Forum Discussion
3 years ago
Ort: Willow Creek, Haushalt Panera + Altenheim 'Shady Pines', Brindleton Bay
Charaktere: Denize, Chip, Isla
Geschichtsstrang: Besuch bei Oma (Teil 1)
Denize wartet vor dem Haus auf Chip. Das Gespräch mit Nadine ist immer noch sehr präsent, doch sie wird bei ihrem Plan bleiben und ihrem Freund nichts sagen. Er könnte sauer werden und sie mit dem Baby allein lassen. Ihr ist klar, spätestens wenn sie zu nimmt, gibt es keinen anderen Weg mehr aber bis dahin, kann sie vielleicht einmal ihre Fühler ausstrecken und horchen wie er dazu steht. Sie nickt sich innerlich zu. Ja, das wird sie machen. Ganz unschuldig und unverbindlich. Die Straße hinauf kann sie ihn schon sehen. Vielleicht sagen ihr Omas Karten nachher etwas beruhigendes.
In Gedanken bei neuen Songs und am überlegen, wo er auf die Schnelle neue Basssaiten herbekommt, schlendert Chip in Richtung Denize' Haus. Er hat heute beim üben gemerkt, dass sie einfach nicht mehr gut klingen. Schon zu viel gespielt damit. Im Simnet stand, dass man die auskochen kann um den Schmutz in den Windungen zu entfernen, dann wären sie wieder wie neu. Das sollte aber nicht gerade in Margas Beisein geschehen, sie mag es gar nicht, wenn er in ihrer Küche mit ihren heiligen Kochtöpfen hantiert. Jedenfalls nicht ohne Aufsicht. Das Üben hat entsprechend wenig Spaß gemacht heute und Chip ärgert sich ein bisschen darüber. Als er von weitem Denize schon warten sieht, bessert sich seine Laune sofort. Heute ist er mit dem Bus gekommen, ein Skateboard im Seniorenheim wäre nur Ballast zum herumtragen. Außerdem ist spazieren gehen mit seiner Freundin immer was besonderes. Puh...wird er langsam alt? Spazieren gehen? Er grinst ein bisschen vor sich hin. Mit Denize ist eben alles im Leben schöner. Wie ihre Oma wohl so ist? Schön, dass sie noch eine hat. Chip stellt sich das heimelig vor mit einer Großmutter, die immer Zeit hat, Kuchen backt, Lieblingsessen kocht und stolz auf ihre Enkel ist. Na, man wird's ja sehen dann. Er beschleunigt seine Schritte und umarmt sie zur Begrüßung. "Hi Sonnenschein, alles klar bei dir?" fragt er und küsst sie zärtlich und ein wenig sehnsuchtsvoll.
Denize küsst ihn genau so sehnsuchtsvoll zurück und wünscht sich in die Zeit vor dem verhängnisvollen Ausflug mit dem gestohlenen Auto zurück. „Alles bestens.“ sagt sie anschliessend. „Freust du dich schon Oma kennenzulernen?“ sie grinst ihn an um nichts von ihren inneren Konflikten preiszugeben.
„Bin jedenfalls gespannt.“ antwortet Chip während sie los laufen. „Muss schön sein eine Großmutter zu haben.“ Er schweigt einen Moment. „ Ich hab keine Erinnerung an meine.“
Sie machen sich auf den Weg nach Brindleton. Denize nickt. „Die Eltern meines Vaters kenne ich auch nicht. Aber du wirst Oma mögen, sie legt dir bestimmt die Karten wenn du willst. Sagt dir voraus wieviele Kinder du mal haben wirst und so..“ Denize lacht um die Aussage als Scherz zu tarnen. Sie nimmt seine Hand und verschränkt ihre Finger mit seinen, dann blickt sie ihn aufmerksam an.
