Forum Discussion
3 years ago
Ort: Sulani
Charaktere: Viola, Blaze, Mel, Chip, Denize
Geschichtsstrang: Die Suche nach dem Kristall
Die Freunde fuhren mit dem Schiff hinüber zum sonnigen Sulani. Selbst nachts und im Herbst spürt man die sommerliche Ferienstimmung. Simswelt ist ein Wunder. So viele verschiedene Klimas ohne das es Umweltkatastrophen auslöst. Das zieht jährlich viele Besucher von anderen Kontinenten hier her.
Während der Fahrt hob Melissa den Kopf in den Wind. Die Haare wehten episch hinter ihr und sie genoss die Fahrt. Es gab keinen Grund für sie schlecht gelaunt zu sein. Sie hat gestern Abend einiges erledigen können. Nicht nur für Blaze‘ Bruder, auch für Violas Sonnenwendetrank.
Blaze stand die Fahrt über mit verschränkten Armen an der Reling und starrte aufs Wasser. Am Handgelenk hat er eins der breiten Lederarmbänder welches juckt und scheuert. Er versucht es zu ignorieren. Das schlechte Gewissen plagt ihn. Viola hat ihm von ihren toten Großeltern erzählt, weil sie keine Geheimnisse vor ihm haben will… es ist so zum kotzen. Blaze verlor sich schweigsam im Anblick des vom Mond beleuchteten Wassers und zwang sich nicht an gestern Abend zu denken.
Während der Überfahrt sah Viola zu Blaze. Irgendwie schien er etwas distanziert zu sein und ihr nicht in die Augen sehen können. Oder war das nur eine Täuschung? Doch sie fragte ihn nicht laut und hing ihren eigenen Gedanken nach.
Denize hingegen studierte neben Chip die sulanische Karte. Sie hat letzte Nacht Nachforschungen betrieben, diese Karte ausgedruckt und die Höhlen markiert. Insbesondere die Geschützten, was auf fast alle zutraf. Sie grübelte die Fahrt über dem Rätsel nach. Hitze, Höhle. In der Nähe des Vulkans gibt es zwei Höhlen. Eine davon ist im und unter Wasser. Ohne Taucherausrüstung werden sie keine Chance haben. Denize fragte sich, vor wie vielen Jahren die Kristalle versteckt worden waren. Was wenn die Höhle damals nicht unter Wasser stand? Sie legte die Karte zusammen und verlies zusammen mit den anderen das Schiff. Das nächste würde erst am Morgen wieder kommen und sie hoffte, dass sich das nicht auf ihre Schulleistung auswirken wird.
Durch Chips Kopf geisterten verschiedene Erinnerungen an den Sommer, das Festival und die beklommene Überfahrt am Ende. Dankbar saß er neben Denize, genoß den Fahrtwind, den Anblick von Mel, die wie eine Gallionsfigur mit wehendem Haar an der Reling stand und tat so, als würde er konzentriert mit Denize die Karte von Sulani studieren. Eigentlich war er nur dankbar dafür, dass sich zwischen ihnen alles zum Guten gewendet hatte und sie hier auf dem Schiff zusammen einem Abenteuer entgegen sahen.
Am Strand findet die Gruppe sich wieder. Blaze nimmt eins der Walkie Talkies vom Gürtel und reicht es Chip mit den Worten, „Kanal 1.“ es sind nicht die billigsten Kinderspielzeuge aber auch nicht die besten Hightech Geräte. Es sind Funkgeräte auf Rich-Kid-Niveau und werden eine ordentliche Reichweite aushalten. Bevor Mel fragen kann wo sie beginnen wollen, sagt Denize eifrig. „Wir sollten zum Vulkan gehen. Dort beginnt das Rätsel.“
Das Walkie Talkie an seinem Gürtel befestigend wirft Chip seinem Freund einen prüfenden Blick zu. Er war die ganze Überfahrt lang schweigsam und wirkt derzeit mal wieder wie eine Auster. Normalerweise nützt Chip Rauchpausen in der Schule um zu fragen, aber nach der unangenehmen Szene auf dem Schulhof hält er sich zurück und ist froh dass sie überhaupt wieder normal miteinander umgehen.
Viola zieht sich die Schuhe aus und spürt den Sandstrand unter ihren Füßen. Sie sieht zu Denize. Sie ist nicht ganz so überzeugt wie diese, tatsächlich etwas zu finden. Mit dem Rätsel hätten viele Gegenden und Orte gemeint sein können... Aber immer noch besser, als die Suche tatsächlich im Abwasserkanal zu beginnen. "Gut, dann fangen wir dort an.", sagt sie nur. Wie gerne hätte sie ihre Zeit hier anders verbracht. Wann ist sie mal am Strand? Sie hätte den Abend am Meer verbringen können, anstatt mit der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Allerdings ist sie Mel auch etwas schuldig und sie hätte auch die Jungs nicht im Stich gelassen. Daher wird auch sie bei der Suche helfen.
Blaze bemerkt Viola und sieht ihr zu wie sie den noch warmen Sand unter den Füssen genießt. Er erinnert sich dabei ans Festival, an den Abend am Strand, als sie zum ersten Mal schwimmen waren. Warum sind sie nicht eher hergekommen bei Nacht? Weil Sulani das Sonnenland schlechthin ist. Der Gedanke kam ihm deswegen nie. Idiot.
Sie passieren die Bar die am Fuß des Vulkans mutig stand hält und besteigen den Berg. Das Lodern und Blubbern der heißen Lava im Inneren hört sich von weitem schon an als würde zähflüssiger Honig überkochen. Je näher sie kommen desto lauter wird es. Aus der Öffnung steigt dicker Rauch. Zur Sicherheit wurde das Gebiet abgesperrt. Die rostige Kette soll Besucher und Touristen davon abhalten in das kochende Feuer zu fallen. Sie ist warm von der Umgebung und die Gruppe kann die Hitze der Glut auf der Haut spüren. Noch ist sie nicht unangenehm, doch es ist als würde man an einem großen Lagerfeuer stehen und je näher man ihm kommt desto unangenehmer wird es irgendwann.
Blaze steigt über die Kette, die Rauchsäule im Blick. „Das solltest du nicht…“ wendet Denize ein, „das ist gefährlich.“ Blaze hält inne, denkt nach und nickt, „Stimmt, halt mal, sonst gehts kaputt.“ er reicht ihr sein Funkgerät und das Handy. Er ist erst einen Schritt gegangen, und schon brennt es eine Nuance mehr auf der Haut. Erneut schaut er zurück, Mel nimmt Abstand von der Kette. „Tut mir Leid, die Hitze ertrag ich nicht..“ Sie mag sonnenresistent sein, kann große Hitze aber nicht aushalten. Sie mag den Winter lieber als den Sommer und sie würde nie in ein beheiztes Schwimmbad steigen. Mels Körpertemperatur wäre für Sims maximal beunruhigend.
Denize bleibt an der Kette stehen und starrt ihn an, „Geh nicht so nah ran! …Bitte.“ Das fehlt ihr noch, wenn sie in ihrem aktuellen Mentalzustand einen Freund beim schmelzen in heißer Lava zusehen müsste.
Beim nächsten Schritt spürt Blaze schon wie seine Augen trocken werden und er vermehrt blinzeln muss. Er ist sich nicht sicher ob er weiter gehen soll oder muss. Wie war das Rätsel? Nichts hören, nichts sehen? Das Brodeln hier ist laut, und die Hitze trocknet gefühlt jegliche Feuchtigkeit aus seinem Körper. Blinzeln wird anstrengend… Irgendwann, hat er das Gefühl keinen Schritt mehr machen zu können, weil es zu unangenehm wird. Sein Gesicht ist bereits gerötet und als er sich umdreht, merkt er direkt wie angenehm kühl es ist, wenn sein Körper die Wärme abschirmt. Angestrengt blickt er in die Ferne. Doch bevor er etwas sehen kann was sie weiter bringt, knallt es hinter ihm und er zuckt sofort zusammen. Mit eingezogenem Kopf dreht Blaze den Blick zum Vulkan der heute wütend zu sein scheint.
