Forum Discussion
3 years ago
Ort: Irgendwo in Oasis Springs?
Charaktere: Chip, Bertl, Lazara, Nauto, Lloyd
Geschichtsstrang: From dust to doom
Zögernd geht Chip neben dem Kranken in die Hocke. Der Mann sieht ihn verzweifelt aus fiebrigen Augen an. Wegen der Schmerzen oder spielt da noch etwas anderes mit hinein? Hat er gehört was er gerade mit Lazara besprochen hat? Sie waren eigentlich weit genug weg. Er räuspert sich. „Wie fühlen Sie sich?“
Er bemerkt die unnatürliche Blässe und die Schweißtropfen auf der Stirn seines Gegenübers. Statt einer Antwort stammelt der Mann etwas, krümmt sich zusammen und erbricht neben dem Sofa auf den Boden. Chip dreht sich zu seiner Frau um. „Es geht wieder los. Bringst du uns Wasser und ein Tuch?“ Sie nickt mit ernster Miene und verschwindet im Haus um das Genannte zu holen.
Es ist kaum zu glauben. Adrian hat keinen Schimmer werd da auf dem Krankenlager vor ihm liegt.
Bertls Verzweiflung steigt, aber ehe er etwas sagen kann,quält ihn ein erneuter Brechanfall.
„A..A..“..drian! Er würgt und sinkt wieder in die Kissen zurück. Seine Eingeweide toben, es ist als knote jemand alles zusammen und ziehe die Knoten immer enger.Wird das je wieder aufhören?
Lazara tritt wieder zu ihnen, legt dem Fremden ein nasses Tuch auf die Stirn und taucht seine Arme in kühles Wasser in einem Eimer. Dann sieht sie Chip an, nickt unmerklich und sagt:“ Ich tu es. Ich informiere Lloyd. Das kann nur der Rat entscheiden, du weißt das. Und selbst wenn sie bereit sind zu helfen, ich weiß nicht ob es noch reicht.“ Ihr Blick wandert zu Bertl auf dem Lager, dann setzt sie sich abseits ans Lagerfeuer um ihren Bruder telepathisch zu kontaktieren.
Chip presst die Lippen aufeinander und nickt still. Wahrscheinlich kommt jede Hilfe zu spät. Das Wasser enthält so viele Giftstoffe, das es an ein Wunder grenzt, dass der Mann noch lebt.
Bertl schlägt wieder die Augen auf. „A..A..“ setzt er erneut an. „Adrian..ich bin das, dein Vater.“ Er versucht sich aufzurichten, muss aber vor Schwäche aufgeben und fällt wieder auf das Sofa zurück.
Ein Schluchzen schüttelt ihn, teils vom Fieber, teils aus Angst zu sterben. „Erkennst du mich denn nicht?!“ Mehr geht nicht mehr, die Kraftreserven sind verbraucht. Bertl atmet schwer und schließt die Augen.
Chip erneuert das Tuch auf der Stirn, flößt ihm etwas sauberes Wasser ein und nimmt dann die Hand des Mannes. „Schh, sch..beruhigen Sie sich. Am besten ist es zu schlafen jetzt. Meine Frau versucht Hilfe zu organisieren.“ Das Fieber ist sehr hoch, wenn der Mann so fantasiert. Schlimm. Er fühlt sich unbeholfen und hilflos, aber der Kranke schläft ein und für den Moment braucht er ihm nicht zu erklären wie ernst die Lage wirklich ist.
Lazara tritt zu ihm und verabschiedet sich. „Mein Bruder kommt. Er kommt persönlich, ich hoffe weil er schon das Heilmittel dabei hat.“ Sie umarmt Adrian und sagt Nauto gute Nacht, bevor sie zum üblichen Treffpunkt aufbricht.
Erleichtert richtet Chip sich auf und setzt sich zu seinem Sohn ans Feuer, der alles beobachtet hat und nun die Stirn runzelt. „Was ist wenn Onkel Lloyd nicht helfen will, muss der Mann dann sterben?“ Er sieht Chip mit großen, ängstlichen Augen an. „So viele Sims sind schon gestorben, ich will das nicht mehr.“ Eine dicke Träne bahnt sich ihren Weg über seine Wange.
