Forum Discussion
3 years ago
Ort: Evergreen Harbor, 4er WG
Charaktere: Ben, Maryama, Logan, Jim, Tom, Valentin
Geschichtsstrang: Verschollen
Etwa zwanzig Minuten sind vergangen, als vor dem Haus der Pick up zu hören ist. Mit rasantem Fahrstil biegt der Wagen auf das Gelände und kommt schließlich zum Stehen. Kurz darauf öffnet sich die Wohnungstür und Logan tritt ein. Festen Schrittes kommt er ins Wohnzimmer, wo die Gäste in der Zwischenzeit von seinen Mitbewohnern unterhalten wurden. Bei entspanntem Geplauder setzt der Jüngste der Bewohner seine Tasche ab und zieht nacheinander verschiedene Getränke und Knabbereien heraus. Nachdem er Tasche und Jacke in seinem Zimmer abgeladen hat, kommt er zurück, nimmt sich ein Ginger Ale und setzt sich auf den Boden am Türrahmen. Einen Moment schweift sein Blick über die kleine Runde, die mit vier Sims den Raum gut ausfüllt, und lauscht den Gesprächen.
Nachdem sie dann doch noch auf der erstaunlich sauberen Toilette, war, stößt Maryama zu den anderen WG Bewohnern im Wohnzimmer. "Jungs, bitte nicht wundern, aber gibt's noch ein Bier ..oder noch lieber nen Kurzen? Ich könnt grade einen brauchen." Sie lässt sich einfach neben Tom und Jim auf das Sofa fallen und lehnt den Kopf zurück. Das Gespräch und die Anspannung haben sie mehr angestrengt, als ihr bewusst war. Jetzt, als das von ihr abfällt, wär ein Glas Schnaps genau das richtige. Sie muss an Alma denken. Ist das ihr Einfluss? Der Gedanke lässt sie schmunzeln.
Als Logan mit den Getränken auftaucht, ist Maryama überrascht. Sie hat mitbekommen, dass er die Wohnung verlassen hat und angenommen, dass es für ihn heute genug Gesellschaft und 'Unterhaltung' war und er irgendwo draußen am fotografieren ist. Seine Rückkehr gibt ihr ein gutes Gefühl. Sie nimmt sich noch ein Bier, prostet in die Runde und fragt :"Ihr seid ja ein ziemlich bunter Haufen. Arbeitskollegen? Alte Kumpels? Oder wie kam's zu der WG?" Smalltalk ist nicht so ihr Ding, aber es interessiert sie wirklich woher die Jungs sich kennen, die so unterschiedlich wirken. Das verbindende Element scheint die Wortkargheit zu sein. Tom kommt ihr ganz aufgeschlossen vor und er kennt Ben, vielleicht bringt der ein Gespräch in Gang.
Ben lächelt Logan zu. Auch er ist erleichtert über dessen Rückkehr. Er gönnt sich ebenfalls ein Ginger Ale und beobachtet die Jungs. Maryamas Frage interessiert ihn ebenfalls.
Jim sieht zu Maryama. Tja, wie haben sie sich kennengelernt? Er hatte auf eine Anzeige reagiert. Im Knast hatten sie ihm nach seiner Entlassung zwar eine Wohnung organisiert, aber er hatte durch die Zeitungsanzeige etwas noch günstigeres gefunden und diese Chance ergriffen. Seine Gedanken schweifen ab. Nicht alles war schlecht im Knast. Es gab Arbeitsangebote, so dass er was zu tun hatte und nicht nur Wände anstarren musste. Zu schade nur, dass er, wieder draußen, nur so einen blöden und mies bezahlten Schwarzarbeits-Job im Lager ergattern konnte. Erneut hofft er, dass das mit Hans irgendwie klappt, oder er sonst so noch was besseres findet.
Erst nach einer Weile merkt er, dass er ganz vergessen hat, auf Maryamas Frage zu antworten und nun schon eine Weile lang schweigt.
Anschauen und nichts sagen, auch eine Antwort. Dann eben noch ein Schluck Bier. Maryama ist sich nicht sicher, ob sie das jetzt lustig oder irritierend finden soll, als Tom stattdessen die Frage beantwortet.
Tom ignoriert das Verhalten von Logan. Der Begriff "streunende Katze" kommt nicht von ungefähr. Mal ist diese anwesend, mal nicht. So ist das eben.
...
Auf Maryamas Frage hin antwortet der Mechaniker: "Wir haben uns zufällig gefunden, weil wir eine WG gebraucht haben ... Keiner kannte den Anderen vorher."
Überrascht schaut Maryama ihn an. "Ist gewagt, aber irgendwie cool, meistens kennen sich ja wenigstens zwei Leute, die dann noch welche dazu holen." Sie nickt. "Dann müsst ihr euch wahrscheinlich erstmal zusammen raufen." vermutet sie schmunzelnd, was dieser mit einer kleinen Kopfbewegung kommentiert.
Dann sieht Tom zu Ben. "Und bist noch mit dem heißen Feger vom Festival im Kontakt?"
Ben grinst. "Mit Leah hatte ich schon länger keinen Kontakt mehr. Das hat sich irgendwie auseinander gelebt." Er sieht Tom an. "Allerdings habe ich noch eine andere Lady während des Festivals kennengelernt. Und mir ihr bin ich jetzt noch zusammen."
Amüsiert erinnert sich Maryama an das Gespräch mit Leah über diese kleine Episode. Hätte Ben wohl etwas mutiger sein dürfen, wer weiß was daraus geworden wäre.
"Glückwunsch", erwidert der Zuhörer freundlich.
'So ein heimlicher Fuchs.', denkt Logan. Zwei girls auf einem Event.
"Hätte ich dir gar nich' zugetraut.", mischt er sich ins Gespräch ein.
Ein wenig überrascht sieht Ben zu Logan. Aber der kann ja nicht wissen, dass es zwischen Leah und ihm nie romantisch wurde. Er hätte sich eine Beziehung mit ihr vorstellen können, doch da es nie dazu kam, sieht er auch keinen Grund, ein schlechtes Gewissen Dora gegenüber haben zu müssen, die er dann später dort kennen lernte. "Gibt keinen Grund zu Heimlichkeiten.", sagt er daher. "Es lief nie was zwischen Leah und mir."
"Wieso nich'?", fragt er weiter und nimmt einen Schluck seines Getränkes.
Tom mustert Logan. Wird der Kleine etwa gesprächig?
Ben zuckt die Schultern. "Wahrscheinlich habe ich mehr in ihr gesehen als sie in mir.", vermutet er. "Aber Tom war wohl ebenfalls nicht der Richtige für sie." Er grinst Logans Mitbewohner an. Irgendwie fragt er sich ja schon, was aus Leah geworden ist.
Oh, Tom war auch mit von der Partie? Den hat Leah nicht erwähnt. Soll sie erzählen dass sie ab und zu Kontakt zu Leah hat? Ehe Maryama reagieren kann, meldet sich Logan zu Wort.
"Wait...", Logan schaut zwischen den Männern hin und her, die unterschiedlicher kaum sein könnten. "... ihr hattet beide die Selbe im Auge?"