Denize schlägt die Hände vor den Mund. Sie hat gelesen, der Vulkan sei zwar aktiv, aber mehr oder weniger ruhig. Mal steht das Magma höher, mal tiefer. Überlaufen sollte er laut Studien nicht, sonst wäre der Besitzer der Bar unten ein sehr Unglücklicher. Aber es könne schon mal passieren das Blasen platzen und sich Rinnsale bilden die den Berg hinab führen. Bis nach unten schaffen sie es meist nicht. Normalerweise nicht mal bis zur Absperrung, dafür ist sie schließlich da. Aber Blaze ist jetzt gefährlich nah und zu erschrocken. Den Moment den er braucht um zu realisieren, dass ein kleiner Tropfen Lava ausreicht um ihm eine Verbrennung 9. Grades zu verpassen, bewegt er sich nicht, obwohl er besser die Beine in die Hand nehmen sollte.
Je länger Viola die Gegend hier erlebt, desto mehr hat sie das Gefühl, dass vielleicht doch etwas dran ist an der Vermutung, der Kristall könnte hier sein. Irgendwie passt das Gedicht ja doch ganz gut. Aber ist Taldren wirklich verrückt genug dazu? Laut Mel scheint das ja auch der Fall zu sein.
Sie blickt in Richtung des Vulkans, der sich hier ehrfürchtig erhebt. Ein wenig Respekt flößt ihr das schon ein. Wie auch das Sonnenlicht ist das etwas, das sie verbrennen könnte.. im wahrsten Sinne des Wortes.
Blaze hingegen lässt sich von der Absperrkette nicht beeindrucken. Normalerweise respektiert Viola Mut und sie mag keine Feiglinge... aber die Grenze zwischen Mut und Dummheit ist manchmal ziemlich eng. "Ja, ich spiel nicht gerne Moralapostel und bin sicherlich nicht die vernünftigste Person der Welt, aber hier solltest du vielleicht wirklich nicht zu nah ran gehen.", sagt sie in Blaze' Richtung. Ihre Stimme wirkt dabei allerdings ruhiger als die von Denize. "Auch Taldren ist vermutlich nicht feuerresistent." Oder ist er das vielleicht doch? Was weiß sie schon, was für Zauber so ein Magier in Petto hat? Doch dann macht Viola einen anderen Vorschlag: "Vielleicht kann ich aus der Luft etwas erkennen! Außerdem bewegte sich Taldren doch laut Gedicht vom Alptraum fort und nicht darauf zu." Nur... in welche Richtung?
Erleichtert dass Viola im quasi die Worte aus dem Mund nimmt ruft Chip angespannt Blaze zu:" Alter, komm da weg. Hat keiner gesagt, dass die Haut echt erst Blasen werfen muss, er ist ins Dunkel geflüchtet und das machen wir jetzt auch!" Blaze da am Feuer stehen zu sehen erinnert ihn an Kindheitstage, als sie gefühlt riesige Holzhaufen entzündet hatten, die auf Blaze immer eine stärkere Anziehungskraft ausgeübt haben als auf ihn selbst. Für ihn war es fun und das Gefühl etwas mächtiges ins Leben gerufen zu haben, für Blaze..? "Ich hab kein Bock dich dann irgendwo im Meer ablöschen zu müssen wie so ne gegrillte Paprika." Er dreht sich zu Viola. "Gute Idee. Flatter mal und schau ob's nen Höhleneingang gibt hier irgendwo, weit wird Taldren wohl nicht gerannt sein."
Denize kriegt die Krise, ist die die einzige die empathisch genug ist zu sehen, dass er dort in eine Art Starre versetzt ist? Ihr reicht 's, sie drückt Chip sein Handy und das andere Funkgerät in die Hände und steigt über die Kette. Erst auf halbem Weg erinnert sie sich wieder an das Baby, aber sie ist jetzt hier und läuft weiter, packt Blaze am Handgelenk und zieht. Das scheint zu helfen. Blaze sieht sie an und sie fallen erst mal in den Sand.
Chips Reaktion kommt verspätet, er will Denize am Arm packen und aufhalten, aber Blaze' Sachen in seiner Hand hindern ihn daran und so bleibt ihm nur noch ihr erschrocken hinterher zu schauen, als sie sich dem Krater und Blaze nähert. Was ist bloß in ihn gefahren? Er gefährdet nicht nur sich selbst, sondern jetzt auch noch andere.
Die Funken die der Vulkan ausspuckt werden größer und fliegen weiter. Schnell rappeln sich beide auf und laufen zurück. Denize blickt nur auf die Absperrung, Blaze' Blick geht weiter. Da unten kann er ein dunkles Loch in einem der anderen Gebirgsketten der Insel erkennen. Dunkler als der Rest der nachtgrauen Gegend. Er stolpert wie Denize über die Kette und betastet das leicht gerötete Gesicht welches immer noch warm ist. "Danke..." sagt er zu Denize bei der das Adrenalin noch nachwirkt. Ihr Herz pocht. "Du bist ein Idiot." entgegnet sie.
Mel die noch weiter unten alles beobachtet hat fragt, "Hast du etwas gesehen?" Blaze wirft Denize einen nichtssagenden Blick zu dann wischt er sich den Schweiß von der Stirn. "Ich glaub schon.." Er zeigt in die Richtung in der er das Loch vermutet welches von dieser Position nicht mehr zu sehen ist.
Chip atmet erleichtert auf. Er hilft der stolpernden Denize auf die Beine, umarmt sie kurz und wendet sich zu Blaze, der gerade wieder sicher auf den Beinen steht. "Alles klar bei dir?" fragt er ihn, obwohl er sehen kann, dass dem nicht wirklich so ist. Er gibt Blaze seine Sachen zurück und bleibt vorsichtshalber noch stehen, falls er doch nochmal umkippen sollte
"Mir gehts gut." meint er zu Chip.
Viola, die sich in die Luft erhoben hat, um was zu erkennen, sieht von oben eine Art Höhle in der Ferne. Sie will gerade Bescheid sagen, als Denize zu Blaze rennt. Was ist da denn los? Kann Blaze nicht alleine laufen?
Nervös landet sie. Blaze scheint jedoch in Ordnung zu sein. "Alles gut? Was war denn los?", fragt sie. Sie kann sich nicht vorstellen, dass er einfach aus Schock wie ein Reh im Scheinwerferlicht stehen blieb ohne sich zu rühren... oder doch? Oder wurde er durch eine Art Magie gefesselt?
"Weiß nicht." antwortet Blaze Viola. Es ging alles so schnell. "Gehn wir runter." Er beginnt mit dem Abstieg. War es das Feuer? Der Schrecken? Mel geht neben ihm her und betrachtete ihn kurz. "Es war abzusehen das es nicht leicht wird. Danke für die Hilfe." sie hätte es nie geschafft so nah an die heiße Lava zu gehen.
Den Kopf in die Richtung wendend , in die Blaze gezeigt hat, versucht Chip etwas zu erkennen. Doch dicht stehende Bäume und die umgebenden Felsformationen versperren den Blick in weiter entfernte Gebiete. "Da drüben?" Es sieht aus als läge ein Stück Meer zwischen diesem Stück der Insel und den Bergen auf die Blaze gezeigt hat. Das kann aber auch täuschen, da die Aussicht so schlecht ist. Er dreht sich wieder zu Blaze. "Kein Plan, kann auch sein, dass wir ein Boot brauchen um da hin zu kommen. Lasst uns in die Richtung weiter gehen und Viola flattert dann nochmal los und schaut ob wir die Stelle zu Fuß erreichen."
