Forum Discussion
3 years ago
Ort: 4er-WG, Evergreen Harbor
Charaktere: Logan, Jim, Valentin, Tom, Hans
Geschichtsstrang: Von Latten und Zäunen
Gemeinsam fahren sie los ins nächste Krankenhaus. Während der Fahrt: "Ich bin Hans, ein Arbeitskollege von Tom. Wie ist das passiert Jim?" Tom sieht ihnen nach,seufzt und zündet sich in der Küche eine Zigarette an.
"Gut, dass du nicht weit weg wohnst. Du bist unser Nachbar, oder?", hakt Jim nach, dann erzählt er weiter: "Ein Streit ist eskaliert und Valentin ist das Opfer." Er hebt seine Hände. "Hab versucht zu schlichten. Aber erst als Tom dazu kam, hat es auch wirklich geklappt, den Angreifer von ihm abzubekommen." Er vermeidet es, den Namen Logan zu sagen.
"Scheint so, ich war selbst überrascht, dass Tom plötzlich ohne Motorradkleidung vor der Tür stand", erwidert Hans. "Und was sagen wir nun in der Notaufnahme?"
"Erst mal hinbringen, das ist das wichtigste.", murmelt Jim. Er sitzt auf dem Beifahrersitz, während Valentin auf der hinteren Bank sitzt. Der scheint immer noch nicht ansprechbar zu sein scheint. "Verdammt, so habe ich mir den heutigen Abend nicht vorgestellt."
"Das glaube ich dir sofort", stimmt Hans dem Mitfahrer zu. Sie erreichen das Krankenhaus und Hans hält direkt vor der Notaufnahme. Erst motzt ein Security Guard, bis Hans ihm die Situation erklärt und Valentin mittels einer Trage zu einem Arzt gebracht wird.
Die beiden Männer bleiben vorerst zurück. Jim sitzt neben Hans. Er möchte nach wie vor nicht Logans Namen nennen, doch er erzählt wie der Streit schließlich mit Tritten gegen die Rippen endete. Hans hört aufmerksam zu und seufzt. Immer diese jungen Burschen, denkt er sich. Während sie auf die Rückmeldung des Arztes warten, holt Veros Vater für Jim und sich einen Kaffee aus dem Automaten.
Jim bedankt sich für den Kaffee. Er muss sich ablenken und lässt daher seine Gedanken um ein ganz anderes Thema drehen. Tom ist Mechaniker, also wenn Hans dessen Arbeitskollege ist, trifft das auf ihn wohl auch zu. Kein Job, den Jim je gelernt hat. Und dabei will er endlich mal was besseres finden als die blöde schlecht bezahlte Schwarzarbeit. Er lenkt das Thema von dem Streit ab: "Gibt es bei euch in der Firma auch Jobs für Arbeitsidioten wie mich? Die nie was gutes gelernt haben?" Außer Einbrüchen, fügt er in Gedanken noch hinzu.
Verwundert sieht Hans zu Jim. "Uff. Was für eine Frage", dabei muss er schmunzeln. "Suchst du etwa einen Job? ... Nun, wir sind eine Werkstatt, die verschiedene Fahrzeuge repariert, prüft, ect. ... Hast du sowas schon mal gemacht?"
"Nein. Ich lerne aber schnell.", sagt Jim, "Was ich nicht will, ist Büroarbeit. Das liegt mir nicht. Aber wenn es was ist wo ich anpacken kann, vielleicht wäre das was." Sei kein Idiot, Jim. Niemand nimmt jemanden ohne Erfahrung auf, erst recht nicht bei deiner Vergangenheit. Mach dich nicht zum Affen... Aber Jim hört trotz seiner Gedanken nicht auf. Er möchte jetzt über alles andere reden, nur nicht über die Prügelei, die Valentin ins Krankenhaus gebracht hat.
