Forum Discussion
3 years ago
Ort: Irgendwo
Charakter: Hila, Viola
Titel: Eine unerwartete Begegnung
Der Mond strahlt silbern vom dunklen Firmament. Er spiegelt sich in den offenen Gewässern des sonst dichten Waldes. Stille, nur unterbrochen durch das Rufen einer Eule, beherrscht die Szenerie. Ein Wesen erscheint auf einer freien Lichtung und schreitet an einen klaren Teich. Ein weißes Pferd mit einem langen Horn in der Stirnmitte. Es betrachtet sein Spiegelbild an der Wasseroberfläche.
Sein Blick wirkt melancholisch. Ich bin das einzige Einhorn, das es noch gibt ... Das Letzte ... Aber ... dies scheint nun mal mein Schicksal zu sein ... Hila sieht in den Himmel und betrachtet schweigend den Mond. Kaum zu glauben ... dass es eine Zeit ohne Einhörner geben wird ... Wir sind so alt wie der Himmel, so alt wie der Mond ... Aber ... Eine Träne fließt aus dem Auge des Geschöpfs. Jetzt ist alles anders ... Oh Mutter ... Vater ... warum habt ihr mich nur allein gelassen ... Das Geschöpf verwandelt sich und nimmt die Form einer jungen Maid an. Mit langen silbernen Haar, was sich von ihrer hellen Haut abhebt. Betrübt sitzt sie am Ufer des Teiches und geht ihren Gedanken nach. Dabei erinnert sie sich an die Worte eines Holzfällers, den sie im sicheren Abstand beobachten konnte. "Merkwürdig ... Wir haben tiefsten Herbst und doch scheint erneut der Frühling zu beginnen ... Dieser Klimawandel ... Er bringt die Natur völlig durcheinander." Hila schüttelt den Kopf. Die Sims ... sie haben uns vergessen ... Was ist das nur für eine Welt? Eine Welt in der Geschöpfe wie sie in Legenden verbannt sind und für die Sterblichen nur noch als Fantasieprodukt existieren. Doch daran kann sie nichts ändern. Nichts an den Glauben der Sims. Noch an ihrer Einsamkeit. Um sie herum erblühen die Blumen und erfreuen sich ihrer Geburt. Hila hingegen schließt die Augen und legt sich in dieses duftende Kissen, um zur Ruhe zu kommen.
Viola ist noch nie hier in der Gegend gewesen, doch in ihrem üblichen Jagdrevier hatte sie kein Glück. Sie meidet Städte wie San Myshuno, in denen ZUVIEL los ist... aber in den mittelmäßig bevölkerten Orten ist manchmal einfach zu wenig los, so dass sie diesmal noch ein wenig länger suchen muss. Was will sie hier eigentlich? Hier ist es zu abgelegen und erst recht nichts los... da war selbst auf dem verlassenen Bauernhof mehr zu erleben. Immerhin war da ja wenigstens ein Typ mit Hund und Lama. Aber hier ist...
Moment, da ist doch jemand. Ein Holzfäller? Wie altmodisch.. es gibt mittlerweile doch moderne Methoden an Holz zu kommen als mit einer Axt. Aber der Typ ist offenbar nicht auf dem technisch hohem Stand. Egal... der Kerl muss als Opfer genügen.
"... und da gibt es immer noch Leute, die den Klimawandel leugnen. Kann man das glauben? Die Natur ist doch viel zu wichtig als das zu ignorieren!" Viola hebt eine Augenbraue. Der Mann hat sie in ihrer Fledermausgestalt noch nicht weiter beachtet und er ist sich keiner Gefahr bewusst. Und offenbar macht er Selbstgespräche. Viola unterbricht ihren Angriff und hört erst mal nur zu.