"Sie legt Karten?" fragt Chip leicht die Stirn runzelnd. "Was ist sie? So ne Art Wahrsagerin?" Er grinst ein bisschen, obwohl ihm das Thema nicht ganz geheuer ist. Er erinnert sich an die Nacht in der Geistervilla, in der Denize durch die Glaskugel Kontakt aufgenommen hatte zu diesem Geist..hatte sie nicht erwähnt ihre Oma habe besondere Fähigkeiten? Er überspielt die Unsicherheit und redet leicht schmunzelnd weiter. "Oh Mann, ich hab schon genug damit zu tun meinen eigenen Hintern trocken und sauber zu halten, da brauch ich nicht noch Kinder zum versorgen." Kurz fällt ihm Stephen ein, der an dem Morgen im Wohnzimmer meinte, dass er froh sein könne keine hungrigen Mäuler stopfen zu müssen. Und ob er darüber froh ist. "Jedenfalls nicht bevor ich viel Geld verdient hab. Außerdem vertragen sich ein Leben als Musiker und Kinder schlecht." Sorglos schwingt er ihre verschränkten Hände ein wenig vor und zurück. "Aber vielleicht kann sie mir sagen, ob wir mit der Band erfolgreich sein werden." Er dreht den Kopf und lächelt sie an.
Oh Mann. Etwa so hat Denize die Antwort erwartet und befürchtet. Er wird sie hassen wenn sie diese Bombe platzen lässt. "Ja sie spricht mit Geistern. Vielleicht sind sie dir heute gut gesinnt." lächelt Denize. "Du kamst gut mit Lashawn aus, beim Sozialprojekt, nicht war? Du hattest doch solche Bedenken." wechselt sie das Thema.
Nachdenklich zögert Chip die Antwort ein paar Augenblicke hinaus. Wieso das mit Lashawn so gut geklappt hat ist ihm nach wie vor ein kleines Rätsel. "Hm..ja, schon. Ich dachte ja erst ich muss im Kirchenchor singen, das wär wohl eher ein Drama geworden." Er muss lachen bei der Vorstellung. "Aber ist mir erspart geblieben." Mit der freien Hand rückt er die Cap zurecht. "Sie ist in Ordnung. Hat ein gutes Herz und so."
"Ich habe einen Delphin sterben sehen..." sagt Denize nahtlos und beinahe monoton. Sie sagt es zu der Straße, während sie sich zurück erinnert. Sie wollte es einfach los werden, einmal ausgesprochen haben.
"Was!?" Chip denkt an die Schulstunde zurück und was Denize und Buzz berichtet hatten von ihrem Projekt. "Davon habt ihr nichts gesagt heute." Er legt seinen Arm um sie. "Erzähl wie das passiert ist."
"Ich hatte Angst ich müsse vor der ganzen Klasse weinen." erklärt sie. "Er lag da, am Strand und war zu schwer zum bewegen. Die Leute wollten Wasser bringen bis wir eine Lösung gefunden haben und Buzz ist zu ihm gegangen und bald darauf war er tot. Er hat gebetet oder so. Es war bewegend aber so unendlich traurig." Denize atmet tief ein. "Ich hätte ihn gern gerettet." Jetzt erst blickt sie wieder auf zu ihrem Freund. "Tut mir leid. Es ist schön das es mit Lashawn so gut geklappt hat. Ich musste das einfach los werden. Es hat mir so leid getan..."
Erleichtert dass Denize wegen Lashawn überhaupt nicht eifersüchtig klingt, nickt Chip einfach. "Alles gut..kann ich mir vorstellen dass das ganz schön hart war." Er denkt nochmal nach was sie gerade gesagt hat. "Und Buzz hat gebetet? Und dann ist er gestorben?" Er kann sich gerade noch zurück halten zu sagen, war wohl das falsche Gebet. Blöder joke an dieser Stelle. "Du hättest nicht mehr tun können denk ich. Machst du dir Vorwürfe?" Besorgt blickt er in ihr trauriges Gesicht.
Sie denkt darüber nach, dann schüttelt sie den Kopf. "Nein ich denke nicht. Wer weiß wie lange er dort schon gelitten hat."