Ein wenig schämt sich Viola dafür, nicht selber erkannt zu haben, in welcher Gefahr Blaze steckte. Sie war zu sehr auf die Höhlensuche konzentriert gewesen, eben weil sie dachte, er käme schon klar. Zum Glück war Denize zur Stelle. Das reicht, um den Respekt vor Chips Freundin wachsen zu lassen. Die Vampirin klopft Denize anerkennend auf die Schulter. Die würde sicherlich schon wissen, was für eine Ehre diese Geste ist, wenn sie von Viola kommt.
Dann sieht die Rothaarige zu Mel, die gerade mit Blaze redet... Danke für die Hilfe. Weird. Wenn sie sich bei Denize bedankt hätte, okay. Aber es kommt ein wenig random, Blaze jetzt für seine Hilfe zu danken.. Nicht dass er kein Dankeschön verdient hätte. Sie alle helfen ihr ja bei der Suche. Viola findet das Timing allerdings etwas seltsam. Fast so, als würde Mel sich bei Blaze bedanken, dass der über die Absperrung kletterte.
Doch sie misst dem trotzdem keine große Bedeutung bei. Sie dreht sich um. "Ich flatter mal vor und check die Lage. Ich schau mal, ob wir ein Boot brauchen, wie Chip befürchtet, oder nicht. Oder ob wir nur auf einen Schatten hereingefallen sind und es gar keine Höhle gibt." Viola versichert sich, dass es Blaze wirklich wieder gut geht. Dann wirft sich in Fledermausgestalt und macht sich auf den Weg.
Bald erkennt die Vampirin tatsächlich eine Höhle. Die selbe, die sie auch aus der Luft gesehen hat, und die wohl auch Blaze gemeint hat: Ein wenig hinter Palmen versteckt, aber immer noch sichtbar aus der Ferne. Doch es wird nicht ohne Boot gehen. Sie selbst kann einfach zur anderen Insel rüberflattern, aber die Anderen müssen entweder schwimmen oder tatsächlich ein Boot auftreiben... auch wenn der Weg nicht so weit ist, dass es schwimmend nicht schaffbar wäre. Aber hier auf Sulani lässt sich bestimmt irgendwo ein Kanu oder vielleicht auch nur ein Ruderboot auftreiben, das man sich einmal "ausleihen" könnte.
Viola hat genug gesehen. Sie hat keine Lust, die Höhle alleine zu betreten. Also fliegt sie zurück zu den anderen, um ihre Beobachtung mitzuteilen.
Wie so oft kommt bei Chip der Schreck erst später. Während sie in die Richtung weiter laufen, die Viola ihnen vorgegeben hat, wird ihm bewusst dass sich die zwei wichtigsten Sims in seinem Leben gerade in tödlicher Gefahr befunden haben. Hätte Blaze auch nur ein paar Schritte weiter in Richtung Krater getan...oder Denize das Gleichgewicht verloren... Ein dicker Kloß bildet sich in seinem Hals und er fasst die Hand seiner Freundin fester. "Du bist so verdammt mutig." sagt er leise zu ihr. "Ich hab das mit Blaze gar nicht gecheckt..wenn du nicht so schnell geholfen hättest..ich will's mir nicht vorstellen. Bin so froh dass euch beiden nichts passiert ist."
Eine Weile später tut sich vor ihnen ein Sandstrand auf. Die Nacht ist wunderbar klar und das Mondlicht so hell, dass es die Sandkörnchen wie winzige Edelsteinsplitter zum glitzern bringt. Ein unbestimmtes Sehnsuchtsgefühl breitet sich in Chips Brust aus beim Anblick der nächtlichen Szenerie. Der Mond spiegelt sich in der wenig bewegten Wasseroberfläche und nur ab und zu zerlegt eine kleine Welle das klare Abbild und es sieht aus, als schaukle es in Wellenmustern Richtung Strand. Ein scheinbar einsames Auslegerkanu liegt vertäut an einem hölzernen Steg und wirkt, als hätte es nur auf die kleine Gruppe Sims gewartet.
Chip grinst in Richtung Blaze. "Die Überfahrt ist gesichert." Er lässt Denize' Hand los und läuft voraus auf den Steg. Das Kanu sieht aus als wäre es in gutem Zustand. "Ich kenn mich zwar mit Booten nicht aus, aber ich glaub das Ding taugt was." sagt er zuversichtlich, als die anderen sich nähern. Geschickt beginnt er den Knoten zu lösen, der das Gefährt sichert.
Viola blickt in die Richtung der Insel. Von dieser Perspektive aus sieht man die Höhle kaum, da die Palmenblätter direkt im Blickfeld sind. Erst aus erhöhter Position - als Fledermaus oder wenn man einen Vulkan hochklettert - lässt sich dann doch etwas erkennen. Vielleicht wissen viele Menschen nicht einmal, dass dort eine Höhle ist, selbst wenn sie zufällig hier an diesem Strand sind. Umso besser. Aber auch so ist es unwahrscheinlich, dass nie jemand den Kristall gefunden hat, wenn er einfach so da drin liegt. Vielleicht ist der Kristall ja auch irgendwie getarnt - wenn er denn tatsächlich in der Höhle ist und nicht sonst wo.
Sie sieht zu Chip und dem Kanu. "Da fahr ich dann aber auch mit. Ist mal was anderes als zu fliegen.", sagt die Vampirin.
"Dürfen wir das einfach nehmen..?" fragt Denize rhetorisch. Natürlich dürfen sie nicht. Sie will nur das ihre Freunde darüber nachdenken was sie da eigentlich tun, hat aber wenig Hoffnung, dass es was bringt. Vor allem wenn sie so zu Blaze und Chip rüber schaut. Blaze geht gar nicht drauf ein und springt auf das Gefährt. Es schwankt auf den Wellen und er braucht einen Moment um das Gleichgewicht auszubalancieren dann dreht er sich um, bleibt bei Viola hängen, grinst, streckt die Hand zu ihr aus und sagt mit leichter Verbeugung, "Darf ich bitten?"
Viola grinst. Sie nimmt die Hand und hüpft mit in das Kanu. "Vielen Dank, edler Herr." Dabei muss sie selber lachen. Denize' Einwurf ignoriert sie einfach. Immerhin begehen sie hier ja keinen Mord. "Arrrr, ihr Landratten. Ich übernehme dann das Steuer!", sagt Viola grinsend, obwohl sie davon noch weniger Ahnung hat als von Seemannssprache. Aber die anderen wissen das vermutlich genauso wenig.
Trotzdem fragt sie noch mal nach: "Oder weiß jemand tatsächlich, wie man so ein Ding steuert?" In dem Fall würde sie dem dann den Steuerplatz überlassen.
Chip hilft Denize auf das Kanu, wirft das Tau ins Boot und dreht sich zu Viola."Aye, aye Käpt'n, ran ans Steuer mit dir, wir haben alle gleich viel Ahnung, nämlich keine." Er betrachtet nachdenklich das Segel, das recht schlaff herunterhängt, minimal bewegt von der sanften Brise, die niemals ausreichen wird um sie vorwärts zu bringen. "Da wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben als mit zu paddeln, vielleicht kommt ja noch ein bisschen Wind auf wenn wir unterwegs sind." Er nimmt zwei lange Holzpaddel auf, die am Boden des Kanus liegen und reicht eines davon Blaze. "Ready?" fragt er Viola und taucht gleichzeitig mit Blaze schon das Ruder ins Wasser. Hoffentlich hat Viola das drauf, sonst werden sie sich hier im Kreis drehen, als hätte einer den Stöpsel aus der Badewanne gezogen.
So auch springt Mel mit aufs Boot. Der Stein der sie auf den Kristall aufmerksam machen soll leuchtet noch nicht, dennoch hält sie ihn wie ein Kompass und blickt in die Richtung in der sie in vermuten. Blaze rudert drauf los. „Ne gleichzeitig. Und eins, und zwei.“ Es dauert nicht lange bis Chip und er sich eingerudert und rausgefunden haben wie sich das Boot auch rudernd steuern lässt. Das Wasser liegt ruhig und friedlich. Denize fällt in der Ferne ein Lichblitz auf. Hinter ihnen braut sich wohl ein Gewitter zusammen. Bleibt zu hoffen, dass es an ihnen vorbei zieht und nicht direkt auf sie zu.