"Woran sonst außer am Klimawandel sollen diese Frühlingstemperaturen auf der Lichtung denn liegen? Also wirklich. Ich... Argh!" Die Vampirin betrachtet den Mann auf dem Boden. Das hat gut getan. Endlich ist ihr Durst gestillt. Was für ein Spinner! War der besoffen oder warum faselt er was vom Frühling? Es ist immerhin Herbst. Sie sieht sich um und betrachtet die herbstlichen Bäume. Moment... Sie steigt in die Luft. Während die Bäume in ihrer Nähe tatsächlich Herbstlaub tragen, hat sie aus dem Augenwinkel auch einige grünere Pflanzen entdeckt. Und jetzt aus der Luft erkennt sie tatsächlich deutlich, dass ein Bereich des Waldes grüner ist als der Rest. Neugierig geworden flattert sie in diese Richtung.
Hila schläft tief und fest in ihrem Blumenbett. Sie bemerkt nichts.
Je näher Viola der Lichtung kommt, desto deutlicher spürt sie eine Aura. War ja klar, dass das keinen natürlichen Ursprung hat... und nichts mit dem Klimawandel zu tun hat. Hier ist irgendein mystisches Wesen. Ein magiebegabtes Wesen, denn immerhin kann sie die Aura spüren. Viola landet und sieht sich vorsichtig um.
Eine Eule kreuzt Violas Weg und uhut sie genervt an, ehe sie im Wald verschwindet. Durch das Geräusch wird Hila wach und erhebt sich. Ihr Körper leichtet silbern in der Dunkelheit.
Viola beachtet die Eule nicht weiter. Sie denkt nicht einmal daran, dass es ein Gestaltwandler sein könnte, denn die Aura kommt nicht aus der Richtung des Vogels. Es muss eine ganz gewöhnliche Eule gewesen sein und nicht das, was Viola sucht. Dann entdeckt sie plötzlich jemanden. Es ist... Viola hält ihren Arm schützend vor ihre Augen. Daher muss die Aura stammen! Doch was ist es? Viola kann das Wesen nur sehr grob erkennen, da das silberne Licht zu sehr blendet. Sie kann weder das Geschlecht noch die Form genau ausmachen. Einen Moment zögert Viola. Sollte sie näher kommen? Oder ist das zu riskant?
Nun spürt das Einhorn die Vampir Aura. Sie sieht in die Richtung von Viola und sagt mit starker Stimme: "Was willst du, Schattenwesen? Gib dich zu erkennen!"
Schattenwesen? Das klingt schon wieder so, als ginge es hier um Licht und Schatten... "Die Tatsache, dass ich hier nur rumstehe, sollte dir ja schon zeigen, dass ich nicht auf einen Angriff aus bin.", sagt Viola knapp. Ist das Wesen das, was als Lichtwesen bezeichnet wurde? Immerhin kann sie das Licht nicht leugnen. Das wäre schon ein ziemlicher Zufall, wenn sie das Wesen einfach so gefunden hätte... ohne danach zu suchen. Aber es muss ja auch nicht das Wesen sein, das Vero gerettet hat. Viola bleibt ein wenig skeptisch. Noch hält sie Abstand.
Das Einhorn läuft in die Richtung von Viola, wobei seine Leuchtkraft nicht nachlässt. Je näher Hila kommt, umso mehr kommt ihr diese andere Aura bekannt vor. Schließlich steht sie in direkter Nähe der Vampirin. Viola sieht die Simgestalt von Hila. "Kann es sein, dass wir uns kennen?", fragt sie das andere Wesen. Um sie herum erblühen erneut die Blumen.
Viola muss sich immer noch den Arm vor die Augen legen. Dieses grelle Licht macht es ihr schwer, sich zu konzentrieren. Sie wendet ihren Blick ab und betrachtet stattdessen die Blumen um sie herum. Kennen? Woher... Die Vampirin überlegt. Die Gruselnacht kommt ihr plötzlich in den Sinn. Doch dort hatte sie nur aus der Ferne fremde Auren spüren können. Sie kann nicht mit Sicherheit sagen, ob diese hier die selbe ist wie damals. "Woher?", fragt sie daher nach.
