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Erdmute-Rebenvon
4 years agoSeasoned Ace
Na also, ich kann euch sagen, ich war anfänglich ganz schön sauer, als mir Santa noch zwei weitere Wichtel hier ins Haus setzte, anstatt dafür zu sorgen, dass meine EX hier endlich verschwindet. Meine Freundin, die ich inzwischen hatte, hat sich auch wieder verdünnisiert und so war ich wieder ein Single, mit einem schönen Wichtelhaus und eine nervenden EX an der Backe. Aber bevor ich es vergesse mich hier vorzustellen, ich bin der Merry.
Wie wär’s denn mit uns beiden – du süße Maus! Noch bin ich frei. ;)
Aber nun zurück, was inzwischen geschehen ist.
So sauer wie ich auf Santas dumme Idee war, so gut finde ich sie jetzt im Nachhinein. Mit den beiden neuen Wichteln habe ich mich sehr schnell angefreundet. Sie machten tatsächlich das Leben mit meiner EX in dem Haus etwas erträglicher.
Und zusätzliche Helfer in der Vorweihnachtszeit konnten wir immer gebrauchen.
Piper und Mistle sind schon sehr in Ordnung und wurden bald zu meinen Freunden. Sicherlich lag das auch an mir, da ich ein sehr umgänglicher Wichtel bin. Und seit Piper diese ominösen Pilze hier angeschleppt hatte, welche er auf einem Wettbewerb gewonnen hatte, befasste ich mich das erste mal in meinem Leben mit Küchenarbeit. Dabei hasse ich das selber kochen müssen wie die Pest.
Ich bin eher der handwerkliche Wichtel. Doch irgendwie fand ich es auch schade, dass diese Pilze nun, dem Verderb geweiht sein sollen. Mein Freund Piper hatte nämlich vom kochen so viel Ahnung wie ich selbst. Nämlich gar keine! Und Mistle wollte ich nicht drum bitten, da sie letztens schon die Küche in Brandt gesetzt hatte. Ein wenig rang ich dann tatsächlich noch mit mir meine Ex zu fragen ob sie diese Pilze einkochen würde? Denn sie ist zugegeben eine ausgezeichnete Köchin.
Aber das wäre ja gelacht. Dies würde ja einer Entschuldigung von meiner Seite aus gleich kommen. Also kam ich da aus dieser Geschichte nicht mehr raus. In die Hände gespuckt und ran an die verhasste Arbeit. Je eher ich da dran gehe, umso schneller ist sie erledigt.
Anschließend harkte ich zur Entspannung dann das Laub um das Haus zusammen.
Dabei gingen mir so einige Gedanken durch den Kopf. Vielleicht waren daran Piper und Mistle mit ihren Fragen auch nicht ganz unschuldig? Doch ich überlegte tatsächlich wie es überhaupt so weit kommen konnte das ich mich mit Pepper so verworfen hatte? Denn eigentlich war sie ja eine gute Wichtelin. Wenn ich mich an die Anfänge unserer Beziehung erinnere, liebte ich sie sehr. Sie ist eine tolle Frau, kann gut kochen, ist Familienbewusst und sehr tierlieb. Wir ergänzten uns perfekt. Bis wir auf die Idee kamen, unsere Hütte zu vergrößern, weil wir auf Nachwuchs hofften. Ab da war dann der Wurm drin. Die Situation wurde immer verfahrener, bis zum heutigen Tag. Doch seit Piper und Mistle bei uns wohnen wurde ich nachdenklicher. Piper hat schon recht, als er letztens sagte, dass er keine Wichtelin kennen würde, die so gut kochen kann. Ich ehrlich gesagt auch nicht! Und Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. Vielleicht ist da was dran?
Vielleicht sollte ich es doch nochmals mit ihr versuchen? Verlieren kann ich da nichts mehr. Es muss doch einen Weg geben aus den gegenseitigen Vorwürfen in unseren Gesprächen wieder heraus zu kommen? Und Mistle meinte letztens zuckersüß zu mir, dass sie es eigentlich gar nicht verstehen kann, dass ich mit Pepper so zerstritten bin? Es fielen in diesem Gespräch auch Sätze wie: „Der Klügere gibt nach!" und im selben Atemzug gab sie mir zu verstehen, dass sie mich sehr wohl als einen klugen Wichtel sah. Somit war mein Ehrgeiz geweckt. Ich konnte Mistle da nicht in ihrer Meinung enttäuschen, auch wenn ich mir wenig davon erhoffte.
Schon bald ergab sich die Gelegenheit. Ich versuchte charmant zu sein und verwirrte das erste mal seit langer Zeit tatsächlich Pepper damit. Ihr verwirrtes Gesicht hättet ihr sehen sollen. Es war einfach göttlich zu sehen, wie sehr sie meine Reaktion verunsicherte. Sind da etwa doch noch Gefühle für mich da? Wenn das so ist, dann hat sie das aber sehr gut versteckt die letzten Jahre.
Nun ich kann schon sagen, ich muss sie sehr verwirrt haben. Sie packte Piper am Arm und zog sich mit ihm ins Badezimmer zurück, mit den Worten: „Piper! Komm mal bitte mit, wir müssen reden!“
Was sie mit Piper dort besprochen hatte, weiß ich nicht. Aber Piper zwinkerte mir als er wieder aus dem Badezimmer mit Pepper herauskam verheißungsvoll zu. Mit seinen Lippen formte er lautlos das Wort: „Volltreffer!“, und er zeigte mir den Daumen nach oben. Ich wusste, was das heißt. Ich war auf dem richtigen Weg!
Nun kaltließ mich das nun auch nicht. Doch bevor ich nun etwas Dummes mache, sollte ich erst wieder mich beruhigen. So packte ich meine Angel und ging erst mal fischen. Und wieder kamen die Erinnerungen zurück.
Pepper kochte und brät den besten Fisch. Sollte ich etwas fangen wüsste ich jetzt schon wer diese Fische bekommt.
Und gefangen hab ich dann auch etwas. Ich machte mir die Mühe und packte sie schön ein. Dann überreichte ich sie Pepper.