Forum Discussion
Ripzha
3 years agoSeasoned Ace
Ort: Sulani
Charakter: Blaze / Melissa / Viola / Denize /Chip
Geschichtsstrang: Suche nach dem Kristall - Teil 2
Melissa rappelt sich auf und fegt den nassen klebrigen Sand von sich. Sie schaut bei Chips Ruf auf und folgt seinem Blick. Schnell nimmt sie den Stein aus der Tasche und hält ihn gegen die Höhle die etwas über ihnen im Fels verborgen ist. Er leuchtet schwach und sie lächelt. „Das muss es sein. Dann lasst uns mal da hoch steigen.“ Voller Tatendrang klettert sie den kurzen Weg die Felsen hinauf auf den Vorsprung wo die Höhle klafft. Denize schaut ihr nach. Klettern ist das Gegenteil von Schwimmen. Dementsprechend mag sie es auch nicht. Sie seufzt. Bevor sie der Vampirin folgt schaut sie Chip an dessen nassen Haare ihm im Gesicht kleben. „Geht es dir gut?“ fragt sie und streicht die Strähnen mit sanften Fingerspitzen zur Seite.
Froh endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, nickt Chip nur außer Atem und lächelt ihr beruhigend zu. Ihre Berührung tut gut. Er nimmt die reichlich durchnässte Cap aus dem Hosenbund, prüft ob der Splitter noch da ist und setzt sie erleichtert wieder auf. An den nassen Kleidern ziehend, um sich besser bewegen zu können, folgt er den anderen.
Blaze rappelt sich auf und hilft Viola auf die Beine. Der nasse Sand überall erinnert ihn erneut ans Festival. Diesmal an seine Schlafwandeltour an den Strand. Schwer ziehen die vollgesogenen Klamotten gen Erdboden. Er nimmt das Funkgerät und testet ob es noch funktioniert. Dabei muss er es kurz gegen die Handfläche klopfen, dann erklingt ein Signalton bei Chip. Sein Handy hat es schwerer erwischt. Da hilft kein klopfen mehr. Der Bildschirm der ohnehin gerissen war hat wohl etwas zu viel Feuchtigkeit durch gelassen. Mist. Verärgert steckt er es ein. Mit Glück funktioniert es noch wenn er es trocknen lässt.
Ausser Viola müssen alle den herkömmlichen Weg zur Höhle klettern. Es ist nicht sehr hoch, reicht aber um Denize‘ Höhenangst ins rollen zu bringen. Sie versucht nicht nach unten zu sehen und kriecht so schnell sie kann vom Abgrund weg. Mel begutachtet bereits den Tang und die dahinter liegende Leere. „Habt ihr an Taschenlampen gedacht?“ fragt sie. Selbst kann sie im Dunkeln gut sehen, aber die nicht-Vampire? Blaze stellt sich unter den Eingang ins trockene. Ihm behagt die Aussicht auf eine Höhlenwanderung gar nicht. Zu viel Mist ist in letzter Zeit in Höhlen passiert. Vero, Shane, und nicht zu vergessen das Erlebnis in der düsteren Villa. Dieses dunkle Loch triggert ihn und das hat er sich schon gedacht bevor sie hier angekommen waren. Es donnert erneut laut aber es ist bereits weiter weg. Das Gewitter geht so schnell wie es gekommen ist und der kühle Wind der die Glieder in den nassen Kleidern steif werden lässt, wird weniger. „Ich bleib hier und halte Wache.“ meint er und nimmt das Funkgerät in die Hand. Er schaut auf die Inseln hinaus wo er an einem anderen Strand Lichter von Taschenlampen sieht die suchend die Umgebung erkunden. Vielleicht Anwohner die nach dem Sturm ihre Boote überprüfen wollen. „Sicher ist sicher.“ meint er trocken. „Hier das sind die Zeichen aus dem Rätsel!“ stellt Mel unterdessen fest und hebt den leicht leuchtenden Stein an die Wand.
Sie hat nicht zu gehört als Blaze sprach. Denize wendet den Blick von Blaze zu Mel. Wenn diese Höhle nicht geschützt ist, dann weiss sie auch nicht. Bei dem Gedanken wird ihr übel. Verbotene Dinge zu tun macht sie unruhig, obwohl ein anderer Teil in ihr es aufregend findet. Diesen Teil hat sie lange und erfolgreich unter der Oberfläche gehalten und sie hat nicht vor ihn ausbrechen zu lassen. Sie legt die Hände um sich, weil sie in den nassen Sachen zu frieren beginnt und zittert ein wenig. „Vielleicht bleib ich auch lieber hier.“ sagt sie nachdenklich. „Na los, worauf wartet ihr!“ ruft Mel vergnügt aus dem inneren der Höhle. Sie ist kaum noch zu sehen und klingt voller Abenteuerlust.
Viola, die bei den anderen geblieben ist, anstatt zu fliegen, betritt die Höhle. Wenn schon Abenteuer, dann auch richtig. Die nassen Klamotten sind unbequem und dämpfen ein wenig ihre Abenteuerlust, obwohl Mels leuchtender Stein dann doch ihr Interesse weckt. Was da wohl dahinter steckt? Aber jetzt gibt es erst mal wichtigeres: "Bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, sollten wir vielleicht erst mal ein Feuer machen und uns trocknen." Sie selbst wird als Vampirin zwar eher selten erkältungskrank, aber das macht ihre nassen Klamotten auch nicht bequemer. "Natürlich in der Nähe vom Höhleneingang, so dass der Rauch abziehen kann, aber das Feuer trotzdem etwas geschützt ist vom Regen." Der hat zwar nachgelassen, aber noch nicht komplett aufgehört. Es gibt einige Pflanzen in der Nähe, die überdacht wachsen und somit trocken geblieben sind und als Brennstoff dienen könnten.
Viola blickt zurück zum Ufer und nun bemerkt auch sie die Taschenlampen, die den gegenüberliegenden Strand absuchen. Wenn sie hier die Taschenlampen sehen... würde man von dort vielleicht auch Feuerschein in der Höhle sehen. Auch wenn die Palmen die Sicht ein wenig verdecken, machen sie den Eingang nicht komplett unsichtbar. Vielleicht ist ein Lagerfeuer also doch nicht die allerbeste Idee, doch sie wartet trotzdem erst die Reaktionen ab.
Als Melissa nach den Taschenlampen fragt, fällt Chip sein Handy wieder ein. So ein Unwetter hatte er überhaupt nicht auf dem Schirm, als sie losgezogen sind. Das Handy zu laden und es dann als Lampe zu benutzen schien ihm ausreichend. Er holt es aus der Tasche und versucht es zu aktivieren. Das Display leuchtet auf, so dass er das Symbol für die Taschenlampe drücken kann. Ein Lichtstrahl erscheint und beginnt auch gleich zu flackern. So eine Sch..wenn das jetzt nicht funktioniert wird’s heiter da drin. Er dreht sich zu Denize ehe er die Höhle weiter betritt. Sie sieht blass aus und die Kleider kleben ihr am Körper. Ein durchaus erfreulicher Anblick, wie Chip kurz feststellt, dann siegt aber die Sorge um seine Freundin. „Mach doch ein Feuer für euch beide wenigstens.“ sagt er zu Blaze, auch wenn er es ihm eigentlich lieber wäre, Denize käme mit in die Höhle. Hat sie gerade ein bisschen ZU schnell gesagt sie bleibt bei Blaze? Wieder dieser feine Stich in der Brust, aber diesmal hält Chip die Klappe und antwortet Viola.
“Ehrlich gesagt will ich so schnell wie möglich das Ding da rausholen, wir können immer noch nach erfolgreicher Suche zu Blaze und Denize ans Feuer sitzen.“ Er hebt sein Telefon und leuchtet in die Richtung, aus der Mels Stimme gerade noch zu hören war. Sie ist nicht mehr zu sehen. „Los, komm, sonst verlieren wir sie noch.“ Er winkt Viola und geht weiter in die Höhle.
Viola bezweifelt, dass Eile ihr selber helfen würde. Wenn sie hier fertig sind, ist es bestimmt bereits zu spät, um noch heimzukehren. Sie rechnet stark damit, dass sie hier den Tag noch verbringen muss. Wenn sie Glück hat, ist nachher zumindest noch genug Zeit, um zur Vulkanbar zu flattern. Hm... vielleicht ist es doch nicht verkehrt, hier schnell fertig zu werden, um zumindest dort den Tag verbringen zu können.
Als sie sieht, was Chip für Probleme mit seinem Handy hat, schaut sie besorgt auf ihr eigenes. Sie hat es extra aufgeladen, um zumindest etwas zu tun zu haben, wenn sie tatsächlich den Tag über hier festsitzen sollte. Doch sie hat Glück und es funktioniert. Entweder hatte ihr Handy einfach bessere Qualität als die der Jungs, oder ihre Hosentasche ist etwas wasserdichter. Egal. Hauptsache, es funktioniert. Als Vampirin kommt sie aber auch gut im Dunkeln klar und daher hat sie nie eine Taschenlampen-App installiert.
