Forum Discussion
3 years ago
Ort: 4er-WG, Evergreen Harbor
Charaktere: Logan, Jim, Valentin, Tom
Geschichtsstrang: Von Latten und Zäunen
**TRIGGERWARNUNG**
Logan betritt die Wohnung und hinkt in die Küche zum Kühlschrank. Offensichtlich schlecht gelaunt, greift er zu einem Sixpack und leert gleich an Ort und Stelle die erste Flasche. Nachdem er die Kühlschranktür schließt, nimmt er auch die halbvolle Flasche Whisky, die auf der Arbeitszeile steht und verschwindet gleich darauf in seinem Zimmer.
Nur wenige Sekunden später ertönt laute Heavy-Metal-Musik in einer fremden Sprache.
https://youtu.be/M0P9N03kZuM
Jim schreckt von seinem Schlaf auf, als die laute Musik zu hören ist. Sein Zimmernachbar! Zum Glück muss er sich nicht umziehen. Er hat gedöst, und war nicht richtig pennen im Schlafanzug. Und so trägt er normale Klamotten, als er bei Logan an die Tür hämmert:
"Mach mal leiser da drinnen!"
Entweder wird Jim nicht gehört oder ignoriert. Die Musik brüllt weiterhin aus den Boxen.
Valentin kommt aus seinem Zimmer. Gestern konnte er wieder erfolgreich Joachim Geld abknöpfen. So läuft das. In seinem Blickfeld entdeckt er Jim beim Versuch, Logan durch die Tür zu erreichen.
"Was ist los?"
Der dreht sich zu Valentin: "Hörst ihn ja. Macht Party da drin und lädt uns nicht ein!"
Plötzlich mischen sich dumpfe Geräusche unter den basslastigen Sound. Jemand oder etwas schlägt gegen eine Wand. Wieder und wieder.
"Seltsamer Drum-Rythmus. Naja, nicht mein Musikgeschmack.", murmelt Jim genervt, "Deshalb soll es ja leiser."
Da niemand reagiert, öffnet Jim nun die Tür selber.
Logan sitzt auf dem Bett und schlägt gerade mit der Faust gegen die Wand, als die Tür aufgeht. Um ihn herum liegen die große Flasche und vier Flaschen Bier.
Jim schreckt zurück. Da kommt also der seltsame Drum-Rythmus her! Er stolpert fast über die leeren Bierflaschem.
"Was zur... Kannst du dich nicht etwas leiser besaufen??" Auch wenn Jim meistens nicht viel redet, merkt man ihm an, dass er genervt ist und die Situation nicht richtig begreifen kann.
Erschrocken dreht der Schwarzhaarige herum und erkennt Jim mitten im Raum stehend, während Valentin im Flur geblieben ist und neugierig an seinem Mitbewohner vorbei ins Zimmer schielt. Der Flashback von vorhin sitzt Logan noch immer in den Knochen. Mühevoll steht er auf und macht einen halben Schritt auf den viel größeren Jim zu.
"Get the fuck outta here!", brüllt er und weist mit wund geschlagenen Handknochen zum Flur.
Valentin mischt sich ein, als er die Flasche Whiskey sieht.
"Ey, ich will auch einen Schluck!"
Jim checkt erst jetzt, dass Logan wirklich nicht gut drauf ist.
"Ist ja gut, ist ja gut. Du sollst ja nur leiser machen.", sagt er.
Als Valentin näher kommt, den Blick auf die Flasche gerichtet, dreht der Zierliche herum, greift nach dem Whiskey und wirft ihn auf den Boden vor Valentins Füße. Die Flasche zerspringt in grobe Teile und die wertvolle Flüssigkeit hinterlässt ungleichmäßige Pfützen auf dem Teppich.
Über sich selbst überrascht starrt er auf den Verlust und gerade als der laufende Track endet und plötzliche Stille einkehrt, hört man ihn flüstern:
"Oh. bloody fuck!"
"Der gute Whiskey!", ruft Valentin entsetzt. "Man.." Genervt verdreht er die Augen.
"Aber echt bloody fuck!", beschwert sich Jim, "Der Whiskey hat dir nichts getan!"
Logan reibt sich die Stirn, der Kopf ist gesenkt und sein Blick wirkt gequält. Was hat er nur getan? Jetzt bleiben gerade mal vier Flaschen Bier übrig. Damit könnte sich vielleicht ein ungeübtes Schulmädchen abschießen... Fieberhaft überlegt er, wie er nun all diese Bilder und Gedanken aus dem Kopf kriegen soll. Aber er kann nicht denken und wird immer verzweifelter. Bis er schließlich auf den Boden sackt und ratlos sitzen bleibt.
Jim sieht zu Valentin.
"Ok, das ist jetzt ein Problem. Der da hat eines und ich weiß nicht, was ich da tun muss." Vielleicht ist Valentin einfühlsamer... Doch der denkt wohl auch mehr an den verschütteten Whiskey.
Am Kopf kratzend sieht Valentin von Whiskey zu Logan und Jim.
"Logan?", fragt Valentin nun vorsichtig.
Mit etwas Verzögerung reagiert dieser und schaut unglüklich auf.
Jim kratzt sich abwartend am Bart.
Valentin weiß nicht genau, ob er den Besen holen soll oder nicht. Deshalb bleibt er lieber stehen und sieht Logan an.
"Können wir dir helfen?"
Niedergeschlagn fällt dessen Kopf wieder auf die Brust. Erst jetzt sieht er die roten Stellen an seiner Hand und beginnt mit dem Daumen daran zu reiben.
"Haste Koks in der Tasche?"
Mit Koks kam Jim früher mal in Berührung, doch das ist lange her. Das einzige, was er jetzt da hat, sind ein paar Dosen Bier, die im Kühlschrank stehen. "Hab nur Bier da.", murmelt er.
Valentin indes kramt in seinen Hosentaschen nach.
"Gerade nicht. Soll ich meinen Dealer anrufen?"
Mit aufgerissenen Augen starrt Logan ihn an. Er hat einen Dealer? Sofort zieht sich in ihm alles zusammen. Oh, wie gern würde er eine Line ziehen. Sein ganzer Körper schreit danach, lauter noch sein Geist. Aber das wäre nicht gut. Es wäre eine Katastrophe. Doch er ist im Ausnahmezustand und da könnte man schon ein klein wenig... Nur eine winzig kleine Grammzahl. Mit der demulierten Hand wischt er sich übers Gesicht.
"Nein, ich darf nich'.", murmelt er unsicher. "Ich sollte nich' ... Ach so'n shice!" Einen Moment schweigt er. "Vielleicht nur'n bisschen?"
Valentin nickt.
"Ich kann anrufen, wie du willst." Erwartungsvoll schaut er Logan an. Dann fragt er Jim: "Für dich auch?"
"Besser nicht.", murmelt dieser. Im Moment hat er auch nicht die Kohle dafür und auch keine Lust, wieder in die Sucht zu fallen.
Logans Augen werden größer und glasig. In ihm steigt eine Art der Nervosität auf, die er schon länger nicht gespürt hat. Seine Kehle wird trocken und das Gedankenkarussell beginnt, die Richtung zu ändern.
Ungehalten rappelt er sich auf, hinkt zum Tisch herüber und greift in ein Kästchen. Er dreht sich zu Valentin und reicht ihm einen Schein.
"Reicht das?"
Dieser nickt und geht in den Flur zum Telefonieren.
Logan setzt sich derweil aufs Bett. Nervös knabbert er an den Fingernägeln und starrt ins Leere.
