Forum Discussion
3 years ago
Ort: Magischer Wald
Charaktere: Familie Nebeljäger, Adam
Titel: Reise in eine fremde Welt
Teil 5 - Letzter Teil
Ein paar Minuten muss sich Lilly tatsächlich wieder hinsetzen, doch schließlich hat auch sie sich wieder etwas erholt. "Wir sollten weiter.", sagt sie.
Adam nickt. Die Vampire machen sich auf den Rückweg. "Ich bin gespannt, was die Zentaur zu unserem Beweis sagen werden. Und ob wir endlich die nötigen Infos bekommen."
"Na hoffentlich.", sagt Viktor grimmig, "nach all den blöden Prüfungen, die wir durchmachen mussten." Wobei es wohl hauptsächlich um die Mondblumen-Prüfung geht. Was der Sinn der anderen Prüfung ist wird ihm nicht ganz klar. Vielleicht war das Cheirons Methode, um die Krieger bei Laune zu halten. Auch das mag weise sein.
Als die Vampire an der Lichtung ankommen, auf der Cheiron ihnen die Mondblumenprüfung erklärt hat, ist niemand zu sehen. Wahrscheinlich sind die Zentauren längst wieder in ihr Lager zurück gekehrt. Das macht die Sache nicht einfacher. Immerhin hatte man ihnen die Augen verbunden und so genau kennen sie den Weg dorthin also nicht. Aber das Lager würde sich sicher finden lassen und... "Wart ihr erfolgreich?" Die Stimme des Zentauren holt Lilly wieder aus ihren Gedanken. Vor ihnen steht das Zentaurenmädchen, deren Namen die Vampire nicht kennen. "Waren wir.", sagt Viktor und zeigt auf Adam, der die Blume noch immerin seinen Händen hält. Die Zentaurin lächelt. "Super, dann folgt mir, ich bring euch zu Cheiron zurück." Offenbar ist die Zentaurin etwas offenherziger als die Krieger. Sie scheint kein Problem damit zu haben, mit Schattenwesen zu plaudern. Ob die Zentauren wohl wissen, dass sie auf der Lichtung wartete?
Adam folgt der Gruppe. Noch immer leuchtet die Mondblumenblüte in seiner Hand. Er ist gespannt, wie sich alles weiterentwickeln wird. Neugier und Anspannung mischen sich in seine Empfindungen.
Es dauert nicht lange, bis die Truppe wieder beim Lager ankommt. Am Lagerfeuer hat der Priester offenbar schon auf die Vampire gewartet. Es lässt sich aus seinem Blick nicht erkennen, was er über die Anwesenheit des Zentauren-Mädchens denkt. Kurz darauf wendet er den Blick jedoch Adam zu, und der Mondblume. "Ihr wart also erfolgreich.", stellt er fest. Viktor nickt nur. Er hofft, dass Cheiron jetzt mit seinem Geheimnis rausrücken würde. Nun, da es Lilly wieder besser zu gehen scheint, hat Viktor wieder die Ruhe, über die Lúthiens Worte nachzudenken. "Wahrhaftig ... es ist Hila.", hatte diese gesagt. Erst jetzt stellt er sich die Frage, wen die Elbin mit Hila meint. Das Einhorn vielleicht? Doch er fragt nicht nach und wartet erst einmal Cheirons Reaktion auf die Blume ab.
Der Zentaur erhebt sich und geht auf Adam zu. Der Soldat kniet nieder und hebt dem Fabelwesen die Blüte hin. Mit dem Kniefall will er seine Unterwürfigkeit demonstrieren. Der alte Hengst mustert die Blume und nickt. "Ihr seid in den Augen Lúthiens würdig das Geheimnis zu erfahren. ..." Er sieht zu seinen Kriegern und die Herde nickt. Dann wendet sich Cheiron an die Vampire. "Kommt in die Höhle. Dort werde ich euch alles erzählen. Zuvor bringen wir die Blüte an ein Gewässer, so lange der Vollmond am Himmel steht." Der Soldat nickt und folgt Cheiron, der von Pinya, einer Esoterik angehauchten Stute, begleitet wird. Gemeinsam legen sie die Mondblume auf Wasseroberfläche eines Teiches ab.