Einen Moment sieht die Vampirin zu Blaze. Will er wirklich nicht mitkommen? Doch sie weiß genau, was für Erlebnisse er so in Höhlen hatte und versteht schon, warum er keine Lust auf eine weitere hat. Sollte sie vielleicht auch zurück bleiben? Sie hat keine Lust auf nasse Klamotten. Aber dann siegt ihre Abenteuerlust dann doch. Und auch Chip ist schon weiter in die Höhle vorgedrungen. Sie kann noch knapp den flackernden Schein seines Handys sehen. "Bis später.", ruft sie Blaze noch hinterher.
Hoffentlich nimmt er es ihr nicht übel, wenn sie nicht bei ihm bleibt. Aber Chip hat schon recht: Je eher sie hier fertig sind, desto höher die Chance, dass noch genug Zeit ist, um hier wegzuflattern, bevor der Tag anbricht. Schnell folgt sie Chip und hat ihn auch bald eingeholt.
„Mel? Melissa?“ Wo ist sie hin gelaufen? Chips flackerndes Handylicht wirft zuckende Schatten an die Höhlenwände und erweckt in ihm Assoziationen mit einer Geisterbahn. Die Lichtblitze erhellen nur notdürftig den Gang vor ihm. Erleichtert bemerkt er dass Viola sich wieder hinter ihm befindet. Es ist kalt, die nassen Kleider lassen ihn dauerfrösteln und verstärken noch die beklemmende Atmosphäre in dem jetzt enger werdenden Durchgang. Sein Ruf nach Melissa wird von den dicken Gesteinswänden absorbiert. „Hoffentlich wird das bald wieder geräumiger hier. Ich krieg sonst Platzangst.“ bemerkt er beklommen und schüttelt das Handy, dessen Licht sich gerade mal wieder verabschieden will.
Der Strahl stabilisiert sich und beleuchtet eine Gabelung vor ihnen. Und jetzt? „Mel?“ Keine Antwort, irgendwo kann er so etwas wie rieselndes Gestein hören. Chip entscheidet sich für links. Der Boden im schmalen Gang ist mit einem glitschigen Film bedeckt und mittlerweile leicht abschüssig. Auch die Luftfeuchtigkeit wird immer stärker. Ein kaum spürbarer, aber kühlerer Luftzug streift sein Gesicht. Vielleicht gibt es weiter vorne eine Öffnung oder eine Höhle in der Höhle? Vorsichtig setzt er einen Fuß vor den anderen und spürt beruhigend Violas Gegenwart hinter sich. Die Vorstellung jetzt allein im Dunkeln zu sein, lässt ihn trocken schlucken. Zur Not könnte die Vampirin voraus flattern und mögliche Gefahren frühzeitig erkennen. „Melissa kann nicht weit sein.“ Kaum zu Ende gesprochen, verabschiedet sich die Handylampe. Vor Schreck macht Chip einen unbedachten Schritt, gleitet auf dem rutschigen Boden aus und packt instinktiv Viola am Hosenbein. Er zieht sie kurz mit sich und spürt wie ihm die Kontrolle vollends entgleitet, als der Boden unverhofft steil abfällt und sie zusammen nach unten schliddern.
Viola ist so überrascht plötzlich mitgezogen zu werden, dass sie nicht rechtzeitig reagiert um den Sturz zu verhindern. Sie landet schmerzvoll auf dem Hintern, als Chip ihr das Bein wegzieht und rutscht weiter, direkt hinter dem Jungen her. Die Rutschpartie endet plötzlich, als ein Stalagmit im Weg ist. Chip stoppt zuerst. Durch das Momentum landet Viola beinahe direkt auf ihm drauf, kann sich im letzten Moment jedoch doch noch verwandeln. Gerade noch rechtzeitig. Chip hätte ihren Sturz zwar abgefedert, aber es hätte ihm sicherlich nicht gut getan. Durch die Rutschpartie allein hat Viola einige Schrammen abbekommen und an einer Stelle ist ihr Hosenbein auch eingerissen. Ansonsten ist sie jedoch unverletzt geblieben. Hoffentlich gilt das auch für Chip. "Hey, pass doch auf. Lass mich das nächste Mal besser vor fliegen, als mich unverhofft zu Rutschpartien mitzuziehen!", macht sie ihm einen Vorwurf. Mit ihrem eigenen Handy beleuchtet sie nun den Raum. Auch ohne Taschenlampen-App sorgt das Display für ein schwaches Licht. Die Höhle endet nun in einer kleinen Kammer, die schnell durchsucht ist. Mel ist nicht hier. Nur eine kleine Höhlenöffnung ist zu sehen, jedoch zu klein, als dass ein Mensch durchpassen würde. Da kommt also zumindest der Luftzug her.
"Ich schätze, Melissa hat doch die andere Abzweigung genommen.", stellt Viola fest. Sie hilft Chip wieder auf die Beine. Da sein Handy nun den Geist aufgegeben hat, lädt sie sich nun doch eine Taschenlampen-App herunter. Für sie selbst mag das Display-Licht ja ausreichen, doch für Chip sicherlich nicht. "Alles okay bei dir? Oder bist du verletzt?", fragt sie.
Währenddessen
Denize blickt Chip und Viola nach bis sie beide nicht mehr sieht. Sie hat noch immer die Arme um sich gelegt und friert in den durchnässten Sachen. Sie dreht sich um zu Blaze der sich am Höhleneingang hingesetzt hat und hinaus schaut. Langsam geht sie auf ihn zu und setzt sich dazu. Er reagiert darauf nicht. Die verschränkten Arme weisen darauf hin dass er nachdenkt und nicht vor hat über irgendetwas zu sprechen. „Ist… alles okay?“ fragt sie und sieht ihn an. Er wendet den Kopf nicht zu ihr, sagt aber, „Was sollte nicht okay sein..?“ - „Ich weiss nicht. Du… wolltest mich um Hilfe bitten und ich kam gar nicht dazu zu fragen weshalb.“ Vor der Schule, als sie ihn bat sein Alibi zu sein wenn sie zur Ärztin geht, war sie egoistisch gewesen und hat nicht mehr daran gedacht dass er auf sie zugekommen war und nicht andersrum. Blaze schweigt. „Geht es um die Schule?“ fragt sie mit einem kleinen Funken Hoffnung. Das ist etwas wobei sie wirklich gut helfen könnte. Jetzt dreht er den Kopf. „Was?“ verwirrt sieht er sie an. „Bullshit.“ - „Dann hälst du an deinem Plan fest? Die Schule abzubrechen mein ich.“ Blaze erinnert sich dass er ihr davon erzählt hat. Vor Ewigkeiten. „Was juckt dich das?“ er blickt wieder hinaus. Der Regen hat aufgehört und einzelne Sterne tauchen wieder am Himmel auf. „Weil wir Freunde sind?“ - „Wir sind schon lange keine Freunde mehr.“ entgegnet er trocken und es verletzt Denize ein wenig. „Wieso?“
„Wieso?“ wiederholt Blaze, „Wirklich?“ Kurz denkt er darüber nach ihr an den Kopf zu werfen was er sonst unterdrückt, doch er zügelt sich und Kämpft es wieder dort hin wo es hingehört. Seit er das mit Del erfahren hat, ist er sichtlich weniger Gefühlsstabil. Sie kommt nicht drauf was sein Problem ist. Es war fast ein Jahr lang Funkstille und jetzt konnten sie sich öfter wieder normal begegnen. Manchmal fühlte es sich sogar an wie früher. Als wär nie etwas passiert. „Du musst mit mir reden.“ - „Ach, muss ich das?“ - „Wie soll ich dich sonst verstehen? Es war doch alles gut in letzter Zeit.“ Blaze schüttelt humorlos lachend den Kopf. Das ist alles was er dazu meint. „Sullivan.. du hilfst mir, ich helf dir, so wie früher. Oder nicht?“ Sie ist kurz davor ihn an der Schulter zu berühren, lässt es aber. Er weiss das es nicht mehr wie früher wird. Auch wenn er zeitweise dachte er wolle das. Immer dann wenn sie ihn so ansah wie früher. Aber das ist ein Trugschluss. Eine Lüge. Es gibt kein zurück. Das wird ihm immer klar wenn sie nicht mehr in der Nähe ist. „Warum Chip?“ fragt er geradewegs, was Denize überrascht. „W-w.. wie meinst du das?“ Blaze sieht sie an, „Warum meinen besten Freund? Warum nicht Dave oder Leon oder meinetwegen Tim? Wieso nicht irgend einen aus der Parallelklasse?“ - „Ich.. weiss nicht.“ entgegnet Denize perplex. Darüber hat sie noch nie nachgedacht und es kam ihr nie in den Sinn dass das Blaze stören könnte. Er war doch auch mit Nadine… aber.. und dann versteht sie es. Sie hat ihm das nie angesehen.
