Forum Discussion
3 years ago
Ort: Evergreen Harbor
Charaktere: Jim, Tom, Valentin, Logan
Geschichtsstrang: 3 + 1
Jim kratzt sich am Bart. Die neue Wohnung gefällt ihm. Sie ist größer als die erste. Fast zu groß, wenn man bedenkt, dass keiner von ihnen viel Geld hat... außer vielleicht Valentin, auf mysteriöse Weise. Doch keiner der Jungs hat ihn bisher nach Details gefragt.
Jim ist gemeinsam mit Tom und Valentin aus der alten Wohnung ausgezogen, weil der Vermieter erneut die Miete erhöhen wollte. Das sahen die Jungs nicht ein. Doch hier in der neuen Wohnung ist noch Platz für einen vierten Mitbewohner. Wäre echt super, wenn sich bald jemand auf die Anzeige melden würde. Wenn sie durch vier teilen anstatt durch drei macht es sie Sache mit der Miete viel einfacher.
Tom trägt gerade einen Karton in die Wohnung. "Und Jungs? Hat sich schon wer auf die Anzeige gemeldet?" Grinsend fügt er hinzu: "Bevorzugt ihr nen Kerl oder ein Mädel?" Laut muss er loslachen. "Hauptsache Moos in der Tasche." Valentin grinst und denkt an seine letzte Sonderzahlung von Joachim. So konnte zumindest die Kaution beglichen werden.
Ein unbekanntes Gesicht nähert sich der neuen Bleibe. Zielstrebig hält er auf das geschäftige Treiben zu. Zierlich ist er, mit langen und massigen Haaren, die vermutlich jede Frau vor Neid erblassen lassen würden. "Hi.", sagt er in die kleine Runde. "Is' das Zimmer noch frei?"
Jim betrachtet den Neuankömmling. Offenbar ist er ziemlich spontan, wenn er sich vorher nicht mal telefonisch ankündigt. Aber ihm soll es recht sein. "Ist noch frei.", bestätigt er knapp. Verwundert dreht sich Tom um. Die Tür steht aufgrund des Umzuges offen. "Hi", antwortet der Mechaniker und mustert seinen Gegenüber kurz. Auch Valentin schaut interessiert zum Gast.
"Habt ihr 'ne Deadline für den Transporter oder is' bisschen Zeit zum Quatschen da?"
"Nein, alles gut.", fügt auch Jim hinzu, in einem für ihn ungewöhnlich gesprächigen Ton. "Wir haben Zeit. Und wir müssen unsere potentiellen Mitbewohner ja kennenlernen." Er stellt sich kurz vor. "Jim bin ich. Der da ist Tom. Und der Möchtegern-Casanova ist Valentin."
Tom sieht kurz zu den Jungs und erwidert. "Schieß los." Der Langhaarige lässt seinen ausdruckslosen Blick von Person zu Person schweifen und nickt kurz. Während er sich mit der flachen Hand an der Stirn reibt, bricht er den Augenkontakt ab und zieht die Augenbrauen in die Stirn.
"Okay..." , sammelt er seine Gedanken. "Well, ich bin Logan. Bin grade in der Nähe unterwegs und brauch 'ne Bude. Hab ein regelmäßiges Einkommen und bin stubenrein. Wenn auch nich' immer pflegeleicht. Aber wer is' das schon, right?"
"He, also ich bin sicher nicht pflegeleicht.", sagt Jim und spielt damit auf die Zeit drauf an, als er noch mit Einbrüchen seinen Unterhalt verdiente. Dieser Logan wirkt auf dem ersten Blick ganz okay. Und ein regelmäßiges Einkommen klingt einfach super. Dann sollte es mit der Miete keine Probleme geben. Wenn das denn stimmt.
Bei dem Wort "stubenrein", muss Tom unweigerlich grinsen. "Kannst du kochen?"
