Forum Discussion
Ripzha
3 years agoSeasoned Ace
Ort: Newcrest - Naturkundemuseum
Charaktere: Victoria, Lashawn, Artjom, Tania
Geschichtsstrang: Im Museum - Känozoikum
Lashawn begrüßt ihre Mitschüler freundlich und läuft mit ihnen zu der Ausstellung, wo gerade das Thema "Eiszeit" mit eindrucksvollen Höhlenmalereien, Mammutexponaten und Steinzeit-Menschen hervorgehoben wird.
Die Afroamerikanerin schaut sich die Höhlenmalereien an. "Wow", sagt sie staunend. Eine Nachbildung der Malereien aus der Chauvet-Höhlen in Frankreich.
"Interessant." meint Artjom. "Sieht anders aus als bei anderen Höhlenmalereien. Als hätten sie versucht nen Trickfilm zu malen. Das Bison da hat einfach acht Beine." beobachtet er.
Lashawn nickt. "Das finde ich very interesting. ... What unsere Vorfahren alles konnten."
Artjom mustert Lashawn. "Woher kommst du genau?" fragt er auf Grund ihres Akzents. Er hat sie bis dato nur selten Sprechen gehört.
Sie sieht zum Mitschüler und antwortet: "Ich komme aus einer Ecke von San Mychuno."
Nicht die Antwort die er erwartet hat, also noch ein Versuch, "Du bist hier aufgewachsen? Und deine Eltern?"
Verwundert sieht Lashawn Artjom an. "Yes. My Parents also." Bis bei ihr der Groschen fällt. "Oh ... because I am black?"
Das meinte er zwar nicht aber jetzt wo sie sagt, "Eher wegen deinem Akzent." sagt er und grinst ein bisschen verlegen.
Da hat sie wohl was in den falschen Hals bekommen. "Oh ... I am sorry. Ich bin Afroamerikanerin", erklärt sie nun.
"Ah, Amerikanerin mit afrikanischem Ursprung. Spannende Geschichte, wenn auch etwas düster." bemerkt er. "Gehört das auch zum Nach-Dino-Zeitalter?" fragt er charmant scherzend, "Darüber weiss ich ein bisschen mehr als über..." er schaut sich um und findet in einer Vitrine eine bemalte Tonscherbe, "...Vasen und so." er grinst einnehmend.
Ja, die Geschichte der Afroamerikaner ist düster. Es ist noch nicht alles super, aber Lashawn ist froh im Jetzt zu leben. Sie sieht zur Vase und meint dann: "Yes, our history gehört dazu. ... But I think Frau Fernández möchte, that we konzentrieren auf die Geologie und was da alles war." Sie geht nun zu einer Tafel wo die Phasen des Känozoikums Paläogen, Neogen und Quartär aufgelistet sind. Sie zeigt darauf. "Like this."
Artjom seufzt lächelnd. Hachja, dann eben das. „Hey ich wollt dir nicht zu nahe treten. Ich war einfach… neugierig.“ freundlich blickt er sich um und zurück zu Lashawn, „Ich kenn hier halt noch niemanden, weisst du?“
"It's ok", sagt sie neutral. Sie lächelt Artjom dabei an. "Yes, you are new. Möchtest du etwas über dich erzählen?", fragt sie vorsichtig.
"Über mich?" er hebt überrascht die Brauen, "Was gibts da.." er denkt ein bisschen nach und fährt mit dem Finger an der Kante eines Glaskastens entlang. "Die Geschichte meiner Vorfahren ist auch düster." meint er. "Neben Kriegen, Konflikten und Armut, aber das ist Geschichte. Meine Mutter ist Ukrainerin und mein Vater wurde in Krim geboren. Weiss nicht ob du die Geschichte kennst. Als er ein kleines Kind war explodierte fast neben ihm eine Granate. Er ist taub und spricht nur Gebärdensprache. Die kann ich desswegen heute auch." Den letzten Satz spricht er und macht zusätzlich die Bewegungen mit den Händen, wie zum Beweis, dann lächelt er. "Aber ich lebe eigentlich schon immer in Simswelt."
Aufmerksam hört Lashawn zu. "Das mit deinem Vater tut mir leid." Sie überkreuzt die Hände vor der Brust und murmelt ein kurzes Gebet. "Krieg ist sehr schlimm."
"Ja naja, er meint immer er kennts nicht anders." Er blickt sich um. "Sollen wir eigentlich was aufschreiben? Du hast bestimmt die schönere Handschrift." er lächelt wieder charmant.
Dieses charmante Lächeln macht Lashawn irgendwie neugierig. Sie achtet häufig auf die Mimik anderer und daher fällt das Lächeln von Artjom ihr besonders auf. Leicht errötet antwortet sie: "Ich kann gerne paar Notizen machen."
Da sich Victoria und Tania grade in einer anderen Ecke über das Thema unterhalten und ein paar Sachen notieren, bedeutet dass halbe Arbeit. Artjom schlendert ein bisschen weiter und zeigt auf ein paar Tonfiguren zu denen sie von der Notiztafel ein paar Informationen entnehmen. Um alles wieder ein wenig aufzulockern, fragt Artjom, "Und? Was kannst du mir so über unsere Mitschüler erzählen? Irgendwelche Tipps? Oder Warnungen?" Das letzte Wort betont er scherzhaft. Lashawn wirkt eigentlich nicht wie eine Tratschtante, aber ein Versuch ists wert. Als Neuer, sind solche Dinge zu wissen Gold wert.
Lashawn sieht zu Artjom und sagt lediglich: "All of us sind nett. ... But ... for sure ... Ich mag nicht jeden." Sie notiert sich etwas über die Tonfiguren und geht dann weiter in Richtung Bronzezeit Exponate.
Artjom lächelt schief, „Wen magst du denn so?“
"Ich bin mit Buzz und Bea sehr gut befreundet. Ellie und Shane sind very nice. ... Auch Kim und Nadine ... I like them. Vero is complicated", antwortet sie ihm aufrichtig.
Während die anderen weiter gingen war Ria vor einem der Ausstellungsstücke stehen geblieben. Es war ein riesiger, versteinerter Fisch der fast so groß war, das er die gesamte Wand dominierte an der er hing. Träumerisch betrachtete sie den versteinerten Zeugen längst vergangener Zeit und malte sich aus, was für eine Welt das gewesen sein musste, als solche Fische durch die Ozeane schwammen und trotz ihrer heute beindruckenden Größe nichts weiter als Guppys in einem Haifischbasin waren.
Langsam schlenderte sie weiter und ließ den Blick ihrer grauen Augen über jedes fossile Exponat gleiten. Sie war mit der Geschichte der Erdentstehung vertraut, mochte es sogar wie Darwinisten versuchten das Leben auf der Erde als zufälliges Produkt einer launischen Evolution darzustellen, als ob es reichte Aminosäuren die in einer Ursuppe schwammen unter Strom zu stellen um Blitze zu simulieren und damit sei das Leben auf dem Planeten entstanden und die Evolution bewiesen worden. Eine hübsche Theorie .. und eine ebenso absurde Vorstellung....
