0 Neuanfang … …………………………………………………………………………………………………………………………………………….. Danke für die Erfahrungen und Kenntnisse, die ich im RPG sammeln durfte. Nach einer kurzen rauschhaften Zeit gehen die Geschic...
Unglaublich, was Jorunn ihm da auf der Rückfahrt alles erzählt. Er hätte nicht gedacht, dass es so etwas noch gibt. In diesem Jahrhundert! Seine Tante muss sich wohl alles gerade mal von der Seele reden … Er ist alt genug, jetzt auch mal für sie da zu sein. Jahrelang hatte sich die wesentlich jüngere Schwester seiner Mutter um ihn gekümmert, als die so früh verstarb … Ich hab‘ Jorunns warmherzige, fürsorgliche Art sehr vermisst, hätte fast noch den letzten Rest an Halt verloren, nachdem …nachdem … Also damals, als sie einfach von der Bildfläche verschwand – von heut auf Morgen … vor gut vielen Jahren.
„Und der hat doch tatsächlich geglaubt, mich ganz allein überwältigen zu können. Ha, vier, vier von seiner Sorte hatte es damals gebraucht, mich niederzuringen, aber einer allein … Hören und Sehen verging dem, als ich ihm rechts und links …“ Die hochgewachsene Jorunn ist einerseits grimmig erheitert wie auch immer noch leicht verstört, als sie an diesen einzelnen Lakaien des Sultans zurückdenkt, der ihr bis in den Kaukasus hoch gefolgt war. Was, wenn es mehrere gewesen wären …?
„Ohne Miyu würde ich heute noch in diesem Stall festhängen … Sie ist … so wunderbar!“ Jorunn verfällt in Schwärmerei in den höchsten Tönen über die Kampf- und Fluchtgefährtin. Ansgar muss leicht schmunzeln und sich aber auch gleichzeitig auf die Fahrbahn vor ihm konzentrieren, um seinen Land Rover sicher um eine tiefe Schneewehe zu lenken. Der Frühling kündigt sich bald an mit gewaltigen Schneestürmen - selbst in den Niederungen. Pulverschneewochen! Durchaus sehr beliebt bei den Touristen, aber auch die Zeit für schweres Schneeräumgerät.
Jorunn hatte schon früher Interesse für andere Weiblichkeit gezeigt, erinnert sich Ansgar. Diese Miyu scheint ja etwas mehr für sie gewesen zu sein als nur eine Fluchthilfe. „Wieso, bist du nicht bei ihr geblieben?“, fragt er gerade mit kurzem Seitenblick, der aber sofort wieder auf die Sicht nach vorne zurück schwenkt. Noch eine tiefe Wehe. Es werden immer mehr!
„Ich musste doch nach dir sehen!“, empört sich Jorunn einen Moment. Hei den ganzen weiten Weg, bis ich endlich irgendwo telefonieren und dich erreichen konnte … Andererseits … „Es freut mich, dich so wohlauf zu sehen. Es … scheint dir … richtig gut zu gehen!“, lächelt sie ihren Neffen warm an. Darauf kommt es doch am meisten an. Er scheint sich wirklich … gefangen und vielleicht … ein neues Glück gefunden zu haben. Sie hätte sich keine solche Sorgen machen müssen. Er steht richtig fest auf eigenen Füßen, muss sie feststellen: „Dein Wagen … oder ’n Firmengerät?“
„Meiner!“, grinst Ansgar kurz zu Jorunn rüber. Ja, beruflich könnte es kaum besser sein. Oleg handelt ihn auch schon wie so einen Nachfolger, wie einen nie gehabten Sohn. Witzig, könnte fast hinkommen!Oleg, Lotta und ich überrepräsentieren doch tatsächlich mal die Rotschöpfe im Ressort. Und neulich schlich auch noch so ein echter kleiner vierbeiniger Rotfuchs um Lottas Hütte …
Die drei Rothaarigen geben ein wunderbar hochsportliches Basketballteam gegen den Rest der Belegschaft ab. Oleg hatte gleich nach Silvester einen Korb aufstellen lassen … Ja, es geht mir gut.Beruflich! Freundschaftlich …!Und sonst!? Nicht wichtig! Nicht wichtig … Nur nicht an den zweibeinigen Rotfuchs denken … Süße kleine Füchsin neulich … Die Vierbeinerin!