Der Anblick bricht Chip fast das Herz. Er steht auf und nimmt seinen Sohn in den Arm. Sanft streichelt er ihm über den Kopf, während er ihn ganz fest hält. Nach einiger Zeit hören die Schultern auf zu zucken und Chip spürt wie die Nässe sein Oberteil durchdringt und es an einer Stelle klamm an seinem Körper klebt. Er löst sich, nimmt den Saum seines T-Shirts hoch und wischt die restlichen Tränen ab. „Wir versuchen alles was möglich ist, um ihn zu retten, okay? Komm, wir gehen rein und ich les dir noch eine Geschichte von Oma Marga vor.“ Mit einem kleinen Lächeln nickt Nauto und Chip bringt ihn erleichtert ins Haus. So viele tote Sims lasten auf den Seelen aller Überlebenden, zu viel Leid mussten sie schon mit an sehen nach der Katastrophe, hoffentlich können sie heute helfen.
Weiter weg, im Hochland von Oasis Springs
Lazara steht am vereinbarten Treffpunkt und schaut durch das Teleskop ins Tal. Sie weiß, dass ihre Familie von Zeit zu Zeit kommt und hindurch schaut, um zu sehen was sich bei ihnen tut. Sie kommen um Rohstoffe zu sammeln, die auf Morpidia dann verarbeitet werden. Da es ist auf ihr Haus gerichtet ist,sieht sie wie Chip ihren Sohn umarmt. Tröstet? Und schließlich ins Haus bringt. Wahrscheinlich schon. Er ist mittlerweile alt genug, um Leid und Sterben besser zu begreifen. Sie seufzt und dreht sich um, weil ein Rascheln in ihrem Rücken die Ankunft ihres Bruders ankündigt.
Mit einem warmen Lächeln begrüßt sie ihn und umarmt ihn dann lang. „Wir vermissen dich sehr, du weißt.“ sagt Lloyd und hält sie lächelnd ein Stück von sich weg.
Lazara nickt. „Ich euch auch, ja. Aber ich bereue nichts.“ dann wird sie ernst. „Wie ist die Entscheidung ausgefallen?“
Lloyds Augen werden noch dunkler, als sie von Natur aus schon sind, ein Zeichen von Traurigkeit. Er schüttelt den Kopf und Lazara rutscht das Herz in den Keller. Sie hat es sich schon fast gedacht. „Sie sind nicht bereit sich für den Erdensim einzusetzen. Die Entscheidung wurde gleich nach der Katastrophe getroffen und ist unwiderruflich. Ich hab alles versucht, aber es gibt kein Zurück zu früheren Tagen, bevor sich alles so entwickelt hat.“ - „Du weißt dass ich verarbeitete Rohstoffe für das Gegengift brauche, die ich hier nicht bekomme. Es ist zum verzweifeln, wirklich.“ Sie senkt betrübt den Kopf.
Lloyd nickt und atmet schwer aus. „Ich bin nur der Botschafter und habe die Gelegenheit genutzt meine geliebte Schwester wieder einmal in den Arm zu nehmen, ich kann nichts ändern und werde den Rat auch nicht hintergehen. Der Sim ist niemand von Bedeutung für uns oder deine Familie, sonst hätte man vielleicht anders entschieden.“ Er senkt den Kopf, als er sieht wie betroffen seine Schwester ist.
“Jeder Sim ist es wert gerettet zu werden, ohne Ausnahme.“ Lloyd blickt auf. „Das ist deine Ansicht, wir teilen sie nicht mehr. Jetzt nicht und nie wieder.“ Er umarmt sie nochmal. „Ich muss los. Ich hab noch Erze gesammelt, der Rest der Familie wartet darauf, bis bald. Pass gut auf dich auf Schwesterherz.“
Etwas später, wieder zuhause
Bertl kommt langsam wieder zu sich. Das Fieber scheint gesunken zu sein, er kann wieder etwas klarer denken und die Schmerzen im Bauch haben auch ein wenig nachgelassen. Als er den Kopf wendet, erschrickt er mächtig und fährt zurück, soweit ihm das auf dem Sofa möglich ist. Die Alienfrau sitzt neben ihm und blickt ihn wachsam an. Hektisch schaut er sich um, aber von Adrian ist nichts zu sehen. Die Angst schnürt ihm die Kehle zu. Was kann er tun? Schreien? Keine Kraft dazu. Als sie sich in seine Richtung beugt, stößt er einen ängstlichen Laut aus und fleht: “ Bitte, was immer sie mit mir vor haben, verschonen sie mein Leben, bitte!“ Das kostet schon wieder so viel Energie, dass er sich hin legen muss. Niemals hätte er sich ausgemalt, dass sein schlimmster Alptraum wahr wird. Und Adrian muss irgendwie unter ihren Einfluss geraten sein...Marga auch..oh mein Gott..und er liegt hier und kann nichts ausrichten.Hat sie Adrian das Gedächtnis gelöscht? Was wenn er sich ihr gegenüber zu erkennen gibt und sagt dass er sein Vater ist. Wie sollte sie ihm glauben? Und dann? Womöglich raubt sie ihm auch das Gedächtnis. Nein, er muss schweigen. Trotzdem hat er Fragen, die vielleicht nur sie beantworten kann.