Allerdings ...hätte sie mit einer anderen Note als einer 6- rechnen können, wenn sie versucht hätte gegen die akzeptierte Lehre zu argumentieren? Vor allem - war die Wahrheit die ihr beigebracht worden war nicht viel monströser und erschreckender als die Vorstellung das vor endlos langer Zeit ein Affe auf die Idee gekommen war aufrecht zu laufen, anstelle der Vorstellung Selektion und Züchtung hätten den Aufstieg der Affenvorfahren aus dem Urschleim der Vergangenheit hin zum Menschen begünstigt? Hätte irgendjemand glauben können, der Neandertaler sei nicht von der Natur zum Aussterben selektiert, sondern gnadenlos ausgerottet worden um einen vielversprechenderen Experiment platz zu machen ?
Sie strich sich seufzend eine Strähne aus der Stirn zurück, schüttelte die Gedankengänge ab und folgte den anderen wieder mit etwas strafferen Schritten um auf zu holen. Die anderen waren gerade an einer Vitrine voller Götzenbilder stehen geblieben und unterhielten sich. Ria´s Blick streifte gedankenverloren über tonnenbäuchige Götzen und Handwerklich geschickten, aber dennoch primitiven Figuren als ihr schweifendes Auge fast wie magnetisch von einer Statuette angezogen wurde die fast versteckt zwischen den anderen Figuren stand.
Bevor sie sich besinnen konnte, murmelte sie leise - wie im Halbschlaf: "Tsathoggua".
Und bei der Äußerung dieses Wortes begann die Beleuchtung der Vitrine kurz zu flackern und das Steingrau der Figur sich schwärzlich-grün zu verändern. Dann verflog die Stromschwankung, die kaum einer im Saal bemerkt hatte und Ria wandte sich mit einem Ruck ab und beschleunigte ihre Schritte zum nächsten Raum hin.
Seltsamerweise entstand durch die spärliche Deckenbeleuchtung zwischen den heller erleuchteten Vitrinen die Illusion, ihr Schatten würde sich nicht ganz im Einklang mit ihr Bewegen, sondern der Vitrine zugewandt bleiben bis sie den Raum verlassen hatte. ... Und das dieser Schatten nichts menschenähnliches mehr an sich hatte ...
... als sie den Saal verlassen hatte und sich einem lebensgroßen Diorama gegenüber sah wurde Ria wieder ruhiger. Hier war es auch heller und aus den Lautsprechern drangen unartikulierte Rufe und ein übertriebenes Elefantentröten. Das Diorama zeigte eine Jagdszene die einen Stamm von halbwilden Homo Sapiens zeigte, das eines der wollbedeckten Mamuts in eine Falle gelockt hatte und jetzt von allen Seiten spitze Stöcke, Speere und Steine auf das zum Tode verurteilte Tier warfen.
Selbst in der distanzierten Sicherheit des Museums rang der Mut der Vorfahren den staunenden Publikum seinen Respekt ab. Auch wenn mehr als einer dem Mamut einen traurigen Blick zuwarf, dessen aufgerissene Glasaugen panisch in die Menschenmenge starrten.
Ria drehte sich um und wartete auf die anderen, die Hände in die Taschen ihrer Jacke geschoben. Schade das Shane nicht dabei war ... wieso dachte sie das grade? ... sie hatten seit der Nacht in Prag kein Wort mehr miteinander gewechselt. Wozu auch - er hatte doch, weswegen er sie um Hilfe gebeten hatte. Wieso dachte sie grade jetzt an ihn?....
... Vielleicht weil er dem was einen Freund in ihrem Alter ausmachte am nächsten kam ....
...Blödsinn...Verärgert schüttele sie den Kopf und zog die Hände aus der Jacke zurück, drehte sich auf den Absatz herum und wollte gerade den ersten Schritt machen, als sie bemerkte das sie damit fast in die andere Hälfte ihrer Gruppe gerannt wäre. Sie wechselte sie einen Blick mit Artjom und Lashawn und zog kurz die Mundwinkel zu einem entschuldigenden Lächeln hoch, wich ihnen aus und ging dann mit leicht federnden Schritten zurück um nach Tania zu sehen.
Tania hatte sich in der Zwischenzeit ein paar Ausstellungsstücke angesehen und wollte eigentlich Notizen gemacht haben. Aber ihre Gedanken waren nicht da, wo sie sein sollten.
Ob sich Paps nun ändern wird? Was wenn nicht? ... Ich sollte ihn weiter unter Druck setzen, dann hört er hoffentlich auf. Es macht sie fertig, solch eine große Angelegenheit zu verschweigen. Auch ihrer Mutter gegenüber war das nicht fair. Ihren Freundinnen hat sie von der Begebenheit gar nichts erzählt, ihre neue Frisur war die einzige Neuigkeit. Das soll auch so bleiben.
Tania dreht sich um und sieht zu Ria. "Und hast du dein Wissen schon erweitert?", sagt sie mit einem Grinsen zu ihr.
Atjom sieht Lashawn an, dann schweift sein Blick über ihre Schulter zu Tania und Ria. "Was ist mit denen Beiden?"
"Sind beide nett", erwidert die Gefragte.
Die rothaarige ist süss. Denkt Artjom, die andere... Naja erinnert ihn an den einen schwarzgekleideten Typen der mit ihnen zur Schule geht. "Ich frag mal wie weit die so sind." meint er, grinst und schlendert zu Tani und Ria rüber.
"Und?" unterbricht er das Gespräch der Beiden. "Fleißig Notizen gemacht?" er lächelt unschuldig. Er versucht sich an die Namen zu erinnern. "Sorry, ich bin voll schlecht mit Namen, heflt mir mal... T...tania?" er weisst auf sie. Bei dem Mädchen mit Kappe hat er keine Ahnung. Sie hat er auch irgendwie noch nicht oft bemerkt.
Tania lächelt und nickt. "Genau, Tania." Sie sieht auf ihr leeres Blatt. "Notizen? Fehlanzeige." Sie lacht.
Ria sah bei Tani´s Frage auf und nickte leicht. Sie zog ihren Block aus der Jackentasche und wollte grade loslegen als die beiden anderen wieder zum Gruppengespräch zurückkamen. Ihr Blick hing einen Moment an Artjom, dann blickte sie zur Seite - erfasste mit ihren Augen den gesamten Raum:
"Aufgeteilt in drei Systeme; Paläogen - direkt im Anschluss an die Kreidezeit und dem dort einsetzenden Massenaussterben aller nicht-vogelartigen Dinosaurier; dem Neogen mit den Einsetzen der ersten großen Eiszeit und dem Beginn der Bildung des Fennoskandinavischen Eisgürtels und schließlich dem Quartär, das von der letzten Eiszeit über das Abschmelzen der Gletscher in Nordeuropa und Nordamerika bis in das Holozän, also die Neuzeit reicht."
