0 Neuanfang … …………………………………………………………………………………………………………………………………………….. Danke für die Erfahrungen und Kenntnisse, die ich im RPG sammeln durfte. Nach einer kurzen rauschhaften Zeit gehen die Geschic...
7.2.1 – Djeannie in a Bottle ... Basar bizarr … (Teil 1)
„N i e wieder, Asante! Hörst du!“ Die Löwin erwacht! Nach den ersten Stunden einer gewissen Schockstarre bis Apathie über ihr Los fasst sich Elani zunehmend. Ihr ‚Junges‘ wurde angegriffen …
„Nie wieder sollte es Schläge in meiner Familie geben … Damit muss ein für alle Mal Schluss sein. Von d i r hätte ich das am wenigsten erwartet, lieber Cousin!“, hält Elani Asante anklagend vor. Keito hockt immer noch abweisend in einer Ecke ihres aktuellen Domizils, stellt aber die Lauscher auf. Endlich sagt Ma mal was dazu …
Gramgebeugt nickt der Ex-Militarist und Ex-Sport-Student ergeben dazu. Gerade fühlt er sich wieder wie der kleine Asante, dem das knapp zehn Jahre ältere Sonnenscheinchen von Cousinchen vorsang oder das ihn auch mal lachend schalt und Füße und Knie abends wieder fein sauber schrubbte, wenn er sich den ganzen lieben langen Tag draußen zum Spiel im Staub gewälzt hatte.
Der Sünder auf der Anklagebank ist reuig. „Du hast völlig recht. Ich weiß gar nicht, was in mich gefahren war!“ Na ja, irgendwie weiß er halbwegs schon, was in sie alle gefahren ist … Der Heilige Geist war es nicht … Eher so … ein anderer. Genaueres … ist Asante aber auch nicht klar. D a s war wohl nicht der Stein der Weisen gewesen, den ich da … ergriffen hatte! „Es … es … war … auch für mich eine Schrecksekunde …“
„Die stundenlang anhielt?!“, ätzt es aus Keitos Ecke. Der Jungen dreht allen weiterhin den Rücken zu. Ein bisschen plagt auch Keito ein schlechtes Gewissen, Asante hinterher spioniert zu haben, was er sich selber aber nicht eingestehen mag.
Asante erhebt sich nach Elanis Standpauke einsichtig und wandert zu dem Teen rüber: „Du hast auch völlig recht, Keito. Bist zu Recht sauer, dass ich jetzt erst wieder den Mund aufkriege. Es tut mir leid! Ich hätte dich nicht ohrfeigen und dann schweigen dürfen. Das ist unentschuldbar. Ein Fehler, den ich weiß Gott nicht wiederholen möchte … Ich bin … auch nicht fehlerfrei!“ Keito schaut zumindest hoch …, stänkert nicht gleich gegen seinen noch recht jungen Onkel zweiten Grades zurück. Auch die beiden Männer trennen gerade mal nur knappe zehn Jahre.
„Ich möchte nicht, dass unser doch sonst gutes Verhältnis darunter leidet, dass ich Mist gebaut habe …“, tastet sich Asante vorsichtig vor. So erfahren im Umgang mit Pubertät – außer der eigenen – ist er nun auch nicht. Auf jeden Fall ist er der erwachsenere hier und muss mehr vorleisten, sich mehr zusammennehmen. Keitos Verhalten in der Sache steht erst an zweiter Stelle an und ist vielleicht auch … eher Elanis Aufgabe. „Was kann ich tun, damit … wir wieder gut miteinander auskommen? Hei, ich würde echt sonst was vermissen …“ Angespannt wartet Asante ab …
Keito spürt innerlich richtig wie sich ein Knoten in seinem Magen löst. Asantes ‚schlagfertige‘ Reaktion war auch für ihn völlig überraschend gewesen. Das war nicht der Onkel wie sonst gewesen, den er schätzt, der ihm das einzige positive männliche Vorbild war, was sein Pa nie ausfüllte …
Dass es ein Schreckmoment war, als er unerwartet dieses Zimmer stürmte … ist Keito die ganze Zeit klar gewesen. Trotzdem! Es hat ganz schön weh getan. Da wächst kein Gras mehr, wo Asante hinlangt. Es war demütigend … Auf ein Ringen würde sich Keito nicht mit dem älteren und Kampferfahrenen Asante einlassen wollen. Der Teen würde eindeutig den Kürzeren ziehen!
