0 Neuanfang … …………………………………………………………………………………………………………………………………………….. Danke für die Erfahrungen und Kenntnisse, die ich im RPG sammeln durfte. Nach einer kurzen rauschhaften Zeit gehen die Geschic...
?????????????????????????????????????????????????????????????????????????? 7 NEULAND ?????????????????????????????????????????????????????????????????????????? 7.1.1 – Alles, nur kein Date … Keine Zeit, keine Zeit …
„Schnell, schnell, schnell!“ Die junge Mutter ist leicht in Stress. „Ganz schnell noch ein Bad, mein kleiner Dreckspatz! Mami muss bald arbeiten!“ Lotta nutzt die Gunst der unbelebten Stunden früh am Morgen, wenn noch keine Kundschaft im Touristikcenter ist … Sie muss sich aber ziemlich eilen. Hätte ich vielleicht den Betreiber vorher fragen sollen, ob wir hier alle baden dürfen …?
Kein fließendes Wasser zu haben nervt langsam in der eigenen kleinen Wohnhütte. Die Feriengäste, die hier täglich in dieser Wellnessoase ein und aus gehen, duften immer so blütenfrisch und Lottas Chef hat all seinen Mitarbeiter*innen eingebläut, ja immer fein wie aus dem Ei gepellt zu erscheinen.
„So, Patschehändchen und Füßchen her, heute wird alles hübsch sauber geschrubbt. Heute müssen wir besonders gut aussehen.“ Irgendwie hat das Kind anderes im Sinn als nur mal schnell durchs Bad zu huschen.
Wie sich bald nach Arbeitsantritt herausgestellte, ist Lottas Boss Inhaber einer Kette - verteilt im ganzen Land und daher ständig auf Reisen. Heute soll im Laufe des Vormittags der eigentliche Manager dieses Ressorts eintrudeln. „Ein ehrenwerter und überaus korrekter Herr!“, hatte der Betreiber vor ein paar Tagen verkündet. Ein bisschen bang ist Lotta schon vor der Begegnung, obwohl ihr der Oberboss trotz fehlender fachlicher Kenntnis recht wohlgesonnen war: „Das machst du schon mit deiner natürlichen Begabung Wett, Lotta. Talente erkenne ich sofort. Wo hast du nur diese kräftigen und doch so zarten Händchen her …?“ Etwas verlegen hatte ihm Lotta die Selbigen entzogen …, froh, dass seine Frau Gemahlin gerade um die Ecke bog und den Chef vom weiteren Betätscheln ihres ‚Handwerkszeugs‘ abhielt. Hoffentlich ist der neue Manager wirklich so ehrenwert!
„Ja, du hast da ein feines Entchen gefunden, Takatuka! Nun gib aber endlich die kleinen Schmutzhändchen her!“Wo gräbt das Kind nur schon am frühen Morgen damit herum?
Zuweilen vermisst Lotta die beschauliche Ruhe vor dem ganzen Ansturm der Zivilisation des neu erbauten Wintersportortes. Da hatte es niemanden gescherrt wie sie draußen rumliefen, weil … niemand da war!
„Quietsch, Quak, Quak …“ Takatuka ist bestens gelaunt. So ein schönes Bad mit viel Schaum gab es schon lange nicht mehr! „Riecht lecker, Mama! Mhmmmm …“Hoffentlich schlürft das Kind nicht gleich das Badewasser, denkt Lotta noch besorgt. Vielleicht hätte ich nicht die Tube ‚Erdbeerblubberspaß‘ wählen sollen.
„Mama auch baden!“ kichert die Kleine vergnügt und schon klatscht sie mit den flachen Händchen in die Schaumberge, dass das Wasser darunter nur so hoch spritzt.
„Ihhh, neeeeinnn! Takatuka, verdammt, dass muss ich alles nachher doch wieder aufwischen. Hör auf!“ Och Mensch! Normalerweise würde ich das Kind doch nicht so anranzen, sondern mitlachen … Lotta kriegt mal wieder ein schlechtes Gewissen. Ich hab‘ nur noch so wenig Zeit für Takatuka …
Erneut hat der Rotschopf wieder diverse Fulltimejobs: pflanzen, ernten, an die Gastronomie ausliefern wie ehedem an ihrer letzten Wirkungsstätte. Danach gibt sie noch abwechselnd Entspannungsmassagen oder Abfahrt- und Kletterkurse. Die junge Mutter ist voll eingespannt in den Ski Zirkus hier vor Ort. Aber trotzdem muss sie Monate dafür schuften, um sich wenigsten eine einfache Stromleitung zu ihrem Lebkuchenhaus legen zu lassen - ganz zu schweigen von einem Anschluss für fließend Leitungswasser … Es herrscht nicht ganzjährig vollständiger Saisonbetrieb. Lotta muss das Meiste an Einkommen in den Wintermonaten zusammenscheffeln.
