Forum Discussion
3 years ago
Ort: Haus der Garcias, Brindelton Bay
Charaktere: Logan, Alma, Nael
Geschichtsstrang: The second coming
**TRIGGERWARNUNG**
Spoiler
*Nacktheit
*Drogenkonsum
*Sex
*Drogenkonsum
*Sex
Logan fährt mit seinem Pick up durch die angebrochene Nacht. Der Abend in der WG war wieder mal eine mittelgroße Katastrophe. Beinahe wäre es zwischen ihm und Tom zu einer handfesten Schlägerei gekommen. Er muss sich eingestehen, dass er gegen seinen Mitbewohner nicht die geringste Chance hätte. Aber er wäre nicht er, wenn ihn so etwas abhalten würde. Wenn er eines gelernt hat in seinem Elternhaus, dann einzustecken.
Bei dem Gedanken schieben sich unweigerlich die alten Bilder in seinen Geist. Er dreht die Musik lauter, in der Hoffnung, sie vertreiben zu können. Aber es gibt immer diese ein, zwei Szenen, die sich hartnäckig halten. Er braucht Ablenkung. Ein gutes Gefühl. Kurz entschlossen biegt er auf der nächsten Kreuzung ab - er weiß jetzt, wo sein Ziel liegt.
Mit gewohnt rasantem Tempo fährt er auf die Einfahrt des großzügigen Geländes und steigt aus dem Wagen. Hoffentlich ist sie da.
Er klingelt an der Tür und steckt sich, aus reriner Gewohnheit, eine Zigarette an, während er wartet.
Alma sitzt an ihrem Schreibtisch, als die Klingel ertönt. Hm? Hoffentlich kein Mandant. Daraufhin steht sie auf und geht nach unten zur Haustür. Als sie öffnet, erkennt sie ihn. Ein Lächeln geht über ihre Lippen. "Hey Logan."
"Hey, girl." Als er ihr Gesicht vor sich sieht, erinnert er sich daran, was er in dieser einen Nacht gefühlt hat. Das Feuer in ihren Augen. Auch jetzt lodert es. "Haste Zeit für 'nen Loser?"
Alma grinst. "Komm rein." Sie geht ein Stück von der Tür zurück, damit er eintreten kann.
Er folgt iher Aufforderung und betrachtet sie unverhohlen.
"Was machste grade?"
"Steuerkram." Genervt verdreht sie die Augen und schließt die Haustüre. "Also nichts wichtiges.. Und was verschlägt Dich hier her?"
Er seufzt und zieht eine Augenbraue in die Stirn.
"Würde gern sagen, ich wollt' nach dir seh'n. Aber wenn ich ehrlich bin... ", sein Blick taset sie erneut ab.
"... will ich dich haben. Und dann seh'n wie's dir geht."
Mit einem verführerischen Lächeln geht sie vor ihm die Treppe hoch und zeigt ihre Kurven. Als die Beiden ihre Wohnung betreten, schließt sie die Tür ab. "Du willst mich also haben?" Neben ihrem Tisch stehend, schmiegt sie sich an ihn, während sie mit ihrer linken Hand den Laptop herunterklappt. Das kann warten.
Er drückt sie fester an sich und raunt in ihr Ohr:
"Bis zur Ohnmacht."
Ein Kribbeln fährt über ihre Haut. "Oh ja." Sie küsst ihn leidenschaftlich und fährt mit ihren Händen durch sein Haar.
Er packt sie mit beiden Händen und trägt sie ein Stück Richtung Bett herüber. Doch die Zeit reicht nicht. Mit ihr im Arm, kniet er auf den Boden, beugt sich vor, so dass sie sanft unter ihm landet. Hektisch zieht er seine Hose aus und eröffnet die erste Runde.
Während Alma ihr Vergnügen mitteilt, kommt Nael von der Arbeit und geht in die erste Etage. Als er seine Wohnungstür öffnen will, hört er vom Nebenraum erfreute Laute. Nael lauscht kurz an der Tür, als ihm bewusst wird, was das nur für Laute sein können. Oh man.. Den Kopf schüttelnd betritt er schnell seine Wohnung.
Die erste leidenschaftliche Woge stürmt über Logan und Alma hinweg. In dem Augenblick, als beide schweigend da liegen, riecht er an ihrem Hals - Sinnlichkeit. Er schiebt die Hände wieder unter ihren Körper und stemmt sich kraftvoll auf, um sie zum Bett zu tragen. Dort angekommen, lässt er sie fallen und beobachtet ihren wippenden Oberkörper.