Jim lehnt sich an die Wand.
"Was ist denn vorgefallen?", fragt er vorsichtig. Logan hatte sie ja vorgewarnt, dass er seine Päckchen zu tragen hat, aber so hat er den Mitbewohner noch nie erlebt.
"Hm?" Der junge Mann reißt den Kopf zu seinem Mitbewohner und starrt ihn aus leeren Augen an. Er kaut an der Unterlippe und die Hände fahren ihm durchs Haar, so dass für einen kurzen Moment, die Narben deutlich sichtbar sind - bis eine dicke Strähne wieder nach vorn fällt.
Er holt Luft und setzt zur Antwort an, bremst sich dann aber. Wie soll er es erklären? Er hat beim Frage-Antwort-Spiel verloren? Wieder einmal bringt er nur ein Seufzen hervor. Eigentlich will er ja gar nicht darüber reden, sondern es vergessen. Reden hat die Sachen noch nie besser gemacht. "Das ... Da war ... " Er schweigt. Er kann es nicht.
Jim merkt, dass das Reden darüber wohl zu schwer ist. "Naja, wenn du wen zum Reden brauchst, sag Bescheid. Wenn nicht, dann nicht." Er würde ihn zu nichts drängen.
Valentin kommt vom Telefonat wieder zurück.
"In einer halben Stunde an der Ecke. Dann kriegen wir den Stoff."
Logan nickt geistesabwesend. Eine halbe Stunde. Das bedeutet in vierzig Minuten könnte er in einer anderen Welt sein. Die Stimme in seinem Inneren, die immerzu ruft, er sollte das nicht tun, wird allmählich leiser. Zurück bleibt nur ein bitterer Beigeschmack.
"Wie sauber is'n der Shit?", fragt er plötzlich.
"Sehr sauber, glaub mir." Selbstsicher sieht er zwischen seinen Mitbewohnern hin und her. "Der Stoff hat mir schon super Stunden bereitet. Und seht mich an." Er streicht sich eingebildet durchs Haar.
"Oje, da muss irgendwas fehlgeschlagen sein bei dem Stoff, wenn man dich ansieht.", witzelt Jim und vergisst dabei, dass die Situation eigentlich gar nicht witzig ist.
"Okay.", nickt der Kleinere. Mit nervösen Bewegungen steckt er sich eine Zigarette an und saugt gierig das Nikotin in sich auf.
Sein Blick trifft auf Jim. Nur kurz, aber irgendetwas in seinen Augen scheint den Bärtigen anzuflehen, ihn aufzuhalten.
Valentin holt den Besen und das Kehrblech aus der Kammer. Er kniet sich hin und fegt die Scherben auf.
Jim sieht Logan an. Doch er hat keine Ahnung, was dieser Blick sagen soll.
"Ich war mal süchtig.", sagt er gedankenverloren, "daher nehmt euer Zeugs dann besser erst, wenn ich aus dem Raum bin."
Logan antwortet nicht darauf, doch die Worte dringen tief in seine Gedanken.
Verschiedene Stimmen aus vergangenen Tagen mischen sich in die Bilder.
'Du wirst dich noch umbringen, wenn du so weiter machst.'
'Du bist auch zu gar nichts zu gebrauchen.'
'Danke, dass du immer da bist.'
Erschöpft stützt er die Stirn auf die Hand. Wenn er doch nur stärker wäre ...
Jim ist nicht der einfühlsamste Sim der Welt, aber selbst er spürt, dass Logan Hilfe braucht. Er tut ihm leid, doch er weiß nicht, wie er helfen kann.
"Bin seit 11. Herbst clean.", murmelt Logan, ohne jemanden anzusehen. "Davor war's fast ein Jahr."
Jetzt schaut er Jim intensiv in die Augen und fragt mit schwacher Stimme:
"Wie hast du das geschafft?"
Jim kratzt sich nervös am Bart:
"Hatte Glück. Gab in meiner Knastzeit einen Aufseher, mit dem ich mich anfreunden konnte und der mir da geholfen hat. Eine Ausnahme unter den Bullen."
Logan nickt und senkt unzufrieden den Blick. Diese Entwöhnung ist wohl eher nichts für ihn.
"Wie war es bei dir?", hakt Jim nach.
Der junge Mann zieht beschämt eine Schullter in den Nacken und schüttelt den Kopf.
"Ich schaff's nich'." In Seiner Stimme ist die Enttäuschung deutlich zu hören.
"Verkack' immer an der selben Stelle."
Plötzlich ändert sich sein Ausdruck und er nimmt noch einen tiefen Zug, bevor er hinzufügt:
"Bin einfach nich' stak genug. So war's immer. Nie reicht es für irgendwas."
Jim hebt eine Augenbraue.
"Bist du sicher, dass es dann eine gute Idee ist, wenn du jetzt noch was bestellst?"
"Nein, das is' sogar 'ne ziemlich beschissene Idee." Logan lacht kurz auf, als würde er sich selbst lächerlich machen. "Aber ich ... " Seufzend schließt er die Augen und versucht, ruhig zu atmen. "Ich krieg's nich' weg." Mit der Hand schlägt er mehrfach gegen die Stirn.
Zwischenzeitlich hat Valentin den Müll entsorgt und lauscht dem Gespräch der Beiden zu. Er schaut auf die Uhr. Er müsste gleich los gehen.
"Soll ich Dir lieber doch nichts geben? .. Will jetzt nicht an irgendwas Schuld sein."
Jim sieht zu Valentin. Einem Dealer kurzfristig abzusagen, mag keine so gute Idee sein. Womöglich reagiert er aggressiv, wenn ein sicher geglaubtes Geschäft im letzten Moment ins Wasser fällt.
"Besser isses.", stimmt Jim Valentin zu.
Logan schaut von einem Mitbewohner zum anderen und dann wieder auf den Boden. Kaum merklich schüttelt er den Kopf.
"I don't know."
"Wie ist denn dein Dealer so drauf? Kannst du dem Typen denn kurzfristig absagen?", fragt Jim.
Valentin zuckt mit den Schultern.
"Na, ich mach das schon... Ich geh mal eben los." Er geht aus dem Zimmer und zieht sich seine Jacke an. Keinesfalls würde er seinem Dealer absagen. Aber den Stoff nimmt er trotzdem, der würde in seinem Zimmer ein schönes Plätzchen finden. Doch das müssen seine Mitbewohner nicht wissen.
Während Valentin unterwegs ist, wendet sich Jim an Logan:
"Ich weiß, es ist hart ohne das richtige Zeugs, aber da werden wir durchmüssen.", sagt er nur.
"Wieso denn wir?", raunt der Angesprochene mit einer leichten Verachtung im Unterton.
"Weil ich deine Laune dann ertragen muss.", erwidert Jim unbeeindruckt.
Überraschenderweise überzeugt Logan diese Antwort. Verständnisvoll nickt er, denn er weiß durchaus, dass er von Zeit zu Zeit zwischen Dramaqueen und Diva wechselt.
"Wir brauchen mehr Alk.", stellt er dann trocken fest.
"Alk klingt gut. Ich hab noch paar Dosen da.", sagt Jim und lehnt sich an die Wand.
"Nix Härteres, hm?"
"Leider nein. Keine Kohle und so." Jim seufzt.
Inzwischen ist Valentin am Treffpunkt angekommen. Er tauscht mit seinem Dealer den Stoff gegen das Geld und geht zurück. Die neuen Erkenntnisse über Logan, als auch Jim in Sachen Drogenmissbrauch überraschen ihn. Ich brauche ein gutes Versteck. Nicht, dass die Beiden mal mein Zimmer plündern in meiner Abwesenheit.
