Forum Discussion
3 years ago
Ort: Magnolienblütenpark, Willow Creek
Charaktere: Logan, Maryama
Geschichtsstrang: Auf den Hund gekommen
Nach einigen verregneten Tagen ist endlich die Sonne wieder heraus gekommen. Es ist nun schon eine Woche her, dass der junge Mann an diesen Ort zog - oder sind es vielleicht sogar schon zwei? Genervt von seiner Unfähigkeit, sich Dinge zu merken, schnappt Logan seine Kamera und geht los, ohne genau zu wissen, wohin. Es gibt noch viele Ecken auszukundschaften. Sein Weg führt ihn in einen Park.
Die frische Luft tut gut und er atmet einmal tief ein und aus, bevor er einem der Wege folgt. Hier und da sind Sims zu sehen, die miteinander oder allein spazieren gehen - manche haben einen Hund dabei, andere sind in Gespräche vertieft. Immer wieder hebt Logan die Kamera vors Gesicht und macht Schnappschüsse von Pflanzen, Tieren - ganz ohne Ziel hält er einfach alles fest, was ihm vor die Linse kommt.
Gerade als er sich die letzten Bilder auf dem Display anschaut, hört er ein vergnügtes Quieken und Bellen. Mit einer brennenden Zigarette im Mundwinkel hebt er den Blick und linst am Rauch vorbei. Eine junge Frau steht einige Meter entfernt mit ihrer Promenadenmischung und lächelt den Vierbeiner verliebt an, während das Tier der lachenden Frau freudig die Wange ableckt.
Logan setzt die Kamera an und drückt ab. Ein Mal, zwei Mal und ein drittes Mal. Es ist immer von Vorteil, gleich mehrere Bilder eines Motives zu schießen. Aussortieren kann man es später immer noch. Langsam senkt er die Arme, beobachtet das Geschehen noch einige Sekunden und überprüft dann das Ergebnis auf dem kleinen Bildschirm. Wohlwollend nickt er.
Als er wieder aufsieht, hat sich auch die junge Frau wieder gerichtet und ist im Begriff zu gehen. Unbeschwert kommt sie auf ihn zu, nicht ahnend, dass sie und ihr Tier gerade zu Modells ernannt wurden.
"Ja, ja du kleine Schmusebacke, ist ja schon gut." Maryama lacht und knuddelt ihren Vierbeiner ausgiebig. "Vielen Dank für das tolle Schneckenhaus, sogar bewohnt.", lobt sie ihn anerkennend. Sie richtet sich auf, das 'Geschenk' von Browneye in der Hand und dreht es ein wenig vor seiner Nase hin und her. "Das nehmen wir aber nicht mit nach Hause." Sie sieht sich kurz um und platziert das Gehäuse schließlich sorgfältig unter einem Busch, argwöhnisch beobachtet von Browneye. Maryama leint ihn wieder an. "Jetzt geht's erstmal in die Badewanne, anscheinend hast du die Schnecke aus einem Schlammloch ausgebuddelt." Entspannt schlendert sie weiter. Der Kies knirscht unter ihren Schuhen und die Luft riecht angenehm würzig nach Herbst.
Einige Schritte entfernt fällt ihr ein junger Mann auf, hauptsächlich wegen seines üppigen, schwarzen Haarschopfes, der unter seiner Mütze hervorquillt. Was für eine Mähne und so tiefschwarz...schaut der mich an? Scheinbar ungerührt geht sie weiter, während Browneye schon anfängt in diese Richtung zu ziehen. Ja, er meint mich...warum guckt er so ernst ?
Logan schaut sie noch immer unverhohlen an und für einen Moment scheint sie sich beobachtet zu fühlen, denn einige Schritte, bevor sie auf seiner Höhe ist, treffen sich ihre Blicke. Freundlich grüßend lächelt sie ihm entgegen. Seine Mimik bleibt starr. Er wartet in aller Ruhe, bis sie an ihm vorbei kommt.
Mit Daumen und Zeigefinger nimmt er die Zigarette aus dem Mund.
Als sie lächelnd an ihm vorbei gehen will, spricht er sie an.
"Warte mal.", sagt er in neutralem Tonfall, als sie ihn schließlich passiert.
"Ähm..ich?" fragt sie überrascht und bemerkt erst jetzt die Kamera, die er in den Händen hält. Das wird doch nicht so ne Anmachmasche sein? Du siehst so toll aus, willst du mal Modell stehen.. Ich hab eine eigenes Studio und so weiter. Damit musste sich Leah öfter herumschlagen, bevor sie dann einen seriösen Vertrag bekommen hat. Maryamas Blick wird wachsam, bleibt aber freundlich. Eigentlich sieht er nicht so aus, als wäre er einer von dieser Sorte. Browneye beschnüffelt neugierig seine Schuhe und Maryama zieht ihn zurück, während sie fragt:
"Worum geht's denn?"
Dem Hund schenkt Logan einen flüchtigen, aber durchaus interessierten Blick.
"Muss dich was fragen.", beginnt er ohne Umschweife. „Hab' dich grade mit deinem Freund hier beobachtet. War 'ne schöne Szene. Hatte was Unbeschwertes."
Mit einem zugekniffenen Auge nimmt er den Glimmstängel wieder in den Mundwinkel und beginnt, an seiner Kamera diverse Knöpfe zu drücken.
"Konnte nich' widerstehen und hab euch fotografiert."
Er hält ihr das Display hin, so dass sie sich die Bilder ansehen kann.