Sie dachte er wäre grundsätzlich sauer aber dass sich das inzwischen legt. „Es tut mir Leid, ich wollte nicht…“ sie sieht ihn an als würde sie Mitleid haben. Sorry dass du Eifersüchtig bist. Doch Blaze starrt zurück. „Bist du noch…“ beginnt Denize vorsichtig. „Gott, nein! Bestimmt nicht.“ unterbricht er sie. Wenn es eins gibt was er weiss, dann das er nicht in Denize verliebt ist. Er hat keine Ahnung wie er das je hatte sein können. „Aber es ist weird oke?“ sagt er, „Was wolltest du damit bezwecken? Tauchst plötzlich auf und schleppst ihn vor meinen Augen zum Tanzen? Wolltest du dass ich mich beschissen fühle? Das ich mich wieder dran erinner wie bescheuert ich war?“ Blaze war sich am Elternabend ziemlich sicher, dass sie ihm bestrafen wollte. Dafür dass er Nadine geghostet hat, der es deswegen mies ging. Oder dafür dass er ihre beste Freundin mit ihr hintergangen hat. Er war sich sicher, die Hexe wollte dass er sie mit seinem besten Freund sah, um ihm irgend eine bescheuerte Lektion zu erteilen.
Doch Denize sieht das anders. „Nein, nein!“ Sie hebt beruhigend die Hände, „Darüber hab ich nicht nachgedacht. Ehrlich.“ sagt sie beschwichtigend. „Du hast Nadine und mich so lange gemieden. Ich dachte wirklich nicht daran dass ich dir damit weh tu.“ - „Weh tun? Ach hör auf..“ - „Ich meins Ernst. Ich dachte nir daran, dass es Nadine nicht gut ging, und ich wollte es ihr vormachen, wie leicht es ist jemanden anzusprechen. Sie wollte nur wieder mit dir zusammen sein…“ Blaze denkt nach. Richtig, sie war auch da und sie wollte tanzen. Er hat sie stehen lassen. Hauptsächlich jedoch weil er dachte Denize will ihm eins reinwürgen und er wollte es sich nicht mit ansehen. Blaze sagt nichts und auch Denze verfällt ins schweigen.
Es war ein Missverständnis. Ein weiteres was viel Leid verursacht hat was nicht hätte sein müssen. „Drauf geschissen.“ sagt Blaze und sieht hinaus. Es gibt jetzt grössere Probleme als das. „Ich wollts nur wissen.“ Denize senkt den Kopf. Sie erinnert sich an das was ihre Oma gesagt hat als sie ihr von Adrian erzählt hat. Die Aura. Dieses Etwas, was sie fasziniert hatte. Fast die selbe wie die die sie bei Blaze gespürt hatte, früher. Und immer noch spürt. Sie dachte die ganze Zeit es wäre, weil sie sich zurück wünscht, in eine Zeit ohne die Überraschung in ihrem Bauch. Sie nimmt sich vor nochmal mit Isla darüber zu sprechen. Ihre Oma scheint mehr zu wissen als sie selbst. „Wenn wir keine Freunde sind..“ beginnt sie und Blaze winkt ab als hätte er das nur so daher gesagt. Denize spricht den Satz dennoch zu Ende, „warum hilfst du mir?“ - „Kommt mir gelegen.“ meint er schlicht. „Ich brauch auch n Alibi.“ - „Weswegen?“ fragt soe reflexartig, Er hingegen stellt eine Gegenfrage, „Erzählst du mir dann was dein Grund ist?“ Überraschung für Chip? Das glaubt sie doch selbst nicht. Und sie schweigt wie erwartet. „Dacht ich mir.“ sagt Blaze. Um das Gespräch zu beenden nimmt er das Funkgerät und drückt den Knopf, „Chip? Alles in Ordnung da drin? Habt ihr das Ding endlich?“ das Gute an diesen Geräten ist, dass sie nicht wie Telefone bei einem Anruf erst das Signal zu einem Satelliten schicken müssen, sondern direkt verbunden sind. Das macht sie Wahrscheinlichkeit, dass er ihn hört viel höher. Auch wenn es nach zu viel Gestein dazwischen wohl auch irgendwann die Verbindung verliert. Denize blickt auf das Funkgerät in Blaze Hand und wartet auf ein Lebenszeichen.
Mels spitze Ohren zucken als die Wände der Höhle leises Geschrei widerhallen. Sie war auf den leuchtenden Stein fokussiert und stumm geworden. Gleich hat sie ihn, den zweiten der vier und damit die Hälfte geschafft. Sie wendet sich kurz um und muss entscheiden ob sie zurück geht oder der heissen Spur folgt und dann nach den anderen sieht. Am liebsten würde sie sich für ersteres entscheiden. Andererseits wird der Kristall nicht weglaufen und ihre Begleiter brauchen vielleicht Hilfe. Mit dem Stein in der Tasche eilt sie zur Gabelung zurück und lauscht. Sie kann den Abgrund sehen und geht an der Kannte in die Hocke. „Viola? Chip?“ ruft sie hinab.
Bis auf eine Steißbeinprellung ist wohl alles soweit gut gegangen. Chip richtet sich ächzend auf und blickt zu Viola, die ziemlich aufgebracht wirkt. „Hey, als ob das Absicht gewesen wär.“ Er schüttelt den Kopf, gibt ihr aber innerlich recht damit, dass es klüger gewesen wäre sie voraus zu schicken. „Alles okay glaub ich, gut dass es so glitschig war, sonst wär bestimmt alles aufgeschürft. “Während Viola herumleuchtet, registriert Chip eine Reflektion am Boden. Es ist sein Handy. Das Display hat nur einen kleinen Sprung, gut dass er auf Denize gehört und eine stabile Schutzfolie darauf befestigt hat, was ihm selber nie eingefallen wäre. Verblüffenderweise leuchtet es kurzzeitig auf, als Chip es zu starten versucht. Das lässt hoffen, dass man es wieder reparieren kann. Chip tritt an das Loch heran, das sie hier in die Höhle gespuckt hat und blickt nach oben. „Viola, ich glaub ich komm den Tunnel hoch. Der ist so schmal, dass ich mich reinklemmen und langsam nach oben stemmen kann. wenn die Wände nicht genauso rutschig sind wie der Boden Gut wäre wenn du nach oben fliegst und runter leuchtest, damit ich nicht nur tasten muss. Hilf mir beim Einstieg.“ Er hat mal mit Nouki sowas zum Spaß gemacht. Sie nannte das Kamintechnik oder so. Kaum ausgesprochen knarrt und knistert sein Walkie Talkie und Blaze' Stimme dringt fragmentartig zu ihm durch. „Chip? All.. in ..nung da..? Habt ihr ..as Ding en..?“
„Sind abgestürzt aber alles okay. Kommen wieder nach oben jetzt. Kristall noch nicht gefunden.“ antwortet er und steckt das Ding wieder weg. Gleich darauf hört er Mels Stimme durch den Gang nach unten.
Chip grinst Viola an. „Du leuchtest und sie kann mich am Schluss hochziehen. Der Gang ist ja nicht so lang, das schaffen wir.“ Dass Mel jetzt auch da ist macht ihn zuversichtlich.
Viola sieht hoch zu Mel nach oben. "Tja, diesmal habe ich kein Graffiti-Banner, an dem ich dich hätte hochziehen kann.", grinst sie, "aber ich kann dir auch von unten hochhelfen und Mel zieht dich den Rest hoch." Sie legt ihr Handy auf den Boden, um beide Hände frei zu haben. Dann hilft sie Chip mit einer Räuberleiter nach oben, wo Mel dann übernimmt. Gemeinsam schaffen sie den Jungen nach oben. Zum Glück ist Chip unverletzt geblieben. Viola wäre zwar durchaus bereit dazu, ihn zu stützen, wenn er sich den Fuß verstaucht hätte oder so, aber wenn das nicht nötig ist, umso besser.
Als Chip sicher oben angekommen ist, hebt Viola ihr Handy wieder auf. Sie braucht keine Hilfe, um nach oben zu kommen, nur ihre Fledermausgestalt. "So... dafür, dass Blaze immer noch am Eingang sitzt, hetzt er aber ganz schön.", stellt Viola fest, "Wenn der Kristall super leicht zu finden wäre, wäre uns bestimmt schon jemand zuvor gekommen. Die Höhle mag zwar gut versteckt sein, aber komplett unbekannt ist sie dann auch nun wieder nicht." Während sie den anderen Gang weiter laufen, wendet sich Viola an die andere Vampirin: "Weißt du, ob Taldren den Kristall zu diesem Zweck irgendwie getarnt haben mag? Oder müssen wir tatsächlich nach einem Kristall Ausschau halten, der auch so aussieht wie ein Kristall?"