Das Lichtwesen erwidert: "Deine Aura kommt mir bekannt vor ... wir müssen uns schonmal begegnet sein ... Die Frage ist ... wo ..." Das Einhorn mustert Viola aufmerksam. "Du scheinst ein Vampir zu sein ... allerdings noch nicht ausgewachsen." Die Anspannung in Hila legt sich leicht. Vor einem "Jungtier" braucht sie tatsächlich keine Angst zu haben.
"Immerhin 17!", sagt Viola, der die Bezeichnung "noch nicht ausgewachsen" nicht so sehr gefällt. Auch wenn es der Wahrheit entspricht. "Aber ja, für einen Vampir ist das wohl wirklich kein Alter.", gibt sie schließlich doch noch zu, "Das dauert noch, bis ich in dieses Alter komme." Und was für ein Wesen ist das nun vor ihr? Viola ist sich nach wie vor nicht sicher. Sie weiß von ihren Eltern von den Einhörnern, doch das Wesen vor ihr hat keine Pferdegestalt und die Vampirin weiß zu wenig über Einhörner, um zu wissen, ob das Gestaltwandler sind. Magie ist zumindest im Spiel. "Warst du in Forgotten Hollow?", fragt Viola schließlich noch.
Die Zuhörerin schüttelt den Kopf. "In dieser Welt kenne ich die Namen der Gegenden nicht. Ich stamme aus dem magischen Wald und kenne nur das Portal in Glimmerbrock. Mehr auch nicht."
"Eine alte verlassene Villa. Zwei mythische Wesen waren da. Außer uns meine ich. Warst du eines davon?" Viola betrachtet nun das Wesen. "Wenn du der Meinung bist, mich zu kennen?"
In diesem Moment fällt der Groschen. "Du meinst den Werwolf?", ihr Blick verfinstert sich.
"Ja, zumindest redet jeder davon, dass es ein Werwolf war. Ich mag ja ein Schattenwesen sein, aber ich hab den jedenfalls nicht gerufen."
Nun ist Hila klar, woher sie die Aura kennt. "Ja ... ich habe mich diesem Werwolf gestellt ...", gibt sie nun zu.
Und Vero gerettet..., vervollständigt Viola den Satz in Gedanken. Nicht einmal die Blondine hätte den Tod durch den Werwolf verdient. "Was wollte der Wolf?", fragt die Vampirin, "Oder war es nur Zufall, dass du zur selben Zeit wie der in der Gegend warst?"
Nickend sieht das Einhorn zu Viola. "Ich bin auf der Flucht und habe Schutz gesucht. Als ich bemerkte, dass ein Schattenwesen in der Nähe ist und durch das Geheul mir klar wurde, es ist ein Werwolf, war ich besonders vorsichtig. ... Durch den Schrei eines Mädchen bin ich aufmerksam geworden und bin dort hin. Ich hasse Werwölfe ... und sie meiden mich ... Unentschieden, würde ich sagen ... Und ein Simsleben konnte verschont bleiben."
Viola nickt nur. "Ja, ich kenne das Mädel.", sagt sie nur, ohne mehr über die Beziehung zwischen ihr und Vero preiszugeben. "Aber wenn das eine Wesen ein Werwolf war... was bist dann du?"
Amüsiert muss Hila schmunzeln. "Du weißt also nicht, was ich bin? ... Vielleicht ist es auch besser so ..." Sie wendet sich von Viola ab. "War ein netter Plausch ... vielleicht sieht man sich wieder ..."
Viola will sich nicht so schnell damit zufrieden geben. Sie hat schon eine Ahnung, was das Wesen ist, doch sie wollte die Bestätigung noch aus dessen Mund hören. "Warte! Der Rat der Vampire sucht nach dir. Sie brauchen deine Hilfe!" Das Einhorn bleibt stehen. "Hilfe?", fragt sie misstrauisch.
"Um den Werwolf ein für alle Mal loszuwerden." Zumindest soweit Viola das verstanden hat, "Um die Portale zu schließen, die so nicht sein sollten, um die fremden Welten vor Eindringlingen zu schützen."
