Sul, Sul und hallo, ihr lieben =) Hier möchte ich nun meine Geschichte teilen. Vorher aber ein paar Worte zum Ablauf: Mein Ziel ist es, so viele Generationen wie möglich zu spielen. Dabei lasse...
Hier kommt die Auflösung, @Reuse ^^ ich denke, es ist das naheliegendste (?)
* * *
Etwas später stand Mandy vor dem Haus, in dem sie selbst mal gewohnt hatte. Es war noch immer ein merkwürdiges Gefühl, als Gast her zu kommen. Um sie herum schien es ziemlich still. Seit Jonas gestorben war, konnte sie die Stille kaum noch ertragen. Sie war erdrückend - beinahe so, als wäre Mandy der einzige Sim auf Erden. Mit schweren Beinen ging sie die Treppe hinauf und trat ein. Niemand war da. Von Gefühlen der Vertrautheit, aber auch Angst begleitet, ging sie um den Tisch herum. Zaghaft berührte sie die Arbeitsplatte. Diese Farben hatte sie sich damals gewünscht. Salim hatte alles selbst angestrichen. Generell hatte er sich oft nicht nur ein Bein ausgerissen, um sie glücklich zu machen.
"Mandy?" Sie hatte nicht bemerkt, dass er plötzlich neben ihr stand. Sie wollte ihn begrüßen, aber sie brachte kein Wort heraus. "Was ist los?", fragte er schließlich. Augenblicklich schossen ihr die Tränen in die Augen. "Ich ... weiß nicht, was ich tun soll, Salim,", begann sie zögerlich. "Ich habe alles vermasselt." Salim taxierte sie. "Wenn du das mit uns meinst, hast du recht." "Glaubst du, wir können Freunde sein?"
Er seufzte. "Ich weiß nicht, Mandy. Du hast ziemlich viel Chaos hinterlassen." "Ich weiß." "Warum bist du hier?" "Weil ich ...", sie begann zu schluchzen, versuchte es herunter zu würgen und stammelte: "Weil ich... nicht weiß, wo... ich noch hin gehen kann." Sie schaffte es nicht, Salim anzusehen. Sein kalter, anklagender Blick schmerzte sie körperlich. "Was soll das heißen? Du wohnst doch bei Tina und ihr seid so unglaublich glücklich. Gibt es Ärger im Paradies? Und jetzt bin ich wieder gut genug?"
Jetzt gab es für Mandy kein Halten mehr. Sie brach lauthals in Tränen aus und weinte wie ein verletzliches Kind. Salim stand da und beobachtete sie dabei. Sein Mitgefühl für sie hielt sich in Grenzen. "Ich... hab'... ge-gelo-gelogen." "Wie erschütternd," entgegnete Salim gelangweilt. "Wobei denn dieses Mal?" "Tina... Sie... Sie wollte mich nicht. Sie hat mi-mich vor die Tür ge-gesetzt und... Und dann... Dann bin ich zu Jo-Jo-... Jonas. Der hat mich... bei sich... wohnen lassen." Salim hatte keine Ahnung, wer dieser Jonas war. Und es interessierte ihn auch nicht. Vermutlich nur ein weiterer Fehltritt seiner Ex. Reserviert wartete er, bis Mandy ihre Sprache wieder fand.
"Aber Jonas... ist... Er ist ge-gestorben." Salims Gesichtsausdruck änderte sich - wurde weicher. "Wann war das?", fragte er. "An Nirvellis Geburtstag." Mandy rieb sich mit der Hand die Tränen aus dem Gesicht. Jetzt atmete sie etwas ruhiger. "Darum warst du so merkwürdig gelaunt." Sie nickte. "Ich wollte die Stimmung nicht verderben. Nirvelli mag mich sowieso schon nicht so gern." "Sie liebt dich. Du bist ihre Mutter. Sie wurde nur etwas zu oft enttäuscht." Wieder nickte Mandy.
"Du hättest es mir sagen sollen." Salim legte seine Hände beruhigend auf Mandys Oberarme. Ihre Unterlippe begann wieder zu zittern - dann nickte sie ein drittes Mal. "Ich weiß, es sieht jetzt nicht so für dich aus, aber es wird alles gut werden." Er sprach sanft zu ihr, liebevoll und fürsorglich. Vor einer Weile hatte Mandy diese Seite an ihm genervt, aber jetzt war sie froh, dass sie den Mut gehabt hatte, her zu kommen.
"Was soll ich jetzt tun?", fragte sie. Er zuckte kurz mit den Schultern. "Was willst du denn tun?" "Ich weiß es nicht." "Das glaube ich dir nicht.", entgegnete er. "Du warst immer gut darin, das zu tun, was dir passt. Jetzt musst du auf niemanden Rücksicht nehmen und du weißt es nicht?" Sie schniefte kräftig und überlegte. "Vielleicht mache ich meine Reise.", murmelte sie. Salim nickte. "Das finde ich eine gute Idee." "Ja, wirklich?"
Er rang sich ein Lächeln ab. Noch nie hatte er Mandy in so einem Zustand gesehen. Obwohl sie ihn so tief verletzt hatte und er noch immer wütend auf sie war, tat sie ihm inzwischen leid. Sie hatte viel mitgemacht und war davon in ihrer Persönlichkeit erschüttert worden. Vielleicht konnte sie all die Jahre nicht anders handeln. Sie war schließlich auch nur die Summe ihrer Erfahrungen. Wo hätte sie soziale Kompetenzen aufbauen sollen, wenn es ihr niemand beigebracht hatte? Vielleicht war sie nur ein Opfer der damaligen Umstände. "Ich werde los ziehen und andere Länder besuchen.", riss sie ihn aus den Gedanken. "Das wird mir gut tun. Und danach kann ich neu anfangen." "Da ist sie wieder... Meine Mandy." "Danke, Salim. Und...", sie zögerte einen Moment. "Es tut mir leid... Dass ich so ekelhaft zu dir war." Er nickte. "Danke." Salim wusste, dass es ihr schwer fiel, so etwas zu sagen. Daher bedeutete es viel für beide. Möglicherweise war das der erste Schritt in Richtung Versöhnung.