Hallo allerseits. Am 09. April 2016 öffnete das Genetic-Project (GP) seine Pforten. Mit allen angefangen hat es mit der sogenannte "Genforschungchallenge", die ich damals auf einer anderen Si...
"Mario's, du hast mich ganz schön überrumpelt, mich einfach so zu küssen. Ich wusste nicht wie mir geschah und fühlte mich dir wehrlos ausgeliefert. Doch ... ich hatte keineswegs Angst und tief in meinem Inneren, da wollte ich mich auch gar nicht wehren oder flüchten. Irgendwie, ich wollte den Kuss auch. Doch gleichzeitig lief vor meinem geistigen Auge ein Film ab. Du und Ich? Das kann doch nicht funktionieren. Du der nimmersatte Casanova - ich sehe doch genau, wie du die anderen Frauen immer anstierst und sie mit deinen bloßen Augen entkleidest. Und ich? Ich wünsche mir tatsächlich DEN einen. Der ganz klischeehaft auf seinem weißen Ross angeritten kommt um mich in die Welt des ewig währenden Glücks zu bringen. Du müsstest mittlerweile wissen, wie ich ticke. Und ich bin ganz und gar Romantikerin, ich stehe auf rosa und pink, ich möchte bis an mein Lebensende durch die rosarote Brille sehen. Ich möchte ganz kitschig heiraten und meinem Ehemann bis an mein Lebensende alles geben was ich habe. Ohne Streit, ohne böse Worte und ganz und gar ohne Trennung. Ich bin dahingehend wirklich hoffnungslos romantisch. So oder so glaube ich nicht, dass meine Wunschvorstellung wahr wird. Doch sollte dieser unrealistische Traum doch wahr werden - so sehe ich nicht dich als meinen Ehemann, außer in meiner hoffnungslosen Wunschvorstellung. Du bist ein wahnsinnig toller Kerl, ich hätte dich am allerliebsten schon am 1. Abend vernascht. Unser Kennenlernen - ich musste so reagieren, weil ich mich direkt in deine unwiderstehlich grünen Augen verliebt habe. So konnte ich mir die erste Zeit einreden, dass du ein schlechter Umgang bist für mich. Doch meine Fassade bröckelte - nach jedem deiner Gerichte, nach jeder Reparatur im Haushalt. Ich liebe es einfach, wenn ein Mann selbst anpackt. Und jeden Abend wälzte ich mich im Bett. Du warst jederzeit so nah und so fern. Meine vielen Überstunden - natürlich wollte ich etwas erreichen. Ein weiterer Grund war allerdings auch, dass ich wenig in deiner Nähe sein wollte. Es schmerzte, dich zu sehen und versehentlich zu berühren und gleichzeitig zu wissen, dass aus uns niemals etwas werden kann. Mários, an dieser Stelle ist unsere gemeinsame Geschichte zu Ende. Unser gemeinsames WG-Jahr ist vorbei und wir werden getrennte Wege gehen. Wenn du diesen Brief lies sind meine Schränke leer und ich bin fort. Ich muss weg von dir und weg von hier um mich zu schützen. Um den Mann zu suchen, der meine Träume wahr werden lassen kann. Ich weiß noch nicht, wo ich hingehe. Du wirst vermutlich auch Willow Creek und deinem Job den Rücken kehren? Im Nachhinein glaube ich, dass ich dir eine bessere Mitbewohnerin hätte sein müssen. Du warst so viel für mich da, hast mich aufgebaut und motiviert. Vermutlich habe ich dir nicht mal einen Bruchteil davon zurückgegeben. Bevor ich gehe möchte ich mich dafür noch entschuldigen. Ich wünsche dir von Herzen, dass du deine Berufung findest und dich nicht von den falschen Idealen leiten lässt. Auch wenn du der falsche Ehemann für mich wärst - tief in deinem Herzen bist du ein herzensguter Mensch und die richtige Frau wird sicher auch auf Händen getragen von dir. Ich werde noch einige Zeit betrauern, dass ich diese Frau nicht sein durfte. Die Verliebtheit wird vorüber gehen, insbesondere da ich weiß, dass du nicht das selbe fühlst. Eine nicht erwiderte Liebe stirbt doch schneller ab, oder? An diese Hoffnung klammere ich mich. Mach's gut Mários ! Ich werde dich und unsere Zeit nie vergessen
Afeni
Immer und immer wieder gingen Afeni ihre Zeilen durch den Kopf. Hatte Mários den Brief gelesen? Hat er ihn überhaupt gefunden? Oh, sie hätte ihn doch besser auf den Esstisch legen sollen, oder in den Kühlschrank, oder .... Jetzt ist es auch egal. Macht es einen Unterschied? >Vermutlich nicht<, dachte Afeni. Ob er nun von ihren Gefühlen wusste oder nicht - es änderte rein gar nichts.
Nach ihrer Rückkehr aus dem Urlaub ging alles Knall auf Fall, Afeni spürte, dass sie weg musste. Ihre Gefühle wurden stärker und sie kam nicht mehr dagegen an. Also musste sie die Verbindung zu Mários kappen - kurz und schmerzlos und für immer. Sie suchte das Gespräch mit der Polizeipräsidentin, um zu wissen, wie es in Willow Creek weiter gehen kann - oder nicht. Ihre Vorgesetzte bot ihr tatsächlich an, dass sie dort bleiben konnte. Bleiben hieß unter Umständen auch, dass sie Mários weiter sehen würde. Er selber hatte sich vermutlich keine weiteren Gedanken um seine Zukunft gemacht. Afeni hatte Freunde und mittlerweile eine tolle Arbeitsstelle, sie wollte nicht gehen. Und auch nicht Mários jeden Tag sehen. Also wollte sie in ihm die Vermutung wecken, dass sie die Stadt verlässt. Irgendwie hatte Afeni die Hoffnung, dass er dann der Stadt den Rücken kehren würde. Einen Versuch war es wert. Sollte er bleiben - müsste Afeni gehen. Ihr blieb keine andere Wahl. Afeni fälschte also ihren Weggang. Einzig und allein ihrer Freundin Summer erzählte sie die ganze Wahrheit. Sie war es auch, die Afeni in den Arm nahm und die Tränen wegwischte, Tränen der Trauer um Mários. Doch Afeni musste nun nach vorne schauen. Es konnte ja nur besser werden. Sie würde glücklich werden in Willow Creek und optimistisch auf ihren Prinzen hoch zu Roß warten.
Um die falsche Fährte nicht in Gefahr zu bringen fuhr sie an den Ort, der ihr so viele Erkenntnisse eingebracht hatte. Der Camping-Platz ihres Urlaubs und insbesondere der Ort ihres ersten und einzigen Kusses. Afeni hoffte, dass sie bald mit einem Lächeln zurück denken könnte und jeder Schmerz vergangen sei. Sie wollte ein paar Tage hier bleiben, bis die Wogen sich geglättet hatten - und Mários die Stadt verlassen hatte. Mit Summer stand sie eng in Kontakt, sie wollte Mários unauffällig zur Seite stehen und wenn es soweit war, Afeni grünes Licht für ihre Rückkehr geben. Wahnsinn, soviel Aufwand, weil Afeni Angst vor einem gebrochenen Herzen hatte. Nachdem Afeni aus ihrer Gedankenwelt "erwachte" bemerkte sie auch ihren knurrenden Magen. Also macht sie sich erstmal auf den Weg zum Mittagessen.