Hallo zusammen, ich wurde ganz lieb gebeten mal eine kleine Geschichte zum Besten zu geben. Nach einigem Feedback und Beratungen habe ich mich entschieden die Geschichte ein bischen als Drama/Komöd...
Heißer Sommerdienstag, Antoine hatte frei und Amarok konnte sich seine Arbeit eh einteilen, wie er wollte, - ein perfekter Tag also, um in die Wüste zu fahren. Er war früh wach und alle Knochen taten ihm weh. Sie waren abends noch in einem Fitnessclub in der Stadt gewesen und beide hatten das Laufband benutzt. Naja, Amarok jedenfalls, bei ihm hatte eher das Laufband ihn benutzt. Jedenfalls fühlte er jeden Knochen im Leib. Tja, da trainiert man mal 370 Jahre nicht und schon bauen sich ein paar Muskeln ab. Nach dem Frühstück legte er sich erstmal in die Wanne und gab sich das volle Verwöhnprogramm.
Endlich stand auch Amarok auf und während er aß und sich fertig machte übte Antoine noch ein bisschen an einer besonders schweren Kadenz. Gegen halb 10 waren beide endlich aufbruchbereit.
Es war unfassbar heiß. Eine trockene Hitze zwar, aber die Luft flimmerte förmlich. Als erstes machten sie halt im Informationszentrum, einer Art Kombination aus Bibliothek und Besucherzentrum. Antoine war sich nicht sicher wer hier Urlaub machen wollte, aber scheinbar fand sich überall ein begeisterter Anhänger für irgendwas, und sei es noch so absurd.
Sie betraten das Gott sei Dank klimatisierte Gebäude und schauten sich um. Mehrere Regale, einige Computer und ein paar Leute waren hier, nichts war auf den ersten Blick ungewöhnlich. Anfangs plauderten beide mit den Anwohnern, aber da Amarok die gesellschaftlichen Umgangsformen eines Backsteins hatte und sowieso lieber seine Ruhe, erkundete er die Regale und fand ein Buch über StrangerVille. Antoine fuhr dagegen zu Höchstleistung auf. Hier ein Lächeln, da ein Witz und schon war er im Gespräch. Er erfuhr von einem seltsamen jungen Mann mit exzentrischem Kopfschmuck, dass es an der Ausfallstraße einen kleinen Laden für Kuriositäten aus der Gegend gäbe, wohl auch für Touristen, und die Militärbasis streng bewacht sei. Aber das alte streng geheime Forschungslabor, sei „lediglich“ durch eine hochmoderne Sicherheitstür abgeriegelt, so vertraute ihm ein wissenschaftlicher Mitarbeiter des Stützpunktes mit.
Also rauf auf die Besen und zu diesem Geschäft geflogen. Der „Laden“ entpuppte sich als Straßenbude und der Besitzer war wohl Erfinder und überzeugter Anwender der seltsamen Hüte. Antoine konnte dem Inhaber nicht viel entlocken, und kaufte sich ein Poster als Andenken und für Amarok eine dicke Bauanleitung für esoterischen Firlefanz; der traurige Zwerg im Käfig stand leider nicht zum Verkauf. Zum Danke wies ihnen der Besitzer den Weg zu einer bizarren Pflanze, die seit einiger Zeit in der Nähe wuchs.
Antoine machte ein Foto und Amarok probierte einen Pflanzenschutzzauber, aber das Gewächs gab nichts von seinen Geheimnissen preis.
Es blieb ihnen nichts übrig, als das Labor aufzusuchen. Es schien hastig verlassen worden zu sein und draußen wuchsen noch mehr dieser seltsamen Pflanzen. Die Tür war mit einem modernen Magnetschloss gesichert und ohne Zugangskarte würden sie da nicht hineinkommen.
Während sich sein Freund in aller Ruhe der Tür widmete, durchsuchte Antoine einen nahen Schreibtisch nach Hinweisen, was hier wohl vorgefallen sein könnte. Tatsächlich entdeckte er eine Notiz, dass man die Samen und den Spiegel tief hinunter ins Geheimlabor verbracht hätte. Eine erste heiße Spur! Also es half nichts, sie mussten die ganzen Büroräume durchsuchen, vielleicht fand sich ja auch eine Schlüsselkarte. Stundenlang wühlten sie in Papierbergen und Schreibtischen. Die Computer waren leider alle Passwortgeschützt und damit für sie unzugänglich.
