Hallo allerseits. Am 09. April 2016 öffnete das Genetic-Project (GP) seine Pforten. Mit allen angefangen hat es mit der sogenannte "Genforschungchallenge", die ich damals auf einer anderen Si...
Es vergingen erneut ein paar Wochen. Afeni's Figurprobleme beschäftigten sie weiterhin und sie kam auf keinen grünen Zweig. Bei gefühlt jedem Kilogramm weniger auf der Waage waren am Folgetag zwei mehr zu sehen. Auch ihre Art auf der Arbeit hatten sich verändert. Die Kollegen mussten zugeben, dass es sich eher negativ entwickelte. Afeni entwickelte eine unterschwellige Aggressivität. Selbst bei den richtigen Verbrechern hätte eine leichte Brise davon gereicht, da Afeni bisher immer mit sehr wenig Druck zum Ziel kam. Mittlerweile sah sie jedoch selbst in potenziellen Zeugen Verbrecher und deren Anhörungen wurden in der Regel zu Verhörungen. Die ein oder andere Beschwerde traf ein.
Dramatisch wurde es, als ein überführter Vebrecher in der Übergangs-Zelle zu Tode kam. Afeni hatte ihn ein paar Stunden zuvor verhört und er gestand ein Verbrechen. Nun könnte man natürlich meinen, dass der Herr schon ein stattliches Alter erreicht hatte und die geringste Aufregung einen Herzinfarkt hätte verursachen können. Es war jedoch nicht unter den Teppich zu kehren, dass auch Afeni's Art bei Verhörungen einen Einfluss gehabt haben könnte. Jedenfalls kam der Fall in die Presse und warf ein sehr schlechtes Licht auf die Wache und auf Afeni, die mittlerweile einen sehr hohen Posten bekleidete. Ihre Vorgesetzten konnten eine dauerhafte Rufschädigung abwenden, entschieden sich jedoch, Afeni für ein paar Tage in den Urlaub zu schicken.
Afeni nahm ihre quasi vorübergehende Suspendierung sehr wütend auf, musste sich damit jedoch arrangieren. Sie nutzte ihren vorerst letzten Tag auf der Wache, um sich diese Wut weg zu trainieren. Sie war sehr außer sich und wusste nicht, auf wen oder was sie eigentlich wütend war. Wenn doch dieser blöde Bauch wenigstens nun weggehen würde. Daheim wollte sie natürlich nicht tatenlos rumsitzen, sondern statt des Arbeitens viel Sport machen und sich weiterbilden. Somit empfand sie auch tatsächlich Optimismus, dass es nach dem Urlaub besser laufen würde.
Ebenso nutzte sie die nun viel verfügbare Freizeit um ihre sozialen Beziehungen zu pflegen, die zuletzt sehr kurz gekommen waren. Einen Tag hatte sie gleich 3 Freundinnen zum Essen eingeladen und es war wirklich herrlich unbeschwert und harmonisch. Afeni genoss die Zeit mit den Frauen und auch das Essen, wenngleich sie davon nicht viel zu sich nahm. Zu große Angst hatte sie, aufgrund ihrer anhaltenden Firgurprobleme. Mários' war mehr oder minder ebenfalls anwesend. Er saß im Wohnzimmer und schaute sich eine Sportsendung an.
Nach dem Essen und einem weiteren Plausch verabschiedeten sich die Freundinnen. Bevor jedoch Summer von dannen ziehen konnte, bat Afeni sie um eine Unterredung. Summer sah wenig überrascht aus und folgte Afeni ins Büro. Mários' schien davon nichts mitzubekommen. Summer platzte denn auch sofort raus :"Afeni, ist alles in Ordnung? Dein Leben scheint derzeit ... etwas aus den Fugen zu geraten?" Statt einer Antwort brach Afeni in Tränen aus. Nachdem der Tränenfluss versiegt war, fing sie an zu sprechen :"Ich weiß nicht, was mit mir los ist, Summer. Ich bin momentan so durch den Wind. Schau mich an, wann habe ich mal vor einer von euch geweint? Nie. Stell dir vor, die Straftäter auf der Wache verlangen mittlerweile, dass nicht ich ihre Verhöre leiten soll. Kannst du das glauben? Ich will nicht sagen, dass ich je mit einem von ihnen gut Freund war. Trotzdem war ich immer sehr respektvoll und habe ihnen gewaltfrei ihre Geständnisse entlocken können. Dafür war ich nahezu berüchtigt. Und jetzt haben sie Angst vor mir, vor allem, nachdem jemand kurz nach einem Verhör gestorben ist. Ich weiß nicht, warum ich manchmal plötzlich so aggressiv werde. Ich kann das nicht kontrollieren. Und Summer, ich weiß nicht was ich noch machen soll. Ich werde immer breiter, dabei esse ich kaum noch und wenn meistens Salat. Das Essen heute war köstlich, doch ich konnte kaum essen, aus Angst, wieder zuzunehmen. Ich musste mir schon eine neue Dienstuniforum ausstellen lassen. Eine Nummer größer, kannst du dir vorstellen, wie sehr ich mich geschämt habe? Summer, ich ...." Summer unterbrach den nicht enden wollenden Redefluss ihrer Freundin. Tatsächlich hatte sie eine Vermutung gehabt, was ihre Freundin mit ihr besprechen wollte. Mit dem, was nun gekommen war hatte sie jedoch nicht gerechnet. Also konfrontierte sie ihre beste Freundin ihrerseits mit dem, was sie schon einige Zeit vermutete und worin sie sich nach dem Gespräch bestätigt fühlte:" Afeni, kann es sein, dass du schwanger bist?"