„Wirst du sie wiedersehen?“ „Mhm?“ Jorunn war gerade noch gedanklich bei Ansgars fabelhafter Entwicklung gehangen … „Diese Miyu!“ Ansgar interessiert es wirklich, warum seine Tante nicht ihrem Glück gefolgt ist, sondern sein Wohlergehen voranstellte. Verantwortungsbewusstsein! Ja, das wird es sein. Das hatten ihn seine Mutter wie ihre Schwester immer gelehrt. Das hat die beiden ersten Frauen in seinem Leben immer ausgezeichnet. Er hat sich dessen … nicht immer als würdig erwiesen.
Allgemeinhin gilt er aber sonst als vertrauenswürdig unter Kolleg*innen, Freund*innen … „Also?“, hakt er bei Jorunn nochmal nach. „Wirst du?“
„Ich muss bis zum späten Frühjahr warten. Solange werden sie brauchen, bis sie bei dieser Adresse in Japan ankommen. Vorher gibt es keine Verbindungsmöglichkeit. Wir hatten alle keine Handys mehr, weißt du und … sie wollte auch keines. Die beiden …“, verschwörerisch senkt Jorunn ihre Stimme mit Seitenblick zu Ansgar, „… Watanabes waren irgendwie auf der Flucht!“
Beinahe wäre der Wagen in den Graben geschlittert, als Ansgar sich ruckartig zu Jorunn umdreht. Mit schlitternden Reifen bringt er das Gefährt quer auf der Straße zum Stehen, als er das Steuer wieder rumreißt!
„Wer, sagst du Jorunn? Wer?!“ Ansgar brüllt seine Tante fast an, so sehr ist er außer sich. „Mi-yu … … Wa-ta-na-be?!“, bringt Jorunn vorsichtig stockend hervor. Ansgar hat sie gerade so richtig erschreckt. Was ist denn nur los? „Und sie hat … eine Tochter Yuna?“ „Jaaaaaaa …“ Jorunns Augen weiten sich. Was hat das zu bedeuten? Woher …?
„Du bist … die Glücksbotin. Dank den Schicksalsgöttinnen. Es ist … Kismet, dass du … erst hierhergekommen bist.“ Überschwänglich umarmt Ansgar seine Tante, die die Welt gerade nicht mehr versteht. Sofort startet er aufgeregt wieder den Rover, prescht über die vereiste Piste los, kann es gar nicht erwarten, den anderen … die frohe Botschaft und ihre Heilsverkünderin zu überbringen.
Diese Miyu Watanabe mit Tochter, von der ihm Adeline Fouché aus der gemeinsamen Vergangenheit mit Lotta berichtete, lebt also noch?! Wird Lotta sich freuen … Ich freue mich wirklich für sie … so als … guter … Freund! Ob man … als Freunde … einfach mal … zusammen Essen gehen kann? Nur … zu zweit? Also nicht als Date missverstanden …?
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Oh, was ein Knuddeln und Herzen und Ansgar mittendrin. Wieder und wieder regnet es Wangenküsse von Lotta auf ihn herab, dann wieder von Oleg, Brett, Adeline … Danny kannte die ehemalige Rektorin nicht, ist aber auch ganz ergriffen von der ganzen Stimmungslage. Jorunn ist leicht überfordert ... Lauter unbekannte Menschen drücken und herzen sie. Lotta hängt immer wieder an ihrem Hals.
D a s ist also … Lotta! Ein bisschen hatte Miyu erzählt … Die beiden halten sich … besonders intensiv fest …, nimmt Jorunn mit einem Blick wahr, seien aber … kein Paar, wie Ansgar wortreich noch auf den letzten Metern Fahrt erklärte … Sehr wortreich! Mein lieber Schwan …
Oleg hat für die Glücksbotin gleich einen Plan. Ja, der große Stratege. „Natürlich kannst du bleiben, Jorunn, wir suchend laufend Mitarbeiter*innen!“ Die Dame ist wie ihr Neffe scheinbar auch ein Allroundtalent: Abfahrt, Langlauf, Stricken, Kochen, Basteln, oh und … Massagen. Zuwachs in jedem Bereich! Überall einsetzbar!