"Sind drei insgesamt. Jetzt muss ich nur wissen, ob das okay für dich is', wenn ich sie behalte." Erst jetzt sieht er ihr in die Augen. "Wenn nich', dann lösch' ich sie hier und jetzt."
Das ist jetzt schon ein bisschen schräg. Er hat sie fotografiert? Andererseits macht sie das auch ein wenig neugierig. Die Bilder sind gut. Er hat die Stimmung perfekt eingefangen und die Qualität lässt nichts zu wünschen übrig. Maryama richtet sich wieder auf und blickt in ein paar sehr dunkle, ernste Augen.
"Was bedeutet denn behalten? Was machst du mit den Bildern?" Sie mustert ihn aufmerksam und registriert die Narben an Nase und Auge.
Der eindringliche Blick der Hundefreundin ist ihm unangenehm, so dass er den Kopf leicht senkt. Plötzlich fühlt er sich wieder unvollkommen. Er weiß, was ihr durch den Kopf geht. Er kann ihre Gedanken beinahe hören. Von tief innen spürt er, wie es erwacht - das dunkle Grollen, das seit vielen Jahren schon ein Teil seines Lebens ist. 'Nich' jetzt, c'mon bub, pull yaself together.' denkt er. Mit einem heimlichen Seufzen würgt er die aufkommende Stimmung herunter.
"Nichts Besonderes.", murmelt er dann. "Ansehen, aufhängen, gut finden. Die werden nich' verkauft oder sowas. Is' nur'n Hobby."
"Bekomm ich denn Abzüge?" fragt Maryama lächelnd. "Davon hätt ich gern eins bei mir zuhause hängen." Sie pausiert kurz. "Das ist doch eine ziemlich hochwertige Kamera, oder? Ich hab nicht viel Ahnung, aber sie sieht so aus. Hast du vor dein Hobby noch auszubauen und vielleicht mal Geld damit zu verdienen?" Langsam beginnt sie sich für das Thema zu erwärmen.
Erleichtert über ihre Freundlichkeit schaut Logan wieder auf. Seine Augen leuchten und seine Mimik wird etwas weicher.
"Sure.", nickt er. "Lass sie dir gern zukommen. Musst mir nur sagen, wie ich dich finde."
Wie nebenbei nimmt er den letzten Zug der Zigarette, beugt sich kurz herunter, um sie am Boden auszudrücken und kramt in seiner Brusttasche. Eine zerbeulte Kippenschachtel kommt zum Vorschein. Den Filter legt er hinein, steckt die Schachtel wieder weg und zieht aus der Gesäßtasche sein Handy. Mit faltiger Stirn reicht er es ihr, nachdem er das Fenster der Kontakte öffnet.
"Ich schätz' mal, es bleibt beim Hobby. Geld kommt auch so in die Kasse."
Angenehm überrascht beobachtet Maryama sein Tun. Sowas ist ihr sympathisch, ein Sim der an die Umwelt denkt. Browneye wird diese bewegungslose Situation zu langweilig und er beginnt im Kreis um sie herum zu laufen, die Nase am Boden sucht er den Kies ab, als gäbe es Gold zu schürfen. "Oh Mann, sorry!" Maryama muss lachen und beginnt die Leine wieder zu entwirren, muss dabei um ihr Gegenüber herum, weil der Hund einfach nicht stehen bleibt und lässt ihn schließlich wieder laufen.
"Wollen wir uns kurz auf die Bank da setzen?" fragt sie und weist, sein Handy immer noch in der Hand, auf die Sitzgelegenheit ein paar Schritte entfernt.
Der Zierliche bleibt ernst, nickt stumm und geht festen Schrittes in die von ihr angezeigte Richtung. Als er sich setzt, achtet er darauf, dass er nicht mit der Fremden in Berührung kommt. Die Kamera hängt er über die Schulter und schaut in Richtung Rasen, wo gerade eine Mutter mit Kind vorbei zieht.
Nachdem sie sich gesetzt haben, nimmt Maryama sein Handy wieder richtig in die Hand. Während sie ihre Nummer tippt, fragt sie ohne auf zu sehen:
"Also ich bin Maryama, wie heißt du eigentlich?"
"Logan."
Der Hund läuft geschäftig an ihnen vorbei. Der Schwarzhaarige nickt in dessen Richtung.
"Und der?"
"Das ist Browneye." Maryama reicht ihm das Handy zurück und erhält im Gegenzug seine Nummer. "Er ist ein quirliger Jäger und hat das treueste Hundeherz ever." Sie schmunzelt und erzählt ungefragt ein wenig weiter. "Ich hab ihn verletzt in einem Gebüsch gefunden und in die Tierauffangstation in Brindleton Bay gebracht." Nachdenklich beobachtet sie ihren Hund, der gerade emsig unter einem Gebüsch gräbt. "Nachdem sich keiner auf die Suchanzeigen gemeldet hat, durfte ich ihn zu mir nehmen als er wieder gesund war." Sie lächelt wieder. "Hast du auch ein Haustier?"
"Wenn nur alle so'n Glück hätten wie er." Logan lehnt sich zurück und schaut blinzelnd in den Himmel. Einige Wolken schieben sich vor die Sonne und sorgen für gebrochene Lichtstreifen über der Umgebung.
"Hatte früher mal 'nen Hund. Is' lange her.", erzählt er knapp. "Ich fürchte, alles, was über Schlangen hinaus geht, hat's bei meinem Lebensstil nich' so gut."