Die Zentauren erheben ihre Arme und rufen laut: "Selene, Königin der Nacht ... du heilige Mondgöttin ... Wir überreichen in Ehrfurcht und Respekt eines deiner Juwelen. ... Möge der Frieden zwischen Dir und uns auf ewig wahren." Dabei summt Pinya in einer fremden Sprache etwas. Die Blüte wird in die Mitte des Teichs getrieben. Das Licht des Mondes lässt sie noch heller erstrahlen. Bis sie sich wie eine Illusion in Luft auflöst und Lichtfunken in Richtung Himmel wandern. In Namasté-Haltung zollen die Zentauren den Geschehnissen ihren Respekt. Adam ahmt die Geste nach. Aus Erzählungen seiner Lordschaft weiß er, dass bei wichtigen Ereignissen es wichtig sei, sich dem Handeln der Einheimischen anzupassen.
Als Adam die Geste nachahmt, machen auch die Nebeljäger mit. Sie hatten das Versprechen, das sie der Elbin gegeben haben, nun wohl eingehalten.. oder eher gesagt, Cheiron hat das getan, ohne dass sie etwas dazu sagen mussten. Aber so oder so wurde Lúthiens Wunsch erfüllt.
Nun folgen die Vampire dem Hengst in die Höhle. Gemütlich ist es hier. Decken liegen ausgelegt, viele davon mit Pflanzenmuster. Auch die Wände sind verziert mit Schnitzereien oder Blumen.
Adam sieht sich um. Cheiron, der von Agrios begleitet wird, haben beide jeweils eine Fackel in der Hand. "Folgt uns." Sie laufen tiefer in die Höhle. Man hört Wassertropfen von den Wänden herabfallen. Das Geräusch der Hufe hallt als Echo von den Wänden. "Was wir euch nun zeigen, sind unsere Aufzeichnungen. ... Wir Zentauren des magischen Waldes halten alles durch Höhlenmalereien fest. Versteckt in dieser Höhle", erklärt der alte Hengst. Jetzt dämmert es auch Adam, weshalb die Tierwesen die Vampire hierher führen. "Verstehe. Ich habe gehört, dass gerade eure Malereien bei den Sims beliebt waren." Cheiron seufzt. "Das ist wahr. Und viele unserer Malereien wurden jeher als Werk von Sims betrachtet." Dann muss er melancholisch schmunzeln. "Welch Ironie ... Meine Vorfahren brachten den Sims die Malerei bei und heute ... sind wir nur noch blasse Erinnerungen in Geschichtsbücher." Sie halten schließlich an. "Seht her und hört gut zu ..." Cheiron hebt die Fackel näher an die Steinwand. Durch das Licht des Feuers sind erste Bilder erkennbar.
