Hallo zusammen, ich wurde ganz lieb gebeten mal eine kleine Geschichte zum Besten zu geben. Nach einigem Feedback und Beratungen habe ich mich entschieden die Geschichte ein bischen als Drama/Komöd...
Sie hatte es geschafft. Einer ihrer erbittertsten Konkurrenten hatte das Handtuch geworfen. Ihre Firma kontrollierte nun einen guten Teil Willow Creeks, Oasis Springs und das Kunstviertel von San Myshuno. Es wurde Zeit ihren Stand zu festigen und nach weiteren Gelegenheiten Ausschau zu halten. Gedankenverloren rührte Nancy in der Schüssel. Sie ärgerte sich, nicht doch jemanden zum Kochen beauftragt zu haben, aber dafür war es nun zu spät.
Antoine hatte ihr alles erzählt, seine ganze irre Lebensgeschichte und ihr dann einen Ort gezeigt, der ihr das Herz überquellen ließ vor Freude. Alles war also wahr. Sie liebte den jungen Mann mit seinen oft traurigen Augen wie…ja wie eigentlich? Sie wusste, dass Antoine „tragisch veranlagt“ war und sie war intelligent genug dankbar zu sein, dass er sie als Freundin liebte. Ja, sie liebte ihn wie einen besten Freund. Es war schön, das zu wissen, darauf zu bauen. Aber sie wollte mehr! Sie wollte ihm helfen! Außerdem konnte sie das Gute mit dem Nützlichen verbinden.
Gegen 20:00 Uhr trafen die Gäste ein. Malcom hatte den Tisch gedeckt und auch ihr Mann hatte sich um ordentliche Kleidung bemüht. Weil dieser attraktive, aber gruselige einsilbige Typ, der Antoine nicht von der Seite wich, Vegetarier war hatte sie einen Tofu Truthahn gemacht. Sie gestand sich ein keine gute Köchin zu sein, wahrscheinlich nicht mal eine gute Mutter…aber bei Mirco wollte sie alles besser machen! Ein „Geschäftspartner“ aus Indien hatte ihr eine junge Frau empfohlen. Frau Gupthra hatte beste Noten, war hochintelligent, mit Nancys besonderen Geschäftspraktiken vertraut und würde Antoine sicher gute Dienste leisten können, während sie für Nancy neue Märkte erschloss und alles berichtete. Die Details wollte sie heute bei dem kleinen Galaessen klären.
Die Gäste waren pünktlich und nach kurzer Begrüßung lud sie zu Tisch. Ihr Mann verzog beim Probieren das Gesicht, Malcom aß eh nie viel, und die drei Gäste beeilten sich das Essen zu loben. Sie machte sich nichts vor, es war grauenhaft. Trotzdem kam eine nette Unterhaltung in Gang und Nancy stellte alle der Reihe nach vor.
Nach dem Essen bat sie Ria (so hieß Frau Gupthra mit Vornamen) und Antoine auf die Terrasse. „Antoine,“ fing sie an, „ich möchte dir einen Vorschlag machen. Ich habe viel nachgedacht und will dir helfen bei deiner Suche nach deinen gefangenen „Landsleuten“. Ria, ich erkläre ihnen alles später! Ich möchte dir ein Haus zur Verfügung stellen. Ich bin kürzlich, sagen wir mal sehr günstig, an diese Immobilie gekommen. Sie soll dir als eine Art Hauptquartier dienen und dir die Möglichkeiten geben, deine Nachforschungen dort zu betreiben und deine Freunde oder Kollegen dort zu treffen. Das Grundstück ist groß genug, dass mehrere dort ungestört und privat leben können. Für deine Forschungen wirst du früher oder später professionelle Hilfe im Bereich der Wissenschaften und Computertechnologie benötigen, hier kommt meine neue Assistentin ins Spiel. Ria, ich möchte, dass sie auch dort wohnen, genug Privatsphäre bietet das Anwesen, und alles in ihrer Macht Stehende tun, meinem lieben Freund hier zu helfen. Ich gebe gleich zu, ich tue das nicht ganz uneigennützig. Ich erwarte ausführliche Berichte und, wie im Fall des Geheimlabors, nachdem du alles was du brauchst oder dir Nützlich erscheint genommen hast, vollen Zugriff auf die Server und die Daten. Ria erhält im Gegenzug vollen Zugriff auf meine Datenbanken und selbstverständlich das ausgemachte Gehalt“
Sie ließ das Gesagte sacken. Antoine schien kurz zu überlegen. Sie wusste, dass e ein anständiger Kerl war und ihm die Sache mit der illegalen Seite dieses Abkommens nicht schmecken würde, andererseits war er schon illegal eingebrochen und auch die anderen Spiegel würden sicher nicht bei Amazon zum Kauf feilgeboten. „Das kann ich nicht annehmen,“ sagte Antoine „ich habe nichts, was ich dir wirklich als Gegenleistung geben könnte!“ „Doch, du hast. Hilf mir mit diesem Beitrag dir zu helfen und ich bin glücklich!“ sagte sie. „Ria?“ „Für mich stellt das kein Problem dar, Frau Landgraab. Solang ich meinen eigenen kleinen Privatbereich habe, soll es mir egal sein, wo oder für wen ich arbeite.“
„Fein, dann lasst uns jetzt noch etwas feiern und es mit einem Schlückchen bekräftigen.“
Der Abend gestallte sich dann noch als sehr schön und nur Malcom viel natürlich wieder mal aus der Rolle. Aber Ria war schlagfertig. Er fragte sie, ob es üblich sei da wo sie herkäme zu einem Dinner ein Bettlaken zu tragen, worauf sie spitz antwortete, das sei Tradition, ähnlich wie es hier wohl Tradition sei, mit einem Kamm in der hinteren Hosentasche rumzulaufen, obwohl die drei gekräuselten Haare am Kinn kaum Pflege bedürften. Ein gelungener Abend!