Proschinsky hätte Jorunn aber auch ohne jegliche Fähigkeiten und Talente freie Kost und Logis den Rest ihres Lebens hier angeboten … einfach nur als Überbringerin erlösender Botschaft. Sie waren keine dicksten Freunde gewesen – Miyu und er. Aber … er hatte sie sehr geschätzt. Das war ihm erst hernach klar geworden und die damaligen Umstände … waren einfach nur schauerlich. Sie und ihre Tochter am Leben zu wissen … macht sie alle unendlich glücklich.
Oleg sieht es auch Adeline und Brett an, dass ihnen diese Nachricht unendlich nahegeht. Sanft küsst er seine Verlobte und Adeline lehnt sich zärtlich haltsuchend bei ihm an.
Ja, Oleg wird auf seine alten Tage noch ein richtiger … Weichkeks. Sein Blick fällt auf Lotta. Wie muss es ihr erst gehen?Sie war … ist … mit Miyu befreundet. Ein mildes nachsichtiges Lächeln streift sein Gesicht. Er mag Lotta irgendwie wirklich gerne, diesen kleinen Derwisch, der ihn so manches Mal auf die Palme brachte und es … hin und wieder auch immer noch schafft. Und Ansgar … Prächtiger Bursche, wird immer mehr zu meiner rechten Hand. Viele gute Ideen! Einige sind auf Lottas Mist gewachsen ist sich Oleg sehr sicher. Ihre Handschrift. Aber sie schickt lieber Ansgar vor, in der Annahme, dass es dann wohl besser bei mir ankommt. Was ist das nur … mit den beiden?
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Die Schneestürme legen die nächsten Tage noch an Fahrt zu. Ein letztes winterliches Aufbegehren, vor einem sich ankündigenden baldigen Frühling. Ansonsten kehrt wieder Alltag ein … Lotta kann gar nicht oft genug Jorunns Erzählung lauschen wie Miyu, Yuna und die anderen sich wagemutig befreiten. „Hah! Das passt zu ihr!“ Lotta ist richtig stolz auf ihre gute Freundin und frühere Mentorin - und auf die neugewonnene auch. Jorunn erinnert sie in ihrer warmherzigen Art an Elani, aber gleichzeitig hat sie auch ein bisschen mehr was von der Durchsetzungskraft einer Miyu, ist wehrhafter, lässt sich weniger bieten. Ach Elani, wenn sie nur wüsste, dass Miyu lebt …
Lotta hat nicht mehr mitbekommen, wohin Familie Ogbanda ging und ihr altes Handy … „Nicht mehr betriebsfähig!“, hatte ihr Ansgar erklärt, nachdem er sich das Teil besah. „Nicht mehr zu gebrauchen!“ Muss wohl auf ihrer fluchtartigen Wanderung gen Norden irgendwie gelitten haben. Es war eh nur eine ‚Leihgabe‘ irgendeines Nachschatten damals an den Docks gewesen, die sie sich nach einem Scharmützel angeeignet hatte. Und sie war auch froh, dass sich so manches Geheimnis auf dem kleinen Gerät … nicht mehr öffnen ließ … wie die Bilder … vom Festival … mit … Takatukas Vater drauf! Was hätte Ansgar davon gehalten? Wie sollte ich erklären, … dass ich … nichts erklären kann!
Lotta hatte dem Norweger bisher auch nie gestanden, wie gefechtsbereit sie in der Nacht drinnen ausharrte, als er vor seiner Abreise mit seinen früheren Kollegen vor ihrem Haus stand. Überhaupt … sie und Ansgar rühren beide an so manchen Dingen nicht ... Ist wohl besser so, oder? O d e r?
Ansgar hilft Lotta jetzt im Garten mit, hat viel Anregungen und Tipps im Gepäck für diese Witterungsverhältnisse. Jetzt klappt es auch besser mit dem Ingwer … Und ihre kleine Werkstatt nutzt er gerne für Reparaturarbeiten und weitere Pflanzgehege mit.