"Büro ist bereits gut besetzt und da wir nur ein kleiner Familienbetrieb sind, müsste ich eh erst meinen Schwager, der leitet die Werkstatt, fragen, ob wir noch wen aufnehmen könnten. Quereinsteiger hatten wir bisher nicht. Aber wieso auch nicht. Nur versprechen kann ich nichts", erklärt Hans dem Zuhörer. Jim nickt. Das ist zumindest mehr als erwartet. "Klar", sagt er, "Wäre halt nice, wenn ich was anderes hätte als mein jetziger Mistjob. Aber wenn nicht, dann ist es halt so."
"Ich werde meinen Chef fragen, versprochen", erwidert Hans und trinkt einen Schluck Kaffee. "Und ihr seid also unsere Nachbarn. Habt ihr vor, jetzt immer solche Sachen anzustellen?", dabei stupst er Jim leicht mit den Ellenbogen an und grinst.
Jim lächelt. "Das war eigentlich nicht mein Plan. Aber wer weiß... Vielleicht wenn uns langweilig werden sollte..." Hans seufzt. "Eigentlich habe ich mit meiner Tochter schon genug zu tun." Er muss unweigerlich lachen. "Wieso? Was ist mit der Tochter?", fragt Jim verwundert. "Teenagerin. Schwieriges Alter", sagt Hans knapp. "Oh, ja. Da war ich auch schwierig." Als Teenager fing seine kriminelle Karriere an.
Währenddessen:
Unterdessen hockt ein kleines Häufchen Elend unter der Dusche. Dank des prasselnden Wassers, das noch immer auf ihn herabströmt, hört er kaum etwas von dem, was sich hinter der Tür abspielt. Seine Gedanken sind schwer und wie betäubt. Dieser Tag ist ein einziger Albtraum und Logan macht alles immer nur schlimmer. Er versteht nicht, wie es dazu gekommen ist. Wie hat das alles angefangen? Er wollte doch nur, dass diese Gedanken aufhören. Und jetzt hat er seinen Mitbewohner krankenhausreif geprügelt. Dabei hatte er doch diese Dinge hinter sich gelassen. So dachte er bis heute. Aber vielleicht hat es keinen Sinn, sich selbst zu verleugnen. Vielleicht wäre es für alle besser, wenn er wieder abhaut. Er wollte einen Neuanfang starten. Zum unzähligsten Mal. Das ging mächtig in die Hose. Vielleicht sollte er wieder zurück nach Kanada gehen und dort seine Tage als Vagabund verbringen.
Mit der Zigarette zwischen den Lippen kocht er Kaffee auf und schaut sich die Bescherung an. Logan hat ja ordentlich gewütet. Sowas hat Tom seit dem Ausstieg aus der Gang nicht mehr erlebt. Seufzend schenkt er den Kaffee in zwei Tassen ein und läuft ins Bad. Als er die Tür öffnet, sieht er Logan weiterhin regungslos unter der Dusche hockend. Der Ältere geht auf ihn zu und dreht das Wasser ab. "Bist abgekühlt?", fragt er den Mitbewohner neutral. Dann nimmt Tom ein Handtuch und reicht es ohne große Worte samt Kaffee Logan. Er selbst lehnt sich am Waschbecken an und genehmigt sich einen Schluck aus der eigenen Tasse.
Ohne den Kopf zu heben, schielt Logan durch die triefenden Haare und nimmt zögerlich Kaffee und Handtuch entgegen. Die Tasse stellt er neben sich auf dem Boden ab. Das Handtuch legt er sich in den Nacken. Seine Hände zittern. Dabei ist er sich nicht sicher, ob es die Kälte ist oder Toms Anwesenheit. Er wagt es nicht, ihn anzusehen oder zu sprechen. Er fühlt sich wie damals als Junge, als er noch in diesem furchtbaren Haus lebte.