„So, Haare auch schön waschen, damit sie wieder glänzen und … Ohren nicht vergessen!“ Takatuka windet sich fröhlich wie ein kleiner glitschiger Aal unter den Händen ihrer Mutter.
„Spielen!“, fordert die Lütte erneut und schon muss das Quietscheentchen neue Abenteuer mit dem kleinen rothaarigen Seeungeheuer bestehen. „Zum Fressen gern!“ Ja, so ein Seeteufel verschlingt kleine Entchen mit einem einzigen Happs! „Hamm!“, schnappt das kleine Mäulchen wiederholt zu.
„Och, Takatuka! Die gehört uns doch nicht! Schlag doch nicht noch deine kleine Hasenzähnchen in das arme Vögelchen. Leg die Ente bitte wieder auf den Wannenrand zurück!“, drängt Lotta ihr Kind. Wie soll man sonst den Gästen so ein angenagtes Teil erklären?
Das kleine gelbe Gummitier schlägt verzweifelt um sich, denn der lütte Derwisch hält es fest in seinen Klauen … „Roooaaaarrrr!“ Flügel wie Pranken lassen die Wogen nur so schäumen … Die Gischt spritzt weit und hoch … Jetzt kommt noch der große Krake … „Wahhhhhhhhh …“ ???. Takatuka ist recht Fantasiebegabt ….
„Aaahhhhhh …! Aufhören, Takatuka!“ Herjeh, jetzt muss Lotta auch noch ihre Arbeitskleidung irgendwie getrocknet kriegen. Wie sehe ich nur aus? „Na los, du kleine Rabaukin! Raus mit dir aus der Wanne!“
„Wo ist eigentlich Böser Wolf? Das pelzige Stinktier kommt auch noch dran!“Böser findet doch immer wieder etwas, wo er sich drin wälzen kann.
„Groooooße Krakenarme!“ Takatuka ist noch immer in ihrem Element und Mama wird noch einmal fest umschlungen von schön nassen, glitschigen Tentakeln … Uff, ich will doch heute einen guten Eindruck beim neuen Manager machen. Lotta könnte schier verzweifeln. Hurtig macht sie sich auf die Suche nach dem vierbeinigen Zottelpelz …, nachdem sie dem widerstrebenden mehrarmigen Krakenkind endlich ein paar saubere Kleider überstreifen konnte.
Immer der Nase nach und schon hat Lotta den miefenden Pelzträger aufgespürt. „Böser, du hast nichts, aber auch gar nichts in der Sauna verloren! Komm sooooooofort da raus!“, fährt sie den Vierbeiner aufgebracht an. Lotta sieht schon förmlich die Kundenbeschwerden über unhygienische Verhältnisse auf sich herabregnen.
‚Was bist du heute schlecht drauf. Warum so nervös? Hei, immer gechillt!‘ Das würde Böser Lotta sagen, wenn er könnte! Kann aber nicht! Also dann einfach nur aus dem Wasser gehüpft, einmal ordentlich geschüttelt - nicht gerührt – und den Boden fein nass geplitscht!
(D e r Alpha … wild ?? In hierarchy of captivity? Prefer freedom in nature ???, AhuuuUUUU!) https://www.youtube.com/watch?v=jdsqht1m1rE
„Ja, guck jetzt nur nicht so unschuldig! Ach, was erzähl‘ ich denn da. Du kannst ja gar nicht unschuldig gucken, Böser Wolf! Dein Pech! Los hoch in die Wanne, während ich hier auch noch schnell aufwische!“ Lotta gibt sich heute sehr bestimmend. Das ist echt Neuland für den Wolf.
Na gut, tue ich ihr den Gefallen! Aber es ist und bleibt ein Gefallen! Bin schließlich ein Wolf und kein Hund! Böser sprintet schon mal voran …
Ach, das tut aber gut! Ja, ja, schubbere da … rechts, jaaa … genau da! Deswegen sind da unten wohl immer so viele Sims auf ihrer Liege! Die schubbert sie auch immer … die Felllosen … Kann Lotta das guuuuut! Der Wolf denkt sich so seinen Teil … während er von Lotta in der Wanne ordentlich durchgewalkt wird.