Nachdenklich schweift Chips Blick in die Ferne Richtung Meer, das man ab und zu hervorblitzen sieht. "Ja, das will man sich nicht vorstellen..aber es gibt nun mal Sachen, die passieren und man hat keinen Einfluss darauf und.." Er schüttelt sich kurz, weil ihm plötzlich kühl wird. ".. und man muss sie einfach akzeptieren und damit leben, dass man nichts machen konnte." Seine Augen ruhen jetzt wieder auf Denize. Lächelnd fährt er fort:" Wenigstens hat er noch das Glück gehabt, einem Engel zu begegnen an seinem Sterbetag, das hat er sicher gespürt."
Einen leichteren Ton anschlagend erkundigt er sich fast beiläufig:" Nadine ist ganz schön abgegangen heute. Sie und Lucía waren kaum zu bremsen." Er versucht Denize' Gesichtsausdruck einzuschätzen eher er weiter redet. "Sie hat sich nicht nur optisch ganz schön verändert .. wie ist das für dich?"
„Ich schätze es tut ihr gut. Sie ist selbstbewusster.“ entgegnet Denize auf die Strasse vor sich schauend. „Ich freu mich für sie dass sie was hat was ihr Freude macht. Warum? Gefällt 's dir nicht?“
Chip zuckt mit den Schultern. „ Ist mir egal, hat mich nur wegen dir interessiert. Ihr.. seid ja schließlich sowas wie Besties, oder? Habt ihr euch eigentlich mal getroffen? Hast mal was gesagt davon..“
„Ja.“ Denize denkt an das Treffen zurück. Was sie besprochen haben kann sie ihm nicht alles erzählen, aber sie kann ihm einen Brocken hinwerfen, damit sie wenigstens etwas erzählt hat. „Sie ist wieder verliebt.“ sagt sie und lächelt Chip fein an.
Eine Braue hebend lächelt Chip zurück. „Ach? Endlich Blaze überwunden?… in Nate wahrscheinlich.“
Jetzt lächelt Denize ehrlich und schüttelt den Kopf. „Dacht ich auch, aber er ist es nicht. Ich kenn sie nicht, aber soll in der Parallelklasse sein.“ aufmerksam sieht sie Chip an, um seine Reaktion zu sehen.
Jetzt muss Chip doch grinsen. „ SO überwunden gleich? Hm… why not, ich mein… wenn‘s ihr Ernst ist damit. Drum engagiert sie sich so, kapiert.“ Er überlegt kurz. „ Und das hat sie mal eben so in den Sommerferien raus gefunden?“ Müssen ja bewegte Wochen gewesen sein.. mit Chip geht kurz die Fantasie durch, während er auf Denize‘ Antwort wartet.
„Sie hat viel nachgedacht und probiert mal was Neues aus. Ich finde das mutig.“ Denize denkt kurz nach, dann fällt ihr etwas ein, „Achja, Oliver wird am Wochenende da sein… aber ich hoffe wirklich es ist nicht so gefährlich wie es sich anhört…“ sie seufzt, „Er sagt zwar er habe geübt, aber… ich hab viel über den Berg gehört.“
Jetzt heißt‘s gut abwägen. Chip nickt. „Klar das ist nicht ganz ohne, aber wir übertreiben schon nicht. Er kann ja jederzeit abbrechen.“ ...kann er nicht, wenn er erstmal Fahrt aufgenommen hat.. Dass ihm selber was passieren könnte, auf die Idee kommt er gar nicht. "Mach dir nicht zu viel Gedanken, ist ja nur zum Spaß.“
„Ich möchte mitkommen.“ sagt Denize entschieden. „Ich vertrau dir, aber irgendwas kann immer passieren. Ich will dabei sein.“
..um was genau zu tun? "Ja, bist dann auch unser Schutzengel." Chip drückt ihre Hand und bemerkt dass das Seniorenheim in Sicht kommt. "Hey, wir sind gleich da, bin echt gespannt auf deine Oma." Beide beschleunigen ihre Schritte. Chip fühlt sich erleichtert, dass gleich erfreulichere Themen auf dem Programm stehen werden.