Schweigend mustert Tom den Jüngeren. Er kann sich denken, dass Logan, so wie sich dieser aktuell benimmt, mit der Situation überfordert ist. Nach einem weiteren Schluck Kaffee beginnt Tom dennoch ein Gespräch. "Dir ist bestimmt klar, dass gerade Mist gebaut hast ... und ... ich mich frage ... warum du gerade ausgeflippt bist ... Was sagst du dazu?" Die Stimme ist relativ neutral, jedoch ernst.
Das Häufchen Elend atmet schwer. Wie soll er das alles erklären? Noch dazu jemandem wie ... Wenn er diesem Mann sagen könnte, was er ihn ihm auslöst... Aber er findet seine Stimme nicht. Er schlittert von einem Flashback zum anderen. Nur dank der kalten Dusche weiß er gerade, wo er sich befindet. Er weiß auch, dass dieser Mann, der ihn anstarrt und auf Antworten wartet, nicht der Mann von damals ist. Aber seine Wahrnehmung ist so schwammig und verwirrend, dass er von Sekunde zu Sekunde zwischen den Wahrheiten hin und her taumelt.
Geduldig wartet Tom. Er hat Zeit, der Abend ist eh gelaufen. "I didn't mean it.", flüstert Logan gebrochen.
Im Krankenhaus:
Mittlerweile ist Valentin wieder zu sich gekommen. Ein Arzt ist bei ihm. "Ich ehm.." Er will nicht erzählen, was wirklich passiert ist. Besonders da eine hübsche Schwester im Zimmer ist. "..ich bin überfallen worden. Aber ich weiß nicht, wer der Angreifer war." Er fasst sich an seine Hosentasche. "Ach nein, mein ganzes Geld." Einen lauten Seufzer lässt er von sich.
Der Arzt klärt Valentin über das Thema Körperverletzung auf. Valentin stimmt zu, will allerdings erst nach seiner Entlassung zur Polizei gehen. Zumindest behauptet er das. Da zum Glück nur ein leichter Rippenbruch vorliegt, ist eine OP entbehrlich, doch um Analgetika ist kein Herumkommen. "Ich will aber nach Hause, hier möchte ich nicht bleiben." Es liegen keine Organschäden vor, lediglich oberflächliche Verletzungen neben dem Rippenbruch, sodass der Arzt zustimmt. "Ich mache Ihre Papiere fertig. Den Bericht nehmen Sie dann bitte mit zur Polizei." Valentin nickt. "Das mache ich." ...nicht.
Hans bemerkt, wie Jim und er zu Valentin gerufen werden. Die Männer gehen zu ihm. Nach einer kurzen Erklärung des Arztes, atmet der Brillenträger auf. "Da fällt mir ein Stein vom Herzen", gibt er ehrlich zu.
"Mir auch!", fügt Jim hinzu und knufft Valentin freundschaftlich auf die Schulter. "Wir brauchen unseren Casanova doch noch."
"Ach, ich bin doch hart im Nehmen.", gibt Valentin von sich und lächelt der jungen Krankenschwester zu. Diese lächelt zurück und nimmt die inzwischen durch gelaufene Schmerzinfusion von seinem Arm. Jim bemerkt Valentins Blick auf die Krankenschwester. "Ich seh schon. Dir geht es wieder gut.", stellt er fest.
Die Schwester verlässt den Raum. "Was ne Süße. Die stand ja mal voll auf mich." Dank der Schmerzmittel kann Valentin noch lächeln. "Na klar.", sagt Jim sarkastisch. "Gehen wir heim." Da kommt auch schon der Arzt und bringt die Papiere. "Gute Besserung." Valentin bedankt sich und richtet sich mit Hilfe von Jim und Hans auf.
Währenddessen:
"Das macht Valentin trotzdem aktuell nicht heile ... also ... Logan ... warum?", bleibt Tom stur dran.