Zuhause angekommen schließt er die Haustür auf und geht hinein. Den Stoff sicher in seiner Hosentasche verstaut, macht er sich bemerkbar. "Jungs, bin wieder da. Hab ihn abgewimmelt, alles gut."
Den Schein von Logan legt Valentin zurück in sein Zimmer. Dann geht er zum Kühlschrank und nimmt sich ein Bier heraus.
Logan hat sich inzwischen aufgerappelt und ist nun dabei, den Boxsack im Flur zu bearbeiten. Energisch drischt er auf das Leder ein. Es ist deutlich zu sehen, dass er das nicht zum ersten Mal tut. Dennoch scheint er immer wieder Probleme mit Gleichgewicht und Kraftverteilung zu haben. Dass sein Knie durch den Zusammenbruch vor einigen Stunden wieder schmerzt, setzt ihm stärker zu, als er wahrhaben will.
Jim sitzt im Sessel im Flur und sieht Logan schweigend zu. Er weiß nicht, was er sonst so tun soll.
Aufgebracht schlägt der Jüngste immer härter zu. Sein Körper verlangt nach einer Pause, aber das ist ihm egal. Er muss all den Mist, der in ihm wühlt, irgendwie heraus lassen. Wenn er nicht koksen darf und der Whishey im Teppich hängt, gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten. Vor seinem inneren Auge blitzen Gesichter und Szenen auf, die er nur zu gern vergessen würde. Er versucht sich vorzustellen, seine Faust in eines dieser Gesichter zu versenken. Doch der Mistkerl fällt nicht um. Er bleibt stehen und lacht sogar.
'Was bist du doch für ein erbärmlicher Schwächling!'
Logan schlägt härter. Seine Gelenke schmerzen, der Aufprall hinterlässt harte Hiebe in der Schulter. Letztlich wird die Wut so groß, dass er beginnt, die widerliche Fratze vor sich anzuschreien. Doch auch das hilft nicht. Also lässt er von ihr ab. Er wird diesen Kerl niemals besiegen. Völlig verschwitzt und schwer schnaufend torkelt er zur Wand und lehnt sich pustend dagegen.
Rülpsend geht Valentin auf Logan zu. "Und? Ausgepowert?"
"Shut up, bloody dickhead." Noch immer außer Atem stößt Logan sich von der Wand ab und verschwindet im Bad, um heiß zu duschen.
Entsetzt sieht Valentin Logan hinterher.
"Wie unverschämt ist der denn bitte?!" Das will er nicht auf sich sitzen lassen. Erbost geht er Logan hinter und drückt die Badezimmertür auf, bevor sein Mitbewohner die Möglichkeit hat, die Türe zu schließen.
"Was geht bei dir ab? WIE REDEST DU MIT MIR? KOMM MAL KLAR, ALTER!"
"DU HAST MIR GAR NIX ZU SAGEN, IS' DAS KLAR?!", brüllt Logan zurück. Zuerst dieses miese Schwein von damals und jetzt der hier. Logan gerät in Rage. "VERPISS DICH, ASSHOLE!"
Jim sieht von Logan zu Valentin. Was ist denn jetzt los? Was hat Valentin getan, um so ein Wort zu verdienen? Oder gilt Logans Wut etwas Anderem?
"Also jetzt reicht's mir, aber! HAB RESPEKT, JUNGE! SONST SCHMEISS ICH DICH RAUS, SUCHTI!" Valentin stellt sich groß vor Logan auf.
"Ich glaube nicht, dass du persönlich gemeint bist.", murmelt Jim in Valentins Richtung, doch der scheint zu wütend zu sein um den Satz zu hören.
Logan ist außer sich. Er springt dem deutlich Größeren mit einer Hand an die Kehle und die andere landet hart auf Valentins Jochbein. Irgendwo knackt es, doch es ist nicht klar aus welchem der beiden Körper das Geräusch kommt.
Bevor Valentin reagieren kann, landet Logans Fuß in der Kniekehle des Riesen, um ihn so zu Fall zu bringen.
"Eh...ah.. irgh.." Valentin ist zu geschockt von der Schnelligkeit des Angriffs. Seine Reaktionsfähigkeit lässt zu wünschen übrig und er fällt zu Boden. Damit hatte er nicht gerechnet.
Logan tritt ein mal zu und bricht dann seinerseits zusammen. Das verletzte Knie gibt nach und Logan kann weder auf dem Bein stehen, noch damit treten.
Die Gelegenheit nutzt Valentin, um sich aufzurappeln. Schmerz! Irgendwo hat es ihn erwischt, doch wo genau, weiß er noch nicht. Vom Adrenalin berauscht, steht er auf und sieht herunter zu Logan.
"DU IDIOT! HAST DU SIE NOCH ALLE?" Er legt seine Hände auf Logans Schultern und will ihn zur Seite schubsen, doch da verliert Valentin vor Schmerz das Gleichgewicht. "Oh, ah ..." Auf seine Hände fallend liegt Valentin erneut am Boden. Was ein..!
So liegen beide Männer am Boden und ringen mit dem schmerzhaften Körpergefühl. Logan hält sich das Knie und windet sich. Er muss aufstehen. Er muss es diesem Mistkerl zeigen. Der Typ hat es nicht verdient, heil aus dieser Sache heraus zu kommen. Nicht nach allem, was Logan durch ihn ertragen musste.
Ich kann jetzt nicht aufgeben!, sagt sich Valentin und versucht sich erneut aufzurappeln. Hätte ich doch schon was genommen! Der Stoff hätte ihm zumindest den Schmerz erträglicher gemacht. Er richtet sich auf, bleibt jedoch dabei sitzen. Wieder einmal packt er Logan mit seinen Händen an den Schultern und schubst ihn weg.
Der Kleinere kann sich nicht wehren. Mit Schwung wird er herum gerissen und landet mit dem Rücken an der Kommode. Es poltert und Logan bedeckt seinen Kopf mit den Armen.
"HA!", ruft Valentin laut, doch da fährt erneut ein Schmerz durch seinen Körper. "Ahhh...!" Alles tut ihm weh. Verzweifelt legt er sich seitlich auf den Boden und windet sich vor Schmerz und atmet laut.
Logan stemmt sich gequält auf - den Atmen angehalten schafft er es, sein Gewicht auf das linke Bein zu verlagern. Doch das andere schickt ein Pochen und Stechen bis zu Hüfte herauf. Mit dem Hintern stützt er sich am Waschbecken ab, während er sich angespannt nach vorn beugt, Valentin in die Haare greift und zu sich herauf zieht. Er will dessen Stirn ans Waschbecken schlagen, doch der Mitbewohner kommt ihm zuvor.
Mit seinem Ellbogen schlägt Valentin in Logans Bauchbereich und kann sich so befreien. Unglücklich knallt er mit seinem Kinn auf den Boden.
Jim musste sich erst von der Überraschung erholen, doch nun hat er sich genug gefasst um sein Glück zu versuchen.
"WAS SOLL DAS WERDEN?", brüllt er wütend. Er versucht Logan festzuhalten, damit er nicht weiter auf Valentin geht. "SEID IHR NOCH GANZ BEI TROST?"
"FRAG DEN DA!" Valentin zeigt auf Logan. "Der hat angefangen. Ich hab nix getan!" Gereizt sieht er zu seinem Mitbewohner und fletscht die Zähne.
