0 Neuanfang … …………………………………………………………………………………………………………………………………………….. Danke für die Erfahrungen und Kenntnisse, die ich im RPG sammeln durfte. Nach einer kurzen rauschhaften Zeit gehen die Geschic...
Die denken wohl, die können ohne mich hier rumspionieren und alles erkunden! Was verschweigen die mir? Erwachsene! Erbost hockt Keito hinter einem der schweren tiefhängenden Wandvorhänge, spukt verächtlich auf den dichten Fransenteppich vor ihm im Gang. Gerade ist auch seine Ma in dem Raum verschwunden …
Dachtest du wirklich, du könntste mich abhängen? Lieber Asante, du verschätzt dich gewaltig! Du ahnst nicht, w a s ich von meinem Alten alles lernte ...
Bisher hatte Keito nie viel Gebrauch von Terence ‚Lehren‘ gemacht. Aber nun …
Nein, er hatte auch seinem ‚Onkel‘ Asante längst nicht alles erzählt und seiner Ma schon mal gar nicht. Als Kind hatte Keito es sogar noch für ein Spiel gehalten, wenn er irgendwo ganz leise durch ein Fenster in fremde Wohnungen einsteigen sollte ...
Ja, es war kriminell. Sein Alter war kriminell. Da lässt sich nichts beschönigen. Terence hatte in keiner Hinsicht Skrupel gezeigt. So ein strafunmündiges Kind war seinem Pa gerade recht gewesen …
Nur Yuna gegenüber hatte Keito das mal angedeutet … Gleichaltrige wollen einen nicht immer gleich ‚bessern‘ so wie Erwachsene! Vielleicht noch in so einer ‚Besserungsanstalt‘ … Er würde ihr so gerne noch mehr erzählen … loswerden, was an ihm nagt. Sie hörte immer zu, ohne ihn zu verurteilen … bis er’s … vergeigte – ihre Freundschaft.
„Sie wollen immer das Beste, die Erwachsenen … aber das kriegen sie nicht!“ Keito muss fast lachen in Erinnerung an ihre Worte. Das war so einer von Yunas Sprüchen, die sie irgendwo ausgegraben hatte. Nach außen hin war sie viel angepasster, hatte viel weniger Streit mit ihrer Mum als er mit seiner. Sie machte ‚ihr Ding‘ eher … versteckter …
Er entsinnt sich noch, wie sie ihm seine Maschine abrang, als sie noch keinen Führerschein hatte. Wie sie ihn auf den Beifahrersitzt dirigierte und wie eine Wahnwitzige mit überhöhter Geschwindigkeit die Strandpromenade entlangraste. Hatte ich mich da schon in sie verguckt?
Aber die Freundschaft ist mir mehr wert!, maßregelt und zügelt Keito seine Gedanken. Die hätte ich durch mein Drängen und meine Ungeduld nicht so leichtfertig aufs Spiel setzen dürfen. Sein Blick heftet sich wieder auf die Tür vor ihm.
Überrasch sie einfach! Sollen sie doch versuchen, mich wieder rauszuschmeißen. Da drin läuft irgendwas ganz Mysteriöses ab … Und ich will wissen, w a s!
Und schon sprintet Keito voran …, Elani hinterher!
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„Ha, ha!“, lacht es verhalten von der anderen Seite des Flures her. „Und Nummer drei!“
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„What …?!“ „Aaaaaaahhhhh …!!!!“ „Keito!“ „Neeeeiiiiin!“ „Zu spät! Verflucht!“ „Ja, verflucht sind wir alle!“
Drei Stimmen kreischen aufgeregt durcheinander! Aber … der Vorgang ist nicht mehr zu stoppen und Keito schon mittendrin! Elani hatte noch in letzter Sekunde versucht, sich zu wehren … Vergebens! Asante, überzeugt das Richtige zu tun, hatte sich bereits an ihre Wandlung gewagt. „Ich will nur dein Bestes, Elani!“
Huch, das erzählen sich Erwachsene sogar gegenseitig? Verwundert hört Keito die Worte seines ‚Oheims‘ noch, während er mit seiner Ma durch die Luft gewirbelt wird und eine Energie unbekannten Ausmaßes durch seine Glieder fließen spürt, die scheinbar von Asante ausgeht. Im Gegensatz zu Elani begrüßt er dieses Gefühl von Stärke. Nimmt die Gabe, die erteilt wird, freudig an. Sie ist ihm … sehr willkommen.
Dass sie in seinem Falle unwillig gegeben wurde, merkt er erst, als sich die schwebenden Leiber senken und seine Füße wieder Boden berühren.
Watsch!*„Autsch!“ Im nächsten Moment hat er eine von einem hoch erzürnten Asante sitzen! Mitten ins Gesicht! „Du Idiot, du unsäglicher! Das war nicht für dich bestimmt!“, tobt Elanis Cousin. Sie selber schreit unvermittelt erschrocken auf … Magie in den Händen eines Teens! Auch noch Keito! Asante ist entsetzt vom Ausgang seiner ‚Mission‘!
Empört reibt sich Keito die schmerzende Wange. Asante hat richtig zugelangt. Schockiert betrachtet Elani zuerst den sich rötlich abzeichnenden Handabdruck im Gesicht ihres Sohnes, dann ihren wutbebenden Cousin. Zuletzt sieht sie an sicher selber herunter. Das, was da nun in ihr steckt, macht ihr Angst. „Ich … wollte d a s nicht!“, versucht sie zaghaft auszudrücken, stockt gleich wieder.