„Das weiss ich nicht.“ antwortet Melissa. „Ich hab nur den hier.“ sie betrachtet den Stein der nur so schwach leuchtet wie sonst wenn sie mit der Band unterwegs ist. Ihr fällt auf dass doch nicht Viola diejenige ist, die ihn zum leuchten bringt weil sie ein Vampir ist, schweigt jedoch dazu. Er reagiert auf irgendetwas anderes. Dafür ist keine Zeit. Sie wendet den Blick zum anderen Gang. „Da hinten hat er stärker reagiert.“ Gut möglich das der Kristall irgendwo hinter einer magischen Wand ist. Mel hat schon gesehen wie Taldren Dinge aus vermeintlich undurchdringbarem Material gezogen hat. Eine Ilusion die den Sim glauben lässt hier wäre nichts. Diese Wände sehen genau so aus wie das was dahinter liegt, nur dass dazwischen etwas versteckt sein könnte. „Folgen wir dem Stein.“ sagt sie und geht den Weg zurück den sie grade gekommen ist.
Sie kommen in eine Grotte mit einem kleinen See. Es sieht fast idyllisch aus. Über ihnen rauscht aus einem Loch in der Decke ein kleiner Wasserfall in das Wasser zu ihren Füssen. In der Mitte des Wasserlochs ist ein flacher grosser Stein. Als Mel ihren Stein hoch hält leuchtet er in einem starken blau. „Hier muss er irgendwo sein.“
Ehe sie ihr wissen über magische Tarnbarrieren teilen kann, rauscht Chips Funkgerät. „…ommt…. mand… ben… uns…. Boot…! … hin! W… stecken… ns..“
Als Viola den See sieht, vergisst sie die unbequeme nasse Kleidung und die Strapazen.. Allein dieser Anblick ist es wert gewesen. Schade, dass die Höhle, bei der sie während des Festivals Schutz gesucht hat nicht den selben Luxus vorzuweisen hatte. Mittlerweile sind ihre Klamotten ein wenig getrocknet. Daher krempelt Viola die Hose hoch. Gerade möchte sie sagen, dass sie mal schaut, ob das Wasser überall gleich tief ist oder sich doch irgendwo ein Kristallversteck befindet, als der Funkspruch reinkommt. Die Vampirin hält inne. Nur die Hälfte der Nachricht war zu verstehen gewesen. "Offenbar kommt jemand und sie müssen sich verstecken.", versucht Viola den Text zu entziffern, "Anscheinend geht es um das Boot." So ganz sicher ist sie sich nicht. So oder so würde sie nichts tun können, um Denize und Blaze zu helfen. Sie dreht sich zu Chip. "Besser, du lässt die Nachricht unbeantwortet, wenn sie sich gerade verstecken müssen, sonst könnte man sie dadurch vielleicht hören."
Chip ist sehr erleichtert, dass sie wieder alle zusammen unterwegs sind. So leichtsinnig wie an der Gabelung wird er sich nicht mehr verhalten. Staunend blickt er auf diese unterirdische Oase. Gerade als er seine Gedanken äußern will, geht das Funkgerät an. Scheiße. Hoffentlich bekommen sie draußen keinen Ärger. Sorge um Denize ergreift ihn, aber Blaze wird schon auf sie aufpassen. Stirnrunzelnd blickt er zu Viola. Sie hat Recht, trotzdem meldet er kurz: “Verstanden.“ ins Gerät, damit auch von ihnen ein Lebenszeichen kommt und die beiden sich keine Sorgen um die Gruppe drinnen machen. Sein Blick geht wieder Richtung See. „Also diese Steinplatte in der Mitte sieht ja fast wie ne Einladung aus sie zu untersuchen und der Stein leuchtet stark, was meint ihr?“
Blaze und Denize ziehen sich etwas weiter in die Höhle zurück. Grade hatte Denize noch ihre Karte studiert und wollte anmerken, dass diese Höhle nicht mal verzeichnet ist, als Blaze aufsprang und sie zurück zog. Er hat die Leute von vorhin beobachtet. Sie haben das geliehene Boot bemerkt und wanderten darauf zu. Hat man sie hochklettern sehen? Er warnt die Freunde in der Höhle mit dem Funkgerät in der Hoffnung es kommt genug von dem Signal durch. Das was Chip ihm vorhin geantwortet hatte war schwer zu verstehen und Denize war voller Sorge. „Was machen wir jetzt? Wir dürfen hier bestimmt nicht sein.“ - „Runter.“ sagt Blaze und sie legen sich flach auf den Boden und warten. Vorsichtig robbt Blaze vor, um über die grobe Kannte zu linsen. Die zwei Männer nähern sich dem Boot unter ihnen. Sie haben Licht dabei und Blaze duckt sich wieder weg. Als sie direkt unter ihm stehen, kann er sie reden hören. Er schaut zu Denize die dort liegt und legt den Finger auf den Mund. Abwartend und regungslos wartet er. Angestrengt lauscht er dem Gemurmel unter ihm.
„Ja da, die Inizialen. Das ist Kojis Boot.“
„Muss sich losgerissen haben beim Sturm.“
„Sollen wir es zurück bringen?“
„Jetzt im dunkeln?“
„Dann muss er es nicht vermissen morgen früh.“
„Ach was, ich ruf ihn an und sag ihm wo es ist. Er soll es selber holen.“
„Hm.. ich finde, wenn wir schon hier sind…“
Das Funkgerät von Blaze rauscht kurz mit einem abgehakten Wort und Denize und er versteinern.
„Was war das?“ fragt der eine Mann. Sie blicken beide hoch. Blaze liegt an der Kannte auf dem Rücken und hält das Funkgerät fest. Er sucht den Knopf um es auszuschalten und im selben Augenblick, als er den Knopf festhält damit es aus geht erinnert er sich daran das es piept wenn das passiert. Das Gerät piept. Verdammt.
„Da oben.“
„Hallo? Ist da jemand?“
„Denkst du das Boot wurde geklaut?“
„Sei still. Hallo?! Kommen sie raus da! Das ist Naturschutzgebiet!“
Denize ist kurz davor aufzustehen um sich zu stellen. Blaze kommt sofort auf die Beine und läuft auf Denize zu, er greift sie an der Hand und zieht sie in die Höhle.
--
Melissa blickt zum Stein. "Vielleicht kannst du mal da rüber fliegen, Viola." Sie selbst hat keine Lust noch mehr durchnässt zu werden. "Könnte eine magische Wand sein hinter der was verborgen ist."
Magische Wand? So etwas wie eine Illusion? Ist das damit gemeint? Viola hatte ja sowieso schon damit gerechnet, dass Taldren nicht einfach den Kristall offen hingelegt hat. Anstatt den Kristall veränderte er vielleicht also die Umgebung.. Viola flattert rüber, kann aber keinen Kristall sehen... Natürlich nicht, wenn Mels Vermutung mit einer magischen Wand stimmt.
Viola versucht irgendetwas zu ertasten. Die Steinplatte fühlt sich allerdings ganz normal an. "Hier ist nichts!", ruft sie zu den anderen rüber. Man kann ihre Enttäuschung hören. Die Platte ist vermutlich nur ein natürliches Phänomen und nicht magisch. "Naja, suchen wir weiter. Ich..."
Viola unterbricht sich, als die Steinplatte, auf die sie ihre Hand gestützt hat, plötzlich nachgibt. Die Platte ist echt.. beinahe zumindest. Nur eine kleine Stelle fehlt, bei der mal etwas abgesplittert ist. Und genau diese Bruchstelle dient als Versteck. Raffiniert. Selbst wenn man ahnt, dass man es mit einer Illusion zu tun hat, muss man erst einmal die Bruchstelle finden..
An allen anderen Stellen ist die Platte das, was man auch sieht und auch massiv.
"Korrektion: Hier ist doch etwas!" Es fühlt sich tatsächlich wie ein Kristall an. Viola hebt ihren Fund hoch. "Suchst du das hier, Mel?"
Gebannt verfolgt Chip was Viola auf der Steinplatte treibt. Sein Hinterteil schmerzt ziemlich und er wäre froh , wenn sie jetzt Erfolg hätte. Der Gedanke dass bei Blaze und Denize vielleicht etwas nicht in Ordnung ist, macht ihn innerlich zusätzlich unruhig. Auch Mel blickt gespannt zu der kleinen Insel und hat nur Augen für Violas Tun. Wieder streift Chip ein Lufthauch. Er wendet den Kopf, kann aber wegen der Dunkelheit ringsherum nichts genaues erklären. Vielleicht gibt es doch noch einen anderen Ausgang der Höhle. Wäre gar nicht so schlecht, wenn draußen wirklich Leute sind, die Ärger machen. Allerdings ist auch das Boot am Strand beim Eingang. Seine Gedanken werden durch Violas Ruf unterbrochen.
Freudig stupst er Mel mit dem Ellbogen an. "Sieht doch aus wie der erste, oder? " Dann denkt er kurz nach. "Oder wär's möglich das Taldren irgendwas banales, wie einen Stein zum Beispiel, magisch verzaubert hat...und der nur aussieht wie der Kristall? Würde der Stein trotzdem leuchten?" Er weist auf das schimmernde Objekt in Mels Hand.
