Hallo zusammen, ich wurde ganz lieb gebeten mal eine kleine Geschichte zum Besten zu geben. Nach einigem Feedback und Beratungen habe ich mich entschieden die Geschichte ein bischen als Drama/Komöd...
Erschöpft sanken beide zu Boden. Die Spiegelgeister, Menschen, die dem Chaos ihre Seele verkauft hatten, um ein ewig bleibendes Spiegelbild zu erlangen, ewige Anmut in unendlicher Selbstverliebtheit, waren erlöst. Der Fluch des Narziss‘ für diese beiden gebrochen. Doch das kostete viel Kraft und nur wenn zwei Dschinn den Gesang zusammen anstimmten, konnten sie die Macht dazu aufbringen. Auch Paolo war verschwunden, zweifelsohne fortgelaufen, als die Situation sich zuspitzte. Mit ihm wollte Antoine sich später befassen.
Amarok und er setzten sich müde auf eine Bank. „Danke!“ sagte Antoine. Als eine Antwort ausblieb drehte er den Kopf und musterte ihn. Gesicht und unnahbare Aura des Dschinns waren unverändert geblieben über die Jahre, nur Kleidung und Schmuck hatte er den Gepflogenheiten der Neuzeit angeglichen. „So wirst du mich also mitnehmen?“ Schal schmeckte der Pyrrhussieg über seine Gegner, war er doch nun der anderen Seite so völlig ausgeliefert. Tränen der Erschöpfung, der Wut und der Verzweiflung füllten seine Augen, bahnten sich bald einen stillen Weg die Nase entlang und tropften in die offenen Hände Antoines. Amarok tippte sanft mit dem Finger hinein und führte eine der salzigen Perlen des Schmerzes vor seine Augen. Antoine verstand. Gefangen im Spiegelbild seiner eigenen Tränen; wann war je ein Kerker dauerhafter als dieser, erneuerte er sich doch selbst, gespeist aus Augen die nicht müde werden konnten ihr Schicksal zu betrauern.
„Nein!“ Er schien wie mit einem Ruck aus einer langen Überlegung zu erwachen. „Meine Anweisungen waren nicht eindeutig, ich habe viel freie Hand gewährt bekommen.“ Seine Züge umspielte ein bitteres Lächeln. „Man gab mir eine Wahl! Ich solle dich entweder gefangen setzen oder dich auf den „rechten“ Pfad bringen. Kerkere ich dich ein, stirbt dieser andere, mit dem du ein Lebensband teilst, sie werden deine Seele bewahren und sie wird der Ordnung dienen, so wie ich und viele andere in diesem Krieg vor mir. Der Junge den ich kannte ist dann tot,“ mit einer geflüsterten Spruch versetze er Antoine und sich in die Träne die sein Abbild außerhalb weiterhin auf dem Finger balancierte, „und mit ihm stirbt auch die letzte Hoffnung für uns!“ setzte er in dieser abgeschirmten Sphäre seinen Satz fort. „Ich will dich lehren was ich weiß, deinem Weg folgen und beobachten und dann werde ich eine Entscheidung fällen. Ich will mit eigenen Augen sehen, wie du die Runenspiegel zerstörst, die Fesseln, die uns die Knöchel wundscheuern zerreißt, ich will ergründen, warum du es kannst und warum du es tust. Ich werde dein Leben schützen vor dem Feind und vor dem Rat, aber dieser Dschinn hat einen Wunsch! Wenn der Weg vollendet ist, gib mich frei oder lass mich nicht mehr sein. Beende es!“
Dschinn können nicht weinen, sie können nichts schaffen, nur verändern, spiegeln und bewegen. Doch in den Augen Amaroks glimmte etwas und Antoine würde es schüren, selbst daran erstarken und Kraft schöpfen. Er legte seine müden Arme um den Hals des Dschinns und vergrub sein Gesicht in seine Brust. Mit stoßenden Schluchzern presste er die Luft aus seinen Lungen und mit einem Sturzbach an Tränen floss aller Schmerz, alle Einsamkeit in dunkles Nichts und ließen einer großen Narbe Raum zur Heilung, denn ein Freund legte seine Hand auf seine Schulter.