Forum Discussion
3 years ago
Ort: Forgotten Hollow, Villa Blutrose
Charaktere: Familie Nebeljäger, Adam
Titel: Reise in eine fremde Welt
Teil 1
Am Abend des selben Tages:
Lilly steht auf dem Balkon und betrachtet die Gegend in Forgotten Hollow. An diesem Abend ist es ruhig. Doch sie weiß, dass es nicht die ganze Zeit so bleiben wird. Schließlich hat sie heute was vor. Genaugenommen hatten sie mit Adam ausgemacht, sich nun in den Magischen Wald zu wagen. Wegen der Sache mit den Portalen. Und wegen Rasputin, der offensichtlich ebenfalls seine dreckigen Hände im Spiel hat. Ein wenig nervös ist sie schon. Aber sie wird dort ja nicht alleine hingehen. Viktor und Adam werden auch dabei sein... Doch bisher ist Adam noch nicht angekommen.
Der Deathdealer ist bereits auf den Weg zum Anwesen der Nebeljäger. Heute wollen sie gemeinsam einen Schritt weiter gehen, um Licht ins Rätsel um Rasputin und der Lichtkreatur zu bringen. Er steht schließlich am Tor und winkt Lilly zu.
Lilly sieht den Deathdealer schon vom Balkon aus. Sie will die Tür gerade öffnen, sieht jedoch, dass zeitgleich mit Adam auch Viktor wieder auftaucht. Dann kann er Adam ja hineinlassen, was Viktor auch tut. Gemeinsam gehen die Männer dann zu Lilly nach oben.
"Abend. Wie geht es euch? ... Bereit für das Abenteuer?", fragt Adam das Paar. "Habt ihr noch Fragen, bevor es losgeht?"
"Ja, was weißt du so über den Magie-Wald?", fragt Lilly. "Wäre gut, wenn wir vorbereitet sind. Ein bisschen was weiß ich ja, z.B. von den Zentauren, aber du als Experte kannst vielleicht mehr sagen." In diesem Moment kommt auch Viola auf den Balkon, die zwar schon von den Plänen gehört hat, dass ihre Eltern mit Adam unterwegs sind, aber noch keine Details. Die Teenagerin beschließt, einfach nur mal zuzuhören.
Adam erklärt: "Zentauren sind stolze und leicht reizbare Kreaturen. ... Machen wir was falsch, könnte es passieren, dass sie uns töten wollen. ... Der Magische Wald hat seine eigene Zeitrechnung. Bezogen auf den Tagesverlauf, dem Sonnen- und Mondaufgang. Ich weiß nicht, ob uns das Licht dort verletzt oder erträglich ist. ... Dafür habe ich in den Archiven zu wenig darüber gefunden. Allein weiß ich, dass wir jetzt in der Nacht dort ankommen. Damit wären wir zuerst mal sicher." Er schaut kurz zu Viola und sagt dann zu Lilly: "Gibt es jemand, der sich um sie kümmert, falls wir es >nicht< heil zurück schaffen?"
Bevor Lilly antworten kann, meldet sich Viola selber zu Wort: "Ist es so gefährlich?", fragt sie. Sie hatte tatsächlich zu wenig Details gewusst. Dass Gefahr droht haben ihre Eltern ihr offenbar verschwiegen. Lilly nickt nur. Viola muss diesen Gedanken jedoch erst mal verarbeiten, so dass sie nun schweigt. Sie hätte gedacht, es sei einfach nur ein Gespräch mit den Zentauren geplant. Sie schätzt ihre Eltern trotz allem und will sie nicht verlieren. Da weder Lilly noch Viola was sagt, beantwortet stattdessen Viktor die Frage: "Lillys Bruder Phil ist ihr nächster Verwandter. Aber ich weiß nicht, ob der sich um sie kümmern kann. Er ist kein Vampir." Das reißt Viola dann doch aus ihrem Schweigen: "Pah, lieber wohne ich alleine als bei dem!" Lilly seufzt. "Wenn alles schief geht, kannst du dich vielleicht auch an Pablo wenden. Oder Irina würde dir sicher auch helfen. Aber es wird nichts schief gehen, glaub mir!"