Brindleton Bay, Shady Pines Seniorenwohnheim
Beim Altersheim angekommen, gehen beide direkt hinein. Isla sitzt im Essbereich an einem Tisch, ein Wasser vor sich und wirkt zufrieden. Sie hat die Augen geschlossen und ein sanftes Lächeln umspielt ihre Lippen. Als Denize und Chip näher kommen öffnet sie die Augen. "Hallo Liebes." - "Hi Oma." Denize umarmt ihre Grossmutter kurz ohne dass sie aufstehen muss. "Das ist mein Freund Adrian." sie lächelt. "Ach das freut mich dich kennen zu lernen Adrian." sagt Isla und streckt ihm freundlich die Hand entgegen.
Angenehm überrascht sieht Chip sich um, während sie in Richtung von Denize' Oma gehen. Es ist alles sehr hell hier und die wenigen Bewohner die gerade im Raum sitzen sehen zufrieden aus und unterhalten sich teilweise rege. Das hat er sich definitiv weniger schön vorgestellt, so ein Seniorenwohnheim.
Als seine Freundin ihn ihrer Großmutter vorstellt, erwidert er das Lächeln freundlich. Sie wirkt sympathisch, hat tiefgründige Augen und einen offenen Gesichtsausdruck...ihr Lächeln ist so schön, wie das von Denize. "Guten Tag Fr... Hallo Oma." begrüßt er sie schließlich schmunzelnd. Er hat keinen Schimmer wie sie mit Nachnamen heißt. "Wie geht es Ihnen?" Durch den Kontakt mit Nana fühlt sich der Umgang mit älteren Menschen nicht mehr ganz so fremd an und Chip entspannt sich innerlich.
Isla lacht mit geschlossenem Mund. „Danke, mir geht es wunderbar. Ich bin Isla, aber nenn mich Oma. Das ist in Ordnung.“ antwortet sie. „Setzt euch doch Kinder. Wie geht es euch denn?“ Denize setzt sich und legt die Hände auf den Tisch. Sie lächelt. Am liebsten würde sie mit der Tür ins Haus fallen, doch das geht nicht. „Gut, Adrian ist neugierig wie du das mit den Karten machst.“ sagt sie und zwinkert ihm anschließend unschuldig zu.
Isla lächelt Chip an, „Willst du sehen was die Loa für dich bereit halten?“
Denize ist innerlich zufrieden, ihre Ungeduld wird erträglicher. „Ich habe auch eine Frage an die Loa.“ sagt sie ehe ihr Freund antworten kann. „Aber Oma, zuerst, möchtest du noch ein Wasser oder so?“ Wie aufs Stichwort tritt Chris an den Tisch.
„Kann ich euch etwas bringen?“ fragt er und sein Blick fällt auf den Skatepark-Freund. „Hi Chip.“ er fragt nicht was er hier tut, es ist offensichtlich. „Ich hab keinen Alk da, klar?“ scherzt er.
„Das ist gelogen.“ schmunzelt Isla und Chris tritt zu ihr und meint gedämpft, „Psst, das war eine Ausnahme.“ Beide grinsen als hätten sie ein Geheimnis. „Also, was darfs sein?“ fragt Chris nochmal freundlich in die Runde und legt die Hände aufeinander. Er wirkt total anders als Chip es gewohnt ist.
Amüsiert die Augenbrauen hebend grinst Chip seinen Kumpel an. "Hi Chris, wenn das so ist nehm ich wenigstens nen Zuckerschub..irgend ne Limo oder sowas." Total strange Chris hier in diesem Umfeld zu erleben, aber er scheint sich wohl zu fühlen mit seiner Arbeit, obwohl er Chip in der Freizeit manchmal gar nicht so zufrieden mit seinem Leben vorkommt. Na ja, für Zufriedenheit braucht's eben auch mehr, als nur den Job. "Limo kommt sofort." sagt Chris und nimmt die Bestellung von Isla und Denize entgegen ehe er geht.
Chip blickt zu Denize, dann zu ihrer Oma. Er windet sich innerlich ein bisschen. Die Loa? Isla macht ihn neugierig und zugleich ist ihm diese Kartengeschichte unheimlich. Was kann sie wirklich sehen? Spüren? Entdecken? Denize' Worte und ihr Blick lassen ihm aber kaum eine Ausweichmöglichkeit. "Ich denk schon." antwortet er deshalb der älteren Dame und zuckt nickend etwas mit den Schultern. "Muss ich dafür was Bestimmtes tun?" Sein Ton enthält eine Spur Verunsicherung.