Mel beobachtet den leuchtenden Stein und den Kristall in Violas Händen. „Nein, das ist er.“ sagt sie erfreut und wird durch mehrere schnelle Schritte die sich durch den Tunnel nähern unterbrochen. Ein Rufen hallt dem hinter, „Stehen bleiben!“
(In Zusammenarbeit mit @simscat2 und @murloc)
Charakter: Blaze / Melissa / Viola / Denize /Chip
Geschichtsstrang: Suche nach dem Kristall - Teil 2
Melissa rappelt sich auf und fegt den nassen klebrigen Sand von sich. Sie schaut bei Chips Ruf auf und folgt seinem Blick. Schnell nimmt sie den Stein aus der Tasche und hält ihn gegen die Höhle die etwas über ihnen im Fels verborgen ist. Er leuchtet schwach und sie lächelt. „Das muss es sein. Dann lasst uns mal da hoch steigen.“ Voller Tatendrang klettert sie den kurzen Weg die Felsen hinauf auf den Vorsprung wo die Höhle klafft. Denize schaut ihr nach. Klettern ist das Gegenteil von Schwimmen. Dementsprechend mag sie es auch nicht. Sie seufzt. Bevor sie der Vampirin folgt schaut sie Chip an dessen nassen Haare ihm im Gesicht kleben. „Geht es dir gut?“ fragt sie und streicht die Strähnen mit sanften Fingerspitzen zur Seite.
Froh endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, nickt Chip nur außer Atem und lächelt ihr beruhigend zu. Ihre Berührung tut gut. Er nimmt die reichlich durchnässte Cap aus dem Hosenbund, prüft ob der Splitter noch da ist und setzt sie erleichtert wieder auf. An den nassen Kleidern ziehend, um sich besser bewegen zu können, folgt er den anderen.
Blaze rappelt sich auf und hilft Viola auf die Beine. Der nasse Sand überall erinnert ihn erneut ans Festival. Diesmal an seine Schlafwandeltour an den Strand. Schwer ziehen die vollgesogenen Klamotten gen Erdboden. Er nimmt das Funkgerät und testet ob es noch funktioniert. Dabei muss er es kurz gegen die Handfläche klopfen, dann erklingt ein Signalton bei Chip. Sein Handy hat es schwerer erwischt. Da hilft kein klopfen mehr. Der Bildschirm der ohnehin gerissen war hat wohl etwas zu viel Feuchtigkeit durch gelassen. Mist. Verärgert steckt er es ein. Mit Glück funktioniert es noch wenn er es trocknen lässt.
Ausser Viola müssen alle den herkömmlichen Weg zur Höhle klettern. Es ist nicht sehr hoch, reicht aber um Denize‘ Höhenangst ins rollen zu bringen. Sie versucht nicht nach unten zu sehen und kriecht so schnell sie kann vom Abgrund weg. Mel begutachtet bereits den Tang und die dahinter liegende Leere. „Habt ihr an Taschenlampen gedacht?“ fragt sie. Selbst kann sie im Dunkeln gut sehen, aber die nicht-Vampire? Blaze stellt sich unter den Eingang ins trockene. Ihm behagt die Aussicht auf eine Höhlenwanderung gar nicht. Zu viel Mist ist in letzter Zeit in Höhlen passiert. Vero, Shane, und nicht zu vergessen das Erlebnis in der düsteren Villa. Dieses dunkle Loch triggert ihn und das hat er sich schon gedacht bevor sie hier angekommen waren. Es donnert erneut laut aber es ist bereits weiter weg. Das Gewitter geht so schnell wie es gekommen ist und der kühle Wind der die Glieder in den nassen Kleidern steif werden lässt, wird weniger. „Ich bleib hier und halte Wache.“ meint er und nimmt das Funkgerät in die Hand. Er schaut auf die Inseln hinaus wo er an einem anderen Strand Lichter von Taschenlampen sieht die suchend die Umgebung erkunden. Vielleicht Anwohner die nach dem Sturm ihre Boote überprüfen wollen. „Sicher ist sicher.“ meint er trocken. „Hier das sind die Zeichen aus dem Rätsel!“ stellt Mel unterdessen fest und hebt den leicht leuchtenden Stein an die Wand.
Sie hat nicht zu gehört als Blaze sprach. Denize wendet den Blick von Blaze zu Mel. Wenn diese Höhle nicht geschützt ist, dann weiss sie auch nicht. Bei dem Gedanken wird ihr übel. Verbotene Dinge zu tun macht sie unruhig, obwohl ein anderer Teil in ihr es aufregend findet. Diesen Teil hat sie lange und erfolgreich unter der Oberfläche gehalten und sie hat nicht vor ihn ausbrechen zu lassen. Sie legt die Hände um sich, weil sie in den nassen Sachen zu frieren beginnt und zittert ein wenig. „Vielleicht bleib ich auch lieber hier.“ sagt sie nachdenklich. „Na los, worauf wartet ihr!“ ruft Mel vergnügt aus dem inneren der Höhle. Sie ist kaum noch zu sehen und klingt voller Abenteuerlust.
Viola, die bei den anderen geblieben ist, anstatt zu fliegen, betritt die Höhle. Wenn schon Abenteuer, dann auch richtig. Die nassen Klamotten sind unbequem und dämpfen ein wenig ihre Abenteuerlust, obwohl Mels leuchtender Stein dann doch ihr Interesse weckt. Was da wohl dahinter steckt? Aber jetzt gibt es erst mal wichtigeres: "Bevor wir uns ins Abenteuer stürzen, sollten wir vielleicht erst mal ein Feuer machen und uns trocknen." Sie selbst wird als Vampirin zwar eher selten erkältungskrank, aber das macht ihre nassen Klamotten auch nicht bequemer. "Natürlich in der Nähe vom Höhleneingang, so dass der Rauch abziehen kann, aber das Feuer trotzdem etwas geschützt ist vom Regen." Der hat zwar nachgelassen, aber noch nicht komplett aufgehört. Es gibt einige Pflanzen in der Nähe, die überdacht wachsen und somit trocken geblieben sind und als Brennstoff dienen könnten.
Viola blickt zurück zum Ufer und nun bemerkt auch sie die Taschenlampen, die den gegenüberliegenden Strand absuchen. Wenn sie hier die Taschenlampen sehen... würde man von dort vielleicht auch Feuerschein in der Höhle sehen. Auch wenn die Palmen die Sicht ein wenig verdecken, machen sie den Eingang nicht komplett unsichtbar. Vielleicht ist ein Lagerfeuer also doch nicht die allerbeste Idee, doch sie wartet trotzdem erst die Reaktionen ab.
Als Melissa nach den Taschenlampen fragt, fällt Chip sein Handy wieder ein. So ein Unwetter hatte er überhaupt nicht auf dem Schirm, als sie losgezogen sind. Das Handy zu laden und es dann als Lampe zu benutzen schien ihm ausreichend. Er holt es aus der Tasche und versucht es zu aktivieren. Das Display leuchtet auf, so dass er das Symbol für die Taschenlampe drücken kann. Ein Lichtstrahl erscheint und beginnt auch gleich zu flackern. So eine Sch..wenn das jetzt nicht funktioniert wird’s heiter da drin. Er dreht sich zu Denize ehe er die Höhle weiter betritt. Sie sieht blass aus und die Kleider kleben ihr am Körper. Ein durchaus erfreulicher Anblick, wie Chip kurz feststellt, dann siegt aber die Sorge um seine Freundin. „Mach doch ein Feuer für euch beide wenigstens.“ sagt er zu Blaze, auch wenn er es ihm eigentlich lieber wäre, Denize käme mit in die Höhle. Hat sie gerade ein bisschen ZU schnell gesagt sie bleibt bei Blaze? Wieder dieser feine Stich in der Brust, aber diesmal hält Chip die Klappe und antwortet Viola.
“Ehrlich gesagt will ich so schnell wie möglich das Ding da rausholen, wir können immer noch nach erfolgreicher Suche zu Blaze und Denize ans Feuer sitzen.“ Er hebt sein Telefon und leuchtet in die Richtung, aus der Mels Stimme gerade noch zu hören war. Sie ist nicht mehr zu sehen. „Los, komm, sonst verlieren wir sie noch.“ Er winkt Viola und geht weiter in die Höhle.
Viola bezweifelt, dass Eile ihr selber helfen würde. Wenn sie hier fertig sind, ist es bestimmt bereits zu spät, um noch heimzukehren. Sie rechnet stark damit, dass sie hier den Tag noch verbringen muss. Wenn sie Glück hat, ist nachher zumindest noch genug Zeit, um zur Vulkanbar zu flattern. Hm... vielleicht ist es doch nicht verkehrt, hier schnell fertig zu werden, um zumindest dort den Tag verbringen zu können.
Als sie sieht, was Chip für Probleme mit seinem Handy hat, schaut sie besorgt auf ihr eigenes. Sie hat es extra aufgeladen, um zumindest etwas zu tun zu haben, wenn sie tatsächlich den Tag über hier festsitzen sollte. Doch sie hat Glück und es funktioniert. Entweder hatte ihr Handy einfach bessere Qualität als die der Jungs, oder ihre Hosentasche ist etwas wasserdichter. Egal. Hauptsache, es funktioniert. Als Vampirin kommt sie aber auch gut im Dunkeln klar und daher hat sie nie eine Taschenlampen-App installiert.