"Alles is' ...", er reibt mit dem Handtuch vorsichtig übers Gesicht und spürt die Blessuren der Prügelei. "Weiß nich', was ..." Mit glasigen Augen schaut er vorsichtig zwischen den nassen Strähnen hindurch und weicht Toms Blick gleich wieder aus. "Flashbacks.", presst er dann hervor.
Tom mustert Logan weiterhin. Dann sagt er klar: "Letztlich kann es mir Schnuppe sein, ... warum du so ausgetickt bist ... Reden ist trotzdem besser als rohe Gewalt." Diese Erfahrung hat auch Tom erst machen müssen. Seine Augen verengen sich jedoch, der Ton seiner Stimme wird kalt. "Machst du so sowas allerdings nochmal ... landest du definitiv im Krankenhaus. ... Dafür sorge ich! Ich hoffe, wir verstehen uns klar und deutlich!" Dann erhebt sich Tom und geht an die Tür. "Wenn Valentin das überlebt, machst du das wieder gut bei ihm. Verstanden!", mit diesen Worten verlässt Tom das Bad und sucht die verschiedenen Räumlichkeiten auf, um die Scherben und Spuren des Kampfes zu entfernen.
Schmerzerfüllt versucht Logan aufzustehen. Er greift nach der Duschamatur und zieht sich ächzend hoch. Im Schneckentempo verlässt er das Bad und sieht die Blutflecken auf dem Boden. Er schließt die Augen und zwingt sich zur Ruhe. Es hört einfach nicht auf. Egal, wo er ist und was er tut. Der Trip scheint ihn zu verfolgen.
Er schleicht durch den Flur bis zur Wohnungstür und geht hinaus. Tom sieht ihm nach und ruft: "Wohin willst du!?!"
'Weg.', denkt er. 'Ich kann hier nich' bleiben.' Doch spätestens an der Treppe erkennt er das nächste Problem. In diesem Zustand wird er stürzen. Das ist so sicher, wie die Tatsache, dass Tom seine Drohung in die Tat umsetzen wird. Körperlich und geistig geschlagen bleibt er am Gelände stehen und stützt sich ab. Er ist mit seinem Latein am Ende.
Tom geht auf den Mitbewohner zu und reicht ihm die Hand. "Komm. Es ist spät. Geh in dein Bett", spricht er aufmunternde Worte. Logan gehorcht. Das ist seine einzige Chance, diesen Kampf doch noch zu überleben. Er gehorcht. So wie er es damals tat.
Der Wagen von Hans hält gerade in dem Moment vor dem Haus. Jim sieht Logan am Gelände hocken und Tom redet mit ihn. Er weiß noch nicht, worüber die beiden reden. "Danke für's herbringen, Hans.", sagt er nur und hilft Valentin aus dem Auto. Hans nickt und steigt auch aus. "Ihr kommt nun alleine klar?", fragt er vorsichtshalber nach. "Ich denke schon.", sagt Jim. "Oder, Valentin?" - "Ja.", antwortet der Gefragte und geht langsam hoch.
Jim kommt jetzt in Toms Hörreichweite, kurz nachdem Logan ins Haus geht. "Alles klar bei euch?", fragt er.
Tom führt Logan in sein Zimmer. Als dessen Tür sich schließt, wendet er sich an Jim. "Jop. Wie geht es Valentin?" - "Er hat der Krankenschwester schöne Augen gemacht." Jim schmunzelt. "Über ihn würde ich mir keine Sorgen machen." Hans entschwindet nun in sein eigenes Zuhause. Erleichtert atmet Tom auf. "Zum Glück."
