Forum Discussion
3 years ago
Ort: Oasis Springs, Haushalt Töpfer
Charakter: Bertl
Geschichtsstrang: From dust to doom
Da stehen sie und glänzen in der Sonne. In Bertls Augen pures Gold. Das wird auch Marga irgendwann verstehen. Bagger und Radlader in all ihrer Pracht. Die Lieferung hatte sich etwas verzögert, aber morgen früh geht es endlich los.
Bertram ist sich bewusst dass seine Graberei von Hand nicht sinnvoll ist, aber die Arbeit lenkt ihn vom Bedürfnis zu trinken und den schwermütigen Gedanken ab.
Der Grundriss ist abgesteckt und Bertl buddelt einfach immer weiter. Er hat heute die AAAUA News gelesen. Es sollen nachts unbekannte fliegende Objekte gesichtet worden sein und das nicht zum ersten Mal. Bertl hebt mit der Schaufel eine bröckelnde Scholle Erde hoch. Ein anderer Artikel hatte sich mit dem Thema Beobachtung beschäftigt. Es sollen immer mehr Außerirdische als Sims getarnt in Simswelt leben. Die Erde landet auf einen Haufen neben ihm. Bertl wirft einen misstrauischen Blick über die Schulter. Alles ruhig. Niemand zu sehen. Wieder findet das Grabwerkzeug den Weg in die Tiefen der Erde. Das Loch ist schon stattlich, was Bertl motiviert noch eifriger zu graben. Wenn doch nur Adrian irgendwie dazu bewegt werden könnte, einzusehen,dass auch er Schutz benötigt. Aber es ist einfach sinnlos seinem Sohn irgendetwas beibringen zu wollen. Der Gedanke regt ihn auf und die Schaufel fährt mit Nachdruck tief in den Boden. Krchcchhhzz. Das Metall trifft auf irgendetwas hartes im Erdreich. Bertram hält überrascht inne. Das klang anders als ein Stein. Er setzt nach und wieder schrammt die Kante der Schaufel an etwas entlang, was einen seltsam hallenden Laut erzeugt. Er hält inne. Das könnte gefährlich sein. Sie haben Lager unter der Erde...dort lebt der Nachwuchs....
Schweißperlen bilden sich auf Bertls Stirn, sein Atem geht im selben Rhythmus wie das zunehmende Pochen seines Herzens. Vorsichtig zieht er die Schaufel zurück und beugt sich langsam vor, um die Stelle zu inspizieren. Die Grube ist nicht tief genug, das kann nichts mit ihren Brutstätten zu tun haben.
Ah! Das ist es! Er richtet sich auf und stemmt die Hände in die Hüften. Adrian hat hier irgendwas vergraben. Bertl tritt näher, geht in die Hocke und beginnt, nun selbstbewusst und neugierig, die Erde rings um das Objekt zu beseitigen.
Sein Schaben und Kratzen tut weh unter den Fingernägeln, aber was sich seinem Auge bietet, lässt ihn alles andere vergessen. Eine farbige Spitze beginnt sich aus dem Schmutz hervorzuheben, hell- grünlich, die Strahlen der Sonne absorbierend, scheint sie von innen heraus zu schimmern. Aufgeregt bohren sich seine Finger in den Boden, die Erdkrümel fliegen in alle Richtungen. Bertl traut seinen Augen nicht. Eine Art Kristall schält sich langsam aus seiner lehmig sandigen Hülle, wunderschön anzusehen.
Als er vollständig frei gelegt ist, hebt ihn Bertl mit zitternden Händen aus der Senke. Wachsam blickt er sich in alle Richtungen um, aber um das Haus herum ist immer noch alles ruhig. Das kann doch nicht wahr sein. Woher hat Adrian sowas? Kann nur geklaut sein. Behutsam streicht er mit einer Handfläche über das in Intervallen aufschimmernde Objekt. Die Oberfläche ist glatt und kühl zugleich. Durch seine Handflächen krabbeln plötzlich tausend Ameisen.Wahrscheinlich ist dieser Kristall sehr wertvoll, warum sollte sein Sohn ihn sonst vergraben? Ist das die Antwort auf all ihre Geldsorgen? Bertl packt den Kristall fester und eilt zur Werkbank damit, wo er ihn vorsichtig abstellt. Nachdenklich steht er für eine Weile davor, in Gedanken versunken und unschlüssig was zu tun ist.
Wenn Adrian fragt, wird er einfach sagen, sie hätten nichts gefunden...aber er wird nicht fragen, weil er das Ding irgendwo gestohlen hat und das sicher nicht zugeben würde. Bestimmt gibt es irgendwo im Simsnet Foren in denen Sammler für so etwas viel Geld bezahlen. So etwas...ja, was ist das nur? Unter welchem Namen verkauft man das? Bertram beugt sich näher ran. Er hat fast das Gefühl als strahle das Objekt eine magnetische Energie aus, als ziehe es ihn an...als wolle es ihm etwas mitteilen. Seine Nackenhärchen stellen sich auf, gefolgt von jedem einzelnen seiner Arme. Kurz bevor seine Nasenspitze die des Kristalls berührt, zuckt er erschrocken zurück. Er richtet sich mit keuchendem Atem auf, strafft die Schultern und überlegt fieberhaft. Viele kleine Kristalle ließen sich für noch viel mehr Simoleons verkaufen. Er eilt in den Schuppen und kramt wild in seiner Werkzeugkiste. Kurz darauf steht er wieder vor dem Kristall, ausgestattet mit Hammer und Meißel. Das IST die Antwort auf all ihre Probleme! Damit werden sie sich eine aliensichere Zukunft aufbauen. Vorsichtig setzt er das Werkzeug an und klopft behutsam von der Seite auf den Kristall. Nichts tut sich.
Mit mehr Nachdruck bearbeitet er die andere Seite. Nicht mal eine Schramme, aber wieder dieses Kribbeln in den Händen, als hätte er ein Büschel Brennnesseln ausgerupft. Bertl streckt noch einmal die Schultern durch. Das wäre doch gelacht. Entschlossen packt er den Hammer fester, setzt den Meißel an und legt seine ganze Kraft in die nächsten Hiebe. Eine tsunamiartige Druckwelle erfasst ihn, die Werkzeuge schleudern mit Getöse gegen die Schuppenwand, ein Hieb wie von einer Riesenfaust rammt seinen Oberkörper und reißt ihn von den Beinen.
Ich wusste sie greifen irgendwann an, schießt es Bertl noch durch den Kopf, bevor ihn ein gewaltiger Wirbel in einen dunklen, unendlichen Tunnel saugt.