"Kochen..." Logan überlegt. Er findet Fragen dieser Art schwierig. Was bedeutet "etwas können"? Er ist sicherlich kein Sternekoch, aber bisher hat sich niemand beklagt. Andererseits... Wer hätte sich schon beklagen sollen? "Weiß nich'.", antwortet er nach bestem Gewissen. "Das müssen andere entscheiden. Für mich hat's immer gereicht."
Schmunzelnd sieht Tom zu Jim, dann wieder zu Logan. "Für mich reicht das als Aussage." Er dreht sich mit Karton im Arm um und läuft in Richtung Zimmer. "Mein Ok habt ihr." Der Neue sieht dem Irokesen hinterher, bevor sein fragender Blick auf den anderen springt. "So?" Jim nickt und zeigt mit dem Daumen nach oben, um zu zeigen, dass auch er sein Okay gibt.
Tom stellt den Karton in seinem Zimmer ab und läuft wieder in den Flur in Richtung Wohnungstür. "Wann zieht der Neue ein?", fragt er laut in die Runde. Jim sagt nichts und schaut zu dem Langhaarigen, ganz so als ob er eine Antwort von dem Neuen erwarten würde anstatt dass er selber etwas sagt. Diese Frisur ist schon auffallend, denkt Jim schmunzelnd. Wäre nicht sein Stil. Aber es muss ihm ja auch nicht gefallen, sondern Logan.
Eine Sekunde beißt der schwarz gekleidete Mann sich auf die Unterlippe, bevor er mit gedrückter Stimme beginnt, sein Anliegen vorzutragen:
"Bevor das hier wirklich los geht, muss ich noch was loswerden." Er atmet leise tief ein. Es fällt ihm nicht leicht, sich den fremden Leuten gegenüber so offen zu zeigen. Aber die Erfahrung sagt ihm, dass es die klüger Wahl ist. Verwundert bleibt Tom stehen. Was kommt nun?
"Ich hab' da ein bisschen spezielles Gepäck im Schlepptau. Also mental.", beginnt er zögerlich. Wieder meidet er den Augenkontakt.
"Bin kein Psycho oder so,", eine Augenbraue springt unkontrolliert in die Stirn, "aber manchmal hab' ich... naja... kleine Aussetzer."
"Ich bin sicherlich auch kein Engel.", sagt Jim, "aber was meinst du mit 'Kleine Aussetzer?" - "kann sein, dass ich etwas abdrifte, gedanklich. Unter Umständen muss ich dann zurück geholt werden." Endlich hebt er den Blick und schaut fast bittend von einem Gesicht zum anderen. "Ich will nur, dass ihr wisst worauf ihr euch einlasst. Und dass ich vielleicht mal etwas Unterstützung brauch."
"Ist das alles?", fragt Tom neutral. Erstaunt über so viel Offenheit nickt Jim nur. Irgendwie respektiert er den Mut, auch seine Schwäche zuzugeben. "Kriegen wir hin.", sagt er. "Wir haben so alle unsere Macken. Ich z.B. bin ein früherer Einbrecher." Er lächelt schief. "Nicht mehr. Das habe ich hinter mir. Will nicht wieder in den Knast. Hab meine Strafe abgesessen und bin also ganz legal draußen, keine Sorge. Wenn selbst ich hier akzeptiert werde, dann wirst du das erst recht."
"Wie Jim schon sagt", mischt sich Tom ein. "Ein Bekloppter mehr oder weniger in dieser Chaostruppe ... ist kein Weltuntergang. ... oder?" Wieder grinst der Ältere.
Logan nickt und atmet erleichtert aus. 'Time will tell', denkt er sich. Aber der Anfang ist getan. "Fine.", sagt er mit fester Stimme und starker Körperhaltung. Nichts ist übrig von der Unsicherheit einen Moment zuvor, beinahe, als wäre die Person, die vor den Jungs steht, eine andere. "Soll ich mit anpacken?"
"Klar." Tom geht vor. "Aber wenn du was fallen lässt ... töte ich dich!" Der Mann wirkt plötzlich toternst. Als er Logans irritierte Mimik sieht, lacht Tom laut. "Willkommen in der WG, Kleiner", dabei klopft er Logan kurz auf die Schulter und nimmt sich den nächsten Karton zum reintragen. Jim lacht mit. Er mag Toms Scherze. Doch er hat schon ungewöhnlich viel gesagt für seine Verhältnisse. Jetzt schweigt er wieder eine Weile, und er trägt ebenfalls einige Kisten rein.