Hila sieht zu Viola. "Tut mir Leid, aber ich sehe keinen Grund mein kostbares Leben auf Spiel zu setzen, nur um einen von vielen Werwölfen aufzuhalten. ... Die sind wie die Pest. Überall und immer mies gelaunt." Damit gibt das Fabelwesen klar zu verstehen, dass sie wenig Interesse hat mit Vampiren zu kooperieren. Immerhin ist gerade SIE eine bedrohte Art.
Viola versteht diese Beweggründe durchaus. Doch nun, wo sie unerwarteterweise dieses Lichtwesen gefunden hat will sie es nicht nur bei einem netten Gespräch belassen und es dann nie wieder zu finden. Doch ist es klug, auch den Namen preiszugeben, den Viola vermutet? Hila? Oder fühlt sich das Wesen erst recht in die Enge getrieben? "Ich bin kein Teil des Rates. Doch ich weiß über meine Eltern, dass du gebraucht wirst. Sie sprechen von einem Einhorn.. ein Einhorn wie du, stimmt's?" Den Namen hält sie vorerst noch zurück. "Ich weiß nicht, ob du überhaupt Kämpfen musst. Zumindest brauchen sie deine Hilfe mit Informationen, um zumindest den einen Wolf zu erwischen. Und über ihn vielleicht auch die Leute, die das Viech schickten." Die Vampirin macht eine Pause. "Ich bin übrigens Viola, wenn dir das helfen sollte." Sie und Diplomatie... Das ist ihr noch nie leicht gefallen. Aber sonst ist jetzt keiner hier, um mit dem Lichtwesen zu reden.
Aufmerksam hört das Einhorn zu. Daher ist es ihm nicht entgangen, dass seine Identität erkannt wurde. Doch Hila hat gelernt, Wesen, denen sie nicht traut oder vertrauen kann, keine Informationen über sich preis zu geben. "Einhörner? ... Sind die nicht schon ewig ausgestorben? ... Oder siehst du gerade ein horntragendes Pferd vor dir?", sie wirkt kühl dabei.
Einen Moment lässt sich Viola davon ablenken. Hat sie sich getäuscht? Oder eher gesagt, haben sich ihre Eltern getäuscht? Und Hila und dieses Wesen sind zwei unterschiedliche Personen? Ist es sicher, dass es Hila war, die Vero gerettet hat? Aber ist das überhaupt wichtig? Das Lichtwesen hat ja schon zugegeben, dass es bei der Villa war... und hätte nichts von Veros Rettung wissen können, wenn das nur eine Lüge war. "Auch wenn du kein Einhorn bist, wirst du wohl helfen können.", sagt Viola, "Auch wenn es wohl noch mindestens eines davon geben muss."
Und es ist durchaus möglich, dass das Wesen nur versucht, sie in die Irre zu führen und tatsächlich ein Einhorn ist. Auch Viola ist Gestaltwandel nicht fremd.
Hila wendet sich wieder ab. "Du verschwendest deine Zeit, Vampir. Ich habe kein Interesse daran mich mit Schattenwesen zu verbünden. Klärt eure Angelegenheiten mit den Werwölfen unter euch. Richte das auch euren Rat oder was immer ihr da habt aus." Dann schreitet das Einhorn stolz ins Unterholz und entschwindet. Einzig die magischen Blumen und das grün der Vegetation verraten es weiterhin.
Viola sieht dem Wesen enttäuscht nach. Sie versucht zu folgen, doch die Lichtmagie macht es schwierig, sich auf das Wesen zu konzentrieren und so verliert die Vampirin es schnell aus den Augen. Fluchend sieht die Teenagerin ein, dass es keinen Sinn macht, weiter zu suchen. Sie hat versagt.
