Hallo zusammen, ich wurde ganz lieb gebeten mal eine kleine Geschichte zum Besten zu geben. Nach einigem Feedback und Beratungen habe ich mich entschieden die Geschichte ein bischen als Drama/Komöd...
Der Tag begann großartig. Antoine hatte einen bedeutenden Schritt auf seiner Karriereleiter erklommen. Er bekam die freie Stelle als festangestellter Co-Autor des Kulturteils. Den Leuten gefiel seine Meinung oder eben auch nicht, wichtig war, sie sprachen darüber!
Nach dem Frühstück platzte auch gleich Nancy Landgraab rein und um ihm zu gratulieren. Er schaute sie einen Moment kritisch an, aber da war keine Falschheit, sie freute sich wirklich. Überschwänglich umarmte sie ihn und flüsterte: „Ich wusste du hast es in dir!“
Sie quatschten noch einige Zeit und Antoine erzählte ihr von StrangerVille und ihren Entdeckungen. Sie versprach sich umzuhören, wenn er was brauche, sei sie für ihn da, so wie er für sie da war, wenn sie wen zum Reden brauchte. Er mochte Nancy wirklich sehr und zeigte es ihr auch. Unter der harten Schale der Geschäftsfrau steckte eine einsame Frau, die zwar alles hatte, aber trotzdem in einem Punkt arm war. Und Liebe und Wärme hatte Antoine wahrlich viel zu geben!
Da er selbst auch etwas Begabung hatte und die Redaktion wollte das er zumindest einigermaßen wusste, worüber er schrieb, sollte er zwei Gemälde erstellen. Er zückte also sein Zeichenpad und legte los. Das Ergebnis war…Kunst, ohne Zweifel. Er hängte das Bild in Amaroks Zimmer und nach kurzer kritischer Begutachtung, stellte er es bei Ebay-Kleinanzeigen ein.
Die Redaktion wollte allerdings das er richtig eintauchte, so mit Farben und allem Drum und Dran, also erstand er eine Staffel, legte ein Tuch aus und malte seinen Mitbewohner. Schon besser, aber leider viel zu dunkel.
Simeon schaute rein und wurde auch gleich zwangsverpflichtet Modell zu sitzen. Er schenkte ihm das Bild anschließend.
Bei seiner letzten Kreation war er schon viel zufriedener. Er liebte die kräftigen Farben. Lediglich die Teekanne erinnerte ihn zu sehr an eine Wunderlampe. Ebay!
Am frühen Abend rief Nancy und lud ihn ein mit in den Club zu kommen. Lust hatte er schon, aber wahrscheinlich traf er dort Paolo, aber er konnte ja Regen…äh Windenburg nicht ewig meiden.
Und tatsächlich dauerte es nicht lang, da stand er, nicht aufgedonnert wie sonst, sondern in Alltagsklamotten, etwas ungepflegt und sah allgemein schlimm aus; tiefe Tränensäcke und leicht zittrige Hände rundeten das Bild ab. Als wäre die Begegnung den beiden nicht schon unangenehm genug, hatte er tatsächlich die Chuzpe, Antoine um Geld anzupumpen.
„Komm mit!“ sagte dieser und zehrte Paolo am Schlafittchen ins Bad.
Mit einer Mischung aus Zorn und Überraschung legte er seine Hand auf den Spiegel und drückte die Scheibe schwungvoll nach hinten. Ein endlos langer Gang entstand mit zahllosen Reflektionen rundherum und er stieß Paolo hinein. Kurz tief seufzend folgte er ihm und mit einer Handbewegung schloss er den Spiegel hinter sich wieder. Das Bad war leer.