Endlich in der Wohnung angekommen, sieht sich Valentin um. "Wo is'n der Knallkopp?" - "Im Bett ... lass gut sein ... Ich habe ihn schon zusammengefaltet ... es reicht für heute", erwidert Tom ernst. "Kommt in die Küche. Ich mach uns noch was zum beißen." Valentin fügt sich und geht langsam in die Küche.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon @Spatz @KFutagoh89 )
Charaktere: Logan, Jim, Valentin, Tom, Hans
Geschichtsstrang: Von Latten und Zäunen
Gemeinsam fahren sie los ins nächste Krankenhaus. Während der Fahrt: "Ich bin Hans, ein Arbeitskollege von Tom. Wie ist das passiert Jim?" Tom sieht ihnen nach,seufzt und zündet sich in der Küche eine Zigarette an.
"Gut, dass du nicht weit weg wohnst. Du bist unser Nachbar, oder?", hakt Jim nach, dann erzählt er weiter: "Ein Streit ist eskaliert und Valentin ist das Opfer." Er hebt seine Hände. "Hab versucht zu schlichten. Aber erst als Tom dazu kam, hat es auch wirklich geklappt, den Angreifer von ihm abzubekommen." Er vermeidet es, den Namen Logan zu sagen.
"Scheint so, ich war selbst überrascht, dass Tom plötzlich ohne Motorradkleidung vor der Tür stand", erwidert Hans. "Und was sagen wir nun in der Notaufnahme?"
"Erst mal hinbringen, das ist das wichtigste.", murmelt Jim. Er sitzt auf dem Beifahrersitz, während Valentin auf der hinteren Bank sitzt. Der scheint immer noch nicht ansprechbar zu sein scheint. "Verdammt, so habe ich mir den heutigen Abend nicht vorgestellt."
"Das glaube ich dir sofort", stimmt Hans dem Mitfahrer zu. Sie erreichen das Krankenhaus und Hans hält direkt vor der Notaufnahme. Erst motzt ein Security Guard, bis Hans ihm die Situation erklärt und Valentin mittels einer Trage zu einem Arzt gebracht wird.
Die beiden Männer bleiben vorerst zurück. Jim sitzt neben Hans. Er möchte nach wie vor nicht Logans Namen nennen, doch er erzählt wie der Streit schließlich mit Tritten gegen die Rippen endete. Hans hört aufmerksam zu und seufzt. Immer diese jungen Burschen, denkt er sich. Während sie auf die Rückmeldung des Arztes warten, holt Veros Vater für Jim und sich einen Kaffee aus dem Automaten.
Jim bedankt sich für den Kaffee. Er muss sich ablenken und lässt daher seine Gedanken um ein ganz anderes Thema drehen. Tom ist Mechaniker, also wenn Hans dessen Arbeitskollege ist, trifft das auf ihn wohl auch zu. Kein Job, den Jim je gelernt hat. Und dabei will er endlich mal was besseres finden als die blöde schlecht bezahlte Schwarzarbeit. Er lenkt das Thema von dem Streit ab: "Gibt es bei euch in der Firma auch Jobs für Arbeitsidioten wie mich? Die nie was gutes gelernt haben?" Außer Einbrüchen, fügt er in Gedanken noch hinzu.
Verwundert sieht Hans zu Jim. "Uff. Was für eine Frage", dabei muss er schmunzeln. "Suchst du etwa einen Job? ... Nun, wir sind eine Werkstatt, die verschiedene Fahrzeuge repariert, prüft, ect. ... Hast du sowas schon mal gemacht?"
"Nein. Ich lerne aber schnell.", sagt Jim, "Was ich nicht will, ist Büroarbeit. Das liegt mir nicht. Aber wenn es was ist wo ich anpacken kann, vielleicht wäre das was." Sei kein Idiot, Jim. Niemand nimmt jemanden ohne Erfahrung auf, erst recht nicht bei deiner Vergangenheit. Mach dich nicht zum Affen... Aber Jim hört trotz seiner Gedanken nicht auf. Er möchte jetzt über alles andere reden, nur nicht über die Prügelei, die Valentin ins Krankenhaus gebracht hat.