"Pff, mit Rudern ist das doch langweilig!", sagt Viola. Das Steuer hätte mehr gebracht, wenn das Segel genug Wind abbekommen würde. Bei dieser Flaute fühlt sie sich ein wenig nutzlos, nun da die Jungs die Ruder geschnappt haben. Sie versucht trotzdem ihr Glück mit dem Steuer und das Segel bewegt sich auch, wenn sie das tut, doch die Windstärke ist zu gering. Sie ändert nur wenig an der Fahrtrichtung, was sie ein wenig frustriert.
Erst als das Gewitter langsam immer näher rückt, kommt doch etwas Wind auf und die ersten Regentropfen fallen auf die Teenager. Noch ist es jedoch nicht nah genug, um einen gefährlichen Sturm zu verursachen. Zumindest aber nützen Violas Steuerversuche nun mehr. Unterstützt durch das Segel und die Ruderschläge der Jungs nimmt das Kanu an Fahrt auf.
Ist sicher kein Fehler etwas Gas zu geben, denkt Chip beim Anblick der dunklen Wolken und beschleunigt sein paddeln nach Kräften. Armmuskulatur ist nicht unbedingt seine Stärke, beim skaten braucht man eben die Beine. Der Seegang wird spürbar unruhiger und er kann bei jeder Welle , die seitlich ans Kanu schwappt, die feinen Tröpfchen Gischt schon an seinem Handrücken fühlen. Ein tiefes Grollen und ein Blitz, der nur wenige Sekunden später den Himmel zerreißt zeigen, dass das Gewitter zügig näher kommt. Verdammt. Hoffentlich schaffen sie es rechtzeitig ans Ufer. Er wirft einen besorgten Blick zu Denize. Wie seetauglich ist sie eigentlich? Das hier ist eine andere Nummer als die Überfahrt auf einer Fähre. Eine weitere Welle hebt das Kanu auf seiner Seite an, so dass Blaze heftig paddelnd ausgleichen muss. Der Wind wird böiger, bläht das Segel und gibt dem Boot einen mächtigen Schub vorwärts. "Ich glaub wir können erstmal Pause machen, der Wind ist ziemlich stark. Müsste eigentlich mit dem Steuer gehen." ruft er Blaze und Viola zu und nimmt sein Paddel aus dem Wasser. Sollte irgendwas aus dem Gleichgewicht kommen, müssen sie eben wieder mit helfen . "Alles klar bei dir?" fragt er besorgt Denize.
Ihr besorgter Blick wandert von den Wolken zu Chip. Sie nickt. Vor Wasser fürchtet sie sich nicht, im Gegenteil. Das ist ihr Lieblingselement. Als Kind war sie in einem Schwimmclub und ihr Vater scherzte immer darüber dass ihr eines Tages Schwimmhäute wachsen würden, so oft wie sie im Wasser war. Sie schaut zu Mel die das Ziel im Blick behält. Unterdessen ist sie in die Hocke gegangen und hält sich am Boot fest. Die Vampirin wendet sich zu der Crew, „Wir habens gleich geschafft!“
Blaze hebt das Paddel in die Luft, als Chip meint sie sollten aufhören. Wasser ist super, im Sommer, wenn es heiß ist. Aber Regen und nasse Kleidung ist die Pest. Grundsätzlich mag ers nicht wenn die Klamotten schwer und feucht an ihm kleben. Vor allem dann, wenn es keine Aussicht auf Wechselkleidung gibt. Er blickt zu Viola die das Steuer zu halten versucht. Es sieht anstrengend aus, trotz der Vampirstärke. „Brauchst du Hilfe?“ ruft er ihr zu. Er will vermeiden unnötig aufzustehen denn das Boot ist ohnehin nicht stabil im Moment. Blaze beobachtet sie genau, bereit aufzuspringen und ihr zu helfen das Ruder rumzureissen wenn es nötig wird.
Die Wellen peitschen gegen das Kanu und bringen es zum Schaukeln. Wie gut für Viola, dass sie schwindelfrei ist. Angestrengt hält sie das Ruder und schüttelt nur leicht den Kopf. Besser, er muss jetzt nicht aufstehen. Vor dem Sturm war der Steuerjob jedenfalls deutlich einfacher. Zumindest aber hat sie die Zeit im ruhigen Wasser nutzen können, um sich damit vertraut zu machen.
Eine Weile hält Viola durch, bis ihr eine Welle Meerwasser ins Gesicht spritzt. Sie verliert den Halt vom Steuer und das Kanu kommt vom Kurs ab. Sofort greift die Vampirin wieder verbissen danach, um die Kursänderung zu korrigieren. "Blaze, hilf mir mal!", ruft Viola. Das Gewitter ist mittlerweile gefährlich nah. Wird Zeit, dass sie an Land kommen.
Blaze reagiert sofort. "Denize! Komm her!" ruft er zu ihr hinter sich und schnappt sich dabei ihren Arm. Etwas unsanft zieht er sie an seine Position und steht dabei auf, Richtung Viola. Jetzt erst versteht Denize das es ums Gleichgewicht geht. Sie spürt den starken Griff am Arm noch Minuten später, als sie beobachtet wie er zu Viola kriecht um ihr zu helfen.
Der Regen wird stärker und die Tropfen sind wie Nadelstiche auf der Haut. Blaze greift nach dem Steuer und mit der anderen Violas Handgelenk damit sie wieder besseren Halt findet. "Fest halten!" ruft er, legt beide Hände ans Steuerruder, keilt sich mit dem Fuß irgendwo fest und zieht so stark er kann. Das Boot schwenkt in einer scharfen Kurve wieder zurück auf Kurs und wackelt dabei gefährlich. Wenn sie Ahnung vom Boot fahren hätten, hätten sie das Segel längst eingeholt. Die Wellen unterstützen jetzt ihren Kurs und katapultieren sie förmlich an Land zurück. Nur noch wenige Meter.
Mit vollem Körpereinsatz versucht Chip mit auszugleichen, klammert sich an die Reling und behält gleichzeitig Denize im Auge. Sollte sie über Bord gehen ist er jederzeit bereit sie aus dem Wasser zu fischen. Der Wind zerrt an seiner mittlerweile schon nassen Kleidung und fegt ihm beinahe die Cap vom Kopf. Schnell nimmt er sie ab und knüllt sei in den Hosenbund. Ein ohrenbetäubender Donnerschlag, gefolgt von einem grellen Blitz lassen sein Herz fast still stehen. So eine Naturgewalt hat er noch nie erlebt. Das Aufleuchten am Himmel erlaubt einen Blick auf den nahe vor ihnen liegenden Strand. Gott sei Dank, das werden sie wohl noch schaffen. Eine mächtige Böe bläht das Segel und versetzt dem Kanu einen Vorwärtsschub. Die Welle spuckt sie an Land und der Schwung wird erst durch das Auflaufen im Ufersand abrupt gestoppt. Der Aufprall lässt sie alle durcheinanderpurzeln wie Würfel in einem Becher.
Als Chip sich wieder zum sitzen hochgerappelt hat, sieht er mit einem Rundumblick, dass zwar alle nass aber wohlauf sind. Das Szenario wird wieder von einem zuckenden Blitz am Himmel erhellt. Der Sturm zerrt am Segel des im Sand liegenden Bootes, biegt und zaust Palmen und Gebüsch am Ufer und fegt einen dichten Blätter und Lianenvorhang an der Felswand zur Seite, die einige Meter entfernt vor ihnen aufragt. Ein gähnender, schwarzer Schlund im Stein scheint sie geradezu einsaugen zu wollen, ehe der Gewächsvorhang den Höhleneingang wieder verdeckt. Alter..das sieht ja einladend aus.. Chip sieht zu Mel und ruft: „Ich glaub wir haben' s gefunden.“
(In Zusammenarbeit mit @Ripzha und @simscat2 )
(Fortsetzung folgt...)
