Am Abend saßen sie auf der Couch. Amarok las in einem Sachbuch über Wissenschaftskram, von dem Antoine keine Ahnung hatte und auch kein Interesse. Es gab so viele Neuerungen seid er hier „erwacht“ war, dass es ihm unmöglich schien noch mitzuhalten. Ihm genügte es die Dinge des Alltags zum Funktionieren zu kriegen, er musste nicht begreifen wieso, außerdem schien er mit dieser Einstellung nicht allein zu sein. Die sündhafte teure neue Stereoanlage spielte seine Lieblingsmusik, und die genoss er grade.
„Amarok?“ fragte er „Woher weißt du von der Verbindung zu Phillipe, dem Menschen, mit dem ich dieses Lebensband, wie du es nennst, teile?“
Der Dschinn schloss das Buch, einen Finger zwischen die Seiten eingeklemmt, und überlegte. „Alle haben euch beobachte, ihr wart nicht eben vorsichtig oder subtil, als ihr Euch auf der Lichtung getroffen habt, die er erschaffen hatte. Wer er ist wusste ich da allerdings noch nicht, was er dir bedeutet konnte ich jedoch sehen. Ihr solltet umsichtiger sein!“
„Glaubst du ich könnte das Wiederholen? Also viel vorsichtiger und abgeschirmter? Er wirkte so real und ich würde ihm gern noch so viel sagen und…mehr!“
Amarok seufzte. „Er war nicht real, so wie du es nicht warst. Du saßt im Bus und er war …nun wo immer sein Körper ist. Er hat Bilder aus seinem und deinem Gedächtnis genommen und mithilfe deiner Spiegelmagie ein Einsprengsel erschaffen, ein ziemlich gutes sogar; ihr habt miteinander gesprochen euch berührt und dein Wille hat es dann für dich und ihn real wirken lassen. So real, dass er dich oder du ihn z. B. hättest verletzen können und diese Verletzung dann auch eure Körper erlitten hätten. Du hast unfassbare Kräfte und weißt so wenig darüber, weil du dich irgendwann davon abgewandt hast. Und deswegen fürchten dich viele, beneiden dich oder wollen dich benutzen. Ich auch. Ich bediene mich deiner, um selbst frei zu kommen. Du bist wie eine Brücke, vereinst die physikalische und die spirituelle Welt, hast festen Halt auf beiden Seiten, teilst Stärken und Schwächen beider. Und du bist das Fleisch und Geist gewordene Tabu einer Jahrtausende alten Ordnung…oder Unordnung, wie man möchte.“ Er schwieg einen Moment.
„Aber das war nicht deine Frage, Ja natürlich kannst du es wiederholen. Ich schätze es gibt nicht viel, dass du nicht könntest, wenn du den Willen oder die Not dazu hast. Wir werden trainieren subtiler zu sein, wie wir es damals schon getan haben und bei den ersten Versuchen werde ich euch abschirmen. Aber du solltest auch Wissen was du da tust, einen inneren Gleichmut finden. Einklang! Probier’s mit einem Zaubertrank oder Meditation. Ich glaube, statt ihn da zu treffen, solltest du deine Energie darauf richten ihn wirklich zu finden!“
Antoine dachte lange über das gesagte nach. Blockierte er wirklich selbst seine Erinnerung? Aber wieso? Nun wenn, dann hatte er den Grund scheinbar auch vergessen.