Einige Zeit später erreicht das Wesen das Portal in Richtung des magischen Waldes. Hila springt hindurch und sucht die Zentauren auf. Bei ihnen, so weiß sie, ist sie in Sicherheit.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )
Charakter: Hila, Viola
Titel: Eine unerwartete Begegnung
Der Mond strahlt silbern vom dunklen Firmament. Er spiegelt sich in den offenen Gewässern des sonst dichten Waldes. Stille, nur unterbrochen durch das Rufen einer Eule, beherrscht die Szenerie. Ein Wesen erscheint auf einer freien Lichtung und schreitet an einen klaren Teich. Ein weißes Pferd mit einem langen Horn in der Stirnmitte. Es betrachtet sein Spiegelbild an der Wasseroberfläche.
Sein Blick wirkt melancholisch. Ich bin das einzige Einhorn, das es noch gibt ... Das Letzte ... Aber ... dies scheint nun mal mein Schicksal zu sein ... Hila sieht in den Himmel und betrachtet schweigend den Mond. Kaum zu glauben ... dass es eine Zeit ohne Einhörner geben wird ... Wir sind so alt wie der Himmel, so alt wie der Mond ... Aber ... Eine Träne fließt aus dem Auge des Geschöpfs. Jetzt ist alles anders ... Oh Mutter ... Vater ... warum habt ihr mich nur allein gelassen ... Das Geschöpf verwandelt sich und nimmt die Form einer jungen Maid an. Mit langen silbernen Haar, was sich von ihrer hellen Haut abhebt. Betrübt sitzt sie am Ufer des Teiches und geht ihren Gedanken nach. Dabei erinnert sie sich an die Worte eines Holzfällers, den sie im sicheren Abstand beobachten konnte. "Merkwürdig ... Wir haben tiefsten Herbst und doch scheint erneut der Frühling zu beginnen ... Dieser Klimawandel ... Er bringt die Natur völlig durcheinander." Hila schüttelt den Kopf. Die Sims ... sie haben uns vergessen ... Was ist das nur für eine Welt? Eine Welt in der Geschöpfe wie sie in Legenden verbannt sind und für die Sterblichen nur noch als Fantasieprodukt existieren. Doch daran kann sie nichts ändern. Nichts an den Glauben der Sims. Noch an ihrer Einsamkeit. Um sie herum erblühen die Blumen und erfreuen sich ihrer Geburt. Hila hingegen schließt die Augen und legt sich in dieses duftende Kissen, um zur Ruhe zu kommen.
Viola ist noch nie hier in der Gegend gewesen, doch in ihrem üblichen Jagdrevier hatte sie kein Glück. Sie meidet Städte wie San Myshuno, in denen ZUVIEL los ist... aber in den mittelmäßig bevölkerten Orten ist manchmal einfach zu wenig los, so dass sie diesmal noch ein wenig länger suchen muss. Was will sie hier eigentlich? Hier ist es zu abgelegen und erst recht nichts los... da war selbst auf dem verlassenen Bauernhof mehr zu erleben. Immerhin war da ja wenigstens ein Typ mit Hund und Lama. Aber hier ist...
Moment, da ist doch jemand. Ein Holzfäller? Wie altmodisch.. es gibt mittlerweile doch moderne Methoden an Holz zu kommen als mit einer Axt. Aber der Typ ist offenbar nicht auf dem technisch hohem Stand. Egal... der Kerl muss als Opfer genügen.
"... und da gibt es immer noch Leute, die den Klimawandel leugnen. Kann man das glauben? Die Natur ist doch viel zu wichtig als das zu ignorieren!" Viola hebt eine Augenbraue. Der Mann hat sie in ihrer Fledermausgestalt noch nicht weiter beachtet und er ist sich keiner Gefahr bewusst. Und offenbar macht er Selbstgespräche. Viola unterbricht ihren Angriff und hört erst mal nur zu.