Lazara sieht wie verängstigt der Sim ist und seufzt. Es erinnert sie an die letzten Tage vor der Katastrophe.So viele Lügen waren über ihr Volk verbreitet worden, So viel Angst geschürt..kein Wunder dass schließlich der Entschluss gegen die Sims gefallen war. Sie blickt zu dem Mann und lächelt, bemüht ihre Emotionen zu verbergen.“Keine Sorge, ich habe nicht vor Ihnen etwas an zu tun. Wir helfen Ihnen so gut es geht, aber ihr Zustand ist sehr schlecht und...“ Sie verstummt, als sie sieht wie die Augen des Mannes sich vor Angst noch mehr weiten.
„Ich werde sterben?“ In Bertls Brust wird es eiskalt. Hier in dieser apokalyptischen Zukunft soll er elendiglich zu Grunde gehen? Ohne Marga und Adrian die Wahrheit gesagt zu haben? Keuchend krümmt er sich unter einer erneuten Schmerzattacke wieder zusammen. „Wieviel Zeit bleibt mir noch?“ presst er heraus.- „Ich weiß es nicht, Adrian braut gerade einen schmerzlindernden Tee, mehr können wir nicht tun.“ MM taucht das Tuch wieder in kaltes Wasser und legt es Bertl auf die Stirn. Was für eine Wohltat.
In diesem Moment kommt Chip mit dem Tee dazu.Er reicht dem Kranken eine Tasse und setzt sich zu den beiden.
Bertl bekommt einen Kloß im Hals. So freundlich ist sein Sohn mit ihm, fürsorglich. All die Streits der letzten Jahre fallen ihm ein..hätte es so einfach sein können? Ist das derselbe Sohn wie..wie in seiner eigenen Zeit? Ist der junge Blaisdell der, den er kennt? Oder gibt es unendlich viele Adrians, Sullivans, Margas und..Bertrams in unzähligen Universen, in unzähligen Varianten? Bertl wird es schwindlig.
Zu alle erst will er über seinen Sohn Bescheid wissen.
„Sie haben.. keine Familie mehr?“ Bertram räuspert sich, als er mit brüchiger Stimme die Frage an Adrian stellt.
„Doch, meine Mutter hat überlebt..sie hat mir erzählt, dass mein Vater schon lange vor der Katastrophe weggegangen ist und sie mit mir sitzen gelassen hat.“ Chip senkt den Kopf. „Ich kann mich nicht an ihn erinnern und wenn ich meiner Mutter glauben darf, ist es auch besser so. Er war ein Säufer, wenn auch nicht immer, und hat sich irgendwann diesen Leuten angeschlossen, die all die schlimmen Theorien über ihr Volk verbreitet haben.“ Er drückt Lazaras Hand. „Hat sich verschuldet, weil er die Aliens bekämpfen wollte und alles ruiniert. Gut dass sie dann einen liebevollen Mann kennen gelernt hat, der ihr geholfen hat, aus dem Schlamassel heraus zu kommen und sich wieder ein Leben aufzubauen.“ Er seufzt. „Also wirklich kein Verlust, niemand weiß wo er abgeblieben ist und ob er noch lebt.“
Doch, ich weiß das! Bertls Herz rast und er will herausschreien.Ich bin dein Vater und würde gern mit dir über alles reden, aber Adrians nächster Satz stoppt ihn. „Für mich ist er gestorben.“ Er nimmt Bertl die leere Tasse aus der Hand und stellt sie zur Seite.
„Was für Theorien?“ Bertl blickt zu der jungen Frau neben sich. Löst sich hier gerade seine gesamte Welt in Luft auf? “Erzählen Sie ..bitte." Bertl spürt wie die Schwäche sich im ganzen Körper ausbreitet. Gleich kommt wieder die erlösende Ohnmacht, aber er will wissen!
Chip blickt seine Frau an.“Ja, erzähl die Geschichte, sie ist für jeden Sim interessant.“ (i) und lenkt abEr lächelt und nimmt ihre Hand. „Und für mich ein großes Glück im Unglück.“
Lazara atmet tief durch. „Die Sims sind leidlich intelligentes Wesen, die fähig sind Entscheidungen nach eigenem Gutdünken zu treffen. Sie sind frei in ihren Gedanken und können abwägen. Deshalb waren sie für uns immer interessant. Wir haben sie über Jahrhunderte beobachtet. Leider bestimmten irgendwann überwiegend Habgier und niedere Gelüste ihre Entscheidungen und als sie schließlich immer weiterfort fuhren, ihre Heimat zu zerstören, sahen wir uns veranlasst einzugreifen...“ Die Ausserirdische richtet sich auf. Die Erinnerung an diese Zeiten bewegt sie sehr.
