Hallo allerseits. Am 09. April 2016 öffnete das Genetic-Project (GP) seine Pforten. Mit allen angefangen hat es mit der sogenannte "Genforschungchallenge", die ich damals auf einer anderen Si...
Nach dem gemeinsamen Essen vergingen weitere Tage und nicht nur Kiyoshi machte sich in dieser Zeit ihre Gedanken zu der gesamten Situation. War es überhaupt richtig sich einer Tradition zu beugen, die einem selbst als erdrückend, gar ungerecht vorkam? War es richtig nur um den Friedenswillen sich auf etwas einzulassen worin man nicht 100% selbst überzeugt schien? Was war in dieser Situation die vernünftige und richtige Entscheidung?
All diese Fragen spielte Kiyoshi gedanklich durch und es zeigte sich: An einem Gespräch mit Ampithride führte kein Weg vorbei.
Also nahm die Enkelin all ihren Mut zusammen und konfrontierte ihre geliebte Obaachan mit ihren Empfindungen.
Kiyoshi:Obbchan. Du weißt, ich habe vor dir den größten Respekt und ich liebe dich von ganzen Herzen. Aber ich kann nicht länger tatenlos zusehen, wie du über mein Leben bestimmst. Ich finde es nicht in Ordnung, dass du all dies tust ... ohne an meine Gefühle zu denken. Ohne zu berücksichtigen, was ich davon halte. Ich will dich nicht verlassen um bei einer neuen, fremden Familie in einen goldenen Käfig gesperrt werden. Ich will mein Leben selbstbestimmt und nach meinen Vorstellungen gestalten. Wieso hast du kein Vertrauen in meine Fähigkeiten? ...
Und so sprach Kiyoshi immer weiter und ließ Ampithride nicht eine Gelegenheit Stellung zu ihren Argumenten zu nehmen. Als würde die junge Frau ein längst überfälliges Ventil öffnen, um sich frische Luft zu verschaffen. Gegen Ende atmete sie schwer, so emotional aufgewühlt war Kiyoshi.
Ampithride hörte sich die Worte, Vorwürfe und Ängste ihrer Enkelin geduldig an. Sie ließ sie ohne Unterbrechung alles sagen, was sie bewegte. Als Kiyoshi ihren Redefluss unterbrach, atmete auch die Großmutter tief durch, ehe sie zu allem eine Antwort gab.
Ampithride:Meine liebe Sakura. Ich verstehe deine Ängste und Bedenken sehr gut. Niemand möchte gegen seinen Willen in einen goldenen Käfig gesperrt werden und ein Leben lang unglücklich sein.
Sie erhob sich und sah aus dem Fenster, welches durch die Kälte, die draußen herrschte, milchig angelaufen war.
Bevor ich Hiroshi, deinen Großvater kennengelernt habe, wusste ich nicht was im Leben mir wichtig war. Ich hatte so viele Wünsche, Pläne, Ideen ... doch nichts schien konkret oder greifbar zu sein. Dein Großvater, mit seiner unvergleichlichen Art eroberte mein Herz und so kam ich in diese Familie. Kurz darauf bekamen wir unsere Töchter. Ich war so glücklich wie nie zuvor. Hiroshi und ich vertraten die Meinung: Unsere Kinder sollen genauso ihren Weg gehen dürfen, wie wir es eins taten. Und so kam es, dass Nanami, deine Mutter deinen Vater kennen lernte. Der Gedanke, dass sie durch ihre Arbeit dauerhaft auf dem Meer leben würden, bereitete mir schlaflose Nächte. Dann kam der Tag, an dem entschieden wurde, dass du und deine Geschwister bei uns bleiben. Erst später stellte sich heraus, dass diese Entscheidung richtig war.
Ampithride zog einen Umschlag aus ihrem Kimono hervor und reichte ihn Kiyoshi.
Kiyoshi:Was ist das?
Ampithride:Lies selbst, mein Kind. Dann wirst du verstehen.
Kiyoshi öffnete den Umschlag und las die Zeilen, die dort geschrieben standen. Tränen quollen aus ihren Augen. Ampithride sah zu ihr und atmete tief durch, ehe ihr Blick wieder aus dem Fenster raus aufs Meer richtete.
Ampithride:Ja Sakura, deine Eltern sind seit einiger Zeit als verschollen gemeldet. Ihr Forschungsschiff wurde von der australischen Behörde gefunden und es fand sich keine Spur von ihnen. Die Großmutter rang mit ihren eigenen Tränen. Es war der schlimmste Moment in meinen Leben. Nanami, mein Kind, war weg ... und ich konnte nichts mehr tun, um sie wieder zu mir zu holen. Ohne deinen Großvater, ich wäre daran zerbrochen. Aber, leider war das nicht das Ende von allem. Meine anderen Töchter, deine Tanten, lebten nun auch ihr Leben und kehrten uns den Rücken zu. Hiroshi starb. Minar und Athena, deine Geschwister wurden erwachsen und suchten nun ebenfalls ihren Weg. ... Einzig du, meine kleine Sakura, nur du bist mir geblieben. Sie sah zu ihrer Enkelin. Glaubst du wirklich, ich lasse zu, dass du unglücklich wirst?
Kiyoshi schwieg. Sie kannte zwar die Geschichte ihrer Familie aus Erzählungen. Aber damals hatte sie alles nicht so verstanden wie jetzt. Ihre geliebte Obaachan tat ihr so leid. Kiyoshi erhob sich und nahm ihre Großmutter in den Arm.
Kiyoshi:Obaachan, es tut mir alles so leid. Gerade aus dem Grund solltest du mich nicht wegschicken. In eine fremde Familie. Ich will bei dir bleiben. Ich liebe dich doch so sehr. Ampithride war von den Worten ihrer Enkelin gerührt und beruhigte sich etwas.
Ampithride:Ach Sakura. Das ist lieb von dir. Ich liebe dich auch. Aber bitte, setz dich. Ich möchte dir etwas zeigen Sie ging an eine kleine Kommode und holte Unterlagen hervor. Bevor ich dir dies zeige, möchte ich gern eine Frage von dir beantwortet haben. Magst du Nakamura-kun, also Fuhihiko? Bei der Frage errötete Kiyoshi und wirkte verlegen.
Kiyoshi:Obaachan, ... das ist mir peinlich ...
Ampithride:Ich weiß mein Kind. Aber dennoch ist diese Antwort von großer Wichtigkeit. Magst du ihn? Ja oder nein?
Kiyoshi senkte ihren Blick und dachte nach. Sie dachte an die schönen Momente mit Fuhihiko und stellte fest, dass sie sich bei ihm wohl fühlte. Sie hob ihr Haupt und nickt. Kiyoshi:Ja ich mag ihn.
Die Großmutter schien erleichtert zu sein und reichte Kiyoshi die Unterlagen. Ampithride:Lese dir dies genau durch. Falls du Fragen hast, melde dich einfach.
Kiyoshi öffnete den Umschlag und las die ersten Zeilen der Dokumente. Ihre Augen wurden groß.