„Bösa badet! Auch baden!“, begehrt Takatua einen neuerlichen Wellenspaß. „Du hast schon, Kleine! Erst nächste Woche wieder!“, bescheidet ihr hingegen die junge Mutter unter steigendem Zeitdruck. Allzu oft wird Lotta das ‚Angebot‘ hier im Wellnesstempel wohl nicht nutzen können! Mal sehen wie der neue Manager überhaupt drauf ist. Ob ich vielleicht doch mal fragen sollte, ob es ok wäre …?
„So, Böser, du jetzt auch raus aus der Wanne und dann ab nach draußen mit euch beiden!“ Irgendwie muss Lotta jetzt noch ihre etwas klammen Klamotten trocknen …
Hoffnungslos! „Aaaaaahhhhh … Du böser, böser Wolf! D r a u ß e n hab‘ ich gesagt! Jetzt muss ich hier auch nochmal aufwischen!“Die machen mich heute fertig! Lotta könnte bald heulen … Wie eine Salatschleuder nämlich vermag sich der Graupelz binnen Sekunden ruckartig … zu ‚entwässern‘. Ganz im Gegensatz zu Lotta, die jetzt erst … so richtig klitschnass ist.
Morgenstund hat Gold im Mund? Lotta glaubt das an diesem Morgen nicht! Kind und Tier auf Knien baden und die Böden auch schon mehrfach schrubben schießt ihr heute gut ins Kreuz. Man kann sich nicht mal ausgiebig dehnen, wenn alles an einem … klebt.
„So, jetzt ist Mutti dran!“ Eilig wird die Arbeitskleidung über die Heizung gehängt – auch ein Luxus, den Lottas Hütte wohl nie erleben wird. Es gibt nur den Kamin und Herdfeuer. Wohlig lässt sich die Morgengeplagte in das heiße Wasser sinken. Ein wenig von der Tinktur ins Gesicht, ein paar Gurkenscheiben obendrauf, bisschen Lavendel ins Badewasser …
Steht hier alles für die Gäste nachher bereit. Aber so zwei Scheibchen werden doch wohl nicht auffallen …Soll belebend sein und d a s brauch ich gerade ganz dringend! Diese Art der Körperpflege hat Lotta erst hier kennengelernt. Dumm nur, dass man nichts mehr sehen kann …
Takatuka wundert sich. Hat Mama Hunger? „Sieht Mama komisch aus! Musst du in Mund stecken!“, rät sie Lotta kichernd ganz naseweis.
„Schatz, ich habe eine ganz wichtige Aufgabe für dich und Böser! Ihr müsst draußen vor der Tür Wache schieben und Mami sofort Bescheid sagen, wenn Gäste oder … ach, wenn überhaupt irgendwer kommt!“ Nicht auszudenken, sie würde hier erwischt werden … Lotta möchte ihren Job nicht verlieren, aber … das tut sooooo guuuuuuut!
Und ein paar Minuten Erholung von den beiden heutigen Plagegeistern könnte der Rotfuchs auch gerade ganz gut verknusern. Aufseufzend lässt Lotta sich tiefer ins duftende Badewasser sinken.
Kind und Wolf traben endlich aus dem Raum „Schön aufpassen, Bösa!“ Takatuka ist ganz beseelt von dieser wichtigen, wichtigen Aufgabe, die Mama ihr gegeben hat. Sie ist ganz zuversichtlich, dieser Anforderung des aufmerksam Wache Schiebens vollauf gerecht zu werden und Böser hört ja auch immer aufs Wort! Nicht wahr?
Ganze drei Minuten hält das Chaos-Duo den eigenen Erwartungen stand, dann rufen bereits wieder neue Abenteuer und Ungeheuer, die bezwungen werden wollen …
Es ist … verdächtig still!
Ruckartig schreckt Lotta aus einem Sekundenschlaf hoch, oder … Wie lange war ich in dieser dampfenden Wärme weggedrömelt? Da rührt sich gar nichts vor der Tür … Eilig springt Lotta aus der Wanne!
Oh Gott, sowas Blödes sollte ich nicht nochmal machen! Aber wie soll man denn sonst hier so obergeschniegelt und gestriegelt wie erwünscht durch den Tag kommen? Hastig befühlt Lotta ihre feucht über den Heizkörper gehängte Wäsche. Halbwegs trocken. Muss reichen!