Als sie mit der Suche durch waren und ihre Rücken scherzten, beschlossen sie sich in der Bar im Ort, dem kulturellen Herzstück dieses Paradieses, eine Erfrischung zu gönnen. Auf dem Weg dahin hatten sie eine seltsame Begegnung. Ein offensichtlich hilfloser Epileptiker zuckte auf der Straße herum. Alle Versuche ihn anzusprechen schlugen fehl. Er zischte Antoine „Widersetzt Euch nicht!“ ins Ohr und zog weiter.
Die Bar war überfüllt; alles voller Soldaten. Es war nicht unbedingt so, dass schlagartig die Musik verstummte, alle Augen auf sie gerichtet wurden und jemand aus der Ecke murmelte: „Fremde mögen wir hier nicht!“ aber Antoine fühlte sich trotzdem wie eine 'schwule' rosa Himbeere, die in eine Olivenschüssel gefallen war. Er ließ seinen Charme spielen und kam schnell ins Gespräch mit den Leuten. Auch Amarok gab sein bestes, die Leute nicht zu verschrecken.
Einige Drinks später hatten sie genügend Informationen gesammelt. Ein biologischer „Unfall“ hatte sich im Labor ereignet und alle betroffenen litten jetzt unter zeitweilen Anfällen. Das Militär untersuchte die Angelegenheit noch und da alles unter Quarantäne stand, musste der Spiegel auch noch dort unten sein.
Dem Hinweis, der Kuriositätenhändler könnte einen Schlüssel haben, entpuppte sich als wahr, allerdings verlangte er satte 250 Simeons. Antoine war noch nicht bereit so viel Geld auszugeben.
Er entsann sich des Wissenschaftlers und sie liefen zurück zum Informationsbüro. Leider war der nette Mann nicht mehr vor Ort, dafür aber ein Kollege, der sich als nicht halb so charmant herausstellte. Er war nicht bereit ihnen die Karte zu überlassen. Antoine war nicht so weit gekommen, um sich jetzt von so einem grummeligen Typen aufhalten zu lassen. Wozu war er ein mittlerweile geschickter Zaubertrankbrauer? Es mochte moralisch fragwürdig sein, aber erstens gings hier um seine Sicherheit und die der Menschen, die ihm was bedeuteten und außerdem verlangte die freche Bemerkung dieser Person, er wolle nicht mit „so Leuten“ gesehen werden eine kleine Rache. Er kramte in seiner Tasche und fand auch fix das gesuchte. Einen Liebestrank, der unwiderstehlich machte.
Das Zeug schmeckte fragwürdig, schien aber sofort seine Wirkung zu entfalten. Er wusste nicht, wen der Herr Wissenschaftler da vor sich zu sehen glaubte, aber einige Kreisende Bewegungen mit dem Finger um die Kittelknöpfe und einen dicken Schmatzer auf die Wange später, führten zum Erfolg. Er hatte den Schlüssel…und einen Verehrer!
Der Schlüssel passte! Die Tür glitt auf und eine Treppe führte in die Dunkelheit. Einer der Gänge war mit einer Art dichtem Nebel gefüllt. Als sie sich den Dämpfen näherten verloren sie kurzzeitig die Besinnung. Es war, als ob tausend Stimmen gleichzeitig zu ihnen Sprachen und ihren Verstand lahmlegten. Dort unten war etwas und es war böse und mächtig! Der Einfluss der Sporen hielt Gott sei Dank nicht lange vor und sie gingen lieber in einen Seitengang. Es war eine Sackgasse, und nur einige Medizinische Geräte und Fässer mit seltsamen Aufdrucken standen herum. In einer Glasvitrine sahen sie eine dieser seltsamen Pflanzen.
Als sie wieder ans Tageslicht kamen wurde Antoine mulmig. Offensichtlich hatte das Öffnen der Tür die Substanz in der Luft freigesetzt. Die Blumen waren überall gewachsen und der Himmel färbte sich Purpur.
Zurück in der Bar befragte er eine Soldatin nach den Sporen. Sie erzählte ihm, dass er nur mit Hilfe eines Schutzanzuges hinuntergelangen könne und er müsse Sporenproben analysieren, um ein Gegenmittel herstellen zu können. Sie zeigte ihm auch einen Scanner, den alle Militärangehörige erhalten hatten, aber sie durfte ihn nicht herausgeben. Da der Trank nicht wirkte, entschloss sich Antoine auch hier etwas Körpersprache zum Einsatz kommen zu lassen. Nach einem kleinen Kuss und einer netten Bemerkung erhielt er den Scanner. Da es mittlerweile Dunkel wurde fuhren sie erstmal heim.