"Vor Urzeiten ... in einer Zeit, die wir "Goldenes Zeitalter" nennen, lebten wir Zentauren in Einklang mit der Natur und den Wesen, mit denen wir diese Welt teilen. Doch dann kam die Zeit der Kriege, der Missgunst und des Hasses. Die Verfolgung durch die Sims. Wir waren gezwungen uns alle in unseren letzten Refugien zurück zuziehen. Wir Wesen des Waldes sind eine bunte Gemeinschaft. Wir Zentaur haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Wald vor Unheil zu schützen. Als Kinder des Mondes, wie wir die Einhörner nannten, bat uns Tauriel diese eitlen Geschöpfe zu beschützen. Den ihnen wart die Fähigkeit gegeben, Kranke zu heilen und unsere Welt im Gleichgewicht zu halten. Doch ihr Stolz machte die Einhörner blind für die Gefahren, die außerhalb des Waldes auf sie lauerten. So reduzierte sich die Anzahl der Einhörner stetig ... bis nur noch Amalthea übrig blieb. ..." Cheiron atmete schwer durch. Ihm geht es sehr nahe. "Amalthea ... warum nur?" ... Agrios übernimmt. "Eines Tages kam ein Prinz in den magischen Wald und ruhte sich an einer Eiche aus. Während er so schlummerte beobachtete Amalthea ihn. Nach seinem Nickerchen bestieg der Fremde sein Pferd und ritt weiter. Sie folgte ihm. Geblendet von seinem nordischen Aussehen. Doch als Einhorn konnte sie sich ihm nicht nähern. ... Als Simfrau schon. ... Daher suchte Amalthea einen Magier auf, der sie in eine Frau verwandelte. Als diese offenbarte sie sich dem Prinzen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Damit nahm der Fluch seinen Lauf ... den um zur Simfrau werden zu können, musste Amalthea auf ihre Unsterblichkeit verzichten. Dies ist unumkehrbar. Damit gab sie sich der Vergänglichkeit preis ... nur wegen eines Sims ..." Verachtend schnaubt Agrios durch seine Nüstern aus. "Das letzte Einhorn heiratete den Prinzen, wurde zu seiner Gemahlin in einem Königreich namens "Nordwinde"." - "Und so lebten sie glücklich zusammen, bis sie kinderlos verstarben. ... Diese Legende ist auch uns Vampiren bekannt", führt Adam fort. Agrios und Cheiron sehen sich an und erwidern: "Das ist nur die halbe Wahrheit. ... Amalthea bekam mit dem Prinzen eine Tochter ... Ihr Name ist Hila"
Lilly betrachtet die Bilder an der Steinwand. Die Story von Amalthea ist dort abgebildet. Im schlichten Stil, fast wie ein Piktogramm, doch gut erkennbar. Schon erstaunlich, wie weit die Geschichte... Ihre Gedanken werden unterbrochen, als der Name Hila fällt, und auch Viktor horcht auf. "Das ist der Name, den Lúthien nannte!", sagt Viktor nun. Die Zentauren sehen ihn verwirrt an. Viktor wirft Lilly einen kurzen Blick zu und lässt ihr den Vortritt. Und so erzählt nun Lilly davon, wie die Elbin in ihren Erinnerungen gelesen hatte und danach Hila erwähnte. Bei der Erzählung läuft ihr ein Schauder über den Nacken. So ganz hat sie den Schmerz noch nicht verworfen, den das Licht bei ihr verursacht hat. Trotzdem erzählt sie tapfer bis zum Ende.
Die Zentauren hören aufmerksam zu und Cheiron sagt dann weiter: "Hila ist zwar als Sim geboren ... hat jedoch einen Teil der Magie ihrer Mutter erhalten. ... Amalthea starb im Kindbett. Über den Verlust kam der nun gekrönte König nicht hinweg. Da erschien Selene ihm. Sie bot ihm einen Handel vor. Wenn der König auf sein Kind verzichtet, würde sie ihm einen Wunsch erfüllen. Der König zögerte nicht und bat Selene darum, mit Amalthea wieder vereint zu werden. Dieser Bitte kam Selene nach. Sie überreichte ihm einen gefüllten Kelch. Er trank aus und verstarb ebenfalls mit einem Lächeln auf den Lippen. Man sagt, ihre Seelen trafen sich im Schein des Mondlichts und flogen Hand in Hand ins Licht. ... Selene nahm sich dem Kind an und übergab Hila in die Obhut von Tauriel. So wuchs das Kind bei uns auf."
"Und diese Hila muss das Mädchen dann vor dem Werwolf geschützt haben!", schlussfolgert Viktor, "Sie lebt also offenbar noch!" Das könnte eine gute Nachricht sein... wenn er nur wüsste, wo sie jetzt ist. "Sie war also in unserer Welt.", fügt er noch hinzu. "Wer ist der Magier, der Amalthea verwandelt hat?", fragt Viktor nun. Hoffentlich nicht Rasputin. Aber wahrscheinlich nicht.