"LOGAN!", ruft Jim dem Zimmernachbarn zu, "Ich weiß nicht, wen oder was du siehst, aber Valentin hat sicher nichts damit zu tun! Er kann nichts für deine Probleme!"
Valentin versteht kein Wort, er weiß nicht, was Jim damit bezwecken will. Doch gerade ist ihm das auch egal, er fühlt sich total platt.
"GET YOUR BLOODY HANDS OFFA ME!", spuckt Logan und reißt sich los, stürtzt zu Boden und landet neben Valentin.
Schwer atmend keift er:
"Was los, old man? Kannste nich' mal 'nen Zwerg verprügeln?"
Der Angesprochene schnaubt nur. "Ich lasse dir die Chance zu flüchten."
"Für wie feige hältste mich? MACH SCHON, WEICHEI!.", zischt Logan weiter. "Tob' dich aus. Ich bin hier, ARSCHLOCH"
Jim ist genervt. Eigentlich hat er auf den Stress grad keine Lust, aber er will auch nicht wie ein Feigling da stehen.
"Wisst ihr was? Prügelt euch doch wenn ihr wollt. Wenn ihr wieder zu Verstand gekommen seid, ich mach was zu futtern!"
Provokant grinst ihn daraufhin Valentin an.
"Weißt du was, ich werde mir jetzt ne Line ziehen. Denn ich bin nicht feige." In Wahrheit ist er zu schwach, um noch weiter zu kämpfen.
Alles in Logan bäumt sich auf. Der Frust und die Anstrengungen der letzten Wochen, die Blamage auf dem Gartengrundstück, Wut, Scham, Hass, Ekel, Schuld, ... All das lässt ihn die körperlichen Leiden vergessen. Valentins Worte sind einfach zu viel. Logan sieht rot. Er steht auf und beginnt auf Valentin einzutreten. Wieder und wieder landet sein Fuß in dessen Rippen. Er ist völlig in Rage und weiß nicht mehr, was er tut.
Jim muss die beiden Idioten trennen, das ist ihm bewusst. Das geht wirklich zu weit! Normales Prügeln... okay... Aber Tritte in die Rippen? Wo ist denn bloß Tom?
Jim zerrt erneut an Logans Schultern, ungeachtet der Tatsache, dass dieser das nicht mag.
"DU IDIOT!", brüllt er Logan an, "WILLST DU, DASS JEMAND DIE BULLEN RUFT? AUF DIE HÄTTE ICH JETZT GAR KEINEN BOCK!"
Er sieht zu Valentin. "UND DU HÖRST MIT DEINEN DÄMLICHEN PROVOKATIONEN AUF, IST DAS KLAR!?" Er lässt Logan jedoch nicht los.
Logan ist so weit weg, dass er den Bärtigen kaum wahrnimmt. Mit überraschend viel Kraft zieht er an Jims Griff und verhält sich, wie ein scharfer Köter, dessen Ziel es ist, sein Opfer zu zerreißen. Jim lässt nicht los, so sehr es auch schmerzt. Sein Vorteil ist, dass er größer ist als Logan.
Schmerzerfüllt nimmt Valentin nur dumpf die Worte seines Mitbewohners wahr und kann sich nicht mehr wehren.
In diesem Moment öffnet sich die Haustür. Tom, der unterwegs war, kommt endlich heim.
"Hilf mir mal!", ruft Jim ihm zu, "Logan läuft Amok!"
Der Mechaniker kommt gerade von seiner Arbeit zurück, als er die Szenerie erblickt. Jims Worte unterstreichen alles. Toms Blick verfinstert sich. Er stapft auf Logan zu, packt ihn und drückt ihn gegen die Wand. Mit vor Wut schäumender Mimik brüllt er den Amokläufer an:
"HAST DU NOCH ALLE LATTEN AM ZAUN!?! ... ICH GLAUB ES HACKT BEI DIR!!!" Sein Griff verhärtet sich und die Augen des Ältere glühen vor Raserei. "JIM! SCHAU NACH VALENTIN! SCHNELL!", ruft er dem Mitbewohner zu.
Logan hält sofort inne und starrt Tom schockiert an. Beinahe vergisst er das Atmen. Seine Augen weiten sich panisch, er reißt die Arme schützend vors Gesicht und beginnt in Toms starkem Griff zu zittern.
Jim ist kein Kämpfer, und so ist er froh, dass Tom übernimmt. Er schaut zu Valentin:
"Wie geht es dir?", fragt er vorsichtig.
Tom mustert Logan und entscheidet, dass der Volltrottel eine Abkühlung braucht. Er packt ihn, geht ins Bad und schubst Logan in die Dusche, die er mit kalten Wasser anschaltet. Während es auf den Mitbewohner 'regnet', zischt Tom ihm zu:
"Kühl dich erstmal ab ... dann reden wir!"
Mit einem lautem Knall schließt er die Badtür hinter sich und geht auf Jim, wie Valentin zu. Der Ältere kniet sich herunter und klopft mit der flachen Hand gegen Valentins Wange. "HEY CASANOVA ... AUFWACHEN!", ruft er laut.
Jim bemerkt nun, dass es Valentin alles andere als gut geht. Er ist nicht ansprechbar.
"Tom, wir müssen ihn zum Krankenhaus bringen!", ruft Jim.
"Fuck!", knurrt er zurück. Aber Jim hat absolut recht. "Ruf den Notarzt. ... Nein ... Warte ..." Gerade fällt Tom etwas ein. Wenn ein Krankenwagen kommt, dann wird gefragt was passiert ist und dann kommen die Bullen ... So ein Dreck. Angestrengt überlegt der Mechaniker. "Warte. Ich hol schnell Hilfe." Er erhebt sich und stürmt aus der Bude.
"Wir können Logans Wagen nehmen! Das ist er Valentin schuldig!", ruft Jim ihm hinterher, doch Tom hört ihn kaum noch. Heftig hämmert er an die Haustür der Familie Engel. Hans öffnet verwundert die Tür.
"Huch. Tom, was machst du um diese Zeit ..."
"Keine Zeit! Wir brauchen deine Hilfe! Schnell!" Der Arbeitskollege wird von Tom in die WG Wohnung gezerrt. Dort erblickt Hans das Unglück. Oh nein, bitte nicht ..., denkt er sich. Der Blondhaarige geht auf Valentin zu und prüft den Puls. Schwach, aber er ist da.
"Was zum Henker habt ihr gemacht?", fragt er in die Runde. Ihm ist der Lärm von davor nicht entgangen, jedoch dachte sich Hans nichts weiter dabei.
"Das spielt keine Rolle jetzt. Valentin muss ins Krankenhaus. Bitte hilf uns", fleht Tom schon fast.
Seufzend erhebt sich Hans. "Na gut. Bringen wir ihn in mein Auto. Kommt ihr zwei mit?"
Tom schüttelt den Kopf. "Nein ... ich muss auf unseren Amokläufer aufpassen. ... Jim, geh du bitte mit", ergänzt der Redner.
Hans rollt die Augen, fragt aber nicht weiter nach.
"Hilfst du mir, Jim?"
Jim kennt den Mann nicht. Aber Tom offenbar.
"Ja klar.", sagt Jim. Er hilft Valentin auf die Beine und führt ihn langsam auf den Mann zu. "Und danke. Er braucht wirklich Hilfe." Gemeinsam mit dem Mann schafft er Valentin in dessen Auto und sie fahren los ins nächste Krankenhaus.
FORTSETZUNG FOLGT ...
