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3 years ago
Ort: Oasis Springs. Haushalt Töpfer
Charakter: Marga
Geschichtsstrang: From dust to doom
Was für ein Alptraum. Es ist später Vormittag und Bertl ist noch nicht wieder aufgetaucht. Marga hat den Morgen damit verbracht den Bautrupp wieder nach Hause zu schicken und dann durch Oasis Springs zu laufen, um jeden ihr bekannten (was nicht allzu viele sind, aber trotzdem) Sim auf der Straße nach ihrem Mann zu fragen. Vergeblich. Niemand hat ihn gesehen oder etwas gehört. Als sie erschöpft wieder zuhause ankommt, steht vor dem geschlossenen Wagen mit den Alienartikeln schon eine kleine Traube Sims, die heftig miteinander diskutieren. Du liebe Güte, was soll sie den Leuten denn nur sagen? Sie hat ja selbst keine Ahnung was los ist.
Die Aussicht der Ansammlung von Sims, die Bertls Stammkundschaft bilden, gegenübertreten zu müssen, lässt Marga erstarren. Alle wenden sich ihr erwartungsvoll zu. Margas Herz klopft bis zum Hals. „Ähm..guten Tag zusammen..ich..äh, ich muss Ihnen leider mitteilen dass der Laden heute geschlossen bleibt, mein Mann ist verhindert.“ Und schon geht es los.“Ja, aber was heißt denn das? Ist doch mitten unter der Woche?“ Ein dicker Mann, der sie vorwurfsvoll anstarrt. „Und meine Vorbestellung? Ich brauche diese Lampe dringend! Soll heute angekommen sein.“ Eine junge Frau, deren Stimme ins hysterische zu kippen droht. Und so geht es weiter. Die Stimmen kreisen in Margas Kopf, eine Kakophonie die sie ganz schwindlig macht. Schließlich entweicht ihr ein Schrei:“ Ruhe jetzt!!“
Schweigen. Marga ist selbst verblüfft über diesen Ausbruch, aber was zu viel ist, ist zu viel. Heftig atmend fährt sie fort:“Letzte Nacht kreiste ein ..ein leuchtender Ball über unserem Garten..ein Strahl..ein unbekannter Lichtstrahl hat Bertl getroffen und geschwächt. Er hat das Gedächtnis verloren und muss für unbekannte Zeit das Bett hüten. Wir benachrichtigen Sie wenn wieder geöffnet ist.“ Das muss reichen. Mit letzter Kraft eilt Marga ins Haus, das entsetzte Gemurmel und die Fragen der Sims ignorierend und plumpst auf die Couch im Wohnzimmer. Furchtbar. Es kann doch nicht sein, dass Bertl einfach so abgehauen ist und sie hier sitzen lässt mit ihrem gemeinsamen Sohn, dem Kredit und den ganzen seltsamen Sims, die bestimmt täglich hier auftauchen und Fragen stellen werden. Erschöpft bricht sie in Tränen aus. Als sie nach ein paar Minuten die Nase schnäuzen will, fällt ihr verschleierter Blick auf den Kaminsims. Er ist weg. Der Kristall ist verschwunden. Für einige Augenblicke starrt Marga ins Leere. Das ist es also. Das Ding ist wie vermutet wertvoll, Bertl hat ihn verkauft und ist mit dem Geld über alle Berge. Mit einem lauten Schluchzer lässt sie sich rücklings auf das Sofa fallen, presst ein Kissen übers Gesicht und weint in diesen Schutzschild gegen die harte Realität. Sie will nichts mehr sehen und hören von dieser Welt, gar nichts mehr!
Ort: Irgendwo in Oasis Springs?
Charakter: Bertram
Geschichtsstrang: From dust to doom
Soll er jetzt jemanden fragen oder sich lieber versteckt halten? Von Deckung zu Deckung bewegt sich Bertl durch die chaotische und ihm nur noch in Grundzügen bekannte Nachbarschaft. Viele Gebäude sind nur noch Ruinen und von Pflanzen überwuchert. Als er eine unbedachte Bewegung macht, um sich vor einem zerlumpt aussehenden Sim zu verstecken, stäubt ihn eines dieser Gewächse von oben bis unten ein. Vor Schreck springt er auf und stößt sich an einem dieser schwebenden Stein den Kopf. Bisher konnte er nicht feststellen warum manche Gesteinsbrocken frei in der Luft hängen und andere nicht. Gegenstände, Gebäude und Sims scheinen davon nicht betroffen zu sein. Beklommen den Kopf reibend schleicht sich Bertl weiter voran. Gerne würde er irgendjemanden ansprechen, aber er ist sich nicht sicher ob womöglich die Bewohner hier unbekannte Superkräfte haben, die sie gegen ihn einsetzen würden. Mittlerweile hält er hier alles für möglich. Da Bertl von Natur aus eher ein Hasenfuß ist, wagt er sich nicht heraus aus seiner sicheren Abschirmung.