Adam fügt hinzu: "Ich geh als Soldat immer vom schlimmsten aus. Wenn alles gut geht, umso besser. ... Ich habe gelernt keine falschen Versprechen zu geben, die nicht einzuhalten sind. ... Als Zivilisten habt ihr natürlich immer die Möglichkeit das Vorhaben abzubrechen. Ich werde euch mit allem was ich tun kann beschützen und verteidigen. Das ist der Eid, dem ich meiner Lordschaft und in meiner Ausbildung leisten musste. Daran halte ich mich." In Gedanken ist er einen Moment bei Marishka. Er sieht dann zu Lilly und Viktor. "Habt ihr vielleicht irgendwelche Blumen, die frisch in der Erde wachsen? ... Man könnte diese mit der Wurzel ausgraben und als Friedensgeschenk in einem Topf mitbringen. Als Zeichen unserer friedlichen Absicht."
Lilly überlegt. "Forgotten Hollow ist nicht für seine Blumen bekannt.", sagt sie, "die müssten wir vermutlich woanders herholen. Es sei denn, Zentauren mögen die Sixam-Moskitofalle. Oder Eisenhut. Sowas wächst hier in der Gegend." Auch Viktor überlegt. "Dann müssten wir einen Umweg machen, aber wenn es hilft, wäre ich zu einem Umweg bereit. Oder aber, Lilly besänftigt sie mit Musik. Mit einem Ständchen als Friedensangebot. Sie kann ihre Gitarre mitnehmen. Das Klavier wiegt dazu wohl etwas zu viel.", sagt er. Viola hört weiterhin zu. Sie ist kein Feigling. Sie hat auch Blaze vor Shane im Blutrausch verteidigt und sie würde es wieder tun. Sie hat sich auch in die Gruselvilla gewagt.... Doch tief im Inneren weiß auch sie, dass das hier etwas anderes ist. "Und wenn ich mitkomme?", schlägt sie schließlich vor, "wenn jemand so jung wie ich vorbei komme, könnte das ja tatsächlich ein Zeichen sein, dass wir nicht mit militärischen Absichten hergekommen sind." Ihre Eltern sind jedoch nicht begeistert, das sieht man ihren Blicken an.
Der Deathdealer greift in eine seiner Taschen und holt eine Art Pergamentfetzen hervor. "Mein Notizzettel. ... Wartet kurz." Er überfliegt den Aufschrieb und sagt dann: "Gibt es bei euch die Blume: Gänseblümchen? ... Eisenhut wäre wie Krokus giftig für Zentauren. ... Und sie lieben Flötenmusik, wie sie Faun meistens spielen. ... Nie direkt in die Augen sehen, dass reizt sie." Dann sieht er zu Viola. "Deine Frage können nur deine Eltern beantworten. Meine Antwort wüsstest du bereits, oder Kleine?" Damit gibt er erneut seinen Standpunkt zu verstehen. "Diese Sache ist nichts für Jungvampire, Viola."
"Wie gut, dass mir deine Meinung egal ist.", sagt Viola daraufhin nur. Adam ist ihr tatsächlich egal. Mittlerweile stört es sie nicht mal mehr, wenn er sie 'Kleine' nennt. Aber sie würde ihre Eltern nicht im Stich lassen wollen. Wenn sie ihnen helfen kann, ist sie auch bereit dazu, Risiken einzugehen.
Lilly spricht hingegen das Thema Blumen an. "Ja, Eisenhut ist nicht nur für Zentauren giftig. Daher sprachen wir ja bereits von einem Umweg. Gänseblümchen gibt es in Forgotten Hollow nicht aber die finden wir bestimmt unterwegs. Und was Musik betrifft: Eine Flöte besitze ich leider nicht.." Nicht einmal Lilly kann jedes einzelne existierende Instrument spielen. Dann erst wendet sie sich an ihre Tochter. "Ja ich weiß, diesmal ist es nicht Vero, die du antreffen würdest, aber trotzdem bin ich hier eher Adams Meinung. Ich rechne es dir hoch an, dass du bereit bist, uns auch dann zu helfen, wenn Gefahr droht, aber du bist wirklich noch zu jung. Du hast dein Leben noch vor dir. Was meinst du wohl, wie sehr Blaze dich vermissen würde, wenn du nicht heimkehrst? Und außerdem brauchen wir jemanden, der dem Rat der Vampire Bericht erstattet, wenn wir nicht zurück kommen. Und vielleicht das Buch über die Kreaturen vorbei bringt. Das hilft dem Rat sicher auch." Viola schweigt nachdenklich.