Isla ist auf Chip fokussiert, sie lächelt mild. "Du musst nur die Augen schließen und dich auf deine Frage an die Loa konzentrieren. Dann lege ich die Karten." Sie zieht die verzierte Holzbox zu sich heran in der ihr Werkzeug verstaut liegt. "Bist du bereit?" fragt sie mit sichtlicher Vorfreude. Denize blickt zu Chip. Ihre Oma liebt es die Karten zu legen, will es nicht so gern zeigen aber kann oft nicht anders. Hoffentlich fühlt er sich nicht bedrängt.
Eine bestimmte Frage also. Chip schaut wieder zu Denize und begegnet ihrem Blick. Er lächelt und wendet sich dann Isla zu. Es gäbe drei Bereiche zu denen ihm eine Frage einfallen würde. Alle sind ihm sehr wichtig. Schwierig.Aber ein Thema bedrückt ihn besonders...
Er nimmt Denize' Hand, verschränkt seine Finger mit ihren und antwortet: "Okay, ich bin bereit. Sie sagen mir wann ich die Augen zu machen muss." Im selben Moment bringt Chris die Getränke.
"Hier, danach seid ihr ungestört." sagt Chris und verteilt die Getränke. Er ist fasziniert wie Isla das ganze drum herum immer ausblenden kann. Es stört sie offenbar nicht beim Karten Legen. Die Hand auf der Box sagt ihm, dass sie wieder kurz davor ist. Chris grinst Chip an. "Pass auf was du dir wünschst." Dann geht er und lässt die kleine Gruppe für sich.
Denize hält Chips Hand fest. Gerne würde sie wissen welche Frage ihm auf der Zunge liegt. Vielleicht sagt ers ihr später. Sie sieht zu Isla, die nickt. Sie trinkt von ihrem Wasser und lächelt freundlich. "Wenn du soweit bist, schließ die Augen." sagt sie mit dieser speziellen Ruhe in der Stimme. "Und stell dir die Frage vor deinem inneren Auge vor." Während sie das sagt, nimmt sie die Karten aus der Box und beginnt sie zu mischen.
Chip atmet einmal tief durch und schließt die Augen. Ein bisschen aufgeregt ist er schon. Wenn man ihn vor der Geisternacht gefragt hätte, ob er an solche Dinge glaubt, wäre er in Gelächter ausgebrochen und hätte einen lockeren Spruch auf der Lippe gehabt. Doch heute sieht das etwas anders aus. Trotzdem ist er bereit sich auf das Abenteuer ein zu lassen.
Isla schließt selbst die Augen, dann nimmt sie die erste Karte in die Hand. Sie hält sie hoch und öffnet die Augen. "Die erste Karte," beginnt sie und wartet bis er die Augen öffnet, "sagt uns worum es geht." Sie legt die Welt verkehrt herum auf den freien Platz auf dem Tisch, so das Chip sie gut sehen kann. Im Zentrum der Karte ist eine nackte Frau mit einem sanft um den Körper wehenden violetten Tuch. Sie tanzt in harmonischer Bewegung mit Stäben der Polaritäten. Isla blickt zu Chip um in seinem Gesicht zu lesen.
Verblüfft blickt Chip auf die Karte. What the..? Das ist unheimlich...Soll er jetzt dazu was sagen? Sein Blick geht zu Isla, in Denize' Richtung zu schauen vermeidet er tunlichst. Eine beinahe nackte, nur mit einem Tuch bedeckte Frau? Darum geht es hier beim legen? Im Ernst? Er räuspert sich um seine Verwirrung zu überspielen und fragt dann:"Und...was sagt die Karte jetzt genau?" Sein Herz klopft etwas schneller. Er hat keine Ahnung wie das jetzt gedeutet wird, aber die Sache macht ihn zunehmend nervös. Er löst seine Hand von Denize, weil er merkt dass die Innenflächen leicht feucht werden, und schiebt sie in die Hosentasche.