Ein paar hundert Meter weiter vernimmt er eine ihm bekannte Stimme. Jedenfalls kommt es ihm so vor...wer zum Henker..? Dieser Blame. Der Sohn von Mister-mir-gehört-die-Welt Blaisdell..ja, das ist seine Sprechweise. Bertl duckt sich wieder hinter einen Gartenzaun und späht in den Vorgarten eines recht ordentlich aussehenden Hauses. Jedenfalls im Vergleich zu den Nachbargebäuden. Dieses hier hat intakte Fenster, einen kleinen Garten und vor allem ein stabiles Dach. Wie hat dieses Bürschchen es nur geschafft so zu leben in all dem Chaos? Ärgerlich runzelt Bertl die Stirn und kneift die Augen zusammen um besser erkennen zu können was Blaisdell junior da treibt.
Er sitzt an einem langen Tisch auf dem sich verschiedenen Bauteile, Metallstücke, die wie Ersatzteile von irgendetwas aussehen, kleinere und größere Maschinen und irgendwelche Gesteinsbrocken oder Erze türmen. Als sich der junge Sim umdreht zuckt Bertl heftig zurück. Wie ist das möglich? Er sieht älter aus, ist ein zwar noch junger, aber erwachsener Mann!? Vorsichtig wagt er noch einen Blick.Tatsache. Und er sieht nicht wirklich gesund aus...sehr blass.. sind das spitze Ohren, die da unter der Kappe hervorlugen? Bertrams Eingeweide fangen wieder an zu grummeln. Er hätte dieses seltsam schmeckende Wasser aus dem Bach nicht trinken sollen, aber wenn er ehrlich ist, quält ihn der Durst erneut so stark, dass es es wieder tun würde.
Sich den Bauch haltend beobachtet er weiter. Blaze verkauft gerade etwas an einen Sim und steckt die Bezahlung in die Hosentasche. Bertls Augen weiten sich, sein Kopf ruckt vor. Beide Seiten des Kleidungsstücks sind dick ausgebeult und schwer, so dass der Hosenbund schon nach unten gezogen wird. Jetzt geht er zu einer Kiste mit Schloss und leert beide Taschen klimpernd darin aus. Das gibt’s doch nicht. Wie kommt dieser Tunichtgut zu so viel Geld oder was auch immer hier das Zahlungsmittel ist. „Hey Blaze, auch ein Plasma Jane?“ dringt eine weibliche Stimme an sein Ohr, die offensichtlich aus dem Haus kommt. „Klar, immer.“ Grinsend klemmt Blaze die Kiste unter den Arm und schlendert leise pfeifend ins Gebäude.
Fassungslos blickt Bertl ihm hinterher. In einer Welt in der kein Stein mehr auf dem anderen steht ist dieser Bengel reich geworden? Unfassbar. Mit geballten Fäusten kämpft er den Drang nieder den Verkaufsstand genauer zu betrachten. Die Neugier auf das Geschäftsmodell ist fast unbezwingbar, aber dann siegt die Angst.
Er muss weiter. Adrian und Marga finden, das hat Priorität und vor allem einen Weg, um aus dieser unwirtlichen Umgebung wieder mit seiner Familie nach Hause zu kommen. Sein Herz sitzt wie ein Stein in seiner Brust. Er blickt in den Himmel, der undefinierbar grau, mit einem rötlichen Schimmer auf ihn nieder drückt. Was ist das hier? Die Zukunft? Oder nur eine mögliche Zukunft von vielen? Haben die Aliens etwas damit zu tun? Stammt der Kristall womöglich von ihnen? Mit der Kraft der Verzweiflung rafft sich Bertl auf und ignoriert ein weiteres Mal das stärker werdende Grimmen in seinem Unterleib. Marga, ich komme!