(in Zusammenarbeit mit @murloc, @Spatz, @KFutagoh89)
Charaktere: Logan, Jim, Valentin, Tom
Geschichtsstrang: Von Latten und Zäunen
**TRIGGERWARNUNG**
Spoiler
*Gewalt
Logan betritt die Wohnung und hinkt in die Küche zum Kühlschrank. Offensichtlich schlecht gelaunt, greift er zu einem Sixpack und leert gleich an Ort und Stelle die erste Flasche. Nachdem er die Kühlschranktür schließt, nimmt er auch die halbvolle Flasche Whisky, die auf der Arbeitszeile steht und verschwindet gleich darauf in seinem Zimmer.
Nur wenige Sekunden später ertönt laute Heavy-Metal-Musik in einer fremden Sprache.
https://youtu.be/M0P9N03kZuM
Jim schreckt von seinem Schlaf auf, als die laute Musik zu hören ist. Sein Zimmernachbar! Zum Glück muss er sich nicht umziehen. Er hat gedöst, und war nicht richtig pennen im Schlafanzug. Und so trägt er normale Klamotten, als er bei Logan an die Tür hämmert:
"Mach mal leiser da drinnen!"
Entweder wird Jim nicht gehört oder ignoriert. Die Musik brüllt weiterhin aus den Boxen.
Valentin kommt aus seinem Zimmer. Gestern konnte er wieder erfolgreich Joachim Geld abknöpfen. So läuft das. In seinem Blickfeld entdeckt er Jim beim Versuch, Logan durch die Tür zu erreichen.
"Was ist los?"
Der dreht sich zu Valentin: "Hörst ihn ja. Macht Party da drin und lädt uns nicht ein!"
Plötzlich mischen sich dumpfe Geräusche unter den basslastigen Sound. Jemand oder etwas schlägt gegen eine Wand. Wieder und wieder.
"Seltsamer Drum-Rythmus. Naja, nicht mein Musikgeschmack.", murmelt Jim genervt, "Deshalb soll es ja leiser."
Da niemand reagiert, öffnet Jim nun die Tür selber.
Logan sitzt auf dem Bett und schlägt gerade mit der Faust gegen die Wand, als die Tür aufgeht. Um ihn herum liegen die große Flasche und vier Flaschen Bier.
Jim schreckt zurück. Da kommt also der seltsame Drum-Rythmus her! Er stolpert fast über die leeren Bierflaschem.
"Was zur... Kannst du dich nicht etwas leiser besaufen??" Auch wenn Jim meistens nicht viel redet, merkt man ihm an, dass er genervt ist und die Situation nicht richtig begreifen kann.
Erschrocken dreht der Schwarzhaarige herum und erkennt Jim mitten im Raum stehend, während Valentin im Flur geblieben ist und neugierig an seinem Mitbewohner vorbei ins Zimmer schielt. Der Flashback von vorhin sitzt Logan noch immer in den Knochen. Mühevoll steht er auf und macht einen halben Schritt auf den viel größeren Jim zu.
"Get the fuck outta here!", brüllt er und weist mit wund geschlagenen Handknochen zum Flur.
Valentin mischt sich ein, als er die Flasche Whiskey sieht.
"Ey, ich will auch einen Schluck!"
Jim checkt erst jetzt, dass Logan wirklich nicht gut drauf ist.
"Ist ja gut, ist ja gut. Du sollst ja nur leiser machen.", sagt er.
Als Valentin näher kommt, den Blick auf die Flasche gerichtet, dreht der Zierliche herum, greift nach dem Whiskey und wirft ihn auf den Boden vor Valentins Füße. Die Flasche zerspringt in grobe Teile und die wertvolle Flüssigkeit hinterlässt ungleichmäßige Pfützen auf dem Teppich.
Über sich selbst überrascht starrt er auf den Verlust und gerade als der laufende Track endet und plötzliche Stille einkehrt, hört man ihn flüstern:
"Oh. bloody fuck!"
"Der gute Whiskey!", ruft Valentin entsetzt. "Man.." Genervt verdreht er die Augen.
"Aber echt bloody fuck!", beschwert sich Jim, "Der Whiskey hat dir nichts getan!"
Logan reibt sich die Stirn, der Kopf ist gesenkt und sein Blick wirkt gequält. Was hat er nur getan? Jetzt bleiben gerade mal vier Flaschen Bier übrig. Damit könnte sich vielleicht ein ungeübtes Schulmädchen abschießen... Fieberhaft überlegt er, wie er nun all diese Bilder und Gedanken aus dem Kopf kriegen soll. Aber er kann nicht denken und wird immer verzweifelter. Bis er schließlich auf den Boden sackt und ratlos sitzen bleibt.
Jim sieht zu Valentin.
"Ok, das ist jetzt ein Problem. Der da hat eines und ich weiß nicht, was ich da tun muss." Vielleicht ist Valentin einfühlsamer... Doch der denkt wohl auch mehr an den verschütteten Whiskey.
Am Kopf kratzend sieht Valentin von Whiskey zu Logan und Jim.
"Logan?", fragt Valentin nun vorsichtig.
Mit etwas Verzögerung reagiert dieser und schaut unglüklich auf.
Jim kratzt sich abwartend am Bart.
Valentin weiß nicht genau, ob er den Besen holen soll oder nicht. Deshalb bleibt er lieber stehen und sieht Logan an.
"Können wir dir helfen?"
Niedergeschlagn fällt dessen Kopf wieder auf die Brust. Erst jetzt sieht er die roten Stellen an seiner Hand und beginnt mit dem Daumen daran zu reiben.
"Haste Koks in der Tasche?"
Mit Koks kam Jim früher mal in Berührung, doch das ist lange her. Das einzige, was er jetzt da hat, sind ein paar Dosen Bier, die im Kühlschrank stehen. "Hab nur Bier da.", murmelt er.
Valentin indes kramt in seinen Hosentaschen nach.
"Gerade nicht. Soll ich meinen Dealer anrufen?"
Mit aufgerissenen Augen starrt Logan ihn an. Er hat einen Dealer? Sofort zieht sich in ihm alles zusammen. Oh, wie gern würde er eine Line ziehen. Sein ganzer Körper schreit danach, lauter noch sein Geist. Aber das wäre nicht gut. Es wäre eine Katastrophe. Doch er ist im Ausnahmezustand und da könnte man schon ein klein wenig... Nur eine winzig kleine Grammzahl. Mit der demulierten Hand wischt er sich übers Gesicht.
"Nein, ich darf nich'.", murmelt er unsicher. "Ich sollte nich' ... Ach so'n shice!" Einen Moment schweigt er. "Vielleicht nur'n bisschen?"
Valentin nickt.
"Ich kann anrufen, wie du willst." Erwartungsvoll schaut er Logan an. Dann fragt er Jim: "Für dich auch?"
"Besser nicht.", murmelt dieser. Im Moment hat er auch nicht die Kohle dafür und auch keine Lust, wieder in die Sucht zu fallen.
Logans Augen werden größer und glasig. In ihm steigt eine Art der Nervosität auf, die er schon länger nicht gespürt hat. Seine Kehle wird trocken und das Gedankenkarussell beginnt, die Richtung zu ändern.
Ungehalten rappelt er sich auf, hinkt zum Tisch herüber und greift in ein Kästchen. Er dreht sich zu Valentin und reicht ihm einen Schein.
"Reicht das?"
Dieser nickt und geht in den Flur zum Telefonieren.
Logan setzt sich derweil aufs Bett. Nervös knabbert er an den Fingernägeln und starrt ins Leere.