Ihm gefällt, was er sieht und beginnt, mit den Fingern ihre Formen nachzuzeichnen.
Alma räkelt sich auf dem Bett und bringt erneut ihren Körper in Pose. Ein Kichern kann sie sich nicht verkneifen. Scheinbar hat er eine kitzlige Stelle bei ihr entdeckt. Mit ihrer rechten Hand streicht sie über seine Wange. "Und so schnell sind wir wieder hier."
"Mmhmm...", brummt er nur. Er hat keine große Lust, sich zu unterhalten. Er will sich vergnügen - solange seine Dämonen es ihm erlauben. Mit seinen Lippen arbeitet er sich an ihrem Körper nach oben, bis er wieder am Hals angekommen ist. Dieser Duft macht ihn schier wahnsinnig. So muss eine Frau riechen. Er vergräbt sein Gesicht in ihrem Haar und widmet sich der zweiten Runde.
Als diese ihr Ende findet, liegt Alma erschöpft neben ihm. "Ich brauch jetzt erstmal ein Bier. Du auch?"
"Good idea.", pustet er und steckt sich eine Zigarette an.
Sie steht auf und geht zum Kühlschrank. Mit zwei Bierflaschen in der Hand, geht sie auf ihn zu und streckt ihm ein Bier entgegen.
Er trinkt die Hälfte in einem Zug aus. Ein lautes Rülpsen poltert aus seiner Kehle.
"Also, wie geht's dir?", fragt er dann.
Nachdem sie einen Schluck aus ihrer Flasche getrunken hat, stellt sie das Bier auf den Nachttisch und legt sich mit dem Bauch aufs Bett. "Hm, wie immer. Viel los. Meine Eltern stressen noch ein wenig wegen ihrer Wohnung. Aber das juckt mich nicht."
"Wieso? Was is' mit der Bude?", fragt er, während er den Kippenrauch ausbläst.
Seufzend sieht Alma zur Wand. "Na, nach unserem Treffen letztens hatte ich vergessen unten aufzuräumen. Ich wusste nicht mehr, dass wir auch dort zugange waren. Naja, es gab deswegen Stress, aber ich habe nicht erzählt, was wirklich los war."
"Wieso nich'?" Auf seinem Gesicht macht sich ein zaghaftes Grinsen breit.
Mit einem Schmunzeln sieht sie ihn an. "Hm.. warum nur?" Sie lacht kurz auf und dreht sich auf die Seite. "Und wie geht es Dir?"
Das Grinsen verschwindet und macht einer ausdruckslosen Mine Platz. An die Decke schauend murmelt er:
"Die Welt is' schlecht und das Leben is' beschissen. Reicht das als Antwort?"
"Also unverändert." Sie erinnert sich an einige Worte vom letzten Mal, insbesondere das Wort 'Hass'. Weiter nachhaken lässt sie daher bleiben. "Umso besser, dass du hier bist. Bei mir ist die Welt zumindest für kurze Zeit alles andere als beschissen." Sie rutscht hoch und lehnt sich auf seinen Oberkörper. Lächelnd schaut sie ihm in die Augen.
Logan lässt sie gewähren. Er begreift nicht, was hier geschieht. Was ist mit dieser Frau los? Warum sind ihre Berührungen kein Problem, während die anderer Sims unerträglich sind? Ja, es stimmt. Bei ihr ist die Welt für einen kurzen Moment in Ordnung. Mehr als das.
Für den Bruchteil einer Sekunde schaut er zu ihr herüber und ihre Blicke treffen sich. Sofort wendet er sich wieder der Zimmerdecke zu.
"Was?", fragt er leise, als sie nicht aufhört, ihn anzusehen.
Alma sagt nichts, sondern streicht mit ihrem rechten Zeigefinger über sein Gesicht. Dabei gelangt sie an seine Nase und berührt die Narben.
Logan schweigt ebenfalls, schließt die Augen und atmet tief. Er wünschte, er könnte sich diese verdammten Dinger aus der Haut schneiden.
"Don't.", sagt er jetzt knapp.
Verwundert hebt sie schnell ihren Finger. Beim letzten Mal hat sie bereits bemerkt, dass er zeitweise nicht angefasst werden möchte, warum auch immer. Das respektiert sie. Sie zieht ihre Hand zurück, setzt sich auf und nimmt ihr Bier in die Hand.