"Problem damit?", fragt Tom neutral und hochgehobener Augenbraue.
'Problem' ist ein recht hartes Wort in diesem Kontext. Viel mehr spielt es keine Rolle.
Der Jüngere zuckt unberührt mit einer Schulter.
"Lediglich interessant. Immerhin seid ihr beide nich' gelandet."
"Is manchmal so", antwortet Tom knapp und lehnt sich wieder im Sofa zurück.
"Is' das so?" Logan fixiert den Großen.
Die sich verändernde Energie bei Tom ist für Maryama, die direkt daneben sitzt spürbar. Warum interessiert das Logan so? Nicht grade angenehm die Fragerei, stellt sie sich vor.
Ben grinst. "Naja, bei ihrem Aussehen hatte sie sicherlich noch mehr heimliche Verehrer als uns beide.", vermutet Ben. In Gedanken fügt er noch hinzu: "Ein Glück, dass Dora grad nicht hier ist und mich hört."
"Zweifelst etwa daran, Klener?", spricht Tom weiter.
Logans Augenbraue hebt sich in die Stirn, als er Bens Vermutung hört. Was das wohl wieder bedeuten soll...
"Nenn' mich nich' so.", brummt er, seinen Mitbewohner nicht aus den Augen lassend.
Unruhig wandert Maryamas Blick zwischen den Männern hin und her. Was entwickelt sich da? Unwillkürlich spannen sich ihre Muskeln etwas an während sie weiter beobachtet.
Jim, der die ganze Zeit nur schweigend zugehört hatte, sieht vor seinem inneren Auge diese Leah. Bestimmt blond und vollbusig, wenn die bei den Männern so beliebt ist. So einer würde Valentin definitiv nicht widerstehen können. "Na, Val hätte bestimmt noch weniger Chancen bei ihr als ihr beide.", gibt er nun doch noch einen Kommentar dazu.
Tom, Logan ignorierend, muss bei Jims Aussage schmunzeln. "Das stimmt wohl. Aber ich glaube, unser Casanova würde so oder so die nächste wieder anbaggern."
Jim grinst. "Ganz bestimmt. Er macht ja kaum was anderes als Frauen anzubaggern." Er sieht zu Maryama. "Sei froh, dass er bereits in seinem Zimmer ist und pennt oder was auch immer er da so treibt."
Geht es um den Typ von vorhin? Der einzige der sich verkrümelt hat? Innerlich schmunzelt Maryama mit. Wie ein Casanova sah der nicht direkt aus. "Was auch immer er da so treibt? Interessant." Sie hebt amüsiert eine Braue und trinkt nochmal.
Logan steht langsam auf und starrt Tom ausdruckslos an.
"Du. Ich rede mit dir."
Der Angesprochene dreht sich zu Logan um. "Ja?", erwidert dieser neutral.
"Ich will, dass du aufhörst, mich so zu nennen.", wiederholt der Kleinere.
Durch Logan provoziert, erhebt sich Tom zu seiner vollen Größe. "Ist das so ..." Seine Augen fixieren den Mitbewohner.
Ben sieht zu Tom. Was ist denn nun los zwischen den beiden?
Schließlich sagt Tom im ernsten Ton: "Komm erstmal wieder runter ... bevor wir weiter reden."
"Nimm nur keine Rücksicht auf mich. Tuste ja sonst auch nich'."schießt Logan zurück.
Tom verschränkt die Arme, bleibt ruhig und sagt dennoch ernst: "Wenn das so wäre, wärst du nicht mehr Teil dieser WG! Denk mal drüber nach."
Ben hat Tom nie als aggressiv wahrgenommen, aber irgendwas muss zwischen den beiden mal vorgefallen sein. Sollte er eingreifen? Aber bisher kam es noch nicht zu Gewalt und so wartet er erst mal ab.
Logans Kiefer spannt sich fester und er hält den Blick stur auf Tom.
"Ich kapier ja, dass ich für dich nur 'ne beschi ssene Witzfigur bin.", grummelt er unter großer Beherrschung. "Aber du musst mir das nich' ständig unter die Nase reiben."
Tom bleibt ruhig und sagt lediglich: "Der Einzige, der sich gerade lächerlich macht ... bist du. Niemand sonst."
Behutsam stellt Maryama die Bierflasche auf den Tisch. Die Entwicklung gefällt ihr überhaupt nicht. Zwischen Tom und Logan knistert die Luft. Sie rückt unwillkürlich ein paar Zentimeter Richtung Sofakante und kaut nervös auf der Innenseite der Lippe herum. Logan sieht nicht nach Zusammenbruch aus, eher nach kurz vor der Attacke.
"Wie wär's, wenn ihr mal runter kommt?", ruft Jim genervt dazwischen. "Ich kann das Rumgezicke nicht mehr hören." Ben ist ihm dankbar dafür. Er ist nur Gast hier und weiß nicht, wie die Vorgeschichte ist.
"Isses denn zu viel verlangt, dass der Typ mich beim Namen nennt?!", meckert Logan in Jims Richtung.
"Ist es zu viel verlangt, sowas auf später zu verschieben? Ihr seht doch, dass wir Gäste haben!", lässt Jim nicht locker. Er hat lieber seine Ruhe anstatt zu streiten, doch in diesem Moment ist er einfach genervt.
Tom sieht zu Jim. "Im Normalfall würde ich dir recht geben ... aber ...", er dreht sich wieder dem anderen Mitbewohner zu, "Ich glaub Logan braucht diese Aussprache jetzt!" Sein Blick ruht auf diesem. "Gibt es sonst noch was, was du loswerden musst?!"
Die Arme verweilen weiterhin verschränkt vor der Brust.
Jim ist mit seinen 1,80 m eher durchschnittlich groß und kein Riese. Doch er ist froh, dass er selbst nie "Kleiner" genannt wurde. Er versteht schon, dass das Logan nervt... aber müssen die beiden das ausgerechnet jetzt klären?
"Allerdings, Dickhead." Logans Stimme wird lauter. Er zieht einen beachtlichen Klumpen aus seinem Inneren in den Rachen und spuckt ihn Tom direkt ins Gesicht.
Er vergisst jegliche Angst vor dem Mitbewohner und seine Gedanken vermischen ihn mit IHM.
"Kinners, ihr nervt!", brüllt Jim nun Tom als auch Logan an. "Kloppt euch doch bitte draußen, aber nicht hier."
Bist ja ne tolle Hilfe Jim, denkt sich Tom. Nun gut ... es gibt für ihn jetzt zwei Optionen ...
Option 1) Logan wird an Ort und Stelle zu Hackfleisch verarbeitet.
Oder Option 2) Er packt Logan, schleift ihn vor die Tür und verarbeitet ihn dort zu Hackfleisch.
Für welche Option wird sich Tom entscheiden?
Unterdessen sieht Ben zu Maryama. "Ich glaube, wir sind jetzt lange genug hier. Lass uns gehen." Er will sich nicht einmischen. Was auch immer hier los ist, müssen die Jungs unter sich klären. Aber er hat auch keine Lust, sich das anschauen zu müssen.
