Hallo allerseits. Am 09. April 2016 öffnete das Genetic-Project (GP) seine Pforten. Mit allen angefangen hat es mit der sogenannte "Genforschungchallenge", die ich damals auf einer anderen Si...
Guten Abend zusammen, zum Start ins Wochenende die Fortsetzung von Afeni und Mários- oder nicht?
LG greenyeyes ______________________________________________________________________________________________________
Den Kopf freikriegen und endlich wieder an etwas anderes denken. Das war es, was Mários herführte. Er war schon von klein auf ein sehr naturverbundener Mensch gewesen. Die frische Luft, Vogelgezwitscher, eine Runde Sport und das Leben genießen. In Gebäuden konnte Mários nicht viel mit sich anfangen, außer er betätigte sich sportlich. Lesen, Fernsehen gucken oder gar "rumlungern" auf der Couch - damit konnte er überhaupt nichts anfangen. Afeni war da schon etwas anders. Sie war draussen auch gerne sportlich unterwegs und nutze auch drin Fitnessgeräte. Doch auch mit den Dingen, die Mários widerstrebten, konnte sie wunderbar Zeit verbringen. Zugegeben kam das allerdings äußerst selten vor, während ihrer gemeinsamen Zeit. Da gab es eigentlich für Afeni nur die Arbeit, draußen joggen und zu Hause essen sowie schlafen. Maximal noch ein Buch lesen, aber auch das stets zur Weiterentwicklung und nicht zur Entspannung. Doch Afeni wurde nie müde zu erwähnen, wie gerne sie mal wieder völlig ausspannen würde und nur zu Hause "nichts tun" wollte. Bisher war das jedoch einfach nicht drin gewesen. Zu hoch waren ihre persönlichen Ambitionen, zu stark ihr Wille durchzustarten. Zu .... Ach mist, nun war er doch wieder da angekommen, wo er keinesfalls hin wollte. ... Afeni ... Von Zeit zu Zeit wurde ihm bewusst, wie sehr sie sich in sein Herz, seine Seele und sein ganzes Bewusstsein gefressen hat. Gefühlt jeder kleinste Gedanke war in irgendeiner Weise mit Afeni verbunden. Täglich wurde Mários schmerzlichst bewusst, was er verloren hatte. Und ebenso, wie dumm er gewesen war, es soweit kommen zu lassen. Andererseits musste er sich auch verteidigen. Denn tatsächlich war ihm erst beim lesen des Briefes aufgegangen, was er fühlte. So richtig klischeehaft und filmreif - zu spät. Ihre Sachen waren fort und niemand ihrer gemeinsamen Freunde wusste von ihrem Verbleib. Mittlerweile hatte Mários das kleine Häuschen geräumt und war übergangsweise in einem Hotel unterkommen. Noch für zwei Nächte, dann begann sein neues Leben. Mários hat seinen Arbeitgeber um eine Versetzung ersucht und diesem Anliegen wurde stattgegeben. Es war alles gepackt und bereits in sein neues Heim gebracht worden. Sich selbst hatte Mários für einige Tage auf dem Campingplatz untergebracht. Er wollte nochmal abschalten, sich gedanklich verabschieden und auf ein neues Lebenskapitel einstimmen. Der Campingplatz entsprach 100% seinen Vorstellungen. Fischen, Sport machen und Gesellschaft unter freiem Himmel genießen. Er würde sich pudelwohl fühlen, wenn diese Stiche im Unterbewussten nicht wären. Am Nachmittag joggte er eine Runde durch das Campinggebiet. Wie fremdgeführt landete er an dieser einen Stelle, wo er einen so wunderschönen und intimen Moment mit Afeni geteilt hatte. Es war ihm im Kopf, als sei es gerade erst geschehen. Dabei war Afeni bereits weit weg und er hatte es nicht anders verdient.