Cheiron antwortet: "Das weiß keiner so genau. Es muss aber ein mächtiger Magier sein. Ein solcher Zauber braucht ein großes magisches Potenzial und Weisheit." Adam hört aufmerksam zu. Für ihn fügen sich die verschiedenen Puzzelteile zusammen.
Lilly schaut auf ihren Arm. Die Wunde schmerzt noch immer und wahrscheinlich würde eine Narbe zurückbleiben. Und auch einige andere Schrammen von dem Abenteuer mit der Augenbinde sind auf ihrem Arm zurück geblieben. "Tut mir leid für den plötzlichen Themenwechsel", sagt sie schließlich, "aber ist noch etwas von dem heilenden Tee übrig?" Lilly ist kein Feigling, und kann auch mal Schmerz ertragen, aber das heißt ja nicht, dass ihr dies Spaß macht.
Die Zentauren sehen sich an und Agrios erwidert: "Dann kehren wir nun zurück. Im Lager haben wir Tee für euch."
Lilly bedankt sich. Der Tee hilft wirklich. Im Lager macht sie es sich neben Viktor gemütlich, der ganz in Gedanken versunken ist. Er denkt über das Gesagte nach.
Cheiron legt sich neben den Vampiren ab. Agrios bleibt stehen. "Wenn Hila in der Simwelt ist ... schwebt sie in Gefahr. ... Als Simfrau ist sie zwar nicht auffällig ... aber jede andere Kreatur kann ihre Aura spüren. Wir müssen sie vor den Jägern schützen."
"Wir werden helfen wo wir können.", verspricht Lilly. "Doch wir wissen nicht, wo sie jetzt ist."
Cheirons Schweif schlägt unruhig herum. "Wir haben Hila beigebracht sich gut zu verstecken. Sie wird sicher klar kommen. Ich hoffe nur, dass sie zu uns zurückkehrt. ... Sie kann nicht alle Gefahren abwehren." Adam sieht zu dem Hengst und nickt. "Also gegen einen Werwolf hat sie sich behauptet. Die größte Gefahr werden wohl Sims oder Magier sein ... wie dieser Rasputin, der Einhörner jagt." Der Zentaur schnauft laut. Er kennt diese Gefahr, ist aber machtlos etwas dagegen zu tun.
"Wo der ist wüsste ich auch gerne.", knurrt Viktor. "Ich hätte noch ein Wörtchen mit ihm zu reden. Oder zwei." Man sieht ihm an, wieviel Wut sich auf Rasputin angestaut hat.
"Das kann ich nachvollziehen", sagt Cheiron lediglich.
Da niemand weiß, wo sich Hila befindet, bleibt den Vampiren nichts anderes übrig, als es vorerst dabei zu belassen. Zumindest haben sie nun einen Namen und eine Geschichte, an die sie sich halten können. Man verabschiedet sich nun, und auch die Krieger scheinen mittlerweile ein wenig respektvoller mit den Vampiren umzugehen. Doch es ist keiner von ihnen, sondern die junge Zentaurin, die sie zum Portal begleitet. Nun erfahren Lilly, Viktor und Adam auch ihren Namen: Meloe. Am Ende verbeugen sich die drei vor ihrer Begleitung, bevor sie durch das Portal zurück kehren.
Viola ist nirgends zu sehen. Vielleicht ist sie schon zur Villa Blutrose zurück gekehrt. Weder Lilly noch Viktor machen sich im Moment Sorgen darüber. Ihre Tochter kann auf sich selbst aufpassen. "Wenn wir etwas über Hila herausfinden, melden wir uns.", sagt Viktor nun zu Adam, wohlwissend, dass dieser genauso handeln wird. Dann geht es heimwärts.