"Woran sonst außer am Klimawandel sollen diese Frühlingstemperaturen auf der Lichtung denn liegen? Also wirklich. Ich... Argh!" Die Vampirin betrachtet den Mann auf dem Boden. Das hat gut getan. Endlich ist ihr Durst gestillt. Was für ein Spinner! War der besoffen oder warum faselt er was vom Frühling? Es ist immerhin Herbst. Sie sieht sich um und betrachtet die herbstlichen Bäume. Moment... Sie steigt in die Luft. Während die Bäume in ihrer Nähe tatsächlich Herbstlaub tragen, hat sie aus dem Augenwinkel auch einige grünere Pflanzen entdeckt. Und jetzt aus der Luft erkennt sie tatsächlich deutlich, dass ein Bereich des Waldes grüner ist als der Rest. Neugierig geworden flattert sie in diese Richtung.
Hila schläft tief und fest in ihrem Blumenbett. Sie bemerkt nichts.
Je näher Viola der Lichtung kommt, desto deutlicher spürt sie eine Aura. War ja klar, dass das keinen natürlichen Ursprung hat... und nichts mit dem Klimawandel zu tun hat. Hier ist irgendein mystisches Wesen. Ein magiebegabtes Wesen, denn immerhin kann sie die Aura spüren. Viola landet und sieht sich vorsichtig um.
Eine Eule kreuzt Violas Weg und uhut sie genervt an, ehe sie im Wald verschwindet. Durch das Geräusch wird Hila wach und erhebt sich. Ihr Körper leichtet silbern in der Dunkelheit.
Viola beachtet die Eule nicht weiter. Sie denkt nicht einmal daran, dass es ein Gestaltwandler sein könnte, denn die Aura kommt nicht aus der Richtung des Vogels. Es muss eine ganz gewöhnliche Eule gewesen sein und nicht das, was Viola sucht. Dann entdeckt sie plötzlich jemanden. Es ist... Viola hält ihren Arm schützend vor ihre Augen. Daher muss die Aura stammen! Doch was ist es? Viola kann das Wesen nur sehr grob erkennen, da das silberne Licht zu sehr blendet. Sie kann weder das Geschlecht noch die Form genau ausmachen. Einen Moment zögert Viola. Sollte sie näher kommen? Oder ist das zu riskant?
Nun spürt das Einhorn die Vampir Aura. Sie sieht in die Richtung von Viola und sagt mit starker Stimme: "Was willst du, Schattenwesen? Gib dich zu erkennen!"
Schattenwesen? Das klingt schon wieder so, als ginge es hier um Licht und Schatten... "Die Tatsache, dass ich hier nur rumstehe, sollte dir ja schon zeigen, dass ich nicht auf einen Angriff aus bin.", sagt Viola knapp. Ist das Wesen das, was als Lichtwesen bezeichnet wurde? Immerhin kann sie das Licht nicht leugnen. Das wäre schon ein ziemlicher Zufall, wenn sie das Wesen einfach so gefunden hätte... ohne danach zu suchen. Aber es muss ja auch nicht das Wesen sein, das Vero gerettet hat. Viola bleibt ein wenig skeptisch. Noch hält sie Abstand.
Das Einhorn läuft in die Richtung von Viola, wobei seine Leuchtkraft nicht nachlässt. Je näher Hila kommt, umso mehr kommt ihr diese andere Aura bekannt vor. Schließlich steht sie in direkter Nähe der Vampirin. Viola sieht die Simgestalt von Hila. "Kann es sein, dass wir uns kennen?", fragt sie das andere Wesen. Um sie herum erblühen erneut die Blumen.
Viola muss sich immer noch den Arm vor die Augen legen. Dieses grelle Licht macht es ihr schwer, sich zu konzentrieren. Sie wendet ihren Blick ab und betrachtet stattdessen die Blumen um sie herum. Kennen? Woher... Die Vampirin überlegt. Die Gruselnacht kommt ihr plötzlich in den Sinn. Doch dort hatte sie nur aus der Ferne fremde Auren spüren können. Sie kann nicht mit Sicherheit sagen, ob diese hier die selbe ist wie damals. "Woher?", fragt sie daher nach.