Jim lehnt sich an die Wand.
"Was ist denn vorgefallen?", fragt er vorsichtig. Logan hatte sie ja vorgewarnt, dass er seine Päckchen zu tragen hat, aber so hat er den Mitbewohner noch nie erlebt.
"Hm?" Der junge Mann reißt den Kopf zu seinem Mitbewohner und starrt ihn aus leeren Augen an. Er kaut an der Unterlippe und die Hände fahren ihm durchs Haar, so dass für einen kurzen Moment, die Narben deutlich sichtbar sind - bis eine dicke Strähne wieder nach vorn fällt.
Er holt Luft und setzt zur Antwort an, bremst sich dann aber. Wie soll er es erklären? Er hat beim Frage-Antwort-Spiel verloren? Wieder einmal bringt er nur ein Seufzen hervor. Eigentlich will er ja gar nicht darüber reden, sondern es vergessen. Reden hat die Sachen noch nie besser gemacht. "Das ... Da war ... " Er schweigt. Er kann es nicht.
Jim merkt, dass das Reden darüber wohl zu schwer ist. "Naja, wenn du wen zum Reden brauchst, sag Bescheid. Wenn nicht, dann nicht." Er würde ihn zu nichts drängen.
Valentin kommt vom Telefonat wieder zurück.
"In einer halben Stunde an der Ecke. Dann kriegen wir den Stoff."
Logan nickt geistesabwesend. Eine halbe Stunde. Das bedeutet in vierzig Minuten könnte er in einer anderen Welt sein. Die Stimme in seinem Inneren, die immerzu ruft, er sollte das nicht tun, wird allmählich leiser. Zurück bleibt nur ein bitterer Beigeschmack.
"Wie sauber is'n der Shit?", fragt er plötzlich.
"Sehr sauber, glaub mir." Selbstsicher sieht er zwischen seinen Mitbewohnern hin und her. "Der Stoff hat mir schon super Stunden bereitet. Und seht mich an." Er streicht sich eingebildet durchs Haar.
"Oje, da muss irgendwas fehlgeschlagen sein bei dem Stoff, wenn man dich ansieht.", witzelt Jim und vergisst dabei, dass die Situation eigentlich gar nicht witzig ist.
"Okay.", nickt der Kleinere. Mit nervösen Bewegungen steckt er sich eine Zigarette an und saugt gierig das Nikotin in sich auf.
Sein Blick trifft auf Jim. Nur kurz, aber irgendetwas in seinen Augen scheint den Bärtigen anzuflehen, ihn aufzuhalten.
Valentin holt den Besen und das Kehrblech aus der Kammer. Er kniet sich hin und fegt die Scherben auf.
Jim sieht Logan an. Doch er hat keine Ahnung, was dieser Blick sagen soll.
"Ich war mal süchtig.", sagt er gedankenverloren, "daher nehmt euer Zeugs dann besser erst, wenn ich aus dem Raum bin."
Logan antwortet nicht darauf, doch die Worte dringen tief in seine Gedanken.
Verschiedene Stimmen aus vergangenen Tagen mischen sich in die Bilder.
'Du wirst dich noch umbringen, wenn du so weiter machst.'
'Du bist auch zu gar nichts zu gebrauchen.'
'Danke, dass du immer da bist.'
Erschöpft stützt er die Stirn auf die Hand. Wenn er doch nur stärker wäre ...
Jim ist nicht der einfühlsamste Sim der Welt, aber selbst er spürt, dass Logan Hilfe braucht. Er tut ihm leid, doch er weiß nicht, wie er helfen kann.
"Bin seit 11. Herbst clean.", murmelt Logan, ohne jemanden anzusehen. "Davor war's fast ein Jahr."
Jetzt schaut er Jim intensiv in die Augen und fragt mit schwacher Stimme:
"Wie hast du das geschafft?"
Jim kratzt sich nervös am Bart:
"Hatte Glück. Gab in meiner Knastzeit einen Aufseher, mit dem ich mich anfreunden konnte und der mir da geholfen hat. Eine Ausnahme unter den Bullen."
Logan nickt und senkt unzufrieden den Blick. Diese Entwöhnung ist wohl eher nichts für ihn.
"Wie war es bei dir?", hakt Jim nach.
Der junge Mann zieht beschämt eine Schullter in den Nacken und schüttelt den Kopf.
"Ich schaff's nich'." In Seiner Stimme ist die Enttäuschung deutlich zu hören.
"Verkack' immer an der selben Stelle."
Plötzlich ändert sich sein Ausdruck und er nimmt noch einen tiefen Zug, bevor er hinzufügt:
"Bin einfach nich' stak genug. So war's immer. Nie reicht es für irgendwas."
Jim hebt eine Augenbraue.
"Bist du sicher, dass es dann eine gute Idee ist, wenn du jetzt noch was bestellst?"
"Nein, das is' sogar 'ne ziemlich beschissene Idee." Logan lacht kurz auf, als würde er sich selbst lächerlich machen. "Aber ich ... " Seufzend schließt er die Augen und versucht, ruhig zu atmen. "Ich krieg's nich' weg." Mit der Hand schlägt er mehrfach gegen die Stirn.
Zwischenzeitlich hat Valentin den Müll entsorgt und lauscht dem Gespräch der Beiden zu. Er schaut auf die Uhr. Er müsste gleich los gehen.
"Soll ich Dir lieber doch nichts geben? .. Will jetzt nicht an irgendwas Schuld sein."
Jim sieht zu Valentin. Einem Dealer kurzfristig abzusagen, mag keine so gute Idee sein. Womöglich reagiert er aggressiv, wenn ein sicher geglaubtes Geschäft im letzten Moment ins Wasser fällt.
"Besser isses.", stimmt Jim Valentin zu.
Logan schaut von einem Mitbewohner zum anderen und dann wieder auf den Boden. Kaum merklich schüttelt er den Kopf.
"I don't know."
"Wie ist denn dein Dealer so drauf? Kannst du dem Typen denn kurzfristig absagen?", fragt Jim.
Valentin zuckt mit den Schultern.
"Na, ich mach das schon... Ich geh mal eben los." Er geht aus dem Zimmer und zieht sich seine Jacke an. Keinesfalls würde er seinem Dealer absagen. Aber den Stoff nimmt er trotzdem, der würde in seinem Zimmer ein schönes Plätzchen finden. Doch das müssen seine Mitbewohner nicht wissen.
Während Valentin unterwegs ist, wendet sich Jim an Logan:
"Ich weiß, es ist hart ohne das richtige Zeugs, aber da werden wir durchmüssen.", sagt er nur.
"Wieso denn wir?", raunt der Angesprochene mit einer leichten Verachtung im Unterton.
"Weil ich deine Laune dann ertragen muss.", erwidert Jim unbeeindruckt.
Überraschenderweise überzeugt Logan diese Antwort. Verständnisvoll nickt er, denn er weiß durchaus, dass er von Zeit zu Zeit zwischen Dramaqueen und Diva wechselt.
"Wir brauchen mehr Alk.", stellt er dann trocken fest.
"Alk klingt gut. Ich hab noch paar Dosen da.", sagt Jim und lehnt sich an die Wand.
"Nix Härteres, hm?"
"Leider nein. Keine Kohle und so." Jim seufzt.
Inzwischen ist Valentin am Treffpunkt angekommen. Er tauscht mit seinem Dealer den Stoff gegen das Geld und geht zurück. Die neuen Erkenntnisse über Logan, als auch Jim in Sachen Drogenmissbrauch überraschen ihn. Ich brauche ein gutes Versteck. Nicht, dass die Beiden mal mein Zimmer plündern in meiner Abwesenheit.