Adam verabschiedet sich auch und kehrt mit dieser Informationsflut zu seiner Lordschaft zurück.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )
Charaktere: Familie Nebeljäger, Adam
Titel: Reise in eine fremde Welt
Teil 5 - Letzter Teil
Ein paar Minuten muss sich Lilly tatsächlich wieder hinsetzen, doch schließlich hat auch sie sich wieder etwas erholt. "Wir sollten weiter.", sagt sie.
Adam nickt. Die Vampire machen sich auf den Rückweg. "Ich bin gespannt, was die Zentaur zu unserem Beweis sagen werden. Und ob wir endlich die nötigen Infos bekommen."
"Na hoffentlich.", sagt Viktor grimmig, "nach all den blöden Prüfungen, die wir durchmachen mussten." Wobei es wohl hauptsächlich um die Mondblumen-Prüfung geht. Was der Sinn der anderen Prüfung ist wird ihm nicht ganz klar. Vielleicht war das Cheirons Methode, um die Krieger bei Laune zu halten. Auch das mag weise sein.
Als die Vampire an der Lichtung ankommen, auf der Cheiron ihnen die Mondblumenprüfung erklärt hat, ist niemand zu sehen. Wahrscheinlich sind die Zentauren längst wieder in ihr Lager zurück gekehrt. Das macht die Sache nicht einfacher. Immerhin hatte man ihnen die Augen verbunden und so genau kennen sie den Weg dorthin also nicht. Aber das Lager würde sich sicher finden lassen und... "Wart ihr erfolgreich?" Die Stimme des Zentauren holt Lilly wieder aus ihren Gedanken. Vor ihnen steht das Zentaurenmädchen, deren Namen die Vampire nicht kennen. "Waren wir.", sagt Viktor und zeigt auf Adam, der die Blume noch immerin seinen Händen hält. Die Zentaurin lächelt. "Super, dann folgt mir, ich bring euch zu Cheiron zurück." Offenbar ist die Zentaurin etwas offenherziger als die Krieger. Sie scheint kein Problem damit zu haben, mit Schattenwesen zu plaudern. Ob die Zentauren wohl wissen, dass sie auf der Lichtung wartete?
Adam folgt der Gruppe. Noch immer leuchtet die Mondblumenblüte in seiner Hand. Er ist gespannt, wie sich alles weiterentwickeln wird. Neugier und Anspannung mischen sich in seine Empfindungen.
Es dauert nicht lange, bis die Truppe wieder beim Lager ankommt. Am Lagerfeuer hat der Priester offenbar schon auf die Vampire gewartet. Es lässt sich aus seinem Blick nicht erkennen, was er über die Anwesenheit des Zentauren-Mädchens denkt. Kurz darauf wendet er den Blick jedoch Adam zu, und der Mondblume. "Ihr wart also erfolgreich.", stellt er fest. Viktor nickt nur. Er hofft, dass Cheiron jetzt mit seinem Geheimnis rausrücken würde. Nun, da es Lilly wieder besser zu gehen scheint, hat Viktor wieder die Ruhe, über die Lúthiens Worte nachzudenken. "Wahrhaftig ... es ist Hila.", hatte diese gesagt. Erst jetzt stellt er sich die Frage, wen die Elbin mit Hila meint. Das Einhorn vielleicht? Doch er fragt nicht nach und wartet erst einmal Cheirons Reaktion auf die Blume ab.
Der Zentaur erhebt sich und geht auf Adam zu. Der Soldat kniet nieder und hebt dem Fabelwesen die Blüte hin. Mit dem Kniefall will er seine Unterwürfigkeit demonstrieren. Der alte Hengst mustert die Blume und nickt. "Ihr seid in den Augen Lúthiens würdig das Geheimnis zu erfahren. ..." Er sieht zu seinen Kriegern und die Herde nickt. Dann wendet sich Cheiron an die Vampire. "Kommt in die Höhle. Dort werde ich euch alles erzählen. Zuvor bringen wir die Blüte an ein Gewässer, so lange der Vollmond am Himmel steht." Der Soldat nickt und folgt Cheiron, der von Pinya, einer Esoterik angehauchten Stute, begleitet wird. Gemeinsam legen sie die Mondblume auf Wasseroberfläche eines Teiches ab.