“Unser Volk hat sich unter die Sims gemischt, teils im Geheimen, teils getarnt mit ähnlichem Aussehen wie sie. Es gelang uns in führenden Positionen die Entwicklung wichtiger Maschinen und Umweltprojekte voran zu trieben, Erfindungen auf den Weg zu bringen, für die dann die Sims das Patent bekamen und noch vieles mehr. Es brachte uns den Vorteil, dass wir hier Ressourcen abbauen konnten, die auf unserem Planeten nicht vorkommen.Unsere Tarnung war recht gut, nur wenige ausgewählte Sims wussten von uns und die konnten schweigen. So profitierten beide Seiten von der Situation.“
Chip klinkt sich ein. „Ja, solange bis irgendwelche Sims angefangen haben hirnrissiges Zeug über euer Volk zu verbreiten. Sie würden alles infiltrieren um die Macht zu übernehmen und Gedankenkontrolle ausüben und so weiter. Mein Vater war wohl auch so einer. Sogar unterirdische Kontrollzentren haben sie euch angedichtet.“ Er schüttelt den Kopf und beobachtet den Fremden, der erschöpft in den Polstern liegt und regungslos zuhört. Wo er wohl her kommt? In Oasis hat er ihn jedenfalls noch nicht gesehen.In dem geschwächten Zustand will er ihn nicht ausfragen. Ist auch nicht so wichtig. Sein Überleben wäre wichtig, aber Chip hat ein sehr schlechtes Gefühl diesbezüglich.
Lazara erzählt weiter. „Schließlich haben es die Sims so weit getrieben, dass das Volk der Morpidianer beschlossen hat, ihre Welt zu verlassen. Die Sims nahmen keine Vernunft an und sogar manche der Eingeweihten begannen uns zu misstrauen und zu verfolgen. Ganze Organisationen sind reich geworden mit der Panikmache unter den Sims. Da war das Limit erreicht. Wer will schon dauernd auf der Flucht oder in Verstecken leben?“ Sie sieht auf und schaut zu Chip. „Dann ist es besser zu gehen...das war kurz vor der Katastrophe.“ Schweigen breitet sich aus und Bertl fühlt, wie die nächste Krampfattacke in seinem Bauch zusammen braut.Er stöhnt leise, will aber noch hören, was dann passierte.
Lazara fährt leise fort. Sie kann das Leben aus dem Körper des Mannes schwinden fühlen.
„Ein paar von uns blieben noch, aber am Ende war nur ich übrig. Ich wollte die Hoffnung nicht aufgeben noch irgendetwas positives zu bewirken, aber dann kam diese gewaltige, wohl magische Explosion und fast alles wurde zerstört.So viele Verletzte, es gab alle Hände voll zu tun. So habe ich Adrian kennen gelernt, sein Freund Blaze hat ihn zu mir gebracht.“ Sie lächelt Chip an, der versonnen zuhört.“Tja, ich konnte seine Verletzungen heilen, aber das Gedächtnis zurück geben leider nicht.“ Sie nimmt Chips Hand. „Das war eine schöne Fügung des Schicksals.“ Sie blickt zu dem Kranken. „Heute kann ich unbehelligt leben und tun was in meinen Kräften steht, aber mein Volk hat kein Interesse mehr, hierher zurück zu kehren.“
Für Bertl ist es, als hätte ihm jemand einen Vorhang vor den Augen weggezogen und wenn er nicht liegen würde, hätte er sich definitiv setzen müssen. Alles war ganz anders mit den Aliens? Sie haben geholfen? Wollten nicht die Sims unterjochen?Alles was seinem Leben wieder einen Sinn gegeben hatte war eine einzige große Lüge?Die ganze Aufklärungsarbeit eine Farce? Die Augen fallen ihm zu. Wie konnte das nur passieren? Woher diese Verblendung? Wieder krümmt er sich zusammen, große Müdigkeit breitet sich in seinem Inneren aus.
Der Fremde ist erschöpft, Chip sieht wie er fahl wird und die Augen schließt.Vielleicht ist es besser so.
„Wir brauchen nicht in meiner Vergangenheit graben, die Gegenwart ist mehr als genug für mich.“ Er steht auf und umarmt Lazara. „Lassen wir ihn schlafen. Ich werde wach bleiben und nach ihm sehen, du kannst mich später ablösen. Danke für alles, auch wenn wir wohl nichts mehr tun können.“ Er umarmt sie, dankbar dafür, dass sein eigenes Leben in solch glückliche Bahnen gelenkt wurde.