Zuhause angekommen schließt er die Haustür auf und geht hinein. Den Stoff sicher in seiner Hosentasche verstaut, macht er sich bemerkbar. "Jungs, bin wieder da. Hab ihn abgewimmelt, alles gut."
Den Schein von Logan legt Valentin zurück in sein Zimmer. Dann geht er zum Kühlschrank und nimmt sich ein Bier heraus.
Logan hat sich inzwischen aufgerappelt und ist nun dabei, den Boxsack im Flur zu bearbeiten. Energisch drischt er auf das Leder ein. Es ist deutlich zu sehen, dass er das nicht zum ersten Mal tut. Dennoch scheint er immer wieder Probleme mit Gleichgewicht und Kraftverteilung zu haben. Dass sein Knie durch den Zusammenbruch vor einigen Stunden wieder schmerzt, setzt ihm stärker zu, als er wahrhaben will.
Jim sitzt im Sessel im Flur und sieht Logan schweigend zu. Er weiß nicht, was er sonst so tun soll.
Aufgebracht schlägt der Jüngste immer härter zu. Sein Körper verlangt nach einer Pause, aber das ist ihm egal. Er muss all den Mist, der in ihm wühlt, irgendwie heraus lassen. Wenn er nicht koksen darf und der Whishey im Teppich hängt, gibt es nicht mehr viele Möglichkeiten. Vor seinem inneren Auge blitzen Gesichter und Szenen auf, die er nur zu gern vergessen würde. Er versucht sich vorzustellen, seine Faust in eines dieser Gesichter zu versenken. Doch der Mistkerl fällt nicht um. Er bleibt stehen und lacht sogar.
'Was bist du doch für ein erbärmlicher Schwächling!'
Logan schlägt härter. Seine Gelenke schmerzen, der Aufprall hinterlässt harte Hiebe in der Schulter. Letztlich wird die Wut so groß, dass er beginnt, die widerliche Fratze vor sich anzuschreien. Doch auch das hilft nicht. Also lässt er von ihr ab. Er wird diesen Kerl niemals besiegen. Völlig verschwitzt und schwer schnaufend torkelt er zur Wand und lehnt sich pustend dagegen.
Rülpsend geht Valentin auf Logan zu. "Und? Ausgepowert?"
"Shut up, bloody dickhead." Noch immer außer Atem stößt Logan sich von der Wand ab und verschwindet im Bad, um heiß zu duschen.
Entsetzt sieht Valentin Logan hinterher.
"Wie unverschämt ist der denn bitte?!" Das will er nicht auf sich sitzen lassen. Erbost geht er Logan hinter und drückt die Badezimmertür auf, bevor sein Mitbewohner die Möglichkeit hat, die Türe zu schließen.
"Was geht bei dir ab? WIE REDEST DU MIT MIR? KOMM MAL KLAR, ALTER!"
"DU HAST MIR GAR NIX ZU SAGEN, IS' DAS KLAR?!", brüllt Logan zurück. Zuerst dieses miese Schwein von damals und jetzt der hier. Logan gerät in Rage. "VERPISS DICH, ASSHOLE!"
Jim sieht von Logan zu Valentin. Was ist denn jetzt los? Was hat Valentin getan, um so ein Wort zu verdienen? Oder gilt Logans Wut etwas Anderem?
"Also jetzt reicht's mir, aber! HAB RESPEKT, JUNGE! SONST SCHMEISS ICH DICH RAUS, SUCHTI!" Valentin stellt sich groß vor Logan auf.
"Ich glaube nicht, dass du persönlich gemeint bist.", murmelt Jim in Valentins Richtung, doch der scheint zu wütend zu sein um den Satz zu hören.
Logan ist außer sich. Er springt dem deutlich Größeren mit einer Hand an die Kehle und die andere landet hart auf Valentins Jochbein. Irgendwo knackt es, doch es ist nicht klar aus welchem der beiden Körper das Geräusch kommt.
Bevor Valentin reagieren kann, landet Logans Fuß in der Kniekehle des Riesen, um ihn so zu Fall zu bringen.
"Eh...ah.. irgh.." Valentin ist zu geschockt von der Schnelligkeit des Angriffs. Seine Reaktionsfähigkeit lässt zu wünschen übrig und er fällt zu Boden. Damit hatte er nicht gerechnet.
Logan tritt ein mal zu und bricht dann seinerseits zusammen. Das verletzte Knie gibt nach und Logan kann weder auf dem Bein stehen, noch damit treten.
Die Gelegenheit nutzt Valentin, um sich aufzurappeln. Schmerz! Irgendwo hat es ihn erwischt, doch wo genau, weiß er noch nicht. Vom Adrenalin berauscht, steht er auf und sieht herunter zu Logan.
"DU IDIOT! HAST DU SIE NOCH ALLE?" Er legt seine Hände auf Logans Schultern und will ihn zur Seite schubsen, doch da verliert Valentin vor Schmerz das Gleichgewicht. "Oh, ah ..." Auf seine Hände fallend liegt Valentin erneut am Boden. Was ein..!
So liegen beide Männer am Boden und ringen mit dem schmerzhaften Körpergefühl. Logan hält sich das Knie und windet sich. Er muss aufstehen. Er muss es diesem Mistkerl zeigen. Der Typ hat es nicht verdient, heil aus dieser Sache heraus zu kommen. Nicht nach allem, was Logan durch ihn ertragen musste.
Ich kann jetzt nicht aufgeben!, sagt sich Valentin und versucht sich erneut aufzurappeln. Hätte ich doch schon was genommen! Der Stoff hätte ihm zumindest den Schmerz erträglicher gemacht. Er richtet sich auf, bleibt jedoch dabei sitzen. Wieder einmal packt er Logan mit seinen Händen an den Schultern und schubst ihn weg.
Der Kleinere kann sich nicht wehren. Mit Schwung wird er herum gerissen und landet mit dem Rücken an der Kommode. Es poltert und Logan bedeckt seinen Kopf mit den Armen.
"HA!", ruft Valentin laut, doch da fährt erneut ein Schmerz durch seinen Körper. "Ahhh...!" Alles tut ihm weh. Verzweifelt legt er sich seitlich auf den Boden und windet sich vor Schmerz und atmet laut.
Logan stemmt sich gequält auf - den Atmen angehalten schafft er es, sein Gewicht auf das linke Bein zu verlagern. Doch das andere schickt ein Pochen und Stechen bis zu Hüfte herauf. Mit dem Hintern stützt er sich am Waschbecken ab, während er sich angespannt nach vorn beugt, Valentin in die Haare greift und zu sich herauf zieht. Er will dessen Stirn ans Waschbecken schlagen, doch der Mitbewohner kommt ihm zuvor.
Mit seinem Ellbogen schlägt Valentin in Logans Bauchbereich und kann sich so befreien. Unglücklich knallt er mit seinem Kinn auf den Boden.
Jim musste sich erst von der Überraschung erholen, doch nun hat er sich genug gefasst um sein Glück zu versuchen.
"WAS SOLL DAS WERDEN?", brüllt er wütend. Er versucht Logan festzuhalten, damit er nicht weiter auf Valentin geht. "SEID IHR NOCH GANZ BEI TROST?"
"FRAG DEN DA!" Valentin zeigt auf Logan. "Der hat angefangen. Ich hab nix getan!" Gereizt sieht er zu seinem Mitbewohner und fletscht die Zähne.