Kurz ist Maryama ein wenig betroffen, als Logan so auf ihre Geschichte reagiert. Hat sie da ungewollt einen Nerv getroffen? Niemand ist so ernst ohne Grund, aber nach einer Viertelstunde Bekanntschaft ist diese Parkbank nicht der Ort um Fragen über solche Themen zu stellen. "Schlangen? Das sind faszinierende Tiere, solange sie nicht über Schlafsäcke kriechen, während man versucht einzuschlafen." bemerkt Maryama. "Ist mir mal auf Reisen passiert."
Sie wendet den Oberkörper Logan ein wenig zu.
"Bist du viel unterwegs, weil du sagst Lebensstil?"
Mit etwas schief gelegtem Kopf mustert er sie einige Sekunden. Ihre Offenheit ist für ihn eine Herausforderung. Gerade jetzt, wo er mit drei nicht sehr gesprächigen Männern unter ein Dach gezogen ist. Und gerade in dieser Zeit, in der er ohnehin dem ständigen Stimmungswechsel erlegen ist. Seine Gedanken erschöpfen ihn. Seufzend reibt er sich mit den Fingern der rechten Hand über die Augen.
"Wo war das?", fragt er dann knapp.
"Indien. Ziemlich am Anfang, später war ich dann schlauer und hab nicht mehr am Boden geschlafen." Maryama grinst. "Mutter Natur ist die beste Lehrmeisterin, nicht nur bei sowas." Seine Gestik bemerkend schaut sie ihn offen an. "Weißt du was? Ich hab das Gefühl ich quassel ein bisschen viel gerade. Manchmal bin ich genauso quirlig wie dieser Geselle hier, auch geistig." Sie lacht und zeigt auf Browneye, der gerade eine etwas angeranzte Kastanie vor Logans Füßen ablegt und ihn mit erwartungsvollem Schwa nzwedeln anblickt. "Was hältst du davon, wenn du mich bald mit den Bildern besuchen kommst? Ich wohne in Brindelton Bay Nr.7, hab's dir aber auch eingetippt. Das kleine Häuschen mit dem Zelt im Garten. Dann können wir uns weiter unterhalten, entspannt am Lagerfeuer." Sie schweigt kurz. "Das heißt, wenn du dazu Lust hast natürlich." fügt sie schmunzelnd an.
Eine Augenbraue zieht langsam in Logans Stirn.
"Bist nich' quirlig. Ganz und gar nich'.", schüttelt er leicht den Kopf. "Is' nur 'n bisschen ungewohnt."
Er lehnt sich nach vorn und stützt die Ellenbogen auf den Knien ab. Seine Hände liegen zusammen und schlingen sich ineinander.
"Weißte,", beginnt er nach vorn gerichtet, "das hier is'n merkwürder Ort. Die Eine lebt in 'ner Villa, die andere im Zelt. Die einen kriegen das Maul nich' auf, dann triffste jemanden, der munter drauf los erzählt."
Er schaut über die Schulter zu ihr herüber. Ein zaghaftes Schmunzeln legt sich auf sein Gesicht.
"Ihr seid wohl ein Volk der Extreme oder sowas."
Also hat sie ihr Eindruck doch nicht getäuscht. Die ganze Zeit schon hat sich Maryama gefragt, ob sie sich das nur einbildet oder hat er einen Akzent, der ihr nicht geläufig ist? Spätestens beim 'R' vorhin, hat sich das Empfinden noch verstärkt.
"Ist das nicht überall auf der Welt so? Völkerunabhängig?" fragt sie lächelnd. "Du bist also nicht aus der Gegend hier?" Sie bemerkt zwar, dass er ihre Frage nicht beantwortet hat, aber offensichtlich geht sie ihm auch nicht auf den Wecker, sonst hätte er sich ja jetzt elegant aus dem Gespräch lösen können. Browneye stupst die eingespeichelte Kastanie noch einen Zentimeter mit der Nase in Richtung Logans Stiefelspitzen und macht einen kleinen Luftsprung.
Er lässt den linken Arm langsam sinken. Bisher hat er sich dem Tier noch nicht vorgstellt. Also lässt er Browneye in aller Ruhe seine Hand beschnuppern. Erst als der Terrierartige Mischling Logans Finger mir der Nase anstupst und verspielt schnaubt, legt der Schwarzhaarige die Hand auf den Hinterkopf des Hundes und krault sanft den Nacken.
Ein bisschen Wehmütig beobachtet er den Kleinen, der nicht weiß, ob er sich kraulen lassen oder doch lieber spielen will. Logan nimmt schließlich die völlig benässte Kastanie arglos in die Hand, wirft sie zweimal wenige Zentimert in die Luft, um Browneye zu animieren. Der Hund tanzt aufgeregt hin und her, ohne das neue Spielzeug aus den Augen zu lassen.
"Who's a good boy?", flüstert Logan ihm zu. "Sure, you are. Go 'n get it."
Mit einer leichten Bewegung aus dem Handgelenk wirft er die Kastanie auf den Rasen. Mit so wenig Schwung hätte sie eigentlich nicht so weit fliegen dürfen. Browneye stürtzt schnaubend hinerher und hinterlässt eine kleine Staubwolke.
Zufrieden lehnt der Mann sich wieder zurück und beobachtet das Tier.
"Ne, grade hergezogen.", sagt er schließlich.
"Den wirst du jetzt so schnell nicht mehr los.“ sagt Maryama amüsiert, aber angetan von der Selbstverständlichkeit, mit der Logan mit Browneyes Liebesgabe umgeht. Die besudelte Kastanie hätte nicht jeder einfach so in die Hand genommen. Unsicher ob sie ihn nicht doch nervt oder es unangebracht ist, wenn sie weiter fragt und ihm die Einzelheiten aus der Nase zieht, schweigt sie kurz und beobachtet ihren Vierbeiner. Schließlich siegt das Interesse über die Bedenken. Die Jahre im Ausland haben bewirkt, dass diese Kennen lern Fragen ihr in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wie oft hat sie solche Gespräche am Strand geführt, entweder mit Einheimischen, die sie ihr gestellt haben oder im Austausch mit Urlaubern, denen sie Interesse entgegen gebracht hat. Sie wagt nochmal einen Vorstoß.