Logans Spucken, Bens Aufforderung und Maryamas Aufschrei während sie aufspringt passieren fast gleichzeitig. "STOP! " Sie stellt sich, so viel Abstand zu Logan wahrend wie möglich, zwischen ihn und Tom, darauf hoffend nicht körperlich involviert zu werden. "Was ist in dich gefahren?" Sie schaut Logan an. "Klar, dass du es hasst wenn Tom das sagt, ich hasse es auch wenn ich Karamellbonbon oder Putzwollköpfchen hören muss, aber deshalb bespuck ich keine Leute. Was bringt das wenn ihr euch jetzt verdrescht Tom dich verdrischt Hört auf ! Beide!" Sie stemmt unbewusst eine Hand gegen Toms Brustkorb, um ihn auf Distanz zu Logan zu halten. Ihr Atem geht schnell und ihre Augen sind vor Schreck weit aufgerissen. "Beruhigt euch!"
Jim stellt sich unterdessen Logan in den Weg, um Maryama dabei zu unterstützen, für Frieden zu sorgen. "Sie hat Recht.", sagt er direkt. "Lasst den Kindergarten. Beide von euch."
Auch Ben mischt sich nun doch ein. So langsam wird es auch ihm zu bunt. "Sagt mal, was läuft hier denn eigentlich?", fragt er und schaut Tom, und dann Logan an. "Bis eben waren wir friedlich am trinken und knabbern, und plötzlich geht ihr zwei euch an die Kehle."
"Was mischt du dich da ein?" Wild gestikuliert Logan in Maryamas Richtung. "Denkst du, das is' das erste Mal, dass ich Prügel kassier?"
Tom verfolgt die Szenerie. Er hat die Spucke aus seinem Gesicht nicht weggewischt. Allein die Reaktionen der Sims ... er weiß nicht ... soll er drüber lachen? ... soll er drüber den Kopf schütteln? ...
Er weiß es definitiv nicht ...
Die Worte von Jim hallen ihm Ohr. >Geht ihr zwei euch an die Kehle< ... Weiß der Mitbewohner überhaupt wovon er spricht? ... Was es heißt ... seine Kehle, sein Leben zu behalten ... Noch atmen zu können? ... In Toms Kopf spielen sich Szenen aus der Vergangenheit ab. ... Wie Hyäne oder Kralle ... Er hatte gehofft, nicht mehr daran denken zu müssen ...
>Denkst du, das is' das erste Mal, dass ich Prügel kassier?<, Logans Bellen mischt sich darunter. ... Dieser Narr ... spricht leichtfertig von Prügelei ... Wieder erscheinen Szenen vor Toms inneren Auge. ...
Ein Ausstehender kann nur sehen, wie sich eine Faust von Tom anspannt.
Für einen Moment möchte der Mechaniker sich diesem Reflex hingeben. Einfach die Kontrolle verlieren und seinem angestautem Frust Luft machen.
Doch da ist etwas ... etwas was ihn davon abhält ... Dieses Gefühl ... dieses Gewissen ... die Erfahrung ... nein ... er konnte es damals schon nicht ertragen ... damals schon nicht hinnehmen ... diese Gewalt ... diese Raserei, die Sims zu Bestien macht ...
All diese Sims hier sprechen von dieser Raserei ... doch wirklich erlebt ... hat keiner von ihnen sie.
Das Lachen von Hyäne hallt in seinem Ohr. Innere Unruhe ergreift Tom. Die inneren Dämonen ... sind ... einfach ... ein Fluch. Wird er ihnen jemals entkommen?
Der großgewachsene Mann entspannt seine Faust und verschließt die Augen. "Es ist genug", mehr sagt er nicht. Es ist aber laut und deutlich. Dann geht er an Maryama und Jim, wie Logan vorbei in sein Zimmer. Mit seinem Helm in der Hand kehrt er in den Flur zurück, meidet es jemanden anzusehen und verlässt wortlos die Wohnung. Das Geräusch seines Motorrads heult laut auf, als er sich damit in Bewegung setzt und in Richtung Autobahn fährt.
Jim sieht Tom wortlos nach. Er hat nichts gemerkt von dessen Gedanken, und denkt, dass das gute Zureden ihn wohl wieder zur Vernunft gebracht hat. "Na immerhin.", sagt er daher. "Jetzt ist wieder Ruhe hier." Er funkelt Logan an. "Und das gilt auch für dich."
Logan bleibt steif stehen, als Tom an ihm vorbei zieht.
"Du kannst mich mal!", keift er zu Jim, bevor sein Blick giftig zu Maryama wechselt.
"Du!" Mit dem Zeigefinger deutet er auf sie. "Mitkommen!" Er verschwindet im Flur und dann aus der Wohnung.
Jim zuckt die Schultern. Er geht zum Tisch zurück und macht sich eine Flasche Bier auf.
Maryama wirft Ben einen Blick zu. "Wenn ich in zehn Minuten noch nicht wieder da bin, schaust dann mal nach uns?" Sie rechnet nicht damit, dass Logan viele Worte machen wird. "Ich werd mal 'Folge leisten.'" Sie betont das letzte leicht ironisch, obwohl ihr gar nicht so zumute ist. Alles was in Richtung Gewalttätigkeiten geht ist ihr zuwider. Sie nickt Ben zu und folgt Logan ins Freie.
Als die zwei draußen vor der Wohnung stehen - Logan hat ihr den Rücken zugekehrt - atmet er ein paar Mal tief durch, bevor er beherrscht fragt:
"Was sollte das?"
"Wie was sollte das?" Maryama lehnt sich an die Hauswand. "Fragen wir uns das jetzt gegenseitig?" Sie stößt einen tiefen Seufzer aus. "Ich hasse es wenn Sims gewalttätig werden."
"Du nutzt das Wort recht häufig, was? Hass..." Er dreht sich herum und funkelt sie an.
"Nicht häufig, nur bei Sachen wo es zu trifft." Sie schaut ihn an. "Aber du hast Recht...es ist ein starkes Wort, früher war es präsenter in meinem Leben als jetzt." Sie pausiert kurz. "Was diese dämlichen Äußerungen bezüglich meiner Hautfarbe oder Haare angeht lass ich es aber mal so stehen. Das meintest du, oder?"
"Ich mein', dass du kein Recht hattest, dazwischen zu geh'n. Das war was zwischen ihm und mir und du hast keine Ahnung, wie es is' mit einem zusammen zu wohnen, der dich ständig daran erinnert, warum dein ganzes verkacktes Leben ein Scheißhaufen is'." Logan redet sich in Rage, wird immer lauter und angespannter.
"Und dadurch dass man sich aufs Maul haut löst sich alles in Wohlgefallen auf? Ja, das macht Sinn." Maryama geht in die Hocke und lehnt den Hinterkopf an die Wand. "Zuzuschlagen ändert gar nichts, höchstens dass der Druck weg geht, aber ihr wohnt zusammen..wollt ihr euch dann täglich prügeln?" Sie runzelt die Stirn. "Da geh ich instinktiv dazwischen, von gebrochenen Nasen und Rippen wird die Welt nicht besser."