Sie hob ihren Block:
"Die genauen Zeiten hab ich aufgeschrieben." Sie deutete auf einen im Glaskasten aufgehäuften Knochenrest. "Auftauchen der ersten frühen Menschen-Arten im beginnenden Pleistozän; Homo rudolfensis; Homo habilis; Homo erectus und schließlich den bis heute überdauernden Homo sapiens, ausgehend vom afrikanischen Kontinent. Ehm ...."
Sie stockte und blickte fragend zwischen den dreien hin und her, ließ den Block wieder sinken und rezitierte seinen Inhalt aus dem Gedächtnis. "..Unterteilung in Altsteinzeit, Mittel- und Jungsteinzeit bis zum aufkommen erster früher Werkzeuge aus Kupfer und dem damit einhergehenden Übergang in die Kupfersteinzeit 2200 vor Christi Geburt. Bis dahin Waffen und Werkzeuge aus Feuer- und Splintsteine, Knochen Leder und Pflanzenfasern sowie erstes Ton- und Töpferhandwerk. Aufkommend von ersten sozialen Verbundeinheiten aus Familien und Stämmen, einhergehend mit dieser Entwicklung wiederum erste Riten- und Geisterkulte die bis heute stellenweise noch überdauert haben, etwa in den Glaubensstatuten der indigenen Völkern Afrikas, Süd- Mittel- und Nordamerikas."
Sie sah zu Artjom und seiner Begleiterin und hob fast schon entschuldigend wieder ihren Block. "... das eh ... ist natürlich alles a tempo zusammengefasst." sagte sie und zuckte andeutungsweise mit ihren schmalen Schultern.
Atjom mustert Tania. Sein blick wandert zu dem leeren Block und anschließend zu Ria die zu ausführen beginnt. Während sie spricht hebt er beide Brauen. Mit steigender Überraschung blickt er sie an und am ende der Erzählung zu Lashawn die ihm gefolgt ist. "Hattest recht. Beide Nett." wiederholt er was sie zuvor zu ihm gesagt hat. Ria weil sie offensichtlich richtig clever ist und ihnen massenhaft Zeit erspart und Tania weil sie einfach total sympathisch auf ihn wirkt. Daraufhin grinst er. "Hier wir haben auch was." Er bittet Lashawn um die Notiz und erklärt den beiden alles was sie über die Tonfiguren, die Vasen und die Höhlenmalereien im Detail aufgeschrieben hat. Spezifisch die fünf Methoden zur Alterbestimmung solcher Gemälde, wie auch die vier Deutungen unter die man die verschiedenen Kunstwerke unterteilt. Zum Schluss entnimmt er aus den Notizen, etwas über die Handnegative die sie betrachtete haben. Man ging, bis der Archäologe Dean Snow etwas anderes behauptete, davon aus das diese Handabdrücke von Männern stammen die ihre Jagderfahrungen auf diese Art umsetzten. Es stellte sich jedoch heraus das die aller meisten dieser 'Hände', an verschiedenen Orten in verschiedenen Höhlen von Frauen und Jugendlichen stammen, was die ganze Theorie über den Haufen warf. Artjom blickt auf, dann zu Lashawn. "Die Höhlenmalereien habens dir echt angetan, was?" scherzt er.
Tani ist zugleich erstaunt und beschämt. Sie hat keine Informationen zusammen getragen, sondern verharrte lediglich in ihrer Gedankenwelt. Sie sieht sich um und sieht ein paar Objekte, die bisher noch nicht erwähnt wurden. "Ich sehe mir das einmal ein und schreibe was zusammen." Mit ihrem Stift und Block in der Hand geht sie auf die Informationstafeln und liest sich diese durch.
Artjom gibt Lashawn die Notizen zurück ohne Tania aus den Augen zu lassen und folgt ihr vor einen Glaskasten mit nachgebildeten, gras grünen Farnen. "Ich helf dir." meint er als er sich neben sie stellt.
Er überfliegt rasch eine der Tafeln zu den Farnen und rezitiert, dass Farne wie diese verschieden Giftstoffe entwickelten um sich vor Fressfeinden zu schützen. Diese Stoffe entwickelten sie aber immer erst nachdem sie angefressen wurden. Was zur Annahme führt das deswegen viele Grassfresser Nomaden waren, die immer weiter zogen und nur die Pflanzen fraßen die noch nicht giftig schmeckten. "Interessant oder?" meint er und sieht Tani lächelnd an. "Die Vielfalt der chemischen Stoffe in Pflanzen ist auch der Grund, warum die Wissenschaft heute dort und nicht bei Tieren nach möglichen Medikamenten sucht." erweitert er ohne wieder auf die Tafel zu schauen. Eigentlich will er nicht als Streber gelten. Den Ruf hatte er schon und das gefiel ihm nicht. Andererseits kommt es immer besser an, wenn man nicht dumm wie Stroh wirkt. Und hier kann er Tani Arbeit ersparen, wer würde das nicht begrüßen. Um nicht gruselig zu wirken blickt er zurück zum Farn. "Ich nehm an das ist hier in diesem Teil des Museums ausgestellt wegen der Säugetiere die die Dinos ablösten." er hebt lächelnd die Schultern. "Den Dinos war egal wie Farne schmecken. Aber die Zebras..." er schüttelt gespielt ernst den Kopf. "Richtige Feinschmecker." Mit den Fingern deutet er ein O und grinst Tani wieder vergnügt an.
Tani freut sich über Artjoms Hilfe und schreibt sein Gesagtes stichwortartig mit. Sie grinst nach seiner Geste. "Und du hast auch schon deine Erfahrungen mit Farnen gemacht?" Sie lächelt und sieht ihn an.
Er schaut sie an. Hm.. „Ich bin kein Zebra, aber wenn, wüsste ich genau welches Farn ich kosten wollen würde..“ Artjom steckt lässig die Hände in die Taschen und sein Grinsen wird zu einem gewinnenden Lächeln. „So Farne sollen Glück bringen, weisst du? Vor allem im Spiel und..." Er pausiert kurz, "der Liebe." Ohne den Blick abzuwenden, beobachtet er freundlich ihre Mimik. „Manche mehr und manche weniger..“
Tani muss schmunzeln und sieht grinsend zu ihm. "So so.."
Artjom blickt einen Moment zurück. Er sieht aus als würde er kurz ihr Gesagtes verarbeiten, dann richtet er sich auf und sieht hinter Tania zu Lashawn und Ria. „Ich denke das wird reichen.“ er zeigt auf ihre Notizen. „Mit denen der anderen, kriegen wir schon einen anständigen Aufsatz hin…“ er nickt in die Richtung der Anderen und setzt sich zu ihnen in Bewegung.
---
Victoria ließ den Block wieder in ihre Jackentasche gleiten und zog den Reißverschluss der Tasche halb zu. Sie hörte mit einem Ohr die Ausführungen von Artjom zu aber ihre Gedanken waren nicht ganz bei der Sache.