Adam hört Lilly zu und ist froh, dass die Eltern so umsichtig sind. "Wie geht es eigentlich Shane?", fragt er Viola.
Überrascht über den Themenwechsel hebt diese eine Augenbraue. "Keine Ahnung." Sie sieht zu ihrer Mutter. Das mit dem Buch zum Rat der Vampire zu bringen klingt nach einem Vorwand. Doch Viola versteht, dass Lilly einfach Angst hat, ihrer Tochter könnte etwas passieren. Aber sie verwirft dieses Thema fürs erste und fragt nun Adam: "Warum, was ist denn mit Shane, dass der dich so interessiert?"
Adam wendet den Blick ab und sagt lediglich: "Wir haben ne gemeinsame Vergangenheit. Mehr nicht."
"Einen auf geheimnisvoll zu machen steht dir nicht.", sagt Viola unbeeindruckt. Diesmal ergreift Viktor das Wort, der versucht, Lillys Taktik zu übernehmen: "Wie du siehst gibt es noch viele, denen du eher helfen könntest als uns. Es ist eine Sache von Diplomatie mit den Zentauren. Ja, es kann schief gehen.. aber besser, dann überlebst wenigstens du als wenn wir alle draufgehen. Also bitte... folge uns auch nicht heimlich." - "Ist ja gut. Das hatte ich auch nicht vor!", sagt Viola und sie verdreht die Augen. "Aber bis zum Portal kann ich euch doch begleiten, oder?" Damit haben Lilly und Viktor dann kein Problem.
Der Deathdealer geht nicht näher auf die Gespräche ein. Lediglich sagt er: "Wir sollten dann nach den Gänseblümchen suchen. Ewig Zeit, bis im Magischen Wald der Tag anbricht, haben wir nicht."
"Ja!", bestätigen Lilly und Viktor gleichzeitig und die Vampire machen sich auf den Weg. Viola begleitet die Truppe tatsächlich. Sie möchte wenigstens wissen, wo ihre Eltern sind, falls sie nicht zurück kommen sollten. Adam geht vor und zeigt den Weg und die Familie Nebeljäger folgt ihm. Die Katzen werden eine Weile auch alleine in der Villa klarkommen.
Unterwegs finden sie tatsächlich Gänseblümchen und sie halten an. "Ich habe im Buch schon weiter gesucht, ob ich etwas über die Lichtgestalt finden kann!", beginnt Lilly ein Gespräch während sie die Blumen ausgräbt, "aber leider ohne Erfolg. Vielleicht ist es im Buch unter einem anderen Namen gelistet als Lichtgestalt, aber unter diesem Namen gibt es jedenfalls nichts. Es sei denn, ich habe versehentlich die Seite übersprungen, ohne es zu merken."
Sie seufzt und fährt fort: "Sogar Viola hat mitgeholfen, über das Internet." Diese nickt. "Da gab es aber einige Eintragungen.", sagt diese, "zu viele, als dass uns das helfen könnte. Einige schienen sich auch eher um Videospiele zu handeln wo irgendwelche Lichtgestalten vorkommen. Manchmal schien damit einfach ein anderes Wort für Jesus gemeint sein. Es gibt zu viele Treffer. Ein genauerer Name für die Gestalt als das etwas allgemein gehaltene Lichtgestalt wäre wohl besser." Lilly nickt und schaut auf die Gänseblumen in ihrer Hand. Sie hat extra darauf geachtet, dass auch die Wurzeln noch dran bleiben.
Adam erwidert: "Das kann ich verstehen. Lichtkreaturen sind dafür bekannt unerkannt zu bleiben. Das macht es uns Vampiren besonders schwer, da wir, also die Deathdealer, unseren Gegner kennen müssen, um uns eine gute Strategie überlegen zu können. ... Was für Fabelwesen wurden euch als Suchergebnisse angegeben?" Unterdessen nimmt Adam ein Jutesäckchen und füllt es mit Erde auf, um die Gänseblümchen darin einzusetzen.
Diese Frage kann Lilly nicht beantworten, und so muss Viola davon berichten: "Wie gesagt, viele Treffer waren über Videospiele. Es gibt sogar eine Rockband mit diesem Namen. Aber außer halt als Synonym für Jesus wurden auch Engel aufgezählt, oder Einhörner."
Ein Gedankenblitz durchfährt Adam. "Sagtest du ... Einhorn?"
