Hallo allerseits. Am 09. April 2016 öffnete das Genetic-Project (GP) seine Pforten. Mit allen angefangen hat es mit der sogenannte "Genforschungchallenge", die ich damals auf einer anderen Si...
Ich lege direkt nach, damit ich mal vom Fleck komme mit meiner Geschichte :-) __________________________________________________________________________________
Es vergingen gefühlt Monate, tatsächlich nur wenige Minuten, bis sich die beiden jungen Leute voneinander trennen konnten. Die Gefühle waren völlig durcheinander und leichte Überforderung bahnte sich an. "Was war das und was kommt nun", fragte Afeni schließlich in die Stille, "Du hast meinen Brief gefunden?", fügte sie hinzu. Auf Mário´s Lippen schlich sich ein Lächeln. "Ja, danke Afeni. Ich glaube, hättest du mir auf die Art nicht die Augen geöffnet, wäre ich nicht hier." Er nahm sie in die Arme und drückte sie, als ob er Angst hätte, alles sei nur ein Traum. Ihr Körper in seinen Armen fühlte sich so warm an, so bekannt und gleichzeitig fremd, im Strudel dieser frischer Gefühle. Beide hatten einander natürlich häufiger berührt, doch nie hatten beide tieferes gefühlt. Naja, außer Afeni, wie Mário´s nun wusste. Mário´s war sich unsicher, ob er direkt auf Afeni´s Brief reagieren sollte, wenn ja wie, oder ob er es stillschweigend dabei belassen sollte. War eine Rückmeldung nötig? War der Kuss nicht Ausdruck genug gewesen? Afeni schien seine Gedanken zu erraten, denn sie sprach erneut:"Mário´s, was hat dich hergeführt? Ich ... ehrlich gesagt bin ich überrascht und überfordert. Wir beide hier ... heute ... ich dachte, wir würden uns nie wiedersehen. Was ist nun mit uns, was wird aus uns?" Die letzten Worte kamen ein bisschen stockend, denn Afeni fürchtete sich vor einer Antwort, die ihre zarte Hoffnung würde zerstören können. Trotz der Innigkeit zwischen beiden und einer scheinbar beiderseitigen Verliebtheit konnte man ja nun nicht auf eine glückliche Beziehung bis in den Tod hoffen. Vielleicht überlegte es sich Mário´s schon morgen anders. Ihre Mimik musste Bände gesprochen haben denn Mário`s Stimme erreichte ihr Ohr :"Ich kann dir nicht sagen, wo wir morgen stehen und wohin uns der Weg führt. Ich weiß nur, dass ich dich in diesem Augenblick liebe und dass ich mir wünsche, dass wir morgen und übermorgen einander lieben und gemeinsam ein Leben leben. Was uns auf diesem Weg geschieht, kann ich nicht vorrausschauen und auch nicht, wie es am Ende unserer Tage mit der Liebe aussieht. Es wird ein Abenteuer für uns und irgendwie macht das nichtwissen das Leben doch auch spannend, oder?" Mário´s hatte seine Hand auf das Herz gelegt, als ob er vor Afeni ein Gelübde ablegen würde und schaute gespielt ernst wie ein Soldat, der in den Krieg zog.
Afeni musste herzlich lachen und die letzte Angespanntheit fiel von ihr ab. Verblüfft registrierte sie plötzlich, wie Mário´s vor ihr auf die Knie ging. Erst dachte sie, ihm ginge es schlecht, dass das eben Geschehene zuviel für ihn war. Doch seine Worte deuteten auf etwas anderes hin :"Afeni, manchmal wird man einfach vom Schicksal begleitet. Ich überlegte fieberhaft, was ich dir sagen würde, sollte ich dich jemals wiedersehen. Mi fielen nicht die passenden Worte ein, bis zu diesem Moment." Mário´s steckte seine Hand in seine Hosentasche und beförderte einen wunderschönen, glänzenden Diamantring zutage. Diesen hatte Mário´s geistesgegenwärtig in die Tasche gesteckt. Die einzige materielle Erinnerung an seine Ursprungsfamilie. Seine Mutter hatte ihm den Ring geschenkt. Sie wollte, dass ihr Sohn eine Erinnerung an die Familie hat, auch wenn er sich von jener abgewandt hatte. Offensichtlich steckte seine Mama in diesem Ring und hatte ihm die Eingebung gesendet ihn einzustecken. Mário`s glaubte nicht an solche Zufälle und trotzdem fand er keine andere Erklärung, warum er den Ring im Gehen noch eingesteckt hatte. Er hielt den Ring in die Höhe, sodass Afeni ihn gut sehen konnte und ihre Augen wurden schlagartig riesengroß.
"Das einzige was ich dich wissen lassen kann, Afeni, ist, dass ich dich im Hier und Jetzt liebe. In diesem Moment möchte ich mich an dich binden und mein Leben mit dir teilen, sowie ein gemeinsames Leben mit dir beginnen. Ich kann dir nicht versprechen, dass unsere Liebe für immer und ewig hält, denn ich weiß nicht, was uns in der Zukunft erwartet. Doch ich möchte das Geheimnis der kommenden Zeit mit dir entdecken. Ich möchte abends mit dir zu Bett gehen um morgens neben dir aufzuwachen. Ich möchte deine Tränen trocken und mich selbst an deiner Schulter ausweinen. Ich will einfach mit dir zusammen sein und aus dem Herzen heraus möchte ich dich fragen : Willst du als meine Ehefrau mit mir der Zukunft entgegen gehen?"
Afeni begriff einfach nicht, was hier geschah. Das alles konnte doch nur ein Traum sein. Vor nichtmal 60 Minuten war ihre Welt noch grau und trüb, ihr Herz schwer und sie hatte wenig Motivation, aus diesem Loch der Traurigkeit hervorzukommen. Und schwupp, kniete der Mann ihrer Träume vor ihr und machte einen Heiratsantrag? Das kam doch so nur in den besten Romanen mit HappyEnd vor. Mário´s Worte passten gar nicht so in das Bild, dass sie von ihm angefertigt hatte. Momentan stand er ihren Wunschvorstellungen in nichts nach. Aber war es letztendlich nicht genau das - eine Wunschvorstellung, Hoffnung, Fantasie? Sie wollte nicht nach der jetzigen immensen Freude in einem Jahr eine geschiedene Frau sein, womöglich noch mit einem Kind und alleinerziehend. War es für Mário`s eine Sache des Stolzes, auf diese Art Afeni unbedingt rumkriegen zu wollen um dann zu merken, dass eine Feste Bindung doch nichts für ihn sei? Doch Afenis Mut setzte sich durch, als sie sich zu einem hauchzarten "Ja" durchrang.
Sie wollte das Leben genießen und nicht jeden Schritt im Für und Wider abwägen. Einfach mal machen, mehr aus dem Herzen entscheiden, denn aus dem Kopf. Und sie wollte Mário´s einfach glauben, sie wollte einfach, dass jedes seiner Worte wahr werden lassen. Denn, dass sie ihn liebt stand außer Frage. Und wäre es nicht schön, diese Liebe wenigstens kurz leben zu dürfen statt nie?
Überglücklich sprang sie ihrem Verlobten in die Arme. Wow, sollte es nun wirklich ein Happy End für sie beide geben? Kurzerhand buchten beide ein kleines Ferienhäuschen um 2,3 Tage hier zu bleiben, bevor sie mit dieser besonderen und überraschenden Wendung heimkehren wollten. Und heimkehren war dazu noch ein besonderes Stichwort, denn, wo war zukünftig ihr Heim?