„Bist du das?“ Hatte Ansgar verwundert angesichts des Bildes dort beim ersten Betreten gefragt. Wieder diese leuchtenden Stoffe an ihr … an dem Kind! Wann hatte sie das getragen? In einem Urlaub? Kein Bild … von einem Vater oder so? Sind das die Sachen, die in der Truhe liegen? Lotta hatte nur leicht verlegen genickt und er - nicht weiter gefragt.
Heute Abend ist wieder Stricken und Lesen dran. Draußen tobt der Schneesturm heftiger denn je. Einer der letzten heftigen vor dem gar nicht mehr fernen Frühling. Kaum ein Sim wagt sich vor die Tür. Fahrten in die Stadt sind im Moment recht beschwerlich. Ansgar hatte noch am Nachmittag mit Lotta alle Läden an den Fenstern geprüft, damit sie nicht allzu sehr im Wind klappern. Die Abende bei ihr … werden immer länger.
„Oh, Takatuka ist eingeschlafen!“ Ansgar klappt das Buch gerade zu. Die Kleine will immer wieder den ‚Kleinen Prinzen‘ vorgelesen bekommen. Kinder in dem Alter lieben Wiederholungen. Und seitdem der Fuchs ums Haus streicht, rennt sie dem Vierbeiner immer wieder verspielt hinterher und kreischt: „Bist du hübsch, bist du hübsch!“
Lotta lässt die Nadeln sinken, sieht Ansgar hinterher wie er ihr Töchterchen aufhebt und zu Bett bringt. Das macht er öfter in letzter Zeit. Böser Wolf trottet müde blinzelnd hinterdrein. Sein Nachtlager ist stets vor dem Kinderbett.
Nach einer Weile kehrt Ansgar zurück, nimmt neben Lotta wieder Platz. Irgendwie … drängt es ihn nicht ‚heim‘. Hier fühlt es sich gut an … neben ihr. Die Nadeln klappern wieder … Ich sollte langsam aufstehen und gehen …
„Ganz schöner Sturm draußen!“ „Ja, hoffentlich halten die Läden!“ *Klick, klack, klick, klack …* „Heute ist ein Räumgerät von der Straße abgekommen …“ „Ja, ganz schön heftig draußen …“ *Klick, klack, klick, klack …* Tick, tack, tick tack … „Noch ein … Tee?“ Er hat wieder … dieses nicht sehr hochgeschlossene Teil an … „Gerne!“ Ist warm … hier drin …
Lotta begibt sich an die Teekanne. Das Feuer im Kamin … lodert … Im Raum … entfaltet sich … zunehmende Hitze! Ihre Augen folgenden dem Spiel … hochzüngelnder Flammen … Wirklich sehr … heiß heute … „Autsch!“ Sie verbrennt sich die Finger … an der heißen Kanne …
Ansgar ist sofort zur Stelle, greift nach Lottas Hand! „Oh je, zeig mal!“ Intensiv begutachtet er … den kaum sichtbaren Schaden, streicht sanft mit dem Daumen über die empfindliche Haut. „Es … ist nichts!“, scheut sie leicht zurück und entzieht ihm wieder ihre Finger. „Ich hol‘ trotzdem schnell etwas Schnee zum Abkühlen, Lotta!“ Oh ja, bitte! Abkühlung! So viel Hitze … Ihr ist immer recht … warm, wenn er in ihrer Nähe ist … selbst bei eisigster Kälte draußen.
Sie spielt … mit dem Feuer … im Kamin … als Ansgar zurückkehrt …
„Puh, wir sind … eingeschneit! Kein … Rauskommen möglich! Hier, deine Abkühlung!“ Ansgar hat die Haustür sofort wieder zudrücken müssen, um nicht von einer kleinen Schneelawine überrollt zu werden. „Ich … wir … müssen … die Räumfahrzeuge … morgen früh abwarten!“, erklärt er weiter, unsicher darüber wie sie diese Nachricht auffassen wird!
„Hier, dein Tee! Bleibt uns wohl … nichts anderes übrig!“, antwortet Lotta sachlich, während sie eingießt und ihm eine Tasse anreicht.