Charaktere: Chip, Bertl, Lazara, Nauto, Lloyd
Geschichtsstrang: From dust to doom
Zögernd geht Chip neben dem Kranken in die Hocke. Der Mann sieht ihn verzweifelt aus fiebrigen Augen an. Wegen der Schmerzen oder spielt da noch etwas anderes mit hinein? Hat er gehört was er gerade mit Lazara besprochen hat? Sie waren eigentlich weit genug weg. Er räuspert sich. „Wie fühlen Sie sich?“
Er bemerkt die unnatürliche Blässe und die Schweißtropfen auf der Stirn seines Gegenübers. Statt einer Antwort stammelt der Mann etwas, krümmt sich zusammen und erbricht neben dem Sofa auf den Boden. Chip dreht sich zu seiner Frau um. „Es geht wieder los. Bringst du uns Wasser und ein Tuch?“ Sie nickt mit ernster Miene und verschwindet im Haus um das Genannte zu holen.
Es ist kaum zu glauben. Adrian hat keinen Schimmer werd da auf dem Krankenlager vor ihm liegt.
Bertls Verzweiflung steigt, aber ehe er etwas sagen kann,quält ihn ein erneuter Brechanfall.
„A..A..“..drian! Er würgt und sinkt wieder in die Kissen zurück. Seine Eingeweide toben, es ist als knote jemand alles zusammen und ziehe die Knoten immer enger.Wird das je wieder aufhören?
Lazara tritt wieder zu ihnen, legt dem Fremden ein nasses Tuch auf die Stirn und taucht seine Arme in kühles Wasser in einem Eimer. Dann sieht sie Chip an, nickt unmerklich und sagt:“ Ich tu es. Ich informiere Lloyd. Das kann nur der Rat entscheiden, du weißt das. Und selbst wenn sie bereit sind zu helfen, ich weiß nicht ob es noch reicht.“ Ihr Blick wandert zu Bertl auf dem Lager, dann setzt sie sich abseits ans Lagerfeuer um ihren Bruder telepathisch zu kontaktieren.
Chip presst die Lippen aufeinander und nickt still. Wahrscheinlich kommt jede Hilfe zu spät. Das Wasser enthält so viele Giftstoffe, das es an ein Wunder grenzt, dass der Mann noch lebt.
Bertl schlägt wieder die Augen auf. „A..A..“ setzt er erneut an. „Adrian..ich bin das, dein Vater.“ Er versucht sich aufzurichten, muss aber vor Schwäche aufgeben und fällt wieder auf das Sofa zurück.
Ein Schluchzen schüttelt ihn, teils vom Fieber, teils aus Angst zu sterben. „Erkennst du mich denn nicht?!“ Mehr geht nicht mehr, die Kraftreserven sind verbraucht. Bertl atmet schwer und schließt die Augen.
Chip erneuert das Tuch auf der Stirn, flößt ihm etwas sauberes Wasser ein und nimmt dann die Hand des Mannes. „Schh, sch..beruhigen Sie sich. Am besten ist es zu schlafen jetzt. Meine Frau versucht Hilfe zu organisieren.“ Das Fieber ist sehr hoch, wenn der Mann so fantasiert. Schlimm. Er fühlt sich unbeholfen und hilflos, aber der Kranke schläft ein und für den Moment braucht er ihm nicht zu erklären wie ernst die Lage wirklich ist.
Lazara tritt zu ihm und verabschiedet sich. „Mein Bruder kommt. Er kommt persönlich, ich hoffe weil er schon das Heilmittel dabei hat.“ Sie umarmt Adrian und sagt Nauto gute Nacht, bevor sie zum üblichen Treffpunkt aufbricht.
Erleichtert richtet Chip sich auf und setzt sich zu seinem Sohn ans Feuer, der alles beobachtet hat und nun die Stirn runzelt. „Was ist wenn Onkel Lloyd nicht helfen will, muss der Mann dann sterben?“ Er sieht Chip mit großen, ängstlichen Augen an. „So viele Sims sind schon gestorben, ich will das nicht mehr.“ Eine dicke Träne bahnt sich ihren Weg über seine Wange.
Der Anblick bricht Chip fast das Herz. Er steht auf und nimmt seinen Sohn in den Arm. Sanft streichelt er ihm über den Kopf, während er ihn ganz fest hält. Nach einiger Zeit hören die Schultern auf zu zucken und Chip spürt wie die Nässe sein Oberteil durchdringt und es an einer Stelle klamm an seinem Körper klebt. Er löst sich, nimmt den Saum seines T-Shirts hoch und wischt die restlichen Tränen ab. „Wir versuchen alles was möglich ist, um ihn zu retten, okay? Komm, wir gehen rein und ich les dir noch eine Geschichte von Oma Marga vor.“ Mit einem kleinen Lächeln nickt Nauto und Chip bringt ihn erleichtert ins Haus. So viele tote Sims lasten auf den Seelen aller Überlebenden, zu viel Leid mussten sie schon mit an sehen nach der Katastrophe, hoffentlich können sie heute helfen.
