars Armen. Will ich gerade wissen, wie es in der Küche aussieht? Wozu überhaupt je wieder aufstehen?
Der Norweger registriert lächeln das leicht grübelnde Stirnrunzelnd an den ihm so zauberhaft erscheinenden Geschöpf an seiner Seite. „Denkst du gerade darüber nach, ob ich nun zum Frühstück bleiben darf oder nicht?“, witzelt Ansgar, während er Lotta sanft an sich drückt und eine Weile ihre Wange zärtlich mit den Lippen liebkost. „Zu spät, es ist bald Mittag, meine Süße!“
Dann jedoch ernster werdend, dreht sich er sich weiter zu der jungen Frau um, beugt sich über sie, um diese großen weiten Spiegel ihrer Seele - klar und blau wie die kalte Nordsee - weiter zu ergründen. „Ich will nicht nur einen One-Night-Stand mit dir!“ Seine fast moosgrünen Augen suchen eindringlich nach Antworten in ihren. „Du bist mir zu wichtig geworden, Lotta! Ich bin deinetwegen zurückgekehrt! Verdammt nochmal!“ Ansgar versucht zwar, seine Ungeduld zu bezwingen, aber … ich will wissen, was das mit uns wird …
Lotta hingegen weiß im ersten Moment nicht recht, was sie sagen soll. Meinetwegen …? Nicht … wegen dem Job? Sanft streicht sie Ansgar eine Strähne aus der Stirn, schaut versonnen lächelnd zu ihm hoch. „Ich möchte auch nicht, dass es endet, aber … ich hatte gestern Abend keinen Plan oder so etwas! Ich hatte … überhaupt keinen mehr für mein Leben, außer … Takatuka und mich nur irgendwie … durchzubringen! Ich weiß nicht …“ Ihre Hand verharrt einen Moment in der Luft und der Norweger ergreift sie, drückt sie an seine breite Brust. Sie kann seinen beschleunigten Herzschlag unter ihren Fingerspitzen spüren. Seine leicht rauen Kuppen gleiten über ihre Schultern, streifen mit den Daumen seitlich den Hals hinauf und durch ihr volles Haar, was ihre Nackenhaut kribbeln lässt, während er sie weiterhin mit seinem nachdenklichen wie auch sehnsuchtsvollen Blicken fesselt. „Ich habe auch noch keine konkreten Visionen, nur Wünsche, Ideen, die ich gerne mit dir teilen möchte. Ich wünsche mir … eine Zukunft mit dir, Lotta.“
Zukunft! Dieses Wort hallt leicht bitter in der jungen Mutter wider und erzeugt neben den kleinen Schauern, die seine streichelnden Hände ihren Hals runterrinnen lassen, auch leichte Gänsehaut am ganzen Körper! Ich kenne nicht mal meine Vergangenheit … mit Takatukas Vater! Darf ich mich überhaupt … wieder binden? „Wir wissen … noch … so wenig voneinander!“, beginnt Lotta zögerlich. „Vielleicht … denkst du anders, wenn …“
Ansgar verschließt ihr mit dem Zeigefinger schnell den Mund: „Schschscht!“ Einen Augenblick schaut er sie nur ruhig an, bis er erklärt, was er meint: „Fang gar nicht erst an, so zu denken, Lotta! Damit habe ich mir auch viel zu lange alles versagt! Wir haben wohl beide einiges … zu beichten, aber … lassen wir uns Zeit, uns noch besser kennenzulernen und fangen nicht gleich mit dem Schwersten an!“ Ja, dazu müsste ich dannauch ordentlich Anlauf nehmen, manches zu erzählen ... Ich war nicht vorbereitet auf deine süße Attacke gestern Nacht – obwohl ich die ganze Zeit insgeheim noch hoffte … Aber irgendwann … muss es sein, wenn es mehr werden soll mit uns beiden. I c h will es versuchen … „Willst du es wagen, Lotta? Mit uns beiden?“, fordert Ansgar den Rotfuchs unter ihm heraus.
