Forum Discussion
3 years ago
Ort: Magnolienblütenpark, Willow Creek
Charaktere:Maryaa, Logan, Marga
Geschichtsstrang: Auf den Hund gekommen Teil 2
Geräuschvoll lässt Maryama den Stapel Holz vom Arm auf den Boden neben der Feuerstelle fallen. Heute , sehr früh am Morgen, als sie die Nase aus dem Zelt gestreckt hatte, war das Gras mit leichtem Frost überzogen gewesen. Auch jetzt, nachdem die Sonnenstrahlen endlich durch die Wolken gebrochen sind, ist es noch frisch im Garten, wenn sich auch diese ersten Wintervorboten mittlerweile in Wohlgefallen aufgelöst haben. Zu ihrer freudigen Überraschung hat sich Logan gemeldet und seinen Besuch für den frühen Nachmittag angekündigt. Ob er wohl auch gern am Feuer sitzt? Geantwortet hat er ihr im Park nichts auf ihren Vorschlag...was aber nichts heißen mag, schließlich hat er sich auch nicht dazu geäußert, ob er die Bilder persönlich vorbei bringen möchte und doch kommt er heute. Schmunzelnd beginnt sie kleine, trockene Äste aufzuschichten und entfacht schließlich ein kleines Lagerfeuer. Schaden kann das nichts. Marga ist heute in die Stadt gefahren, Besorgungen machen, wie sie meinte und das ist wahrscheinlich auch ganz gut so. Maryama weiß dass sie temperamentsbedingt manchmal viel redet und energiegeladen ist, aber Marga toppt ihren Redefluss noch deutlich. Das wäre wohl eine Portion Wundertüte zu viel für Logan. Nachdem das Feuerchen munter knistert, begibt sie sich wieder ins Haus. Nicht dass sie die Klingel überhört, wäre nicht das erste Mal.
Logan steckt die Kamera in die Umhängetasche. Es ist bestes Wetter für einen ausgiebigen Spaziergang - und um Fotos zu machen. Die zarten Sonnenstrahlen glitzern auf dem Reif. Hier in Brindelton Bay ist die Luft deutlich frischer und sauberer als im verschmutzten Evergreen Harbor. Fotografisch hat beides seinen Reiz. Doch für heute hat er genug Bilder geschossen.
Er betritt den Hof, auf dem das kleine Haus steht und reibt sich die ausgekühlten Finger, bevor er die Klingel drückt.
Natürlich will Browneye sofort los sausen als die Klingel ertönt, aber er folgt mittlerweile gut und bleibt auf Kommando brav auf dem Sofa liegen, auf dem sie gerade beide noch gekuschelt haben. Maryama öffnet und lächelt Logan an. "Hi, schön dass du da bist. Komm rein." Als sie am Sofa vorbei gehen, ist Browneye nicht mehr zu halten. Fröhlich begrüßt er Logan und rollt sich gleich auf den Rücken um gekrault zu werden. "Wer glitschige Kastanien wirft ohne mit der Wimper zu zucken hat gewonnen." lacht Maryama. "Setz dich." Sie zeigt mit einem Arm auf das Sofa , mit dem anderen auf die Küchenstühle, andeutend dass die Wahl bei ihm liegt.
Mit der linken Faust stützt er sich an der Wand ab, beugt sich halb herunter und zieht die Stiefel aus. Dabei legt er den Kopf in den Nacken, um sich im Haus umzusehen. Es wirkt geräumig. Zu groß für seinen Geschmack. Zu viel Freiraum im Nacken. Der Boden wirkt glatt - auf Socken könnte es rutschig sein, wenn man es eilig hat.
Er richtet sich auf - ein kurzes Stechen im Rücken lässt ihn für den Bruchteil einer Sekunde den Mundwinkel verziehen.
Browneye wälzt sich vor ihm auf dem Boden und wartet ungeduldig auf seine Begrüßung. Logan neigt den Oberkörper nach vorn. Zum Bücken ist er für den Augenblick zu steif in den Knochen. So legt er mit ausgestrecktem Arm die Hand auf Browneyes Brustkorb, lässt sie dort ruhen und versucht die Körperwärme des Tieres zu spüren. Zuerst will es ihm nicht gelingen. Er konzentriert sich auf das, was er sieht - seine Hand auf dem Körper des Hundes. Ist es seine Hand? Ja, natürlich. Es muss seine sein. Er sieht und erkennt sie. Kaum merklich bewegt er die Finger und ertastet den Brustkorb des Tieres. Browneye wedelt fröhlich mit dem Schwa nz und brummt zufrieden. Da erkennt Logan es. Eine Bewegung unter der Haut des Mischlings. Schließlich bemerkt er eine Veränderung in den Fingern. Es ist weich. Das kurze Fell verströmt angenehme Wärme.
"Good boy.", raunt der Besucher dem Tier leise entgegen, bevor er die Berührung löst und sich langsam aufrichtet.
Maryama deutet ihm Platz zu nehmen, wo er möchte. Sein Blick folgt ihrer Geste. Zuerst zur Couch, dann zum Esstisch.
An der hinteren Wand gibt es lediglich ein schmales Fenster. Keine Fluchtmöglichkeit. Auch die andere Seite des Tisches ist keine Option. Mit dem Rücken im Raum zu sitzen, dann auch noch die Tür im Nacken ... Unvorstellbar.
Die Couch wirkt einladend. Aber die Tatsache, dass auch dieses Möbelstück keinen Schutz bietet, lässt dem jungen Mann keine Wahl. Die Kissen am Fenster scheinen das geringste Übel zu sein. Dort zu sitzen bedeutet nicht nur, eine schützende Wand im Rücken zu haben, sondern auch den Überblick über den sparsam eingerichteten Raum. Zudem ist der Weg zur Tür frei von Hindernissen. Es ist also entschieden. Er schlägt beide Angebote aus und geht zielstrebig auf die Wand links von ihm zu.
Einen Augenblick lauscht er in die fremde Umgebung hinein. Irgendwo in der Wand knackt es leise. Holz atmet - auch nachdem es dem Leben entrissen wurde. Kein Grund zur Sorge also.
Der Rest des Raumes ist still. Auffallend still.
"Spielste auch oder ist die Deko?" Mit einer Kopfbewegung deutet er auf die Gitarre.
Aufmerksam beobachtet Maryama Logan, der ein wenig zögerlich im Wohnzimmer steht und sich umschaut, bevor er sich setzt. Ob er sich wundert dass sie nicht mehr Mobiliar besitzt...oder keinen Fernseher..geschweige denn Dinge wie eine Spielekonsole? Das einzige was jetzt auf den Winter hin angeschafft wird, ist eine Waschmaschine. Marga wird sie begleiten beim Kauf und wohl auch ein wenig beraten. Maryama holt zwei Tassen aus dem Küchenschrank und stellt sie neben der Teekanne ab. "Magst eine Tasse Kräutertee mit mir trinken, ich muss mich ein bisschen aufwärmen, komme grade aus dem Garten." Sie öffnet kurz die Kühlschranktür und linst hinein. "Oder lieber ein Bier oder ne Cola?" Von der Party sind immer noch Getränke übrig , weil sie selbst meist Tee oder Wasser trinkt.
Maryamas Blick schweift zur Gitarre. "Nein, keine Deko." sagt sie und hebt amüsiert über seine trockene Frage die Brauen. "Ich spiele gerne, bevorzugt am Lagerfeuer." Ihr Lächeln wird warm. "Sie ist mir eine treue Freundin seit vielen Jahren."
Logan überlegt einen Moment. Tee wäre sicherlich angenehm. Seine Finger der rechten Hand sind noch immer kalt. Aber ein Bier zu verschmähen wäre Blasphemie.
"Tee.", entscheidet er schließlich. Das Bier ist danach fällig.
Noch immer scannt sein Blick die fremde Umgebung ab. Die Wände sind farbenfroh gestrichen. An einer von ihnen entdeckt er zwei Koffer und stutzt im Gedanken. Will sie verreisen? War sie verreist? Abgesehen von dem Gepäck, das hier nicht wirklich hinein passt, sieht es ziemlich ordentlich aus. Warum lässt jemand mit solch einem Reinlichkeitsfimmel die Koffer stehen?
Dieses kleine Detail im Bild, nagt an seinem Wunsch, dieser Frau zu trauen. Was verbirgt sie?
Logan würde gern glauben, dass jemand der Gitarre spielt, ganz romantisch am Lagerfeuer, kein schlechter Sim sein kann. Charles Manson war ein begnadeter Gitarrist und hat unzählige Anhänger in den Tod geschickt. Ohne Skrupel. Ted Nugent hat fragwürdige Meinungen über Menschenrechte. Die Wahrheit ist: Das Eine hat rein gar nichts mit dem Anderen zu tun.
"Hat deine Klampfe 'nen Namen?", fragt er, um irgendetwas zu sagen - wohlwissend, dass viele Leute ihrem Instrument Namen geben. Das stärkt die Bindung und er hält es auch nur für ein kleines bisschen dämlich.
"Bisher nicht." sagt Maryama und reicht ihm eine Tasse mit dampfendem Tee, ehe sie sich auf das andere Kissen setzt. Sie stellt ein Behältnis mit Zucker auf dem Boden vor ihm ab und ergänzt mit einem kleinen Lächeln. "War mir auch noch nie ein Bedürfnis, wir verstehen uns auch so." Sie nimmt genießerisch einen vorsichtigen Schluck aus ihrer Tasse. "Spielst du auch was?" oder ist das auch ein Geheimnis, Mr.Lonesome Wolf? schickt sie nicht unfreundlich, aber auf Grund der Erfahrungen im Park durchaus mit einer Prise Ironie, in Gedanken hinterher.
Vorsichtig nimmt der junge Mann die Tasse entgegen und atmet das Aroma ein. Würzig.
Er nickt, während er behutsam über die heiße Flüssigkeit pustet. Sein Gesicht wirkt so noch länger, als es ohnehin schon ist. Zu trinken traut er sich noch nicht. Das Gefühl einer verbrannten Zunge hält unter Umständen Stunden lang an. Darauf kann er gut verzichten.
Seine beinahe schwarzen Augen treffen den neugierigen Blick der Gastgeberin. Sofort schnellen sie zurück zur Tasse in den Händen.
"Das Eine oder Andere."
"Das passt irgendwie zu dir, aber dass es gleich mehrere sind, hab ich nicht gedacht." Maryama trinkt nochmal und genießt das Aroma der Kräuter aus dem eigenen Garten, vor allem Salbei und Ysop kommen durch. Vielleicht sollte sie nächstes Frühjahr noch neue Sorten ausprobieren, schweift sie kurz gedanklich ab, um sich dann aber gleich wieder interessiert ihrem Gegenüber zuzuwenden. "Wärst du auch bereit etwas präziser zu werden?" fragt sie dann mit einem kleinen Schmunzeln. "Vielleicht könnten wir ja mal was zusammen spielen."
Während sie trinkt und auf Antwort wartet, fallen ihr wieder die markanten Narben im Gesicht auf, seine ernste Miene, die Hände, deren Finger mehr von künstlerischen Tätigkeiten oder vielleicht Büroarbeit...nein, das passt nicht zu ihm...zeugen, als von harter körperlicher Arbeit, die Tattoos... das Leben hat ihn gezeichnet, ohne Zweifel. Er strahlt eine gewisse Kühle aus. Trotzdem empfindet sie ihn nicht so, was Maryama gerade noch nicht richtig einordnen kann. Egal. Ihre Antennen sagen ihr, dass er ein ausgeprägter Individualist ist aber nicht bedrohlich...sonst
säße er nicht hier in ihrem Wohnzimmer. Das ist eine Eigenschaft, die sie an Mitsims schätzt. Mit der Horde rennen ist schließlich kein Kunststück.
Sein Wesen erstrahlt regelrecht, als die junge Frau vorschlägt, zusammen zu jammen. In seinen Augen leuchtet etwas. Ist das Leidenschaft?
"Klar, das wäre cool.", nickt er lächelnd. Die kleine Zahnlücke zeigt sich verspielt.
"Ich kann Gitarre anbieten, Banjo, Bass, Saxophon oder ...", er stockt kurz, dann formt sich sein leichtes Lächeln zu einem weiten Grinsen. "Die Drums mitzuschleppen ist eher unpraktisch."
Beinahe verschluckt sich Maryama als Logan das alles aufzählt. "Wow, das ist ja der Hammer. Hm..." Sie überlegt kurz und lächelt dann unternehmungslustig. "Du könntest mir die Bilder zeigen, wir hängen eins auf und gehen dann raus in den Garten. Ich nehm die Bongos mit und wir spielen was draußen, ich Gitarre, du.." Sie imitiert die Klopfbewegungen mit den Händen. "..das Feuer brennt schon." Jetzt grinst sie. "Das coole ist...ich hab keine Nachbarn mehr, wir können also Krach machen."
