Generation 0 - Lily Kashmir
Kapitel 12 - Geständnisse
Durch die schöne Zeit mit ihren Freunden hatte Lily neue Kraft bekommen. Sidney schickte ihr inzwischen immer mal wieder kleine Aufmunterungsbotschaften, bei denen sie nicht anders konnte als zu Lächeln.
So gestärkt gingen Lily die nächsten Aufträge leicht von der Hand. Selbst die mürrischen Geister nahmen ihre Geschenke nach etwas Überredung an und ganz langsam füllte sich Lilys leeres Konto. Eine weitere Last fiel von ihren Schultern.
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So verbrachte Lily den Rest des Winters mit Geschenke basteln und arbeiten. Aber anders als vorher, ging ihr der Alltag leichter von der Hand.
Der Frühling kam, ihre eigenen Blumen begannen zu wachsen, und sie konnte endlich die Stricknadeln beiseitelegen und die Vasen auspacken.
Als die Sonne die Erde wieder gewärmt hatte erreichte Lily eine neue Einladung. Sidney wollte mit ihr den Flohmarkt unsicher machen.
Lily zögerte nicht lange und stimmte zu. Sie spürte eine aufgeregtes Kribbeln in ihrem Magen. Sie hatte Sidney seit dem Gewürzmarkt nicht mehr gesehen.
Am Flohmarkt angekommen, umarmte Sidney sie herzlich.
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Sidney funkelte sie herausfordernd an.
„Hast du schonmal das Ding hier ausprobiert?“, fragte er und deutete auf ein seltsames Gerät in dessen innerem Blasen aufstiegen.
„Nein, was ist das.“
Sidney grinste.
„Probiers aus.“
Lily wurde etwas misstrauisch, setzte sich dann aber auf den gepolsterten Hocker und befolgte Sidneys Anweisungen. Sie musste jedoch immer Lachen, als sie in das Mundstück pusten wollte.
„Das geht nicht, wenn du mir zuguckst. Dreh dich weg.“
Sidney fügte sich, aber sie wusste, dass er sie damit wohl noch länger aufziehen würde.
Endlich funktionierte es. Große Seifenblasen stiegen aus dem Schlauch aus. Der Dampf benebelte Lilys Sinne etwas.
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Etwas beschwipst von den Blasen wanderte Lily mit Sidney von Stand zu Stand. Sie wusste nicht, wann sie das letzte Mal so viel gelacht hatte.
Irgendwann wurde Sidney ruhiger. Er schien sie zu beobachten.
Lily drehte sich zu ihm.
„Ist alles in Ordnung?“, fragte sie.
Er sah ihr kurz in die Augen, nahm dann sanft ihre Hand und zog sie an den Rand des Flohmarktes.
Lily wurde unsicher. Hatte sie etwas falsch gemacht?
Aber Sidney fing an mit dem Daumen über ihren Handrücken zu streichen.
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„Lily…ich hab mich in dich verliebt.“
Überrascht über das plötzliche Geständnis wusste Lily nicht recht wie sie reagieren sollte.
Sidney hielt weiterhin ihre Hand, betrachtete ihre Finger bevor er ihr wieder in die Augen sah.
„Ich möchte sich damit nicht überfallen aber…“, er hielt inne.
Lilys Bauch kribbelte wieder, weil sie ahnte, was er sie fragen wollte.
Sidney schien ihre Gedanken lesen zu können.
„Willst du es mit mir versuchen?“
„Ich…bin mir nicht sicher…vielleicht?“, antwortete Lily und ging einen Schritt auf ihn zu.
Er lächelte.
„Dann nimm dir Zeit. Überleg es dir, und wenn du die Antwort kennst, sag mir Bescheid. Okay?“
Als sie nickte zog er sie vorsichtig zu sich heran, strich ihr sanft über die Wange.
„Das ist jetzt vielleicht etwas zu viel aber…ich würd jetzt gern…“, begann er aber Lily kannte den Rest der Frage schon. Sie nickte und fand sich danach in einem innigen Kuss.
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