Generation 0 - Lily Kashmir
Kapitel 11 - Gute Freunde
Lily war ein paar Tage lang beschäftigt, einen kleinen Vorrat an Geschenken zu produzieren. Leider würde es eine Weile dauern, bis ihre Pflänzchen Blüten geben würden, weshalb sie sich mit Garn und Nadeln an die Arbeit machte. Sticken und Stricken war keine Tätigkeit, die Lily länger als nötig ausführen möchte. Sie schrieb regelmäßig frustrierte Nachrichten an Jonelle, wenn das Garn sich aufgeribbelt hatte oder sie das fünfte Pflaster auf ihren Finger klebte.
Irgendwann klingelte ihr Smartphone. Jonelle.
„Okay. Es reicht jetzt. Du brauchst mal etwas Spaß. Heute Abend im Club. Einwände sind nicht gestattet“, sagte Jonelle und legte wieder auf bevor Lily irgendwas erwidern konnte.
Sie schmunzelte und ließ noch eine Weile die Stricknadeln tanzen, bevor sie sich für die Partynacht fertig machte.
Jonelle saß bereits an der Bar als Lily eintraf.
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„So. Und jetzt serviert uns der nette Mann hier Wein, während du alles was dich nervst rauslässt. Und danach gehen wir feiern.“
Jonelle wusste einfach, wie sie Lily aufheitern konnte.
Sie stürzte ihr erstes Glas herunter und dann sprudelten die Ereignisse der letzten Tage aus ihr heraus.
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Nach einer Weile endete Lily ihre Erzählung mit einem tiefen Seufzer.
„Fertig?“, fragte Jonelle. Lily nickte.
„Perfekt. Jetzt schwing deinen hübschen Hintern auf die Tanzfläche. Sidney ist auch schon oben.“
Lily grinste. Natürlich war Sidney mit von der Partie.
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Der DJ lies es ordentlich krachen, Nebelmaschine, Lichtshow. Der Bass trieb sich in Lilys Körper und es wäre unmöglich gewesen, sich dagegen zu wehren.
Es dauerte nicht lange und bei Lily brachen die Hemmungen, und sie tanzte als gäbe es keinen Morgen.
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Es vergingen ein paar Stunden. Irgendwann wurde Lily müde, da Jonelle noch etwas bleiben wollte, war Lily dabei sich alleine auf den Rückweg zu machen, als Sidney sie aufhielt.
„Warte, ich bring dich heim“, bot er ihr an.
„Mach dir keine Umstände, ich schaff das schon“, wollte sie ihn abwehren aber Sidney schüttelte den Kopf.
„Du hast mir jetzt schon zweimal von gruseligen Leuten in deiner Gegend erzählt. Ich bring dich heim.“
Lily grinste und ergab sich. Sie wusste, weshalb sie Sidney so sehr mochte. Wenn man ihn brauchte war er da.
Sie fuhren gemeinsam zu Lilys kleinem Wohnwagen. Es war schon recht spät also bot Lily ihrem Freund an, bei ihr zu übernachten. Sidney stimmte zu. Das Bett war groß genug, dass sie bequem nebeneinander einschliefen.
Am nächsten morgen war Sidney bereits was und begrüßte Lily, als sie aus dem Schlafzimmer kam.
„Ich hab was vergessen Lily.“
„Was denn?“
Lily staunte nicht schlecht, als Sidney ein Geschenk hervorholte.
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„Dafür, dass ich dich auf dem Romantikfestival so schnell allein gelassen hab.“
Lily lächelte verlegen, nahm das Geschenk entgegen und packte es aus.
Es war eine kleine Gewürzmischung und eine Karte.
„Einladung zum Gewürzmarkt“, lies sie vor und sah Sidney an.
„Der findet heute statt. Kommst du mit? Diesmal ganz ohne blödes Ende. Versprochen.“
Lily grinste abermals und stimmte dann zu.
Sie machten sich nach einem leichten Frühstück auf den Weg. Es regnete ununterbrochen aber Sidneys fröhliche Art war ansteckend, und so störte sich auch Lily nicht daran, nach wenigen Minuten pudelnass zu sein.
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Die beiden probierten sich durch das Angebot. Lily war begeistert von den vielen exotischen Gerichten. Bei der Currychallenge hatte sich allerdings ganz gehörig überschätzt. Sidney lachte Tränen als Lily anfing wild mit den Armen zu wedeln und reichte ihr ein Stück Brot.
Es war ein fantastischer Nachmittag.
„Lily du bist viel zu gestresst in letzter Zeit“, meinte Sidney. Er schob ihre Haare beiseite und massierte ihr Schultern und Nacken. Lily seufzte etwas. Sie hatte gar nicht gemerkt, wie verspannt sie war.
„Wenn es dir nicht gut geht, ruf mich einfach an“, meinte Sidney sanft, während er die Knoten aus ihren Muskeln löste.
„Ich bin sofort da, wenn du mich brauchst.“
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