Ihr Blick hing an einer langen Glasplatte, die halb über ihren Köpfen angebracht war und per Projektor mehrere, beeindruckend in Szene gesetzten, Höhlenmalereien zeigte.
Sie haben sich nicht ohne Grund in den Höhlen verkrochen, sich immer tiefer in die Erde zurückgezogen und Angst vor jedem Schatten gehabt ging es ihr durch den Kopf, als sie die Zeichnungen von Säbelzahntigern, Wildpferden und Jagdszenen betrachtete.
Ein Wunder das sie es zurück ans Licht geschafft haben …
…sie waren schon immer sehr anpassungsfähig und es scheint als wären sie darin immer am besten, je schlimmer es für sie scheint. kam eine echohafte Antwort aus ihrem Geist zurück.
Dann bemerkte sie, wie Artjom und Tani das Gruppengespräch verließen und sah ihnen ein wenig perplex und fragend hinterher. Es war offensichtlich wieso Artjom dem anderen Mädchen folgte, seine ganze Aura hatte sich zuerst zögerlich, dann im raschen Fluss verändert. Sie hatte sich merklich nach ihrer ‚ausgestreckt‘ und Kontaktpunkte gesucht während sie gleichzeitig im erstaunlichen Tempo weicher geworden war.
Ein Teil von ihr hatte diesen Umstand ebenso klinisch nüchtern betrachtet, wie ein Wissenschaftler ein Studienobjekt auf den Seziertisch legen und in seine Bestandteile zerlegen würde. Der andere Teil konzentrierte sich schon auf das näherliegende Problem. Ohne Tani als Partnerin oder besser gesagt mit Artjom mit neuem Partner, blieb für sie nur …
Langsam drehte sich Ria zu Lashawn um.
Ein wenig unschlüssig stand sie da, schob ihre Hände in die größeren Jackentaschen, die speziell für ihre Hände da waren und ihr schon so oft geholfen hatten ruhig zu bleiben, wenn sie nicht wusste wie sie sich verhalten sollte.
Ihr Blick glitt kurz über die andere Teenagerin hinweg und sie versuchte zu unterdrücken wie ihr „inneres Auge“ sofort anfing die Aura der anderen Frau zu zerlegen und in verwertbare Informartionen umzuwandeln. Sie zwang sich dazu, Lashawn einfach nur als Mitschülerin zu sehen und versuchte ein wenig die Ungezwungenheit der anderen zu imitieren.
Sie atmete tief durch und versuchte es mit einer diesen „Smalltalk-Lückenfüller“ : „ Aaaalsooooo…..?“
---
Tani nickt und folgt ihm. Während sie zu den anderen gehen, fragt sie ihn: "Sag mal, Du bist doch neu hier. Woher kommst Du?"
Artjom stösst Luft aus, "Von überall... Tartosa, davor Evergreen Harbor und davor Komorebi... Wir ziehen oft um.." Er hebt die Schultern um zu betonen wie anstrengend das ist.
Lashawn lächelt Victoria freundlich zu. "Ich habe paar Sachen zusammen. Wie wollen wir das Referat gestalten? Everyone alone or together?" Ihre Frage richtet sie auch indirekt an Tani und Artjom, die in Hörweite sind.
"Zusammen, oder nicht?" greift er Lashawns Frage auf ehe Tania noch weiter fragen kann. "Wir fassen alles zusammen und am Montag trägt jeder n Teil vor. Wenn ihr am Wochenende keine Lust habt zu arbeiten, mach ich das schon und schicks euch dann per Mail oder so. Dann könnt ihrs nochmal durchlesen.." Artjom klingt nicht als würde er Witze machen.
Die Afroamerikanerin nickt. "Sounds good", antwortet sie freundlich.
Referat halten ... irgendwas krampfte sich in ihrem Inneren zusammen bei dem Gedanken. Allerdings entspannte sie sich sofort wieder als sie merkte das Lashawn sich im Grunde gar nicht mit ihr befasste sondern sich sofort wieder auf die anderen beiden ausrichtete. Uffff ...
An sich war es kein Problem die zusammengetragenen "Fakten" der Klasse vor zu stellen, Problematischer war ... das angesehen werden beim halten des Referates.
Sie schüttelte kaum merklich den Kopf und hörte Artjom nur mit einem Ohr zu, richtete ihre Aufmerksamkeit aber dann ganz auf ihn als er vorschlug die ganze Arbeit alleine machen zu wollen.
"Bist du sicher?" fragte sie leise und ihre linke Augenbraue wölbte sich fragend nach oben. Das sie dabei Ähnlichkeit mit einem spitzohrigen Alien aus der Uralt-Serie Star Trek hatte war ihr dabei nicht bewusst und wenn sie es gewusst hätte, wäre ihr der betreffende Wissenschaftsoffizier - dessen Emotionen unter einer gut gepflegten, disziplinierten Schale lagen - auf anhieb sehr sympathisch gewesen.
Der Junge zuckt mit den Schultern. „Ja… kein Problem.“ sagt er ein wenig langgezogen, im Sinne von, sei ja nicht so viel. Artjom braucht halt Freunde, und wenn er sich reinhängt, wird er die Anerkennung ernten. Wenn er nicht grade als Streber galt, würde man ihn auf anderen Schulen mit hilfsbereit, fleissig und wortgewandt beschreiben. Es gibt immer Sims denen das gefällt aber eben auch jene die sich davon bedroht fühlen. Wie dieser riesige Junge auf der letzten Schule in Tartosa, der unhöflicherweise nicht davon abzuhalten war, Artjom seinen Spind von innen zu zeigen. Bisher hat er keinen Sim gesehen der dem Bully ähnlich wirkt und selbst wenn, dann schaut er sich Schulflure eben wieder durch die Luftschlitze der Spinde an, kostet das Toilettenwasser oder sammelt blaue Flecken bei absichtlich harten Abwürfen beim Völkerball und Rempeleien in den Fluren. Es wird eh nicht lange dauern und seiner Mutter wird der Spass hier vergehen. Artjom rechnet nicht damit den Abschluss an dieser Schule zu machen, und wenn doch, dann ist es nicht mehr so lange hin. Ein Jahr. Da er es aufgegeben hat mit Verhaltensweisen zu experimentieren die jedem Recht sind, inklusive seiner Mutter, macht er jetzt sein Ding. Spind und Klo hin oder her. Wenn ihm die zusätzliche Arbeit etwas Freundlichkeit einbringt, hat er seiner Meinung nach schon gewonnen.
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Gegen Mittag empfängt Kalea ihre Schützlinge in dem Bereich, wo sie diese zu ihren Erkundungen losgeschickt hat. "Ich hoffe ihr alle habt viel Spaß gehabt und konntet viel lernen. ... Wir machen nun eine Mittagspause und danach reisen wir zur Schule zurück. Dort entlasse ich euch in euren wohlverdienten Feierabend. ... Folgt mir." Sie führt die Schüler innen zu einer öffentlichen Mensa und dort essen die Sims etwas. Danach geht es wie angekündigt zurück nach Brindleton Bay.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89, @LeahCross und @Spatz )
Charaktere: Victoria, Lashawn, Artjom, Tania
Geschichtsstrang: Im Museum - Känozoikum
Lashawn begrüßt ihre Mitschüler freundlich und läuft mit ihnen zu der Ausstellung, wo gerade das Thema "Eiszeit" mit eindrucksvollen Höhlenmalereien, Mammutexponaten und Steinzeit-Menschen hervorgehoben wird.