"Büro ist bereits gut besetzt und da wir nur ein kleiner Familienbetrieb sind, müsste ich eh erst meinen Schwager, der leitet die Werkstatt, fragen, ob wir noch wen aufnehmen könnten. Quereinsteiger hatten wir bisher nicht. Aber wieso auch nicht. Nur versprechen kann ich nichts", erklärt Hans dem Zuhörer. Jim nickt. Das ist zumindest mehr als erwartet. "Klar", sagt er, "Wäre halt nice, wenn ich was anderes hätte als mein jetziger Mistjob. Aber wenn nicht, dann ist es halt so."
"Ich werde meinen Chef fragen, versprochen", erwidert Hans und trinkt einen Schluck Kaffee. "Und ihr seid also unsere Nachbarn. Habt ihr vor, jetzt immer solche Sachen anzustellen?", dabei stupst er Jim leicht mit den Ellenbogen an und grinst.
Jim lächelt. "Das war eigentlich nicht mein Plan. Aber wer weiß... Vielleicht wenn uns langweilig werden sollte..." Hans seufzt. "Eigentlich habe ich mit meiner Tochter schon genug zu tun." Er muss unweigerlich lachen. "Wieso? Was ist mit der Tochter?", fragt Jim verwundert. "Teenagerin. Schwieriges Alter", sagt Hans knapp. "Oh, ja. Da war ich auch schwierig." Als Teenager fing seine kriminelle Karriere an.
Währenddessen:
Unterdessen hockt ein kleines Häufchen Elend unter der Dusche. Dank des prasselnden Wassers, das noch immer auf ihn herabströmt, hört er kaum etwas von dem, was sich hinter der Tür abspielt. Seine Gedanken sind schwer und wie betäubt. Dieser Tag ist ein einziger Albtraum und Logan macht alles immer nur schlimmer. Er versteht nicht, wie es dazu gekommen ist. Wie hat das alles angefangen? Er wollte doch nur, dass diese Gedanken aufhören. Und jetzt hat er seinen Mitbewohner krankenhausreif geprügelt. Dabei hatte er doch diese Dinge hinter sich gelassen. So dachte er bis heute. Aber vielleicht hat es keinen Sinn, sich selbst zu verleugnen. Vielleicht wäre es für alle besser, wenn er wieder abhaut. Er wollte einen Neuanfang starten. Zum unzähligsten Mal. Das ging mächtig in die Hose. Vielleicht sollte er wieder zurück nach Kanada gehen und dort seine Tage als Vagabund verbringen.
Mit der Zigarette zwischen den Lippen kocht er Kaffee auf und schaut sich die Bescherung an. Logan hat ja ordentlich gewütet. Sowas hat Tom seit dem Ausstieg aus der Gang nicht mehr erlebt. Seufzend schenkt er den Kaffee in zwei Tassen ein und läuft ins Bad. Als er die Tür öffnet, sieht er Logan weiterhin regungslos unter der Dusche hockend. Der Ältere geht auf ihn zu und dreht das Wasser ab. "Bist abgekühlt?", fragt er den Mitbewohner neutral. Dann nimmt Tom ein Handtuch und reicht es ohne große Worte samt Kaffee Logan. Er selbst lehnt sich am Waschbecken an und genehmigt sich einen Schluck aus der eigenen Tasse.
Ohne den Kopf zu heben, schielt Logan durch die triefenden Haare und nimmt zögerlich Kaffee und Handtuch entgegen. Die Tasse stellt er neben sich auf dem Boden ab. Das Handtuch legt er sich in den Nacken. Seine Hände zittern. Dabei ist er sich nicht sicher, ob es die Kälte ist oder Toms Anwesenheit. Er wagt es nicht, ihn anzusehen oder zu sprechen. Er fühlt sich wie damals als Junge, als er noch in diesem furchtbaren Haus lebte.