"Wo kommst du denn ursprünglich her? Du sprichst mit leichtem Akzent." Sich gemütlich zurück lehnend schlägt sie die Beine übereinander und wippt leicht mit dem rechten Fuß. "Und immer wieder Englisch zwischendurch."
Mit jeder Frage, die Maryama ihm stellt, wird ihm klarer, dass er hier keine durchschnittliche Gesprächspartnerin vor sich hat. Sie ist aufmerksamer als Andere. Sie beobachtet, denkt nach - womöglich könnte ihr Interesse sogar echt sein. Die meisten lassen irgendwann locker oder geben auf. Oder sie reden zu gern von sich selbst. So sind Sims eben. Gerade bei Frauen kommt es häufig vor, dass sie - wenn sie einmal begonnen haben, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen - kaum noch ein Ende finden.
Diese hier ist anders. Sie ist neugierig. Und das nicht auf die nervige Art. Sie scheint es wirklich ernst zu meinen. Sie will hinter die Fassaden blicken. Dabei ist sie nicht forsch oder drängend.
Logan ist sich in diesem Moment nicht sicher, ob ihm diese Eigenschaft imponiert oder Sorgen bereitet. Gäbe es doch öfter Schwarz-Weiß. Diese verdammten Grautöne machen alles nur kompliziert.
"Wieso interessiert dich das so?", fragt er. In seinen dunklen Augen blitzt eine leichte Verspieltheit auf und ein zartes Grübchen zeigt sich unter dem Wangenknochen.
Anders als bisher weicht er ihren Blicken nicht aus. sondern fixiert sie regelrecht. Auch, während er mit seinen schmalen Fingern nach der Zigarettenschachtel in der Brusttasche fischt und sich eine ansteckt.
Er hält ihr die offene Packung entgegen und nickt ihr auffordernd zu.
Verneinend schüttelt Maryama den Kopf, als er ihr die Zigaretten anbietet.
"Warum nicht?" antwortet sie dann schlicht mit einer Gegenfrage, zuckt leicht mit den Schultern und erwidert offen seinen Blick. "Sieh's doch mal so. Wir beide gehen in den Park, jeder mit seinen Dingen beschäftigt und dann ergibt sich diese Situation. Ich unterhalte mich eben gerne und freue mich, wenn andere Sims Inspiration in mein Leben bringen, egal woher sie kommen, wie alt sie sind oder was auch immer. Zum einen ist das eine Gewohnheit von früher, als ich noch herumgereist bin, zum anderen denk ich: warum ist mir gerade dieser Sim begegnet heute? Mal sehen was das Leben mir da vorbei geschickt hat." Sie lächelt verschmitzt. "Das Leben ist eine Wundertüte manchmal und wenn man nicht rein guckt, verpasst man womöglich was."
Logan nickt langsam und nimmt nun den Blick von ihr. Fast enttäuscht wirkt er, als er die zerknüllte Schachtel in die Tasche zurück schiebt.
"Wundertüte, ja?", wiederholt er leise und schnaubt abfällig. "Was, wenn du zu tief rein guckst und dir alles um die Ohren fliegt?" Er seufzt tief, die Augenbrauen ziehen weit in die Stirn, die sich dadurch in viele schmale Falten legt. "Ne, das Leben is' keine verdammte Wundertüte"
Er schaut ins Leere und schüttelt lange mit dem Kopf, als er murmelt: "Leben is' Krieg. Egal, was du machst, irgendwann kriegt dich irgendwer und reißt dir den Arsch auf. Die Frage is' nich ob, sondern nur, wie schlimm es wird."
Ohne sie noch einmal anzusehen, steht er auf - ungelenk wie er sich meist bewegt.
"Ich meld' mich wegen der Pics."
Er ist so schnell aus ihrem Tag verschwunden, wie er hinein kam.
Gerade noch zu einer Antwort ansetzend, bleibt Maryama nur noch leicht verdutzt seinem entschwindenden Rücken nach zu blicken. Seine letzten Sätze hallen noch nach und in weiten Teilen muss sie ihm recht geben..kommt eben nur drauf an, wie man das dann verarbeitet. Leicht nachdenklich schnürt sie innerlich die Wundertüte für heute wieder zu. Spannend war die Begegnung allemal und Stoff zum Nachdenken hat sie auch geliefert. Hoffentlich hat sie ihn mit ihrer überbordenden Energie nicht verschreckt. Zu viel Positiv kann auch anstrengend sein, das weiß sie aus eigener Erfahrung von früher, wenn Sara sie aufbauen wollte in den dunklen Zeiten mit ihrer Mutter. Sein Abschiedssatz lässt allerdings hoffen, dass doch noch eine Fotografie ihr Heim zieren wird und dann sieht man ja, ob er gleich wieder das Weite sucht. Sie ruft Browneye, der hin-und hergerissen scheint, zwischen Logan mit der Kastanie verfolgen und zu seinem Frauchen zurückkehren.
"Komm, jetzt lohnt sich das Bad erst recht." sagt sie amüsiert, nimmt ihn an die Leine und lässt die Kastanie in der Hosentasche verschwinden, ehe sie Richtung Parkausgang schlendert.