"Ja, das sagte ich dann wohl.", meint Viola trocken.
Der Soldat sieht zu Lilly und Viktor. "Könnt ihr euch noch an die magischen Blumen an der Villa erinnern?" Die beiden nicken.
"Und was ich über Werwölfe und silberne Flüssigkeiten gesagt habe."
"Dass Werwölfe so etwas meiden wie Quecksilber oder Einhornblut? Ja, daran erinnere ich mich.", sagt Viktor, dem schon klar ist, worauf Adam nun anspielt. Doch er lässt ihn ausreden.
Adam muss sich setzen. Er ringt um Fassung. "Das bedeutet ... es kann nur ein Einhorn sein. Dafür deuten die Puzzelstücke in diesem Rätsel zu sehr darauf hin ... aber ... es kann einfach kein Einhorn sein ... das ist unmöglich ..."
Viktor, der zu dem selben Schluss gekommen ist, nickt. "Offensichtlich muss es dann doch ein Einhorn geben.", sagt Viola, "sofern nicht jemand bewusst falsche Spuren legt, um mögliche Detektive in die Irre zu führen."
Adam sieht zu Viktor, dann zu Viola. "Einhörner sind seit längeren ausgerottet ... aber alles deutet darauf hin ... Falsche Spuren?" Der Vampir ist von dieser Tatsache erschlagen. "Wenn es tatsächlich dieses LETZTE Einhorn gibt ... dann ist auch klar, was Rasputin sucht ... und was er vor hat."
"Wir müssen den Kerl endlich erwischen!", sagt Viktor grimmig, "er hat genug Unheil angerichtet!" Auch Viktor macht nicht nur legale Sachen in seinem Leben, aber er hat zumindest nicht vor, gefährdete Fabelwesen auszurotten.
Dann erhebt sich Adam. "Wenn jemand uns sagen kann, ob wir mit unserer Annahme richtig liegen, dann können das nur die Zentauren. Sie leben in an dem Ort, wo die Einhörner nur überleben können. ... der Magie-Wald ..." Er bückt sich und nimmt die Blumen hoch. "Jetzt brauchen wir Alucards Segen, dass alles klappt."
"Ja.", sagt Lilly, "ist es denn noch weit zum Portal?"
"Wir müssen nach Glimmerbrock. Von dort kommen wir in den Wald."
Die kleine Truppe macht sich auf den Weg und nach einiger Zeit kommen sie tatsächlich dort an. Sie kommen auch an der Ruine vorbei, in der Viktor damals die Briefe gefunden hatte. Die Briefe mit diesen unsäglich schrecklichen Gedichten, wie er sich erinnert. Viktor spart sich allerdings jeglichen Kommentar und sie gehen weiter.
Als sie schließlich vor dem Portal stehen, sieht Adam zu den Weggefährten. "Wir betreten nun unbekanntes Teritorium. Seid wachsam und macht nichts unüberlegtes. Wie Viktor sagte: Diplomatie ist jetzt wichtig. ... Lilly, halte die Blumen gut fest. Sie sind unser Garant für Frieden." Er reicht der Artgenossin das wertvolle Geschenk und prüft selbst, ob seine Feuerwaffe geladen ist. Er schmunzelt. "Im Notfall habe ich eine Krokus Rauchbombe dabei. Die Krokus Essenz ist so dosiert, dass sie für die Zentauren unangenehm, aber nicht tödlich ist. Bin also vorbereitet." Dabei zwinkert er den Nebeljägern zu.
"Gut, gehen wir.", sagt Lilly, sieht dann aber noch einmal zu Viola. Sie fasst ihrer Tochter auf die Schulter. "Du weißt, dass wir dich nicht im Stich lassen. Wir kommen wieder, versprochen!" Die Teenagerin nickt nur. Sie hat eingesehen, dass es wohl tatsächlich das beste ist, wenn sie zurück bleibt. Und sei es nur, damit wenigstens einer Bescheid weiß wo die Eltern hin sind, wenn sie denn nicht zurück kommen sollten. Sie schluckt. An diesen Gedanken, dass etwas passieren kann, kann sie sich immer noch nicht gewöhnen. "Ja, und wehe ihr haltet dieses Versprechen nicht!", ruft sie den beiden hinterher. Hinter Adam betreten nun auch Lilly und Viktor das Portal.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )
(Fortsetzung folgt...)