Schweigend mustert Tom den Jüngeren. Er kann sich denken, dass Logan, so wie sich dieser aktuell benimmt, mit der Situation überfordert ist. Nach einem weiteren Schluck Kaffee beginnt Tom dennoch ein Gespräch. "Dir ist bestimmt klar, dass gerade Mist gebaut hast ... und ... ich mich frage ... warum du gerade ausgeflippt bist ... Was sagst du dazu?" Die Stimme ist relativ neutral, jedoch ernst.
Das Häufchen Elend atmet schwer. Wie soll er das alles erklären? Noch dazu jemandem wie ... Wenn er diesem Mann sagen könnte, was er ihn ihm auslöst... Aber er findet seine Stimme nicht. Er schlittert von einem Flashback zum anderen. Nur dank der kalten Dusche weiß er gerade, wo er sich befindet. Er weiß auch, dass dieser Mann, der ihn anstarrt und auf Antworten wartet, nicht der Mann von damals ist. Aber seine Wahrnehmung ist so schwammig und verwirrend, dass er von Sekunde zu Sekunde zwischen den Wahrheiten hin und her taumelt.
Geduldig wartet Tom. Er hat Zeit, der Abend ist eh gelaufen. "I didn't mean it.", flüstert Logan gebrochen.
Im Krankenhaus:
Mittlerweile ist Valentin wieder zu sich gekommen. Ein Arzt ist bei ihm. "Ich ehm.." Er will nicht erzählen, was wirklich passiert ist. Besonders da eine hübsche Schwester im Zimmer ist. "..ich bin überfallen worden. Aber ich weiß nicht, wer der Angreifer war." Er fasst sich an seine Hosentasche. "Ach nein, mein ganzes Geld." Einen lauten Seufzer lässt er von sich.
Der Arzt klärt Valentin über das Thema Körperverletzung auf. Valentin stimmt zu, will allerdings erst nach seiner Entlassung zur Polizei gehen. Zumindest behauptet er das. Da zum Glück nur ein leichter Rippenbruch vorliegt, ist eine OP entbehrlich, doch um Analgetika ist kein Herumkommen. "Ich will aber nach Hause, hier möchte ich nicht bleiben." Es liegen keine Organschäden vor, lediglich oberflächliche Verletzungen neben dem Rippenbruch, sodass der Arzt zustimmt. "Ich mache Ihre Papiere fertig. Den Bericht nehmen Sie dann bitte mit zur Polizei." Valentin nickt. "Das mache ich." ...nicht.
Hans bemerkt, wie Jim und er zu Valentin gerufen werden. Die Männer gehen zu ihm. Nach einer kurzen Erklärung des Arztes, atmet der Brillenträger auf. "Da fällt mir ein Stein vom Herzen", gibt er ehrlich zu.
"Mir auch!", fügt Jim hinzu und knufft Valentin freundschaftlich auf die Schulter. "Wir brauchen unseren Casanova doch noch."
"Ach, ich bin doch hart im Nehmen.", gibt Valentin von sich und lächelt der jungen Krankenschwester zu. Diese lächelt zurück und nimmt die inzwischen durch gelaufene Schmerzinfusion von seinem Arm. Jim bemerkt Valentins Blick auf die Krankenschwester. "Ich seh schon. Dir geht es wieder gut.", stellt er fest.
Die Schwester verlässt den Raum. "Was ne Süße. Die stand ja mal voll auf mich." Dank der Schmerzmittel kann Valentin noch lächeln. "Na klar.", sagt Jim sarkastisch. "Gehen wir heim." Da kommt auch schon der Arzt und bringt die Papiere. "Gute Besserung." Valentin bedankt sich und richtet sich mit Hilfe von Jim und Hans auf.
Währenddessen:
"Das macht Valentin trotzdem aktuell nicht heile ... also ... Logan ... warum?", bleibt Tom stur dran.