Aus zusammengekniffenen Augen schaut Logan dem Großen hinterher. "Nicht anfassen!", zischt er leise und zwingt sich zur Ruhe. Der Typ kann es ja nicht wissen. Zähneknirschend greift er nach einer der Kisten und trägt sie hinein. Es ärgert ihn, dass er immer wieder überrascht ist, wie anstrengend neue Bekanntschaften sind. Als diese Kiste verräumt ist, zündet sich Tom eine Zigarette an. "Hey Jim. Ist noch genug zum essen da? Oder brauchen wir noch was?"
"Nur noch kalte Pizza von gestern, die mittlerweile bestimmt nicht mehr schmeckt.", antwortet der Gefragte, dem Logans Blick gar nicht aufgefallen ist, als Tim ihm auf die Schulter klopfte. Den Rauch wegpustend antwortet Tom: "Ok. Dann geh ich später noch paar Sachen besorgen."
Logan kommt dazu, stellt die Kiste ab und geht ohne Umschweife zurück zur Straße. Nur einen Augenblick später erscheint er wieder, stellt die nächste Kiste dazu und fragt: "Welches wird mein Zimmer?" - "Such dir eins aus", nuschelt Tom mit Zigarette zwischen Lippen. Er schreibt sich eine kurze Liste auf, was so gebraucht wird.
"Mir ist es auch egal.", sagt Jim. In der alten WG gab er sich ja auch mit einer Couch zufrieden. Diesmal hat er wenigstens ein eigenes Zimmer. Ihm ist egal, welches er am Ende bekommt und lässt erst die anderen entscheiden.
Logan schleicht von Raum zu Raum und sieht sich alles genau an. Mit seinen schlanken Fingern tastet er konzentriert, beinahe liebevoll, einige Wände ab, bevor er die Fenster untersucht. 'Wenn's denen egal is', nehm' ich einen der hellen Räume.', denkt er.
Die Fenster schließen gut und wirken stabil. Er bleibt dort stehen und schaut in den Raum hinein, folgt dem einfallenden Licht. Ein leichtes nachdenkliches Geräusch entfährt seiner Kehle. Er schaut zum Boden und beginnt sein Gewicht auf den Füßen zu verlagern. Das Holz unter seinen Sohlen knarrt leise an einer Stelle und er nickt langsam
Valentin schaut erwartungsvoll zu Tom und Jim. "Ich suche mir als Nächster ein Zimmer aus!" Sein Eindruck vom neuen Mitbewohner ist positiv, besonders als er 'regelmäßiges' Einkommen hörte. Der Rest ist ihm egal. Hauptsache er hat ein größeres Zimmer und kann Damen einladen über Nacht zu bleiben. Bald bin ich wieder ein richtiger Casanova!, denkt er sich und packt weiter aus.
"Ich hol' dann mal mein Zeug." Logan verlässt die Wohnung und kommt erst zurück, als es bereits dämmert. Die Mitbewohner waren fleißig. Nur noch wenige Kartons stehen herum und auch die Küche wurde größtenteils installiert. Nachdem die letzten Sachen vom Pick up-Truck geladen und im Zimmer verstaut sind, wirft Logan sich auf das notdürftig zusammengezimmerte Bett und starrt an die Decke. Besonders bequem ist es nicht. Aber er hatte schon schlechtere Schlafplätze. Mit geschmeidigen Bewegungen steckt er sich eine Zigarette an und beobachtet den Rauch, der von ihr aufsteigt. Ein Neuanfang also. Wieder einmal. Er kann nicht zählen, wie viele er davon schon hatte. Evergreen Harbor ist ein kleines Städtchen, niemand kennt ihn hier. Vielleicht klappt es dieses Mal.
(Fortsetzung folgt...)