Charaktere: Viola, Blaze, Mel, Chip, Denize
Geschichtsstrang: Die Suche nach dem Kristall
Die Freunde fuhren mit dem Schiff hinüber zum sonnigen Sulani. Selbst nachts und im Herbst spürt man die sommerliche Ferienstimmung. Simswelt ist ein Wunder. So viele verschiedene Klimas ohne das es Umweltkatastrophen auslöst. Das zieht jährlich viele Besucher von anderen Kontinenten hier her.
Während der Fahrt hob Melissa den Kopf in den Wind. Die Haare wehten episch hinter ihr und sie genoss die Fahrt. Es gab keinen Grund für sie schlecht gelaunt zu sein. Sie hat gestern Abend einiges erledigen können. Nicht nur für Blaze‘ Bruder, auch für Violas Sonnenwendetrank.
Blaze stand die Fahrt über mit verschränkten Armen an der Reling und starrte aufs Wasser. Am Handgelenk hat er eins der breiten Lederarmbänder welches juckt und scheuert. Er versucht es zu ignorieren. Das schlechte Gewissen plagt ihn. Viola hat ihm von ihren toten Großeltern erzählt, weil sie keine Geheimnisse vor ihm haben will… es ist so zum kotzen. Blaze verlor sich schweigsam im Anblick des vom Mond beleuchteten Wassers und zwang sich nicht an gestern Abend zu denken.
Während der Überfahrt sah Viola zu Blaze. Irgendwie schien er etwas distanziert zu sein und ihr nicht in die Augen sehen können. Oder war das nur eine Täuschung? Doch sie fragte ihn nicht laut und hing ihren eigenen Gedanken nach.
Denize hingegen studierte neben Chip die sulanische Karte. Sie hat letzte Nacht Nachforschungen betrieben, diese Karte ausgedruckt und die Höhlen markiert. Insbesondere die Geschützten, was auf fast alle zutraf. Sie grübelte die Fahrt über dem Rätsel nach. Hitze, Höhle. In der Nähe des Vulkans gibt es zwei Höhlen. Eine davon ist im und unter Wasser. Ohne Taucherausrüstung werden sie keine Chance haben. Denize fragte sich, vor wie vielen Jahren die Kristalle versteckt worden waren. Was wenn die Höhle damals nicht unter Wasser stand? Sie legte die Karte zusammen und verlies zusammen mit den anderen das Schiff. Das nächste würde erst am Morgen wieder kommen und sie hoffte, dass sich das nicht auf ihre Schulleistung auswirken wird.
Durch Chips Kopf geisterten verschiedene Erinnerungen an den Sommer, das Festival und die beklommene Überfahrt am Ende. Dankbar saß er neben Denize, genoß den Fahrtwind, den Anblick von Mel, die wie eine Gallionsfigur mit wehendem Haar an der Reling stand und tat so, als würde er konzentriert mit Denize die Karte von Sulani studieren. Eigentlich war er nur dankbar dafür, dass sich zwischen ihnen alles zum Guten gewendet hatte und sie hier auf dem Schiff zusammen einem Abenteuer entgegen sahen.
Am Strand findet die Gruppe sich wieder. Blaze nimmt eins der Walkie Talkies vom Gürtel und reicht es Chip mit den Worten, „Kanal 1.“ es sind nicht die billigsten Kinderspielzeuge aber auch nicht die besten Hightech Geräte. Es sind Funkgeräte auf Rich-Kid-Niveau und werden eine ordentliche Reichweite aushalten. Bevor Mel fragen kann wo sie beginnen wollen, sagt Denize eifrig. „Wir sollten zum Vulkan gehen. Dort beginnt das Rätsel.“
Das Walkie Talkie an seinem Gürtel befestigend wirft Chip seinem Freund einen prüfenden Blick zu. Er war die ganze Überfahrt lang schweigsam und wirkt derzeit mal wieder wie eine Auster. Normalerweise nützt Chip Rauchpausen in der Schule um zu fragen, aber nach der unangenehmen Szene auf dem Schulhof hält er sich zurück und ist froh dass sie überhaupt wieder normal miteinander umgehen.
Viola zieht sich die Schuhe aus und spürt den Sandstrand unter ihren Füßen. Sie sieht zu Denize. Sie ist nicht ganz so überzeugt wie diese, tatsächlich etwas zu finden. Mit dem Rätsel hätten viele Gegenden und Orte gemeint sein können... Aber immer noch besser, als die Suche tatsächlich im Abwasserkanal zu beginnen. "Gut, dann fangen wir dort an.", sagt sie nur. Wie gerne hätte sie ihre Zeit hier anders verbracht. Wann ist sie mal am Strand? Sie hätte den Abend am Meer verbringen können, anstatt mit der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Allerdings ist sie Mel auch etwas schuldig und sie hätte auch die Jungs nicht im Stich gelassen. Daher wird auch sie bei der Suche helfen.
Blaze bemerkt Viola und sieht ihr zu wie sie den noch warmen Sand unter den Füssen genießt. Er erinnert sich dabei ans Festival, an den Abend am Strand, als sie zum ersten Mal schwimmen waren. Warum sind sie nicht eher hergekommen bei Nacht? Weil Sulani das Sonnenland schlechthin ist. Der Gedanke kam ihm deswegen nie. Idiot.
Sie passieren die Bar die am Fuß des Vulkans mutig stand hält und besteigen den Berg. Das Lodern und Blubbern der heißen Lava im Inneren hört sich von weitem schon an als würde zähflüssiger Honig überkochen. Je näher sie kommen desto lauter wird es. Aus der Öffnung steigt dicker Rauch. Zur Sicherheit wurde das Gebiet abgesperrt. Die rostige Kette soll Besucher und Touristen davon abhalten in das kochende Feuer zu fallen. Sie ist warm von der Umgebung und die Gruppe kann die Hitze der Glut auf der Haut spüren. Noch ist sie nicht unangenehm, doch es ist als würde man an einem großen Lagerfeuer stehen und je näher man ihm kommt desto unangenehmer wird es irgendwann.
Blaze steigt über die Kette, die Rauchsäule im Blick. „Das solltest du nicht…“ wendet Denize ein, „das ist gefährlich.“ Blaze hält inne, denkt nach und nickt, „Stimmt, halt mal, sonst gehts kaputt.“ er reicht ihr sein Funkgerät und das Handy. Er ist erst einen Schritt gegangen, und schon brennt es eine Nuance mehr auf der Haut. Erneut schaut er zurück, Mel nimmt Abstand von der Kette. „Tut mir Leid, die Hitze ertrag ich nicht..“ Sie mag sonnenresistent sein, kann große Hitze aber nicht aushalten. Sie mag den Winter lieber als den Sommer und sie würde nie in ein beheiztes Schwimmbad steigen. Mels Körpertemperatur wäre für Sims maximal beunruhigend.
Denize bleibt an der Kette stehen und starrt ihn an, „Geh nicht so nah ran! …Bitte.“ Das fehlt ihr noch, wenn sie in ihrem aktuellen Mentalzustand einen Freund beim schmelzen in heißer Lava zusehen müsste.
Beim nächsten Schritt spürt Blaze schon wie seine Augen trocken werden und er vermehrt blinzeln muss. Er ist sich nicht sicher ob er weiter gehen soll oder muss. Wie war das Rätsel? Nichts hören, nichts sehen? Das Brodeln hier ist laut, und die Hitze trocknet gefühlt jegliche Feuchtigkeit aus seinem Körper. Blinzeln wird anstrengend… Irgendwann, hat er das Gefühl keinen Schritt mehr machen zu können, weil es zu unangenehm wird. Sein Gesicht ist bereits gerötet und als er sich umdreht, merkt er direkt wie angenehm kühl es ist, wenn sein Körper die Wärme abschirmt. Angestrengt blickt er in die Ferne. Doch bevor er etwas sehen kann was sie weiter bringt, knallt es hinter ihm und er zuckt sofort zusammen. Mit eingezogenem Kopf dreht Blaze den Blick zum Vulkan der heute wütend zu sein scheint.