Das Lichtwesen erwidert: "Deine Aura kommt mir bekannt vor ... wir müssen uns schonmal begegnet sein ... Die Frage ist ... wo ..." Das Einhorn mustert Viola aufmerksam. "Du scheinst ein Vampir zu sein ... allerdings noch nicht ausgewachsen." Die Anspannung in Hila legt sich leicht. Vor einem "Jungtier" braucht sie tatsächlich keine Angst zu haben.
"Immerhin 17!", sagt Viola, der die Bezeichnung "noch nicht ausgewachsen" nicht so sehr gefällt. Auch wenn es der Wahrheit entspricht. "Aber ja, für einen Vampir ist das wohl wirklich kein Alter.", gibt sie schließlich doch noch zu, "Das dauert noch, bis ich in dieses Alter komme." Und was für ein Wesen ist das nun vor ihr? Viola ist sich nach wie vor nicht sicher. Sie weiß von ihren Eltern von den Einhörnern, doch das Wesen vor ihr hat keine Pferdegestalt und die Vampirin weiß zu wenig über Einhörner, um zu wissen, ob das Gestaltwandler sind. Magie ist zumindest im Spiel. "Warst du in Forgotten Hollow?", fragt Viola schließlich noch.
Die Zuhörerin schüttelt den Kopf. "In dieser Welt kenne ich die Namen der Gegenden nicht. Ich stamme aus dem magischen Wald und kenne nur das Portal in Glimmerbrock. Mehr auch nicht."
"Eine alte verlassene Villa. Zwei mythische Wesen waren da. Außer uns meine ich. Warst du eines davon?" Viola betrachtet nun das Wesen. "Wenn du der Meinung bist, mich zu kennen?"
In diesem Moment fällt der Groschen. "Du meinst den Werwolf?", ihr Blick verfinstert sich.
"Ja, zumindest redet jeder davon, dass es ein Werwolf war. Ich mag ja ein Schattenwesen sein, aber ich hab den jedenfalls nicht gerufen."
Nun ist Hila klar, woher sie die Aura kennt. "Ja ... ich habe mich diesem Werwolf gestellt ...", gibt sie nun zu.
Und Vero gerettet..., vervollständigt Viola den Satz in Gedanken. Nicht einmal die Blondine hätte den Tod durch den Werwolf verdient. "Was wollte der Wolf?", fragt die Vampirin, "Oder war es nur Zufall, dass du zur selben Zeit wie der in der Gegend warst?"
Nickend sieht das Einhorn zu Viola. "Ich bin auf der Flucht und habe Schutz gesucht. Als ich bemerkte, dass ein Schattenwesen in der Nähe ist und durch das Geheul mir klar wurde, es ist ein Werwolf, war ich besonders vorsichtig. ... Durch den Schrei eines Mädchen bin ich aufmerksam geworden und bin dort hin. Ich hasse Werwölfe ... und sie meiden mich ... Unentschieden, würde ich sagen ... Und ein Simsleben konnte verschont bleiben."
Viola nickt nur. "Ja, ich kenne das Mädel.", sagt sie nur, ohne mehr über die Beziehung zwischen ihr und Vero preiszugeben. "Aber wenn das eine Wesen ein Werwolf war... was bist dann du?"
Amüsiert muss Hila schmunzeln. "Du weißt also nicht, was ich bin? ... Vielleicht ist es auch besser so ..." Sie wendet sich von Viola ab. "War ein netter Plausch ... vielleicht sieht man sich wieder ..."
Viola will sich nicht so schnell damit zufrieden geben. Sie hat schon eine Ahnung, was das Wesen ist, doch sie wollte die Bestätigung noch aus dessen Mund hören. "Warte! Der Rat der Vampire sucht nach dir. Sie brauchen deine Hilfe!" Das Einhorn bleibt stehen. "Hilfe?", fragt sie misstrauisch.
"Um den Werwolf ein für alle Mal loszuwerden." Zumindest soweit Viola das verstanden hat, "Um die Portale zu schließen, die so nicht sein sollten, um die fremden Welten vor Eindringlingen zu schützen."