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon @KFutagoh89 @Spatz )
Charaktere: Jim, Tom, Valentin, Logan
Geschichtsstrang: 3 + 1
Jim kratzt sich am Bart. Die neue Wohnung gefällt ihm. Sie ist größer als die erste. Fast zu groß, wenn man bedenkt, dass keiner von ihnen viel Geld hat... außer vielleicht Valentin, auf mysteriöse Weise. Doch keiner der Jungs hat ihn bisher nach Details gefragt.
Jim ist gemeinsam mit Tom und Valentin aus der alten Wohnung ausgezogen, weil der Vermieter erneut die Miete erhöhen wollte. Das sahen die Jungs nicht ein. Doch hier in der neuen Wohnung ist noch Platz für einen vierten Mitbewohner. Wäre echt super, wenn sich bald jemand auf die Anzeige melden würde. Wenn sie durch vier teilen anstatt durch drei macht es sie Sache mit der Miete viel einfacher.
Tom trägt gerade einen Karton in die Wohnung. "Und Jungs? Hat sich schon wer auf die Anzeige gemeldet?" Grinsend fügt er hinzu: "Bevorzugt ihr nen Kerl oder ein Mädel?" Laut muss er loslachen. "Hauptsache Moos in der Tasche." Valentin grinst und denkt an seine letzte Sonderzahlung von Joachim. So konnte zumindest die Kaution beglichen werden.
Ein unbekanntes Gesicht nähert sich der neuen Bleibe. Zielstrebig hält er auf das geschäftige Treiben zu. Zierlich ist er, mit langen und massigen Haaren, die vermutlich jede Frau vor Neid erblassen lassen würden. "Hi.", sagt er in die kleine Runde. "Is' das Zimmer noch frei?"
Jim betrachtet den Neuankömmling. Offenbar ist er ziemlich spontan, wenn er sich vorher nicht mal telefonisch ankündigt. Aber ihm soll es recht sein. "Ist noch frei.", bestätigt er knapp. Verwundert dreht sich Tom um. Die Tür steht aufgrund des Umzuges offen. "Hi", antwortet der Mechaniker und mustert seinen Gegenüber kurz. Auch Valentin schaut interessiert zum Gast.
"Habt ihr 'ne Deadline für den Transporter oder is' bisschen Zeit zum Quatschen da?"
"Nein, alles gut.", fügt auch Jim hinzu, in einem für ihn ungewöhnlich gesprächigen Ton. "Wir haben Zeit. Und wir müssen unsere potentiellen Mitbewohner ja kennenlernen." Er stellt sich kurz vor. "Jim bin ich. Der da ist Tom. Und der Möchtegern-Casanova ist Valentin."
Tom sieht kurz zu den Jungs und erwidert. "Schieß los." Der Langhaarige lässt seinen ausdruckslosen Blick von Person zu Person schweifen und nickt kurz. Während er sich mit der flachen Hand an der Stirn reibt, bricht er den Augenkontakt ab und zieht die Augenbrauen in die Stirn.
"Okay..." , sammelt er seine Gedanken. "Well, ich bin Logan. Bin grade in der Nähe unterwegs und brauch 'ne Bude. Hab ein regelmäßiges Einkommen und bin stubenrein. Wenn auch nich' immer pflegeleicht. Aber wer is' das schon, right?"
"He, also ich bin sicher nicht pflegeleicht.", sagt Jim und spielt damit auf die Zeit drauf an, als er noch mit Einbrüchen seinen Unterhalt verdiente. Dieser Logan wirkt auf dem ersten Blick ganz okay. Und ein regelmäßiges Einkommen klingt einfach super. Dann sollte es mit der Miete keine Probleme geben. Wenn das denn stimmt.
Bei dem Wort "stubenrein", muss Tom unweigerlich grinsen. "Kannst du kochen?"
"Kochen..." Logan überlegt. Er findet Fragen dieser Art schwierig. Was bedeutet "etwas können"? Er ist sicherlich kein Sternekoch, aber bisher hat sich niemand beklagt. Andererseits... Wer hätte sich schon beklagen sollen? "Weiß nich'.", antwortet er nach bestem Gewissen. "Das müssen andere entscheiden. Für mich hat's immer gereicht."
