Hallo zusammen, ich wurde ganz lieb gebeten mal eine kleine Geschichte zum Besten zu geben. Nach einigem Feedback und Beratungen habe ich mich entschieden die Geschichte ein bischen als Drama/Komöd...
Am nächsten Morgen telefonierte er mit Nancy. Er musste sich um die stationäre Betreuung von Paolo kümmern. Sie war bereit die Kosten vorzustrecken. Auch kannte sie jemanden der jemanden kannte, der Paolo schnell und „unbürokratisch“ in eine private Krankenversicherung aufnehmen konnte. Antoine war dankbar und entschloss sich Paolos hoffentlich baldige Genesung gut im Age zu behalten. Eigentlich wollten sie heute wieder nach StrangerVille, aber er hatte einfach keine Energie, keinen Antrieb. Amarok friemelte seit zwei Tagen an einem Bild rum, dass dem Kunden nicht gefiel und er brachte den Vormittag mit dem seinem zweiten Gedichtband rum.
Stolz schrieb er die Letzte Zeilen nieder und ging dann frische Luft schnappen. Es regnete mal wieder. Er wollte sich schon nach drinnen verkrümeln, als ihm ein neues Klingelschild an seiner alten Wohnung auffiel. Ein Paul Weber schien dort nun zu wohnen. Er klopfte an die Tür, aber niemand schien zuhause zu sein. Da hörte er das Klingen des Fahrstuhls und heraus kam ein Kerl von einem Mann. Paul war groß, dick, hatte üppiges lockiges Haar und war farbig. Antoine war geflasht. Noch bevor sein Gegenüber bemerkte, dass er ihn wie ein gelähmtes Faultier mit offenem Mund anstarrte, fing er sich und stellte sich vor.
Wie sooft bei so mächtigen Typen, war Paul schüchtern und eher ruhig. Antoine lud ihn rasch zu einem Willkommensglas in seine Wohnung. Sämtliche Pheromonbataillone standen für eine Charmoffensive in Hab Acht Stellung, die Augen signalisierten dem Fremden mit aufgeregtem Blinzeln, dass Antoine bereit war eine bedingungslose Kapitulation zu unterschrieben und sein Mund machte sich selbstständig und plapperte als gäbe es kein Morgen. Auch sein Gegenüber schien ihn zu mögen, wenn er es auch nicht wie Antoine in expressionistischer Körpersprache zeigte. Eine Umarmung war die erste gewonnene Schlacht und mithilfe einer geheimen Kavallerieeinheit energischer kleiner Cupidos überrannte er die feindliche Stellung und überredete Paul zu einem Badenachmittag in Sulani.
Das Wetter war großartig. Sie badeten eine Runde zusammen um dann, Amarok ließ dieses blöde Bild keine Ruhe, zusammen eine Sandburg zu bauen. Den ganzen Nachmittag verbrachten sie mit Gesprächen, was wer mochte oder eben nicht, was sie arbeiteten usw. Leider war eine junge Frau bemühßigt wirklich jedem Badegast die Stimmung zu vermiesen. Sie kreischte rum und zertrat die Sandfiguren. Einen kleinen Zauber später trottete sie in tiefer Verzweiflung von dannen.
Paul hatte ihm erzählt, dass er ein Feinschmecker sei und gerne esse, also schmiss Antoine den Grill an und machte Veggiehamburger für alle. Dann setzte er sich unter das kleine Vordach in den Schatten und rief Paul zu sich.
Geduldig wartete er eine Weile ob sein Gegenüber eventuell den Anfang machen würde, genug Signale hatte er nun wahrlich ausgesandt.
Es half nichts. Er musste selbst aktiv werden. Er fing mit einem Kompliment über Paul an und flüsterte ihm, als die Reaktion wie erhofft positiv ausfiel, ins Ohr, dass er ihn zauberhaft fände. Paul gab zurück, dass er Antoine total interessant fände und sich freue, hier bei ihm zu sein.
Nach dem er mit der windigen Ausrede, Paul sähe verspannt aus, seinen Rücken etwas geknetet hatte und ganz tief den Geruch von Sonnencreme und Erregung eingesogen hatte, bat er ihn die Augen zu schließen und aufzustehen.
Nach diesem ersten Kuss folgten noch zwei weitere und Antoine und Paul hielten einander in Armen.
Dank seiner Beziehungen zur Kunstszene gelang es Antoine zwei Karten für die Abendvorstellung von Macbeth zu bekommen. Schweigend saßen sie und genossen dieses Drama um Könige, ehrgeizige Ehefrauen und Hexen aber ihre Hände suchten einander und führten eher ein romantisches Stück auf.
Als sie zurück waren küssten sie sich zum Abschied und grade wie Antoine die Tür mit einer Hand hinter sich öffnete, zog er Paul, die Lippen weiter fest auf seine gedrückt, in sein Zimmer. Ein heißes Verlangen überkam beide und Paul wurde aufs Bett gedrückt, während Antoine sich die Klamotten vom Leib riss und sich auf ihn draufsetzte. Unendlich tief ließ er sich fallen und berauschte sich an heißen Küssen und erschaudernden Berührungen; lange hatte er sich danach gesehnt und Paul scheinbar auch.
Später lag er glücklich umschlungen bei seinem Bären und fuhr mit den Händen sanft über dessen Brust. „Danke!“ sagte Paul und fügte unsicher hinzu, “Ich bin so glücklich, dass jemand wie du, jemand so dicken, wie mich überhaupt in Betracht zieht!“ Antoine tippte auf Pauls Bauch und drückte dann einen festen Schmatzer hinein. Da wo er herkam, galt Dick sein als absolutes Schönheitsideal. Er hatte oft vorm Spiegel gestanden und seinen dürren Körper verflucht, den die Natur auch sonst nicht sehr großzügig ausgestattet hatte. „Du bist schön, ich liebe dich!“ sagte er leise und kuschelte sich fest an Paul, der ihn mit seinen dunklen Armen fest umschlossen hielt.