Logan dreht den Kopf zur Seite und von ihr weg. Für einen Moment fühlt er sich schuldig. Er schafft es einfach nicht, normal zu sein. Es vergeht kein Tag, an dem er nicht irgendwen verschreckt oder angreift oder verletzt. Dass Alma sich nun aufgerichtet hat, bestätigt sein Gefühl nur.
Während sie ihr Bier leer trinkt, beobachtet sie ihn. Ist er müde?.. Nicht, dass er gleich einschläft! Die leere Bierflasche steht auf dem Nachttisch und sie kuschelt sich wieder an ihn. Noch braucht sie eine Pause und die nächste Runde muss erstmal warten, doch der Abend ist noch lang.
Mit dem aufkeimeden negativen Gedanken im Nacken fällt es Logan deutlich schwerer, die Nähe zu Almas Körper zu ertragen. Dort, wo sie seine Haut berührt, entsteht ein beißendes Kribbeln. Als würden tausende Ameiesen in sein Fleisch kneifen. Er windet sich von ihr frei und setzt sich auf die Bettkante, um aufzustehen. Er verschwindet im Bad und nachdem er gepinkelt hat, bleibt er vor dem Spiegel stehen und betrachtet sein Gesicht. Glas zersplittert. Furchtbare Schreie dringen an sein Ohr. Logan hält die Hände unter kaltes Wasser und benässt sein Gesicht. Es fühlt sich heiß an.
Bevor der Drang in ihm aufsteigt, den Spiegel zu zerschlagen, wendet er sich ab und geht wieder in Almas Wohnbereich.
"Auf was für Musik stehste eigentlich?", fragt er.
Die Gefragte schaut auf. "Ich mag vieles, Pop, Rock, Techno.. Bin nicht festgelegt. Und du?"
"Ziemlich festgelegt.", gibt er nickend zu. "Hast Bock auf'n Konzert mitzukommen?"
Jetzt richtet sich auch Alma auf und setzt sich hin. "Klar, wo und wann?"
"Morgen." Er setzt sich neben sie. "Kann dich abholen."
Ein breites Lächeln macht sich auf Almas Lippen bemerkbar. "Ja, gerne." Die Arbeit kann warten., denkt sie sich nur.
"Wir ... " Er beugt sich zu ihr herüber und saugt den Duft ihres Halses auf. "... könnten uns hinter die Bühne schleichen. Und es backstage machen."
Ihre Augen werden groß. "Mega Idee." In ihren Gedanken geht sie ihre Wäscheschublade durch, irgendetwas schickes muss sie finden oder noch kurzfristig shoppen gehen.
"Zieh' 'nen Rock an." Vorsichtig knabbert er an ihem Ohrläppchen und raunt: "Lass die Unterwäsche weg."
Grinsend sieht sie ihn an. Wenigstens muss ich mir jetzt um die Wäsche keine Gedanken mehr machen, nur welchen Rock? Diesen Gedanken schiebt sie dann aber schnell bei Seite. Die leere Bierflasche in die Hand nehmend, steht sie auf. "Willst noch eins?"
Er nickt. "Sure."
Daraufhin holt sie zwei Flaschen aus dem Kühlschrank, öffnet diese und reicht eine Logan herüber. "Zum Wohl." Sie hebt die Flasche und setzt zum Trinken an. Danach sieht sie ihn an. "Und nu?"
"Was willste machen?", fragt er zurück.
Wenn sie das nur wüsste. Für Runde 3 braucht sie noch Zeit, Bier hält sie bereits in der Hand und sonst? Stoff.. Nachdenklich sieht sie zu Boden. Er hat ihr beim letzten Mal gesagt, dass das nicht mehr geht.
Aufmerksam beobachtet er sie. Auch wenn die beiden sich nicht lange kennen, ist er imstande Körpersprache zu lesen.
"Du hast doch was im Sinn.", fordert er sie auf.
Verlegen schaut sie auf. "Ja, aber.. eh." Sie fasst ihren Mut zusammen. "Na, ich hätte hier noch was anderes. Aber ich verstehe, wenn du nicht möchtest. Ich kann auch darauf verzichten."
Lässig zuckt er mit der Schulter. "Hol's her."
Verwundert kneift sie die Augen zusammen. Damit hätte sie nicht gerechnet. "Wirklich?"