Nur einen kurzen Moment verharrt sie … Niemand weiß, was die Zukunft bringt, wenn man kaum die Vergangenheit kennt, aber … auch ich will doch mehr von ihm … als nur eine Nacht! Ach, was mache ich mir vor. Ich bin doch schon längst auf dem Weg, mich zu verlieben … „Ja, das will ich auch. Mehr von dir … erfahren, Ansgar.“ Lotta lässt freudig ihre Hände um seinen Nacken gleiten, versucht, wieder etwas mehr Leichtigkeit herzustellen, bevor sie beide zu sehr in Herzschmerz und Wehmut versinken: „Wie … willst du zum Beispiel … dein Frühstücksei am Mittag?“ Kichernd versetzt sie Ansgar einen flüchtigen Kuss, windet sich flink aus seinen Armen und springt leichtfüßig aus dem Bett in Richtung Küche.
„Oyyyyyy, Takatuka hat ganze Arbeit geleistet!“, hört der Norweger nur noch ihren quietschenden Aufschrei im Nebenraum.
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Zur Aufwärmung der kleinen Trippelfüße geht es nach ausgiebigem Tummeln in tiefen Schneewehen ab ins Touristikcenter. Der Frühling hoch droben in den Bergen ist weiß. Danny teilt gerade eine Runde heißen Kakao für alle Pimpfe aus, als Brett sich hinzugesellt und ihr einen liebevollen Kuss auf die Wange haucht. Lächelnd reicht die junge Erzieherin auch ihm einen Becher und zwinkert ihrem Freund verschwörerisch zu: „Weißt du schon das Neuste?“ Brett grinst zurück, während er über das dampfende Heißgetränk pustet. „Wohl noch nicht, aber du wirst es mir sicher gleich erzählen, vermute ich.“
Danny lässt ihre Wimpern etwas kokett klimpern und haut dann fröhlich raus: „Wir können wieder Paar-Events mit Lotta und Ansgar planen. Und diesmal … wirklich!“
Oleg biegt gerade in ein Arbeitsgespräch mit Jorunn vertieft um die Ecke, als er gleichermaßen ungeplant Kunde über die neuesten Entwicklungen bei seinen Mitarbeiter*innen erhält: „Na endlich!“, entfährt es Chef wie Angestellter im Chor.
Jorunn fragt gleich interessiert nach: „Hat Lotta es dir erzählt?“, und wundert sich, von ihrem Neffen Ansgar dazu gar nichts gehört zu haben.
Alles lauscht gespannt mit aufgestellten Ohren, doch Danny errötet erst einmal ganz prächtig. Ich Plappermaul, wollte doch nur … Brett einweihen! „Äh, also direkt gesagt … nicht!“ Oh, je, hoffentlich sind die beiden nachher nicht sauer, aber … sind ja alle wohlmeinend hier und irgendwie … haben wir uns doch alle schon gedacht … „Ich, öhm, habe heute Morgen spontan nur mal geschaut, ob … bei Lotta auch schon … der Schnee geräumt ist … und da waren zufällig … beide … im … Haus!“ Muss ich mehr sagen?
„Ahhhh!“, raunt es in der Runde und jede*r hat wohl ein eigenes Bild von ‚in Flagranti‘ erwischt!
„Fein, fein!“, reibt sich Oleg die Hände. Das muss ich nachher brühwarm Adeline erzählen. Ach, Oleg freut sich für die beiden. Noch ein paar zögerliche Runden und er hätte ein Eheanbahnungsinstitut für Ansgar und Lotta auf den Plan gerufen … Vielleicht machen wir eine Doppelhochzeit draus.
Oleg ist gewillt, noch spät den Bund aller Bünde mit Adeline einzugehen. Dass Lotta von manchen zivilisatorischen Gepflogenheiten wie einem Ehegelöbnis keinen blassen Schimmer hat, ist ihm schon früher aufgegangen. Wo ist die junge Frau eigentlich aufgewachsen? Hinter dem Mond?Wird endlich Zeit, dass sie mal jemand bei der Hand nimmt und ihr das Rechte vermittelt. Ansgar ist da ganz bestimmt der Richtige für sie … Wieder reibt sich der ehemalige Konrektor geflissentlich die Hände. Der Norweger weiß halt, wo’s langgeht. Und ist sie nicht gewillt … ich bin immer noch ihr Boss! Manchmal muss man bei Lotta einfach nachhelfen!
Irgendwie hält Oleg sich für den väterlichen Ratgeber der beiden turtelnden verwaisen Rotfüchse … Na, die Haarfarbe stimmt ja schon mal …