"Du warst doch da. Ich hab' ihm gesagt, er soll's lassen - und das nich' zum ersten Mal. Aber es interessiert ihn 'nen Sche iß."
Maryama räuspert sich leise. "Ist vielleicht nicht so günstig wenn du das sagst und nebenbei schon die Fäuste ballst und dir ausmalst wie du ihn umnietest. So sah es jedenfalls aus. Was ist wenn du ihn in einer ruhigen Minute mal darauf ansprichst? Vor allem ohne die Anderen? Irgend nen Grund muss es doch geben, dass er das immer wieder macht und ich glaub nicht dass das was mit dir zu tun hat. Ihr kennt euch ja kaum." Sie schweigt kurz. "Du hast ihn angespuckt..nicht zu knapp, trotzdem stehen wir unversehrt hier. Mich hätte er mit derselben Leichtigkeit zur Seite geschoben, wie er dich umgehauen hätte. Spricht schon dafür dass er nachdenkt."
Logans Stimmung wechselt plötzlich wieder. Seine Körpersannung nimmt ab, sein Blick wird leer. Er begreift nicht, warum er beschuldigt wird. Er hat doch versucht, mit Tom zu reden. Es ist, wie es immer war. Er ist nur ein mieser kleiner Fußabtreter.
"Ich hau ab.", sagt er leise und geht zu seinem Wagen, steigt ein und fährt davon.
Zeitgleich im Haus
Ben setzt sich kopfschüttelnd neben Jim und trinkt sein Bier weiter.
Inzwischen wacht Valentin auf. Oh, bin wohl danach eingeschlafen. Er zieht sich wieder an und geht aus dem Zimmer.
Jim scheint nun wieder sein schweigsames Ich zu sein. Und Ben hat ohnehin keine Lust auf Smalltalk in diesem Moment, und so schweigt auch er. Was Logan und Maryama wohl treiben? Das Wohnzimmer hat zwar Fenster, die jedoch alle in eine andere Richtung zeigen und nicht vor die Eingangstür.
In diesem Moment sieht Ben, dass auch der andere Typ mittlerweile wieder da ist. Hat der gepennt? Seine Augen sehen zumindest verschlafen aus. Wie hat er den ganzen Streit verschlafen können? Das ist Ben ein Rätsel. "Na auch mal wieder da?", fragt er, mit leicht spöttischen Unterton.
Val sieht den noch Unbekannten an. "Eh, ja. Wer bist du?"
Hatte der Typ ihn etwa noch gar nicht wahrgenommen? Ben erinnert sich, wie er Maryama angestarrt hat, aber offenbar hatte er wirklich nur Augen für die Dame. Jetzt fällt ihm auch Jims Aussage wieder ein, über den "Casanova". Obwohl ihm eigentlich nicht danach ist, muss Ben nun doch schmunzeln. "Ben.", stellt er sich knapp vor, "Du bist jedenfalls der Casanova. Daran habe ich keinen Zweifel mehr."
Valentin räuspert sich und streckt Ben die rechte Hand entgegen. "Nenn mich ruhig Valentin."
Ben will gerade die Hand schütteln, als ihm eine gewisse Flüssigkeit daran auffällt. Es ist ihm egal, ob das jetzt auffällt oder nicht, aber er zieht die Hand wieder zurück. "Naja, Hallo.", sagt er stattdessen.
Val zieht seine Hand verwundert zurück und geht zur Kaffeemaschine. "Wo is'n die Süße hin? Etwa mit Logan zugange?"
"Ja, die ist schon weg.", sagt Ben. Dass Maryama eigentlich vor der Tür steht, sagt er nicht.
Geschockt dreht Val sich zu Ben. "Mit Logan etwa?"
Jim mischt sich ein, um Valentin zu ärgern: "Klar, mit Logan. Du warst ihr wohl nicht gut genug."
"Haha, ich war nur beschäftigt.." Genervt dreht er sich wieder zur Kaffeemaschine. Logan hat die Süße rumgekriegt? Ich hätte nicht gedacht, dass er überhaupt Chancen hat bei hübschen Frauen. Komischer Kerl. Mit seiner vollen Tasse dreht er sich zu Jim und Ben. "Und was macht ihr jetzt hier noch?"
"Party!", sagt Ben sarkastisch. Jim grinst nur blöd.
Mit einem Seufzer setzt sich Val an den Küchentisch. "Ja, ja.. Ich merk schon, ohne mich läuft hier nix. Ehm.. sagt mal, wie heißt die Dame denn von gerade?"
"Du kriegst sie doch ohnehin nicht.", neckt Jim seinen Mitbewohner.
Ben seufzt. "Naja, ich geh dann auch mal wieder. Man sieht sich."
Auch komisch der Kerl., denkt sich Val zu Ben. "Was ist denn jetzt mit Party? Geh'n wa ein Saufen?"
Jim sieht zu Valentin. "Klar, nimm dir ein Bier für deine Party."
Ben geht zur Tür und sieht gerade noch, wie Logan davon fährt.
Maryama stößt laut den Atem aus und blickt leicht ratlos Logan hinterher. Offensichtlich ist nicht angekommen, was sie ihm vermitteln wollte. Trotzdem nervt sie sein dauerndes davon laufen. Auch eine Art sich nicht auseinander setzen zu müssen. Er hätte ihr sagen können was ihm an ihrer Antwort nicht gepasst hat. Maryama stößt sich von der Wand ab und richtet sich auf, im selben Moment geht die Haustür auf und Ben kommt nach draußen. Sie hebt die Hand und seufzt nochmal.
Ben dreht sich zu Maryama. "Und, wie lief es?", fragt er. Offensichtlich nicht so gut, denn Logan ist fort.
"Kann ich gar nicht einschätzen. Erst haben wir geredet, dann hab ich was gesagt, was er wohl nicht so toll fand...Zack! Ging der Vorhang runter und er ist davon gebraust. Also...keine Ahnung wie es lief." Sie lächelt trotzdem. "Und drinnen? Wie ist die Stimmung?"
"Naja, hab mich verabschiedet. War nicht mehr mehr als Smalltalk und gegenseitiges Schweigen. Sind wohl alle etwas erschöpft von dem Streit, und Jim scheint mir ohnehin keine große Labertasche zu sein." Er sieht zu Maryama.
"Keine Labertasche ist schön gesagt." Maryama muss lachen, was ihr richtig gut tut ."Gehen wir noch was trinken? Ich glaub ein Tapetenwechsel wäre ganz gut und reden auch."