Sein Grinsen zieht sich zurück zu einem schmalen Lächeln. Etwas in dem Gesicht verändert sich. Er weicht ihrem Blick aus und nimmt einen vorsichtigen Schluck aus der Tasse.
Mit der linken Hand greift er in die Jackentasche und zieht einen USB-Stick heraus, den er ihr ohne Vorwarnung zuwirft. In einem fließenden Übergang greift er zu der Umhängetasche an seiner Seite, öffnet sie und zum Vorschein kommen drei Bilder, sorgsam zusammengerollt und in Folie verpackt.
"Hab noch bisschen dran gefeilt, ums perfekt zu machen." Er hält die Rolle in ihre Richtung, schaut sie aber nicht an. "Auf dem Stick sind die Originale. Falls dir was anderes vorschwebt. Geschmäcker sind ja angeblich verschieden."
Maryama schusselt mit ihrer Tasse, weil sie instinktiv dem Stick ausweicht, der sonst auf jeden Fall in ihrem Tee gelandet wäre. "Hey, für solche Übungen hab ich Papierkugeln und nen Abfallkorb." sagt sie lachend. Etwas Tee ist auf ihre Hose geschwappt, was sie aber ignoriert, als sie aufsteht, die Rolle nimmt und zu ihrem kleinen Laptop geht, der auf dem Küchentisch steht. "Komm doch her und schau mit mir." sagt sie und dreht sich zu Logan um, der immer noch auf seinem Kissen sitzt. "Kannst mir erklären was du verändert hast und warum." Als sie über die Kräutersorten im Frühjahr nachgedacht hat, ist eine Idee in ihr aufgekeimt und Logans Vorstellungen was Fotos betrifft, interessieren sie.
Logan trinkt noch einen Schluck, bevor er sich mit einer Hand auf das Knie aufstützt und sich langsam aufrichtet. Einen Moment verharrt er, streckt das rechte Bein aus und lässt den Fuß in der Luft kreisen, beugt das Knie, streckt es wieder aus - ein Knacken ertönt. Erst jetzt macht er leichte Schritte in Maryamas Richtung.
Am Tisch bleibt er einen Meter von ihr entfernt stehen und schaut mit schiefem Kopf an ihr vorbei auf das Papier, das vor ihr liegt.
Die Stirn in Falten gelegt kratzt er sich kurz am Augenwinkel und schluckt kräftig. Sein Adamsapfel tanzt unter der Haut, als er schließlich zu reden beginnt.
"Da hab' ich den Kontrast erhöht. Bei der Schwarz-Weiß-Fotografie folgt das Auge den hellen Punkten zu den dunklen. Das heißt, wenn du dir das Bild hier ansiehst, erkennt dein Hirn zu allererst den hellen Bereich hier oben." Mit dem Finger zeichnet er den Himmel nach und deutet dann auf einen Sonnenstreifen, der von rechts her in das Bild hinein tritt.
"Über diese Abstufung hier, wird der Blick des Betrachters dann in die Mitte des Bildes gelenkt. Hier sind viele Grautöne in verschiedenen Nuancen. Der Trick ist, das Original nich' einfach auf Graustufen zu stellen, sondern Farbkanäle zu schaffen. Das Auge nimmt die nich' wahr. Aber dein Unterbewusstsein spürt, dass hier Blau und Rot und Gelb und Grün versteckt is'. Dadurch wirken diese Farben abwechslungsreich und intensiver. Obwohl du denkst, dass du nur Grautöne siehst."
Er legt das oberste Bild beiseite. Auf dem Zweiten ist das selbe Motiv zu sehen. Wieder beginnt er zu erklären:
"Hier hab' ich den Gelbwert erhöht. Dadurch bekommt es diesen altmodische Touch - 'n bisschen wie in den 70ger Jahren. Unser Verstand verknüpft diese Farbgebung mit Vergangenheit. Das hat mit der Wellenlänge der untergehenden Sonne zu tun und was sie für Säugetiere wie uns bedeutet. Rein evolutionär betrachtet."
Wieder nimmt er das oberste Bild zwischen die Finger und legt es auf das Schwarz-weiße.
Das letzte sieht dem vorherigen recht ähnlich, dennoch hat es eine völlig andere Ausstrahlung.
"Hier liegen die Grüntöne im Vordergrund.", redet Logan weiter. "Das interpretiert das Gehirn als friedlich, naturverbunden und erfrischend. Unterschwelliges Grün macht glücklich. Wegen Frühling und so."
Erst jetzt schaut er die junge Frau wieder an und zieht eine Schulter in den Nacken.
"It's your choice."
Maryama schweigt eine Weile und betrachtet hingerissen die Fotografien von Browneye und ihr, während sie die Originale auf dem Bildschirm mit den Bildern vor sich vergleicht und Logans Informationen noch in ihr arbeiten. "Das ist beeindruckend was du alles weißt über Fotografie und wie man mit Farben zaubert." sagt sie schließlich und nimmt erneut das Schwarz-weiß Bild in die Hand. "Sie haben alle ihre ganz eigene Ausstrahlung...aber ich habe noch gar nichts in schwarz-weiß und es gefällt mir auch am besten. Das wird es." Sie dreht sich zu Logan und Ihre grünen Augen leuchten. "Vielen Dank, die sind wirklich schön geworden..mehr kann ich nicht dazu sagen, was du mir gerade erklärt hast, ist das einzige Wissen, was ich über Fotografie habe." Sie schmunzelt wieder. "Suchen wir noch zusammen einen Platz mit günstigem Lichteinfall aus?"
Brummend sieht er sich um.
"Normalerweise is' sowas gut über 'ner Couch oder 'nem Tisch. Aber das is' hier eher schwierig.", überlegt er laut."Und du hast ja auch schon was hängen." Wieder trifft sie sein verspieltes Funkeln. "Vielleicht druck ich's dir als Teppich. Oder Shirt."
Unwillkürlich muss Maryama lachen. Sie sieht sich um. "Weißt du, ich bin sehr viel draußen...schlafe auch am liebsten im Zelt, genieße es im Freien zu arbeiten. Ich mag das Haus auch, aber sehr viel halte ich mich gar nicht auf hier drin." Sie schaut ihn wieder an. Sie weiß, dass er das nicht ernst gemeint hat, trotzdem sagt sie: "Also ein Teppich kommt mir hier nicht rein, du müsstest mal sehen wie's hier aussieht wenn Browneye aus dem Garten hier durch fetzt nachdem er sich in ner Pfütze gewälzt oder einen seiner berühmten Krater gegraben hat." Wie auf Kommando kratzt es an der Türe. Maryama geht öffnen und redet unterwegs weiter. "Es ist grade nur so ordentlich, weil ich Besuch habe und sie täglich sauber macht hier, wofür ich ihr sehr dankbar bin...wenn ich aus dem Garten komm, bin ich nicht besser als er." Sie zeigt auf Browneye, der begeistert zu Logan rennt und ihn begrüßt. "Weißt du was? Ich wär tatsächlich für ein bedrucktes Sweatshirt."
Logan zieht eine Augenbraue in die Stirn. Bands auf nem Shirt - immer! Comics - klar! Dämliche Sprüche - Wenn's denn sein soll... Aber Fotografien gehören nicht auf Klamotten. Sondern an eine Wand, seinetwegen auch auf den PC oder in Oldschool Fotoalben, wo sie in Vergessenheit geraten, bis man zufällig drüber stolpert und in Erinnerungen schwelgt - oder sie verbrennt. Aber gut, wenn sie den Joke zu bitterem Ernst machen will ... An ihm soll es nicht liegen. Er muss es nicht tragen.
"Sure,", brummt er wieder, "whatever you like."
"Cool, auf dem Shirt seh ich's öfter als hier drin. Ich bin immer für anwendbare Lösungen ...auch wenn damit der künstlerische Faktor etwas in den Hintergrund gerät. Das gebe ich wohl zu." Sie überlegt kurz. "Die Bilder lässt du mir aber, oder?"
"It's all yours.", nickt er, während er in die Knie geht, um Browneye zu kraulen. Aufgeregt wackelt das Tier hin und her. Von unten schaut Logan zu ihr herauf.
"Wolltest jetzt raus geh'n?"
"Super." Maryama füllt kurz Browneyes Napf mit Trockenfutter, Wasser passt noch, und kneift die Tüte wieder ordentlich zu, bevor sie sie wieder am Boden abstellt. Er frisst es nicht mehr wenn es nicht genug Appetit anregend riecht. Genauso wenig darf sie die Plätze der Näpfe vertauschen, das bringt ihr nur einen fragenden Blick mit schief gelegtem Kopf ein und nichts wird angerührt. "Ja, gern, aber mit den Instrumenten. Nimmst du die Gitarre?" Sie selbst hebt die Bongos vom Boden auf und geht voran.
Am Feuer angekommen legt sie ein paar Scheite nach, bis es wieder munter knistert. Ein zufriedenes Lächeln stiehlt sich auf ihre Lippen. "Das ist der beste Background den man sich wünschen kann." Sie setzt sich und zeigt erst auf das Feuer und dann auf einen der freien Sitze aus grob behauenen Baumstümpfen. "Bitte."
Logan folgt ihr stumm. In der Hand hält er ihre Gitarre. Wieder lässt er seinen Blick über die Umgebung schweifen, bevor er sich auf den rechten Stumpf setzt. Zwei Kuhpflanzen beobachten ihn neugierig, wie festgewachsene Wachhunde. Er hat schon von diesen Wesen gehört, ist ihnen aber bisher noch nicht begegnet.
Vollkommen unbewusst legt er die Gitarre an seinen Körper und beginnt, wahllos, die Saiten zu zupfen. Es ist nichts Besonderes, was er spielt und er selbst achtet auch gar nicht darauf. Seine Finger bewegen sich mit einer Selbstverständlichkeit, als würde er den ganzen Tag nicht anderes tun.
Mit strenger Mimik scannt er dabei das Zelt, das er von diesem Platz aus gut im Blick behalten kann. Die Reißverschlüsse sind zugezogen. Logans Unterkiefer spannt sich leicht an. Bei diesem Anblick ist ihm nicht ganz wohl. Warum lässt sie nicht wenigstens den äußeren Verschluss offen, um durchzulüften? Versteckt sie darin etwas?
In seinem Gedanken formt sich die Szene zusammen, wie sich plötzlich der Verschluss öffnet, jemand heraus stolpert und auf ihn zu rennt.
Seine Finger pausieren das Spiel für eine Sekunde.
Es ist eine körperliche Herausforderung, so schnell und elegant aus einer Zeltöffnung zu preschen, dass man direkt im Anschluss jemanden überfallen könnte - der das alles auch noch beobachtet.
Logans Finger setzen ihren Tanz auf den Saiten fort.
Es ist unwahrscheinlich, dass hier ein Angreifer zuschlägt.
Glücklich, dass sein Frauchen das Feuer wieder angefacht hat, lässt sich Browney daneben am Boden nieder und legt den Kopf auf den Pfoten ab. Musik am Lagerfeuer kennt und genießt er. Maryama schmunzelt und konzentriert sich dann auf Logans Spiel. Die Melodien kommen locker und leicht, tanzen launig in die kühle Herbstluft. Statt mit der Handfläche bearbeitet sie die Bongos mit den Fingerspitzen, streift nur manchmal leicht darüber. Die Töne untermalen eher zart die lebhaften Gitarrentöne. Sie schließt die Augen und genießt den Fluss und das sich gut ergänzende Zusammenspiel. Wie lang ist dass her, dass sie mit jemandem so Musik gemacht hat? Zu lange jedenfalls. Ein kurzes Stocken in Logans Spiel irritiert und ihre Lider öffnen sich wieder. Sein Blick fixiert das Zelt, bemerkt sie verwundert. Ob er es merkwürdig findet, dass sie darin schläft? Ihre Gedanken werden unterbrochen durch einen temperamentvollen Schlussakkord ihres Gegenübers. Lächelnd nimmt Maryam die Bongos in die Hand und legt sie neben sich. "Das war total schön!" Ihre Augen beginnen wieder zu leuchten. "Ist schon länger her, dass ich mit jemandem jammen konnte." Sie nimmt einen Ast und stochert etwas in der Glut. "Du bist extrem gut...es kommt alles so leicht...als ob es dir einfach so zufliegt." Sie lächelt anerkennend. "Spielst du in ner Band oder hast mal?"
Lässig auf den Korpus des Instrumentes gelehnt, schmunzelt der junge Mann in sich hinein. Das ist immer eine der ersten Fragen. Die oder 'wie lange spielst du schon?'