(In Zusammenarbeit mit @simscat2)
Charaktere: Logan, Maryama
Geschichtsstrang: Auf den Hund gekommen
Nach einigen verregneten Tagen ist endlich die Sonne wieder heraus gekommen. Es ist nun schon eine Woche her, dass der junge Mann an diesen Ort zog - oder sind es vielleicht sogar schon zwei? Genervt von seiner Unfähigkeit, sich Dinge zu merken, schnappt Logan seine Kamera und geht los, ohne genau zu wissen, wohin. Es gibt noch viele Ecken auszukundschaften. Sein Weg führt ihn in einen Park.
Die frische Luft tut gut und er atmet einmal tief ein und aus, bevor er einem der Wege folgt. Hier und da sind Sims zu sehen, die miteinander oder allein spazieren gehen - manche haben einen Hund dabei, andere sind in Gespräche vertieft. Immer wieder hebt Logan die Kamera vors Gesicht und macht Schnappschüsse von Pflanzen, Tieren - ganz ohne Ziel hält er einfach alles fest, was ihm vor die Linse kommt.
Gerade als er sich die letzten Bilder auf dem Display anschaut, hört er ein vergnügtes Quieken und Bellen. Mit einer brennenden Zigarette im Mundwinkel hebt er den Blick und linst am Rauch vorbei. Eine junge Frau steht einige Meter entfernt mit ihrer Promenadenmischung und lächelt den Vierbeiner verliebt an, während das Tier der lachenden Frau freudig die Wange ableckt.
Logan setzt die Kamera an und drückt ab. Ein Mal, zwei Mal und ein drittes Mal. Es ist immer von Vorteil, gleich mehrere Bilder eines Motives zu schießen. Aussortieren kann man es später immer noch. Langsam senkt er die Arme, beobachtet das Geschehen noch einige Sekunden und überprüft dann das Ergebnis auf dem kleinen Bildschirm. Wohlwollend nickt er.
Als er wieder aufsieht, hat sich auch die junge Frau wieder gerichtet und ist im Begriff zu gehen. Unbeschwert kommt sie auf ihn zu, nicht ahnend, dass sie und ihr Tier gerade zu Modells ernannt wurden.
"Ja, ja du kleine Schmusebacke, ist ja schon gut." Maryama lacht und knuddelt ihren Vierbeiner ausgiebig. "Vielen Dank für das tolle Schneckenhaus, sogar bewohnt.", lobt sie ihn anerkennend. Sie richtet sich auf, das 'Geschenk' von Browneye in der Hand und dreht es ein wenig vor seiner Nase hin und her. "Das nehmen wir aber nicht mit nach Hause." Sie sieht sich kurz um und platziert das Gehäuse schließlich sorgfältig unter einem Busch, argwöhnisch beobachtet von Browneye. Maryama leint ihn wieder an. "Jetzt geht's erstmal in die Badewanne, anscheinend hast du die Schnecke aus einem Schlammloch ausgebuddelt." Entspannt schlendert sie weiter. Der Kies knirscht unter ihren Schuhen und die Luft riecht angenehm würzig nach Herbst.
Einige Schritte entfernt fällt ihr ein junger Mann auf, hauptsächlich wegen seines üppigen, schwarzen Haarschopfes, der unter seiner Mütze hervorquillt. Was für eine Mähne und so tiefschwarz...schaut der mich an? Scheinbar ungerührt geht sie weiter, während Browneye schon anfängt in diese Richtung zu ziehen. Ja, er meint mich...warum guckt er so ernst ?
Logan schaut sie noch immer unverhohlen an und für einen Moment scheint sie sich beobachtet zu fühlen, denn einige Schritte, bevor sie auf seiner Höhe ist, treffen sich ihre Blicke. Freundlich grüßend lächelt sie ihm entgegen. Seine Mimik bleibt starr. Er wartet in aller Ruhe, bis sie an ihm vorbei kommt.
Mit Daumen und Zeigefinger nimmt er die Zigarette aus dem Mund.
Als sie lächelnd an ihm vorbei gehen will, spricht er sie an.
"Warte mal.", sagt er in neutralem Tonfall, als sie ihn schließlich passiert.
"Ähm..ich?" fragt sie überrascht und bemerkt erst jetzt die Kamera, die er in den Händen hält. Das wird doch nicht so ne Anmachmasche sein? Du siehst so toll aus, willst du mal Modell stehen.. Ich hab eine eigenes Studio und so weiter. Damit musste sich Leah öfter herumschlagen, bevor sie dann einen seriösen Vertrag bekommen hat. Maryamas Blick wird wachsam, bleibt aber freundlich. Eigentlich sieht er nicht so aus, als wäre er einer von dieser Sorte. Browneye beschnüffelt neugierig seine Schuhe und Maryama zieht ihn zurück, während sie fragt:
"Worum geht's denn?"
Dem Hund schenkt Logan einen flüchtigen, aber durchaus interessierten Blick.
"Muss dich was fragen.", beginnt er ohne Umschweife. „Hab' dich grade mit deinem Freund hier beobachtet. War 'ne schöne Szene. Hatte was Unbeschwertes."
Mit einem zugekniffenen Auge nimmt er den Glimmstängel wieder in den Mundwinkel und beginnt, an seiner Kamera diverse Knöpfe zu drücken.
"Konnte nich' widerstehen und hab euch fotografiert."
Er hält ihr das Display hin, so dass sie sich die Bilder ansehen kann.
"Sind drei insgesamt. Jetzt muss ich nur wissen, ob das okay für dich is', wenn ich sie behalte." Erst jetzt sieht er ihr in die Augen. "Wenn nich', dann lösch' ich sie hier und jetzt."
