Hallo zusammen, ich wurde ganz lieb gebeten mal eine kleine Geschichte zum Besten zu geben. Nach einigem Feedback und Beratungen habe ich mich entschieden die Geschichte ein bischen als Drama/Komöd...
Durch die Dunkelheit ausserhalb des Busses, sah sich Antoine in der Festerscheibe. Ein gebrochener Mann mit verheultem Gesicht, ohne Hoffnung und ohne Lebenswille. Der Hintergrund verschwamm. Die Sitzreihen des Busses lösten sich im Nebel des schwachen Spiegelbilds, welches das Fenster warf, auf und er stand plötzlich auf einer Lichtung, sonnendurchflutet und voller zauberhafter Farben.
"So schnell gibst du auf... was ist mit mir...Uns?" Aus dem Schatten eines Baumes trat Phillipe und ging auf Antoine zu. Sonnenstrahlen umspielten sein Gesicht und die gespielte Entrüstung verlieh seiner Mimik einen schelmenhaften Ausdruck. Hätte man nicht Jahre seiner Kindheit verschwendet ihn aristokratischen Gleichmut zu lehren, Antoine wäre in seine Arme geflogen, getragen von nichts ausser Begehren und tiefer Sehnsucht nach Berührung, nach Nähe und Zärtlichkeit. Hätten seine Augen nicht alles längst aus Trauer vergossen, Tränen des Glücks und der Freude würden sein Antlitz netzen, sein Herz aber heilte sofort, klopfte mit eiserne Wucht gegen seine Brust, als wolle es alle himmlichen Geschöpfe rufen teilzuhaben an seinem Verlangen.
Erstarrt stand er da, nicht fähig zu Atmen, mit trockenem Mund und feuchten Händen; allein seine Augen widersetzten sich der Katatonie, begierig alles zu erfassen, jedes Detail dieses kostbaren Moments einzufangen um sie alle gleichsam in einer zauberhafte Schatulle tief in seiner Seele für die Ewigkeit zu bewahren.
Endlos zog sich dieser süsse Moment, bis er endlich "Es tut mir so leid!" herausbrachte. Phillipe legte ihm den Finger auf den zitternden Mund und führte ihn zu einer nahen Bank.
"Uns bleibt nicht viel Zeit. Ich spüre wie mir die Kontrolle langsam entgleitet. Ich..will jetzt nur bei dir sein!"
Minutenlang schauten sie sich an. Wäre die Welt entzwei gebrochen, es hätte sie nicht kümmern wollen. Alles was zählte waren nur sie. "Ich muss gehen. Dein Selbst wird wieder stärker und das ist auch gut so! Ich habe nur Kraft, wenn deine schwindet oder deine Gefühle dich übermannen. Lebe Antoine! Für uns!"
"Küss mich, Phillipe!" Langsam näherten sich ihre Lippen, um in einem zarten Hauch einander zu berühren.
"Das kannst du besser!" sprach Phillipe und zog Antoine fest an sich.
Ein Taumel aus Leidensschaft spülte alles fort. Sorgen, Trauer, Ängste und Wehmut. Die Hitze seines Körpers, der sich an Phillipes schmiegte brannte wie ein lodernes Feuer und der süsse Geschmack den seine Lippen aufnahmen als sie begierig ihr Gegenüber liebkosten, war reinster Nektar, gewonnen aus tief empfundener Liebe.
"Ich liebe dich!" sagte Phillipe und mit einem letzen Blick auf Antoine verschwand er.