Die Zentauren erheben ihre Arme und rufen laut: "Selene, Königin der Nacht ... du heilige Mondgöttin ... Wir überreichen in Ehrfurcht und Respekt eines deiner Juwelen. ... Möge der Frieden zwischen Dir und uns auf ewig wahren." Dabei summt Pinya in einer fremden Sprache etwas. Die Blüte wird in die Mitte des Teichs getrieben. Das Licht des Mondes lässt sie noch heller erstrahlen. Bis sie sich wie eine Illusion in Luft auflöst und Lichtfunken in Richtung Himmel wandern. In Namasté-Haltung zollen die Zentauren den Geschehnissen ihren Respekt. Adam ahmt die Geste nach. Aus Erzählungen seiner Lordschaft weiß er, dass bei wichtigen Ereignissen es wichtig sei, sich dem Handeln der Einheimischen anzupassen.
Als Adam die Geste nachahmt, machen auch die Nebeljäger mit. Sie hatten das Versprechen, das sie der Elbin gegeben haben, nun wohl eingehalten.. oder eher gesagt, Cheiron hat das getan, ohne dass sie etwas dazu sagen mussten. Aber so oder so wurde Lúthiens Wunsch erfüllt.
Nun folgen die Vampire dem Hengst in die Höhle. Gemütlich ist es hier. Decken liegen ausgelegt, viele davon mit Pflanzenmuster. Auch die Wände sind verziert mit Schnitzereien oder Blumen.
Adam sieht sich um. Cheiron, der von Agrios begleitet wird, haben beide jeweils eine Fackel in der Hand. "Folgt uns." Sie laufen tiefer in die Höhle. Man hört Wassertropfen von den Wänden herabfallen. Das Geräusch der Hufe hallt als Echo von den Wänden. "Was wir euch nun zeigen, sind unsere Aufzeichnungen. ... Wir Zentauren des magischen Waldes halten alles durch Höhlenmalereien fest. Versteckt in dieser Höhle", erklärt der alte Hengst. Jetzt dämmert es auch Adam, weshalb die Tierwesen die Vampire hierher führen. "Verstehe. Ich habe gehört, dass gerade eure Malereien bei den Sims beliebt waren." Cheiron seufzt. "Das ist wahr. Und viele unserer Malereien wurden jeher als Werk von Sims betrachtet." Dann muss er melancholisch schmunzeln. "Welch Ironie ... Meine Vorfahren brachten den Sims die Malerei bei und heute ... sind wir nur noch blasse Erinnerungen in Geschichtsbücher." Sie halten schließlich an. "Seht her und hört gut zu ..." Cheiron hebt die Fackel näher an die Steinwand. Durch das Licht des Feuers sind erste Bilder erkennbar.