Ben ist einverstanden. „Es gibt hier in der Gegend die Old Station Bar.“, sagt er, „Wie wäre es damit?“ -“Ja, sehr gute Idee.“ Maryama nickt erleichtert. “Let's go.“
Tom hat über die Autobahn Brindleton Bay erreicht. In der Nähe des Strandes stellt er sein Motorrad ab, legt den Helm ins Fach und läuft zum Strand. Die Wellen rauschen und suchen stetig ihren Weg ans Land, ehe sie erneut davon fliehen. Der Mann setzt sich hin und lässt die salzige Brise um seine Nase wehen. Er denkt nach.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon, @KFutagoh89 ,@Murloc und @Spatz )
Charaktere: Ben, Maryama, Logan, Jim, Tom, Valentin
Geschichtsstrang: Verschollen
Etwa zwanzig Minuten sind vergangen, als vor dem Haus der Pick up zu hören ist. Mit rasantem Fahrstil biegt der Wagen auf das Gelände und kommt schließlich zum Stehen. Kurz darauf öffnet sich die Wohnungstür und Logan tritt ein. Festen Schrittes kommt er ins Wohnzimmer, wo die Gäste in der Zwischenzeit von seinen Mitbewohnern unterhalten wurden. Bei entspanntem Geplauder setzt der Jüngste der Bewohner seine Tasche ab und zieht nacheinander verschiedene Getränke und Knabbereien heraus. Nachdem er Tasche und Jacke in seinem Zimmer abgeladen hat, kommt er zurück, nimmt sich ein Ginger Ale und setzt sich auf den Boden am Türrahmen. Einen Moment schweift sein Blick über die kleine Runde, die mit vier Sims den Raum gut ausfüllt, und lauscht den Gesprächen.
Nachdem sie dann doch noch auf der erstaunlich sauberen Toilette, war, stößt Maryama zu den anderen WG Bewohnern im Wohnzimmer. "Jungs, bitte nicht wundern, aber gibt's noch ein Bier ..oder noch lieber nen Kurzen? Ich könnt grade einen brauchen." Sie lässt sich einfach neben Tom und Jim auf das Sofa fallen und lehnt den Kopf zurück. Das Gespräch und die Anspannung haben sie mehr angestrengt, als ihr bewusst war. Jetzt, als das von ihr abfällt, wär ein Glas Schnaps genau das richtige. Sie muss an Alma denken. Ist das ihr Einfluss? Der Gedanke lässt sie schmunzeln.
Als Logan mit den Getränken auftaucht, ist Maryama überrascht. Sie hat mitbekommen, dass er die Wohnung verlassen hat und angenommen, dass es für ihn heute genug Gesellschaft und 'Unterhaltung' war und er irgendwo draußen am fotografieren ist. Seine Rückkehr gibt ihr ein gutes Gefühl. Sie nimmt sich noch ein Bier, prostet in die Runde und fragt :"Ihr seid ja ein ziemlich bunter Haufen. Arbeitskollegen? Alte Kumpels? Oder wie kam's zu der WG?" Smalltalk ist nicht so ihr Ding, aber es interessiert sie wirklich woher die Jungs sich kennen, die so unterschiedlich wirken. Das verbindende Element scheint die Wortkargheit zu sein. Tom kommt ihr ganz aufgeschlossen vor und er kennt Ben, vielleicht bringt der ein Gespräch in Gang.
Ben lächelt Logan zu. Auch er ist erleichtert über dessen Rückkehr. Er gönnt sich ebenfalls ein Ginger Ale und beobachtet die Jungs. Maryamas Frage interessiert ihn ebenfalls.
Jim sieht zu Maryama. Tja, wie haben sie sich kennengelernt? Er hatte auf eine Anzeige reagiert. Im Knast hatten sie ihm nach seiner Entlassung zwar eine Wohnung organisiert, aber er hatte durch die Zeitungsanzeige etwas noch günstigeres gefunden und diese Chance ergriffen. Seine Gedanken schweifen ab. Nicht alles war schlecht im Knast. Es gab Arbeitsangebote, so dass er was zu tun hatte und nicht nur Wände anstarren musste. Zu schade nur, dass er, wieder draußen, nur so einen blöden und mies bezahlten Schwarzarbeits-Job im Lager ergattern konnte. Erneut hofft er, dass das mit Hans irgendwie klappt, oder er sonst so noch was besseres findet.
Erst nach einer Weile merkt er, dass er ganz vergessen hat, auf Maryamas Frage zu antworten und nun schon eine Weile lang schweigt.
Anschauen und nichts sagen, auch eine Antwort. Dann eben noch ein Schluck Bier. Maryama ist sich nicht sicher, ob sie das jetzt lustig oder irritierend finden soll, als Tom stattdessen die Frage beantwortet.
Tom ignoriert das Verhalten von Logan. Der Begriff "streunende Katze" kommt nicht von ungefähr. Mal ist diese anwesend, mal nicht. So ist das eben.
...
Auf Maryamas Frage hin antwortet der Mechaniker: "Wir haben uns zufällig gefunden, weil wir eine WG gebraucht haben ... Keiner kannte den Anderen vorher."
Überrascht schaut Maryama ihn an. "Ist gewagt, aber irgendwie cool, meistens kennen sich ja wenigstens zwei Leute, die dann noch welche dazu holen." Sie nickt. "Dann müsst ihr euch wahrscheinlich erstmal zusammen raufen." vermutet sie schmunzelnd, was dieser mit einer kleinen Kopfbewegung kommentiert.
Dann sieht Tom zu Ben. "Und bist noch mit dem heißen Feger vom Festival im Kontakt?"
Ben grinst. "Mit Leah hatte ich schon länger keinen Kontakt mehr. Das hat sich irgendwie auseinander gelebt." Er sieht Tom an. "Allerdings habe ich noch eine andere Lady während des Festivals kennengelernt. Und mir ihr bin ich jetzt noch zusammen."
Amüsiert erinnert sich Maryama an das Gespräch mit Leah über diese kleine Episode. Hätte Ben wohl etwas mutiger sein dürfen, wer weiß was daraus geworden wäre.
"Glückwunsch", erwidert der Zuhörer freundlich.
'So ein heimlicher Fuchs.', denkt Logan. Zwei girls auf einem Event.
"Hätte ich dir gar nich' zugetraut.", mischt er sich ins Gespräch ein.
Ein wenig überrascht sieht Ben zu Logan. Aber der kann ja nicht wissen, dass es zwischen Leah und ihm nie romantisch wurde. Er hätte sich eine Beziehung mit ihr vorstellen können, doch da es nie dazu kam, sieht er auch keinen Grund, ein schlechtes Gewissen Dora gegenüber haben zu müssen, die er dann später dort kennen lernte. "Gibt keinen Grund zu Heimlichkeiten.", sagt er daher. "Es lief nie was zwischen Leah und mir."
"Wieso nich'?", fragt er weiter und nimmt einen Schluck seines Getränkes.
Tom mustert Logan. Wird der Kleine etwa gesprächig?
Ben zuckt die Schultern. "Wahrscheinlich habe ich mehr in ihr gesehen als sie in mir.", vermutet er. "Aber Tom war wohl ebenfalls nicht der Richtige für sie." Er grinst Logans Mitbewohner an. Irgendwie fragt er sich ja schon, was aus Leah geworden ist.
Oh, Tom war auch mit von der Partie? Den hat Leah nicht erwähnt. Soll sie erzählen dass sie ab und zu Kontakt zu Leah hat? Ehe Maryama reagieren kann, meldet sich Logan zu Wort.
"Wait...", Logan schaut zwischen den Männern hin und her, die unterschiedlicher kaum sein könnten. "... ihr hattet beide die Selbe im Auge?"