Die Afroamerikanerin schaut sich die Höhlenmalereien an. "Wow", sagt sie staunend. Eine Nachbildung der Malereien aus der Chauvet-Höhlen in Frankreich.
"Interessant." meint Artjom. "Sieht anders aus als bei anderen Höhlenmalereien. Als hätten sie versucht nen Trickfilm zu malen. Das Bison da hat einfach acht Beine." beobachtet er.
Lashawn nickt. "Das finde ich very interesting. ... What unsere Vorfahren alles konnten."
Artjom mustert Lashawn. "Woher kommst du genau?" fragt er auf Grund ihres Akzents. Er hat sie bis dato nur selten Sprechen gehört.
Sie sieht zum Mitschüler und antwortet: "Ich komme aus einer Ecke von San Mychuno."
Nicht die Antwort die er erwartet hat, also noch ein Versuch, "Du bist hier aufgewachsen? Und deine Eltern?"
Verwundert sieht Lashawn Artjom an. "Yes. My Parents also." Bis bei ihr der Groschen fällt. "Oh ... because I am black?"
Das meinte er zwar nicht aber jetzt wo sie sagt, "Eher wegen deinem Akzent." sagt er und grinst ein bisschen verlegen.
Da hat sie wohl was in den falschen Hals bekommen. "Oh ... I am sorry. Ich bin Afroamerikanerin", erklärt sie nun.
"Ah, Amerikanerin mit afrikanischem Ursprung. Spannende Geschichte, wenn auch etwas düster." bemerkt er. "Gehört das auch zum Nach-Dino-Zeitalter?" fragt er charmant scherzend, "Darüber weiss ich ein bisschen mehr als über..." er schaut sich um und findet in einer Vitrine eine bemalte Tonscherbe, "...Vasen und so." er grinst einnehmend.
Ja, die Geschichte der Afroamerikaner ist düster. Es ist noch nicht alles super, aber Lashawn ist froh im Jetzt zu leben. Sie sieht zur Vase und meint dann: "Yes, our history gehört dazu. ... But I think Frau Fernández möchte, that we konzentrieren auf die Geologie und was da alles war." Sie geht nun zu einer Tafel wo die Phasen des Känozoikums Paläogen, Neogen und Quartär aufgelistet sind. Sie zeigt darauf. "Like this."
Artjom seufzt lächelnd. Hachja, dann eben das. „Hey ich wollt dir nicht zu nahe treten. Ich war einfach… neugierig.“ freundlich blickt er sich um und zurück zu Lashawn, „Ich kenn hier halt noch niemanden, weisst du?“
"It's ok", sagt sie neutral. Sie lächelt Artjom dabei an. "Yes, you are new. Möchtest du etwas über dich erzählen?", fragt sie vorsichtig.
"Über mich?" er hebt überrascht die Brauen, "Was gibts da.." er denkt ein bisschen nach und fährt mit dem Finger an der Kante eines Glaskastens entlang. "Die Geschichte meiner Vorfahren ist auch düster." meint er. "Neben Kriegen, Konflikten und Armut, aber das ist Geschichte. Meine Mutter ist Ukrainerin und mein Vater wurde in Krim geboren. Weiss nicht ob du die Geschichte kennst. Als er ein kleines Kind war explodierte fast neben ihm eine Granate. Er ist taub und spricht nur Gebärdensprache. Die kann ich desswegen heute auch." Den letzten Satz spricht er und macht zusätzlich die Bewegungen mit den Händen, wie zum Beweis, dann lächelt er. "Aber ich lebe eigentlich schon immer in Simswelt."
Aufmerksam hört Lashawn zu. "Das mit deinem Vater tut mir leid." Sie überkreuzt die Hände vor der Brust und murmelt ein kurzes Gebet. "Krieg ist sehr schlimm."
"Ja naja, er meint immer er kennts nicht anders." Er blickt sich um. "Sollen wir eigentlich was aufschreiben? Du hast bestimmt die schönere Handschrift." er lächelt wieder charmant.
Dieses charmante Lächeln macht Lashawn irgendwie neugierig. Sie achtet häufig auf die Mimik anderer und daher fällt das Lächeln von Artjom ihr besonders auf. Leicht errötet antwortet sie: "Ich kann gerne paar Notizen machen."
Da sich Victoria und Tania grade in einer anderen Ecke über das Thema unterhalten und ein paar Sachen notieren, bedeutet dass halbe Arbeit. Artjom schlendert ein bisschen weiter und zeigt auf ein paar Tonfiguren zu denen sie von der Notiztafel ein paar Informationen entnehmen. Um alles wieder ein wenig aufzulockern, fragt Artjom, "Und? Was kannst du mir so über unsere Mitschüler erzählen? Irgendwelche Tipps? Oder Warnungen?" Das letzte Wort betont er scherzhaft. Lashawn wirkt eigentlich nicht wie eine Tratschtante, aber ein Versuch ists wert. Als Neuer, sind solche Dinge zu wissen Gold wert.
Lashawn sieht zu Artjom und sagt lediglich: "All of us sind nett. ... But ... for sure ... Ich mag nicht jeden." Sie notiert sich etwas über die Tonfiguren und geht dann weiter in Richtung Bronzezeit Exponate.
Artjom lächelt schief, „Wen magst du denn so?“
"Ich bin mit Buzz und Bea sehr gut befreundet. Ellie und Shane sind very nice. ... Auch Kim und Nadine ... I like them. Vero is complicated", antwortet sie ihm aufrichtig.
Während die anderen weiter gingen war Ria vor einem der Ausstellungsstücke stehen geblieben. Es war ein riesiger, versteinerter Fisch der fast so groß war, das er die gesamte Wand dominierte an der er hing. Träumerisch betrachtete sie den versteinerten Zeugen längst vergangener Zeit und malte sich aus, was für eine Welt das gewesen sein musste, als solche Fische durch die Ozeane schwammen und trotz ihrer heute beindruckenden Größe nichts weiter als Guppys in einem Haifischbasin waren.
Langsam schlenderte sie weiter und ließ den Blick ihrer grauen Augen über jedes fossile Exponat gleiten. Sie war mit der Geschichte der Erdentstehung vertraut, mochte es sogar wie Darwinisten versuchten das Leben auf der Erde als zufälliges Produkt einer launischen Evolution darzustellen, als ob es reichte Aminosäuren die in einer Ursuppe schwammen unter Strom zu stellen um Blitze zu simulieren und damit sei das Leben auf dem Planeten entstanden und die Evolution bewiesen worden. Eine hübsche Theorie .. und eine ebenso absurde Vorstellung....