Abschätzend erhebt sich Keito und blickt mit zusammengekniffenen Augen Asante an: „Ein Ferrari wäre ein Anfang …“ Ein freches wie erleichtertes Grinsen kann er dann doch nicht ganz unterdrücken. Keito ist heilfroh, dass sich der Cousin seiner Mutter nicht plötzlich als neuer Familiendespot entpuppt, sondern entschuldigen kann. Hätte aber ruhig ein bisschen früher kommen können …
„Blödmann!“, lacht Asante ebenfalls erleichtert auf und greift den Teen am Genick, um ihn für eine herzliche bärenstarke Umarmung an sich zu ziehen! Beide gemmeln und knuffen sich gegenseitig eine Weile.
Elani schaut dem Treiben nur konsterniert zu. War’s das? Das ist alles? Männer! „Schön, dass ihr alles so … erschöpfend erörtert habt!“ Und bitte sehr, gern geschehen, dass ich den Auftakt machte …
„Maaaaa!“, wendet sich Keito ihr lächelnd zu und nun wird auch Elani noch geknuddelt. Ja, Asante macht doch gleich mit. Hach, ist alles wieder gut … Für Elani noch nicht ganz: „Trotzdem, … wieso warst du zu so später Stunde nicht im Bett und geisterst durchs Haus, Keito? Du übrigens auch, Asante …“
„Maaaa …“Oh man, wann war ich nachts schon mal zuhause im letzten Jahr?Will Ma wirklich jetzt damit anfangen, auf meine nächtlichen Ruhezeiten zu achten? Kommt ein bisschen spät, oder? Schon regt sich wieder Teenagertrotz. Früher wäre Keito jetzt bockig auf sein Moped gesprungen und abgedüst. Langsam sieht er sich in dem ihm umgebenden Raum um. Hier … gibt es … keine Tür! Kann … gar nicht ausweichen!
„Ähm, Elani …?!“ Asante weiß gar nicht, was er sagen soll. Also, das hat mir schon lange keiner mehr vorgehalten, zu später Stunde irgendwo rumzugeistern. Ich bin doch kein Teen wie Keito. Asante bemüht sich tunlichst, wieder erwachsener auf sein älteres Cousinchen zu wirken, setzt sich gerader hin. Vorsicht, dass ich nicht gleich vor ihr salutiere!
Elani hingegen versucht gerade nur, sich an Alltäglichem wie Erziehungsfragen zu orientieren. Sie kann noch immer nicht fassen, was Asante aus ihr machte. Ihr Verstand kann und will nicht recht begreifen, dass sie in diesem Raum gefangen sind. Dagegen begehrt sie noch gar nicht auf, spricht es nicht an … Noch immer kann Elani nicht in erster Linie für sich selbst kämpfen … nur für ihr Kind - die Löwin, das Muttertier …
Keito auf der Suche nach Ausweg im wahrsten Sinne des Wortes – er möchte nicht die ganze Zeit in einem Raum mit allen zusammen eingepfercht sein, auch wenn die Wogen wieder etwas geglättet sind – nimmt etwas mehr des Außenherum der Flasche wahr … Da scheint sich … was zu regen. „Was ist das? Hört ihr das auch …?“
Fremdartige gedämpfte Geräusche, Gerüche dringen bis zu ihnen vor, als sich nun alle darauf konzentrieren … So recht hat keiner der drei eine Vorstellung, in welchem genauen Verhältnis sie sich gerade zur … Außenwelt, also allem außerhalb diesen eines Zimmers bewegen. „Hört sich an, als wenn … irgendwie … das Leben draußen erwacht!“, mutmaßt Asante. Er versucht im Kopf die Zeit zu überschlagen, die sie bisher in diesem gut gepolsterten Gefängnis verbrachten. „Es könnte … früh am Morgen sein.“
Elanis für allerlei Gewürze und Düfte aller Art geschulte Nase schnuppert in die Luft: „Curry, Koriander …, Kardamon, … Zimt! Indisch! Das riecht wie … wie auf einem indischen Gewürzbazar!“ Elani hatte in der internationalen Gastronomieszene mit einigen indischen Köchen zusammengearbeitet und verwendete selber vieles in der eigenen Küche wie in den Lokalen, in denen sie tätig war.