Weiter weg, im Hochland von Oasis Springs
Lazara steht am vereinbarten Treffpunkt und schaut durch das Teleskop ins Tal. Sie weiß, dass ihre Familie von Zeit zu Zeit kommt und hindurch schaut, um zu sehen was sich bei ihnen tut. Sie kommen um Rohstoffe zu sammeln, die auf Morpidia dann verarbeitet werden. Da es ist auf ihr Haus gerichtet ist,sieht sie wie Chip ihren Sohn umarmt. Tröstet? Und schließlich ins Haus bringt. Wahrscheinlich schon. Er ist mittlerweile alt genug, um Leid und Sterben besser zu begreifen. Sie seufzt und dreht sich um, weil ein Rascheln in ihrem Rücken die Ankunft ihres Bruders ankündigt.
Mit einem warmen Lächeln begrüßt sie ihn und umarmt ihn dann lang. „Wir vermissen dich sehr, du weißt.“ sagt Lloyd und hält sie lächelnd ein Stück von sich weg.
Lazara nickt. „Ich euch auch, ja. Aber ich bereue nichts.“ dann wird sie ernst. „Wie ist die Entscheidung ausgefallen?“
Lloyds Augen werden noch dunkler, als sie von Natur aus schon sind, ein Zeichen von Traurigkeit. Er schüttelt den Kopf und Lazara rutscht das Herz in den Keller. Sie hat es sich schon fast gedacht. „Sie sind nicht bereit sich für den Erdensim einzusetzen. Die Entscheidung wurde gleich nach der Katastrophe getroffen und ist unwiderruflich. Ich hab alles versucht, aber es gibt kein Zurück zu früheren Tagen, bevor sich alles so entwickelt hat.“ - „Du weißt dass ich verarbeitete Rohstoffe für das Gegengift brauche, die ich hier nicht bekomme. Es ist zum verzweifeln, wirklich.“ Sie senkt betrübt den Kopf.
Lloyd nickt und atmet schwer aus. „Ich bin nur der Botschafter und habe die Gelegenheit genutzt meine geliebte Schwester wieder einmal in den Arm zu nehmen, ich kann nichts ändern und werde den Rat auch nicht hintergehen. Der Sim ist niemand von Bedeutung für uns oder deine Familie, sonst hätte man vielleicht anders entschieden.“ Er senkt den Kopf, als er sieht wie betroffen seine Schwester ist.
“Jeder Sim ist es wert gerettet zu werden, ohne Ausnahme.“ Lloyd blickt auf. „Das ist deine Ansicht, wir teilen sie nicht mehr. Jetzt nicht und nie wieder.“ Er umarmt sie nochmal. „Ich muss los. Ich hab noch Erze gesammelt, der Rest der Familie wartet darauf, bis bald. Pass gut auf dich auf Schwesterherz.“
Etwas später, wieder zuhause
Bertl kommt langsam wieder zu sich. Das Fieber scheint gesunken zu sein, er kann wieder etwas klarer denken und die Schmerzen im Bauch haben auch ein wenig nachgelassen. Als er den Kopf wendet, erschrickt er mächtig und fährt zurück, soweit ihm das auf dem Sofa möglich ist. Die Alienfrau sitzt neben ihm und blickt ihn wachsam an. Hektisch schaut er sich um, aber von Adrian ist nichts zu sehen. Die Angst schnürt ihm die Kehle zu. Was kann er tun? Schreien? Keine Kraft dazu. Als sie sich in seine Richtung beugt, stößt er einen ängstlichen Laut aus und fleht: “ Bitte, was immer sie mit mir vor haben, verschonen sie mein Leben, bitte!“ Das kostet schon wieder so viel Energie, dass er sich hin legen muss. Niemals hätte er sich ausgemalt, dass sein schlimmster Alptraum wahr wird. Und Adrian muss irgendwie unter ihren Einfluss geraten sein...Marga auch..oh mein Gott..und er liegt hier und kann nichts ausrichten.Hat sie Adrian das Gedächtnis gelöscht? Was wenn er sich ihr gegenüber zu erkennen gibt und sagt dass er sein Vater ist. Wie sollte sie ihm glauben? Und dann? Womöglich raubt sie ihm auch das Gedächtnis. Nein, er muss schweigen. Trotzdem hat er Fragen, die vielleicht nur sie beantworten kann.