"Ne,", antwortet er und schaut in die Flammen. "hab' hier und da mal mitgespielt und zusammen Musik machen is' schon cool, aber für 'ne Band taug' ich nix."
"Was? Warum nicht?" fragt Maryama verblüfft. "Könnten sich doch die Finger lecken nach so nem Musiker und kompliziert ist es doch mit allen Künstlern." Dann kommt ihr noch ein Gedanke. "Fühlst du dich zu festgelegt zusammen mit anderen?"
"Weißte, Musik is' was sehr intimes. Jedenfalls für mich. Wenn ich Songs einüb', dann is' das nichts, was ich nachplapper. Das sind dann eigene Sachen. Und das teil' ich' nich' mit jedem."
Vorsichtig stellt er die Gitarre neben sich ab und zieht seine Zigarettenschachtel hervor. Mit dem Filter zwischen den schmalen Lippen gepresst, springt aus dem Zippo eine Flamme vor seinem Gesicht auf. Mit einem zugekniffenen Auge nuschelt er weiter:
"Außerdem bin ich öfter mal unterwegs. Für 'ne Band..." Er steckt das Feuerzeug weg und zieht kräftig am Glimmstängel, "... Is' das keine gute Voraussetzung. Und ..." etwas schuldbewusst verdreht er die Augen, "ich kann Sims nich' leiden. Wär' vermutlich nur 'ne Frage der Zeit, bis sowas in die Luft fliegt."
Beim letzten Satz muss Maryama spontan laut lachen. Er ist grade heraus, das ist immer gut. "Verstehe." sagt sie dann wieder ruhiger, aber immer noch amüsiert. "Nein, ernsthaft, kann ich nachvollziehen, auch wenn ich gerne Sims kennen lerne und mich inspirieren lasse." Sie legt noch ein Holzscheit nach und wendet sich wieder Logan zu. "Apropos inspirieren. Ich muss dir noch was beichten."
Verwundert, beinahe schon beunruhigt zieht er die Augenbrauen in die Stirn. Was könnte sie beichten wollen? Ist er doch in eine Falle getappt?
"Guck nicht so finster. Ich mein's doch nicht todernst." Maryama lächelt. "Im Park... also, es ist nicht Standard, dass ich wildfremde Sims nach 10 Minuten zu mir nach Hause einlade." Sie schmunzelt ein wenig und fährt fort. "Allerdings hab ich deine Bilder auf der Kamera gesehen und dachte sofort, dass du einen ganz eigenwilligen Blick auf die Welt hast und das faszinierend umsetzt. Da kam mir eine Idee und nachdem ich dich ein wenig kennen lernen durfte, frag ich dich jetzt einfach." Ihr Blick wird ernster. "Ich habe mit einem Freund ein berufliches Projekt gestartet. Wir bauen uns zusammen eine Existenz mit einer Gärtnerei und Verkauf der eigenen Bioprodukte auf." Sie erzählt Logan den Werdegang und relevante Einzelheiten dann schließt sie: "Wir wollen im Frühjahr eröffnen und könnten noch einen Fotografen gebrauchen, der Bilder dazu macht , die wir für Werbezwecke, aber auch zur Gestaltung des Verkaufsraumes verwenden würden. Könntest du dir sowas vorstellen?" Mit einem kleinen Lächeln fügt sie an:" Ich zumindest empfinde dich nicht als 'simsfeindlich' und könnte mir eine Zusammenarbeit gut vorstellen."
Aufmerksam hört Logan sich alles an, beobachtet dabei das Lagerfeuer vor sich.
Nachdem ihre Worte verklingen und sie ihn erwartungsvoll anschaut, schweigt auch er noch einen Moment und regt sich nicht. Maryama gehört zu den Sims, die er eines Tages vielleicht sogar mögen könnte. Aber was ist das für ein Freund, den sie erwähnt hat?
Er stützt die Ellenbogen auf den Knien auf und faltet die Hände vor dem Gesicht.
"Was is' das für'n Typ? Wie lange kennste den schon?"
"Er heißt Benjamin, man nennt ihn aber Ben und wohnt in San Myshuno. Wir kennen uns noch nicht so sehr lange, eine .." Sie stockt kurz. „..ehemals gute Freundin von mir hat einen Gartenhandel veranstaltet, ich hab ihr dabei geholfen und Ben ist am selben Tag mit seiner Schwester ins Nachbarhaus eingezogen. Sie haben dort vorbei geschaut , wir sind ins plaudern gekommen und haben festgestellt dass unser beider Traumberuf Gärtner ist. So kam es, dass wir den Kontakt gehalten und schließlich beschlossen haben dieses Gemeinschaftsprojekt zu starten." Sie blickt nachdenklich ins Feuer. "Er ist erst 19, hat aber die Verantwortung für seine 17-jährige Schwester und den Haushalt zu tragen, ihre Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen. Ben ist ein sehr zuverlässiger, friedfertiger Sim. Seine Schwester und ihre Freundinnen von der Brindleton High helfen uns gerade beim Aufräumen und Herrichten des Grundstücks."
Maryama richtet sich etwas auf und streckt sich. Dann setzt sie sich wieder entspannter hin und schaut Logan an. "Falls du Interesse hast, können wir uns gerne mal dort mit ihm treffen und das Projekt besichtigen." Sie gestikuliert mit einer Hand. "Aber ich will dich nicht bedrängen, ist nur ein Vorschlag. Kannst auch gerne länger drüber nachdenken, bis zum Frühling ist noch eine Weile hin."
Logan nickt gedankenverloren und murmelt:
"Wird nich' nötig sein."
'Mit' nem 19-Jährigen werd' ich fertig.', denkt er.
Etwas verkrampft steht auch er auf, um ein paar Schritte im Garten zu gehen.
"Wenn ich dein Bier aus' m Kühlschrank krieg, geht der Deal klar.", sagt er mit fester Stimme und setzt vorsichtige Schritte zu einer der Kuhpflanzen.
Doch nicht nötig? Ganz schlau wird Maryama nicht aus Logan, aber seine Bedenken scheinen nicht so groß gewesen zu sein, wie sie erst angenommen hatte. Um so besser. "Na, wenn das kein Grund zum anstoßen ist." lacht sie und will Richtung Haus gehen, als sie sieht wo Logan hin steuert. Kurz überschlägt sie ihre Aktivitäten vor seiner Ankunft und ist beruhigt. So schnell haben die beiden noch keinen Hunger, sie hat ausgiebig gefüttert. Nur...Nschotschi ist ein Schelm und fordert manchmal ungestüm Spiel-oder Streicheleinheiten ein. "Sie sind satt, aber sei achtsam, haben ein stürmisches Temperament..singen beruhigt sie..." Mit diesem wertvollen Rat geht sie in Richtung Küche, um die Getränke zu holen, dicht gefolgt von Browneye, der eine Chance auf Fressen wittert.
Etwa zwei Meter vor dem ungewöhnlichen Geschöpf bleibt Logan stehen und beginnt sanft mit ihm zu reden. Der Kopf der Pflanze neigt sich ihm interessiert entgegen. Es öffnet das Maul leicht und eine kräftige Speichelspur tropft auf den Boden.
"Du hast da was verloren, Madame.", sagt er trocken. Die Pflanze raunt. Als sie den Kopf in seine Richtung streckt, will er instinktiv zurückweichen, bleibt aber stehen und hält ihr seinen Handrücken hin.
Leise beginnt er eine Melodie zu summen. Es dauert nicht lange, bis daraus Worte werden, die er vertieft vor sich her singt:
"Streetlights in the darkness, Running away from me.
I'm managed to forget Everyone I needed to forgive.
Almost everybody hates regriefs. I stink and I always will.
It couldn't happen to youCaus you were never such a preak.
'N every time I find the right path.
I end up with shit up to my knees.
I guess I'm gonna stop tryin' Stop cryin' and just get
another drink."
In den Händen zwei Dosen Bier, kommt Maryama in den Garten zurück und sieht erstaunt, wie sich die Kuhpflanze sanft hin und her wiegt. Singt er ihr wirklich vor? Interessant. Also ist das tatsächlich so, dass sie zahm werden, bei Gesang. Es hängt nicht vom Vertrautheitsgrad mit der singenden Person zusammen. Sie setzt sich und stellt die Dosen vorerst am Boden ab. Es ist spannend Logan zuzuschauen. Ihre ganzes Wissen über die beiden Exoten basiert ja auf persönlicher Interaktion, bisher hat keiner ihrer Gäste sich je herangewagt. Na ja, bis auf Asante, aber das war nicht wirklich vergleichbar, erinnert sie sich amüsiert.
Logan dreht sich herum und sieht die Gastgeberin dort sitzen.
"Nette Haustiere.", schmunzelt er und geht wieder zum Feuer. Er nimmt eine der Dose entgegen und prostet der jungen Frau zu, bevor er ansetzt und die Hälfte der kalten Flüssigkeit trinkt.
"Also, was sollte ich von dir wissen, wenn ich dich kennen lernen will?"
Überrascht blickt Maryama auf, nachdem sie ebenfalls einen kräftigen Schluck aus ihrer Dose genommen hat. Was ist das jetzt für ein Vorstoß? Wirkt das Bier und die Austernschale hat sich deshalb ein wenig geöffnet? Sie muss unwillkürlich lächeln. "Gute Frage...alles und nichts? Heißt nicht kennen lernen miteinander reden und es so herausfinden?" Sie muss ein wenig lachen bei dieser Wendung des Gesprächs. "Ich denke du weißt ungefähr zehn mal so viel von mir, wie ich von dir." sagt sie dann schmunzelnd. "Was interessiert dich denn?"
Ohne zu überlegen fragt er:
"Welche Eigenschaften schätzt du besonders an dir? Und welche magst du gar nich'?"
"Ich erzähl dir was, aber nur wenn im Gegenzug auch was von dir kommt..zweiter Deal?" antwortet Maryama schmunzelnd.
Er senkt den Kopf und schmunzelt leicht, als hätte er geahnt, dass so etwas passiert. Sein Bier fokussierend sagt er:
"Deal."
"Okay." Sie zieht die Nase ein wenig kraus und legt die Stirn in Falten. "Frage eins ist leichter zu beantworten als Frage zwei." Ihre Züge werden für ein paar Sekunden fast unmerklich härter, ehe sie dann sagt:" Ich mag es, dass ich gelernt habe, nach jedem Schlag den mir das Leben in die Magengrube gegeben hat, wieder Kraft zu sammeln, aufzustehen und etwas draus zu machen. Darauf bin ich stolz." Sie lächelt ein wenig und trinkt nochmal vom Bier. "Was ich nicht mag...hm..dass ich manchmal zu gedankenlos etwas unsensibles sage und damit Sims vor den Kopf stoße und es dann nicht mal merke, ....ja, ich glaub so kann ich das stehen lassen." sie grinst in seine Richtung. "Also...du weißt Bescheid jetzt, ich will keine Klagen hören."
Maryama krault Browneye hinter den Ohren, der von einer Inspektionsrunde ums Haus zurückgekommen ist und jetzt ein paar Streicheleinheiten einfordert. "Jetzt bin ich dran." Sie legt abermals die Stirn in Falten. "Was muss passieren, dass ich dich mal laut und herzhaft lachen höre?"
Logan ächzt überrascht. Damit hat er nicht gerechnet.
Grübelnd kratzt er sich am Hinterkopf.
"Sowas hat mich noch keiner gefragt." Nachdenklich nimmt er einen kräftigen Schluck. Wann hat er das letzte Mal herzhaft gelacht? Unmerklich schüttelt Er den Kopf. Da könnte er genausogut überlegen, wie viel Kaffee er am 3. Sommer getrunken hat. Es ist zu lange her - in seinem Gedächtnis werden Informationen solcher Art in irgendeine Kramkiste geworfen und in verborgene Ecken verbannt. Es ist völlig unmöglich, diesem Chaos Herr zu werden.
Logan bemerkt nicht, wie er anfängt auf der Unterlippe herumzubeißen. Schließlich schaut er die Gastgeberin aus ratlosen Augen an.
"Haste 'ne andere Frage?"
"Ich hab ne andere Frage und vielleicht finden wir die erste mal zusammen raus." antwortet Maryama lächelnd. "Bleiben wir beim Thema. Ich möchte das Gleiche von dir wissen, wie du von grade von mir." Browneye hebt irgendetwas vom Boden auf und legt es Logan vor seine Schuhe. Amüsiert erkennt Maryama, dass es die Kastanie ist, die sie aus dem Park mitgenommen hat.
"The good 'n bad Lo.", nickt er, als ihm das Spielzeug vor seinem Fuß auffällt. Er bückt sich, um sie aufzuheben und ohne Zögern wirft er sie weit durch den Garten. Browneye rennt los und verschwindet hinter der Hausecke.
