Sul, Sul und hallo, ihr lieben =) Hier möchte ich nun meine Geschichte teilen. Vorher aber ein paar Worte zum Ablauf: Mein Ziel ist es, so viele Generationen wie möglich zu spielen. Dabei lasse...
"Und wie kommst du an der neuen Schule zurecht?", fragte Salim. Gemeinsam mit Nirvelli saß er in der Küche und spielte Schach. "Ganz gut eigentlich." "Aber?" Sie zuckte mit einer Schulter. "Ich weiß nicht. Es sind eben viele neue Gesichter. Aber ich glaube, die Lehrer sind ganz nett." Beiläufig setzte sie ihren Läufer einige Felder vor und schlug Salims Springer. "Ach, verdammt.", murmelte er. "Du bist einfach zu schlau zu für mich." Nachdenklich strich er sich über den dichten Bart, setzte einen Finger auf seine Dame, zog ihn aber wieder zurück. "Hmmmmm..." Schließlich entschied er sich für den zweiten Springer. "Salim?" "Nirvelli?" "Kann ich dich etwas fragen?" Ihre Stimme klang unsicher, beinahe so, als würde sie schon lange über etwas nachdenken und sich nun einen Ruck geben, um es anzusprechen. Mit aufrichtigen Blick sah er sie an. "Du kannst mich immer alles fragen. Das solltest du wissen." Seine Stieftochter schluckte, sammelte sich und vorsichtig sagte sie: "Ich habe über etwas nachgedacht." "Über was denn?" "Ich ... Als ich klein war, hast du es mir selbst überlassen." "Was meinst du?" "Ich sollte selbst entscheiden, wie ich dich ansprechen wollte." Salim nickte. "Ja, und du hast dich für meinen Namen entschieden." "Wäre es okay für dich, wenn ich dich Papa nennen würde?" Salims Augen begannen zu leuchten. "Das wäre mir eine Ehre, Sonnenschein.", lächelte er liebevoll. Nirvelli nickte mit gespitzten Lippen. "Okay, cool." Salim spürte deutlich, dass sie kein großes Drama daraus machen wollte - und das obwohl es für sie eine riesen Sache war. Er tat ihr den Gefallen und hielt sich bedeckt. Im Inneren aber war er so gerührt, dass er am liebsten aufgesprungen wäre, um ihr die Umarmung ihres noch so jungen Lebens zu geben. "Eure Mutter war hier.", sagte er stattdessen. Nirvelli starrte ihn an. "Was? Wann?" "Gestern." Er zog einen seiner Bauern vor - eine Verzweiflungstat, denn er wusste, er hatte keine Chance mehr. "Und wie geht es ihr?", fragte Nirvelli unterkühlt. "Nicht so gut. Sie hat einen Freund verloren - bei einem tragischen Unfall." "Ist ihr etwas passiert?" "Nein. Aber das war der Grund, weshalb ihr auf deinem Geburtstag nicht zu Feiern zumute war." Nirvelli seufzte leise. "Sei ihr nicht böse deswegen." Salim lächelte freundlich. "Möchtest du nicht mal wieder ausgehen?", fragte seine Älteste, "Mit einer netten Frau?" Salim lachte. "Willst du mich etwa verkuppeln?" "Nein, ich finde es nur schade, dass du nichts unternimmst." "Das selbe könnte ich auch zu dir sagen." Beschämt schaute sie herunter. "Ich bin nicht gut in sowas. Und eigentlich bin ich ganz gern allein." "Es ist natürlich deine Entscheidung, aber wenn du mich fragst, finde ich es sehr schade, dass ein großartiges Mädchen wie du sich vor den Sims da draußen versteckt." "Ach, was soll ich denn bei denen? Die reden ja doch immer nur von Sport und Partys und von diesem blöden Abschlussball. Mich sehen die doch gar nicht." "Weil du nicht gesehen werden möchtest." Nirvelli machte einen entschiedenen Satz mit ihrem Turm. "Schach - Matt." Eine Sekunde starrten die beiden sich schweigend an. Aber Salim ergriff das Wort: "Ich weiß ja, dass das alles nicht deine Welt ist. Aber wenn du versuchen würdest, dich etwas zu öffnen, dann wärst du vielleicht positiv überrascht." "Glaube ich nicht." "Okay, du kannst tun, was du möchtest, aber bitte versprich mir wenigstens, drüber nachzudenken, zum Ball zu gehen." "Wieso?", fragte sie genervt. "Weil das eine der wichtigsten Erfahrungen deiner Jugend sein wird. Und ich möchte nicht, dass du später bereust, nicht da gewesen zu sein." Unschuldig hob er die Hände und wiederholte: "Nur drüber nachdenken, Sonnenschein. Mehr nicht." "Na gut, ich verspreche es.", seufzte sie.
Einen Moment später klopfte es an der Tür. "Das wird Tane sein." Nirvelli sprang auf, um den Gast herein zu lassen. "Er wollte heute vorbei schauen." "Ihr versteht euch ziemlich gut, oder?", fragte Salim.
Gekonnt überhörte Nirvelli ihren Stiefvater und begrüßte ihren Freund. "Ist alles in Ordnung? Du wirkst angespannt." Tane rollte mit den Augen. "Eltern." "Was ist denn passiert?", wollte sie wissen. Tane reichte Salim die Hand und setzte sich an den Schachtisch. "Ich soll auf eine andere Schule gehen.", begann er. "Was?" Nirvelli konnte es nicht fassen. "Aber du bist der Einzige normale Sim dort." "Ich will ja auch gar nicht wechseln. Aber meine Mutter meint, ich soll auf eine Privatschule." "Nein, das darfst du nicht." In ihrer Stimme schwang immer mehr Verzweiflung mit. Tane war ihr einziger Freund an dieser Schule. Ohne ihn wäre sie ein Häufchen Elend, das den ganzen Tag einsam in der Ecke herumsitzen würde. "Vergesst bitte nicht, dass Eltern es mit ihren Kindern in der Regel gut meinen.", warf Salim ein.
"Ich verstehe, dass das schwierig für euch ist. Aber Tane, deine Eltern wollen sicher nur dein Bestes." "Sie haben mich nicht einmal gefragt.", schimpfte er. Salim nickte. "Ja, das wird leider immer wieder mal vergessen. Dennoch ist es für dich eine gute Chance. Du wirst bessere Abschlüsse machen und besser bezahlte Arbeit finden können." "Aber was ist mit uns?" Nirvelli war den Tränen nah. "Ihr könnt euch doch weiterhin sehen. An den Nachmittagen und Wochenenden. Von mir aus könnt ihr auch hier zusammen übernachten. Auf unterschiedliche Schulen zu gehen, ist kein Drama." Salim sah abwechselnd in die beiden niedergeschlagenen Gesichter. "Du solltest diese Chance ergreifen, Tane.", pflichtete er noch einmal bei. "Okay, ich werde es machen." Entschlossen schlug Tane mit der flachen Hand auf den Tisch. Salim stand auf und wollte gehen, da sprang Tane ihm entgegen und nahm ihn fest in den Arm. "Danke, Salim." Überrascht erwiderte er die Umarmung, klopfte dem Burschen ermunternd auf die Schultern und raunte ein bescheidenes "Nicht doch."