Sul, Sul und hallo, ihr lieben =) Hier möchte ich nun meine Geschichte teilen. Vorher aber ein paar Worte zum Ablauf: Mein Ziel ist es, so viele Generationen wie möglich zu spielen. Dabei lasse...
Es war ein schöner Winterabend auf dem höchsten Dach der Großstadt. Nirvelli war bereits in der Lounge angekommen und ging nervös auf und ab. Für den wolkenfreien Sonnenuntergang hatte sie kein Auge. Sie konnte nur daran denken, dass Tane - ihr Tane - in wenigen Minuten hier sein würde. Endlich hatte sie es geschafft, sich mit ihm zu verabreden. Das letzte Mal hatte sie ihm beim Geburtstag ihrer Schwester gesehen und dort so gut wie gar nicht mit ihm gesprochen. Dieser Abend lag ihr schwer im Gedächtnis. Es war nun Zeit, darüber zu sprechen und Klarheiten zu schaffen. Als das helle Geräusch des Fahrstuhls erklang, blieb Nirvellis Herz für einen Moment stehen. Sie atmete tief ein und als die Tür sich öffnete, stand er vor ihr. Nun pochte ihr Herz wie verrückt. Sie war sich sicher, dass er es hörte. Die ganze verdammte Stadt musste es hören. Verlegen lächelte sie ihn an. Festen Schrittes kam er auf sie zu und nahm sie in seinen Arm. "Es tut so gut, dich zu sehen.", raunte er direkt neben ihrem Ohr. Mit den Händen spürte sie den Bass seiner Stimme in seinem Oberkörper.
"Wollen wir uns setzen?" Noch immer unsicher deutete sie auf einen der freien Plätze direkt an der Balustrade. "Gern. Es ist ein herrlicher Ausblick hier oben." Sie stimmte zu und setzte sich. "Also?", begann Tane, nach einigen Sekunden unsicherer Stille. "Wie geht es dir? Wie läuft die Schule? Kommst du zurecht?" "Es ist okay.", nickte sie schüchtern. "Wie macht sich Oryana?" "Oh, sie ist... naja, etwas peinlich manchmal. Sie macht eben ihr Ding." "Ja, ich verstehe." Tane lachte leise.
"Tane...,", Nirvelli seufzte, "ich wollte mir dir reden, weil... naja, weil..." "Ich weiß schon." Er rang sich ein Lächeln ab. "Ich war wohl in letzter Zeit nicht sehr offen zu dir." Aufmerksam hörte Nirvelli zu und versuchte, ihren Herzschlag zu ignorieren, der wieder laut gegen ihren Brustkorb pochte. "Es tut mir leid, Velli, das hast du wirklich nicht verdient. Du warst mir immer eine gute Freundin und ich hoffe, du verzeihst mir." "Natürlich.", flüsterte sie aufgeregt. "Die Situation war für mich nicht leicht, verstehst du?", fuhr Tane fort. "Ich meine, der Schulwechsel, viele neue Leute und eine ganz andere Art zu Lernen. Und ich wusste einfach nicht, wie ich mich dir gegenüber verhalten sollte." "Ich bin so froh, dass du mir das sagst. Ich mag es nicht, wenn wir nicht miteinander reden. Ich... Ich habe dich sehr vermisst." Tane lächelte herzlich. "Ich habe dich auch sehr vermisst." "Ich würde dich sehr gern in den Arm nehmen.", hauchte Nirvelli.
Wieder lächelte er. "Dann aber richtig.", sagte er, stand auf und nahm sie an die Hand. Er wollte sie gerade an sich ziehen, als Nirvelli erneut das Herz stehen blieb. Sie musste es einfach tun. Obwohl sie so schreckliche Angst davor hatte, lehnte sie sich vor und gab ihm einen Kuss. Sie schloss die Augen und atmete tief ein. Der Duft, den er ausströmte, umhüllte ihre Sinne. Dieser Moment hätte ewig andauern können. Aber sie löste ihre Lippen von seinen und sah ihm tief in die Augen. Sie wollte etwas sagen, fand aber keine Worte. In ihrem Kopf rasten unzählige Gedanken durcheinander und ihr Bauch kribbelte so stark, dass ihr fast übel davon war. Aber es war keine unangenehme Übelkeit. So etwas hatte sie nie zuvor gespürt. Tane stand da und starrte sie überrascht an. Es dauerte ein oder zwei Sekunden, bis er realisiert hatte, was gerade geschehen war. Ungläubig fasste er mit dem Finger an seinen Mund - wo gerade noch ihre Lippen lagen.
"Ehm... Ich... Ich sollte gehen." Tane drehte sich um und war so schnell im Treppenhaus verschwunden, dass Nirvelli nur ratlos zurück bleiben konnte. Mit offenem Mund starrte sie auf die Tür zum Treppenhaus und fragte sich, was sie nun schon wieder falsch gemacht hatte.