Hallo allerseits. Am 09. April 2016 öffnete das Genetic-Project (GP) seine Pforten. Mit allen angefangen hat es mit der sogenannte "Genforschungchallenge", die ich damals auf einer anderen Si...
Die Nacht verging mit sehr wenig Schlaf und schon früh am Morgen wurde das frisch gebackene Ehepaar von sanftem Vogelgezwitscher geweckt. Auf dem Campingplatz fing das Leben nun an. Von dort drangen jedoch nur gedämpft die Geräusche der beginnenden Geschäftigkeit zu ihnen. Zuletzt hatten die zwei immer gezeltet, da es laut Mários' zum richtigen campen dazu gehörte. Für ihre Flitterwochen wollten es beide dann doch ein bisschen komfortabler und auch privater und so haben sie sich eine kleine Hütte gemietet, die sehr günstig war, aufgrund der Nebensaison. An Ausschlafen war trotzdem nicht zu denken. Beide waren von Grund auf Frühaufsteher und vor allem bei Mários' war an diesem Morgen eine leichte Nervosität zu spüren. Afeni dachte sich dabei nicht viel, immerhin war es auch für sie ungewohnt, nun eine Ehefrau zu sein. Und tatsächlich ging es auch sehr schnell. Noch vor einem Jahr hatte sie nicht im entferntesten an heiraten oder ein Eigenheim gedacht. Und nun hatte sie genau das und das auch noch mit einem Mann, in den sie vermeintlich unglücklich verliebt war. Seit der Kehrtwende waren nur wenige Monate vergangen. Ihr Haus war immer noch an manchen Stellen kahl, da das Ehepaar lieber vorerst an Dekorationen und anderem Schnickschnack sparte, bis wieder mehr Geld in die Kasse kam. Afeni und Mários' machten sich fertig und anschließend auf den Weg zum Campingplatz. Es hatte schon jemand Frühstückswürstchen aufgetischt, die sich die zwei nun über dem Feuer erwärmten. Es war schon recht still geworden, die meisten Urlauber haben bereits ihre Tagesausflüge begonnen.
"Ich bin so aufgeregt, meinst du, dass es schon geklappt hat? Das wäre wunderbar, oder? Ansonsten warten wir natürlich ganz geduldig und haben in der Zeit ganz viel Spaß miteinander. Ich bin so froh, dass wir nun zusammen und sogar verheiratet sind und dann sind wir vielleicht schon in einem Jahr eine richtige kleine Familie. Wir ...", Afeni hatte sich Mários' Monolog geduldig angehört. Doch nun unterbrach sie ihn völlig verwirrt: "Mários', ich freue mich auch über die Fügung unseres Schicksals. Doch über was, um Himmels willen, redest du gerade? Ich kann dir überhaupt nicht folgen." Mários' platzte raus: " Na, über ein Baby natürlich, über was denn sonst?" Mários' lachte amüsiert und merkte erst gar nicht, wie die Gesichtszüge seiner Frau versteinerten. Als sie in das Lachen nicht einstieg wurde er wieder ruhig und fragte, was mit Afeni los wäre. Ihre Antwort riss ihm den Boden unter den Füßen weg. "Ich will keine Kinder!" Nun waren es Mários' Gesichtszüge, die unwillkürlich entglitten. Plötzlich tat sich zwischen den Eheleuten eine Schlucht auf. Niemand sagte ein Wort. Nach ein paar Minuten erhob sich Mários' mit den Worten "Ich will Kinder. Schon immer wollte ich ein Vater sein.", und entfernte sich mit leisen Schritten.
Die Flitterwochen waren ab dem Zeitpunkt sozusagen beendet, der erste Ehestreit war losgebrochen. Wobei die Beschreibung "Streit" untertrieben war. Es herrschte nahezu eisige Kälte zwischen den jungen Menschen. Gesprochen wurde nur das nötigste, jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Beide schalten sich selbst, so naiv gewesen sein. Natürlich war der klassische Weg Verlieben, verloben, heiraten, Kinder bekommen. Für Mários' war das auch selbstverständlich. Er war schockiert, dass die Frau seines Lebens ein Leben ohne Kinder führen wollte. Und sie beide nun in diesem verrückten Schlamassel steckten. Doch wie geht es nun weiter? Die Flitterwochen waren vorbei, doch den Streit nahmen sie mit. Wie verbissen gingen beide ihren Verbindlichkeiten nach. Arbeiten, die Fähigkeiten trainieren und dazwischen essen sowie schlafen. Das Zusammenleben war eher nebenher.
Beiden war klar, dass sie dieses Missverständnis aus der Welt schaffen mussten. Denn klar war, dass sie einander liebten, egal was der andere für Zukunftspläne hatte. Afeni holte sich, wie meisten, einen Rat bei ihren Freundinnen. Mários' machte solche Sachen eher mit sich aus.
Es vergingen noch ein paar wenige Tage, an denen es Afeni wirklich schlecht ging. Sie war auf der Arbeit etwas kürzer getreten und ließ andere zu den Verbrechern, während sie mehr Schreibtischarbeit absolvierte. Sie war unglücklich, Mários' war unglücklich und sie beide immerhin verheiratet. Also fasste sich Afeni ein Herz und bat eines Abends um eine Unterredung, sodass jeder seine Gefühlswelt erklären konnte. Dabei genossen beide passenderweise noch die Hochzeitstorte, deren Reste eingefroren wurden.