Allerdings ...hätte sie mit einer anderen Note als einer 6- rechnen können, wenn sie versucht hätte gegen die akzeptierte Lehre zu argumentieren? Vor allem - war die Wahrheit die ihr beigebracht worden war nicht viel monströser und erschreckender als die Vorstellung das vor endlos langer Zeit ein Affe auf die Idee gekommen war aufrecht zu laufen, anstelle der Vorstellung Selektion und Züchtung hätten den Aufstieg der Affenvorfahren aus dem Urschleim der Vergangenheit hin zum Menschen begünstigt? Hätte irgendjemand glauben können, der Neandertaler sei nicht von der Natur zum Aussterben selektiert, sondern gnadenlos ausgerottet worden um einen vielversprechenderen Experiment platz zu machen ?
Sie strich sich seufzend eine Strähne aus der Stirn zurück, schüttelte die Gedankengänge ab und folgte den anderen wieder mit etwas strafferen Schritten um auf zu holen. Die anderen waren gerade an einer Vitrine voller Götzenbilder stehen geblieben und unterhielten sich. Ria´s Blick streifte gedankenverloren über tonnenbäuchige Götzen und Handwerklich geschickten, aber dennoch primitiven Figuren als ihr schweifendes Auge fast wie magnetisch von einer Statuette angezogen wurde die fast versteckt zwischen den anderen Figuren stand.
Bevor sie sich besinnen konnte, murmelte sie leise - wie im Halbschlaf: "Tsathoggua".
Und bei der Äußerung dieses Wortes begann die Beleuchtung der Vitrine kurz zu flackern und das Steingrau der Figur sich schwärzlich-grün zu verändern. Dann verflog die Stromschwankung, die kaum einer im Saal bemerkt hatte und Ria wandte sich mit einem Ruck ab und beschleunigte ihre Schritte zum nächsten Raum hin.
Seltsamerweise entstand durch die spärliche Deckenbeleuchtung zwischen den heller erleuchteten Vitrinen die Illusion, ihr Schatten würde sich nicht ganz im Einklang mit ihr Bewegen, sondern der Vitrine zugewandt bleiben bis sie den Raum verlassen hatte. ... Und das dieser Schatten nichts menschenähnliches mehr an sich hatte ...
... als sie den Saal verlassen hatte und sich einem lebensgroßen Diorama gegenüber sah wurde Ria wieder ruhiger. Hier war es auch heller und aus den Lautsprechern drangen unartikulierte Rufe und ein übertriebenes Elefantentröten. Das Diorama zeigte eine Jagdszene die einen Stamm von halbwilden Homo Sapiens zeigte, das eines der wollbedeckten Mamuts in eine Falle gelockt hatte und jetzt von allen Seiten spitze Stöcke, Speere und Steine auf das zum Tode verurteilte Tier warfen.
Selbst in der distanzierten Sicherheit des Museums rang der Mut der Vorfahren den staunenden Publikum seinen Respekt ab. Auch wenn mehr als einer dem Mamut einen traurigen Blick zuwarf, dessen aufgerissene Glasaugen panisch in die Menschenmenge starrten.
Ria drehte sich um und wartete auf die anderen, die Hände in die Taschen ihrer Jacke geschoben. Schade das Shane nicht dabei war ... wieso dachte sie das grade? ... sie hatten seit der Nacht in Prag kein Wort mehr miteinander gewechselt. Wozu auch - er hatte doch, weswegen er sie um Hilfe gebeten hatte. Wieso dachte sie grade jetzt an ihn?....
... Vielleicht weil er dem was einen Freund in ihrem Alter ausmachte am nächsten kam ....
...Blödsinn...Verärgert schüttele sie den Kopf und zog die Hände aus der Jacke zurück, drehte sich auf den Absatz herum und wollte gerade den ersten Schritt machen, als sie bemerkte das sie damit fast in die andere Hälfte ihrer Gruppe gerannt wäre. Sie wechselte sie einen Blick mit Artjom und Lashawn und zog kurz die Mundwinkel zu einem entschuldigenden Lächeln hoch, wich ihnen aus und ging dann mit leicht federnden Schritten zurück um nach Tania zu sehen.
Tania hatte sich in der Zwischenzeit ein paar Ausstellungsstücke angesehen und wollte eigentlich Notizen gemacht haben. Aber ihre Gedanken waren nicht da, wo sie sein sollten.
Ob sich Paps nun ändern wird? Was wenn nicht? ... Ich sollte ihn weiter unter Druck setzen, dann hört er hoffentlich auf. Es macht sie fertig, solch eine große Angelegenheit zu verschweigen. Auch ihrer Mutter gegenüber war das nicht fair. Ihren Freundinnen hat sie von der Begebenheit gar nichts erzählt, ihre neue Frisur war die einzige Neuigkeit. Das soll auch so bleiben.
Tania dreht sich um und sieht zu Ria. "Und hast du dein Wissen schon erweitert?", sagt sie mit einem Grinsen zu ihr.
Atjom sieht Lashawn an, dann schweift sein Blick über ihre Schulter zu Tania und Ria. "Was ist mit denen Beiden?"
"Sind beide nett", erwidert die Gefragte.
Die rothaarige ist süss. Denkt Artjom, die andere... Naja erinnert ihn an den einen schwarzgekleideten Typen der mit ihnen zur Schule geht. "Ich frag mal wie weit die so sind." meint er, grinst und schlendert zu Tani und Ria rüber.
"Und?" unterbricht er das Gespräch der Beiden. "Fleißig Notizen gemacht?" er lächelt unschuldig. Er versucht sich an die Namen zu erinnern. "Sorry, ich bin voll schlecht mit Namen, heflt mir mal... T...tania?" er weisst auf sie. Bei dem Mädchen mit Kappe hat er keine Ahnung. Sie hat er auch irgendwie noch nicht oft bemerkt.
Tania lächelt und nickt. "Genau, Tania." Sie sieht auf ihr leeres Blatt. "Notizen? Fehlanzeige." Sie lacht.
Ria sah bei Tani´s Frage auf und nickte leicht. Sie zog ihren Block aus der Jackentasche und wollte grade loslegen als die beiden anderen wieder zum Gruppengespräch zurückkamen. Ihr Blick hing einen Moment an Artjom, dann blickte sie zur Seite - erfasste mit ihren Augen den gesamten Raum:
"Aufgeteilt in drei Systeme; Paläogen - direkt im Anschluss an die Kreidezeit und dem dort einsetzenden Massenaussterben aller nicht-vogelartigen Dinosaurier; dem Neogen mit den Einsetzen der ersten großen Eiszeit und dem Beginn der Bildung des Fennoskandinavischen Eisgürtels und schließlich dem Quartär, das von der letzten Eiszeit über das Abschmelzen der Gletscher in Nordeuropa und Nordamerika bis in das Holozän, also die Neuzeit reicht."