"Ich bin ehrlich. Das wär' the good point. Die andere Liste is' ziemlich lang."
Er seufzt leise und wägt in Gedanken ab, welche unliebsame Eigenschaft er benennen könnte.
"Ich ... bin schwach.", sagt er dann mit leiser, schuldbeladener Stimme und leert die Dose in der Hand.
Wie ein Schuljunge wirkt er plötzlich, als er sich auf den Baumstumpf setzt und wieder zur Gitarre greift, um darauf herumzuklimpern.
Schweigend mustert Maryama ihn für einen Augenblick, horcht in sich hinein und sagt dann schlicht. "Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zu Stärke." Dann leert sie ihre Dose und steht auf. "Ich schätze ehrliche Sims. Trinkst noch eins?"
"Definitely."
Grinsend geht Maryama ins Haus, bleibt kurz sinnierend im Eingangsbereich stehen und mustert die Wand. Dann nickt sie zufrieden, holt nochmal Bier und kehrt zu Logan zurück. Er spielt noch Gitarre, deshalb stellt ihm seine Dose hin. "Hast du nen Lieblingssong? Ich mein, zum auf der Gitarre spielen?"
"Da gibt's einige.", brummt er und stimmt eine beschwingte Meoldie an. Fast zeitgleich setzt er mit geschlossenen Augen den dazugehörigen Gesang ein.
https://youtu.be/VFJcclZWKDQ
Maryama bleibt stehen und wippt, das Bier in der Hand, gedankenverloren mit. Er hat eine interessante Stimme, tiefer und voller als vermutet. Innerlich reist sie für eine Weile in die Vergangenheit, sieht Alexander an der Gitarre und wie sie zusammen ihr Lied singen, im leeren Zugabteil, auf dem Weg nach Irgendwo. Ihr Körper wiegt sie sich noch ein Weilchen zu Logans Spiel. dann setzt sie sich wieder. Das Feuer, die Musik..es ist einfach friedlich und schön. Etwas in Maryamas Innerem bröckelt, ein kleiner verhärteter Klumpen aus Erfahrungen fällt ab und zerbröselt. Zum Vorschein kommt das, was so lange nicht mehr unbeschwert aufscheinen konnte. Pure Freude am Augenblick. Sie stützt die Ellbogen auf den Knien ab und legt das Kinn in die Handflächen, während sie ins Feuer schaut und lauscht. Als Logan aufhört, blickt sie lächelnd auf . "Das war wunderschön..Danke."
Anstatt zu antworten, legt er das Instrument behutsam wieder auf den Boden und greift nach dem Bier.. Schweigend beobachtet auch er die Flammen vor sich und trinkt.
"Ist das von dir?" unterbricht Maryama irgendwann das durchaus nicht unangenehme Schweigen.
"Hm?" Überrascht schaut er sie an. Er war in Gedanken vertieft - die letzten Tage waren so fordernd, dass er sich nicht sicher ist, ob sie guten oder schlechten Einfluss auf ihn hatten. Erstaunlicherweise fühlt er sich hier an diesem Ort relativ entspannt. Ist es die Gesellschaft, das warme Knistern des Lagerfeuers oder das Teilen der Musik, was ihm dieses Gefühl gibt? Was auch immer es sein mag - er fürchtet den Moment, in dem es umschlägt. Wenn die dunklen und schweren Gedanken wieder kommen.
"Nein.", antwortet er zögerlich auf Maryamas Frage. "Meine Songs sind für mich."
"Versteh ich." Sie denkt kurz nach. "Obwohl ich glaub ich meine Sachen gerne teilen würde, hätt ich das Talent zum songs schreiben zum Beispiel. Nicht unbedingt online, aber gerne bei Auftritten auf der Bühne. Stell ich mir cool vor." Sie trinkt und fährt fort. "Wir waren erst beim Debutauftritt von einer jungen Band in nem Jugendzentrum, die waren ziemlich cool. Eigentlich nicht so ganz mein sound, Punkrock, aber sie haben den Laden fliegen lassen." Sie lacht. "Sind alle so um die 17, 18 und richtig mit Herzblut dabei." Überrascht wendet sie den Kopf, als vom Haus her ein lautes: "Huhu Maryama!" zu hören ist. Schmunzelnd erklärt sie. "Das ist die Mutter des Bassisten der Band, sie wohnt gerade für ein paar Tage hier. Marga."
Marga hat ihre Einkäufe in den Kühlschrank gepackt, sich frisch gemacht und ist im Geiste jetzt mit Abendessen kochen beschäftigt. Aber wo steckt Maryama? Browneye ist auch nicht da...hm. Sie schiebt den Perlenvorhang am Küchenfenster etwas zur Seite und guckt in den Garten. Da ist sie ja, am Feuer...und nicht allein? Eine zierliche Person mit langen, schwarzen Haaren sitzt mit dem Rücken zu Marga und spielt Gitarre. Ob das die Freundin ist, von der sie manchmal erzählt? Sara? Womöglich hat sie den Weg zurück nach Brindleton Bay gefunden. Margas Geist ist immer auf der Suche nach Happy-Ends, so auch jetzt. Neugierig geworden öffnet sie das Fenster etwas und ruft einen Gruß hinaus. "Ich komm mal raus zu euch, Moment." Das Fenster knallt zu und kurz darauf auch die Haustür.
Amüsiert hebt Maryama die Brauen. "Sie ist wirklich eine quirlige Person, aber hat ein Herz aus Gold." sagt sie leise zu Logan, als Marga sich nähert.
Verwundert dreht die vermeintliche Freundin sich um und schaut über die Schulter nach hinten. Eine Frau mittleren Alters kommt näher.
Logan dreht sich zurück zum Feuer. Gerade war es angenehm. Hoffentlich verhunzt die Alte nicht die Stimmung.
"Naaaa ihr beiden." Marga strahlt beim näher kommen in Richtung Maryama. " Sag bloß ihr habt euch endlich wieder gefunden. Das ist doch Sara, od..." Sie bricht abrupt im Satz ab , als sie den Kopf Logan zu wendet. Ihre Augen werden groß. "..und sie hat sich nen Bart stehen lassen." bemerkt sie trocken und muss lachen. der sieht ja ganz anders aus als Delsyn...ist das eigentlich ihr Typ? Wo hat sie den denn her gezaubert? So eine Geheimniskrämerin.
Mühsam hält Maryama ein Lachen zurück. Margas Mimik ist zum schießen. Sie klopft auffordernd auf den Sitz neben sich und stellt Logan vor. "Er ist Musiker und Fotograf, wir haben uns im Park kennen gelernt." Etwas zögerlich, aber zu neugierig um abzulehnen, nimmt Marga Platz , legt die gefalteten Hände zwischen die Knie und guckt weiterhin mit großen Augen und einem Lächeln zu Logan. Ihre Fantasie gaukelt ihr kurz romantische Bilder vor... Maryama und Logan im Gras sitzend, an einen Baum gelehnt, barfuß..sich Geschichten erzählend. Maryama flicht Gänseblümchen zu einem kleinen Kranz, während Logan auf der Gitarre leise vor sich hin zupft..ähnlich wie in pretty woman...nein, dafür war es heute eindeutig zu kalt, fällt ihr dann ernüchternd ein und Gänseblümchen hat's kurz vor dem Winter auch keine mehr.
Die geplatzte Traumblase holt sie etwas unsanft ins Hier und Jetzt zurück, aber sie fasst sich schnell wieder. "Du bist Musiker? Das ist was ganz wunderbares. Mein Sohn auch..na ja...er ist hauptsächlich Schüler, aber macht auch Musik." erzählt sie Logan. Einen Finger am Kinn guckt sie kurz sinnierend in die Luft. "Mit einem Bass...so einem strombetriebenen." Maryama senkt den Kopf um ihr Schmunzeln zu verbergen und trinkt dann einen großen Schluck Bier, dabei beobachtet sie unter den gesenkten Lidern Logans Reaktion. Sie kann überhaupt nicht einschätzen, ob er gleich aufstehen und gehen wird, wie im Park oder ob er den Ball fängt, den Marga ihm da zugeworfen hat.
"E-Bass.", korrigiert Logan die Frau knapp. Dabei meidet er jeden Blickkontakt und steckt sich eine neue Zigarette an.
Er spürt, wie seine Laune in die gewohnte Skepsis übergeht. Der Vorteil, wenn man irgendwo hin zieht, wo man niemanden kennt, ist dass einen niemand kennt. Der Nachteil ist, dass man überall neue Gesichter trifft. Prinzipiell spricht nichts dagegen, neue Sims kennenzulernen - wenn es doch nur nicht so anstrengend wäre. Dieses ständige sich abklopfen, herantasten, beschnuppern. Sie stellen Fragen und die Antworten führen zu weiteren Fragen.
Mit Maryama war es bisher eher unverkrampft. Er schielt unauffällig zu Marga herüber - so ein Hausmütterchen. Logan rutscht ein Seufzen heraus.
Ii-bass? Marga kann sich nicht erinnern, dass Adrian das Instrument mal so genannt hat...oder doch? "Ja, das wird wohl stimmen." sagt sie dann einfach und lässt kurz den Blick zwischen Maryama und Logan hin und her huschen. Der junge Mann scheint nicht allzu gesprächig, aber das ist sie ja von Adrian schon gewohnt. Vielleicht stört sie die beiden? Nicht schlimm, sie hat eigentlich gerade andere Prioritäten. Marga steht auf und klatscht kurz in die Hände. "Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich hab mächtig Hunger." Sie schaut Logan an. "Kochst du gerne?"
Eine seiner Augenbrauen zieht sich in die Stirn. Warum fragt sie danach? Will sie, dass er ihr beim Kochen hilft? Oder sogar statt ihrer?
"Wenn's sein muss.", sagt er. "Aber gern? - Ne."
Maryama springt in die Bresche. "Marga ist eine Künstlerin am Herd." bemerkt sie und erntet ein Lächeln von der Angesprochenen dafür. "Hast du gedacht wir könnten zusammen kochen?" fragt sie freundlich.
bis der mich so finster angeguckt hat schon noch Marga ist kurz unschlüssig, dann winkt sie ab. "Nein, nein, alles gut. Ich hab an einen Auflauf mit Kürbis, Zucchini und Kartoffeln gedacht...Sahnesoße und würzigem Käse oben drauf. Bleibt ihr mal hier..könnt ja immer noch abwaschen später." Sie grinst, winkt kurz und geht rasch wieder Richtung Haus. Puh...da ist ihr Delsyn schon wesentlich lieber, ernste Mienen hat sie zuhause schon genug. Ob sie da etwas nachhelfen sollte? Nicht dass dieser verschlossene Künstler ihrem Lieblingsnachbarn noch den Rang abläuft... na,den Pfadfindern wird er sich wohl kaum anschließen, das ist ein Plus für Del. Mit diesem erfreulichen Gedanken holt sie Messer und ein Schneidebrett heraus und widmet sich Kürbis und Kartoffeln.
"Tja, da sind wir wohl nochmal mit nem blauen Auge davon gekommen." meint Maryama schmunzelnd zu Logan. "Nur Abwasch." Sie bemerkt, dass sein Bier auch leer ist und nimmt beide Dosen in die Hand. "Das Essen wird sicher richtig lecker, bist herzlich eingeladen.“ Sie hält die leeren Behälter hoch. „Und Bier hat‘s auch noch… Bier, irischen Whiskey und eine Flasche Wodka, die noch von einer Feier übrig geblieben sind. Ich bleib bei Bier, du?“
Einen Moment überlegt er. Das flüssige Gold abzulehnen kommt beinahe einem Verrat gleich. Doch das würde bedeuten, sich mit Marga auseinandersetzen zu müssen. Und für noch eine neue Bekanntschaft hat Logan im Moment keine Energie mehr.
Er steht auf und streckt sich mit den Händen in den Rücken gestemmt.
"Nope.", sagt er, "Ich bin raus. Zeit aufzubrechen."
"Na gut, wie du meinst. Ich komm noch mit vor." Maryama erhebt sich ebenfalls und begleitet Logan vor das Haus. Sie sieht sich kurz suchend um, aber Browneye hat sich schon längst zu Marga in die Küche verkrümelt. Klar, verspricht Leckerbissen. Sie steckt die Hände in die vorderen Hosentaschen und wippt ein wenig auf Fersen und Zehenspitzen hin und her, während sie mit Logan spricht. "Dann..next time mit Pullover?" Sie muss ein bisschen grinsen. "Und die Kamera nicht vergessen."
"Schick mir in 'ner Stunde 'ne Erinnerung.", nickt er. "Mein Gedächtnis is' nich' das beste, you know. Guten Hunger. Und bis dann." Mit diesen Worten dreht er sich um und verläßt den Hof.