Hila sieht zu Viola. "Tut mir Leid, aber ich sehe keinen Grund mein kostbares Leben auf Spiel zu setzen, nur um einen von vielen Werwölfen aufzuhalten. ... Die sind wie die Pest. Überall und immer mies gelaunt." Damit gibt das Fabelwesen klar zu verstehen, dass sie wenig Interesse hat mit Vampiren zu kooperieren. Immerhin ist gerade SIE eine bedrohte Art.
Viola versteht diese Beweggründe durchaus. Doch nun, wo sie unerwarteterweise dieses Lichtwesen gefunden hat will sie es nicht nur bei einem netten Gespräch belassen und es dann nie wieder zu finden. Doch ist es klug, auch den Namen preiszugeben, den Viola vermutet? Hila? Oder fühlt sich das Wesen erst recht in die Enge getrieben? "Ich bin kein Teil des Rates. Doch ich weiß über meine Eltern, dass du gebraucht wirst. Sie sprechen von einem Einhorn.. ein Einhorn wie du, stimmt's?" Den Namen hält sie vorerst noch zurück. "Ich weiß nicht, ob du überhaupt Kämpfen musst. Zumindest brauchen sie deine Hilfe mit Informationen, um zumindest den einen Wolf zu erwischen. Und über ihn vielleicht auch die Leute, die das Viech schickten." Die Vampirin macht eine Pause. "Ich bin übrigens Viola, wenn dir das helfen sollte." Sie und Diplomatie... Das ist ihr noch nie leicht gefallen. Aber sonst ist jetzt keiner hier, um mit dem Lichtwesen zu reden.
Aufmerksam hört das Einhorn zu. Daher ist es ihm nicht entgangen, dass seine Identität erkannt wurde. Doch Hila hat gelernt, Wesen, denen sie nicht traut oder vertrauen kann, keine Informationen über sich preis zu geben. "Einhörner? ... Sind die nicht schon ewig ausgestorben? ... Oder siehst du gerade ein horntragendes Pferd vor dir?", sie wirkt kühl dabei.
Einen Moment lässt sich Viola davon ablenken. Hat sie sich getäuscht? Oder eher gesagt, haben sich ihre Eltern getäuscht? Und Hila und dieses Wesen sind zwei unterschiedliche Personen? Ist es sicher, dass es Hila war, die Vero gerettet hat? Aber ist das überhaupt wichtig? Das Lichtwesen hat ja schon zugegeben, dass es bei der Villa war... und hätte nichts von Veros Rettung wissen können, wenn das nur eine Lüge war. "Auch wenn du kein Einhorn bist, wirst du wohl helfen können.", sagt Viola, "Auch wenn es wohl noch mindestens eines davon geben muss."
Und es ist durchaus möglich, dass das Wesen nur versucht, sie in die Irre zu führen und tatsächlich ein Einhorn ist. Auch Viola ist Gestaltwandel nicht fremd.
Hila wendet sich wieder ab. "Du verschwendest deine Zeit, Vampir. Ich habe kein Interesse daran mich mit Schattenwesen zu verbünden. Klärt eure Angelegenheiten mit den Werwölfen unter euch. Richte das auch euren Rat oder was immer ihr da habt aus." Dann schreitet das Einhorn stolz ins Unterholz und entschwindet. Einzig die magischen Blumen und das grün der Vegetation verraten es weiterhin.
Viola sieht dem Wesen enttäuscht nach. Sie versucht zu folgen, doch die Lichtmagie macht es schwierig, sich auf das Wesen zu konzentrieren und so verliert die Vampirin es schnell aus den Augen. Fluchend sieht die Teenagerin ein, dass es keinen Sinn macht, weiter zu suchen. Sie hat versagt.
Einige Zeit später erreicht das Wesen das Portal in Richtung des magischen Waldes. Hila springt hindurch und sucht die Zentauren auf. Bei ihnen, so weiß sie, ist sie in Sicherheit.
(In Zusammenarbeit mit @KFutagoh89 )