Nachdem EA mich (und viele andere) in diesem Monat bereits mit Dragon Age 2 aufs übelste über den Tisch gezogen hat, war ich recht skeptisch gegenüber "Die Sims Mittelalter".
Nachdem ich nun heute einige Zeit spielen konnte, muss ich sagen, dass dieses Spiel durchaus besser ist als ich gefürchtet habe.
Natürlich ist es eigentlich nur "Die Sims 3" mit einem verbessertem Quest-System und mittelalterlichem Design und vielen kleineren Neuerungen aber es funktioniert.
Nach dem Intro (gesprochen von gesprochen von dem grandiosen Thomas Fritsch!) beginnt man auch schon mit seinem ersten Königreich und kann für dieses auch sogleich einen Monarchen erschaffen. Hier habe ich schon das Gefühl, dass man das Problem mit den Wasserköpfen aus Sims 3 behoben hat, denn die Kopf-Körper proportionen stimmen hier wesentlich besser.
Man wählt also aus einigen Frisuren und je ca. vier bis fünf Kleidungsstücken seinen Spielcharakter und kann loslegen.
Nun beginnt das eigentliche Spiel, welches sich eigentlich wie Die Sims 2 für die PSP oder Reiseabenteuer gestaltet. Mit den Möglichkeiten eines Sims-Spiels muss man Dinge herstellen, mit Objekten interagieren, Kontakte knüpfen um Interaktionen freizuschalten und hierhin und dorthin gehen. Im Prinzip waren das auch schon eigentlich alle Arten von Aufgaben, die einem in Die Sims: Mittelalter gestellt werden.
Das Spiel läuft außschließlich in Quests (Aufgaben) ab. Ist eine Quest beendet kommt man wieder in die Stadt-Ansicht und kann sich eine neue Quest aussuchen. Oft stehen verschiedene Herangehensweisen für Quests zur Verfügung die dann wiederrum auch von den anderen Charakteren (Magier, Schmied etc.) bestritten werden können. Diese widerrum werden verfügbar wenn man ihre jeweiligen Gebäude baut. Und die bezahlt man mit Punkten aus erfüllten Quests.
Quests belohnen zum einen den jeweiligen Charakter mit Erfahrungspunkten mit denen er neue Fähigkeiten erhält und zum anderen das Reich, welches so an bestimmten Werten wie Sicherheit oder Wohlergehen hinzu gewinnt. So hatte ich bei wenig Sicherheit überall Diebe und bei geringem Wohlergehen ging es meinem Charakter nicht sonderlich gut, was sich auf seine Laune und dementsprechend auf seine Leistung hinsichtlich der Quest auswirkte.
ACHTUNG: FOLGENDES ENTHÄLT WOMÖGLICH SPOILER bzw. KANN DAS SPIELERLEBNIS VERDERBEN
Hat man das große, übergeordnete Ziel seines Reiches erreicht, kann man entweder einen Liebgewonnenen Charakter in ein neues Reich umsiedeln um neu zu beginnen oder sein Reich ohne den Druck der Quests bespielen.
Dinge, die womöglich den Sims-Fan stören könnten:
- Kinder sind kaum mehr als unspielbare Lebensversicherungen
- es kann nicht gebaut, aber eingerichtet und dekoriert werden, auch die Erstelle-einen-Stil-Tools sind verfügbar
- entweder man spielt am Ende seines Reiches vollkommen ohne Quests oder man spielt bis dahin komplett mit Quests ... man kann leider nicht mal so wechseln oder die Quest vernachlässigen
FAZIT: Die Sims Mittelalter ist durchaus unterhaltsam. Die ganzen Einflüsse aus verschiedenen Spiele-Genres sind für sich lächerlich oberflächig gehalten, bilden zusammen allerdings eine durchaus nette Mischung. Überrascht hat mich die Detailverliebtheit die hier und da zum Vorschein kam und die mir in Die Sims 3 beispielsweise vollkommen gefehlt hat. Wie hoch Langzeitmotivation oder Wiederspielwert sind, kann ich aus nachvollziehbaren Gründen noch nicht sagen und hier habe ich auch die größte Sorge, denn ich bin mir noch nicht sicher ob ich andauernd ein neues Reich errichten möchte - ich fürchte nämlich, dass sich die einzelnen großen Hauptziele nicht sonderlich auf den Spielverlauf auswirken. Allerdings wird sich das erst noch zeigen ...