(in Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )
Charaktere:Maryaa, Logan, Marga
Geschichtsstrang: Auf den Hund gekommen Teil 2
Geräuschvoll lässt Maryama den Stapel Holz vom Arm auf den Boden neben der Feuerstelle fallen. Heute , sehr früh am Morgen, als sie die Nase aus dem Zelt gestreckt hatte, war das Gras mit leichtem Frost überzogen gewesen. Auch jetzt, nachdem die Sonnenstrahlen endlich durch die Wolken gebrochen sind, ist es noch frisch im Garten, wenn sich auch diese ersten Wintervorboten mittlerweile in Wohlgefallen aufgelöst haben. Zu ihrer freudigen Überraschung hat sich Logan gemeldet und seinen Besuch für den frühen Nachmittag angekündigt. Ob er wohl auch gern am Feuer sitzt? Geantwortet hat er ihr im Park nichts auf ihren Vorschlag...was aber nichts heißen mag, schließlich hat er sich auch nicht dazu geäußert, ob er die Bilder persönlich vorbei bringen möchte und doch kommt er heute. Schmunzelnd beginnt sie kleine, trockene Äste aufzuschichten und entfacht schließlich ein kleines Lagerfeuer. Schaden kann das nichts. Marga ist heute in die Stadt gefahren, Besorgungen machen, wie sie meinte und das ist wahrscheinlich auch ganz gut so. Maryama weiß dass sie temperamentsbedingt manchmal viel redet und energiegeladen ist, aber Marga toppt ihren Redefluss noch deutlich. Das wäre wohl eine Portion Wundertüte zu viel für Logan. Nachdem das Feuerchen munter knistert, begibt sie sich wieder ins Haus. Nicht dass sie die Klingel überhört, wäre nicht das erste Mal.
Logan steckt die Kamera in die Umhängetasche. Es ist bestes Wetter für einen ausgiebigen Spaziergang - und um Fotos zu machen. Die zarten Sonnenstrahlen glitzern auf dem Reif. Hier in Brindelton Bay ist die Luft deutlich frischer und sauberer als im verschmutzten Evergreen Harbor. Fotografisch hat beides seinen Reiz. Doch für heute hat er genug Bilder geschossen.
Er betritt den Hof, auf dem das kleine Haus steht und reibt sich die ausgekühlten Finger, bevor er die Klingel drückt.
Natürlich will Browneye sofort los sausen als die Klingel ertönt, aber er folgt mittlerweile gut und bleibt auf Kommando brav auf dem Sofa liegen, auf dem sie gerade beide noch gekuschelt haben. Maryama öffnet und lächelt Logan an. "Hi, schön dass du da bist. Komm rein." Als sie am Sofa vorbei gehen, ist Browneye nicht mehr zu halten. Fröhlich begrüßt er Logan und rollt sich gleich auf den Rücken um gekrault zu werden. "Wer glitschige Kastanien wirft ohne mit der Wimper zu zucken hat gewonnen." lacht Maryama. "Setz dich." Sie zeigt mit einem Arm auf das Sofa , mit dem anderen auf die Küchenstühle, andeutend dass die Wahl bei ihm liegt.
Mit der linken Faust stützt er sich an der Wand ab, beugt sich halb herunter und zieht die Stiefel aus. Dabei legt er den Kopf in den Nacken, um sich im Haus umzusehen. Es wirkt geräumig. Zu groß für seinen Geschmack. Zu viel Freiraum im Nacken. Der Boden wirkt glatt - auf Socken könnte es rutschig sein, wenn man es eilig hat.
Er richtet sich auf - ein kurzes Stechen im Rücken lässt ihn für den Bruchteil einer Sekunde den Mundwinkel verziehen.
Browneye wälzt sich vor ihm auf dem Boden und wartet ungeduldig auf seine Begrüßung. Logan neigt den Oberkörper nach vorn. Zum Bücken ist er für den Augenblick zu steif in den Knochen. So legt er mit ausgestrecktem Arm die Hand auf Browneyes Brustkorb, lässt sie dort ruhen und versucht die Körperwärme des Tieres zu spüren. Zuerst will es ihm nicht gelingen. Er konzentriert sich auf das, was er sieht - seine Hand auf dem Körper des Hundes. Ist es seine Hand? Ja, natürlich. Es muss seine sein. Er sieht und erkennt sie. Kaum merklich bewegt er die Finger und ertastet den Brustkorb des Tieres. Browneye wedelt fröhlich mit dem Schwa nz und brummt zufrieden. Da erkennt Logan es. Eine Bewegung unter der Haut des Mischlings. Schließlich bemerkt er eine Veränderung in den Fingern. Es ist weich. Das kurze Fell verströmt angenehme Wärme.
"Good boy.", raunt der Besucher dem Tier leise entgegen, bevor er die Berührung löst und sich langsam aufrichtet.
Maryama deutet ihm Platz zu nehmen, wo er möchte. Sein Blick folgt ihrer Geste. Zuerst zur Couch, dann zum Esstisch.
An der hinteren Wand gibt es lediglich ein schmales Fenster. Keine Fluchtmöglichkeit. Auch die andere Seite des Tisches ist keine Option. Mit dem Rücken im Raum zu sitzen, dann auch noch die Tür im Nacken ... Unvorstellbar.
Die Couch wirkt einladend. Aber die Tatsache, dass auch dieses Möbelstück keinen Schutz bietet, lässt dem jungen Mann keine Wahl. Die Kissen am Fenster scheinen das geringste Übel zu sein. Dort zu sitzen bedeutet nicht nur, eine schützende Wand im Rücken zu haben, sondern auch den Überblick über den sparsam eingerichteten Raum. Zudem ist der Weg zur Tür frei von Hindernissen. Es ist also entschieden. Er schlägt beide Angebote aus und geht zielstrebig auf die Wand links von ihm zu.
Einen Augenblick lauscht er in die fremde Umgebung hinein. Irgendwo in der Wand knackt es leise. Holz atmet - auch nachdem es dem Leben entrissen wurde. Kein Grund zur Sorge also.
Der Rest des Raumes ist still. Auffallend still.
"Spielste auch oder ist die Deko?" Mit einer Kopfbewegung deutet er auf die Gitarre.
Aufmerksam beobachtet Maryama Logan, der ein wenig zögerlich im Wohnzimmer steht und sich umschaut, bevor er sich setzt. Ob er sich wundert dass sie nicht mehr Mobiliar besitzt...oder keinen Fernseher..geschweige denn Dinge wie eine Spielekonsole? Das einzige was jetzt auf den Winter hin angeschafft wird, ist eine Waschmaschine. Marga wird sie begleiten beim Kauf und wohl auch ein wenig beraten. Maryama holt zwei Tassen aus dem Küchenschrank und stellt sie neben der Teekanne ab. "Magst eine Tasse Kräutertee mit mir trinken, ich muss mich ein bisschen aufwärmen, komme grade aus dem Garten." Sie öffnet kurz die Kühlschranktür und linst hinein. "Oder lieber ein Bier oder ne Cola?" Von der Party sind immer noch Getränke übrig , weil sie selbst meist Tee oder Wasser trinkt.
Maryamas Blick schweift zur Gitarre. "Nein, keine Deko." sagt sie und hebt amüsiert über seine trockene Frage die Brauen. "Ich spiele gerne, bevorzugt am Lagerfeuer." Ihr Lächeln wird warm. "Sie ist mir eine treue Freundin seit vielen Jahren."
Logan überlegt einen Moment. Tee wäre sicherlich angenehm. Seine Finger der rechten Hand sind noch immer kalt. Aber ein Bier zu verschmähen wäre Blasphemie.
"Tee.", entscheidet er schließlich. Das Bier ist danach fällig.
Noch immer scannt sein Blick die fremde Umgebung ab. Die Wände sind farbenfroh gestrichen. An einer von ihnen entdeckt er zwei Koffer und stutzt im Gedanken. Will sie verreisen? War sie verreist? Abgesehen von dem Gepäck, das hier nicht wirklich hinein passt, sieht es ziemlich ordentlich aus. Warum lässt jemand mit solch einem Reinlichkeitsfimmel die Koffer stehen?
Dieses kleine Detail im Bild, nagt an seinem Wunsch, dieser Frau zu trauen. Was verbirgt sie?
Logan würde gern glauben, dass jemand der Gitarre spielt, ganz romantisch am Lagerfeuer, kein schlechter Sim sein kann. Charles Manson war ein begnadeter Gitarrist und hat unzählige Anhänger in den Tod geschickt. Ohne Skrupel. Ted Nugent hat fragwürdige Meinungen über Menschenrechte. Die Wahrheit ist: Das Eine hat rein gar nichts mit dem Anderen zu tun.
"Hat deine Klampfe 'nen Namen?", fragt er, um irgendetwas zu sagen - wohlwissend, dass viele Leute ihrem Instrument Namen geben. Das stärkt die Bindung und er hält es auch nur für ein kleines bisschen dämlich.
"Bisher nicht." sagt Maryama und reicht ihm eine Tasse mit dampfendem Tee, ehe sie sich auf das andere Kissen setzt. Sie stellt ein Behältnis mit Zucker auf dem Boden vor ihm ab und ergänzt mit einem kleinen Lächeln. "War mir auch noch nie ein Bedürfnis, wir verstehen uns auch so." Sie nimmt genießerisch einen vorsichtigen Schluck aus ihrer Tasse. "Spielst du auch was?" oder ist das auch ein Geheimnis, Mr.Lonesome Wolf? schickt sie nicht unfreundlich, aber auf Grund der Erfahrungen im Park durchaus mit einer Prise Ironie, in Gedanken hinterher.
Vorsichtig nimmt der junge Mann die Tasse entgegen und atmet das Aroma ein. Würzig.
Er nickt, während er behutsam über die heiße Flüssigkeit pustet. Sein Gesicht wirkt so noch länger, als es ohnehin schon ist. Zu trinken traut er sich noch nicht. Das Gefühl einer verbrannten Zunge hält unter Umständen Stunden lang an. Darauf kann er gut verzichten.
Seine beinahe schwarzen Augen treffen den neugierigen Blick der Gastgeberin. Sofort schnellen sie zurück zur Tasse in den Händen.
"Das Eine oder Andere."
"Das passt irgendwie zu dir, aber dass es gleich mehrere sind, hab ich nicht gedacht." Maryama trinkt nochmal und genießt das Aroma der Kräuter aus dem eigenen Garten, vor allem Salbei und Ysop kommen durch. Vielleicht sollte sie nächstes Frühjahr noch neue Sorten ausprobieren, schweift sie kurz gedanklich ab, um sich dann aber gleich wieder interessiert ihrem Gegenüber zuzuwenden. "Wärst du auch bereit etwas präziser zu werden?" fragt sie dann mit einem kleinen Schmunzeln. "Vielleicht könnten wir ja mal was zusammen spielen."
Während sie trinkt und auf Antwort wartet, fallen ihr wieder die markanten Narben im Gesicht auf, seine ernste Miene, die Hände, deren Finger mehr von künstlerischen Tätigkeiten oder vielleicht Büroarbeit...nein, das passt nicht zu ihm...zeugen, als von harter körperlicher Arbeit, die Tattoos... das Leben hat ihn gezeichnet, ohne Zweifel. Er strahlt eine gewisse Kühle aus. Trotzdem empfindet sie ihn nicht so, was Maryama gerade noch nicht richtig einordnen kann. Egal. Ihre Antennen sagen ihr, dass er ein ausgeprägter Individualist ist aber nicht bedrohlich...sonst
säße er nicht hier in ihrem Wohnzimmer. Das ist eine Eigenschaft, die sie an Mitsims schätzt. Mit der Horde rennen ist schließlich kein Kunststück.
Sein Wesen erstrahlt regelrecht, als die junge Frau vorschlägt, zusammen zu jammen. In seinen Augen leuchtet etwas. Ist das Leidenschaft?
"Klar, das wäre cool.", nickt er lächelnd. Die kleine Zahnlücke zeigt sich verspielt.
"Ich kann Gitarre anbieten, Banjo, Bass, Saxophon oder ...", er stockt kurz, dann formt sich sein leichtes Lächeln zu einem weiten Grinsen. "Die Drums mitzuschleppen ist eher unpraktisch."
Beinahe verschluckt sich Maryama als Logan das alles aufzählt. "Wow, das ist ja der Hammer. Hm..." Sie überlegt kurz und lächelt dann unternehmungslustig. "Du könntest mir die Bilder zeigen, wir hängen eins auf und gehen dann raus in den Garten. Ich nehm die Bongos mit und wir spielen was draußen, ich Gitarre, du.." Sie imitiert die Klopfbewegungen mit den Händen. "..das Feuer brennt schon." Jetzt grinst sie. "Das coole ist...ich hab keine Nachbarn mehr, wir können also Krach machen."