"Problem damit?", fragt Tom neutral und hochgehobener Augenbraue.
'Problem' ist ein recht hartes Wort in diesem Kontext. Viel mehr spielt es keine Rolle.
Der Jüngere zuckt unberührt mit einer Schulter.
"Lediglich interessant. Immerhin seid ihr beide nich' gelandet."
"Is manchmal so", antwortet Tom knapp und lehnt sich wieder im Sofa zurück.
"Is' das so?" Logan fixiert den Großen.
Die sich verändernde Energie bei Tom ist für Maryama, die direkt daneben sitzt spürbar. Warum interessiert das Logan so? Nicht grade angenehm die Fragerei, stellt sie sich vor.
Ben grinst. "Naja, bei ihrem Aussehen hatte sie sicherlich noch mehr heimliche Verehrer als uns beide.", vermutet Ben. In Gedanken fügt er noch hinzu: "Ein Glück, dass Dora grad nicht hier ist und mich hört."
"Zweifelst etwa daran, Klener?", spricht Tom weiter.
Logans Augenbraue hebt sich in die Stirn, als er Bens Vermutung hört. Was das wohl wieder bedeuten soll...
"Nenn' mich nich' so.", brummt er, seinen Mitbewohner nicht aus den Augen lassend.
Unruhig wandert Maryamas Blick zwischen den Männern hin und her. Was entwickelt sich da? Unwillkürlich spannen sich ihre Muskeln etwas an während sie weiter beobachtet.
Jim, der die ganze Zeit nur schweigend zugehört hatte, sieht vor seinem inneren Auge diese Leah. Bestimmt blond und vollbusig, wenn die bei den Männern so beliebt ist. So einer würde Valentin definitiv nicht widerstehen können. "Na, Val hätte bestimmt noch weniger Chancen bei ihr als ihr beide.", gibt er nun doch noch einen Kommentar dazu.
Tom, Logan ignorierend, muss bei Jims Aussage schmunzeln. "Das stimmt wohl. Aber ich glaube, unser Casanova würde so oder so die nächste wieder anbaggern."
Jim grinst. "Ganz bestimmt. Er macht ja kaum was anderes als Frauen anzubaggern." Er sieht zu Maryama. "Sei froh, dass er bereits in seinem Zimmer ist und pennt oder was auch immer er da so treibt."
Geht es um den Typ von vorhin? Der einzige der sich verkrümelt hat? Innerlich schmunzelt Maryama mit. Wie ein Casanova sah der nicht direkt aus. "Was auch immer er da so treibt? Interessant." Sie hebt amüsiert eine Braue und trinkt nochmal.
Logan steht langsam auf und starrt Tom ausdruckslos an.
"Du. Ich rede mit dir."
Der Angesprochene dreht sich zu Logan um. "Ja?", erwidert dieser neutral.
"Ich will, dass du aufhörst, mich so zu nennen.", wiederholt der Kleinere.
Durch Logan provoziert, erhebt sich Tom zu seiner vollen Größe. "Ist das so ..." Seine Augen fixieren den Mitbewohner.
Ben sieht zu Tom. Was ist denn nun los zwischen den beiden?
Schließlich sagt Tom im ernsten Ton: "Komm erstmal wieder runter ... bevor wir weiter reden."
"Nimm nur keine Rücksicht auf mich. Tuste ja sonst auch nich'."schießt Logan zurück.
Tom verschränkt die Arme, bleibt ruhig und sagt dennoch ernst: "Wenn das so wäre, wärst du nicht mehr Teil dieser WG! Denk mal drüber nach."
Ben hat Tom nie als aggressiv wahrgenommen, aber irgendwas muss zwischen den beiden mal vorgefallen sein. Sollte er eingreifen? Aber bisher kam es noch nicht zu Gewalt und so wartet er erst mal ab.
Logans Kiefer spannt sich fester und er hält den Blick stur auf Tom.
"Ich kapier ja, dass ich für dich nur 'ne beschi ssene Witzfigur bin.", grummelt er unter großer Beherrschung. "Aber du musst mir das nich' ständig unter die Nase reiben."
Tom bleibt ruhig und sagt lediglich: "Der Einzige, der sich gerade lächerlich macht ... bist du. Niemand sonst."
Behutsam stellt Maryama die Bierflasche auf den Tisch. Die Entwicklung gefällt ihr überhaupt nicht. Zwischen Tom und Logan knistert die Luft. Sie rückt unwillkürlich ein paar Zentimeter Richtung Sofakante und kaut nervös auf der Innenseite der Lippe herum. Logan sieht nicht nach Zusammenbruch aus, eher nach kurz vor der Attacke.
"Wie wär's, wenn ihr mal runter kommt?", ruft Jim genervt dazwischen. "Ich kann das Rumgezicke nicht mehr hören." Ben ist ihm dankbar dafür. Er ist nur Gast hier und weiß nicht, wie die Vorgeschichte ist.
"Isses denn zu viel verlangt, dass der Typ mich beim Namen nennt?!", meckert Logan in Jims Richtung.
"Ist es zu viel verlangt, sowas auf später zu verschieben? Ihr seht doch, dass wir Gäste haben!", lässt Jim nicht locker. Er hat lieber seine Ruhe anstatt zu streiten, doch in diesem Moment ist er einfach genervt.
Tom sieht zu Jim. "Im Normalfall würde ich dir recht geben ... aber ...", er dreht sich wieder dem anderen Mitbewohner zu, "Ich glaub Logan braucht diese Aussprache jetzt!" Sein Blick ruht auf diesem. "Gibt es sonst noch was, was du loswerden musst?!"
Die Arme verweilen weiterhin verschränkt vor der Brust.
Jim ist mit seinen 1,80 m eher durchschnittlich groß und kein Riese. Doch er ist froh, dass er selbst nie "Kleiner" genannt wurde. Er versteht schon, dass das Logan nervt... aber müssen die beiden das ausgerechnet jetzt klären?
"Allerdings, Dickhead." Logans Stimme wird lauter. Er zieht einen beachtlichen Klumpen aus seinem Inneren in den Rachen und spuckt ihn Tom direkt ins Gesicht.
Er vergisst jegliche Angst vor dem Mitbewohner und seine Gedanken vermischen ihn mit IHM.
"Kinners, ihr nervt!", brüllt Jim nun Tom als auch Logan an. "Kloppt euch doch bitte draußen, aber nicht hier."
Bist ja ne tolle Hilfe Jim, denkt sich Tom. Nun gut ... es gibt für ihn jetzt zwei Optionen ...
Option 1) Logan wird an Ort und Stelle zu Hackfleisch verarbeitet.
Oder Option 2) Er packt Logan, schleift ihn vor die Tür und verarbeitet ihn dort zu Hackfleisch.
Für welche Option wird sich Tom entscheiden?
Unterdessen sieht Ben zu Maryama. "Ich glaube, wir sind jetzt lange genug hier. Lass uns gehen." Er will sich nicht einmischen. Was auch immer hier los ist, müssen die Jungs unter sich klären. Aber er hat auch keine Lust, sich das anschauen zu müssen.