"Sure." Er nimmt einen kräftigen Schluck, bevor er zu erklären beginnt:
"You know, ich pack' das eh nich'. Is' mir klar geworden. Ich hab so viel Mist im Hirn, dass es vermutlich die klügere Wahl is' mir jede Intelligenz rauszuballern. Also, immer her damit."
Seine Erklärung nimmt sie zur Kenntnis und fragt nicht weiter nach. Sie geht zu ihrem Nachttisch und holt diesmal eine kleinere Tüte heraus. "Heute übertreiben wir's aber nicht, dann sind wir morgen fit genug." Wieder einmal drückt sie Logan die Tüte in die Hand, während sie zur Tür geht und den Schlüssel versteckt. Für den Fall, dass sie wieder den Drang verspüren, etwas zu beschädigen. Zum Glück ist diesmal ihr Kühlschrank gefüllt.
Gekonnt bereitet er alles vor und lässt ihr dieses Mal den Vortritt und reicht ihr den zusammengerollten Geldschein.
Daraufhin nimmt sie ihm den Schein ab und zieht eine Line. An das Gefühl wird sie sich wohl nie gewöhnen, doch direkt fühlt sie sich besser. Sie reicht den Schein an Logan weiter.
Das Pulver verschwindet daraufhin und er dreht die Stereoanlage auf. Irgendein Pop-Sender spielt ein unerträgliches Geheule und er dreht unzufrieden an dem Rad.
"Ich hol mal Musik aus'm Auto.", kündigt er an und will raus gehen. Doch die Tür ist abgeschlossen.
"Was soll das?", fragt er irritiert. "Wieso schließte uns ein?"
Alma seufzt. "Damit wir keinen Mist bauen, wie beim letzten Mal." Sie geht zum Versteck des Schlüssels.
"Wir passen heute besser auf und saufen nich' so viel.", sagt er. "Aber nich' einschließen. Ich bin Klaustoro- klaustropo-klaupos-" Er stockt. Er hätte die Notfallschnäpse aus dem Handschuhfach in Ruhe lassen sollen. Das Bier hat er auch ziemlich schnell getrunken. "Wie heißt das?"
"Klaustrophobisch?" Sie schließt schnell auf und legt den Schlüssel bei Seite. "Sorry."
Er nickt und geht an ihr vorbei die Treppe herunter. Völlig unbekleidet verlässt er das Haus und beugt sich in seinen Wagen, so dass nur sein nackter Hintern herausschaut, und schnappt sich alle CDs, die er finden kann.
Inzwischen hat Nael seine Arbeit am Rechner niedergelegt und will seinen Eltern noch einen kleinen Besuch abstatten. Er geht die Treppe herunter und bemerkt, dass die Haustüre offen steht. Hm? Verwundert schaut er raus, als ihm der unbekleidete Po eines Mannes ins Auge sticht. Das darf doch nicht wahr sein! Er bleibt im Flur stehen.
Logan richtet sich auf, mit dem Fuß tritt er die Fahrertür zu und mit zwei Fingern schafft er es, den Wagen abzuschließen, ohne irgendetwas fallen zu lassen. Er geht wieder zurück ins Haus, wo er auf den Fremden trifft. Er zieht an ihm vorbei und fragt:
"Hey, kannst mal zu machen? Hab' die Hände voll. Thanks, bub."
Ohne eine Antwort abzuwarten stapft er die Treppe wieder nach oben.
Entsetzt sieht Nael dem Fremden nach. Meine Güte, Alma! Kopfschüttelnd schließt er die Haustüre und betritt die Wohnung seiner Eltern. Über diese Begegnung verliert er jedoch kein Wort.
"Hab' music dabei.", ruft Logan, als er die Wohnung betritt. Vorsichtig lässt er den Stapel CDs auf den Boden vor der Anlage sinken und beginnt in dem Haufen herumzuwühlen. Offensichtlich fällt es ihm nicht leicht, eine Entscheidung zu treffen. Doch schließlich schiebt er eine CD ein und nur wenige Sekunden darauf ertönen laute Gitarrenriffs.
Sofort ist er in die Musik vertieft - Mit Luftgitarre und Gesang begleitet er die Band.
Alma geht zu Logan und bewegt sich zur Musik. Langsam bemerkt sie eine berauschende Wirkung und bekommt von ihrer Umgebung nichts mehr mit.