Sein Grinsen zieht sich zurück zu einem schmalen Lächeln. Etwas in dem Gesicht verändert sich. Er weicht ihrem Blick aus und nimmt einen vorsichtigen Schluck aus der Tasse.
Mit der linken Hand greift er in die Jackentasche und zieht einen USB-Stick heraus, den er ihr ohne Vorwarnung zuwirft. In einem fließenden Übergang greift er zu der Umhängetasche an seiner Seite, öffnet sie und zum Vorschein kommen drei Bilder, sorgsam zusammengerollt und in Folie verpackt.
"Hab noch bisschen dran gefeilt, ums perfekt zu machen." Er hält die Rolle in ihre Richtung, schaut sie aber nicht an. "Auf dem Stick sind die Originale. Falls dir was anderes vorschwebt. Geschmäcker sind ja angeblich verschieden."
Maryama schusselt mit ihrer Tasse, weil sie instinktiv dem Stick ausweicht, der sonst auf jeden Fall in ihrem Tee gelandet wäre. "Hey, für solche Übungen hab ich Papierkugeln und nen Abfallkorb." sagt sie lachend. Etwas Tee ist auf ihre Hose geschwappt, was sie aber ignoriert, als sie aufsteht, die Rolle nimmt und zu ihrem kleinen Laptop geht, der auf dem Küchentisch steht. "Komm doch her und schau mit mir." sagt sie und dreht sich zu Logan um, der immer noch auf seinem Kissen sitzt. "Kannst mir erklären was du verändert hast und warum." Als sie über die Kräutersorten im Frühjahr nachgedacht hat, ist eine Idee in ihr aufgekeimt und Logans Vorstellungen was Fotos betrifft, interessieren sie.
Logan trinkt noch einen Schluck, bevor er sich mit einer Hand auf das Knie aufstützt und sich langsam aufrichtet. Einen Moment verharrt er, streckt das rechte Bein aus und lässt den Fuß in der Luft kreisen, beugt das Knie, streckt es wieder aus - ein Knacken ertönt. Erst jetzt macht er leichte Schritte in Maryamas Richtung.
Am Tisch bleibt er einen Meter von ihr entfernt stehen und schaut mit schiefem Kopf an ihr vorbei auf das Papier, das vor ihr liegt.
Die Stirn in Falten gelegt kratzt er sich kurz am Augenwinkel und schluckt kräftig. Sein Adamsapfel tanzt unter der Haut, als er schließlich zu reden beginnt.
"Da hab' ich den Kontrast erhöht. Bei der Schwarz-Weiß-Fotografie folgt das Auge den hellen Punkten zu den dunklen. Das heißt, wenn du dir das Bild hier ansiehst, erkennt dein Hirn zu allererst den hellen Bereich hier oben." Mit dem Finger zeichnet er den Himmel nach und deutet dann auf einen Sonnenstreifen, der von rechts her in das Bild hinein tritt.
"Über diese Abstufung hier, wird der Blick des Betrachters dann in die Mitte des Bildes gelenkt. Hier sind viele Grautöne in verschiedenen Nuancen. Der Trick ist, das Original nich' einfach auf Graustufen zu stellen, sondern Farbkanäle zu schaffen. Das Auge nimmt die nich' wahr. Aber dein Unterbewusstsein spürt, dass hier Blau und Rot und Gelb und Grün versteckt is'. Dadurch wirken diese Farben abwechslungsreich und intensiver. Obwohl du denkst, dass du nur Grautöne siehst."
Er legt das oberste Bild beiseite. Auf dem Zweiten ist das selbe Motiv zu sehen. Wieder beginnt er zu erklären:
"Hier hab' ich den Gelbwert erhöht. Dadurch bekommt es diesen altmodische Touch - 'n bisschen wie in den 70ger Jahren. Unser Verstand verknüpft diese Farbgebung mit Vergangenheit. Das hat mit der Wellenlänge der untergehenden Sonne zu tun und was sie für Säugetiere wie uns bedeutet. Rein evolutionär betrachtet."
Wieder nimmt er das oberste Bild zwischen die Finger und legt es auf das Schwarz-weiße.
Das letzte sieht dem vorherigen recht ähnlich, dennoch hat es eine völlig andere Ausstrahlung.
"Hier liegen die Grüntöne im Vordergrund.", redet Logan weiter. "Das interpretiert das Gehirn als friedlich, naturverbunden und erfrischend. Unterschwelliges Grün macht glücklich. Wegen Frühling und so."
Erst jetzt schaut er die junge Frau wieder an und zieht eine Schulter in den Nacken.
"It's your choice."
Maryama schweigt eine Weile und betrachtet hingerissen die Fotografien von Browneye und ihr, während sie die Originale auf dem Bildschirm mit den Bildern vor sich vergleicht und Logans Informationen noch in ihr arbeiten. "Das ist beeindruckend was du alles weißt über Fotografie und wie man mit Farben zaubert." sagt sie schließlich und nimmt erneut das Schwarz-weiß Bild in die Hand. "Sie haben alle ihre ganz eigene Ausstrahlung...aber ich habe noch gar nichts in schwarz-weiß und es gefällt mir auch am besten. Das wird es." Sie dreht sich zu Logan und Ihre grünen Augen leuchten. "Vielen Dank, die sind wirklich schön geworden..mehr kann ich nicht dazu sagen, was du mir gerade erklärt hast, ist das einzige Wissen, was ich über Fotografie habe." Sie schmunzelt wieder. "Suchen wir noch zusammen einen Platz mit günstigem Lichteinfall aus?"
Brummend sieht er sich um.
"Normalerweise is' sowas gut über 'ner Couch oder 'nem Tisch. Aber das is' hier eher schwierig.", überlegt er laut."Und du hast ja auch schon was hängen." Wieder trifft sie sein verspieltes Funkeln. "Vielleicht druck ich's dir als Teppich. Oder Shirt."
Unwillkürlich muss Maryama lachen. Sie sieht sich um. "Weißt du, ich bin sehr viel draußen...schlafe auch am liebsten im Zelt, genieße es im Freien zu arbeiten. Ich mag das Haus auch, aber sehr viel halte ich mich gar nicht auf hier drin." Sie schaut ihn wieder an. Sie weiß, dass er das nicht ernst gemeint hat, trotzdem sagt sie: "Also ein Teppich kommt mir hier nicht rein, du müsstest mal sehen wie's hier aussieht wenn Browneye aus dem Garten hier durch fetzt nachdem er sich in ner Pfütze gewälzt oder einen seiner berühmten Krater gegraben hat." Wie auf Kommando kratzt es an der Türe. Maryama geht öffnen und redet unterwegs weiter. "Es ist grade nur so ordentlich, weil ich Besuch habe und sie täglich sauber macht hier, wofür ich ihr sehr dankbar bin...wenn ich aus dem Garten komm, bin ich nicht besser als er." Sie zeigt auf Browneye, der begeistert zu Logan rennt und ihn begrüßt. "Weißt du was? Ich wär tatsächlich für ein bedrucktes Sweatshirt."
Logan zieht eine Augenbraue in die Stirn. Bands auf nem Shirt - immer! Comics - klar! Dämliche Sprüche - Wenn's denn sein soll... Aber Fotografien gehören nicht auf Klamotten. Sondern an eine Wand, seinetwegen auch auf den PC oder in Oldschool Fotoalben, wo sie in Vergessenheit geraten, bis man zufällig drüber stolpert und in Erinnerungen schwelgt - oder sie verbrennt. Aber gut, wenn sie den Joke zu bitterem Ernst machen will ... An ihm soll es nicht liegen. Er muss es nicht tragen.
"Sure,", brummt er wieder, "whatever you like."
"Cool, auf dem Shirt seh ich's öfter als hier drin. Ich bin immer für anwendbare Lösungen ...auch wenn damit der künstlerische Faktor etwas in den Hintergrund gerät. Das gebe ich wohl zu." Sie überlegt kurz. "Die Bilder lässt du mir aber, oder?"
"It's all yours.", nickt er, während er in die Knie geht, um Browneye zu kraulen. Aufgeregt wackelt das Tier hin und her. Von unten schaut Logan zu ihr herauf.
"Wolltest jetzt raus geh'n?"
"Super." Maryama füllt kurz Browneyes Napf mit Trockenfutter, Wasser passt noch, und kneift die Tüte wieder ordentlich zu, bevor sie sie wieder am Boden abstellt. Er frisst es nicht mehr wenn es nicht genug Appetit anregend riecht. Genauso wenig darf sie die Plätze der Näpfe vertauschen, das bringt ihr nur einen fragenden Blick mit schief gelegtem Kopf ein und nichts wird angerührt. "Ja, gern, aber mit den Instrumenten. Nimmst du die Gitarre?" Sie selbst hebt die Bongos vom Boden auf und geht voran.
Am Feuer angekommen legt sie ein paar Scheite nach, bis es wieder munter knistert. Ein zufriedenes Lächeln stiehlt sich auf ihre Lippen. "Das ist der beste Background den man sich wünschen kann." Sie setzt sich und zeigt erst auf das Feuer und dann auf einen der freien Sitze aus grob behauenen Baumstümpfen. "Bitte."
Logan folgt ihr stumm. In der Hand hält er ihre Gitarre. Wieder lässt er seinen Blick über die Umgebung schweifen, bevor er sich auf den rechten Stumpf setzt. Zwei Kuhpflanzen beobachten ihn neugierig, wie festgewachsene Wachhunde. Er hat schon von diesen Wesen gehört, ist ihnen aber bisher noch nicht begegnet.
Vollkommen unbewusst legt er die Gitarre an seinen Körper und beginnt, wahllos, die Saiten zu zupfen. Es ist nichts Besonderes, was er spielt und er selbst achtet auch gar nicht darauf. Seine Finger bewegen sich mit einer Selbstverständlichkeit, als würde er den ganzen Tag nicht anderes tun.
Mit strenger Mimik scannt er dabei das Zelt, das er von diesem Platz aus gut im Blick behalten kann. Die Reißverschlüsse sind zugezogen. Logans Unterkiefer spannt sich leicht an. Bei diesem Anblick ist ihm nicht ganz wohl. Warum lässt sie nicht wenigstens den äußeren Verschluss offen, um durchzulüften? Versteckt sie darin etwas?
In seinem Gedanken formt sich die Szene zusammen, wie sich plötzlich der Verschluss öffnet, jemand heraus stolpert und auf ihn zu rennt.
Seine Finger pausieren das Spiel für eine Sekunde.
Es ist eine körperliche Herausforderung, so schnell und elegant aus einer Zeltöffnung zu preschen, dass man direkt im Anschluss jemanden überfallen könnte - der das alles auch noch beobachtet.
Logans Finger setzen ihren Tanz auf den Saiten fort.
Es ist unwahrscheinlich, dass hier ein Angreifer zuschlägt.
Glücklich, dass sein Frauchen das Feuer wieder angefacht hat, lässt sich Browney daneben am Boden nieder und legt den Kopf auf den Pfoten ab. Musik am Lagerfeuer kennt und genießt er. Maryama schmunzelt und konzentriert sich dann auf Logans Spiel. Die Melodien kommen locker und leicht, tanzen launig in die kühle Herbstluft. Statt mit der Handfläche bearbeitet sie die Bongos mit den Fingerspitzen, streift nur manchmal leicht darüber. Die Töne untermalen eher zart die lebhaften Gitarrentöne. Sie schließt die Augen und genießt den Fluss und das sich gut ergänzende Zusammenspiel. Wie lang ist dass her, dass sie mit jemandem so Musik gemacht hat? Zu lange jedenfalls. Ein kurzes Stocken in Logans Spiel irritiert und ihre Lider öffnen sich wieder. Sein Blick fixiert das Zelt, bemerkt sie verwundert. Ob er es merkwürdig findet, dass sie darin schläft? Ihre Gedanken werden unterbrochen durch einen temperamentvollen Schlussakkord ihres Gegenübers. Lächelnd nimmt Maryam die Bongos in die Hand und legt sie neben sich. "Das war total schön!" Ihre Augen beginnen wieder zu leuchten. "Ist schon länger her, dass ich mit jemandem jammen konnte." Sie nimmt einen Ast und stochert etwas in der Glut. "Du bist extrem gut...es kommt alles so leicht...als ob es dir einfach so zufliegt." Sie lächelt anerkennend. "Spielst du in ner Band oder hast mal?"
Lässig auf den Korpus des Instrumentes gelehnt, schmunzelt der junge Mann in sich hinein. Das ist immer eine der ersten Fragen. Die oder 'wie lange spielst du schon?'