Charaktere: Familie Nebeljäger, Adam
Titel: Reise in eine fremde Welt
Teil 1
Am Abend des selben Tages:
Lilly steht auf dem Balkon und betrachtet die Gegend in Forgotten Hollow. An diesem Abend ist es ruhig. Doch sie weiß, dass es nicht die ganze Zeit so bleiben wird. Schließlich hat sie heute was vor. Genaugenommen hatten sie mit Adam ausgemacht, sich nun in den Magischen Wald zu wagen. Wegen der Sache mit den Portalen. Und wegen Rasputin, der offensichtlich ebenfalls seine dreckigen Hände im Spiel hat. Ein wenig nervös ist sie schon. Aber sie wird dort ja nicht alleine hingehen. Viktor und Adam werden auch dabei sein... Doch bisher ist Adam noch nicht angekommen.
Der Deathdealer ist bereits auf den Weg zum Anwesen der Nebeljäger. Heute wollen sie gemeinsam einen Schritt weiter gehen, um Licht ins Rätsel um Rasputin und der Lichtkreatur zu bringen. Er steht schließlich am Tor und winkt Lilly zu.
Lilly sieht den Deathdealer schon vom Balkon aus. Sie will die Tür gerade öffnen, sieht jedoch, dass zeitgleich mit Adam auch Viktor wieder auftaucht. Dann kann er Adam ja hineinlassen, was Viktor auch tut. Gemeinsam gehen die Männer dann zu Lilly nach oben.
"Abend. Wie geht es euch? ... Bereit für das Abenteuer?", fragt Adam das Paar. "Habt ihr noch Fragen, bevor es losgeht?"
"Ja, was weißt du so über den Magie-Wald?", fragt Lilly. "Wäre gut, wenn wir vorbereitet sind. Ein bisschen was weiß ich ja, z.B. von den Zentauren, aber du als Experte kannst vielleicht mehr sagen." In diesem Moment kommt auch Viola auf den Balkon, die zwar schon von den Plänen gehört hat, dass ihre Eltern mit Adam unterwegs sind, aber noch keine Details. Die Teenagerin beschließt, einfach nur mal zuzuhören.
Adam erklärt: "Zentauren sind stolze und leicht reizbare Kreaturen. ... Machen wir was falsch, könnte es passieren, dass sie uns töten wollen. ... Der Magische Wald hat seine eigene Zeitrechnung. Bezogen auf den Tagesverlauf, dem Sonnen- und Mondaufgang. Ich weiß nicht, ob uns das Licht dort verletzt oder erträglich ist. ... Dafür habe ich in den Archiven zu wenig darüber gefunden. Allein weiß ich, dass wir jetzt in der Nacht dort ankommen. Damit wären wir zuerst mal sicher." Er schaut kurz zu Viola und sagt dann zu Lilly: "Gibt es jemand, der sich um sie kümmert, falls wir es >nicht< heil zurück schaffen?"
Bevor Lilly antworten kann, meldet sich Viola selber zu Wort: "Ist es so gefährlich?", fragt sie. Sie hatte tatsächlich zu wenig Details gewusst. Dass Gefahr droht haben ihre Eltern ihr offenbar verschwiegen. Lilly nickt nur. Viola muss diesen Gedanken jedoch erst mal verarbeiten, so dass sie nun schweigt. Sie hätte gedacht, es sei einfach nur ein Gespräch mit den Zentauren geplant. Sie schätzt ihre Eltern trotz allem und will sie nicht verlieren. Da weder Lilly noch Viola was sagt, beantwortet stattdessen Viktor die Frage: "Lillys Bruder Phil ist ihr nächster Verwandter. Aber ich weiß nicht, ob der sich um sie kümmern kann. Er ist kein Vampir." Das reißt Viola dann doch aus ihrem Schweigen: "Pah, lieber wohne ich alleine als bei dem!" Lilly seufzt. "Wenn alles schief geht, kannst du dich vielleicht auch an Pablo wenden. Oder Irina würde dir sicher auch helfen. Aber es wird nichts schief gehen, glaub mir!"