„Indien?! Wenn das stimmt, dann befänden wir uns zwangsläufig auf der Südroute der Seidenstraße.“ Asante geht gerade seine sämtlichen Geographiekenntnisse durch und was er zuletzt noch an Kartenmaterial im Internet und auf dem Globus bei ihrem hinterhältigen Gastgeber gesichtet hatte. „Ich schau mal, ob …“, zückt er sein Handy, das noch etwas Ladung hat. „Mist! Kein Empfang hier drin!“ Verzweifelt sucht Asante die Wände um sich herum ab. Kein Ausgang! Sein Blick fällt unwillkürlich nach oben in einen sich verengenden Schlot. Wie ein … Flaschenhals!Da kamen wir … irgendwie hindurch … Echt Neuland für Asante. In solch einer Situation war er noch nie. Ratlos blickt er wieder aufs tote Display und kratzt sich am Kinn. Was tun?
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Ha, ha, ha! Gierig reibt sich der gewiefte Meisterdieb aus Bagdad die Hände. Ein feines Sümmchen werde ich auf dem Markt erzielen.„Drei zum Preis für zwei!“, bietet er wohlfeil aber nicht zu lautstark an einer verschwiegenen Ecke des Basares preis. Flaschengeister handelt man nicht laut, sondern nur an Interessierte, die nicht damit hausieren gehen.
Das ist auch nicht ganz legal, was er tat, drei unschuldige, nichtsahnende Sims in den Hinterhalt zu locken, den magisch geladenen Stein zu berühren, der ihn zuvor an diese elende kleine Flasche band. Ha, ha!Nur einer musste das Ding anpacken und dann sofort meinem Befehl folgen, um die anderen mitreinzuziehen. Kettenreaktion! Ha, ha! Der dachte wohl, das wäre seine eigene Kraft oder Idee gewesen!
„Oh ja, ja, einer malt sogar. Schauen sie nur dieses hervorragende Gemälde!“, preist der Blauhäutige gerade das Bild auf Keitos Staffelei an. Er hätte keine weitere Verwendung für die Sachen gehabt, die der Junge doch tatsächlich auf einem Kamelrücken durch die Wüste mit sich schleppte. Aber so verkauft der durchtriebene Händler nicht nur ein Bild oder eine Staffelei, nein, auch das Talent wird noch zu geldwertem Vorteil verklärt, den man gleichfalls mit erwerbe. Keito wird geradezu zu einem angeblichen im Ausland weltbekannten Künstler hochstilisiert.
Das Bild wirkt hier in dieser Umgebung so fremdländisch, geradezu exotisch … Zwei ansehnliche Mädels in knapper europäischer Strandbekleidung. Wohlgefällig lüpft der Meisterdieb einen kurzen Moment das über das Gemälde drapierte Tuch. Ganz so öffentlich darf man so etwas Offenherziges auf einem indischen Basar nicht zur Schau stellen. Aber einen kleinen Blick riskieren mögen sie alle … Ha, ha!