Schmunzelnd sieht Tom zu Jim, dann wieder zu Logan. "Für mich reicht das als Aussage." Er dreht sich mit Karton im Arm um und läuft in Richtung Zimmer. "Mein Ok habt ihr." Der Neue sieht dem Irokesen hinterher, bevor sein fragender Blick auf den anderen springt. "So?" Jim nickt und zeigt mit dem Daumen nach oben, um zu zeigen, dass auch er sein Okay gibt.
Tom stellt den Karton in seinem Zimmer ab und läuft wieder in den Flur in Richtung Wohnungstür. "Wann zieht der Neue ein?", fragt er laut in die Runde. Jim sagt nichts und schaut zu dem Langhaarigen, ganz so als ob er eine Antwort von dem Neuen erwarten würde anstatt dass er selber etwas sagt. Diese Frisur ist schon auffallend, denkt Jim schmunzelnd. Wäre nicht sein Stil. Aber es muss ihm ja auch nicht gefallen, sondern Logan.
Eine Sekunde beißt der schwarz gekleidete Mann sich auf die Unterlippe, bevor er mit gedrückter Stimme beginnt, sein Anliegen vorzutragen:
"Bevor das hier wirklich los geht, muss ich noch was loswerden." Er atmet leise tief ein. Es fällt ihm nicht leicht, sich den fremden Leuten gegenüber so offen zu zeigen. Aber die Erfahrung sagt ihm, dass es die klüger Wahl ist. Verwundert bleibt Tom stehen. Was kommt nun?
"Ich hab' da ein bisschen spezielles Gepäck im Schlepptau. Also mental.", beginnt er zögerlich. Wieder meidet er den Augenkontakt.
"Bin kein Psycho oder so,", eine Augenbraue springt unkontrolliert in die Stirn, "aber manchmal hab' ich... naja... kleine Aussetzer."
"Ich bin sicherlich auch kein Engel.", sagt Jim, "aber was meinst du mit 'Kleine Aussetzer?" - "kann sein, dass ich etwas abdrifte, gedanklich. Unter Umständen muss ich dann zurück geholt werden." Endlich hebt er den Blick und schaut fast bittend von einem Gesicht zum anderen. "Ich will nur, dass ihr wisst worauf ihr euch einlasst. Und dass ich vielleicht mal etwas Unterstützung brauch."
"Ist das alles?", fragt Tom neutral. Erstaunt über so viel Offenheit nickt Jim nur. Irgendwie respektiert er den Mut, auch seine Schwäche zuzugeben. "Kriegen wir hin.", sagt er. "Wir haben so alle unsere Macken. Ich z.B. bin ein früherer Einbrecher." Er lächelt schief. "Nicht mehr. Das habe ich hinter mir. Will nicht wieder in den Knast. Hab meine Strafe abgesessen und bin also ganz legal draußen, keine Sorge. Wenn selbst ich hier akzeptiert werde, dann wirst du das erst recht."
"Wie Jim schon sagt", mischt sich Tom ein. "Ein Bekloppter mehr oder weniger in dieser Chaostruppe ... ist kein Weltuntergang. ... oder?" Wieder grinst der Ältere.
Logan nickt und atmet erleichtert aus. 'Time will tell', denkt er sich. Aber der Anfang ist getan. "Fine.", sagt er mit fester Stimme und starker Körperhaltung. Nichts ist übrig von der Unsicherheit einen Moment zuvor, beinahe, als wäre die Person, die vor den Jungs steht, eine andere. "Soll ich mit anpacken?"
"Klar." Tom geht vor. "Aber wenn du was fallen lässt ... töte ich dich!" Der Mann wirkt plötzlich toternst. Als er Logans irritierte Mimik sieht, lacht Tom laut. "Willkommen in der WG, Kleiner", dabei klopft er Logan kurz auf die Schulter und nimmt sich den nächsten Karton zum reintragen. Jim lacht mit. Er mag Toms Scherze. Doch er hat schon ungewöhnlich viel gesagt für seine Verhältnisse. Jetzt schweigt er wieder eine Weile, und er trägt ebenfalls einige Kisten rein.