Irgendwann fällt Logans Blick zufällig auf die in Trance tanzende Alma und bleibt dort haften. Die Bewegungen ihres wohlgeformten Körpers passen nicht im Geringsten zur Musik, aber das tut der Szene, die sich ihm bietet, keinen Abbruch. Während er sie so betrachtet, kommt in ihm der Wunsch auf, sie zu fotografieren - diese Sinnlichkeit, die sie versprüht, verdient es, eingefangen zu werden. Da er seine Kamera nicht dabei hat, greift er zum Handy und drückt ab.
Alma bemerkt nichts und tanzt einfach weiter. Mit geschlossenen Augen erblickt sie bunte Farben, die auf sie zu kommen. Kreise, Spiralen und Linien wandern durch das Bild und ein Lächeln breitet sich auf Almas Lippen aus.
https://youtu.be/u5G1D9XO_C4
*** ***
Am nächsten Morgen wird Alma durch ihr Handy geweckt. "Eeeeh.." Genervt ignoriert sie das Klingeln, bis ihr auffällt, dass es nicht der Weckerklingelton ist. Nein. Sie wird angerufen.
Daraufhin schreckt sie hoch und schaut auf das Display. Vier verpasste Anrufe von einem ihrer Mandanten. Oh nein! Sie hatte doch eine Telefonkonferenz mit ihm, um den Jahresabschluss zu besprechen. Jetzt ist es auch egal. Seufzend macht sie den Ton auf lautlos und legt sich wieder hin, als sie Logan neben sich liegen sieht. Hä? Was.. Ach ja.. Mit einem Grinsen legt sie ihre Hand auf seinen Brustkorb und beobachtet ihn.
Trotz des Schlafes wirkt er angespannt. Die Augenbrauen tief ins Gesicht gezogen und den Kiefer zusammen gepresst zuckt der Kopf hin und wieder einige Zentimeter zur Seite. Das Ganze wird begleitet vom unregelmäßigen Atemzügen und leisem Grummeln. Als Almas Hand seine Brust berührt atmet er stark ein, als hätte er sich erschrocken, doch seine Augen sind nach wie vor geschlossen. Unter seiner Haut kann sie seine Brustmuskeln spüren - wie sie hektisch hin und her tanzen.
Er ist schon irgendwie anders, als die anderen.., bemerkt Alma und beobachtet ihn weiter für einige Zeit. Dann nimmt sie ihre Hand zurück. Ihr Handy vom Nachttisch schnappend, macht sie ein Selfie mit Logan im Hintergrund.
Nachdem sie das Handy wieder zurück legt, steht sie auf und zieht sich etwas über. Diesmal wird sie nicht mehr von starken Kopfschmerzen geplagt, doch etwas Schmerzen hat sie schon. Drum schnappt sie sich eine Schmerztablette und schluckt diese mit einem Glas Wasser herunter.
Das Radio schaltet sie leise an und macht sich mit geöffneter Badezimmertüre fertig.
Als Logan schließlich die Augen aufreißt, brummt ihm wieder einmal der Schädel. Seine Kiefergelenke schmerzen und er braucht einen Moment, um zu erkennen, wo er ist. Helles Licht scheint durch den Balkon in den Raum - es muss mitten am Tag sein. Er setzt sich vorsichtig auf und massiert sich die Schläfen, dann ziehen seine Finger den Kiefer entlang. Mit kreisenden Bewegungen bearbeitet er die Gelenke, während der Mund sich langsam öffnet und wieder schließt. Ein schwerer Geschmack von Blut verbreitet sich und rinnt die Kehle herunter - hat er sich schon wieder im Schlaf gebissen? Mit der Zunge tastet er vorsichtig den Mundraum ab - Nichts. Also nur wieder Einbildung.
Auf Logans Haut klebt ein dünner Film kalten Schweißes. Er braucht dringend eine heiße Dusche. So stemmt er sich vom Bett und kurzweilig packt ihn ein leichter Schwindel. Von irgendwoher hört er Knack - und Schmatzgeräusche, aber er kann die Quelle nicht orten. Verwirrt sieht er sich um. Was ist das für eine Wohnung? Warum ist er hier?
Alma kommt aus der Dusche und trocknet sich erst einmal in Ruhe ab. Sie bemerkt nicht, dass ihr nächtlicher Besuch bereits erwacht ist. Sie singt leise zur Musik mit und rasiert sich die Beine.
Als Logan sie sieht, beobachtet er sie irritiert. Ist das ... ? Diese Haare ... Nein, das kann sie nicht sein.