Noch immer mit den klammen Klamotten in der Hand, die sie nicht wirklich anziehen mag, wandern erneut ihre etwas furchtsamen Überlegungen zu der bevorstehenden Begegnung an diesem Morgen: Wie wohl der neue Manager sein wird? Hoffentlich ein bisschen gnädig mit mir! Lotta hofft inständig auf gutes Einvernehmen. Wieder einmal wird ihr bewusst wie wenig Bildung und zertifizierte Qualifikationen sie hat und sich immer nur alles autodidaktisch aneignet.
Was habe ich vorzuweisen? Was kann ich meinem Kind schon weitergeben? Bin ich eine Rabenmutter? Gibt es eigentlich auch … Rabenväter? Aufgeschnappt hatte Lotta diesen Begriff in den Filmstudios, wo sie mal eine Zeitlang als Stuntfrau für Fechtszenen doubelte. Über mache Aktricen wurde immer etwas abfällig hergezogen, wenn sie mehr Zeit beim Film als bei ihrer Familie und den Kindern verbrachten … von wegen Vernachlässigung. Über die Herren und Väter in der Branche wurde solches nie hinter vorgehaltener Hand geflüstert.
Widerwillig streift sich Lotta ihre Arbeitskleidung immer noch unangenehm mit Restfeuchte durchzogen über und begibt sich auf die Suche nach ihrem ‚Dream-Team‘ von einem Wolf mit Kind.
Weiterhin gelinde in verzagten Gedanken gefangen findet Lotta die zwei Umtriebigen, die es sich allem Anschein nach auf jeden Fall recht gut gehen lassen, in der wohnlichen Leseecke des Centers wieder. „Na gut, seid aber still, macht nichts kaputt, wenn ihr hier im Haus bleibt.“ Der Manager hat hoffentlich nichts gegen Kinder … oder … Wölfe am Arbeitsplatz! Dem Inhaber der Wellnesskette hatte sie gar nicht gesagt, dass sie noch Kind und Kegel im Anhang hat. Ob das ’ne wichtige Mitteilung wäre? Vielleicht sollte ich erst einmal mit dieser Information anfangen, bevor ich … über Badmitbenutzung debattiere!
Flugs eilt Lotta in ihr neues kleines Reich von Duftölen und Liegematten. Selbst an Yoga versucht sie sich in letzter Zeit. Ein paar Minuten bleiben noch für Lernlektüre vor dem ersten Kundenansturm. Der Inhaber hatte es sich nicht nehmen lassen, ein wenig Lehrmaterial für Lotta bereit zu stellen. „Natürlich reicht Naturtalent allein nicht auf Dauer aus!“, so sein Credo. Also studiert Lotta nebenbei nun in der wenigen Wartezeit recht anschauliche Hochglanz Bildbroschüren. Viel Muße dafür bleibt ihr nicht. Ihr Terminkalender ist gut gefüllt …
„Geschmeidige Hände sind unerlässlich und das A und O einer jeden Ganzkörper Massage …“, liest Lotta sich selber laut … und etwas langsam … aus Kapitel IV in Band I vor. Wie gut, dass es mehr Bilder als Text gibt. „Aaaahhhhh!“ Immer schön die Hände ölen …
„Ohhhhhh, ist das … glitschig!“ Gut in den Handflächen verreiben … und dabei zarte Duftnoten in den immer frisch belüfteten Raum entweichen lassen, um das Wohlbefinden der Erholungssuchenden zu steigern … laut Kapitel V, Band I.
Der erste Kunde nimmt auf der Liege schon mal Bauchlage ein. „Ja, ja, natürlich habe ich warme Hände! Und fein gesalbt … für den gesalbten Leib! Sehr wohl der Herr. Wie sie wünschen …“Immer ausgesucht höflich zu Kunde König … Die Gäste sollen sich vollauf entspannen können … Kapitel VI, Band I.