Logans Spucken, Bens Aufforderung und Maryamas Aufschrei während sie aufspringt passieren fast gleichzeitig. "STOP! " Sie stellt sich, so viel Abstand zu Logan wahrend wie möglich, zwischen ihn und Tom, darauf hoffend nicht körperlich involviert zu werden. "Was ist in dich gefahren?" Sie schaut Logan an. "Klar, dass du es hasst wenn Tom das sagt, ich hasse es auch wenn ich Karamellbonbon oder Putzwollköpfchen hören muss, aber deshalb bespuck ich keine Leute. Was bringt das wenn ihr euch jetzt verdrescht Tom dich verdrischt Hört auf ! Beide!" Sie stemmt unbewusst eine Hand gegen Toms Brustkorb, um ihn auf Distanz zu Logan zu halten. Ihr Atem geht schnell und ihre Augen sind vor Schreck weit aufgerissen. "Beruhigt euch!"
Jim stellt sich unterdessen Logan in den Weg, um Maryama dabei zu unterstützen, für Frieden zu sorgen. "Sie hat Recht.", sagt er direkt. "Lasst den Kindergarten. Beide von euch."
Auch Ben mischt sich nun doch ein. So langsam wird es auch ihm zu bunt. "Sagt mal, was läuft hier denn eigentlich?", fragt er und schaut Tom, und dann Logan an. "Bis eben waren wir friedlich am trinken und knabbern, und plötzlich geht ihr zwei euch an die Kehle."
"Was mischt du dich da ein?" Wild gestikuliert Logan in Maryamas Richtung. "Denkst du, das is' das erste Mal, dass ich Prügel kassier?"
Tom verfolgt die Szenerie. Er hat die Spucke aus seinem Gesicht nicht weggewischt. Allein die Reaktionen der Sims ... er weiß nicht ... soll er drüber lachen? ... soll er drüber den Kopf schütteln? ...
Er weiß es definitiv nicht ...
Die Worte von Jim hallen ihm Ohr. >Geht ihr zwei euch an die Kehle< ... Weiß der Mitbewohner überhaupt wovon er spricht? ... Was es heißt ... seine Kehle, sein Leben zu behalten ... Noch atmen zu können? ... In Toms Kopf spielen sich Szenen aus der Vergangenheit ab. ... Wie Hyäne oder Kralle ... Er hatte gehofft, nicht mehr daran denken zu müssen ...
>Denkst du, das is' das erste Mal, dass ich Prügel kassier?<, Logans Bellen mischt sich darunter. ... Dieser Narr ... spricht leichtfertig von Prügelei ... Wieder erscheinen Szenen vor Toms inneren Auge. ...
Ein Ausstehender kann nur sehen, wie sich eine Faust von Tom anspannt.
Für einen Moment möchte der Mechaniker sich diesem Reflex hingeben. Einfach die Kontrolle verlieren und seinem angestautem Frust Luft machen.
Doch da ist etwas ... etwas was ihn davon abhält ... Dieses Gefühl ... dieses Gewissen ... die Erfahrung ... nein ... er konnte es damals schon nicht ertragen ... damals schon nicht hinnehmen ... diese Gewalt ... diese Raserei, die Sims zu Bestien macht ...
All diese Sims hier sprechen von dieser Raserei ... doch wirklich erlebt ... hat keiner von ihnen sie.
Das Lachen von Hyäne hallt in seinem Ohr. Innere Unruhe ergreift Tom. Die inneren Dämonen ... sind ... einfach ... ein Fluch. Wird er ihnen jemals entkommen?
Der großgewachsene Mann entspannt seine Faust und verschließt die Augen. "Es ist genug", mehr sagt er nicht. Es ist aber laut und deutlich. Dann geht er an Maryama und Jim, wie Logan vorbei in sein Zimmer. Mit seinem Helm in der Hand kehrt er in den Flur zurück, meidet es jemanden anzusehen und verlässt wortlos die Wohnung. Das Geräusch seines Motorrads heult laut auf, als er sich damit in Bewegung setzt und in Richtung Autobahn fährt.
Jim sieht Tom wortlos nach. Er hat nichts gemerkt von dessen Gedanken, und denkt, dass das gute Zureden ihn wohl wieder zur Vernunft gebracht hat. "Na immerhin.", sagt er daher. "Jetzt ist wieder Ruhe hier." Er funkelt Logan an. "Und das gilt auch für dich."
Logan bleibt steif stehen, als Tom an ihm vorbei zieht.
"Du kannst mich mal!", keift er zu Jim, bevor sein Blick giftig zu Maryama wechselt.
"Du!" Mit dem Zeigefinger deutet er auf sie. "Mitkommen!" Er verschwindet im Flur und dann aus der Wohnung.
Jim zuckt die Schultern. Er geht zum Tisch zurück und macht sich eine Flasche Bier auf.
Maryama wirft Ben einen Blick zu. "Wenn ich in zehn Minuten noch nicht wieder da bin, schaust dann mal nach uns?" Sie rechnet nicht damit, dass Logan viele Worte machen wird. "Ich werd mal 'Folge leisten.'" Sie betont das letzte leicht ironisch, obwohl ihr gar nicht so zumute ist. Alles was in Richtung Gewalttätigkeiten geht ist ihr zuwider. Sie nickt Ben zu und folgt Logan ins Freie.
Als die zwei draußen vor der Wohnung stehen - Logan hat ihr den Rücken zugekehrt - atmet er ein paar Mal tief durch, bevor er beherrscht fragt:
"Was sollte das?"
"Wie was sollte das?" Maryama lehnt sich an die Hauswand. "Fragen wir uns das jetzt gegenseitig?" Sie stößt einen tiefen Seufzer aus. "Ich hasse es wenn Sims gewalttätig werden."
"Du nutzt das Wort recht häufig, was? Hass..." Er dreht sich herum und funkelt sie an.
"Nicht häufig, nur bei Sachen wo es zu trifft." Sie schaut ihn an. "Aber du hast Recht...es ist ein starkes Wort, früher war es präsenter in meinem Leben als jetzt." Sie pausiert kurz. "Was diese dämlichen Äußerungen bezüglich meiner Hautfarbe oder Haare angeht lass ich es aber mal so stehen. Das meintest du, oder?"
"Ich mein', dass du kein Recht hattest, dazwischen zu geh'n. Das war was zwischen ihm und mir und du hast keine Ahnung, wie es is' mit einem zusammen zu wohnen, der dich ständig daran erinnert, warum dein ganzes verkacktes Leben ein Scheißhaufen is'." Logan redet sich in Rage, wird immer lauter und angespannter.
"Und dadurch dass man sich aufs Maul haut löst sich alles in Wohlgefallen auf? Ja, das macht Sinn." Maryama geht in die Hocke und lehnt den Hinterkopf an die Wand. "Zuzuschlagen ändert gar nichts, höchstens dass der Druck weg geht, aber ihr wohnt zusammen..wollt ihr euch dann täglich prügeln?" Sie runzelt die Stirn. "Da geh ich instinktiv dazwischen, von gebrochenen Nasen und Rippen wird die Welt nicht besser."