Einen Moment sieht die Vampirin zu Blaze. Will er wirklich nicht mitkommen? Doch sie weiß genau, was für Erlebnisse er so in Höhlen hatte und versteht schon, warum er keine Lust auf eine weitere hat. Sollte sie vielleicht auch zurück bleiben? Sie hat keine Lust auf nasse Klamotten. Aber dann siegt ihre Abenteuerlust dann doch. Und auch Chip ist schon weiter in die Höhle vorgedrungen. Sie kann noch knapp den flackernden Schein seines Handys sehen. "Bis später.", ruft sie Blaze noch hinterher.
Hoffentlich nimmt er es ihr nicht übel, wenn sie nicht bei ihm bleibt. Aber Chip hat schon recht: Je eher sie hier fertig sind, desto höher die Chance, dass noch genug Zeit ist, um hier wegzuflattern, bevor der Tag anbricht. Schnell folgt sie Chip und hat ihn auch bald eingeholt.
„Mel? Melissa?“ Wo ist sie hin gelaufen? Chips flackerndes Handylicht wirft zuckende Schatten an die Höhlenwände und erweckt in ihm Assoziationen mit einer Geisterbahn. Die Lichtblitze erhellen nur notdürftig den Gang vor ihm. Erleichtert bemerkt er dass Viola sich wieder hinter ihm befindet. Es ist kalt, die nassen Kleider lassen ihn dauerfrösteln und verstärken noch die beklemmende Atmosphäre in dem jetzt enger werdenden Durchgang. Sein Ruf nach Melissa wird von den dicken Gesteinswänden absorbiert. „Hoffentlich wird das bald wieder geräumiger hier. Ich krieg sonst Platzangst.“ bemerkt er beklommen und schüttelt das Handy, dessen Licht sich gerade mal wieder verabschieden will.
Der Strahl stabilisiert sich und beleuchtet eine Gabelung vor ihnen. Und jetzt? „Mel?“ Keine Antwort, irgendwo kann er so etwas wie rieselndes Gestein hören. Chip entscheidet sich für links. Der Boden im schmalen Gang ist mit einem glitschigen Film bedeckt und mittlerweile leicht abschüssig. Auch die Luftfeuchtigkeit wird immer stärker. Ein kaum spürbarer, aber kühlerer Luftzug streift sein Gesicht. Vielleicht gibt es weiter vorne eine Öffnung oder eine Höhle in der Höhle? Vorsichtig setzt er einen Fuß vor den anderen und spürt beruhigend Violas Gegenwart hinter sich. Die Vorstellung jetzt allein im Dunkeln zu sein, lässt ihn trocken schlucken. Zur Not könnte die Vampirin voraus flattern und mögliche Gefahren frühzeitig erkennen. „Melissa kann nicht weit sein.“ Kaum zu Ende gesprochen, verabschiedet sich die Handylampe. Vor Schreck macht Chip einen unbedachten Schritt, gleitet auf dem rutschigen Boden aus und packt instinktiv Viola am Hosenbein. Er zieht sie kurz mit sich und spürt wie ihm die Kontrolle vollends entgleitet, als der Boden unverhofft steil abfällt und sie zusammen nach unten schliddern.
Viola ist so überrascht plötzlich mitgezogen zu werden, dass sie nicht rechtzeitig reagiert um den Sturz zu verhindern. Sie landet schmerzvoll auf dem Hintern, als Chip ihr das Bein wegzieht und rutscht weiter, direkt hinter dem Jungen her. Die Rutschpartie endet plötzlich, als ein Stalagmit im Weg ist. Chip stoppt zuerst. Durch das Momentum landet Viola beinahe direkt auf ihm drauf, kann sich im letzten Moment jedoch doch noch verwandeln. Gerade noch rechtzeitig. Chip hätte ihren Sturz zwar abgefedert, aber es hätte ihm sicherlich nicht gut getan. Durch die Rutschpartie allein hat Viola einige Schrammen abbekommen und an einer Stelle ist ihr Hosenbein auch eingerissen. Ansonsten ist sie jedoch unverletzt geblieben. Hoffentlich gilt das auch für Chip. "Hey, pass doch auf. Lass mich das nächste Mal besser vor fliegen, als mich unverhofft zu Rutschpartien mitzuziehen!", macht sie ihm einen Vorwurf. Mit ihrem eigenen Handy beleuchtet sie nun den Raum. Auch ohne Taschenlampen-App sorgt das Display für ein schwaches Licht. Die Höhle endet nun in einer kleinen Kammer, die schnell durchsucht ist. Mel ist nicht hier. Nur eine kleine Höhlenöffnung ist zu sehen, jedoch zu klein, als dass ein Mensch durchpassen würde. Da kommt also zumindest der Luftzug her.
"Ich schätze, Melissa hat doch die andere Abzweigung genommen.", stellt Viola fest. Sie hilft Chip wieder auf die Beine. Da sein Handy nun den Geist aufgegeben hat, lädt sie sich nun doch eine Taschenlampen-App herunter. Für sie selbst mag das Display-Licht ja ausreichen, doch für Chip sicherlich nicht. "Alles okay bei dir? Oder bist du verletzt?", fragt sie.
Währenddessen
Denize blickt Chip und Viola nach bis sie beide nicht mehr sieht. Sie hat noch immer die Arme um sich gelegt und friert in den durchnässten Sachen. Sie dreht sich um zu Blaze der sich am Höhleneingang hingesetzt hat und hinaus schaut. Langsam geht sie auf ihn zu und setzt sich dazu. Er reagiert darauf nicht. Die verschränkten Arme weisen darauf hin dass er nachdenkt und nicht vor hat über irgendetwas zu sprechen. „Ist… alles okay?“ fragt sie und sieht ihn an. Er wendet den Kopf nicht zu ihr, sagt aber, „Was sollte nicht okay sein..?“ - „Ich weiss nicht. Du… wolltest mich um Hilfe bitten und ich kam gar nicht dazu zu fragen weshalb.“ Vor der Schule, als sie ihn bat sein Alibi zu sein wenn sie zur Ärztin geht, war sie egoistisch gewesen und hat nicht mehr daran gedacht dass er auf sie zugekommen war und nicht andersrum. Blaze schweigt. „Geht es um die Schule?“ fragt sie mit einem kleinen Funken Hoffnung. Das ist etwas wobei sie wirklich gut helfen könnte. Jetzt dreht er den Kopf. „Was?“ verwirrt sieht er sie an. „Bullshit.“ - „Dann hälst du an deinem Plan fest? Die Schule abzubrechen mein ich.“ Blaze erinnert sich dass er ihr davon erzählt hat. Vor Ewigkeiten. „Was juckt dich das?“ er blickt wieder hinaus. Der Regen hat aufgehört und einzelne Sterne tauchen wieder am Himmel auf. „Weil wir Freunde sind?“ - „Wir sind schon lange keine Freunde mehr.“ entgegnet er trocken und es verletzt Denize ein wenig. „Wieso?“
„Wieso?“ wiederholt Blaze, „Wirklich?“ Kurz denkt er darüber nach ihr an den Kopf zu werfen was er sonst unterdrückt, doch er zügelt sich und Kämpft es wieder dort hin wo es hingehört. Seit er das mit Del erfahren hat, ist er sichtlich weniger Gefühlsstabil. Sie kommt nicht drauf was sein Problem ist. Es war fast ein Jahr lang Funkstille und jetzt konnten sie sich öfter wieder normal begegnen. Manchmal fühlte es sich sogar an wie früher. Als wär nie etwas passiert. „Du musst mit mir reden.“ - „Ach, muss ich das?“ - „Wie soll ich dich sonst verstehen? Es war doch alles gut in letzter Zeit.“ Blaze schüttelt humorlos lachend den Kopf. Das ist alles was er dazu meint. „Sullivan.. du hilfst mir, ich helf dir, so wie früher. Oder nicht?“ Sie ist kurz davor ihn an der Schulter zu berühren, lässt es aber. Er weiss das es nicht mehr wie früher wird. Auch wenn er zeitweise dachte er wolle das. Immer dann wenn sie ihn so ansah wie früher. Aber das ist ein Trugschluss. Eine Lüge. Es gibt kein zurück. Das wird ihm immer klar wenn sie nicht mehr in der Nähe ist. „Warum Chip?“ fragt er geradewegs, was Denize überrascht. „W-w.. wie meinst du das?“ Blaze sieht sie an, „Warum meinen besten Freund? Warum nicht Dave oder Leon oder meinetwegen Tim? Wieso nicht irgend einen aus der Parallelklasse?“ - „Ich.. weiss nicht.“ entgegnet Denize perplex. Darüber hat sie noch nie nachgedacht und es kam ihr nie in den Sinn dass das Blaze stören könnte. Er war doch auch mit Nadine… aber.. und dann versteht sie es. Sie hat ihm das nie angesehen.
Sie dachte er wäre grundsätzlich sauer aber dass sich das inzwischen legt. „Es tut mir Leid, ich wollte nicht…“ sie sieht ihn an als würde sie Mitleid haben. Sorry dass du Eifersüchtig bist. Doch Blaze starrt zurück. „Bist du noch…“ beginnt Denize vorsichtig. „Gott, nein! Bestimmt nicht.“ unterbricht er sie. Wenn es eins gibt was er weiss, dann das er nicht in Denize verliebt ist. Er hat keine Ahnung wie er das je hatte sein können. „Aber es ist weird oke?“ sagt er, „Was wolltest du damit bezwecken? Tauchst plötzlich auf und schleppst ihn vor meinen Augen zum Tanzen? Wolltest du dass ich mich beschissen fühle? Das ich mich wieder dran erinner wie bescheuert ich war?“ Blaze war sich am Elternabend ziemlich sicher, dass sie ihm bestrafen wollte. Dafür dass er Nadine geghostet hat, der es deswegen mies ging. Oder dafür dass er ihre beste Freundin mit ihr hintergangen hat. Er war sich sicher, die Hexe wollte dass er sie mit seinem besten Freund sah, um ihm irgend eine bescheuerte Lektion zu erteilen.
Doch Denize sieht das anders. „Nein, nein!“ Sie hebt beruhigend die Hände, „Darüber hab ich nicht nachgedacht. Ehrlich.“ sagt sie beschwichtigend. „Du hast Nadine und mich so lange gemieden. Ich dachte wirklich nicht daran dass ich dir damit weh tu.“ - „Weh tun? Ach hör auf..“ - „Ich meins Ernst. Ich dachte nir daran, dass es Nadine nicht gut ging, und ich wollte es ihr vormachen, wie leicht es ist jemanden anzusprechen. Sie wollte nur wieder mit dir zusammen sein…“ Blaze denkt nach. Richtig, sie war auch da und sie wollte tanzen. Er hat sie stehen lassen. Hauptsächlich jedoch weil er dachte Denize will ihm eins reinwürgen und er wollte es sich nicht mit ansehen. Blaze sagt nichts und auch Denze verfällt ins schweigen.
Es war ein Missverständnis. Ein weiteres was viel Leid verursacht hat was nicht hätte sein müssen. „Drauf geschissen.“ sagt Blaze und sieht hinaus. Es gibt jetzt grössere Probleme als das. „Ich wollts nur wissen.“ Denize senkt den Kopf. Sie erinnert sich an das was ihre Oma gesagt hat als sie ihr von Adrian erzählt hat. Die Aura. Dieses Etwas, was sie fasziniert hatte. Fast die selbe wie die die sie bei Blaze gespürt hatte, früher. Und immer noch spürt. Sie dachte die ganze Zeit es wäre, weil sie sich zurück wünscht, in eine Zeit ohne die Überraschung in ihrem Bauch. Sie nimmt sich vor nochmal mit Isla darüber zu sprechen. Ihre Oma scheint mehr zu wissen als sie selbst. „Wenn wir keine Freunde sind..“ beginnt sie und Blaze winkt ab als hätte er das nur so daher gesagt. Denize spricht den Satz dennoch zu Ende, „warum hilfst du mir?“ - „Kommt mir gelegen.“ meint er schlicht. „Ich brauch auch n Alibi.“ - „Weswegen?“ fragt soe reflexartig, Er hingegen stellt eine Gegenfrage, „Erzählst du mir dann was dein Grund ist?“ Überraschung für Chip? Das glaubt sie doch selbst nicht. Und sie schweigt wie erwartet. „Dacht ich mir.“ sagt Blaze. Um das Gespräch zu beenden nimmt er das Funkgerät und drückt den Knopf, „Chip? Alles in Ordnung da drin? Habt ihr das Ding endlich?“ das Gute an diesen Geräten ist, dass sie nicht wie Telefone bei einem Anruf erst das Signal zu einem Satelliten schicken müssen, sondern direkt verbunden sind. Das macht sie Wahrscheinlichkeit, dass er ihn hört viel höher. Auch wenn es nach zu viel Gestein dazwischen wohl auch irgendwann die Verbindung verliert. Denize blickt auf das Funkgerät in Blaze Hand und wartet auf ein Lebenszeichen.
Mels spitze Ohren zucken als die Wände der Höhle leises Geschrei widerhallen. Sie war auf den leuchtenden Stein fokussiert und stumm geworden. Gleich hat sie ihn, den zweiten der vier und damit die Hälfte geschafft. Sie wendet sich kurz um und muss entscheiden ob sie zurück geht oder der heissen Spur folgt und dann nach den anderen sieht. Am liebsten würde sie sich für ersteres entscheiden. Andererseits wird der Kristall nicht weglaufen und ihre Begleiter brauchen vielleicht Hilfe. Mit dem Stein in der Tasche eilt sie zur Gabelung zurück und lauscht. Sie kann den Abgrund sehen und geht an der Kannte in die Hocke. „Viola? Chip?“ ruft sie hinab.
Bis auf eine Steißbeinprellung ist wohl alles soweit gut gegangen. Chip richtet sich ächzend auf und blickt zu Viola, die ziemlich aufgebracht wirkt. „Hey, als ob das Absicht gewesen wär.“ Er schüttelt den Kopf, gibt ihr aber innerlich recht damit, dass es klüger gewesen wäre sie voraus zu schicken. „Alles okay glaub ich, gut dass es so glitschig war, sonst wär bestimmt alles aufgeschürft. “Während Viola herumleuchtet, registriert Chip eine Reflektion am Boden. Es ist sein Handy. Das Display hat nur einen kleinen Sprung, gut dass er auf Denize gehört und eine stabile Schutzfolie darauf befestigt hat, was ihm selber nie eingefallen wäre. Verblüffenderweise leuchtet es kurzzeitig auf, als Chip es zu starten versucht. Das lässt hoffen, dass man es wieder reparieren kann. Chip tritt an das Loch heran, das sie hier in die Höhle gespuckt hat und blickt nach oben. „Viola, ich glaub ich komm den Tunnel hoch. Der ist so schmal, dass ich mich reinklemmen und langsam nach oben stemmen kann. wenn die Wände nicht genauso rutschig sind wie der Boden Gut wäre wenn du nach oben fliegst und runter leuchtest, damit ich nicht nur tasten muss. Hilf mir beim Einstieg.“ Er hat mal mit Nouki sowas zum Spaß gemacht. Sie nannte das Kamintechnik oder so. Kaum ausgesprochen knarrt und knistert sein Walkie Talkie und Blaze' Stimme dringt fragmentartig zu ihm durch. „Chip? All.. in ..nung da..? Habt ihr ..as Ding en..?“
„Sind abgestürzt aber alles okay. Kommen wieder nach oben jetzt. Kristall noch nicht gefunden.“ antwortet er und steckt das Ding wieder weg. Gleich darauf hört er Mels Stimme durch den Gang nach unten.
Chip grinst Viola an. „Du leuchtest und sie kann mich am Schluss hochziehen. Der Gang ist ja nicht so lang, das schaffen wir.“ Dass Mel jetzt auch da ist macht ihn zuversichtlich.
Viola sieht hoch zu Mel nach oben. "Tja, diesmal habe ich kein Graffiti-Banner, an dem ich dich hätte hochziehen kann.", grinst sie, "aber ich kann dir auch von unten hochhelfen und Mel zieht dich den Rest hoch." Sie legt ihr Handy auf den Boden, um beide Hände frei zu haben. Dann hilft sie Chip mit einer Räuberleiter nach oben, wo Mel dann übernimmt. Gemeinsam schaffen sie den Jungen nach oben. Zum Glück ist Chip unverletzt geblieben. Viola wäre zwar durchaus bereit dazu, ihn zu stützen, wenn er sich den Fuß verstaucht hätte oder so, aber wenn das nicht nötig ist, umso besser.
Als Chip sicher oben angekommen ist, hebt Viola ihr Handy wieder auf. Sie braucht keine Hilfe, um nach oben zu kommen, nur ihre Fledermausgestalt. "So... dafür, dass Blaze immer noch am Eingang sitzt, hetzt er aber ganz schön.", stellt Viola fest, "Wenn der Kristall super leicht zu finden wäre, wäre uns bestimmt schon jemand zuvor gekommen. Die Höhle mag zwar gut versteckt sein, aber komplett unbekannt ist sie dann auch nun wieder nicht." Während sie den anderen Gang weiter laufen, wendet sich Viola an die andere Vampirin: "Weißt du, ob Taldren den Kristall zu diesem Zweck irgendwie getarnt haben mag? Oder müssen wir tatsächlich nach einem Kristall Ausschau halten, der auch so aussieht wie ein Kristall?"
„Das weiss ich nicht.“ antwortet Melissa. „Ich hab nur den hier.“ sie betrachtet den Stein der nur so schwach leuchtet wie sonst wenn sie mit der Band unterwegs ist. Ihr fällt auf dass doch nicht Viola diejenige ist, die ihn zum leuchten bringt weil sie ein Vampir ist, schweigt jedoch dazu. Er reagiert auf irgendetwas anderes. Dafür ist keine Zeit. Sie wendet den Blick zum anderen Gang. „Da hinten hat er stärker reagiert.“ Gut möglich das der Kristall irgendwo hinter einer magischen Wand ist. Mel hat schon gesehen wie Taldren Dinge aus vermeintlich undurchdringbarem Material gezogen hat. Eine Ilusion die den Sim glauben lässt hier wäre nichts. Diese Wände sehen genau so aus wie das was dahinter liegt, nur dass dazwischen etwas versteckt sein könnte. „Folgen wir dem Stein.“ sagt sie und geht den Weg zurück den sie grade gekommen ist.