Mários war sich seiner eigenen Person bewusst. Gut aussehend, charmant, witzig, klug. Er hat seine Anziehungskraft auf das andere Geschlecht natürlich ausgekostet und das Leben eines Junggesellen in vollen Zügen genossen. Nie war ihm der Gedanke gekommen, eine längere Bindung einzugehen. Heiraten? Kinder bekommen? Sesshaft werden? Das hatte in Mários Leben keinen Stellwert. Nun weiß er - es fehlte ihm nur die richtige Frau um diese Art der Verantwortung eingehen zu können. Und noch mehr - er hatte die Frau gefunden ohne es bemerkt zu haben. Wobei ... gemerkt hat er es, nur ein bisschen zu spät. Die Chance auf ein erfülltes Familienleben auf und davon. Sehr ärgerlich, sehr traurig und leider nicht rückgängig zu machen. Mários war doch ein intelligenter Mann. Warum war ihm dieses Licht nicht früher aufgegangen? Ein paar verdammte Tage hätten gereicht. Er hätte alles in Bewegung gesetzt um Afeni von sich und seinen guten Absichten zu überzeugen. Er ist optimistisch, dass er es geschafft hätte und nun könnten sie bereits in ihren eigenen 4 Wänden leben. Nie zuvor hat Mários soviel Gefallen an dem Gedanken gefunden, mit einer anderen Frau eine feste Beziehung und Bindung einzugehen. Er mutmaßte, dass er dieses Glück so schnell nicht wieder haben würde. Ja, er hat das Leben genossen. Doch tatsächlich hat er keine intime Beziehung gehabt, während er und Afeni zusammen gewohnt haben. Ursprünglich dachte er, es sei ihm unangenehm weiblichen Besuch mit zu sich zu nehmen. Zu der Frau zu gehen war irgendwie schon immer gegen seine persönlichen Regeln. Nun wo Afeni weg ist ist ihm bewusst geworden, dass sie Schuld daran hatte. Afeni hat sich so nachhaltig in sein Leben gedrängt, dass er sich einfach nicht auf eine andere Frau einlassen konnte, da er sein Herz schlicht und ergreifend verloren hatte - und zwar an Afeni. Es war einfach kein Platz in seinem Leben um ein bisschen Spaß zu haben. Sein Inneres wollte seit ihrem Kennenlernen nur Afeni, doch dieses Licht hatte Mários einfach nicht aufgehen wollen.
Nun stand er also hier mit seinem Talent und hing in seinen Gedanken. Ihr Lachen, ihre Mimik, ihre Ausstrahlung. Afeni war so unglaublich präsent in seinen Gedanken. Mários hoffte und befürchtete zu gleichen Teilen, diese Frau niemals vergessen zu können. Die Zeit mit Afeni war so reich gewesen, ohne dass sich Mários dessen bewusst gewesen war. Erst jetzt merkte er den Wert der vergangenen Zeit, weil es nun umso kühler um ihn herum war. Als ob das Schicksal ihn auslachen wollte sah Mários nur noch und ausschließlich Pärchen die frisch verliebt waren und das der ganzen Welt zeigen wollten. Er fühlte sich, als ob jeder mit dem Finger auf ihn zeigte oder ihn mit zutiefst mitleidigen Blicken bedachte. Es war kaum zum aushalten. Er wollte, dass seine Wunde so schnell wie möglich heilte. Was sollte er sich noch mit einem Thema befassen, dass nun beendet war? Es ließ sich nicht mehr ändern. Mários hatte ganz klar einen Fehler begangen und etwas verloren, das etwas ganz großes hätte werden können. Doch er wollte sich selbst nun nicht in Mitleid baden, das hatte er bereits zuvor genug getan. Und erkannt - es hilft nichts. Die Zeit kann nicht zurückgedreht werden und er musste nun nach vorne schauen. Das Leben wartete darauf gelebt zu werden. Vielleicht blieb er bis an sein Lebensende alleine. Dann soll es so sein und er macht das Beste daraus. Vielleicht hält das Schicksal aber auch eine Frau für ihn bereit, die ihn so einnehmen würde wie Afeni und mit der er glücklich sein konnte bis zu seinem letzten Tag.