Sie hob ihren Block:
"Die genauen Zeiten hab ich aufgeschrieben." Sie deutete auf einen im Glaskasten aufgehäuften Knochenrest. "Auftauchen der ersten frühen Menschen-Arten im beginnenden Pleistozän; Homo rudolfensis; Homo habilis; Homo erectus und schließlich den bis heute überdauernden Homo sapiens, ausgehend vom afrikanischen Kontinent. Ehm ...."
Sie stockte und blickte fragend zwischen den dreien hin und her, ließ den Block wieder sinken und rezitierte seinen Inhalt aus dem Gedächtnis. "..Unterteilung in Altsteinzeit, Mittel- und Jungsteinzeit bis zum aufkommen erster früher Werkzeuge aus Kupfer und dem damit einhergehenden Übergang in die Kupfersteinzeit 2200 vor Christi Geburt. Bis dahin Waffen und Werkzeuge aus Feuer- und Splintsteine, Knochen Leder und Pflanzenfasern sowie erstes Ton- und Töpferhandwerk. Aufkommend von ersten sozialen Verbundeinheiten aus Familien und Stämmen, einhergehend mit dieser Entwicklung wiederum erste Riten- und Geisterkulte die bis heute stellenweise noch überdauert haben, etwa in den Glaubensstatuten der indigenen Völkern Afrikas, Süd- Mittel- und Nordamerikas."
Sie sah zu Artjom und seiner Begleiterin und hob fast schon entschuldigend wieder ihren Block. "... das eh ... ist natürlich alles a tempo zusammengefasst." sagte sie und zuckte andeutungsweise mit ihren schmalen Schultern.
Atjom mustert Tania. Sein blick wandert zu dem leeren Block und anschließend zu Ria die zu ausführen beginnt. Während sie spricht hebt er beide Brauen. Mit steigender Überraschung blickt er sie an und am ende der Erzählung zu Lashawn die ihm gefolgt ist. "Hattest recht. Beide Nett." wiederholt er was sie zuvor zu ihm gesagt hat. Ria weil sie offensichtlich richtig clever ist und ihnen massenhaft Zeit erspart und Tania weil sie einfach total sympathisch auf ihn wirkt. Daraufhin grinst er. "Hier wir haben auch was." Er bittet Lashawn um die Notiz und erklärt den beiden alles was sie über die Tonfiguren, die Vasen und die Höhlenmalereien im Detail aufgeschrieben hat. Spezifisch die fünf Methoden zur Alterbestimmung solcher Gemälde, wie auch die vier Deutungen unter die man die verschiedenen Kunstwerke unterteilt. Zum Schluss entnimmt er aus den Notizen, etwas über die Handnegative die sie betrachtete haben. Man ging, bis der Archäologe Dean Snow etwas anderes behauptete, davon aus das diese Handabdrücke von Männern stammen die ihre Jagderfahrungen auf diese Art umsetzten. Es stellte sich jedoch heraus das die aller meisten dieser 'Hände', an verschiedenen Orten in verschiedenen Höhlen von Frauen und Jugendlichen stammen, was die ganze Theorie über den Haufen warf. Artjom blickt auf, dann zu Lashawn. "Die Höhlenmalereien habens dir echt angetan, was?" scherzt er.
Tani ist zugleich erstaunt und beschämt. Sie hat keine Informationen zusammen getragen, sondern verharrte lediglich in ihrer Gedankenwelt. Sie sieht sich um und sieht ein paar Objekte, die bisher noch nicht erwähnt wurden. "Ich sehe mir das einmal ein und schreibe was zusammen." Mit ihrem Stift und Block in der Hand geht sie auf die Informationstafeln und liest sich diese durch.
Artjom gibt Lashawn die Notizen zurück ohne Tania aus den Augen zu lassen und folgt ihr vor einen Glaskasten mit nachgebildeten, gras grünen Farnen. "Ich helf dir." meint er als er sich neben sie stellt.
Er überfliegt rasch eine der Tafeln zu den Farnen und rezitiert, dass Farne wie diese verschieden Giftstoffe entwickelten um sich vor Fressfeinden zu schützen. Diese Stoffe entwickelten sie aber immer erst nachdem sie angefressen wurden. Was zur Annahme führt das deswegen viele Grassfresser Nomaden waren, die immer weiter zogen und nur die Pflanzen fraßen die noch nicht giftig schmeckten. "Interessant oder?" meint er und sieht Tani lächelnd an. "Die Vielfalt der chemischen Stoffe in Pflanzen ist auch der Grund, warum die Wissenschaft heute dort und nicht bei Tieren nach möglichen Medikamenten sucht." erweitert er ohne wieder auf die Tafel zu schauen. Eigentlich will er nicht als Streber gelten. Den Ruf hatte er schon und das gefiel ihm nicht. Andererseits kommt es immer besser an, wenn man nicht dumm wie Stroh wirkt. Und hier kann er Tani Arbeit ersparen, wer würde das nicht begrüßen. Um nicht gruselig zu wirken blickt er zurück zum Farn. "Ich nehm an das ist hier in diesem Teil des Museums ausgestellt wegen der Säugetiere die die Dinos ablösten." er hebt lächelnd die Schultern. "Den Dinos war egal wie Farne schmecken. Aber die Zebras..." er schüttelt gespielt ernst den Kopf. "Richtige Feinschmecker." Mit den Fingern deutet er ein O und grinst Tani wieder vergnügt an.
Tani freut sich über Artjoms Hilfe und schreibt sein Gesagtes stichwortartig mit. Sie grinst nach seiner Geste. "Und du hast auch schon deine Erfahrungen mit Farnen gemacht?" Sie lächelt und sieht ihn an.
Er schaut sie an. Hm.. „Ich bin kein Zebra, aber wenn, wüsste ich genau welches Farn ich kosten wollen würde..“ Artjom steckt lässig die Hände in die Taschen und sein Grinsen wird zu einem gewinnenden Lächeln. „So Farne sollen Glück bringen, weisst du? Vor allem im Spiel und..." Er pausiert kurz, "der Liebe." Ohne den Blick abzuwenden, beobachtet er freundlich ihre Mimik. „Manche mehr und manche weniger..“
Tani muss schmunzeln und sieht grinsend zu ihm. "So so.."
Artjom blickt einen Moment zurück. Er sieht aus als würde er kurz ihr Gesagtes verarbeiten, dann richtet er sich auf und sieht hinter Tania zu Lashawn und Ria. „Ich denke das wird reichen.“ er zeigt auf ihre Notizen. „Mit denen der anderen, kriegen wir schon einen anständigen Aufsatz hin…“ er nickt in die Richtung der Anderen und setzt sich zu ihnen in Bewegung.
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Victoria ließ den Block wieder in ihre Jackentasche gleiten und zog den Reißverschluss der Tasche halb zu. Sie hörte mit einem Ohr die Ausführungen von Artjom zu aber ihre Gedanken waren nicht ganz bei der Sache.
Ihr Blick hing an einer langen Glasplatte, die halb über ihren Köpfen angebracht war und per Projektor mehrere, beeindruckend in Szene gesetzten, Höhlenmalereien zeigte.