Denize schlägt die Hände vor den Mund. Sie hat gelesen, der Vulkan sei zwar aktiv, aber mehr oder weniger ruhig. Mal steht das Magma höher, mal tiefer. Überlaufen sollte er laut Studien nicht, sonst wäre der Besitzer der Bar unten ein sehr Unglücklicher. Aber es könne schon mal passieren das Blasen platzen und sich Rinnsale bilden die den Berg hinab führen. Bis nach unten schaffen sie es meist nicht. Normalerweise nicht mal bis zur Absperrung, dafür ist sie schließlich da. Aber Blaze ist jetzt gefährlich nah und zu erschrocken. Den Moment den er braucht um zu realisieren, dass ein kleiner Tropfen Lava ausreicht um ihm eine Verbrennung 9. Grades zu verpassen, bewegt er sich nicht, obwohl er besser die Beine in die Hand nehmen sollte.
Je länger Viola die Gegend hier erlebt, desto mehr hat sie das Gefühl, dass vielleicht doch etwas dran ist an der Vermutung, der Kristall könnte hier sein. Irgendwie passt das Gedicht ja doch ganz gut. Aber ist Taldren wirklich verrückt genug dazu? Laut Mel scheint das ja auch der Fall zu sein.
Sie blickt in Richtung des Vulkans, der sich hier ehrfürchtig erhebt. Ein wenig Respekt flößt ihr das schon ein. Wie auch das Sonnenlicht ist das etwas, das sie verbrennen könnte.. im wahrsten Sinne des Wortes.
Blaze hingegen lässt sich von der Absperrkette nicht beeindrucken. Normalerweise respektiert Viola Mut und sie mag keine Feiglinge... aber die Grenze zwischen Mut und Dummheit ist manchmal ziemlich eng. "Ja, ich spiel nicht gerne Moralapostel und bin sicherlich nicht die vernünftigste Person der Welt, aber hier solltest du vielleicht wirklich nicht zu nah ran gehen.", sagt sie in Blaze' Richtung. Ihre Stimme wirkt dabei allerdings ruhiger als die von Denize. "Auch Taldren ist vermutlich nicht feuerresistent." Oder ist er das vielleicht doch? Was weiß sie schon, was für Zauber so ein Magier in Petto hat? Doch dann macht Viola einen anderen Vorschlag: "Vielleicht kann ich aus der Luft etwas erkennen! Außerdem bewegte sich Taldren doch laut Gedicht vom Alptraum fort und nicht darauf zu." Nur... in welche Richtung?
Erleichtert dass Viola im quasi die Worte aus dem Mund nimmt ruft Chip angespannt Blaze zu:" Alter, komm da weg. Hat keiner gesagt, dass die Haut echt erst Blasen werfen muss, er ist ins Dunkel geflüchtet und das machen wir jetzt auch!" Blaze da am Feuer stehen zu sehen erinnert ihn an Kindheitstage, als sie gefühlt riesige Holzhaufen entzündet hatten, die auf Blaze immer eine stärkere Anziehungskraft ausgeübt haben als auf ihn selbst. Für ihn war es fun und das Gefühl etwas mächtiges ins Leben gerufen zu haben, für Blaze..? "Ich hab kein Bock dich dann irgendwo im Meer ablöschen zu müssen wie so ne gegrillte Paprika." Er dreht sich zu Viola. "Gute Idee. Flatter mal und schau ob's nen Höhleneingang gibt hier irgendwo, weit wird Taldren wohl nicht gerannt sein."
Denize kriegt die Krise, ist die die einzige die empathisch genug ist zu sehen, dass er dort in eine Art Starre versetzt ist? Ihr reicht 's, sie drückt Chip sein Handy und das andere Funkgerät in die Hände und steigt über die Kette. Erst auf halbem Weg erinnert sie sich wieder an das Baby, aber sie ist jetzt hier und läuft weiter, packt Blaze am Handgelenk und zieht. Das scheint zu helfen. Blaze sieht sie an und sie fallen erst mal in den Sand.
Chips Reaktion kommt verspätet, er will Denize am Arm packen und aufhalten, aber Blaze' Sachen in seiner Hand hindern ihn daran und so bleibt ihm nur noch ihr erschrocken hinterher zu schauen, als sie sich dem Krater und Blaze nähert. Was ist bloß in ihn gefahren? Er gefährdet nicht nur sich selbst, sondern jetzt auch noch andere.
Die Funken die der Vulkan ausspuckt werden größer und fliegen weiter. Schnell rappeln sich beide auf und laufen zurück. Denize blickt nur auf die Absperrung, Blaze' Blick geht weiter. Da unten kann er ein dunkles Loch in einem der anderen Gebirgsketten der Insel erkennen. Dunkler als der Rest der nachtgrauen Gegend. Er stolpert wie Denize über die Kette und betastet das leicht gerötete Gesicht welches immer noch warm ist. "Danke..." sagt er zu Denize bei der das Adrenalin noch nachwirkt. Ihr Herz pocht. "Du bist ein Idiot." entgegnet sie.
Mel die noch weiter unten alles beobachtet hat fragt, "Hast du etwas gesehen?" Blaze wirft Denize einen nichtssagenden Blick zu dann wischt er sich den Schweiß von der Stirn. "Ich glaub schon.." Er zeigt in die Richtung in der er das Loch vermutet welches von dieser Position nicht mehr zu sehen ist.
Chip atmet erleichtert auf. Er hilft der stolpernden Denize auf die Beine, umarmt sie kurz und wendet sich zu Blaze, der gerade wieder sicher auf den Beinen steht. "Alles klar bei dir?" fragt er ihn, obwohl er sehen kann, dass dem nicht wirklich so ist. Er gibt Blaze seine Sachen zurück und bleibt vorsichtshalber noch stehen, falls er doch nochmal umkippen sollte
"Mir gehts gut." meint er zu Chip.
Viola, die sich in die Luft erhoben hat, um was zu erkennen, sieht von oben eine Art Höhle in der Ferne. Sie will gerade Bescheid sagen, als Denize zu Blaze rennt. Was ist da denn los? Kann Blaze nicht alleine laufen?
Nervös landet sie. Blaze scheint jedoch in Ordnung zu sein. "Alles gut? Was war denn los?", fragt sie. Sie kann sich nicht vorstellen, dass er einfach aus Schock wie ein Reh im Scheinwerferlicht stehen blieb ohne sich zu rühren... oder doch? Oder wurde er durch eine Art Magie gefesselt?
"Weiß nicht." antwortet Blaze Viola. Es ging alles so schnell. "Gehn wir runter." Er beginnt mit dem Abstieg. War es das Feuer? Der Schrecken? Mel geht neben ihm her und betrachtete ihn kurz. "Es war abzusehen das es nicht leicht wird. Danke für die Hilfe." sie hätte es nie geschafft so nah an die heiße Lava zu gehen.
Den Kopf in die Richtung wendend , in die Blaze gezeigt hat, versucht Chip etwas zu erkennen. Doch dicht stehende Bäume und die umgebenden Felsformationen versperren den Blick in weiter entfernte Gebiete. "Da drüben?" Es sieht aus als läge ein Stück Meer zwischen diesem Stück der Insel und den Bergen auf die Blaze gezeigt hat. Das kann aber auch täuschen, da die Aussicht so schlecht ist. Er dreht sich wieder zu Blaze. "Kein Plan, kann auch sein, dass wir ein Boot brauchen um da hin zu kommen. Lasst uns in die Richtung weiter gehen und Viola flattert dann nochmal los und schaut ob wir die Stelle zu Fuß erreichen."
Ein wenig schämt sich Viola dafür, nicht selber erkannt zu haben, in welcher Gefahr Blaze steckte. Sie war zu sehr auf die Höhlensuche konzentriert gewesen, eben weil sie dachte, er käme schon klar. Zum Glück war Denize zur Stelle. Das reicht, um den Respekt vor Chips Freundin wachsen zu lassen. Die Vampirin klopft Denize anerkennend auf die Schulter. Die würde sicherlich schon wissen, was für eine Ehre diese Geste ist, wenn sie von Viola kommt.