Adam fügt hinzu: "Ich geh als Soldat immer vom schlimmsten aus. Wenn alles gut geht, umso besser. ... Ich habe gelernt keine falschen Versprechen zu geben, die nicht einzuhalten sind. ... Als Zivilisten habt ihr natürlich immer die Möglichkeit das Vorhaben abzubrechen. Ich werde euch mit allem was ich tun kann beschützen und verteidigen. Das ist der Eid, dem ich meiner Lordschaft und in meiner Ausbildung leisten musste. Daran halte ich mich." In Gedanken ist er einen Moment bei Marishka. Er sieht dann zu Lilly und Viktor. "Habt ihr vielleicht irgendwelche Blumen, die frisch in der Erde wachsen? ... Man könnte diese mit der Wurzel ausgraben und als Friedensgeschenk in einem Topf mitbringen. Als Zeichen unserer friedlichen Absicht."
Lilly überlegt. "Forgotten Hollow ist nicht für seine Blumen bekannt.", sagt sie, "die müssten wir vermutlich woanders herholen. Es sei denn, Zentauren mögen die Sixam-Moskitofalle. Oder Eisenhut. Sowas wächst hier in der Gegend." Auch Viktor überlegt. "Dann müssten wir einen Umweg machen, aber wenn es hilft, wäre ich zu einem Umweg bereit. Oder aber, Lilly besänftigt sie mit Musik. Mit einem Ständchen als Friedensangebot. Sie kann ihre Gitarre mitnehmen. Das Klavier wiegt dazu wohl etwas zu viel.", sagt er. Viola hört weiterhin zu. Sie ist kein Feigling. Sie hat auch Blaze vor Shane im Blutrausch verteidigt und sie würde es wieder tun. Sie hat sich auch in die Gruselvilla gewagt.... Doch tief im Inneren weiß auch sie, dass das hier etwas anderes ist. "Und wenn ich mitkomme?", schlägt sie schließlich vor, "wenn jemand so jung wie ich vorbei komme, könnte das ja tatsächlich ein Zeichen sein, dass wir nicht mit militärischen Absichten hergekommen sind." Ihre Eltern sind jedoch nicht begeistert, das sieht man ihren Blicken an.
Der Deathdealer greift in eine seiner Taschen und holt eine Art Pergamentfetzen hervor. "Mein Notizzettel. ... Wartet kurz." Er überfliegt den Aufschrieb und sagt dann: "Gibt es bei euch die Blume: Gänseblümchen? ... Eisenhut wäre wie Krokus giftig für Zentauren. ... Und sie lieben Flötenmusik, wie sie Faun meistens spielen. ... Nie direkt in die Augen sehen, dass reizt sie." Dann sieht er zu Viola. "Deine Frage können nur deine Eltern beantworten. Meine Antwort wüsstest du bereits, oder Kleine?" Damit gibt er erneut seinen Standpunkt zu verstehen. "Diese Sache ist nichts für Jungvampire, Viola."
"Wie gut, dass mir deine Meinung egal ist.", sagt Viola daraufhin nur. Adam ist ihr tatsächlich egal. Mittlerweile stört es sie nicht mal mehr, wenn er sie 'Kleine' nennt. Aber sie würde ihre Eltern nicht im Stich lassen wollen. Wenn sie ihnen helfen kann, ist sie auch bereit dazu, Risiken einzugehen.
Lilly spricht hingegen das Thema Blumen an. "Ja, Eisenhut ist nicht nur für Zentauren giftig. Daher sprachen wir ja bereits von einem Umweg. Gänseblümchen gibt es in Forgotten Hollow nicht aber die finden wir bestimmt unterwegs. Und was Musik betrifft: Eine Flöte besitze ich leider nicht.." Nicht einmal Lilly kann jedes einzelne existierende Instrument spielen. Dann erst wendet sie sich an ihre Tochter. "Ja ich weiß, diesmal ist es nicht Vero, die du antreffen würdest, aber trotzdem bin ich hier eher Adams Meinung. Ich rechne es dir hoch an, dass du bereit bist, uns auch dann zu helfen, wenn Gefahr droht, aber du bist wirklich noch zu jung. Du hast dein Leben noch vor dir. Was meinst du wohl, wie sehr Blaze dich vermissen würde, wenn du nicht heimkehrst? Und außerdem brauchen wir jemanden, der dem Rat der Vampire Bericht erstattet, wenn wir nicht zurück kommen. Und vielleicht das Buch über die Kreaturen vorbei bringt. Das hilft dem Rat sicher auch." Viola schweigt nachdenklich.