Sie haben sich nicht ohne Grund in den Höhlen verkrochen, sich immer tiefer in die Erde zurückgezogen und Angst vor jedem Schatten gehabt ging es ihr durch den Kopf, als sie die Zeichnungen von Säbelzahntigern, Wildpferden und Jagdszenen betrachtete.
Ein Wunder das sie es zurück ans Licht geschafft haben …
…sie waren schon immer sehr anpassungsfähig und es scheint als wären sie darin immer am besten, je schlimmer es für sie scheint. kam eine echohafte Antwort aus ihrem Geist zurück.
Dann bemerkte sie, wie Artjom und Tani das Gruppengespräch verließen und sah ihnen ein wenig perplex und fragend hinterher. Es war offensichtlich wieso Artjom dem anderen Mädchen folgte, seine ganze Aura hatte sich zuerst zögerlich, dann im raschen Fluss verändert. Sie hatte sich merklich nach ihrer ‚ausgestreckt‘ und Kontaktpunkte gesucht während sie gleichzeitig im erstaunlichen Tempo weicher geworden war.
Ein Teil von ihr hatte diesen Umstand ebenso klinisch nüchtern betrachtet, wie ein Wissenschaftler ein Studienobjekt auf den Seziertisch legen und in seine Bestandteile zerlegen würde. Der andere Teil konzentrierte sich schon auf das näherliegende Problem. Ohne Tani als Partnerin oder besser gesagt mit Artjom mit neuem Partner, blieb für sie nur …
Langsam drehte sich Ria zu Lashawn um.
Ein wenig unschlüssig stand sie da, schob ihre Hände in die größeren Jackentaschen, die speziell für ihre Hände da waren und ihr schon so oft geholfen hatten ruhig zu bleiben, wenn sie nicht wusste wie sie sich verhalten sollte.
Ihr Blick glitt kurz über die andere Teenagerin hinweg und sie versuchte zu unterdrücken wie ihr „inneres Auge“ sofort anfing die Aura der anderen Frau zu zerlegen und in verwertbare Informartionen umzuwandeln. Sie zwang sich dazu, Lashawn einfach nur als Mitschülerin zu sehen und versuchte ein wenig die Ungezwungenheit der anderen zu imitieren.
Sie atmete tief durch und versuchte es mit einer diesen „Smalltalk-Lückenfüller“ : „ Aaaalsooooo…..?“
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Tani nickt und folgt ihm. Während sie zu den anderen gehen, fragt sie ihn: "Sag mal, Du bist doch neu hier. Woher kommst Du?"
Artjom stösst Luft aus, "Von überall... Tartosa, davor Evergreen Harbor und davor Komorebi... Wir ziehen oft um.." Er hebt die Schultern um zu betonen wie anstrengend das ist.
Lashawn lächelt Victoria freundlich zu. "Ich habe paar Sachen zusammen. Wie wollen wir das Referat gestalten? Everyone alone or together?" Ihre Frage richtet sie auch indirekt an Tani und Artjom, die in Hörweite sind.
"Zusammen, oder nicht?" greift er Lashawns Frage auf ehe Tania noch weiter fragen kann. "Wir fassen alles zusammen und am Montag trägt jeder n Teil vor. Wenn ihr am Wochenende keine Lust habt zu arbeiten, mach ich das schon und schicks euch dann per Mail oder so. Dann könnt ihrs nochmal durchlesen.." Artjom klingt nicht als würde er Witze machen.
Die Afroamerikanerin nickt. "Sounds good", antwortet sie freundlich.
Referat halten ... irgendwas krampfte sich in ihrem Inneren zusammen bei dem Gedanken. Allerdings entspannte sie sich sofort wieder als sie merkte das Lashawn sich im Grunde gar nicht mit ihr befasste sondern sich sofort wieder auf die anderen beiden ausrichtete. Uffff ...
An sich war es kein Problem die zusammengetragenen "Fakten" der Klasse vor zu stellen, Problematischer war ... das angesehen werden beim halten des Referates.
Sie schüttelte kaum merklich den Kopf und hörte Artjom nur mit einem Ohr zu, richtete ihre Aufmerksamkeit aber dann ganz auf ihn als er vorschlug die ganze Arbeit alleine machen zu wollen.
"Bist du sicher?" fragte sie leise und ihre linke Augenbraue wölbte sich fragend nach oben. Das sie dabei Ähnlichkeit mit einem spitzohrigen Alien aus der Uralt-Serie Star Trek hatte war ihr dabei nicht bewusst und wenn sie es gewusst hätte, wäre ihr der betreffende Wissenschaftsoffizier - dessen Emotionen unter einer gut gepflegten, disziplinierten Schale lagen - auf anhieb sehr sympathisch gewesen.
Der Junge zuckt mit den Schultern. „Ja… kein Problem.“ sagt er ein wenig langgezogen, im Sinne von, sei ja nicht so viel. Artjom braucht halt Freunde, und wenn er sich reinhängt, wird er die Anerkennung ernten. Wenn er nicht grade als Streber galt, würde man ihn auf anderen Schulen mit hilfsbereit, fleissig und wortgewandt beschreiben. Es gibt immer Sims denen das gefällt aber eben auch jene die sich davon bedroht fühlen. Wie dieser riesige Junge auf der letzten Schule in Tartosa, der unhöflicherweise nicht davon abzuhalten war, Artjom seinen Spind von innen zu zeigen. Bisher hat er keinen Sim gesehen der dem Bully ähnlich wirkt und selbst wenn, dann schaut er sich Schulflure eben wieder durch die Luftschlitze der Spinde an, kostet das Toilettenwasser oder sammelt blaue Flecken bei absichtlich harten Abwürfen beim Völkerball und Rempeleien in den Fluren. Es wird eh nicht lange dauern und seiner Mutter wird der Spass hier vergehen. Artjom rechnet nicht damit den Abschluss an dieser Schule zu machen, und wenn doch, dann ist es nicht mehr so lange hin. Ein Jahr. Da er es aufgegeben hat mit Verhaltensweisen zu experimentieren die jedem Recht sind, inklusive seiner Mutter, macht er jetzt sein Ding. Spind und Klo hin oder her. Wenn ihm die zusätzliche Arbeit etwas Freundlichkeit einbringt, hat er seiner Meinung nach schon gewonnen.
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Gegen Mittag empfängt Kalea ihre Schützlinge in dem Bereich, wo sie diese zu ihren Erkundungen losgeschickt hat. "Ich hoffe ihr alle habt viel Spaß gehabt und konntet viel lernen. ... Wir machen nun eine Mittagspause und danach reisen wir zur Schule zurück. Dort entlasse ich euch in euren wohlverdienten Feierabend. ... Folgt mir." Sie führt die Schüler innen zu einer öffentlichen Mensa und dort essen die Sims etwas. Danach geht es wie angekündigt zurück nach Brindleton Bay.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89, @LeahCross und @Spatz )