Dann sieht die Rothaarige zu Mel, die gerade mit Blaze redet... Danke für die Hilfe. Weird. Wenn sie sich bei Denize bedankt hätte, okay. Aber es kommt ein wenig random, Blaze jetzt für seine Hilfe zu danken.. Nicht dass er kein Dankeschön verdient hätte. Sie alle helfen ihr ja bei der Suche. Viola findet das Timing allerdings etwas seltsam. Fast so, als würde Mel sich bei Blaze bedanken, dass der über die Absperrung kletterte.
Doch sie misst dem trotzdem keine große Bedeutung bei. Sie dreht sich um. "Ich flatter mal vor und check die Lage. Ich schau mal, ob wir ein Boot brauchen, wie Chip befürchtet, oder nicht. Oder ob wir nur auf einen Schatten hereingefallen sind und es gar keine Höhle gibt." Viola versichert sich, dass es Blaze wirklich wieder gut geht. Dann wirft sich in Fledermausgestalt und macht sich auf den Weg.
Bald erkennt die Vampirin tatsächlich eine Höhle. Die selbe, die sie auch aus der Luft gesehen hat, und die wohl auch Blaze gemeint hat: Ein wenig hinter Palmen versteckt, aber immer noch sichtbar aus der Ferne. Doch es wird nicht ohne Boot gehen. Sie selbst kann einfach zur anderen Insel rüberflattern, aber die Anderen müssen entweder schwimmen oder tatsächlich ein Boot auftreiben... auch wenn der Weg nicht so weit ist, dass es schwimmend nicht schaffbar wäre. Aber hier auf Sulani lässt sich bestimmt irgendwo ein Kanu oder vielleicht auch nur ein Ruderboot auftreiben, das man sich einmal "ausleihen" könnte.
Viola hat genug gesehen. Sie hat keine Lust, die Höhle alleine zu betreten. Also fliegt sie zurück zu den anderen, um ihre Beobachtung mitzuteilen.
Wie so oft kommt bei Chip der Schreck erst später. Während sie in die Richtung weiter laufen, die Viola ihnen vorgegeben hat, wird ihm bewusst dass sich die zwei wichtigsten Sims in seinem Leben gerade in tödlicher Gefahr befunden haben. Hätte Blaze auch nur ein paar Schritte weiter in Richtung Krater getan...oder Denize das Gleichgewicht verloren... Ein dicker Kloß bildet sich in seinem Hals und er fasst die Hand seiner Freundin fester. "Du bist so verdammt mutig." sagt er leise zu ihr. "Ich hab das mit Blaze gar nicht gecheckt..wenn du nicht so schnell geholfen hättest..ich will's mir nicht vorstellen. Bin so froh dass euch beiden nichts passiert ist."
Eine Weile später tut sich vor ihnen ein Sandstrand auf. Die Nacht ist wunderbar klar und das Mondlicht so hell, dass es die Sandkörnchen wie winzige Edelsteinsplitter zum glitzern bringt. Ein unbestimmtes Sehnsuchtsgefühl breitet sich in Chips Brust aus beim Anblick der nächtlichen Szenerie. Der Mond spiegelt sich in der wenig bewegten Wasseroberfläche und nur ab und zu zerlegt eine kleine Welle das klare Abbild und es sieht aus, als schaukle es in Wellenmustern Richtung Strand. Ein scheinbar einsames Auslegerkanu liegt vertäut an einem hölzernen Steg und wirkt, als hätte es nur auf die kleine Gruppe Sims gewartet.
Chip grinst in Richtung Blaze. "Die Überfahrt ist gesichert." Er lässt Denize' Hand los und läuft voraus auf den Steg. Das Kanu sieht aus als wäre es in gutem Zustand. "Ich kenn mich zwar mit Booten nicht aus, aber ich glaub das Ding taugt was." sagt er zuversichtlich, als die anderen sich nähern. Geschickt beginnt er den Knoten zu lösen, der das Gefährt sichert.
Viola blickt in die Richtung der Insel. Von dieser Perspektive aus sieht man die Höhle kaum, da die Palmenblätter direkt im Blickfeld sind. Erst aus erhöhter Position - als Fledermaus oder wenn man einen Vulkan hochklettert - lässt sich dann doch etwas erkennen. Vielleicht wissen viele Menschen nicht einmal, dass dort eine Höhle ist, selbst wenn sie zufällig hier an diesem Strand sind. Umso besser. Aber auch so ist es unwahrscheinlich, dass nie jemand den Kristall gefunden hat, wenn er einfach so da drin liegt. Vielleicht ist der Kristall ja auch irgendwie getarnt - wenn er denn tatsächlich in der Höhle ist und nicht sonst wo.
Sie sieht zu Chip und dem Kanu. "Da fahr ich dann aber auch mit. Ist mal was anderes als zu fliegen.", sagt die Vampirin.
"Dürfen wir das einfach nehmen..?" fragt Denize rhetorisch. Natürlich dürfen sie nicht. Sie will nur das ihre Freunde darüber nachdenken was sie da eigentlich tun, hat aber wenig Hoffnung, dass es was bringt. Vor allem wenn sie so zu Blaze und Chip rüber schaut. Blaze geht gar nicht drauf ein und springt auf das Gefährt. Es schwankt auf den Wellen und er braucht einen Moment um das Gleichgewicht auszubalancieren dann dreht er sich um, bleibt bei Viola hängen, grinst, streckt die Hand zu ihr aus und sagt mit leichter Verbeugung, "Darf ich bitten?"
Viola grinst. Sie nimmt die Hand und hüpft mit in das Kanu. "Vielen Dank, edler Herr." Dabei muss sie selber lachen. Denize' Einwurf ignoriert sie einfach. Immerhin begehen sie hier ja keinen Mord. "Arrrr, ihr Landratten. Ich übernehme dann das Steuer!", sagt Viola grinsend, obwohl sie davon noch weniger Ahnung hat als von Seemannssprache. Aber die anderen wissen das vermutlich genauso wenig.
Trotzdem fragt sie noch mal nach: "Oder weiß jemand tatsächlich, wie man so ein Ding steuert?" In dem Fall würde sie dem dann den Steuerplatz überlassen.
Chip hilft Denize auf das Kanu, wirft das Tau ins Boot und dreht sich zu Viola."Aye, aye Käpt'n, ran ans Steuer mit dir, wir haben alle gleich viel Ahnung, nämlich keine." Er betrachtet nachdenklich das Segel, das recht schlaff herunterhängt, minimal bewegt von der sanften Brise, die niemals ausreichen wird um sie vorwärts zu bringen. "Da wird uns wohl nichts anderes übrig bleiben als mit zu paddeln, vielleicht kommt ja noch ein bisschen Wind auf wenn wir unterwegs sind." Er nimmt zwei lange Holzpaddel auf, die am Boden des Kanus liegen und reicht eines davon Blaze. "Ready?" fragt er Viola und taucht gleichzeitig mit Blaze schon das Ruder ins Wasser. Hoffentlich hat Viola das drauf, sonst werden sie sich hier im Kreis drehen, als hätte einer den Stöpsel aus der Badewanne gezogen.
So auch springt Mel mit aufs Boot. Der Stein der sie auf den Kristall aufmerksam machen soll leuchtet noch nicht, dennoch hält sie ihn wie ein Kompass und blickt in die Richtung in der sie in vermuten. Blaze rudert drauf los. „Ne gleichzeitig. Und eins, und zwei.“ Es dauert nicht lange bis Chip und er sich eingerudert und rausgefunden haben wie sich das Boot auch rudernd steuern lässt. Das Wasser liegt ruhig und friedlich. Denize fällt in der Ferne ein Lichblitz auf. Hinter ihnen braut sich wohl ein Gewitter zusammen. Bleibt zu hoffen, dass es an ihnen vorbei zieht und nicht direkt auf sie zu.