Lazara sieht wie verängstigt der Sim ist und seufzt. Es erinnert sie an die letzten Tage vor der Katastrophe.So viele Lügen waren über ihr Volk verbreitet worden, So viel Angst geschürt..kein Wunder dass schließlich der Entschluss gegen die Sims gefallen war. Sie blickt zu dem Mann und lächelt, bemüht ihre Emotionen zu verbergen.“Keine Sorge, ich habe nicht vor Ihnen etwas an zu tun. Wir helfen Ihnen so gut es geht, aber ihr Zustand ist sehr schlecht und...“ Sie verstummt, als sie sieht wie die Augen des Mannes sich vor Angst noch mehr weiten.
„Ich werde sterben?“ In Bertls Brust wird es eiskalt. Hier in dieser apokalyptischen Zukunft soll er elendiglich zu Grunde gehen? Ohne Marga und Adrian die Wahrheit gesagt zu haben? Keuchend krümmt er sich unter einer erneuten Schmerzattacke wieder zusammen. „Wieviel Zeit bleibt mir noch?“ presst er heraus.- „Ich weiß es nicht, Adrian braut gerade einen schmerzlindernden Tee, mehr können wir nicht tun.“ MM taucht das Tuch wieder in kaltes Wasser und legt es Bertl auf die Stirn. Was für eine Wohltat.
In diesem Moment kommt Chip mit dem Tee dazu.Er reicht dem Kranken eine Tasse und setzt sich zu den beiden.
Bertl bekommt einen Kloß im Hals. So freundlich ist sein Sohn mit ihm, fürsorglich. All die Streits der letzten Jahre fallen ihm ein..hätte es so einfach sein können? Ist das derselbe Sohn wie..wie in seiner eigenen Zeit? Ist der junge Blaisdell der, den er kennt? Oder gibt es unendlich viele Adrians, Sullivans, Margas und..Bertrams in unzähligen Universen, in unzähligen Varianten? Bertl wird es schwindlig.
Zu alle erst will er über seinen Sohn Bescheid wissen.
„Sie haben.. keine Familie mehr?“ Bertram räuspert sich, als er mit brüchiger Stimme die Frage an Adrian stellt.
„Doch, meine Mutter hat überlebt..sie hat mir erzählt, dass mein Vater schon lange vor der Katastrophe weggegangen ist und sie mit mir sitzen gelassen hat.“ Chip senkt den Kopf. „Ich kann mich nicht an ihn erinnern und wenn ich meiner Mutter glauben darf, ist es auch besser so. Er war ein Säufer, wenn auch nicht immer, und hat sich irgendwann diesen Leuten angeschlossen, die all die schlimmen Theorien über ihr Volk verbreitet haben.“ Er drückt Lazaras Hand. „Hat sich verschuldet, weil er die Aliens bekämpfen wollte und alles ruiniert. Gut dass sie dann einen liebevollen Mann kennen gelernt hat, der ihr geholfen hat, aus dem Schlamassel heraus zu kommen und sich wieder ein Leben aufzubauen.“ Er seufzt. „Also wirklich kein Verlust, niemand weiß wo er abgeblieben ist und ob er noch lebt.“
Doch, ich weiß das! Bertls Herz rast und er will herausschreien.Ich bin dein Vater und würde gern mit dir über alles reden, aber Adrians nächster Satz stoppt ihn. „Für mich ist er gestorben.“ Er nimmt Bertl die leere Tasse aus der Hand und stellt sie zur Seite.
„Was für Theorien?“ Bertl blickt zu der jungen Frau neben sich. Löst sich hier gerade seine gesamte Welt in Luft auf? “Erzählen Sie ..bitte." Bertl spürt wie die Schwäche sich im ganzen Körper ausbreitet. Gleich kommt wieder die erlösende Ohnmacht, aber er will wissen!
Chip blickt seine Frau an.“Ja, erzähl die Geschichte, sie ist für jeden Sim interessant.“ (i) und lenkt abEr lächelt und nimmt ihre Hand. „Und für mich ein großes Glück im Unglück.“
Lazara atmet tief durch. „Die Sims sind leidlich intelligentes Wesen, die fähig sind Entscheidungen nach eigenem Gutdünken zu treffen. Sie sind frei in ihren Gedanken und können abwägen. Deshalb waren sie für uns immer interessant. Wir haben sie über Jahrhunderte beobachtet. Leider bestimmten irgendwann überwiegend Habgier und niedere Gelüste ihre Entscheidungen und als sie schließlich immer weiterfort fuhren, ihre Heimat zu zerstören, sahen wir uns veranlasst einzugreifen...“ Die Ausserirdische richtet sich auf. Die Erinnerung an diese Zeiten bewegt sie sehr.