"Starre, Unwissenheit, Verwirrung." sagt Isla nachdenklich. Sie deutet die negativen Eigenschaften aus der Karte, da sie auf dem Kopf liegt. Die nackte Frau ist Chip zugewandt.
"Die Karte deutet auf schwer überwindbare Hindernisse und irrationale Denkweisen hin." Isla blickt erneut zu Chip. "Versuchst du etwas zu überwinden? Antworte nicht. Lass uns sehen was du vermeiden sollst." Denize beobachtet Isla. Ihr Bauchgefühl meldet sich mit einem unguten Gefühl, was verstärkt wird als Chip ihre Hand los lässt, doch sie kann nicht benennen warum.
Irrational? Schon möglich.."Hm, okay...vielleicht wird das noch klarer mit den nächsten Karten? Ich versteh es nicht wirklich im Moment." Tatsächlich versteht Chip mehr als er zugibt und das was er raus hört gefällt ihm nicht.
Isla legt die nächste Karte richtig herum neben die Erste. Auf dem Motiv ist ein Erzengel zu sehen der in eine Posaune bläst. Die Verstorbenen steigen aus ihren Gräbern, die Ertrunkenen erheben sich aus dem Meer und schauen in den Himmel. Es ist die Karte 'das Gericht'.
Isla blickt zu Denize, dann zu Chip. Man könnte meinen sie wirke unsicher, vielleicht aber auch nur zurückhaltend.
"Die Karte empfiehlt tiefer in dein Innerstes zu gehen. Es ist nicht die Frage ob du es willst. Du musst. Sonst kommt die 'Strafe' in Form von Unzufriedenheit. Das Gericht zeigt uns das Wahrheit aus der Dunkelheit aufsteigt und das wir befreit werden von unseren Sorgen und schlechten Hindernissen die uns einklemmen. Ich glaube nicht dass die Loa dir davon abraten die Wahrheit zu sagen, oder Gerechtigkeit zu vermeiden. Die Loa sind nicht immer einfach zu verstehen. Vielleicht solltest du einfach nur vermeiden, das was sich in deinem Inneren windet, zu ignorieren."
Das Gericht? Das wird ja immer besser.. "Okay." Mehr fällt Chip nicht ein. Hier geht's grade viel tiefer zur Sache, als er erwartet hat, aber das braucht ja keiner zu wissen. "Dann werd ich wohl mal in mich gehen müssen, vielleicht werd ich von all meinen Schulsorgen befreit." Er zwinkert Denize zu, in der Hoffnung wieder etwas Leichtigkeit in seinem Inneren und überhaupt ins Thema zu bringen. Islas Blick fühlt sich an, als könne sie in seine Seele schauen. Ihre Augen sind freundlich, aber Chip fühlt sich fast so nackt wie die Frau von der ersten Karte, wenn sie ihn anschaut.
Isla wendet sich wieder ihrem Stapel zu. Sie nimmt eine Karte und sagt, "Sehen wir was du tun sollst."
Über die ersten beiden legt sie eine Karte eines von Strahlen umgebenen, sonnengelben Mondes auf tiefblauem Nachthimmel. Verkehrt herum. Das Antlitz im Mond ist als Sichel dargestellt und erhebt sich zwischen steinernen Türmen. Unter der Wasseroberfläche lauert ein Krebs.