"Alles is' ...", er reibt mit dem Handtuch vorsichtig übers Gesicht und spürt die Blessuren der Prügelei. "Weiß nich', was ..." Mit glasigen Augen schaut er vorsichtig zwischen den nassen Strähnen hindurch und weicht Toms Blick gleich wieder aus. "Flashbacks.", presst er dann hervor.
Tom mustert Logan weiterhin. Dann sagt er klar: "Letztlich kann es mir Schnuppe sein, ... warum du so ausgetickt bist ... Reden ist trotzdem besser als rohe Gewalt." Diese Erfahrung hat auch Tom erst machen müssen. Seine Augen verengen sich jedoch, der Ton seiner Stimme wird kalt. "Machst du so sowas allerdings nochmal ... landest du definitiv im Krankenhaus. ... Dafür sorge ich! Ich hoffe, wir verstehen uns klar und deutlich!" Dann erhebt sich Tom und geht an die Tür. "Wenn Valentin das überlebt, machst du das wieder gut bei ihm. Verstanden!", mit diesen Worten verlässt Tom das Bad und sucht die verschiedenen Räumlichkeiten auf, um die Scherben und Spuren des Kampfes zu entfernen.
Schmerzerfüllt versucht Logan aufzustehen. Er greift nach der Duschamatur und zieht sich ächzend hoch. Im Schneckentempo verlässt er das Bad und sieht die Blutflecken auf dem Boden. Er schließt die Augen und zwingt sich zur Ruhe. Es hört einfach nicht auf. Egal, wo er ist und was er tut. Der Trip scheint ihn zu verfolgen.
Er schleicht durch den Flur bis zur Wohnungstür und geht hinaus. Tom sieht ihm nach und ruft: "Wohin willst du!?!"
'Weg.', denkt er. 'Ich kann hier nich' bleiben.' Doch spätestens an der Treppe erkennt er das nächste Problem. In diesem Zustand wird er stürzen. Das ist so sicher, wie die Tatsache, dass Tom seine Drohung in die Tat umsetzen wird. Körperlich und geistig geschlagen bleibt er am Gelände stehen und stützt sich ab. Er ist mit seinem Latein am Ende.
Tom geht auf den Mitbewohner zu und reicht ihm die Hand. "Komm. Es ist spät. Geh in dein Bett", spricht er aufmunternde Worte. Logan gehorcht. Das ist seine einzige Chance, diesen Kampf doch noch zu überleben. Er gehorcht. So wie er es damals tat.
Der Wagen von Hans hält gerade in dem Moment vor dem Haus. Jim sieht Logan am Gelände hocken und Tom redet mit ihn. Er weiß noch nicht, worüber die beiden reden. "Danke für's herbringen, Hans.", sagt er nur und hilft Valentin aus dem Auto. Hans nickt und steigt auch aus. "Ihr kommt nun alleine klar?", fragt er vorsichtshalber nach. "Ich denke schon.", sagt Jim. "Oder, Valentin?" - "Ja.", antwortet der Gefragte und geht langsam hoch.
Jim kommt jetzt in Toms Hörreichweite, kurz nachdem Logan ins Haus geht. "Alles klar bei euch?", fragt er.
Tom führt Logan in sein Zimmer. Als dessen Tür sich schließt, wendet er sich an Jim. "Jop. Wie geht es Valentin?" - "Er hat der Krankenschwester schöne Augen gemacht." Jim schmunzelt. "Über ihn würde ich mir keine Sorgen machen." Hans entschwindet nun in sein eigenes Zuhause. Erleichtert atmet Tom auf. "Zum Glück."
Endlich in der Wohnung angekommen, sieht sich Valentin um. "Wo is'n der Knallkopp?" - "Im Bett ... lass gut sein ... Ich habe ihn schon zusammengefaltet ... es reicht für heute", erwidert Tom ernst. "Kommt in die Küche. Ich mach uns noch was zum beißen." Valentin fügt sich und geht langsam in die Küche.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon @Spatz @KFutagoh89 )