"Vor Urzeiten ... in einer Zeit, die wir "Goldenes Zeitalter" nennen, lebten wir Zentauren in Einklang mit der Natur und den Wesen, mit denen wir diese Welt teilen. Doch dann kam die Zeit der Kriege, der Missgunst und des Hasses. Die Verfolgung durch die Sims. Wir waren gezwungen uns alle in unseren letzten Refugien zurück zuziehen. Wir Wesen des Waldes sind eine bunte Gemeinschaft. Wir Zentaur haben es uns zur Aufgabe gemacht, den Wald vor Unheil zu schützen. Als Kinder des Mondes, wie wir die Einhörner nannten, bat uns Tauriel diese eitlen Geschöpfe zu beschützen. Den ihnen wart die Fähigkeit gegeben, Kranke zu heilen und unsere Welt im Gleichgewicht zu halten. Doch ihr Stolz machte die Einhörner blind für die Gefahren, die außerhalb des Waldes auf sie lauerten. So reduzierte sich die Anzahl der Einhörner stetig ... bis nur noch Amalthea übrig blieb. ..." Cheiron atmete schwer durch. Ihm geht es sehr nahe. "Amalthea ... warum nur?" ... Agrios übernimmt. "Eines Tages kam ein Prinz in den magischen Wald und ruhte sich an einer Eiche aus. Während er so schlummerte beobachtete Amalthea ihn. Nach seinem Nickerchen bestieg der Fremde sein Pferd und ritt weiter. Sie folgte ihm. Geblendet von seinem nordischen Aussehen. Doch als Einhorn konnte sie sich ihm nicht nähern. ... Als Simfrau schon. ... Daher suchte Amalthea einen Magier auf, der sie in eine Frau verwandelte. Als diese offenbarte sie sich dem Prinzen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Damit nahm der Fluch seinen Lauf ... den um zur Simfrau werden zu können, musste Amalthea auf ihre Unsterblichkeit verzichten. Dies ist unumkehrbar. Damit gab sie sich der Vergänglichkeit preis ... nur wegen eines Sims ..." Verachtend schnaubt Agrios durch seine Nüstern aus. "Das letzte Einhorn heiratete den Prinzen, wurde zu seiner Gemahlin in einem Königreich namens "Nordwinde"." - "Und so lebten sie glücklich zusammen, bis sie kinderlos verstarben. ... Diese Legende ist auch uns Vampiren bekannt", führt Adam fort. Agrios und Cheiron sehen sich an und erwidern: "Das ist nur die halbe Wahrheit. ... Amalthea bekam mit dem Prinzen eine Tochter ... Ihr Name ist Hila"
Lilly betrachtet die Bilder an der Steinwand. Die Story von Amalthea ist dort abgebildet. Im schlichten Stil, fast wie ein Piktogramm, doch gut erkennbar. Schon erstaunlich, wie weit die Geschichte... Ihre Gedanken werden unterbrochen, als der Name Hila fällt, und auch Viktor horcht auf. "Das ist der Name, den Lúthien nannte!", sagt Viktor nun. Die Zentauren sehen ihn verwirrt an. Viktor wirft Lilly einen kurzen Blick zu und lässt ihr den Vortritt. Und so erzählt nun Lilly davon, wie die Elbin in ihren Erinnerungen gelesen hatte und danach Hila erwähnte. Bei der Erzählung läuft ihr ein Schauder über den Nacken. So ganz hat sie den Schmerz noch nicht verworfen, den das Licht bei ihr verursacht hat. Trotzdem erzählt sie tapfer bis zum Ende.
Die Zentauren hören aufmerksam zu und Cheiron sagt dann weiter: "Hila ist zwar als Sim geboren ... hat jedoch einen Teil der Magie ihrer Mutter erhalten. ... Amalthea starb im Kindbett. Über den Verlust kam der nun gekrönte König nicht hinweg. Da erschien Selene ihm. Sie bot ihm einen Handel vor. Wenn der König auf sein Kind verzichtet, würde sie ihm einen Wunsch erfüllen. Der König zögerte nicht und bat Selene darum, mit Amalthea wieder vereint zu werden. Dieser Bitte kam Selene nach. Sie überreichte ihm einen gefüllten Kelch. Er trank aus und verstarb ebenfalls mit einem Lächeln auf den Lippen. Man sagt, ihre Seelen trafen sich im Schein des Mondlichts und flogen Hand in Hand ins Licht. ... Selene nahm sich dem Kind an und übergab Hila in die Obhut von Tauriel. So wuchs das Kind bei uns auf."
"Und diese Hila muss das Mädchen dann vor dem Werwolf geschützt haben!", schlussfolgert Viktor, "Sie lebt also offenbar noch!" Das könnte eine gute Nachricht sein... wenn er nur wüsste, wo sie jetzt ist. "Sie war also in unserer Welt.", fügt er noch hinzu. "Wer ist der Magier, der Amalthea verwandelt hat?", fragt Viktor nun. Hoffentlich nicht Rasputin. Aber wahrscheinlich nicht.