Er wischt sich mit den Fingern über die Augen und schaut dann an sich herunter. Das ist definitiv der Körper eines erwachsenen Mannes - nicht der eines Jungen. Hat er mit ihr ...? Ein Bild schießt durch seine Gedanken. Ja, er und diese Frau haben die Nacht zusammen verbracht. Sie tanzten. Sie war hübsch, daran erinnert er sich. "Alma" hallt es plötzlich in seinem Kopf. Ja, natürlich - das ist die, die 'musikalisch nicht festgelegt' ist. Die 'alles Mögliche' hört. Wie kann man nur so unentschlossen sein? Er wollte mit ihr auf ein Konzert gehen. War das heute? Hat die Band schon gespielt? Nein, daran würde er sich erinnern - etwas so Wichtiges vergisst er nicht.
Mit steifen Knochen sammelt er seine Klamotten zusammen und geht an ihr vorbei ins Bad. Die heiße Dusche wird all diesen schwammigen Gedankenmüll von ihm herunter spülen.
Überrascht legt Alma den Rasierer weg, als sie Logan erblickt. Kein Hallo, kein Kuss, nichts. Er stürmt in die Dusche. Doch Alma macht sich keine weiteren Gedanken darüber. Stattdessen verlässt sie das Bad und geht zu ihrem Kleiderschrank. Was ziehe ich gleich an?
Als Logan aus der Dusche kommt, fällt sein Blick unweigerlich auf den Spiegel. Hinter einem dichten Schleier aus Dunst ist sein Gesicht nur schwach zu erkennen. Einen Moment liegt seine Aufmerksamkeit auf der verschwommenen Figur dahinter. Ein merkwürdig vertrautes Gefühl macht sich in ihm breit. Das ist seine wahre Gestalt - verschwommen, gesichtslos. Nur ein vages Abbild seiner Selbst. Er unterdrückt den Drang, das Kondenswasser fortzuwischen - was dahinter liegt, will er nicht sehen.
Er verlässt das Bad. Am Bett liegen seine Zigaretten. Er geht darauf zu und steckt sich eine an. Ohne Alma anzusehen, fragt er:
"Steht das Date heute Abend?"
Ein Lächeln breitet sich auf Almas Lippen aus. "Auf jeden Fall." Mit schnellen Schritten geht sie auf ihn zu und schnappt mit ihrer linken Hand ohne groß nachzudenken die Zigarette aus Logans Mund. "Meine!"
Ausdruckslos beobachtet er, wie sie den Filter verspielt zwischen die Lippen klemmt und zieht. Er greift zur Schachtel und steckt sich eine neue an. "Wann soll ich dich abholen?"
Während sie einen Zug nimmt, denkt sie nach. "Eine Stunde vor Konzertbeginn sollte reichen. Außer du hast davor noch was anderes geplant." Mit einem Zwinkern nimmt sie den nächsten Zug.
Er überlegt. Er fühlt sich im Moment zu elend, um an die Zeit davor zu denken. Allerdings versteht sie es, ihre Reize einzusetzen. Diese bloße Andeutung genügt, um in ihm eine leichte Erregung auszulösen. Ja, Alma gelingt es tatsächlich, ihn Dinge vergessen zu lassen. Das hatten andere Frauen bisher nicht geschafft. Neben der Begierde waren bei ihnen auch immer andere Aspekte dabei - unschöne, düstere Gedanken, angsteinflößend und beklemmend.
Bei Alma fühlt er sich auffallend anders. Liegt es daran, dass sie keine Fragen stellt? Sie scheint ihn anzunehmen, wie er ist, ohne ihn ständig zu löchern. Das ist eine neue Erfahrung für ihn.
"Hab' noch kurz was zu erledigen.", antwortet er. "Wenn das durch is' können wir seh'n, was noch geht."
"Du weißt ja, wo Du mich findest." Grinsend schwenkt sie sich auf ihr Bett und zieht ihr rechtes Bein an den Körper.
Er nickt und mustert sie kurz. In ihm steigt der Wunsch, sie zu berühren. Ihr Haar aus ihrem markanten Gesicht zu streichen oder das Schlüsselbein nachzuzeichnen. Doch stattdessen macht er zielstrebige Schritte auf die Tür zu. Bevor er die Wohnung verlässt, bleibt er kurz stehen und wirft noch einen Blick auf sie.
"Bis dann.", murmelt er und geht.
(in Zusammenarbeit mit @Spatz )