Das ist jetzt schon ein bisschen schräg. Er hat sie fotografiert? Andererseits macht sie das auch ein wenig neugierig. Die Bilder sind gut. Er hat die Stimmung perfekt eingefangen und die Qualität lässt nichts zu wünschen übrig. Maryama richtet sich wieder auf und blickt in ein paar sehr dunkle, ernste Augen.
"Was bedeutet denn behalten? Was machst du mit den Bildern?" Sie mustert ihn aufmerksam und registriert die Narben an Nase und Auge.
Der eindringliche Blick der Hundefreundin ist ihm unangenehm, so dass er den Kopf leicht senkt. Plötzlich fühlt er sich wieder unvollkommen. Er weiß, was ihr durch den Kopf geht. Er kann ihre Gedanken beinahe hören. Von tief innen spürt er, wie es erwacht - das dunkle Grollen, das seit vielen Jahren schon ein Teil seines Lebens ist. 'Nich' jetzt, c'mon bub, pull yaself together.' denkt er. Mit einem heimlichen Seufzen würgt er die aufkommende Stimmung herunter.
"Nichts Besonderes.", murmelt er dann. "Ansehen, aufhängen, gut finden. Die werden nich' verkauft oder sowas. Is' nur'n Hobby."
"Bekomm ich denn Abzüge?" fragt Maryama lächelnd. "Davon hätt ich gern eins bei mir zuhause hängen." Sie pausiert kurz. "Das ist doch eine ziemlich hochwertige Kamera, oder? Ich hab nicht viel Ahnung, aber sie sieht so aus. Hast du vor dein Hobby noch auszubauen und vielleicht mal Geld damit zu verdienen?" Langsam beginnt sie sich für das Thema zu erwärmen.
Erleichtert über ihre Freundlichkeit schaut Logan wieder auf. Seine Augen leuchten und seine Mimik wird etwas weicher.
"Sure.", nickt er. "Lass sie dir gern zukommen. Musst mir nur sagen, wie ich dich finde."
Wie nebenbei nimmt er den letzten Zug der Zigarette, beugt sich kurz herunter, um sie am Boden auszudrücken und kramt in seiner Brusttasche. Eine zerbeulte Kippenschachtel kommt zum Vorschein. Den Filter legt er hinein, steckt die Schachtel wieder weg und zieht aus der Gesäßtasche sein Handy. Mit faltiger Stirn reicht er es ihr, nachdem er das Fenster der Kontakte öffnet.
"Ich schätz' mal, es bleibt beim Hobby. Geld kommt auch so in die Kasse."
Angenehm überrascht beobachtet Maryama sein Tun. Sowas ist ihr sympathisch, ein Sim der an die Umwelt denkt. Browneye wird diese bewegungslose Situation zu langweilig und er beginnt im Kreis um sie herum zu laufen, die Nase am Boden sucht er den Kies ab, als gäbe es Gold zu schürfen. "Oh Mann, sorry!" Maryama muss lachen und beginnt die Leine wieder zu entwirren, muss dabei um ihr Gegenüber herum, weil der Hund einfach nicht stehen bleibt und lässt ihn schließlich wieder laufen.
"Wollen wir uns kurz auf die Bank da setzen?" fragt sie und weist, sein Handy immer noch in der Hand, auf die Sitzgelegenheit ein paar Schritte entfernt.
Der Zierliche bleibt ernst, nickt stumm und geht festen Schrittes in die von ihr angezeigte Richtung. Als er sich setzt, achtet er darauf, dass er nicht mit der Fremden in Berührung kommt. Die Kamera hängt er über die Schulter und schaut in Richtung Rasen, wo gerade eine Mutter mit Kind vorbei zieht.
Nachdem sie sich gesetzt haben, nimmt Maryama sein Handy wieder richtig in die Hand. Während sie ihre Nummer tippt, fragt sie ohne auf zu sehen:
"Also ich bin Maryama, wie heißt du eigentlich?"
"Logan."
Der Hund läuft geschäftig an ihnen vorbei. Der Schwarzhaarige nickt in dessen Richtung.
"Und der?"
"Das ist Browneye." Maryama reicht ihm das Handy zurück und erhält im Gegenzug seine Nummer. "Er ist ein quirliger Jäger und hat das treueste Hundeherz ever." Sie schmunzelt und erzählt ungefragt ein wenig weiter. "Ich hab ihn verletzt in einem Gebüsch gefunden und in die Tierauffangstation in Brindleton Bay gebracht." Nachdenklich beobachtet sie ihren Hund, der gerade emsig unter einem Gebüsch gräbt. "Nachdem sich keiner auf die Suchanzeigen gemeldet hat, durfte ich ihn zu mir nehmen als er wieder gesund war." Sie lächelt wieder. "Hast du auch ein Haustier?"
"Wenn nur alle so'n Glück hätten wie er." Logan lehnt sich zurück und schaut blinzelnd in den Himmel. Einige Wolken schieben sich vor die Sonne und sorgen für gebrochene Lichtstreifen über der Umgebung.
"Hatte früher mal 'nen Hund. Is' lange her.", erzählt er knapp. "Ich fürchte, alles, was über Schlangen hinaus geht, hat's bei meinem Lebensstil nich' so gut."
Kurz ist Maryama ein wenig betroffen, als Logan so auf ihre Geschichte reagiert. Hat sie da ungewollt einen Nerv getroffen? Niemand ist so ernst ohne Grund, aber nach einer Viertelstunde Bekanntschaft ist diese Parkbank nicht der Ort um Fragen über solche Themen zu stellen. "Schlangen? Das sind faszinierende Tiere, solange sie nicht über Schlafsäcke kriechen, während man versucht einzuschlafen." bemerkt Maryama. "Ist mir mal auf Reisen passiert."
Sie wendet den Oberkörper Logan ein wenig zu.
"Bist du viel unterwegs, weil du sagst Lebensstil?"
Mit etwas schief gelegtem Kopf mustert er sie einige Sekunden. Ihre Offenheit ist für ihn eine Herausforderung. Gerade jetzt, wo er mit drei nicht sehr gesprächigen Männern unter ein Dach gezogen ist. Und gerade in dieser Zeit, in der er ohnehin dem ständigen Stimmungswechsel erlegen ist. Seine Gedanken erschöpfen ihn. Seufzend reibt er sich mit den Fingern der rechten Hand über die Augen.
"Wo war das?", fragt er dann knapp.
"Indien. Ziemlich am Anfang, später war ich dann schlauer und hab nicht mehr am Boden geschlafen." Maryama grinst. "Mutter Natur ist die beste Lehrmeisterin, nicht nur bei sowas." Seine Gestik bemerkend schaut sie ihn offen an. "Weißt du was? Ich hab das Gefühl ich quassel ein bisschen viel gerade. Manchmal bin ich genauso quirlig wie dieser Geselle hier, auch geistig." Sie lacht und zeigt auf Browneye, der gerade eine etwas angeranzte Kastanie vor Logans Füßen ablegt und ihn mit erwartungsvollem Schwa nzwedeln anblickt. "Was hältst du davon, wenn du mich bald mit den Bildern besuchen kommst? Ich wohne in Brindelton Bay Nr.7, hab's dir aber auch eingetippt. Das kleine Häuschen mit dem Zelt im Garten. Dann können wir uns weiter unterhalten, entspannt am Lagerfeuer." Sie schweigt kurz. "Das heißt, wenn du dazu Lust hast natürlich." fügt sie schmunzelnd an.
Eine Augenbraue zieht langsam in Logans Stirn.
"Bist nich' quirlig. Ganz und gar nich'.", schüttelt er leicht den Kopf. "Is' nur 'n bisschen ungewohnt."
Er lehnt sich nach vorn und stützt die Ellenbogen auf den Knien ab. Seine Hände liegen zusammen und schlingen sich ineinander.
"Weißte,", beginnt er nach vorn gerichtet, "das hier is'n merkwürder Ort. Die Eine lebt in 'ner Villa, die andere im Zelt. Die einen kriegen das Maul nich' auf, dann triffste jemanden, der munter drauf los erzählt."
Er schaut über die Schulter zu ihr herüber. Ein zaghaftes Schmunzeln legt sich auf sein Gesicht.
"Ihr seid wohl ein Volk der Extreme oder sowas."
Also hat sie ihr Eindruck doch nicht getäuscht. Die ganze Zeit schon hat sich Maryama gefragt, ob sie sich das nur einbildet oder hat er einen Akzent, der ihr nicht geläufig ist? Spätestens beim 'R' vorhin, hat sich das Empfinden noch verstärkt.
"Ist das nicht überall auf der Welt so? Völkerunabhängig?" fragt sie lächelnd. "Du bist also nicht aus der Gegend hier?" Sie bemerkt zwar, dass er ihre Frage nicht beantwortet hat, aber offensichtlich geht sie ihm auch nicht auf den Wecker, sonst hätte er sich ja jetzt elegant aus dem Gespräch lösen können. Browneye stupst die eingespeichelte Kastanie noch einen Zentimeter mit der Nase in Richtung Logans Stiefelspitzen und macht einen kleinen Luftsprung.
Er lässt den linken Arm langsam sinken. Bisher hat er sich dem Tier noch nicht vorgstellt. Also lässt er Browneye in aller Ruhe seine Hand beschnuppern. Erst als der Terrierartige Mischling Logans Finger mir der Nase anstupst und verspielt schnaubt, legt der Schwarzhaarige die Hand auf den Hinterkopf des Hundes und krault sanft den Nacken.
Ein bisschen Wehmütig beobachtet er den Kleinen, der nicht weiß, ob er sich kraulen lassen oder doch lieber spielen will. Logan nimmt schließlich die völlig benässte Kastanie arglos in die Hand, wirft sie zweimal wenige Zentimert in die Luft, um Browneye zu animieren. Der Hund tanzt aufgeregt hin und her, ohne das neue Spielzeug aus den Augen zu lassen.
"Who's a good boy?", flüstert Logan ihm zu. "Sure, you are. Go 'n get it."
Mit einer leichten Bewegung aus dem Handgelenk wirft er die Kastanie auf den Rasen. Mit so wenig Schwung hätte sie eigentlich nicht so weit fliegen dürfen. Browneye stürtzt schnaubend hinerher und hinterlässt eine kleine Staubwolke.
Zufrieden lehnt der Mann sich wieder zurück und beobachtet das Tier.
"Ne, grade hergezogen.", sagt er schließlich.
"Den wirst du jetzt so schnell nicht mehr los.“ sagt Maryama amüsiert, aber angetan von der Selbstverständlichkeit, mit der Logan mit Browneyes Liebesgabe umgeht. Die besudelte Kastanie hätte nicht jeder einfach so in die Hand genommen. Unsicher ob sie ihn nicht doch nervt oder es unangebracht ist, wenn sie weiter fragt und ihm die Einzelheiten aus der Nase zieht, schweigt sie kurz und beobachtet ihren Vierbeiner. Schließlich siegt das Interesse über die Bedenken. Die Jahre im Ausland haben bewirkt, dass diese Kennen lern Fragen ihr in Fleisch und Blut übergegangen sind. Wie oft hat sie solche Gespräche am Strand geführt, entweder mit Einheimischen, die sie ihr gestellt haben oder im Austausch mit Urlaubern, denen sie Interesse entgegen gebracht hat. Sie wagt nochmal einen Vorstoß.