"LOGAN!", ruft Jim dem Zimmernachbarn zu, "Ich weiß nicht, wen oder was du siehst, aber Valentin hat sicher nichts damit zu tun! Er kann nichts für deine Probleme!"
Valentin versteht kein Wort, er weiß nicht, was Jim damit bezwecken will. Doch gerade ist ihm das auch egal, er fühlt sich total platt.
"GET YOUR BLOODY HANDS OFFA ME!", spuckt Logan und reißt sich los, stürtzt zu Boden und landet neben Valentin.
Schwer atmend keift er:
"Was los, old man? Kannste nich' mal 'nen Zwerg verprügeln?"
Der Angesprochene schnaubt nur. "Ich lasse dir die Chance zu flüchten."
"Für wie feige hältste mich? MACH SCHON, WEICHEI!.", zischt Logan weiter. "Tob' dich aus. Ich bin hier, ARSCHLOCH"
Jim ist genervt. Eigentlich hat er auf den Stress grad keine Lust, aber er will auch nicht wie ein Feigling da stehen.
"Wisst ihr was? Prügelt euch doch wenn ihr wollt. Wenn ihr wieder zu Verstand gekommen seid, ich mach was zu futtern!"
Provokant grinst ihn daraufhin Valentin an.
"Weißt du was, ich werde mir jetzt ne Line ziehen. Denn ich bin nicht feige." In Wahrheit ist er zu schwach, um noch weiter zu kämpfen.
Alles in Logan bäumt sich auf. Der Frust und die Anstrengungen der letzten Wochen, die Blamage auf dem Gartengrundstück, Wut, Scham, Hass, Ekel, Schuld, ... All das lässt ihn die körperlichen Leiden vergessen. Valentins Worte sind einfach zu viel. Logan sieht rot. Er steht auf und beginnt auf Valentin einzutreten. Wieder und wieder landet sein Fuß in dessen Rippen. Er ist völlig in Rage und weiß nicht mehr, was er tut.
Jim muss die beiden Idioten trennen, das ist ihm bewusst. Das geht wirklich zu weit! Normales Prügeln... okay... Aber Tritte in die Rippen? Wo ist denn bloß Tom?
Jim zerrt erneut an Logans Schultern, ungeachtet der Tatsache, dass dieser das nicht mag.
"DU IDIOT!", brüllt er Logan an, "WILLST DU, DASS JEMAND DIE BULLEN RUFT? AUF DIE HÄTTE ICH JETZT GAR KEINEN BOCK!"
Er sieht zu Valentin. "UND DU HÖRST MIT DEINEN DÄMLICHEN PROVOKATIONEN AUF, IST DAS KLAR!?" Er lässt Logan jedoch nicht los.
Logan ist so weit weg, dass er den Bärtigen kaum wahrnimmt. Mit überraschend viel Kraft zieht er an Jims Griff und verhält sich, wie ein scharfer Köter, dessen Ziel es ist, sein Opfer zu zerreißen. Jim lässt nicht los, so sehr es auch schmerzt. Sein Vorteil ist, dass er größer ist als Logan.
Schmerzerfüllt nimmt Valentin nur dumpf die Worte seines Mitbewohners wahr und kann sich nicht mehr wehren.
In diesem Moment öffnet sich die Haustür. Tom, der unterwegs war, kommt endlich heim.
"Hilf mir mal!", ruft Jim ihm zu, "Logan läuft Amok!"
Der Mechaniker kommt gerade von seiner Arbeit zurück, als er die Szenerie erblickt. Jims Worte unterstreichen alles. Toms Blick verfinstert sich. Er stapft auf Logan zu, packt ihn und drückt ihn gegen die Wand. Mit vor Wut schäumender Mimik brüllt er den Amokläufer an:
"HAST DU NOCH ALLE LATTEN AM ZAUN!?! ... ICH GLAUB ES HACKT BEI DIR!!!" Sein Griff verhärtet sich und die Augen des Ältere glühen vor Raserei. "JIM! SCHAU NACH VALENTIN! SCHNELL!", ruft er dem Mitbewohner zu.
Logan hält sofort inne und starrt Tom schockiert an. Beinahe vergisst er das Atmen. Seine Augen weiten sich panisch, er reißt die Arme schützend vors Gesicht und beginnt in Toms starkem Griff zu zittern.
Jim ist kein Kämpfer, und so ist er froh, dass Tom übernimmt. Er schaut zu Valentin:
"Wie geht es dir?", fragt er vorsichtig.
Tom mustert Logan und entscheidet, dass der Volltrottel eine Abkühlung braucht. Er packt ihn, geht ins Bad und schubst Logan in die Dusche, die er mit kalten Wasser anschaltet. Während es auf den Mitbewohner 'regnet', zischt Tom ihm zu:
"Kühl dich erstmal ab ... dann reden wir!"
Mit einem lautem Knall schließt er die Badtür hinter sich und geht auf Jim, wie Valentin zu. Der Ältere kniet sich herunter und klopft mit der flachen Hand gegen Valentins Wange. "HEY CASANOVA ... AUFWACHEN!", ruft er laut.
Jim bemerkt nun, dass es Valentin alles andere als gut geht. Er ist nicht ansprechbar.
"Tom, wir müssen ihn zum Krankenhaus bringen!", ruft Jim.
"Fuck!", knurrt er zurück. Aber Jim hat absolut recht. "Ruf den Notarzt. ... Nein ... Warte ..." Gerade fällt Tom etwas ein. Wenn ein Krankenwagen kommt, dann wird gefragt was passiert ist und dann kommen die Bullen ... So ein Dreck. Angestrengt überlegt der Mechaniker. "Warte. Ich hol schnell Hilfe." Er erhebt sich und stürmt aus der Bude.
"Wir können Logans Wagen nehmen! Das ist er Valentin schuldig!", ruft Jim ihm hinterher, doch Tom hört ihn kaum noch. Heftig hämmert er an die Haustür der Familie Engel. Hans öffnet verwundert die Tür.
"Huch. Tom, was machst du um diese Zeit ..."
"Keine Zeit! Wir brauchen deine Hilfe! Schnell!" Der Arbeitskollege wird von Tom in die WG Wohnung gezerrt. Dort erblickt Hans das Unglück. Oh nein, bitte nicht ..., denkt er sich. Der Blondhaarige geht auf Valentin zu und prüft den Puls. Schwach, aber er ist da.
"Was zum Henker habt ihr gemacht?", fragt er in die Runde. Ihm ist der Lärm von davor nicht entgangen, jedoch dachte sich Hans nichts weiter dabei.
"Das spielt keine Rolle jetzt. Valentin muss ins Krankenhaus. Bitte hilf uns", fleht Tom schon fast.
Seufzend erhebt sich Hans. "Na gut. Bringen wir ihn in mein Auto. Kommt ihr zwei mit?"
Tom schüttelt den Kopf. "Nein ... ich muss auf unseren Amokläufer aufpassen. ... Jim, geh du bitte mit", ergänzt der Redner.
Hans rollt die Augen, fragt aber nicht weiter nach.
"Hilfst du mir, Jim?"
Jim kennt den Mann nicht. Aber Tom offenbar.
"Ja klar.", sagt Jim. Er hilft Valentin auf die Beine und führt ihn langsam auf den Mann zu. "Und danke. Er braucht wirklich Hilfe." Gemeinsam mit dem Mann schafft er Valentin in dessen Auto und sie fahren los ins nächste Krankenhaus.
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