"Ne,", antwortet er und schaut in die Flammen. "hab' hier und da mal mitgespielt und zusammen Musik machen is' schon cool, aber für 'ne Band taug' ich nix."
"Was? Warum nicht?" fragt Maryama verblüfft. "Könnten sich doch die Finger lecken nach so nem Musiker und kompliziert ist es doch mit allen Künstlern." Dann kommt ihr noch ein Gedanke. "Fühlst du dich zu festgelegt zusammen mit anderen?"
"Weißte, Musik is' was sehr intimes. Jedenfalls für mich. Wenn ich Songs einüb', dann is' das nichts, was ich nachplapper. Das sind dann eigene Sachen. Und das teil' ich' nich' mit jedem."
Vorsichtig stellt er die Gitarre neben sich ab und zieht seine Zigarettenschachtel hervor. Mit dem Filter zwischen den schmalen Lippen gepresst, springt aus dem Zippo eine Flamme vor seinem Gesicht auf. Mit einem zugekniffenen Auge nuschelt er weiter:
"Außerdem bin ich öfter mal unterwegs. Für 'ne Band..." Er steckt das Feuerzeug weg und zieht kräftig am Glimmstängel, "... Is' das keine gute Voraussetzung. Und ..." etwas schuldbewusst verdreht er die Augen, "ich kann Sims nich' leiden. Wär' vermutlich nur 'ne Frage der Zeit, bis sowas in die Luft fliegt."
Beim letzten Satz muss Maryama spontan laut lachen. Er ist grade heraus, das ist immer gut. "Verstehe." sagt sie dann wieder ruhiger, aber immer noch amüsiert. "Nein, ernsthaft, kann ich nachvollziehen, auch wenn ich gerne Sims kennen lerne und mich inspirieren lasse." Sie legt noch ein Holzscheit nach und wendet sich wieder Logan zu. "Apropos inspirieren. Ich muss dir noch was beichten."
Verwundert, beinahe schon beunruhigt zieht er die Augenbrauen in die Stirn. Was könnte sie beichten wollen? Ist er doch in eine Falle getappt?
"Guck nicht so finster. Ich mein's doch nicht todernst." Maryama lächelt. "Im Park... also, es ist nicht Standard, dass ich wildfremde Sims nach 10 Minuten zu mir nach Hause einlade." Sie schmunzelt ein wenig und fährt fort. "Allerdings hab ich deine Bilder auf der Kamera gesehen und dachte sofort, dass du einen ganz eigenwilligen Blick auf die Welt hast und das faszinierend umsetzt. Da kam mir eine Idee und nachdem ich dich ein wenig kennen lernen durfte, frag ich dich jetzt einfach." Ihr Blick wird ernster. "Ich habe mit einem Freund ein berufliches Projekt gestartet. Wir bauen uns zusammen eine Existenz mit einer Gärtnerei und Verkauf der eigenen Bioprodukte auf." Sie erzählt Logan den Werdegang und relevante Einzelheiten dann schließt sie: "Wir wollen im Frühjahr eröffnen und könnten noch einen Fotografen gebrauchen, der Bilder dazu macht , die wir für Werbezwecke, aber auch zur Gestaltung des Verkaufsraumes verwenden würden. Könntest du dir sowas vorstellen?" Mit einem kleinen Lächeln fügt sie an:" Ich zumindest empfinde dich nicht als 'simsfeindlich' und könnte mir eine Zusammenarbeit gut vorstellen."
Aufmerksam hört Logan sich alles an, beobachtet dabei das Lagerfeuer vor sich.
Nachdem ihre Worte verklingen und sie ihn erwartungsvoll anschaut, schweigt auch er noch einen Moment und regt sich nicht. Maryama gehört zu den Sims, die er eines Tages vielleicht sogar mögen könnte. Aber was ist das für ein Freund, den sie erwähnt hat?
Er stützt die Ellenbogen auf den Knien auf und faltet die Hände vor dem Gesicht.
"Was is' das für'n Typ? Wie lange kennste den schon?"
"Er heißt Benjamin, man nennt ihn aber Ben und wohnt in San Myshuno. Wir kennen uns noch nicht so sehr lange, eine .." Sie stockt kurz. „..ehemals gute Freundin von mir hat einen Gartenhandel veranstaltet, ich hab ihr dabei geholfen und Ben ist am selben Tag mit seiner Schwester ins Nachbarhaus eingezogen. Sie haben dort vorbei geschaut , wir sind ins plaudern gekommen und haben festgestellt dass unser beider Traumberuf Gärtner ist. So kam es, dass wir den Kontakt gehalten und schließlich beschlossen haben dieses Gemeinschaftsprojekt zu starten." Sie blickt nachdenklich ins Feuer. "Er ist erst 19, hat aber die Verantwortung für seine 17-jährige Schwester und den Haushalt zu tragen, ihre Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen. Ben ist ein sehr zuverlässiger, friedfertiger Sim. Seine Schwester und ihre Freundinnen von der Brindleton High helfen uns gerade beim Aufräumen und Herrichten des Grundstücks."
Maryama richtet sich etwas auf und streckt sich. Dann setzt sie sich wieder entspannter hin und schaut Logan an. "Falls du Interesse hast, können wir uns gerne mal dort mit ihm treffen und das Projekt besichtigen." Sie gestikuliert mit einer Hand. "Aber ich will dich nicht bedrängen, ist nur ein Vorschlag. Kannst auch gerne länger drüber nachdenken, bis zum Frühling ist noch eine Weile hin."
Logan nickt gedankenverloren und murmelt:
"Wird nich' nötig sein."
'Mit' nem 19-Jährigen werd' ich fertig.', denkt er.
Etwas verkrampft steht auch er auf, um ein paar Schritte im Garten zu gehen.
"Wenn ich dein Bier aus' m Kühlschrank krieg, geht der Deal klar.", sagt er mit fester Stimme und setzt vorsichtige Schritte zu einer der Kuhpflanzen.
Doch nicht nötig? Ganz schlau wird Maryama nicht aus Logan, aber seine Bedenken scheinen nicht so groß gewesen zu sein, wie sie erst angenommen hatte. Um so besser. "Na, wenn das kein Grund zum anstoßen ist." lacht sie und will Richtung Haus gehen, als sie sieht wo Logan hin steuert. Kurz überschlägt sie ihre Aktivitäten vor seiner Ankunft und ist beruhigt. So schnell haben die beiden noch keinen Hunger, sie hat ausgiebig gefüttert. Nur...Nschotschi ist ein Schelm und fordert manchmal ungestüm Spiel-oder Streicheleinheiten ein. "Sie sind satt, aber sei achtsam, haben ein stürmisches Temperament..singen beruhigt sie..." Mit diesem wertvollen Rat geht sie in Richtung Küche, um die Getränke zu holen, dicht gefolgt von Browneye, der eine Chance auf Fressen wittert.
Etwa zwei Meter vor dem ungewöhnlichen Geschöpf bleibt Logan stehen und beginnt sanft mit ihm zu reden. Der Kopf der Pflanze neigt sich ihm interessiert entgegen. Es öffnet das Maul leicht und eine kräftige Speichelspur tropft auf den Boden.
"Du hast da was verloren, Madame.", sagt er trocken. Die Pflanze raunt. Als sie den Kopf in seine Richtung streckt, will er instinktiv zurückweichen, bleibt aber stehen und hält ihr seinen Handrücken hin.
Leise beginnt er eine Melodie zu summen. Es dauert nicht lange, bis daraus Worte werden, die er vertieft vor sich her singt:
"Streetlights in the darkness, Running away from me.
I'm managed to forget Everyone I needed to forgive.
Almost everybody hates regriefs. I stink and I always will.
It couldn't happen to youCaus you were never such a preak.
'N every time I find the right path.
I end up with shit up to my knees.
I guess I'm gonna stop tryin' Stop cryin' and just get
another drink."
In den Händen zwei Dosen Bier, kommt Maryama in den Garten zurück und sieht erstaunt, wie sich die Kuhpflanze sanft hin und her wiegt. Singt er ihr wirklich vor? Interessant. Also ist das tatsächlich so, dass sie zahm werden, bei Gesang. Es hängt nicht vom Vertrautheitsgrad mit der singenden Person zusammen. Sie setzt sich und stellt die Dosen vorerst am Boden ab. Es ist spannend Logan zuzuschauen. Ihre ganzes Wissen über die beiden Exoten basiert ja auf persönlicher Interaktion, bisher hat keiner ihrer Gäste sich je herangewagt. Na ja, bis auf Asante, aber das war nicht wirklich vergleichbar, erinnert sie sich amüsiert.
Logan dreht sich herum und sieht die Gastgeberin dort sitzen.
"Nette Haustiere.", schmunzelt er und geht wieder zum Feuer. Er nimmt eine der Dose entgegen und prostet der jungen Frau zu, bevor er ansetzt und die Hälfte der kalten Flüssigkeit trinkt.
"Also, was sollte ich von dir wissen, wenn ich dich kennen lernen will?"
Überrascht blickt Maryama auf, nachdem sie ebenfalls einen kräftigen Schluck aus ihrer Dose genommen hat. Was ist das jetzt für ein Vorstoß? Wirkt das Bier und die Austernschale hat sich deshalb ein wenig geöffnet? Sie muss unwillkürlich lächeln. "Gute Frage...alles und nichts? Heißt nicht kennen lernen miteinander reden und es so herausfinden?" Sie muss ein wenig lachen bei dieser Wendung des Gesprächs. "Ich denke du weißt ungefähr zehn mal so viel von mir, wie ich von dir." sagt sie dann schmunzelnd. "Was interessiert dich denn?"
Ohne zu überlegen fragt er:
"Welche Eigenschaften schätzt du besonders an dir? Und welche magst du gar nich'?"
"Ich erzähl dir was, aber nur wenn im Gegenzug auch was von dir kommt..zweiter Deal?" antwortet Maryama schmunzelnd.
Er senkt den Kopf und schmunzelt leicht, als hätte er geahnt, dass so etwas passiert. Sein Bier fokussierend sagt er:
"Deal."
"Okay." Sie zieht die Nase ein wenig kraus und legt die Stirn in Falten. "Frage eins ist leichter zu beantworten als Frage zwei." Ihre Züge werden für ein paar Sekunden fast unmerklich härter, ehe sie dann sagt:" Ich mag es, dass ich gelernt habe, nach jedem Schlag den mir das Leben in die Magengrube gegeben hat, wieder Kraft zu sammeln, aufzustehen und etwas draus zu machen. Darauf bin ich stolz." Sie lächelt ein wenig und trinkt nochmal vom Bier. "Was ich nicht mag...hm..dass ich manchmal zu gedankenlos etwas unsensibles sage und damit Sims vor den Kopf stoße und es dann nicht mal merke, ....ja, ich glaub so kann ich das stehen lassen." sie grinst in seine Richtung. "Also...du weißt Bescheid jetzt, ich will keine Klagen hören."
Maryama krault Browneye hinter den Ohren, der von einer Inspektionsrunde ums Haus zurückgekommen ist und jetzt ein paar Streicheleinheiten einfordert. "Jetzt bin ich dran." Sie legt abermals die Stirn in Falten. "Was muss passieren, dass ich dich mal laut und herzhaft lachen höre?"
Logan ächzt überrascht. Damit hat er nicht gerechnet.
Grübelnd kratzt er sich am Hinterkopf.
"Sowas hat mich noch keiner gefragt." Nachdenklich nimmt er einen kräftigen Schluck. Wann hat er das letzte Mal herzhaft gelacht? Unmerklich schüttelt Er den Kopf. Da könnte er genausogut überlegen, wie viel Kaffee er am 3. Sommer getrunken hat. Es ist zu lange her - in seinem Gedächtnis werden Informationen solcher Art in irgendeine Kramkiste geworfen und in verborgene Ecken verbannt. Es ist völlig unmöglich, diesem Chaos Herr zu werden.
Logan bemerkt nicht, wie er anfängt auf der Unterlippe herumzubeißen. Schließlich schaut er die Gastgeberin aus ratlosen Augen an.
"Haste 'ne andere Frage?"
"Ich hab ne andere Frage und vielleicht finden wir die erste mal zusammen raus." antwortet Maryama lächelnd. "Bleiben wir beim Thema. Ich möchte das Gleiche von dir wissen, wie du von grade von mir." Browneye hebt irgendetwas vom Boden auf und legt es Logan vor seine Schuhe. Amüsiert erkennt Maryama, dass es die Kastanie ist, die sie aus dem Park mitgenommen hat.
"The good 'n bad Lo.", nickt er, als ihm das Spielzeug vor seinem Fuß auffällt. Er bückt sich, um sie aufzuheben und ohne Zögern wirft er sie weit durch den Garten. Browneye rennt los und verschwindet hinter der Hausecke.
