Forum Discussion
3 years ago
Ort: Irgendwo in Oasis Springs?
Charakter: Bertram
Geschichtsstrang: From dust to doom
Die Zunge klebt wie Sandpapier am Gaumen und sein Körper fühlt sich an, als hätte ihn jemand ausgewrungen. Bertl öffnet angestrengt die Augen. Morgendämmerung. Das erste was er registriert...und... es ist völlig still. Kein Vogel der den neuen Tag begrüßt, nur eine bedrückende, unnatürliche Stille. Er wälzt sich auf die Seite und stemmt sich mit einem Arm zum sitzen hoch. Vor Schreck wäre er beinahe wieder umgekippt, als er den großen Felsen sieht, der leicht hin und her wabernd über ihm schwebt. Wie ist das möglich? Als er sich umsieht, entdeckt er weiter weg noch mehr schwebende Gesteinsbrocken. Sein Herz pumpt unwillkürlich schneller. Das muss ein Traum sein. Er packt einen Ast des verdorrten Baumes vor sich, zieht sich daran hoch und lehnt ein paar keuchende Atemzüge lang am Stamm. Sein Blick schweift hektisch umher.
Er kennt diese Gegend. Und auch nicht. Es herrscht ein diffuses Licht und die gesamte Vegetation erscheint ihm entweder verdorrt oder in Braunabstufungen. Geröll und Gestein türmt sich in chaotischen Haufen, dazwischen immer wieder diese Felsen, die der Schwerkraft trotzen. Trotzdem erkennt er diese Umgebung wieder. Als junger Mann war er hier mit Marga wandern. Es ist eine relativ karge Gebirgskette, von der aus man an einigen Stellen einen guten Blick ins Tal auf Oasis Springs hat. Stolpernd setzt er sich in Bewegung. Keine Zeit zu denken jetzt. Er muss unbedingt Wasser finden. Trinken und dann nach Hause. Was ist nur passiert? Irgendwo hier oben entspringt ein Bach, der schließlich unten im Tal zu dem Fluß wird, der hinter ihrem Grundstück entlang durch Oasis Springs fließt. Bertram beschleunigt stolpernd seine Schritte. Ein leises Plätschern hinter einer Gesteinsformation feuert seine Überlebenstriebe an. Er sieht er den rettenden Gebirgsquell schon vor sich, doch...es ist nur noch ein kleines Rinnsal, kaum ein paar Zentimeter tief.
Schwer lässt er sich auf den Bauch fallen, taucht das Gesicht ins erlösend kühle Nass und saugt gleichzeitig gierig vom Wasser, das einen leicht metallischen Beigeschmack hat. Egal. Nach ein paar Minuten rollt er sich erleichtert auf den Rücken. Der Himmel nimmt langsam eine hellere, seltsame Färbung an. Wie spät es wohl ist? Mit leichtem Magenzwicken steht Bertl wieder auf. Er muss nach Hause, Marga wird sich schon Sorgen machen wo er steckt. Was auch immer hier vor sich geht, er muss sofort heim. Hoffentlich ist der Kristall noch da. Wo beginnt nochmal der Pfad nach unten ins Tal?
Mit zusammengekniffenen Augen nähert er sich dem Rand der Anhöhe. Steht da ein Teleskop? Dunkel erinnert er sich an die Kinderstimme. „Lass mich auch mal durchgucken, Papa.“
Ging es darum? Um das Gerät hier?
Sich wachsam umblickend nähert Bertl sich dem Teleskop. Es scheint niemand in der Nähe zu sein. Er presst ein Auge daran und stellt auf scharf. Mit einem zischenden Laut saugt er die Luft zwischen die Lippen ein. Es ist auf Oasis Springs in der Tiefe ausgerichtet, aber.. das ist ...UNMÖGLICH!
Es bietet sich ihm ein Bild des Grauens.
Entsetzt taumelt Bertl zurück und wirft dabei das Teleskop um. Was zum Teufel geht hier vor? Angst breitet sich wie ein eisiger Fluss in seinem Inneren aus. Mit wild pochendem Herzen wendet er sich dem Trampelpfad zu, der nach Oasis Springs führt und eilt, Geröll und Steine vor sich her treibend, so schnell ihn seine Beine tragen in Richtung Tal.