"Pff, mit Rudern ist das doch langweilig!", sagt Viola. Das Steuer hätte mehr gebracht, wenn das Segel genug Wind abbekommen würde. Bei dieser Flaute fühlt sie sich ein wenig nutzlos, nun da die Jungs die Ruder geschnappt haben. Sie versucht trotzdem ihr Glück mit dem Steuer und das Segel bewegt sich auch, wenn sie das tut, doch die Windstärke ist zu gering. Sie ändert nur wenig an der Fahrtrichtung, was sie ein wenig frustriert.
Erst als das Gewitter langsam immer näher rückt, kommt doch etwas Wind auf und die ersten Regentropfen fallen auf die Teenager. Noch ist es jedoch nicht nah genug, um einen gefährlichen Sturm zu verursachen. Zumindest aber nützen Violas Steuerversuche nun mehr. Unterstützt durch das Segel und die Ruderschläge der Jungs nimmt das Kanu an Fahrt auf.
Ist sicher kein Fehler etwas Gas zu geben, denkt Chip beim Anblick der dunklen Wolken und beschleunigt sein paddeln nach Kräften. Armmuskulatur ist nicht unbedingt seine Stärke, beim skaten braucht man eben die Beine. Der Seegang wird spürbar unruhiger und er kann bei jeder Welle , die seitlich ans Kanu schwappt, die feinen Tröpfchen Gischt schon an seinem Handrücken fühlen. Ein tiefes Grollen und ein Blitz, der nur wenige Sekunden später den Himmel zerreißt zeigen, dass das Gewitter zügig näher kommt. Verdammt. Hoffentlich schaffen sie es rechtzeitig ans Ufer. Er wirft einen besorgten Blick zu Denize. Wie seetauglich ist sie eigentlich? Das hier ist eine andere Nummer als die Überfahrt auf einer Fähre. Eine weitere Welle hebt das Kanu auf seiner Seite an, so dass Blaze heftig paddelnd ausgleichen muss. Der Wind wird böiger, bläht das Segel und gibt dem Boot einen mächtigen Schub vorwärts. "Ich glaub wir können erstmal Pause machen, der Wind ist ziemlich stark. Müsste eigentlich mit dem Steuer gehen." ruft er Blaze und Viola zu und nimmt sein Paddel aus dem Wasser. Sollte irgendwas aus dem Gleichgewicht kommen, müssen sie eben wieder mit helfen . "Alles klar bei dir?" fragt er besorgt Denize.
Ihr besorgter Blick wandert von den Wolken zu Chip. Sie nickt. Vor Wasser fürchtet sie sich nicht, im Gegenteil. Das ist ihr Lieblingselement. Als Kind war sie in einem Schwimmclub und ihr Vater scherzte immer darüber dass ihr eines Tages Schwimmhäute wachsen würden, so oft wie sie im Wasser war. Sie schaut zu Mel die das Ziel im Blick behält. Unterdessen ist sie in die Hocke gegangen und hält sich am Boot fest. Die Vampirin wendet sich zu der Crew, „Wir habens gleich geschafft!“
Blaze hebt das Paddel in die Luft, als Chip meint sie sollten aufhören. Wasser ist super, im Sommer, wenn es heiß ist. Aber Regen und nasse Kleidung ist die Pest. Grundsätzlich mag ers nicht wenn die Klamotten schwer und feucht an ihm kleben. Vor allem dann, wenn es keine Aussicht auf Wechselkleidung gibt. Er blickt zu Viola die das Steuer zu halten versucht. Es sieht anstrengend aus, trotz der Vampirstärke. „Brauchst du Hilfe?“ ruft er ihr zu. Er will vermeiden unnötig aufzustehen denn das Boot ist ohnehin nicht stabil im Moment. Blaze beobachtet sie genau, bereit aufzuspringen und ihr zu helfen das Ruder rumzureissen wenn es nötig wird.
Die Wellen peitschen gegen das Kanu und bringen es zum Schaukeln. Wie gut für Viola, dass sie schwindelfrei ist. Angestrengt hält sie das Ruder und schüttelt nur leicht den Kopf. Besser, er muss jetzt nicht aufstehen. Vor dem Sturm war der Steuerjob jedenfalls deutlich einfacher. Zumindest aber hat sie die Zeit im ruhigen Wasser nutzen können, um sich damit vertraut zu machen.
Eine Weile hält Viola durch, bis ihr eine Welle Meerwasser ins Gesicht spritzt. Sie verliert den Halt vom Steuer und das Kanu kommt vom Kurs ab. Sofort greift die Vampirin wieder verbissen danach, um die Kursänderung zu korrigieren. "Blaze, hilf mir mal!", ruft Viola. Das Gewitter ist mittlerweile gefährlich nah. Wird Zeit, dass sie an Land kommen.
Blaze reagiert sofort. "Denize! Komm her!" ruft er zu ihr hinter sich und schnappt sich dabei ihren Arm. Etwas unsanft zieht er sie an seine Position und steht dabei auf, Richtung Viola. Jetzt erst versteht Denize das es ums Gleichgewicht geht. Sie spürt den starken Griff am Arm noch Minuten später, als sie beobachtet wie er zu Viola kriecht um ihr zu helfen.
Der Regen wird stärker und die Tropfen sind wie Nadelstiche auf der Haut. Blaze greift nach dem Steuer und mit der anderen Violas Handgelenk damit sie wieder besseren Halt findet. "Fest halten!" ruft er, legt beide Hände ans Steuerruder, keilt sich mit dem Fuß irgendwo fest und zieht so stark er kann. Das Boot schwenkt in einer scharfen Kurve wieder zurück auf Kurs und wackelt dabei gefährlich. Wenn sie Ahnung vom Boot fahren hätten, hätten sie das Segel längst eingeholt. Die Wellen unterstützen jetzt ihren Kurs und katapultieren sie förmlich an Land zurück. Nur noch wenige Meter.
Mit vollem Körpereinsatz versucht Chip mit auszugleichen, klammert sich an die Reling und behält gleichzeitig Denize im Auge. Sollte sie über Bord gehen ist er jederzeit bereit sie aus dem Wasser zu fischen. Der Wind zerrt an seiner mittlerweile schon nassen Kleidung und fegt ihm beinahe die Cap vom Kopf. Schnell nimmt er sie ab und knüllt sei in den Hosenbund. Ein ohrenbetäubender Donnerschlag, gefolgt von einem grellen Blitz lassen sein Herz fast still stehen. So eine Naturgewalt hat er noch nie erlebt. Das Aufleuchten am Himmel erlaubt einen Blick auf den nahe vor ihnen liegenden Strand. Gott sei Dank, das werden sie wohl noch schaffen. Eine mächtige Böe bläht das Segel und versetzt dem Kanu einen Vorwärtsschub. Die Welle spuckt sie an Land und der Schwung wird erst durch das Auflaufen im Ufersand abrupt gestoppt. Der Aufprall lässt sie alle durcheinanderpurzeln wie Würfel in einem Becher.
Als Chip sich wieder zum sitzen hochgerappelt hat, sieht er mit einem Rundumblick, dass zwar alle nass aber wohlauf sind. Das Szenario wird wieder von einem zuckenden Blitz am Himmel erhellt. Der Sturm zerrt am Segel des im Sand liegenden Bootes, biegt und zaust Palmen und Gebüsch am Ufer und fegt einen dichten Blätter und Lianenvorhang an der Felswand zur Seite, die einige Meter entfernt vor ihnen aufragt. Ein gähnender, schwarzer Schlund im Stein scheint sie geradezu einsaugen zu wollen, ehe der Gewächsvorhang den Höhleneingang wieder verdeckt. Alter..das sieht ja einladend aus.. Chip sieht zu Mel und ruft: „Ich glaub wir haben' s gefunden.“
(In Zusammenarbeit mit @Ripzha und @simscat2 )
(Fortsetzung folgt...)