"Wo kommst du denn ursprünglich her? Du sprichst mit leichtem Akzent." Sich gemütlich zurück lehnend schlägt sie die Beine übereinander und wippt leicht mit dem rechten Fuß. "Und immer wieder Englisch zwischendurch."
Mit jeder Frage, die Maryama ihm stellt, wird ihm klarer, dass er hier keine durchschnittliche Gesprächspartnerin vor sich hat. Sie ist aufmerksamer als Andere. Sie beobachtet, denkt nach - womöglich könnte ihr Interesse sogar echt sein. Die meisten lassen irgendwann locker oder geben auf. Oder sie reden zu gern von sich selbst. So sind Sims eben. Gerade bei Frauen kommt es häufig vor, dass sie - wenn sie einmal begonnen haben, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen - kaum noch ein Ende finden.
Diese hier ist anders. Sie ist neugierig. Und das nicht auf die nervige Art. Sie scheint es wirklich ernst zu meinen. Sie will hinter die Fassaden blicken. Dabei ist sie nicht forsch oder drängend.
Logan ist sich in diesem Moment nicht sicher, ob ihm diese Eigenschaft imponiert oder Sorgen bereitet. Gäbe es doch öfter Schwarz-Weiß. Diese verdammten Grautöne machen alles nur kompliziert.
"Wieso interessiert dich das so?", fragt er. In seinen dunklen Augen blitzt eine leichte Verspieltheit auf und ein zartes Grübchen zeigt sich unter dem Wangenknochen.
Anders als bisher weicht er ihren Blicken nicht aus. sondern fixiert sie regelrecht. Auch, während er mit seinen schmalen Fingern nach der Zigarettenschachtel in der Brusttasche fischt und sich eine ansteckt.
Er hält ihr die offene Packung entgegen und nickt ihr auffordernd zu.
Verneinend schüttelt Maryama den Kopf, als er ihr die Zigaretten anbietet.
"Warum nicht?" antwortet sie dann schlicht mit einer Gegenfrage, zuckt leicht mit den Schultern und erwidert offen seinen Blick. "Sieh's doch mal so. Wir beide gehen in den Park, jeder mit seinen Dingen beschäftigt und dann ergibt sich diese Situation. Ich unterhalte mich eben gerne und freue mich, wenn andere Sims Inspiration in mein Leben bringen, egal woher sie kommen, wie alt sie sind oder was auch immer. Zum einen ist das eine Gewohnheit von früher, als ich noch herumgereist bin, zum anderen denk ich: warum ist mir gerade dieser Sim begegnet heute? Mal sehen was das Leben mir da vorbei geschickt hat." Sie lächelt verschmitzt. "Das Leben ist eine Wundertüte manchmal und wenn man nicht rein guckt, verpasst man womöglich was."
Logan nickt langsam und nimmt nun den Blick von ihr. Fast enttäuscht wirkt er, als er die zerknüllte Schachtel in die Tasche zurück schiebt.
"Wundertüte, ja?", wiederholt er leise und schnaubt abfällig. "Was, wenn du zu tief rein guckst und dir alles um die Ohren fliegt?" Er seufzt tief, die Augenbrauen ziehen weit in die Stirn, die sich dadurch in viele schmale Falten legt. "Ne, das Leben is' keine verdammte Wundertüte"
Er schaut ins Leere und schüttelt lange mit dem Kopf, als er murmelt: "Leben is' Krieg. Egal, was du machst, irgendwann kriegt dich irgendwer und reißt dir den Arsch auf. Die Frage is' nich ob, sondern nur, wie schlimm es wird."
Ohne sie noch einmal anzusehen, steht er auf - ungelenk wie er sich meist bewegt.
"Ich meld' mich wegen der Pics."
Er ist so schnell aus ihrem Tag verschwunden, wie er hinein kam.
Gerade noch zu einer Antwort ansetzend, bleibt Maryama nur noch leicht verdutzt seinem entschwindenden Rücken nach zu blicken. Seine letzten Sätze hallen noch nach und in weiten Teilen muss sie ihm recht geben..kommt eben nur drauf an, wie man das dann verarbeitet. Leicht nachdenklich schnürt sie innerlich die Wundertüte für heute wieder zu. Spannend war die Begegnung allemal und Stoff zum Nachdenken hat sie auch geliefert. Hoffentlich hat sie ihn mit ihrer überbordenden Energie nicht verschreckt. Zu viel Positiv kann auch anstrengend sein, das weiß sie aus eigener Erfahrung von früher, wenn Sara sie aufbauen wollte in den dunklen Zeiten mit ihrer Mutter. Sein Abschiedssatz lässt allerdings hoffen, dass doch noch eine Fotografie ihr Heim zieren wird und dann sieht man ja, ob er gleich wieder das Weite sucht. Sie ruft Browneye, der hin-und hergerissen scheint, zwischen Logan mit der Kastanie verfolgen und zu seinem Frauchen zurückkehren.
"Komm, jetzt lohnt sich das Bad erst recht." sagt sie amüsiert, nimmt ihn an die Leine und lässt die Kastanie in der Hosentasche verschwinden, ehe sie Richtung Parkausgang schlendert.
(In Zusammenarbeit mit @simscat2)