Ja, ja! Lotta ist immer noch bei Bad I von X! Sie hat eben nicht viel Zeit. Verdammt! Noch so viel Neues zu lernen. Da bleibt einfach kein Raum außer für Kinder, Küche, Kirche und Arbeit! Ok, das mit der Kirche war etwas hochgestapelt … Deswegen hat Lotta nebenbei ein bisschen Zeit, eigene Gedanken während der Arbeit fließen zu lassen, anstatt über irgendein ‚Wort zum Sonntag‘ nachzugrübeln …
Erst einmal ein bisschen kräftiger zupacken, Seitenstränge der Oberkörpermuskulatur dehnen … Ob ich irgendwann auch die hoch alpine Tour anbieten könnte …?Brächte ganz schön was an Kohle rein … Könnten sich nur vermögende Gäste leisten … die Tour. Allein hat sich Lotta bisher nicht wieder an diesen recht anfordernden Anstieg gewagt …, den sie mit Ansgar für den Sendemast gemeinsam beging.
Nun etwas sanfter mit den Fingerkuppen die verhärteten Faszien kneten … Immer noch keine Idee, wie ich Ingwer Wurz am besten im Garten ziehe. Wäre auch ein hervorragender Tee zum Nachmittag … Hätte ich doch bloß vor Abreise noch … diesen … Norweger gefragt. Ingwer ist in der umliegenden Gastronomie auch sehr gefragt - als vielseitiges Gewürz und Heilmittel, hat Lotta gehört!
Wo sie jetzt wohl gerade sind …? Also, … Thorger und Sven natürlich … Das ‚Hackbrett‘ zum Schluss … Immer noch Kapitel 6, Band I.
„Oh, vollauf zufrieden, der Herr? Herzlichen Dank für das Lob! Du är alltid välkommen!“Zusätzliches Trinkgeld ist immer willkommen!„Sie kommen gerne wieder? Das freut mich“, erwidert Lotta höflich das Lächeln des Gastes.
„Auf einen … Tee … oder … Kaffee?!“*Räusper*„Äääh da, die nächste Kundin wartet ja schon! Ja, ja, immer so wenig Zeit!“ Never time for any dates! Viel beschäftigte Frau! Arrivederci, au revoir und hasta luego, bis irgendwann mal … Oh, je, gerade hatte sie noch gesagt, er sei j e d e r z e i t willkommen! Als zahlender Kunde aber nur! Das war doch nur eine schwedische Floskel aus der Tourismusbranche. Das sagt hier j e d e * r!
„Ja natürlich. Sie können sofort drankommen, werte Dame. Freimachen, hinlegen und schooooon geht’s los. Bye, bye der Herr!“ Lotta ist ja soooo zuvorkommend. Heute gibt sie sich auch besonders viel Mühe. Sollen bloß keine Klagen beim neuen Manager nachher aufkommen …
Und ölen … ölen … ölen …, nicht nölen … nölen … nölen …
Irgendwann habe ich so butterweiche Finger … Könnte mir ein Frühstückstoast damit bestreichen …
Und wieder zerfließen die Gedanken wie Öl in einer sich langsam erhitzenden Pfanne … Schade, dass a l l e weg sind …, seufz! Ich meine … Sven … und Thorger … und Reuben …, Himani …, Björg … … … … … … … Na egal, hab‘ eh keine Zeit … … … … … neben Arbeit … … … … Kind … … … … Garten … … … … … … … Und überhaupt … … … …
Huch! Manche behalten wohl überall Hut auf …! Also keine Kopf- oder Hirnlappenmassage heute!
Puh, letzter Gast … Für heute Vormittag zumindest! Kann nicht mehr auf den platten Füßen stehen … Ein Viertelstündchen hat Lotta noch, bevor … es zum neuen Manager geht.
Hoffentlich nicht noch so ein Charmebolzen wie der Inhaber. So etwas kann ich gerade gar nicht brauchen … So was Liebes, Umgängliches wie Sven oder Thorger wäre fein …
Mit leicht beklemmtem Gefühl macht sich Lotta auf die Socken. Ein Kollege hat ihr gerade bedeutet, dass sie jetzt dran ist, ihre ‚Aufwartung‘ zu machen … Hab‘ ich auch wirklich alles heute hinter mir wieder fein aufgewischt? Ist die Arbeitskleidung noch adrett und sauber? Wo toben die beiden Rabauk*innen gerade rum?
Oben zum Glück gerade nicht. Kind und Wolf scheinen wieder draußen rum zu stromern …
„Äh, ja hallo! Da wäre ich … Herr … Manager!“Ach herrjeh, wie heißt der überhaupt? Warum frage ich so etwas nicht vorher nach?
Etwas schüchtern macht Lotta den ‚ehrenwerten Herrn‘ auf sich aufmerksam, der ihr da in einem tiefen Chefsessel in Unterlagen versunken den Rücken zukehrt.