“Unser Volk hat sich unter die Sims gemischt, teils im Geheimen, teils getarnt mit ähnlichem Aussehen wie sie. Es gelang uns in führenden Positionen die Entwicklung wichtiger Maschinen und Umweltprojekte voran zu trieben, Erfindungen auf den Weg zu bringen, für die dann die Sims das Patent bekamen und noch vieles mehr. Es brachte uns den Vorteil, dass wir hier Ressourcen abbauen konnten, die auf unserem Planeten nicht vorkommen.Unsere Tarnung war recht gut, nur wenige ausgewählte Sims wussten von uns und die konnten schweigen. So profitierten beide Seiten von der Situation.“
Chip klinkt sich ein. „Ja, solange bis irgendwelche Sims angefangen haben hirnrissiges Zeug über euer Volk zu verbreiten. Sie würden alles infiltrieren um die Macht zu übernehmen und Gedankenkontrolle ausüben und so weiter. Mein Vater war wohl auch so einer. Sogar unterirdische Kontrollzentren haben sie euch angedichtet.“ Er schüttelt den Kopf und beobachtet den Fremden, der erschöpft in den Polstern liegt und regungslos zuhört. Wo er wohl her kommt? In Oasis hat er ihn jedenfalls noch nicht gesehen.In dem geschwächten Zustand will er ihn nicht ausfragen. Ist auch nicht so wichtig. Sein Überleben wäre wichtig, aber Chip hat ein sehr schlechtes Gefühl diesbezüglich.
Lazara erzählt weiter. „Schließlich haben es die Sims so weit getrieben, dass das Volk der Morpidianer beschlossen hat, ihre Welt zu verlassen. Die Sims nahmen keine Vernunft an und sogar manche der Eingeweihten begannen uns zu misstrauen und zu verfolgen. Ganze Organisationen sind reich geworden mit der Panikmache unter den Sims. Da war das Limit erreicht. Wer will schon dauernd auf der Flucht oder in Verstecken leben?“ Sie sieht auf und schaut zu Chip. „Dann ist es besser zu gehen...das war kurz vor der Katastrophe.“ Schweigen breitet sich aus und Bertl fühlt, wie die nächste Krampfattacke in seinem Bauch zusammen braut.Er stöhnt leise, will aber noch hören, was dann passierte.
Lazara fährt leise fort. Sie kann das Leben aus dem Körper des Mannes schwinden fühlen.
„Ein paar von uns blieben noch, aber am Ende war nur ich übrig. Ich wollte die Hoffnung nicht aufgeben noch irgendetwas positives zu bewirken, aber dann kam diese gewaltige, wohl magische Explosion und fast alles wurde zerstört.So viele Verletzte, es gab alle Hände voll zu tun. So habe ich Adrian kennen gelernt, sein Freund Blaze hat ihn zu mir gebracht.“ Sie lächelt Chip an, der versonnen zuhört.“Tja, ich konnte seine Verletzungen heilen, aber das Gedächtnis zurück geben leider nicht.“ Sie nimmt Chips Hand. „Das war eine schöne Fügung des Schicksals.“ Sie blickt zu dem Kranken. „Heute kann ich unbehelligt leben und tun was in meinen Kräften steht, aber mein Volk hat kein Interesse mehr, hierher zurück zu kehren.“
Für Bertl ist es, als hätte ihm jemand einen Vorhang vor den Augen weggezogen und wenn er nicht liegen würde, hätte er sich definitiv setzen müssen. Alles war ganz anders mit den Aliens? Sie haben geholfen? Wollten nicht die Sims unterjochen?Alles was seinem Leben wieder einen Sinn gegeben hatte war eine einzige große Lüge?Die ganze Aufklärungsarbeit eine Farce? Die Augen fallen ihm zu. Wie konnte das nur passieren? Woher diese Verblendung? Wieder krümmt er sich zusammen, große Müdigkeit breitet sich in seinem Inneren aus.
Der Fremde ist erschöpft, Chip sieht wie er fahl wird und die Augen schließt.Vielleicht ist es besser so.
„Wir brauchen nicht in meiner Vergangenheit graben, die Gegenwart ist mehr als genug für mich.“ Er steht auf und umarmt Lazara. „Lassen wir ihn schlafen. Ich werde wach bleiben und nach ihm sehen, du kannst mich später ablösen. Danke für alles, auch wenn wir wohl nichts mehr tun können.“ Er umarmt sie, dankbar dafür, dass sein eigenes Leben in solch glückliche Bahnen gelenkt wurde.