Adam hört Lilly zu und ist froh, dass die Eltern so umsichtig sind. "Wie geht es eigentlich Shane?", fragt er Viola.
Überrascht über den Themenwechsel hebt diese eine Augenbraue. "Keine Ahnung." Sie sieht zu ihrer Mutter. Das mit dem Buch zum Rat der Vampire zu bringen klingt nach einem Vorwand. Doch Viola versteht, dass Lilly einfach Angst hat, ihrer Tochter könnte etwas passieren. Aber sie verwirft dieses Thema fürs erste und fragt nun Adam: "Warum, was ist denn mit Shane, dass der dich so interessiert?"
Adam wendet den Blick ab und sagt lediglich: "Wir haben ne gemeinsame Vergangenheit. Mehr nicht."
"Einen auf geheimnisvoll zu machen steht dir nicht.", sagt Viola unbeeindruckt. Diesmal ergreift Viktor das Wort, der versucht, Lillys Taktik zu übernehmen: "Wie du siehst gibt es noch viele, denen du eher helfen könntest als uns. Es ist eine Sache von Diplomatie mit den Zentauren. Ja, es kann schief gehen.. aber besser, dann überlebst wenigstens du als wenn wir alle draufgehen. Also bitte... folge uns auch nicht heimlich." - "Ist ja gut. Das hatte ich auch nicht vor!", sagt Viola und sie verdreht die Augen. "Aber bis zum Portal kann ich euch doch begleiten, oder?" Damit haben Lilly und Viktor dann kein Problem.
Der Deathdealer geht nicht näher auf die Gespräche ein. Lediglich sagt er: "Wir sollten dann nach den Gänseblümchen suchen. Ewig Zeit, bis im Magischen Wald der Tag anbricht, haben wir nicht."
"Ja!", bestätigen Lilly und Viktor gleichzeitig und die Vampire machen sich auf den Weg. Viola begleitet die Truppe tatsächlich. Sie möchte wenigstens wissen, wo ihre Eltern sind, falls sie nicht zurück kommen sollten. Adam geht vor und zeigt den Weg und die Familie Nebeljäger folgt ihm. Die Katzen werden eine Weile auch alleine in der Villa klarkommen.
Unterwegs finden sie tatsächlich Gänseblümchen und sie halten an. "Ich habe im Buch schon weiter gesucht, ob ich etwas über die Lichtgestalt finden kann!", beginnt Lilly ein Gespräch während sie die Blumen ausgräbt, "aber leider ohne Erfolg. Vielleicht ist es im Buch unter einem anderen Namen gelistet als Lichtgestalt, aber unter diesem Namen gibt es jedenfalls nichts. Es sei denn, ich habe versehentlich die Seite übersprungen, ohne es zu merken."
Sie seufzt und fährt fort: "Sogar Viola hat mitgeholfen, über das Internet." Diese nickt. "Da gab es aber einige Eintragungen.", sagt diese, "zu viele, als dass uns das helfen könnte. Einige schienen sich auch eher um Videospiele zu handeln wo irgendwelche Lichtgestalten vorkommen. Manchmal schien damit einfach ein anderes Wort für Jesus gemeint sein. Es gibt zu viele Treffer. Ein genauerer Name für die Gestalt als das etwas allgemein gehaltene Lichtgestalt wäre wohl besser." Lilly nickt und schaut auf die Gänseblumen in ihrer Hand. Sie hat extra darauf geachtet, dass auch die Wurzeln noch dran bleiben.
Adam erwidert: "Das kann ich verstehen. Lichtkreaturen sind dafür bekannt unerkannt zu bleiben. Das macht es uns Vampiren besonders schwer, da wir, also die Deathdealer, unseren Gegner kennen müssen, um uns eine gute Strategie überlegen zu können. ... Was für Fabelwesen wurden euch als Suchergebnisse angegeben?" Unterdessen nimmt Adam ein Jutesäckchen und füllt es mit Erde auf, um die Gänseblümchen darin einzusetzen.
Diese Frage kann Lilly nicht beantworten, und so muss Viola davon berichten: "Wie gesagt, viele Treffer waren über Videospiele. Es gibt sogar eine Rockband mit diesem Namen. Aber außer halt als Synonym für Jesus wurden auch Engel aufgezählt, oder Einhörner."
Ein Gedankenblitz durchfährt Adam. "Sagtest du ... Einhorn?"