Schmerzvoll schließt Asante die Augen. Er wollte ihr Kraft und Mut geben … und jetzt schaut sie ihn mit genauso waidwunden Augen an wie einst Terence, wenn sie sich zu schwach für Gegenwehr fühlte. Nur wenn sie andere verteidigte, konnte sie zuweilen zur Löwenmutter werden …
Bockig sucht Keito Abstand von Asante … „Selber Blödmann!“, zischt er Elanis Cousin gehässig an. Super, jetzt hasst mich auch noch mein Neffe! Nie zuvor hatte Asante zu solch erzieherischen Mitteln gegriffen. Die Hand ist ihm einfach vor Schreck ausgerutscht. Der Junge muss aber auch begreifen wie unkontrollierbar dieses ‚Werkzeug‘ in den Händen eines jungen Menschen ist … Asante ist nicht bereit, sogleich Abbitte bei dem Teen zu leisten. Keito hatte sich das seiner Meinung selber zuzuschreiben und ihm nicht hinterher zu spionieren …
Die Tür öffnet sich ein weiteres Mal! Ertappt blicken sich die drei Ogbandas um, als der blauhäutige Gastgeber grinsend eintritt. Elani zieht nach einem kurzen Zusammenzucken leicht den Kopf ein. Keito verzieht unwirsch die Mine und Asante blickt dem zu Reichtum gelangten ‚Strauchdieb‘ mit schmalen Augen abwartend entgegen. „Willkommen, willkommen, meine Lieben, in meinem R e i c h!“, säuselt es den dreien entgegen. „Mein Heim … sei euer Heim!“
Der Kerl hat gute Laune? Wieso? Wir sind hier … eingebrochen! Misstrauisch ziehen sich Asantes Augenbrauen in die Höhe. Ihm schwant nichts Gutes. Er wittert … eine Falle, in die er blindlings reintappte und in die er die anderen noch mit reinzog. Der Ex-Militarist versucht angesichts der Lage, kühlen Kopf zu bewahren, spürt zum ersten Mal, was es heißt, andere Präsenzen zu fühlen … wie ein Kribbeln auf der Haut, ein Sträuben der Nackenhaare. D a s da ist nicht nur ein einfacher Dieb!
Und schon hebt Gargamel – wie Keito ihn in diesem Moment einer Schlumpfsendung entlehnt tituliert, obwohl der nicht blau war - die feingliedrigen Finger und summt irgendwelche Beschwörungsformeln über sie allesamt herab …
Dampf wallt vom Boden auf, lässt ihre Leiber darin sich nahezu von den unteren Gliedmaßen her auflösen. „Endlich, endlich …“ lacht der blauhäutige Gastgeber ekstatisch, „… bin ich freiiiiiiiiii!!!!“ Er ist nicht länger an diese elende Flasche dort hinten in der Ecke gebunden! Sie hat neue ‚Besitzer‘ gefunden.
Ein unglaublicher Sog, eine umgehende Schrumpfung setzt ein, zieht Mutter, Sohn, Cousin dematerialisiert in einer langen Windfahne mit den Füßen voran durch einen schmalen Schlund - einen Flaschenhals sozusagen. Jeder Laut, jeder Schrei der drei erstickt in diesem unirdischen Dunst, bis sich die enge Röhre wieder zu einem bauchigen Raum weitet, aus deren Anhöhe sie nun nacheinander auf rundherum weich gebettete Polster purzeln.
‚Matratze‘ entstammt dem Arabischen, entsinnt sich Asante überflüssigerweise genau in diesem Moment, dankbar, dass sie sich wenigsten nicht die Knochen beim Fallen brechen.
Ein kurzes Ploppen über ihren Köpfen lässt alle kurz darauf zusammenfahren und hochschauen. Ein Schlag aufs ‚Dach‘ rüttelt sie noch einmal ordentlich durch, während sie wie durch Watte ein leicht hysterisches Gelächter vernehmen: „Original verkorkt von Pallhuber und Söhne! Ach, ich liebe Loriot!“ Der Blauhäutige hat ein eigenes Heimkino …
Ihr neues ‚Heim‘ wird in leichte Schwingungen versetzt. „Ich glaube, man trägt uns gerade irgendwo hin!“, konstatiert Asante nüchtern die Lage. „Wahnwitz! Sind wir jetzt Flaschengeister durch d e i n e n Budenzauber, oder was!?“, macht Keito konsterniert den Cousin seiner Mutter maulig an. Er ist gerade so sauer auf Asante. Die Ohrfeige wird noch Folgen haben. Und dieser Mist auch! Warte nur ab …!
„Was geschieht hier! Asante … warum?!“ Elanis flehende Blicke richten sich an ihren Cousin. Warum tat er mir das an?
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Ich werde einen feinen Preis dafür erzielen! Begehrte Ware vor allem auf dem indischen Markt … Auf jeden Fall muss die Flasche aus dem Haus, um mir nicht mehr schaden zu können!
Hochzufrieden macht sich der magische Meisterdieb in den mittlerweile frühen Morgenstunden auf die Reise …