Cheiron antwortet: "Das weiß keiner so genau. Es muss aber ein mächtiger Magier sein. Ein solcher Zauber braucht ein großes magisches Potenzial und Weisheit." Adam hört aufmerksam zu. Für ihn fügen sich die verschiedenen Puzzelteile zusammen.
Lilly schaut auf ihren Arm. Die Wunde schmerzt noch immer und wahrscheinlich würde eine Narbe zurückbleiben. Und auch einige andere Schrammen von dem Abenteuer mit der Augenbinde sind auf ihrem Arm zurück geblieben. "Tut mir leid für den plötzlichen Themenwechsel", sagt sie schließlich, "aber ist noch etwas von dem heilenden Tee übrig?" Lilly ist kein Feigling, und kann auch mal Schmerz ertragen, aber das heißt ja nicht, dass ihr dies Spaß macht.
Die Zentauren sehen sich an und Agrios erwidert: "Dann kehren wir nun zurück. Im Lager haben wir Tee für euch."
Lilly bedankt sich. Der Tee hilft wirklich. Im Lager macht sie es sich neben Viktor gemütlich, der ganz in Gedanken versunken ist. Er denkt über das Gesagte nach.
Cheiron legt sich neben den Vampiren ab. Agrios bleibt stehen. "Wenn Hila in der Simwelt ist ... schwebt sie in Gefahr. ... Als Simfrau ist sie zwar nicht auffällig ... aber jede andere Kreatur kann ihre Aura spüren. Wir müssen sie vor den Jägern schützen."
"Wir werden helfen wo wir können.", verspricht Lilly. "Doch wir wissen nicht, wo sie jetzt ist."
Cheirons Schweif schlägt unruhig herum. "Wir haben Hila beigebracht sich gut zu verstecken. Sie wird sicher klar kommen. Ich hoffe nur, dass sie zu uns zurückkehrt. ... Sie kann nicht alle Gefahren abwehren." Adam sieht zu dem Hengst und nickt. "Also gegen einen Werwolf hat sie sich behauptet. Die größte Gefahr werden wohl Sims oder Magier sein ... wie dieser Rasputin, der Einhörner jagt." Der Zentaur schnauft laut. Er kennt diese Gefahr, ist aber machtlos etwas dagegen zu tun.
"Wo der ist wüsste ich auch gerne.", knurrt Viktor. "Ich hätte noch ein Wörtchen mit ihm zu reden. Oder zwei." Man sieht ihm an, wieviel Wut sich auf Rasputin angestaut hat.
"Das kann ich nachvollziehen", sagt Cheiron lediglich.
Da niemand weiß, wo sich Hila befindet, bleibt den Vampiren nichts anderes übrig, als es vorerst dabei zu belassen. Zumindest haben sie nun einen Namen und eine Geschichte, an die sie sich halten können. Man verabschiedet sich nun, und auch die Krieger scheinen mittlerweile ein wenig respektvoller mit den Vampiren umzugehen. Doch es ist keiner von ihnen, sondern die junge Zentaurin, die sie zum Portal begleitet. Nun erfahren Lilly, Viktor und Adam auch ihren Namen: Meloe. Am Ende verbeugen sich die drei vor ihrer Begleitung, bevor sie durch das Portal zurück kehren.
Viola ist nirgends zu sehen. Vielleicht ist sie schon zur Villa Blutrose zurück gekehrt. Weder Lilly noch Viktor machen sich im Moment Sorgen darüber. Ihre Tochter kann auf sich selbst aufpassen. "Wenn wir etwas über Hila herausfinden, melden wir uns.", sagt Viktor nun zu Adam, wohlwissend, dass dieser genauso handeln wird. Dann geht es heimwärts.
Adam verabschiedet sich auch und kehrt mit dieser Informationsflut zu seiner Lordschaft zurück.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )