Forum Discussion
3 years ago
Ort: Oasis Springs/Proberaum
Charakter: Blaze / Melissa / Viola /Chip
Geschichtsstrang: Suche nach dem Kristall - Wasser
Wie beim letzten Mal versammelt sich die Truppe im Bandraum und und grübelt über den nächsten Rätsel, dass den Kristall verbirgt. Mel ist froh um die Hilfe und Taldren darüber dass sie endlich vorwärts kommt. Das sie Hilfe hat, sagt sie ihm nicht. Das würde ihn aufregen.
Es ist finster und es stinkt,
die Füsse nass und da hinten winkt,
Ein kleines Licht in der Sackgasse,
ein Ventilator rattert so das ich ablasse,
Drehe mich um und sehe,
Lege ihn ab und gehe.
Denize ist diesmal nicht dabei. Sie sagte sie sei mit Nadine unterwegs, weswegen nur Blaze, Viola und Chip Mel helfen.
Blaze schaut in die Runde. Das Rätsel erinnert ihn stark an die letzte Idee.
Viola kann sich keinen Reim aus demselben machen. Schon wieder irgendwas dunkles... und diesmal stinkt es auch noch? "Klingt schon wieder irgendwie nach Abwasserkanal.", grinst sie, "aber da gibt es ja keine Ventilatoren." Und selbst wenn, gibt es ja viele Abwasserkanäle. Welchen davon sollte man dann wählen? Doch sie sinniert weiter: "Oder nach einer Art Tunnel. Das Licht ist dann ein Hinweis auf das Ende des Tunnels, wo es wieder nach draußen geht.“
"Allein der Gedanke dass es NICHT um den Abwasserkanal geht, ist für mich schon das Licht am Ende des Tunnels." Chip schaut die anderen an. "Oder etwa nicht?" Er hat heute sowieso nicht gerade glänzende Laune, weil Denize so vage geblieben ist, als er gefragt hat, was sie mit Nadine unternimmt. 'Dies und Das zu erledigen und danach..sie wissen noch nicht genau' und so weiter. Egal. Das Rätsel bietet Ablenkung und Abenteuer, aber bitte nicht in nem stinkenden Abwasserkanal. "Nochmal nasse Füße, bald wachsen mir Schwimmhäute." mault er vor sich hin. Er gibt Blaze eine Zigarette aus und raucht zur Beruhigung. "Ehrlich gesagt, ohne den Ventilator hätte ich sofort auf den Kanal getippt...kein Plan was das bedeuten soll."
"Die haben in Kanälen auch Ventilatoren." sagt Blaze, "Sonst müssten die Arbeiter da unten ja immer Frischluftmasken tragen, oder nich?" wendet er ein und zündet die Kippe an. "Nicht das ich scharf drauf wär in nen Kanal zu steigen, aber..."
Chip, der immer noch wenig begeistert schweigend raucht, hat Mühe sich mit dem Gedanken anzufreunden, wieder irgendwo im Nassen herum zuwaten. Für diese Strapazen kann ihnen Mel eine Tournee promoten. "Ich dachte immer das funktioniert über die Schächte und wie die angeordnet sind, nicht mit Ventilatoren." sagt er zu Blaze , in der Hoffnung wenigstens den Gedanken an die Kanalisation aus der Welt zu schaffen.
"Ok, aber welcher Kanal ist gemeint? Da gibt es ja mehrere von.", wirft Viola ein.
Darauf hat Blaze keine Antwort und schaut zu Mel. Sie wirkt ratlos. "Hilft es zu wissen dass es um den Wasser-Kristall geht?" Sie kennt sich in den Welten nicht aus. "Auf Sulani haben wir den Feuer Kristall gefunden und den Erdkristall hatte ich bereits aus Oasis Springs."
Viola überlegt. "Klingt schon wieder nach einem Abenteuer, das in nassen Klamotten endet.", seufzt sie, "Ich sollte diesmal wohl nen Ersatzpulli mit einpacken." Dann fährt sie fort: "Zum Thema Wasser fällt mir wieder Sulani ein. Aber da war ja gerade der letzte Kristall. Können auch zwei Kristalle im selben Gebiet sein?
" Also ne Gegend wo es richtig viel Wasser gibt? Seen, Flüsse und all sowas? Oder heißt es nur, dass der Kristall an einem Ort liegt, wo sich Wasser befindet... oder in einem Tunnel, der belüftet ist und in einer wasserreichen Gegend liegt." denkt Chip laut. "Ich komm wenig raus aus Oasis, kenn mich nicht so gut aus, also im Moment passe ich." Bitte lass es einen Tunnel sein schickt er innerlich gen Himmel. Dann wartet er ab, was Mel zu Violas Frage meint.
Sie schüttelt den Kopf. „Nein sie sind in verschiedenen Welten.“ sagt Mel, „deshalb ist es auch so schwierig für mich.“ Blaze drückt die Kippe aus, „Was ist mit Windenburg? Kanäle Tunnel, Wasser?“
"Windenburg passt genauso gut wie andere Orte, an denen es ebenfalls Kanäle, Tunnel und Wasser gibt. Ist das der einzige Hinweis?" So wirklich Lust auf eine ewig lange Suche hat Viola auch nicht wirklich und das merkt man ihr auch an.
"Also ich denk ja nicht dass er den Kristall in so einer dicht bewohnten Gegend wie Windenburg versteckt hat. Eher was mit weniger Einwohnern..hm...Henford? Moonwood Mill?" Chip kennt letztere Gegend nur von Erzählungen, aber es ist eher wenig besiedelt dort. "Allerdings geb ich Viola Recht, es kommen mehrere Gegenden in Frage. Da bleibt wohl nichts außer ausprobieren."
Blaze will Mel schon helfen weil er denkt er schuldet es ihr und es ist das mindeste. Die Stimmung im Bandraum besorgt ihn ein wenig. "Keine Ahnung, da es im Rätsel wieder betont nass ist, wohl irgend ne Gegend die neben Sulani viel Wasser hat." er geht zu Mel, "Zeig nochmal." er schaut sich das Rätsel erneut an, "Gehn wirs durch, Willow, ein Fluss der zwar in nem Kanal liegt, der Wasserstand aber meistens zu hoch um ihn zu betreten. Oasis, Erdkristall. Newcrest, das selbe wie Willow, Magnolia Promenade, kein Wasser. Forgotten Hollow hat einen See, aber so viel ich weiß keine Tunnel." Er schaut zu Viola ob sie mehr darüber weiß. "Dann... Windenburg, liegt am Wasser und hat ne Menge Kanäle unter der Stadt. San MyShuno wahrscheinlich ebenso. Brindleton liegt auch am Meer, weiss aber nicht obs da Tunnel gibt. Del Sol Valley..." Blaze zuckt die Schultern, "Is halt auch ne City. Stranger Ville liegt in der Wüste und hat genau einen Fluss." Er stockt. "Was ist mit Evergreen Harbor? Industrie, Rohre, Ventilatoren...?" Er zündet sich noch eine Kippe an, und sieht dann zu Mel die irgendwie traurig wirkt. Etwa so wie als sie die Wurzel nicht finden konnten. Er weiß jetzt dass es ihr nicht wohl ist wenn sie andere in die Ratlosigkeit zieht, auch wenn es so aussieht als würde sie wegen dem Rätsel resignieren.
"Forgotten Hollow hat verschiedene Höhlen, aber ein Tunnel wäre mir nicht bekannt.", sagt Viola. Sie würde diese Gegend zumindest ausschließen. "Ja, vielleicht Evergreen." Auch Viola fällt Mels Blick auf, den sie jedoch unkommentiert lässt.
Chip, der mittlerweile auch zu Ende geraucht hat, steht auf und geht etwas umher. "Na dann, fangen wir eben dort an, das ewige Herumdiskutieren bringt uns nicht weiter." Es ist schon seltsam, wenn Denize nicht in seiner Nähe ist, hat er viel weniger Geduld und die hitzige Seite kommt mehr durch. Er nimmt sich zusammen. "Ich mein..Blaze hat Recht und es ist ein Anfang, auch wenn's mir bis hierher schon nach Kanalisation riecht." Er blickt an sich herab. "Also, ich will mir was anderes anziehen, vor allem andere Schuhe, treffen wir uns dort? Ach ja...mein Handy liegt auseinandergebaut in Reis, ich schau dass ich ne Taschenlampe auftreib und nehmt diesmal was zu trinken mit."
Chips Worte erinnern Blaze an Sulani, was er weitestgehend aus seinem Kopf zu verbannen versucht hat. Kanäle? Tunnel? Shit... Er schaut auf das Buch und das Rätsel in seiner Hand. "Von was können Füsse denn noch nass werden? Wer sagt dass es Wasser ist?" Und dann erinnert er sich an eine andere Sache, "Chip, erinnerst du dich als dein Vater noch in dieser Fischfabrik gearbeitet hat...? Und wir dachten wir könnten da einbrechen um Fische zu klauen um sie wem in den Schrank zu legen? Die Fabrik ist doch auch schon hundert Jahre alt, oder nicht?"
Viola, der gerade eingefallen ist, wer in Evergreen lebt, macht sich so ihre Gedanken. Wie passend. Eine alte Fischfabrik mit Fischgestank und dann noch Vero. "Meinst du, diese Fischfabrik ist gemeint?", hakt sie nach. Auf eine Fischfabrik wäre sie nie im Leben gekommen. Immerhin geht es um den Wasserkristall. Da würde es schon Sinn machen, wenn Wasser die Füße nass machen soll... Aber wer weiß das schon. Taldren ist ja ein klein wenig verwirrt. Bei dem weiß man nie, was der so meint.
Überrascht blickt Chip zu Blaze. "Die Fischfabrik?" Er vermeidet es normalerweise an diese Zeit zu denken, als die Dinge noch unkompliziert waren und sein Vater noch ein Vater. Er runzelt die Stirn und erinnert sich daran, wie er mit Blaze dort den Plan für die Erpressung geschmiedet hat. "Es gibt auf jeden Fall riesige Kellergewölbe und fette Abflussrohre, wo sie die ganzen Abfälle weg gespült haben und so, hat ja noch keinen gekümmert damals. Mein Vater hat dann für die Modernisierung gesorgt." Als er das ausspricht kommt es ihm direkt surreal vor. "Also theoretisch könnten wir da auch fündig werden. Das Gebäude ist wirklich uralt und die Gewölbe wie gesagt das reinste Labyrinth."
"Kein Wunder, wenn ich nicht darauf komme, immerhin war ich bisher nie da. Aber wenn Chips Beschreibung stimmt, dann ist da vielleicht wirklich was dran.", sagt Viola nachdenklich. Fisch.... solange er roh ist und man noch Plasma aus ihm bekommt, ist das ja okay. Aber eine alte Fischfabrik riecht wohl nicht gerade nach Rosen.
Melissa hört aufmerksam zu. Sie weiß nicht wann Taldren die Kristalle versteckt hat aber es muss eine Weile her sein. Eine stinkende Fabrik am Wasser leuchtet ein wenn die Anwohner damals schon Knöcheltief in Fischblut gewatet sind. „Ist diese Fabrik noch intakt? Ich meine, kann man da rein?“ fragt sie.
"Irgendwo gibt's immer ein kaputtes Fenster, das geht schon." Chip ist nicht wirklich wohl bei der Vorstellung sich dort aufzuhalten, aber es ist besser als Kanalisation. "Versuchen wir's." Er klatscht in die Hände. "Gequatscht haben wir jetzt lang genug. In ner Stunde vor dem Eingang?" Er braucht jetzt Bewegung um die innere Unruhe abzustellen.
"Ja, bin dabei.", murmelt Viola. Auch sie ist Mel was schuldig für den Sonnenschutz-Trank. Umziehen muss sie sich nicht. Nach der Erfahrung in Sulani hat sie diesmal von Anfang an eher alte Klamotten mitgenommen. Allerdings würde sie sich tatsächlich noch Ersatzzeugs im Rucksack mitnehmen, nur für alle Fälle.
Blaze ist einverstanden. Eben Pause von Mel kann er gut vertragen. Am liebsten würde er mit Viola gehn aber sie sind leider keine Nachbarn. Melissa fragt nach dem Weg dort hin. „Kann mich jemand mitnehmen?“ unschuldig lächelnd sieht sie die Band an. Blaze hat da keine Lust drauf, „Klar, triff doch Chip gleich hier in Oasis. Viola und ich machen einen grösseren Umweg.“ antwortet er, und dann sagt er schnell, „Bis später.“ und nimmt Viola mit vor die Tür und um die Ecke wo er sie einfach einmal lange umarmt. Für sie mag es willkürlich aussehen, aber er würde am liebsten brechen. Erst als die Tür auf geht lässt er los. „Sorry… war… irgendwie nötig. Bin etwas neben der Spur in letzter Zeit.“ Das er nichts sagen darf ist beklemmend und hat was von der klaustrophobischen enge in der Höhle. „Bis nachher.“ sagt er und steigt auf sein Rad.
Etwas perplex sieht Viola Blaze nach. Das kam ein wenig unerwartet, was ihm auch bewusst zu sein scheint. Er schien ein wenig distanziert gewesen zu sein in letzter Zeit. Will er sich mit der Umarmung dafür entschuldigen? Oder für etwas anderes? Für was? Doch sie hat keine Zeit, ihn zu fragen. "Bis nachher!", ist das einzige, das sie ihm hinterher rufen kann, bevor er um die Ecke verschwindet.
Doch Viola lächelt nur. Sie macht sich ebenfalls auf den Weg, um sich für die Suche vorzubereiten.
Chip blickt zunMelissa. "Heute kannst du bei mir warten, meine Mutter schläft schon, die ist ein bisschen durch den Wind derzeit." Und sie hat mal wieder sein Zimmer aufgeräumt, was er hasst, aber diesmal unkommentiert gelassen hat. Sie macht sich Sorgen wegen Bertl und Chip ist sich mittlerweile auch nicht mehr sicher was er davon halten soll, dass sein Vater so sang-und klanglos verschwunden ist. Allerdings hält er immer noch irgendeinen verschrobenen Grund für möglich und rechnet jede Stunde mit seiner Rückkehr. Marga nicht. Sie heult fast den ganzen Tag und ist wirklich durch den Wind. Heute morgen hat Chip ihren Wecker im Kühlschrank gefunden und sie hat den Müll zum Briefkasten getragen. Das macht ihm mehr Sorgen als er sich eingestehen mag. "Wollen wir?" fragt er Mel und geht schon Richtung Ausgang.
Eine Stunde später
Mel und Chip warten an einer Haltestelle gegenüber der Fischfabrik auf die anderen. Blaze trifft als letzter ein mit dem weitesten Weg. Er hat eine Taschenlampe, Schuhe und Socken dabei. Sein Handy ist seit Sulani hinüber was ihn tierisch nervt. Dafür hat er sich für heute nochmal Eves Telefon geliehen. Die hilft ihm derzeit ohnehin gern aus. Als ob er der beste große Bruder überhaupt wär. Dabei ist er einfach nur froh wenn sie nicht nervt.
In weiser Voraussicht liegen die Funkgeräte wieder im Rucksack - wer weiß - und ein Seil. Damals als Zehnjähriger, wars witzig die Fabrik zu erkunden und das war nicht die einzige die sie erforscht hatten. Damals hat ihn aber die Angst vor engen Räumen nicht geplagt, weswegen er ein wenig Unbehagen verspürt wenn er daran denkt, unter die Fabrik zu steigen. Im Bus hat er am Handy die Fabrik gesoogelt. Sie ist schon sehr lange ein Ort für Fischverarbeitung. Noch früher sei an der Stelle eine Hospiz gewesen. Die unterirdischen Tunnel, in denen man die Leichen verwahrt hat, hat man erhalten als man das alte Gebäude eingerissen und eine Fabrik drauf gebaut hat. Kühl unter der Erde lagert Fisch sich wohl auch ganz gut. Viel mehr konnte Blaze nicht herausfinden außer dass die Tunnel schon Unterwasser standen, weil das Meer direkt daneben liegt. Blaze hofft das Rätsel ist überholt. Und wenn nicht, dann dass es Wasser ist und keine Fischinnereien die die Füße durchnässen. Blut welches nicht von ihm selbst stammt ist zwar meistens nicht das Problem. Je nach dem was seine Fantasie draus macht. Die enge stickige Atmosphäre, hört sich derzeit schlimmer an.
Nachdem er aus dem Bus gesprungen und seine Freunde begrüßt hat, erzählt er ihnen was er herausgefunden hat. Mit Glück ist der Kristall diesmal schneller gefunden. Das Grundstück ist verlassen und außer Tagger und Kiffer sieht man hier selten Leute die Probleme machen könnten. Und vor Gewitter sind sie auch geschützt. Es kann nur besser laufen als letztes Mal.
Sie betreten das Grundstück durch ein Loch im Zaun. Durch ein offenes Fenster steigen sie hinein, wie damals als sie auf den Typen gewartet hatten den sie erpressen wollten. Es ist düster und unheimlich im Inneren. Jeder Schritt halt von den hohen Wänden wieder und von alten Wasserrohren tropft es geräuschvoll in Pfützen. „Ich hab keinen Grundriss gefunden, aber wenn ich mich recht erinner gehts da in den Keller.“ Blaze leuchtet mit der Taschenlampe auf eine Tür und Mel folgt dem Strahl. Der Stein leuchtet schwach, irgend etwas ist also in der Nähe. Hoffentlich ist es der Kristall.
Viola sieht sich um. Etwas huscht über den Boden. Die Vampirin sieht der Bewegung nach, bis sie erkennt, was es gewesen ist. Die alte verlassene Fabrik ist nun das Zuhause von einigen Ratten. Auch einige Vögel nisten hier auf den Stützbalken, vor dem Regen geschützt. Doch die Tür, die in den Keller führt, kann das Getier vielleicht abhalten. Viola rüttelt an der Tür, die Blaze anleuchtet. Sie ist unverschlossen. Hier war schon lange niemand mehr, der hätte abschließen können, und Blaze und Chip konnten das Gebäude ja auch schon als Kinder erkunden. Auch damals muss die Tür offen gewesen sein. Das heißt aber auch, dass auch andere Wesen leicht nach unten können...
Graffiti an den Wänden zeigt, dass es auch immer mal wieder Besucher hier gibt, genauso wie der ganze Müll, der überall zu sehen ist. Es sind auch Nadeln von Drogensüchtigen zu sehen und leere Bierdosen, die sicherlich nicht zum Inventar der Fabrik gehörten. Hoffentlich ist jetzt im Moment zumindest niemand da... Viola dreht sich zu Mel: "Aber wenigstens leuchtet dein Stein. Wir müssen hier richtig sein."
Die Taschenlampe fest im Griff trottet Chip mehr oder weniger mit. Dass er kein Handy hat derzeit nervt ihn. Denize kann ihn nicht erreichen wenn sie wollte... und anders herum. Das geht nur über Margas Telefon und das muss er immer ewig suchen. Er lässt den Strahl durch die riesige Halle gleiten, während die Gedanken wandern. Ein Hospiz soll hier mal existiert haben? Mit Räumen in denen die Leichen aufgebahrt wurden...
Speichel sammelt sich in seinem Mund und er schluckt hart. Die Vorstellung beschert ihm Bilder, die er lieber gleich wieder verdrängt. Und hier hat sein Vater jahrzehntelang gearbeitet. Davon hat er ihm nie erzählt, war er wohl noch zu jung dafür. Der Strahl scheucht ein paar Fledermäuse auf, die heftig flatternd in einen anderen Teil der Halle davon stieben. „Wohl keine Vampire.“ bemerkt er trocken und geht an Viola vorbei um die Türe zu öffnen.
Eine lange, steile Stahlleiter führt nach unten ins Dunkel. Chip erinnert sich daran, weil es ihm damals, als sie mit Steph hier herumgestreift sind, Angst gemacht hat, dass man durch die Gitterstufen nach unten schauen konnte. Er vermeidet es deshalb den Lichtstrahl dorthin zu lenken und leuchtet mehr in die Weite, als er voran geht. „Passt auf, irgendein Schmierfilm ist auf der Treppe, nicht auf allen Stufen, aber auf manchen.“ gibt er an die anderen weiter und geht vorsichtig Stufe für Stufe nach unten. Ab der Hälfte wird die Luft deutlich kühler und in die unangenehme Mischung von Gerüchen, die durch den Müll, Rattenkot, Vogeldreck und wer weiß was noch verursacht wird, mischt sich etwas anderes. Chip rümpft kurz die Nase und leuchtet nach unten, kann aber nichts erkennen. Es riecht irgendwie faulig oder vermodert. Die Treppe mündet in eine Art Gang, der von der Form her ein wenig an das Innere eines U-Bootes erinnert. Chip erinnert sich daran, dass er in eine Halle führt, die einen Zugang zu den Kellergewölben hat. Er beschleunigt deshalb seine Schritte. Ein lautes Knirschen unter seiner Schuhsohle lässt ihn mit einem kleinen Schreckenslaut stoppen und Blaze prallt von hinten an seinen Rücken. Hektisch fuchtelt Chip mit der Taschenlampe und strahlt einen jetzt zerbröselten Vogelschädel an, der Rest des alten Skeletts liegt verstreut daneben. „Uargh! Ekelhaft!“ Er wendet sich angewidert ab und schiebt Blaze vor. „Halt du mal die Nase in den Wind, mir reicht's erstmal.“ Es kommt ihm auch vor als wäre dieser...Verwesungsgeruch? stärker geworden.
Blaze der ohnehin schon Beklemmung spürt, geht vor. Sein Ego kann es sich nicht leisten auszuheulen deswegen. Es hilft, dass er weiß wo der Ausgang ist und dass die Räume mehr oder weniger gleichmäßig breit und hoch sind. Der Geruch ist süßlich-beißend und eindeutig von irgend einem toten... Tier. Jap, Tier. Was sonst. Es ist widerlich. Er blickt zurück zu Mel die den Stein hält. Er wird langsam heller. Am Ende des Ganges ist ein Türrahmen auf den eine kurze Metalltreppe folgt. Sie endet in einem Raum mit Säulen. Als Er die letzte Stufe herunter tritt, platscht es und sein Schuh wird schlagartig nass. Die Feuchtigkeit dringt von oben in den Schuh und durchnässt sofort alles. Genervt hebt er den Fuß und leuchtet. Das hätte er besser nicht gemacht. Das Wasser ist trüb und schmutzig. Es schwimmen Algen darin und... ist das eine Fischgräte? Jetzt wär ihm das klare Sulani Wasser deutlich lieber. Vor ihm, im Augenwinkel huscht ein Schatten vorbei. Schnell richtet er den Strahl dort hin, doch es ist nichts zu sehen. Er macht noch einen Schritt und erstarrt dann. "Schsch.." zischt er damit die anderen auch keine Geräusche mehr machen. Das Wasser um ihre Füsse hört auf zu plätschern und sie stehen dort wie Statuen erstarrt, lauschend. "Hört ihr das?" Es klingt wie... wie eine Tretpumpe, wie zischelnd Luft durch den Schlauch ein und wieder aus gestoßen wird und das sehr schnell. Man könnte es sogar für ein Atmen halten, leicht hyperventilierend, oder lauernd und bereit zum Angriff. "Was.. ist das...?" Blaze' Lichtkegel sucht den Raum ab.
Melissa ganz hinten schaut in die Dunkelheit. "Viola..." sagt sie ruhig. "Spürst du hier irgend etwas...?" ihr Stimme klingt ungewohnt angespannt.
"Ich spüre... nichts. Nur unerträglichen Gestank. Es riecht nach Leiche.", ist Violas Antwort, so leise, dass hoffentlich niemand außer der kleinen Truppe es hört. Sie lauscht. Tatsächlich nimmt sie die Geräusche wahr, doch sie kann keine okkulte Aura erspüren - außer der von Mel. "Aber ich höre es auch. Irgendwas ist hier, aber ich kann nicht spüren, was es ist. Ich kann nur okkulte Auren spüren.", erklärt sie, "wenn es ein Mensch oder ein ganz normales Tier ist, werde ich das auch nicht mitbekommen. Und das macht die Sache gefährlicher. Bei den Auren wüsste ich zumindest, was mich erwartet. Wenn ich aber keine spüre, kann das Wesen überall sein." Sie sieht sich um. Viola ist nicht gerade zimperlich, aber der Gestank und die Atmosphäre hier hätten sie am liebsten umkehren lassen. Wie hält Taldren das nur aus, Kristalle an solchen Orten hier zu verstecken?
"Ich kann aber mal vor fliegen, ob ich etwas sehen kann.", schlägt sie vor. "In der Luft bin ich etwas sicherer als ihr unten." Sie versucht, sich nicht anmerken zu lassen, dass ihr diese Vorstellung Angst macht. Aber für ihre Freunde würde sie das riskieren... allerdings wartet sie erst einmal die Reaktionen ab.
Chip, mittlerweile den Unterarm vor die Nase pressend , nuschelt undeutlich, aber energisch darunter hervor:"Ja, mach mal." Er hat überhaupt keine Lust auf irgendwas, was solch einen Gestank verbreitet, vor allem wenn es auch noch Geräusche verursacht.
"Sei vorsichtig." sagt Blaze zu Viola.
Viola zögert noch einen Moment. Sie hatte gehofft, dass sie jemand zurück hält. Was, wenn das, was auch immer es ist, selber fliegen kann und sie erwischt?? In Gedanken spricht sie sich selber Mut zu: Selbst wenn es fliegen kann, wird es dir nicht gefährlich werden. Immerhin spürst du keine okkulte Aura.
Wovor hast du also Angst?
In Wirklichkeit hat sie Angst, eine Leiche entdecken zu müssen... ein Anblick, auf den sie verzichten kann. Trotzdem fliegt sie los. Sie konzentriert sich dabei aber eher auf das tropfende Geräusch als auf den Gestank, der aber auch immer unerträglicher wird. Geräusch und die Ursache des Gestanks scheinen - zumindest im Moment - aus der selben Richtung zu kommen. Gleich hier um die Kurve...
Vorsichtig flattert die kleine Fledermaus weiter, doch bevor sie den Kopf in diese Richtung drehen kann, wird sie plötzlich von einem Stein am Flügel getroffen... Das kommt so überraschend, dass sie das Gleichgewicht verliert und abstürzt. Dann hört einen Viola einen triumphalen Ruf: "Hab getroffen!" Sie war so auf das Geräusch fokussiert gewesen, dass sie gar nicht bemerkt hat, dass jemand in genau der anderen Richtung steht. Sie landet auf dem ekligen Fußboden, rümpft angewidert die Nase und verwandelt sich in ihre humanoide Gestalt. Damit hat der Kerl nicht gerechnet, der sie für eine normale Fledermaus hielt und einfach nur die Langeweile vertreiben wollte. Er starrt sie an, läuft aber auch nicht weg. Starr vor Schreck. Doch Viola verzichtet darauf, den Idioten zu beißen... wer weiß, was für Drogen der so intus hat. Stattdessen dreht sie sich um, um zu den anderen zurück zu kehren. Ihr Arm schmerzt noch immer von dem Steinwurf. Hoffentlich klappt es mit Fliegen.... es klappt zwar, doch der Flug ist etwas holprig. Hoffentlich geben die Schmerzen später nach.
Beim Rest der Gruppe angekommen erzählt sie von ihren Erlebnissen.
Widerstrebend senkt Chip den Arm und atmet so flach weiter wie möglich. „Packst du's weiter zu gehen?“ fragt er Viola besorgt.
Viola verdreht die Augen. "Klar, meine Beine hat er ja nicht erwischt." Sie hatte keine Angst vor dem Kerl gehabt, nur auch nicht genug Motivation, sich um den zu kümmern.
Chip nickt und schaut in die Runde. „Was bedeutet das denn jetzt? Dass wir gemeinsam diesen Typen aushebeln müssen, bevor wir da hin kommen, wo wir hin wollen?“ Er dreht sich zu Mel um. „Ich schlag vor, wir gehen gemeinsam und wenn wir auf ihn treffen, wendest du wieder diesen Verwirrtrick an, wie in Sulani.“
Chip ist heilfroh um Margas Gummistiefel, die er vorher noch 'ausgeliehen' hat. Am besten gar nicht nachdenken was alles in der Brühe schwimmen könnte, in der sie hier laufen und bloß nicht den Taschenlampenstrahl darauf richten. Er watet vorsichtig weiter. Kurz vor der Stelle an der sie auf den Steinewerfer treffen müssten, verharrt er einen Moment und lauscht. Er kann wegen der Biegung des Ganges nicht sehen, ob wirklich jemand dort steht. Seltsamerweise ist nichts zu hören, auch die Atemgeräusche sind verstummt, nur der Geruch hat sich verdichtet und vereinzelte Tropfen fallen von der Decke und verursachen leise klatschende Geräusche . Verdammt, was ist das hier? Die Härchen an Armen und Nacken stellen sich auf, er hebt den Arm mit der Lampe und richtet ruckartig den Strahl in die Richtung wo er den Attentäter vermutet. Nichts. Niemand zu sehen. Hat Viola fantasiert? War das eine Illusion von Taldren? Aber eine treffsichere, wenn. Chip atmet ein wenig auf und entspannt die Bauchmuskeln. „Hier ist niemand.“ informiert er die Gruppe. “Wir können weiter gehen.“ Vielleicht hat er so viel Angst vor der Vampirin bekommen, dass er tiefer in die Gänge hinein geflüchtet ist. „Immer der Nase nach.“ Solange er noch Flachwitze machen kann, geht’s ja.
Tatsächlich ist der Kerl weg, wie Viola feststellt. Ein paar nasse Fußspuren beweisen zumindest, dass er nicht nur eine Illusion war. Nur ein Feigling. Doch sie sagt nichts. Jetzt ist der Typ weg.
Chip bemerkt, dass der Stein in Mels Hand etwas mehr leuchtet als vorher. Chip zieht den Pulli über die Nase und geht weiter voran. Warum Verwesungsgeruch? Das macht ihm Angst. Da! Da ist es wieder. Dieses Atemgeräusch. Chip nimmt kurz die Lampe in die andere Hand und wischt die schweißnasse Rechte an der Hose ab. Das fehlte noch, dass ihm die in die Kloake zu seinen Füßen fällt und er darin herum fischen muss. Er biegt um die nächste Kurve. Ein Zischen, gefolgt von einem fauchenden Laut lässt ihn zusammenzucken. Dann wieder das keuchende atmen. Die Luft ist erfüllt mit konzentriertem Gestank nach Aas und verrottendem Müll. Zitternd lenkt er den Lichtstrahl in die Richtung der Geräusche. Jetzt bloß nicht schlapp machen. Vor ihm tut sich ein Steingewölbe auf, dessen Wände nur grob behauen sind. Was er sieht lässt ihn erstarren. Ein Wesen wie aus einem seiner PC Spiele hockt mit dem Rücken zu ihm. Über das gebeugte Rückgrat spannt sich fahlbraune, feuchte Haut. Großporig, mit Warzen übersät aus denen irgendeine Flüssigkeit austritt, glänzt sie im Lampenstrahl. Die Beine sind lang und hager, Hände und Füße mit langen, spitzen Krallen bestückt. Er sieht nur den faltigen Hinterkopf mit ein paar borstigen Haarbüscheln und riesigen, spitz zulaufenden Ohren. Das Ding sitzt in einer Art Nest aus vermoderten Lumpen, verwesenden Ratten, einem Sammelsurium aus Knochen und schimmeligem Stroh. Chip keucht auf, plumpst auf den Hintern und robbt rückwärts auf die Freunde zu, die jetzt direkt hinter ihm sind. Das Geräusch alarmiert das Vieh. Es wendet fauchend den Kopf und Chip sieht nur noch ein paar rotglühende Augen. Dann entgleitet ihm die Taschenlampe.
Blaze erstarrt als Chip vor seinen Füssen hinfällt, und er den Strahl zu dem primitiven Wesen richtet. "Was zum Fi ck ist das?!" Das Wesen starrt die Gruppe an und hechelt zitternd. Sein Blick ist bösartig. Blaze unterdrückt den Impuls sich nach etwas hilfreichem umzusehen weil er diese Kreatur nicht aus den Augen lassen will. Er bückt sich, greift Chip unter den Arm und zieht ihn auf die Beine, dabei weichen sie einen Schritt zurück. "Nicht anleuchten!" sagt Mel und schiebt Blaze Lampe Richtung Boden.
Damit rechnet er nicht. Das Biest verschwindet aus ihrer aller Sichtbereich und er wehrt sich gegen Mel, "Bist du bekloppt!" Ein kleines Handgemenge entsteht, in dem Mel versucht die Taschenlampe auszuschalten und Blaze ihre Finger loszuwerden. Leider ist sie stärker als er. Sie nimmt ihm die Lampe ab und sie stehen in der Finsternis. Blaze regt sich nicht mehr. Er traut sich fast nicht zu atmen und lauscht. Das röchelnde Atmen hat sich um sie herum bewegt. Mel flüstert, "Das ist ein Goblin. Er muss durch eins der Portale entkommen sein." Von diesen kleinen humanoiden Gestalten gibt es etliche Sorten. "Wir sollten ihn nicht wütend machen...." - "Toller Rat." flüstert Blaze der grade nichts mehr anzufangen weiß. Die Vampire können im dunkeln besser sehen aber Chip und er sind aufgeschmissen.
Warum hat sie keine Aura spüren können? Viola versteht nicht, wie ihr das entgehen konnte. Doch sie hatte auch die Zentauren, die aus einer anderen Welt kommen, nicht spüren können.. Liegt es daran, dass auch die Goblins nicht von hier sind? Ihren schmerzenden Arm hat sie nun komplett wieder vergessen. Doch sie hat genug Wesen aus anderen Welten kennengelernt, um nicht in Panik zu verfallen. "Sind diese Goblins aus deiner Welt oder woher kennst du all das?", fragt sie Mel.
"Vampirgrundkurs, 5. Klasse." sagt Melissa. Bis zum 17. Lebensjahr, haben die Vampire in Transsylvanien die eine oder andere Unterrichtsstunde über Wesen. Kreaturenkunde so zusagen. Etwas was einige Vampire vertiefen wenn sie zum Beispiel Deathdealer werden wollen später. Mel versucht sich zu erinnern was es mit Goblins auf sich hat. Das war nie ihr Spezialgebiet. Sie stehen in der Mitte des Raumes, wie eingepferchte Schafe im dunkeln. Der Goblin wandert, zischend und fauchend um die Gruppe herum. Er ist mal schneller, mal langsamer. Manchmal fühlt es sich an als käme er näher, um dann wieder Abstand zu gewinnen.
Während Chip am Boden robbte, hat er an einer Hand noch einen großen, losen Gesteinsbrocken gespürt, der sich aus den maroden Steinwänden gelöst hat. Leise flüstert er zu Melissa. „Witzig, sollen wir hier stehen und warten wen er sich zuerst vornimmt?" Sein Herz rast und der Schweiß bricht ihm vor Angst aus allen Poren. "Entweder wir blenden ihn auf Kommando alle gleichzeitig mit den Lampen, damit er kurz inne hält, dann kann ich ihm nen Stein ans Hirn donnern, oder du singst ihm was vor, fuchtelst magisch vor seiner Nase herum oder sonst was, aber tu was wenn du kannst." Sein Ton wird eindringlicher. "Als ich da unten war konnte ich nen schwachen Schimmer sehen, ich glaub in dem Dreck da hinten könnte der Kristall drin sein, vielleicht hat er ihn bewacht ,wie so ne Art Schatz." Er packt Mel am Arm. "Ich dreh gleich durch hier, tu was."
„Die Taschenlampen machen ihn nur wütend, die schaden ihm nicht.“ Melissa und
denkt so schnell sie kann. Wie war das noch. Sie hassen Menschen, sie ertragen kein Sonnenlicht und… als Chip sie im Scherz auffordert zu singen fällt es ihr wieder ein. „Du hast recht..“ ihre Augen zucken kurz hin und her, dann kramt sie den Song aus dem Bandraum in ihr Gedächtnis. Ein Song den die Band singen kann. „Die.. Nacht mein … Freund… der Tag.. mein Feind.“ singt sie stockend da sie im Text nicht sicher ist. „Sie hassen Gesang! Die Nacht mein Freund der Tag mein Feind…. Ihr müsst mir helfen.“ fleht sie unsicher.
"Bin kein Mensch.", murmelt Viola nur, "Aber ich habe trotzdem nicht das Gefühl, dass er mich mag." Ihre Stimme klingt ruhig, nicht panisch. Doch auch sie hätte nichts dagegen, die Kreatur loszuwerden. Vielleicht hilft Singen ja wirklich! "Na dann geben wir ihm mal ein Gratiskonzert!", fordert Viola die anderen Teens auf und beginnt mit dem Lied.
Ihr Ernst?!? fassungslos hört Chip Mel den song anstimmen. Als Viola mit ein fällt sieht er, dass die Kreatur reagiert. Sie wird unruhiger in den Bewegungen, weicht minimal zurück. Schnell sagt er zu Viola :" Wir singen was das Zeug hält und du flatterst los und gräbst den Kristall aus, wir sollten es hin bekommen, dass wir ihn verwirren bis du wieder da bist." Er wendet sich an Mel und Blaze. "Nicht gleichmäßig singen, immer laut und wieder leise oder mit Pausen, damit er nicht ganz abhaut bis Viola wieder da ist. Wenn wir uns dabei vorsichtig bewegen, wird er sich vielleicht mal nähern, weil er uns endgültig zum schweigen bringen will, dann drängen wir ihn wieder zurück in dem wir lauter werden und so weiter. Danach kann er von mir aus in seinem dunklen Nest da verrotten." Eine bessere Lösung als das fällt ihm wirklich nicht ein. Wenn Denize dabei wäre, würde sie mit ihrer Engelsstimme wahrscheinlich eine ganze Horde Goblins bis in die Hölle jagen. " Morgens um acht die Sonne geht auf, suche Schatten, werde blind, meine Haut wird Staub..!" verstärkt er die Gruppe singend nach Kräften. Noch scheint der Goblin nicht wirklich nachgeben zu wollen. Er faucht und sabbert, weicht zurück, starrt aber immer noch in ihre Richtung und wischt immer wieder hasserfüllt mit seinen Klauen in ihre Richtung. Hoffentlich ist Viola bereit für so einen Einsatz. "...Mein Kopf platzt, mein Blut Schnaps, beide Ohren taub, Stimme weg.." Chip hat noch nie so inbrünstig gesungen wie jetzt.
Viola unterbricht ihren Gesang. "Wie bitte? Ich soll im Dreck wühlen während ihr nur eure Stimmbänder ölt? Warum vertreiben wir ihn nicht gemeinsam, und suchen danach auch gemeinsam?" Sie hätte zwar als einzige die Möglichkeit, als Fledermaus über den Goblin zu flattern, aber auch keine Lust, im Dreck zu wühlen. Ihr Arm schmerzt noch immer. Es scheint zwar nichts gebrochen zu sein, aber es fühlt sich trotzdem ein wenig taub an. Da sind die tollsten Flugmanöver auch nicht drin im Moment.
Wer hätte gedacht das die Band quasi eine Superkraft hat. Es fühlt sich surreal und suspekt in diesem Loch zu singen. Blaze muss sich die Gitarrenriffe in Gedächtnis rufen um sich an den Text zu erinnern. Er gibt sich Mühe nicht vor Schrecken damit aufzuhören. Melissa summt nur noch, sie leuchtet das Wesen mit der Taschenlampe an um es zu blenden. Dann kommt es ihnen nicht zu nah. Wütend wird es jetzt ohnehin. Viola weigert sich, was Mel nicht ganz begreifen kann. Saubere Hände sind ihr wichtiger als ihr Leben? Sie hätte sie nicht als so eitel eingeschätzt. Dafür ist keine Zeit. Sie wissen nicht wohin das Vieh sich verziehen wird. Chip hat recht, es ist wie mit Spinnen. Besser man weiss wo sie sich aufhalten. Der Ekel kommt erst richtig wenn sie plötzlich nicht mehr an ihrem Platz an der Wand sitzt. Melissa summt weiter mit Chip und Blaze mit und leuchtet den Goblin an. Sie bewegt sich vorsichtig weg von der Gruppe, ohne den Strahl wegzubewegen. Rückwärts kommt sie an seinem Nest an. Ihr Stein leuchtet stark. Dann taucht sie die Hand in den Schlammigen Haufen, und tastet sich an der Wand weiter bis sie in einem Spalt den Kristall spürt und ihn herauszieht.
Der Goblin schreit wütend und hält sich die Ohren zu. „Ich hab ihn. Jetzt vorsichtig zur Tür.“ Dem Goblin gefällt das nicht, er folgt der Gruppe mit Abstand, will nicht dass sie fliehen, aber schafft es nicht etwas dagegen zu machen. Sie treten über die Schwelle und Blaze schlägt die metallene Tür zu. Sofort kreischt es auf der anderen Seite und poltert dagegen. „Lauft.“ sagt Blaze gegen die Tür gestemmt. Keiner bewegt sich. „LAUFT!“ Wiederholt er lauter. Wer weiß welche Schlupflöcher das Biest kennt. Die Band rennt und Blaze folgt ihnen sofort.
Viola grummelt ein wenig vor sich hin. Erst jetzt, wo die Tür zu ist, bemerkt sie, dass sie sich zu sehr von ihrem Frust hat leiten lassen. Es war der Frust, dass sie von dem Pen ner so überrascht wurde... dass sie den Goblin nicht spüren konnte... Frust darüber, dass der Arm schmerzt. Und dieser Frust hat sie dazu verleitet, sich lieber mit Chip zu streiten als einfach den verdammten Kristall zu suchen. Doch anstatt einer Entschuldigung murmelt sie nur: "Ich war heute wohl keine so große Hilfe." Wenigstens ist der Kristall jetzt gefunden und so können von hier verschwinden.
Viola starrt angestrengt die Tür an, die zwischen der Band und dem Goblin ist. Falls da sich etwas tun würde, wäre sie bereit, sich doch noch nützlich zu machen um den anderen die Flucht ermöglichen. Doch die Tür bleibt verschlossen. Kein Goblin kommt in Sicht.
Sie rennen wahrlich um ihr Leben. Als acht trampelnde Beine schließlich die Stahltreppe hoch stürmen , kommt das Konstrukt bedrohlich ins wippen. Chip rutscht auf dem glibberigen Zeug aus, das er schon wieder vergessen hat, reißt sich ein Loch in die Hose, rappelt sich wieder auf , rutscht nochmal, schlitzt sich die Hand an einer vorstehenden Schraube auf, rennt weiter und endlich stehen sie wieder in der riesigen Eingangshalle, die ihm jetzt direkt heimelig vorkommt, nach den dunklen, feuchten Gewölben unten. "Sche iße Alter, was für ein Horrortrip." Er saugt das Blut an seiner Hand weg und wischt sie an der Hose ab, dann presst er den Pulliärmel auf die Wunde. "Alles klar soweit bei euch?" fragt er die Truppe.
Viola will ihre Freunde nicht im Stich lassen und flieht zu Fuß... was angesichts ihres Arms im Moment auch das Beste ist. Ihre Laune bessert sich schlagartig wieder, als sie die Fabrik hinter sich lassen können. Sie klingt fast schon gut gelaunt, als sie Chip antwortet: "Klar, so leicht kriegt man mich nicht klein." Bestimmt sind die Schmerzen morgen auch längst wieder weg. Viola dreht sich nun zu Blaze und Mel um, doch auch die beiden scheinen es gut überstanden zu haben.
Blaze stützt sich auf die Knie und atmet schwer. "Psych... " er realisiert noch nicht ganz was genau passiert ist. Sind sie grade einem magischen Wesen begegnet? Wie in der Geistervilla? Wie Vero? Und er hatte sie ausgelacht als sie wegen eines Wolfs in Ohnmacht gefallen war. Er weiß was echter Schrecken ist, aber damals war das Vieh in ihm und hat ihm keine Gelegenheit gegeben umzufallen. Jetzt aber war es Angesicht zu Angesicht und er hat erlebt wie es ist, wenn man kurz davor ist gefressen zu werden. Es ist Mels Glück dass sie um Hilfe gefragt hat. Was wenn sie allein da runter gegangen wäre? Diese ist nicht so stark außer Atem. Sie hat ihr Telefon am Ohr und entfernt sich etwas von der Gruppe. Als sie wieder kommt, sagt sie, "Ich habe meinen alten Schulfreund angerufen, der Deathdealer werden wird. Er hat Kontakte um das Biest da unten einzufangen." Dann hält sie den Kristall mit der anderen Hand hoch. Er glüht unter einer Schmutzschicht die auch ihre Hand und den Arm bedeckt. Und er stinkt. Sie lächelt ein wenig, wenn auch mit einem angewiderten Nasezucken. "Jetzt bleibt nur noch einer." Sie schaut in die Runde. "Ich bin euch zu großem Dank verpflichtet." Blaze richtet sich auf. Die frische Luft hilft die Übelkeit weg zu atmen aber er wird sich an diese Verwesung da unten erinnern. "Du hilfst uns, wir helfen dir..." sagt er schlicht. "Verschwinden wir.." Damit geht er voran und sie verlassen das Grundstück mit Rest-Schock in den Knochen aber erfolgreich...
(in Zusammenarbeit mit @Murloc @Ripzha )