"Du warst doch da. Ich hab' ihm gesagt, er soll's lassen - und das nich' zum ersten Mal. Aber es interessiert ihn 'nen Sche iß."
Maryama räuspert sich leise. "Ist vielleicht nicht so günstig wenn du das sagst und nebenbei schon die Fäuste ballst und dir ausmalst wie du ihn umnietest. So sah es jedenfalls aus. Was ist wenn du ihn in einer ruhigen Minute mal darauf ansprichst? Vor allem ohne die Anderen? Irgend nen Grund muss es doch geben, dass er das immer wieder macht und ich glaub nicht dass das was mit dir zu tun hat. Ihr kennt euch ja kaum." Sie schweigt kurz. "Du hast ihn angespuckt..nicht zu knapp, trotzdem stehen wir unversehrt hier. Mich hätte er mit derselben Leichtigkeit zur Seite geschoben, wie er dich umgehauen hätte. Spricht schon dafür dass er nachdenkt."
Logans Stimmung wechselt plötzlich wieder. Seine Körpersannung nimmt ab, sein Blick wird leer. Er begreift nicht, warum er beschuldigt wird. Er hat doch versucht, mit Tom zu reden. Es ist, wie es immer war. Er ist nur ein mieser kleiner Fußabtreter.
"Ich hau ab.", sagt er leise und geht zu seinem Wagen, steigt ein und fährt davon.
Zeitgleich im Haus
Ben setzt sich kopfschüttelnd neben Jim und trinkt sein Bier weiter.
Inzwischen wacht Valentin auf. Oh, bin wohl danach eingeschlafen. Er zieht sich wieder an und geht aus dem Zimmer.
Jim scheint nun wieder sein schweigsames Ich zu sein. Und Ben hat ohnehin keine Lust auf Smalltalk in diesem Moment, und so schweigt auch er. Was Logan und Maryama wohl treiben? Das Wohnzimmer hat zwar Fenster, die jedoch alle in eine andere Richtung zeigen und nicht vor die Eingangstür.
In diesem Moment sieht Ben, dass auch der andere Typ mittlerweile wieder da ist. Hat der gepennt? Seine Augen sehen zumindest verschlafen aus. Wie hat er den ganzen Streit verschlafen können? Das ist Ben ein Rätsel. "Na auch mal wieder da?", fragt er, mit leicht spöttischen Unterton.
Val sieht den noch Unbekannten an. "Eh, ja. Wer bist du?"
Hatte der Typ ihn etwa noch gar nicht wahrgenommen? Ben erinnert sich, wie er Maryama angestarrt hat, aber offenbar hatte er wirklich nur Augen für die Dame. Jetzt fällt ihm auch Jims Aussage wieder ein, über den "Casanova". Obwohl ihm eigentlich nicht danach ist, muss Ben nun doch schmunzeln. "Ben.", stellt er sich knapp vor, "Du bist jedenfalls der Casanova. Daran habe ich keinen Zweifel mehr."
Valentin räuspert sich und streckt Ben die rechte Hand entgegen. "Nenn mich ruhig Valentin."
Ben will gerade die Hand schütteln, als ihm eine gewisse Flüssigkeit daran auffällt. Es ist ihm egal, ob das jetzt auffällt oder nicht, aber er zieht die Hand wieder zurück. "Naja, Hallo.", sagt er stattdessen.
Val zieht seine Hand verwundert zurück und geht zur Kaffeemaschine. "Wo is'n die Süße hin? Etwa mit Logan zugange?"
"Ja, die ist schon weg.", sagt Ben. Dass Maryama eigentlich vor der Tür steht, sagt er nicht.
Geschockt dreht Val sich zu Ben. "Mit Logan etwa?"
Jim mischt sich ein, um Valentin zu ärgern: "Klar, mit Logan. Du warst ihr wohl nicht gut genug."
"Haha, ich war nur beschäftigt.." Genervt dreht er sich wieder zur Kaffeemaschine. Logan hat die Süße rumgekriegt? Ich hätte nicht gedacht, dass er überhaupt Chancen hat bei hübschen Frauen. Komischer Kerl. Mit seiner vollen Tasse dreht er sich zu Jim und Ben. "Und was macht ihr jetzt hier noch?"
"Party!", sagt Ben sarkastisch. Jim grinst nur blöd.
Mit einem Seufzer setzt sich Val an den Küchentisch. "Ja, ja.. Ich merk schon, ohne mich läuft hier nix. Ehm.. sagt mal, wie heißt die Dame denn von gerade?"
"Du kriegst sie doch ohnehin nicht.", neckt Jim seinen Mitbewohner.
Ben seufzt. "Naja, ich geh dann auch mal wieder. Man sieht sich."
Auch komisch der Kerl., denkt sich Val zu Ben. "Was ist denn jetzt mit Party? Geh'n wa ein Saufen?"
Jim sieht zu Valentin. "Klar, nimm dir ein Bier für deine Party."
Ben geht zur Tür und sieht gerade noch, wie Logan davon fährt.
Maryama stößt laut den Atem aus und blickt leicht ratlos Logan hinterher. Offensichtlich ist nicht angekommen, was sie ihm vermitteln wollte. Trotzdem nervt sie sein dauerndes davon laufen. Auch eine Art sich nicht auseinander setzen zu müssen. Er hätte ihr sagen können was ihm an ihrer Antwort nicht gepasst hat. Maryama stößt sich von der Wand ab und richtet sich auf, im selben Moment geht die Haustür auf und Ben kommt nach draußen. Sie hebt die Hand und seufzt nochmal.
Ben dreht sich zu Maryama. "Und, wie lief es?", fragt er. Offensichtlich nicht so gut, denn Logan ist fort.
"Kann ich gar nicht einschätzen. Erst haben wir geredet, dann hab ich was gesagt, was er wohl nicht so toll fand...Zack! Ging der Vorhang runter und er ist davon gebraust. Also...keine Ahnung wie es lief." Sie lächelt trotzdem. "Und drinnen? Wie ist die Stimmung?"
"Naja, hab mich verabschiedet. War nicht mehr mehr als Smalltalk und gegenseitiges Schweigen. Sind wohl alle etwas erschöpft von dem Streit, und Jim scheint mir ohnehin keine große Labertasche zu sein." Er sieht zu Maryama.
"Keine Labertasche ist schön gesagt." Maryama muss lachen, was ihr richtig gut tut ."Gehen wir noch was trinken? Ich glaub ein Tapetenwechsel wäre ganz gut und reden auch."
Ben ist einverstanden. „Es gibt hier in der Gegend die Old Station Bar.“, sagt er, „Wie wäre es damit?“ -“Ja, sehr gute Idee.“ Maryama nickt erleichtert. “Let's go.“
Tom hat über die Autobahn Brindleton Bay erreicht. In der Nähe des Strandes stellt er sein Motorrad ab, legt den Helm ins Fach und läuft zum Strand. Die Wellen rauschen und suchen stetig ihren Weg ans Land, ehe sie erneut davon fliehen. Der Mann setzt sich hin und lässt die salzige Brise um seine Nase wehen. Er denkt nach.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon, @KFutagoh89 ,@Murloc und @Spatz )