Ansgar nimmt das heiße Getränk entgegen und überlegt, wo er sich anstandshalber für die Nacht hin betten könnte. Gut, dass sie es so ruhig aufnimmt. Den Schneesturm hab‘ ich ja schließlich nicht bestellt! Kann mir keiner vorwerfen …
„Kann ich … auf der Couch schlafen?“, zeigt er auf das nicht gerade bequemste Teil der Welt. Irgendwie würde er Lotta gerne mal was anderes unterjubeln. Was Komfortableres, als dieses harte Gehölz mit dünnen durchgesessenen Schaumstoffmatten …
„Da holst du dir doch nur … ein steifes Kreuz!“ Nein, das will sie ihm wirklich nicht zumuten. „Du kannst … bei mir mitschlafen. Ist … breit genug!“ Lotta ist schon vor einiger Zeit auf die größere der beiden für sie möglichen Bettstätten in der Hütte umgesiedelt. Viel angenehmer, mehr … Bewegungsfreiheit … Ansgar ist etwas … sprachlos.
„Ging doch … damals auch! Im Zelt … auf dem Berg!“, wirft Lotta ganz nüchtern nebenbei ein, während sie sich einen nächsten Schluck Tee gönnt. Ach sooo …! Einen Moment hatte er wirklich geglaubt … Nicht wieder missinterpretieren! „Wenn es für dich ok ist …“ „Klar!“, antwortet sie neutral, … dreht ihre Tasse nervös in der Hand. So heiß … der Tee. „Na, dann …“
Es ist langsam wirklich spät … Immer noch stehen sie an Ort und Stelle. Die Anspannung fast zum Zerreißen … Ansgar rafft sich zuerst auf. „Gehen wir … schlafen, Lotta?“ „Mhmmm … sicher“, nickt sie bestätigend, stellt die Tasse zur Seite und verschwindet in der kleinen Miniwaschkaue, damit sich Ansgar ungestört im Schlafraum entblättern kann. Das macht er natürlich tunlichst nicht zur Gänze … Er weiß ja, was sich gehört.
Abwägend begutachtet er das Lager vor sich. Einer muss eh an die Wand kriechen.Am besten ich, damit sie sich nicht eingeschlossen fühlt … Also krabbelt Ansgar schon mal voran unter die Decke mit dem Gesicht sittsam zur Wand gedreht. Fein auf Abstand bedacht nimmt er nicht zu viel Raum ein …
Hinter ihm spürt er nach einer kleinen Weile, wie sich die Matratze leicht senkt. Es schunkelt kurz, bis sie wohl eine bequeme Lage findet. „Gute Nacht, Lotta!“ „Nacht … Ansgar!“
Was gibt es Morgen alles zu tun? Mhm, mal überlegen. Sobald alles draußen geräumt ist … Ansgar lenkt mit geschlossenen Augen seine Gedanken auf einen sehr geschäftigen morgigen Tag ...
Uh, kitzelt das … Wohl irgend ‘ne vorwitzige, dem Federbettzeug entwichene Daune am Rücken … Am liebsten würde er hinter sich langen und zwischen den Schulterblättern kratzen … Aber, bloß nicht rühren und Gerüttel veranstalten …
Ouh, schon wieder …! Wie Schmetterlingsflügel streicht sie langsam … an seinem Rückgrat entlang bis zur Hüfte … hinunter … Die … Daune?!!!
Ein leises Kichern hinter ihm … Ansgar hält den Atem an! Unglaublich!
Zarte Küsse bedecken seine nunmehr wie bei einer Raubkatze angespannte Rückenmuskulatur. Er wagt nicht, sich umzudrehen, aus Angst, der kleine Kobold hinter ihm verflüchtigt sich sonst wie so eine sagenhafte Feengestalt, die zu Goldstaub zerfällt, wenn man sie erblickt. Ihre Lippen folgen ihren suchenden Fingern, streifen wie feine Spinnweben über seine Haut, die nur noch kribbelt vor Verlangen … Ansgar muss ganz schön die Zähne zusammenbeißen, um sich zu beherrschen. Kleine Hexe! Sie hat gewartet, bis sie sich … sicher genug bei mir fühlte!
Ihr Leib an seinen gepresst, spürt er all diese wunderbaren Rundungen im Kreuz. Am Ende ist‘s vorbei mit der Zurückhaltung. Er rollt sich zu ihr herum, um … beglückt über ihre vertrauensvolle Hingabe … Gleiches mit Gleichem zu vergelten …