Sie kommen in eine Grotte mit einem kleinen See. Es sieht fast idyllisch aus. Über ihnen rauscht aus einem Loch in der Decke ein kleiner Wasserfall in das Wasser zu ihren Füssen. In der Mitte des Wasserlochs ist ein flacher grosser Stein. Als Mel ihren Stein hoch hält leuchtet er in einem starken blau. „Hier muss er irgendwo sein.“
Ehe sie ihr wissen über magische Tarnbarrieren teilen kann, rauscht Chips Funkgerät. „…ommt…. mand… ben… uns…. Boot…! … hin! W… stecken… ns..“
Als Viola den See sieht, vergisst sie die unbequeme nasse Kleidung und die Strapazen.. Allein dieser Anblick ist es wert gewesen. Schade, dass die Höhle, bei der sie während des Festivals Schutz gesucht hat nicht den selben Luxus vorzuweisen hatte. Mittlerweile sind ihre Klamotten ein wenig getrocknet. Daher krempelt Viola die Hose hoch. Gerade möchte sie sagen, dass sie mal schaut, ob das Wasser überall gleich tief ist oder sich doch irgendwo ein Kristallversteck befindet, als der Funkspruch reinkommt. Die Vampirin hält inne. Nur die Hälfte der Nachricht war zu verstehen gewesen. "Offenbar kommt jemand und sie müssen sich verstecken.", versucht Viola den Text zu entziffern, "Anscheinend geht es um das Boot." So ganz sicher ist sie sich nicht. So oder so würde sie nichts tun können, um Denize und Blaze zu helfen. Sie dreht sich zu Chip. "Besser, du lässt die Nachricht unbeantwortet, wenn sie sich gerade verstecken müssen, sonst könnte man sie dadurch vielleicht hören."
Chip ist sehr erleichtert, dass sie wieder alle zusammen unterwegs sind. So leichtsinnig wie an der Gabelung wird er sich nicht mehr verhalten. Staunend blickt er auf diese unterirdische Oase. Gerade als er seine Gedanken äußern will, geht das Funkgerät an. Scheiße. Hoffentlich bekommen sie draußen keinen Ärger. Sorge um Denize ergreift ihn, aber Blaze wird schon auf sie aufpassen. Stirnrunzelnd blickt er zu Viola. Sie hat Recht, trotzdem meldet er kurz: “Verstanden.“ ins Gerät, damit auch von ihnen ein Lebenszeichen kommt und die beiden sich keine Sorgen um die Gruppe drinnen machen. Sein Blick geht wieder Richtung See. „Also diese Steinplatte in der Mitte sieht ja fast wie ne Einladung aus sie zu untersuchen und der Stein leuchtet stark, was meint ihr?“
Blaze und Denize ziehen sich etwas weiter in die Höhle zurück. Grade hatte Denize noch ihre Karte studiert und wollte anmerken, dass diese Höhle nicht mal verzeichnet ist, als Blaze aufsprang und sie zurück zog. Er hat die Leute von vorhin beobachtet. Sie haben das geliehene Boot bemerkt und wanderten darauf zu. Hat man sie hochklettern sehen? Er warnt die Freunde in der Höhle mit dem Funkgerät in der Hoffnung es kommt genug von dem Signal durch. Das was Chip ihm vorhin geantwortet hatte war schwer zu verstehen und Denize war voller Sorge. „Was machen wir jetzt? Wir dürfen hier bestimmt nicht sein.“ - „Runter.“ sagt Blaze und sie legen sich flach auf den Boden und warten. Vorsichtig robbt Blaze vor, um über die grobe Kannte zu linsen. Die zwei Männer nähern sich dem Boot unter ihnen. Sie haben Licht dabei und Blaze duckt sich wieder weg. Als sie direkt unter ihm stehen, kann er sie reden hören. Er schaut zu Denize die dort liegt und legt den Finger auf den Mund. Abwartend und regungslos wartet er. Angestrengt lauscht er dem Gemurmel unter ihm.
„Ja da, die Inizialen. Das ist Kojis Boot.“
„Muss sich losgerissen haben beim Sturm.“
„Sollen wir es zurück bringen?“
„Jetzt im dunkeln?“
„Dann muss er es nicht vermissen morgen früh.“
„Ach was, ich ruf ihn an und sag ihm wo es ist. Er soll es selber holen.“
„Hm.. ich finde, wenn wir schon hier sind…“
Das Funkgerät von Blaze rauscht kurz mit einem abgehakten Wort und Denize und er versteinern.
„Was war das?“ fragt der eine Mann. Sie blicken beide hoch. Blaze liegt an der Kannte auf dem Rücken und hält das Funkgerät fest. Er sucht den Knopf um es auszuschalten und im selben Augenblick, als er den Knopf festhält damit es aus geht erinnert er sich daran das es piept wenn das passiert. Das Gerät piept. Verdammt.
„Da oben.“
„Hallo? Ist da jemand?“
„Denkst du das Boot wurde geklaut?“
„Sei still. Hallo?! Kommen sie raus da! Das ist Naturschutzgebiet!“
Denize ist kurz davor aufzustehen um sich zu stellen. Blaze kommt sofort auf die Beine und läuft auf Denize zu, er greift sie an der Hand und zieht sie in die Höhle.
--
Melissa blickt zum Stein. "Vielleicht kannst du mal da rüber fliegen, Viola." Sie selbst hat keine Lust noch mehr durchnässt zu werden. "Könnte eine magische Wand sein hinter der was verborgen ist."
Magische Wand? So etwas wie eine Illusion? Ist das damit gemeint? Viola hatte ja sowieso schon damit gerechnet, dass Taldren nicht einfach den Kristall offen hingelegt hat. Anstatt den Kristall veränderte er vielleicht also die Umgebung.. Viola flattert rüber, kann aber keinen Kristall sehen... Natürlich nicht, wenn Mels Vermutung mit einer magischen Wand stimmt.
Viola versucht irgendetwas zu ertasten. Die Steinplatte fühlt sich allerdings ganz normal an. "Hier ist nichts!", ruft sie zu den anderen rüber. Man kann ihre Enttäuschung hören. Die Platte ist vermutlich nur ein natürliches Phänomen und nicht magisch. "Naja, suchen wir weiter. Ich..."
Viola unterbricht sich, als die Steinplatte, auf die sie ihre Hand gestützt hat, plötzlich nachgibt. Die Platte ist echt.. beinahe zumindest. Nur eine kleine Stelle fehlt, bei der mal etwas abgesplittert ist. Und genau diese Bruchstelle dient als Versteck. Raffiniert. Selbst wenn man ahnt, dass man es mit einer Illusion zu tun hat, muss man erst einmal die Bruchstelle finden..
An allen anderen Stellen ist die Platte das, was man auch sieht und auch massiv.
"Korrektion: Hier ist doch etwas!" Es fühlt sich tatsächlich wie ein Kristall an. Viola hebt ihren Fund hoch. "Suchst du das hier, Mel?"
Gebannt verfolgt Chip was Viola auf der Steinplatte treibt. Sein Hinterteil schmerzt ziemlich und er wäre froh , wenn sie jetzt Erfolg hätte. Der Gedanke dass bei Blaze und Denize vielleicht etwas nicht in Ordnung ist, macht ihn innerlich zusätzlich unruhig. Auch Mel blickt gespannt zu der kleinen Insel und hat nur Augen für Violas Tun. Wieder streift Chip ein Lufthauch. Er wendet den Kopf, kann aber wegen der Dunkelheit ringsherum nichts genaues erklären. Vielleicht gibt es doch noch einen anderen Ausgang der Höhle. Wäre gar nicht so schlecht, wenn draußen wirklich Leute sind, die Ärger machen. Allerdings ist auch das Boot am Strand beim Eingang. Seine Gedanken werden durch Violas Ruf unterbrochen.
Freudig stupst er Mel mit dem Ellbogen an. "Sieht doch aus wie der erste, oder? " Dann denkt er kurz nach. "Oder wär's möglich das Taldren irgendwas banales, wie einen Stein zum Beispiel, magisch verzaubert hat...und der nur aussieht wie der Kristall? Würde der Stein trotzdem leuchten?" Er weist auf das schimmernde Objekt in Mels Hand.
Mel beobachtet den leuchtenden Stein und den Kristall in Violas Händen. „Nein, das ist er.“ sagt sie erfreut und wird durch mehrere schnelle Schritte die sich durch den Tunnel nähern unterbrochen. Ein Rufen hallt dem hinter, „Stehen bleiben!“
(In Zusammenarbeit mit @simscat2 und @murloc)