"Ja, das sagte ich dann wohl.", meint Viola trocken.
Der Soldat sieht zu Lilly und Viktor. "Könnt ihr euch noch an die magischen Blumen an der Villa erinnern?" Die beiden nicken.
"Und was ich über Werwölfe und silberne Flüssigkeiten gesagt habe."
"Dass Werwölfe so etwas meiden wie Quecksilber oder Einhornblut? Ja, daran erinnere ich mich.", sagt Viktor, dem schon klar ist, worauf Adam nun anspielt. Doch er lässt ihn ausreden.
Adam muss sich setzen. Er ringt um Fassung. "Das bedeutet ... es kann nur ein Einhorn sein. Dafür deuten die Puzzelstücke in diesem Rätsel zu sehr darauf hin ... aber ... es kann einfach kein Einhorn sein ... das ist unmöglich ..."
Viktor, der zu dem selben Schluss gekommen ist, nickt. "Offensichtlich muss es dann doch ein Einhorn geben.", sagt Viola, "sofern nicht jemand bewusst falsche Spuren legt, um mögliche Detektive in die Irre zu führen."
Adam sieht zu Viktor, dann zu Viola. "Einhörner sind seit längeren ausgerottet ... aber alles deutet darauf hin ... Falsche Spuren?" Der Vampir ist von dieser Tatsache erschlagen. "Wenn es tatsächlich dieses LETZTE Einhorn gibt ... dann ist auch klar, was Rasputin sucht ... und was er vor hat."
"Wir müssen den Kerl endlich erwischen!", sagt Viktor grimmig, "er hat genug Unheil angerichtet!" Auch Viktor macht nicht nur legale Sachen in seinem Leben, aber er hat zumindest nicht vor, gefährdete Fabelwesen auszurotten.
Dann erhebt sich Adam. "Wenn jemand uns sagen kann, ob wir mit unserer Annahme richtig liegen, dann können das nur die Zentauren. Sie leben in an dem Ort, wo die Einhörner nur überleben können. ... der Magie-Wald ..." Er bückt sich und nimmt die Blumen hoch. "Jetzt brauchen wir Alucards Segen, dass alles klappt."
"Ja.", sagt Lilly, "ist es denn noch weit zum Portal?"
"Wir müssen nach Glimmerbrock. Von dort kommen wir in den Wald."
Die kleine Truppe macht sich auf den Weg und nach einiger Zeit kommen sie tatsächlich dort an. Sie kommen auch an der Ruine vorbei, in der Viktor damals die Briefe gefunden hatte. Die Briefe mit diesen unsäglich schrecklichen Gedichten, wie er sich erinnert. Viktor spart sich allerdings jeglichen Kommentar und sie gehen weiter.
Als sie schließlich vor dem Portal stehen, sieht Adam zu den Weggefährten. "Wir betreten nun unbekanntes Teritorium. Seid wachsam und macht nichts unüberlegtes. Wie Viktor sagte: Diplomatie ist jetzt wichtig. ... Lilly, halte die Blumen gut fest. Sie sind unser Garant für Frieden." Er reicht der Artgenossin das wertvolle Geschenk und prüft selbst, ob seine Feuerwaffe geladen ist. Er schmunzelt. "Im Notfall habe ich eine Krokus Rauchbombe dabei. Die Krokus Essenz ist so dosiert, dass sie für die Zentauren unangenehm, aber nicht tödlich ist. Bin also vorbereitet." Dabei zwinkert er den Nebeljägern zu.
"Gut, gehen wir.", sagt Lilly, sieht dann aber noch einmal zu Viola. Sie fasst ihrer Tochter auf die Schulter. "Du weißt, dass wir dich nicht im Stich lassen. Wir kommen wieder, versprochen!" Die Teenagerin nickt nur. Sie hat eingesehen, dass es wohl tatsächlich das beste ist, wenn sie zurück bleibt. Und sei es nur, damit wenigstens einer Bescheid weiß wo die Eltern hin sind, wenn sie denn nicht zurück kommen sollten. Sie schluckt. An diesen Gedanken, dass etwas passieren kann, kann sie sich immer noch nicht gewöhnen. "Ja, und wehe ihr haltet dieses Versprechen nicht!", ruft sie den beiden hinterher. Hinter Adam betreten nun auch Lilly und Viktor das Portal.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )
(Fortsetzung folgt...)