"Du scheinst Ängste zu haben, bist unsicher in dieser Sache und fürchtest dich vor Rückschlägen." deutet die alte Frau. "Der Mond erlöst von Verdrängtem und versinnbildlicht das Tiefgründige. Der Krebs steht für die Gefahr im tiefen Wasser." Isla zeigt darauf. "Er symbolisiert erneut nach innen zu gehen. Krebse, wenn sie ihre Beute gefangen haben, ziehen sich zurück um zu essen und zu verdauen. Wir müssen unsere Erfahrungen, Erkenntnisse und Informationen die Tief in uns sind verarbeiten um den richtigen Weg für die Zukunft zu wählen." Sie deutet jetzt auf die beiden anderen Tiere auf der Karte. "Der Hund und der Schakal werden unsere Freunde und Begleiter, wenn wir es unter Kontrolle kriegen. Sonst werden sie zu Feinden. Sie sind unsere Angst und der Zweifel. Wir müssen klar sein auf unserem Weg. Du musst klar sein, sonst bleibst du auf halber Strecke liegen. Du musst trotz Angst das Richtige tun. Die Angst gibt dir Energie, darf aber nie die Überhand gewinnen. Das wird durch den schmalen Grad hier symbolisiert." Isla denkt eine Weile nach, dann fügt sie noch mehr hinzu als hätte die Karte es ihr angetan, so wie sie da auf dem Kopf liegt. "Der Mond warnt vor Irrwegen und Trugbildern."
Denize fragt sich wirklich was Chip grade bewegt. Sie verschränkt die Hände ineinander und schweigt.
Das berührt jetzt wirklich Tiefen, die Chip in seiner ursprünglichen Frage nicht auf dem Schirm hatte und das ist ...das darf jetzt nicht an die Oberfläche kommen. Auf keinen Fall. "Das ist alles sehr interessant...kommt noch eine Karte?" Als Isla bejaht, schließt Chip wieder die Augen und hofft, dass es diesmal eine richtig positive Karte wird. Seine Hand sucht wieder die von Denize und umschließt sie.
"Die letzte Karte sagt uns wozu das alles gut ist."
Isla legt unter alle Karten den Teufel auf dem Kopf. Den Fürsten der Finsternis, zu seinen Füssen ein gefesseltes Paar welches Chip mit Teufelsschwanz und Hörnern teuflisch anstarrt.
"Der Teufel ist Repräsentant für die Schattenseiten. Seine Botschaft ist die Befreiung von Tabus und bizarren Gedanken. Die Karte fordert auf, die Ketten des Geistes zu sprengen." Isla denkt über ihre Worte nach und versucht spezifischer zu werden. "Es ist ein Sinnbild welches Illusionen und Gefühle der Unfreiheit hervorruft. Unser Unterbewusstsein will uns auf fremdbestimmte Lebenssituationen hinweisen. Erkennen der eigenen Verantwortung könnte der Sinn des ganzen sein. Es ist schwierig diese Karte genau zu erfassen, da der Teufel für jeden einzelnen von uns eine Maske aufsetzt. Er ist das wovor wir Angst haben und uns deswegen 'versklaven lassen', wie der Mann und die Frau zu seinen Füßen. Weiter bedeutet die Karte, das wir unsere tierischen Triebe richtig kanalisieren und transformieren müssen um weiter zu kommen. Sie will dir zeigen, dass egal um was es geht, du höllisch aufpassen musst, denn du wirst mit deinen dunklen Seiten konfrontiert werden."
Denize drückt Chips Hand. Isla scheint keine guten Neuigkeiten für ihn zu haben oder vielleicht sind die Loa heute einfach nicht gut gelaunt? Ob es klug ist sich heute auf ihre Frage auch noch eine Antwort legen zu lassen?
Unwillkürlich drückt Chip Denize Hand zurück. Das ist wirklich unheimlich. Er hofft inständig, dass man ihm den inneren Aufruhr nicht anmerkt und schwört sich gleichzeitig dass ihn NIE! wieder jemand zu sowas überreden wird. Auch nicht Denize. Nachdem er seine Limo in einem Zug ausgetrunken hat, setzt er ein Lächeln auf und bedankt sich bei Isla. "Da hab ich ja Einiges zum Nachdenken jetzt. Ich hoffe irgendwann kann ich das Puzzle zusammen setzen." In Wirklichkeit fehlt da kein einziges Stückchen...das Ganze ist vollständig und gerade deshalb so beunruhigend. Ablenkung ist die beste Verteidigung. "Willst du es auch noch versuchen Denize?" fragt er. "Wäre ja schon spannend was die Loa für eine Botschaft an dich haben."
(in Zusammenarbeit mit @Ripzha )