"Ich bin ehrlich. Das wär' the good point. Die andere Liste is' ziemlich lang."
Er seufzt leise und wägt in Gedanken ab, welche unliebsame Eigenschaft er benennen könnte.
"Ich ... bin schwach.", sagt er dann mit leiser, schuldbeladener Stimme und leert die Dose in der Hand.
Wie ein Schuljunge wirkt er plötzlich, als er sich auf den Baumstumpf setzt und wieder zur Gitarre greift, um darauf herumzuklimpern.
Schweigend mustert Maryama ihn für einen Augenblick, horcht in sich hinein und sagt dann schlicht. "Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zu Stärke." Dann leert sie ihre Dose und steht auf. "Ich schätze ehrliche Sims. Trinkst noch eins?"
"Definitely."
Grinsend geht Maryama ins Haus, bleibt kurz sinnierend im Eingangsbereich stehen und mustert die Wand. Dann nickt sie zufrieden, holt nochmal Bier und kehrt zu Logan zurück. Er spielt noch Gitarre, deshalb stellt ihm seine Dose hin. "Hast du nen Lieblingssong? Ich mein, zum auf der Gitarre spielen?"
"Da gibt's einige.", brummt er und stimmt eine beschwingte Meoldie an. Fast zeitgleich setzt er mit geschlossenen Augen den dazugehörigen Gesang ein.
https://youtu.be/VFJcclZWKDQ
Maryama bleibt stehen und wippt, das Bier in der Hand, gedankenverloren mit. Er hat eine interessante Stimme, tiefer und voller als vermutet. Innerlich reist sie für eine Weile in die Vergangenheit, sieht Alexander an der Gitarre und wie sie zusammen ihr Lied singen, im leeren Zugabteil, auf dem Weg nach Irgendwo. Ihr Körper wiegt sie sich noch ein Weilchen zu Logans Spiel. dann setzt sie sich wieder. Das Feuer, die Musik..es ist einfach friedlich und schön. Etwas in Maryamas Innerem bröckelt, ein kleiner verhärteter Klumpen aus Erfahrungen fällt ab und zerbröselt. Zum Vorschein kommt das, was so lange nicht mehr unbeschwert aufscheinen konnte. Pure Freude am Augenblick. Sie stützt die Ellbogen auf den Knien ab und legt das Kinn in die Handflächen, während sie ins Feuer schaut und lauscht. Als Logan aufhört, blickt sie lächelnd auf . "Das war wunderschön..Danke."
Anstatt zu antworten, legt er das Instrument behutsam wieder auf den Boden und greift nach dem Bier.. Schweigend beobachtet auch er die Flammen vor sich und trinkt.
"Ist das von dir?" unterbricht Maryama irgendwann das durchaus nicht unangenehme Schweigen.
"Hm?" Überrascht schaut er sie an. Er war in Gedanken vertieft - die letzten Tage waren so fordernd, dass er sich nicht sicher ist, ob sie guten oder schlechten Einfluss auf ihn hatten. Erstaunlicherweise fühlt er sich hier an diesem Ort relativ entspannt. Ist es die Gesellschaft, das warme Knistern des Lagerfeuers oder das Teilen der Musik, was ihm dieses Gefühl gibt? Was auch immer es sein mag - er fürchtet den Moment, in dem es umschlägt. Wenn die dunklen und schweren Gedanken wieder kommen.
"Nein.", antwortet er zögerlich auf Maryamas Frage. "Meine Songs sind für mich."
"Versteh ich." Sie denkt kurz nach. "Obwohl ich glaub ich meine Sachen gerne teilen würde, hätt ich das Talent zum songs schreiben zum Beispiel. Nicht unbedingt online, aber gerne bei Auftritten auf der Bühne. Stell ich mir cool vor." Sie trinkt und fährt fort. "Wir waren erst beim Debutauftritt von einer jungen Band in nem Jugendzentrum, die waren ziemlich cool. Eigentlich nicht so ganz mein sound, Punkrock, aber sie haben den Laden fliegen lassen." Sie lacht. "Sind alle so um die 17, 18 und richtig mit Herzblut dabei." Überrascht wendet sie den Kopf, als vom Haus her ein lautes: "Huhu Maryama!" zu hören ist. Schmunzelnd erklärt sie. "Das ist die Mutter des Bassisten der Band, sie wohnt gerade für ein paar Tage hier. Marga."
Marga hat ihre Einkäufe in den Kühlschrank gepackt, sich frisch gemacht und ist im Geiste jetzt mit Abendessen kochen beschäftigt. Aber wo steckt Maryama? Browneye ist auch nicht da...hm. Sie schiebt den Perlenvorhang am Küchenfenster etwas zur Seite und guckt in den Garten. Da ist sie ja, am Feuer...und nicht allein? Eine zierliche Person mit langen, schwarzen Haaren sitzt mit dem Rücken zu Marga und spielt Gitarre. Ob das die Freundin ist, von der sie manchmal erzählt? Sara? Womöglich hat sie den Weg zurück nach Brindleton Bay gefunden. Margas Geist ist immer auf der Suche nach Happy-Ends, so auch jetzt. Neugierig geworden öffnet sie das Fenster etwas und ruft einen Gruß hinaus. "Ich komm mal raus zu euch, Moment." Das Fenster knallt zu und kurz darauf auch die Haustür.
Amüsiert hebt Maryama die Brauen. "Sie ist wirklich eine quirlige Person, aber hat ein Herz aus Gold." sagt sie leise zu Logan, als Marga sich nähert.
Verwundert dreht die vermeintliche Freundin sich um und schaut über die Schulter nach hinten. Eine Frau mittleren Alters kommt näher.
Logan dreht sich zurück zum Feuer. Gerade war es angenehm. Hoffentlich verhunzt die Alte nicht die Stimmung.
"Naaaa ihr beiden." Marga strahlt beim näher kommen in Richtung Maryama. " Sag bloß ihr habt euch endlich wieder gefunden. Das ist doch Sara, od..." Sie bricht abrupt im Satz ab , als sie den Kopf Logan zu wendet. Ihre Augen werden groß. "..und sie hat sich nen Bart stehen lassen." bemerkt sie trocken und muss lachen. der sieht ja ganz anders aus als Delsyn...ist das eigentlich ihr Typ? Wo hat sie den denn her gezaubert? So eine Geheimniskrämerin.
Mühsam hält Maryama ein Lachen zurück. Margas Mimik ist zum schießen. Sie klopft auffordernd auf den Sitz neben sich und stellt Logan vor. "Er ist Musiker und Fotograf, wir haben uns im Park kennen gelernt." Etwas zögerlich, aber zu neugierig um abzulehnen, nimmt Marga Platz , legt die gefalteten Hände zwischen die Knie und guckt weiterhin mit großen Augen und einem Lächeln zu Logan. Ihre Fantasie gaukelt ihr kurz romantische Bilder vor... Maryama und Logan im Gras sitzend, an einen Baum gelehnt, barfuß..sich Geschichten erzählend. Maryama flicht Gänseblümchen zu einem kleinen Kranz, während Logan auf der Gitarre leise vor sich hin zupft..ähnlich wie in pretty woman...nein, dafür war es heute eindeutig zu kalt, fällt ihr dann ernüchternd ein und Gänseblümchen hat's kurz vor dem Winter auch keine mehr.
Die geplatzte Traumblase holt sie etwas unsanft ins Hier und Jetzt zurück, aber sie fasst sich schnell wieder. "Du bist Musiker? Das ist was ganz wunderbares. Mein Sohn auch..na ja...er ist hauptsächlich Schüler, aber macht auch Musik." erzählt sie Logan. Einen Finger am Kinn guckt sie kurz sinnierend in die Luft. "Mit einem Bass...so einem strombetriebenen." Maryama senkt den Kopf um ihr Schmunzeln zu verbergen und trinkt dann einen großen Schluck Bier, dabei beobachtet sie unter den gesenkten Lidern Logans Reaktion. Sie kann überhaupt nicht einschätzen, ob er gleich aufstehen und gehen wird, wie im Park oder ob er den Ball fängt, den Marga ihm da zugeworfen hat.
"E-Bass.", korrigiert Logan die Frau knapp. Dabei meidet er jeden Blickkontakt und steckt sich eine neue Zigarette an.
Er spürt, wie seine Laune in die gewohnte Skepsis übergeht. Der Vorteil, wenn man irgendwo hin zieht, wo man niemanden kennt, ist dass einen niemand kennt. Der Nachteil ist, dass man überall neue Gesichter trifft. Prinzipiell spricht nichts dagegen, neue Sims kennenzulernen - wenn es doch nur nicht so anstrengend wäre. Dieses ständige sich abklopfen, herantasten, beschnuppern. Sie stellen Fragen und die Antworten führen zu weiteren Fragen.
Mit Maryama war es bisher eher unverkrampft. Er schielt unauffällig zu Marga herüber - so ein Hausmütterchen. Logan rutscht ein Seufzen heraus.
Ii-bass? Marga kann sich nicht erinnern, dass Adrian das Instrument mal so genannt hat...oder doch? "Ja, das wird wohl stimmen." sagt sie dann einfach und lässt kurz den Blick zwischen Maryama und Logan hin und her huschen. Der junge Mann scheint nicht allzu gesprächig, aber das ist sie ja von Adrian schon gewohnt. Vielleicht stört sie die beiden? Nicht schlimm, sie hat eigentlich gerade andere Prioritäten. Marga steht auf und klatscht kurz in die Hände. "Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich hab mächtig Hunger." Sie schaut Logan an. "Kochst du gerne?"
Eine seiner Augenbrauen zieht sich in die Stirn. Warum fragt sie danach? Will sie, dass er ihr beim Kochen hilft? Oder sogar statt ihrer?
"Wenn's sein muss.", sagt er. "Aber gern? - Ne."
Maryama springt in die Bresche. "Marga ist eine Künstlerin am Herd." bemerkt sie und erntet ein Lächeln von der Angesprochenen dafür. "Hast du gedacht wir könnten zusammen kochen?" fragt sie freundlich.
bis der mich so finster angeguckt hat schon noch Marga ist kurz unschlüssig, dann winkt sie ab. "Nein, nein, alles gut. Ich hab an einen Auflauf mit Kürbis, Zucchini und Kartoffeln gedacht...Sahnesoße und würzigem Käse oben drauf. Bleibt ihr mal hier..könnt ja immer noch abwaschen später." Sie grinst, winkt kurz und geht rasch wieder Richtung Haus. Puh...da ist ihr Delsyn schon wesentlich lieber, ernste Mienen hat sie zuhause schon genug. Ob sie da etwas nachhelfen sollte? Nicht dass dieser verschlossene Künstler ihrem Lieblingsnachbarn noch den Rang abläuft... na,den Pfadfindern wird er sich wohl kaum anschließen, das ist ein Plus für Del. Mit diesem erfreulichen Gedanken holt sie Messer und ein Schneidebrett heraus und widmet sich Kürbis und Kartoffeln.
"Tja, da sind wir wohl nochmal mit nem blauen Auge davon gekommen." meint Maryama schmunzelnd zu Logan. "Nur Abwasch." Sie bemerkt, dass sein Bier auch leer ist und nimmt beide Dosen in die Hand. "Das Essen wird sicher richtig lecker, bist herzlich eingeladen.“ Sie hält die leeren Behälter hoch. „Und Bier hat‘s auch noch… Bier, irischen Whiskey und eine Flasche Wodka, die noch von einer Feier übrig geblieben sind. Ich bleib bei Bier, du?“
Einen Moment überlegt er. Das flüssige Gold abzulehnen kommt beinahe einem Verrat gleich. Doch das würde bedeuten, sich mit Marga auseinandersetzen zu müssen. Und für noch eine neue Bekanntschaft hat Logan im Moment keine Energie mehr.
Er steht auf und streckt sich mit den Händen in den Rücken gestemmt.
"Nope.", sagt er, "Ich bin raus. Zeit aufzubrechen."
"Na gut, wie du meinst. Ich komm noch mit vor." Maryama erhebt sich ebenfalls und begleitet Logan vor das Haus. Sie sieht sich kurz suchend um, aber Browneye hat sich schon längst zu Marga in die Küche verkrümelt. Klar, verspricht Leckerbissen. Sie steckt die Hände in die vorderen Hosentaschen und wippt ein wenig auf Fersen und Zehenspitzen hin und her, während sie mit Logan spricht. "Dann..next time mit Pullover?" Sie muss ein bisschen grinsen. "Und die Kamera nicht vergessen."
"Schick mir in 'ner Stunde 'ne Erinnerung.", nickt er. "Mein Gedächtnis is' nich' das beste, you know. Guten Hunger. Und bis dann." Mit diesen Worten dreht er sich um und verläßt den Hof.
(in Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )