Mann: „Habt ihr gesehen, er hat das Gesicht eines Hüters benutzt! Er hat diesem Paolo im Spiegelgeflecht sein Wesen gezeigt. Das sollte unmöglich sein! Die Spiegel erlauben nicht den Blick hinter die Fassade.
Frau: „Zwölf, es waren mindestens zwölf Spiegelgeister und er hat sie einfach ausgelöscht. Als seien sie lästige Fliegen…nun sie sind lästiges Ungeziefer, aber …Zwölf! Ich konnte auch nicht erkennen, woher er die Kraft genommen hat. Welchen Lasters bedient er sich?
Mann2: „Ihr passt nicht auf. Wie damals in Venedig. Das Ausmaß der Katastrophe und seiner Reaktion darauf, hätten euch einen Hinweis geben müssen. Er zehrt vom Leid! Sie gibt dem Teil, der Dschinn ist die Kraft, aber der menschliche Teil in ihm wandelt es und formt eine Energie daraus, die einem Dschinn verboten ist. Indem er das Leid nicht für seine Zwecke nutzt, sondern aufsaugt wie ein Schwamm, schafft er eine viel mächtigere Quelle: Mitleid! Das befähigt ihn zu Taten, die so unglaublich sind, dass wir uns schwer tun sie zu begreifen. Dieser Dschinn nutzt eine Tugend!
Mann: „Und der Preis? Verändert ihn das nicht? So wie es seine Mutter oder Amarok verändert hat?“
Mann2: „Natürlich. Ist euch nicht das Verlangen nach Liebe, nach Umarmung und Trost aufgefallen? Er verzehrt sich nach Nähe, Geborgenheit…Vertrauen. Damals hat er all das in eine dunkle unnahbare Wolke tief in sich drin verschlossen, Amarok hat sie gespürt und ihn gewarnt, aber so etwas kann man nicht ewig wegsperren und in Venedig ist es quasi explodiert. Deshalb hat er auch alle Verbindungen und Erinnerungen verschlossen, sonst wäre er zweifelsohne daran Zugrunde gegangen.
Frau: „Aber er tut es schon wieder und diesmal scheint keine dunkle Wolke in ihm zu erstarken?“
Mann2: „Unterschätze nie das Schicksal. Atropos hat clever agiert. Ein großer Teil des Schmerzes und Leides fließt ab, durch das Seelenband, das sie geschaffen hat. Es lässt ihn frei agieren und wachsen.“
Frau: „Aber zersetzt es diesen Phillipe nicht? Tötet all der Kummer ihn nicht?
Mann2: „Ja. Das bleibt zu hoffen!“