Aus zusammengekniffenen Augen schaut Logan dem Großen hinterher. "Nicht anfassen!", zischt er leise und zwingt sich zur Ruhe. Der Typ kann es ja nicht wissen. Zähneknirschend greift er nach einer der Kisten und trägt sie hinein. Es ärgert ihn, dass er immer wieder überrascht ist, wie anstrengend neue Bekanntschaften sind. Als diese Kiste verräumt ist, zündet sich Tom eine Zigarette an. "Hey Jim. Ist noch genug zum essen da? Oder brauchen wir noch was?"
"Nur noch kalte Pizza von gestern, die mittlerweile bestimmt nicht mehr schmeckt.", antwortet der Gefragte, dem Logans Blick gar nicht aufgefallen ist, als Tim ihm auf die Schulter klopfte. Den Rauch wegpustend antwortet Tom: "Ok. Dann geh ich später noch paar Sachen besorgen."
Logan kommt dazu, stellt die Kiste ab und geht ohne Umschweife zurück zur Straße. Nur einen Augenblick später erscheint er wieder, stellt die nächste Kiste dazu und fragt: "Welches wird mein Zimmer?" - "Such dir eins aus", nuschelt Tom mit Zigarette zwischen Lippen. Er schreibt sich eine kurze Liste auf, was so gebraucht wird.
"Mir ist es auch egal.", sagt Jim. In der alten WG gab er sich ja auch mit einer Couch zufrieden. Diesmal hat er wenigstens ein eigenes Zimmer. Ihm ist egal, welches er am Ende bekommt und lässt erst die anderen entscheiden.
Logan schleicht von Raum zu Raum und sieht sich alles genau an. Mit seinen schlanken Fingern tastet er konzentriert, beinahe liebevoll, einige Wände ab, bevor er die Fenster untersucht. 'Wenn's denen egal is', nehm' ich einen der hellen Räume.', denkt er.
Die Fenster schließen gut und wirken stabil. Er bleibt dort stehen und schaut in den Raum hinein, folgt dem einfallenden Licht. Ein leichtes nachdenkliches Geräusch entfährt seiner Kehle. Er schaut zum Boden und beginnt sein Gewicht auf den Füßen zu verlagern. Das Holz unter seinen Sohlen knarrt leise an einer Stelle und er nickt langsam
Valentin schaut erwartungsvoll zu Tom und Jim. "Ich suche mir als Nächster ein Zimmer aus!" Sein Eindruck vom neuen Mitbewohner ist positiv, besonders als er 'regelmäßiges' Einkommen hörte. Der Rest ist ihm egal. Hauptsache er hat ein größeres Zimmer und kann Damen einladen über Nacht zu bleiben. Bald bin ich wieder ein richtiger Casanova!, denkt er sich und packt weiter aus.
"Ich hol' dann mal mein Zeug." Logan verlässt die Wohnung und kommt erst zurück, als es bereits dämmert. Die Mitbewohner waren fleißig. Nur noch wenige Kartons stehen herum und auch die Küche wurde größtenteils installiert. Nachdem die letzten Sachen vom Pick up-Truck geladen und im Zimmer verstaut sind, wirft Logan sich auf das notdürftig zusammengezimmerte Bett und starrt an die Decke. Besonders bequem ist es nicht. Aber er hatte schon schlechtere Schlafplätze. Mit geschmeidigen Bewegungen steckt er sich eine Zigarette an und beobachtet den Rauch, der von ihr aufsteigt. Ein Neuanfang also. Wieder einmal. Er kann nicht zählen, wie viele er davon schon hatte. Evergreen Harbor ist ein kleines Städtchen, niemand kennt ihn hier. Vielleicht klappt es dieses Mal.
(Fortsetzung folgt...)
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon @KFutagoh89 @Spatz )