Forum Discussion
3 years ago
Ort: Seniorenwohnheim 'Shady Pines'
Charaktere: Ambrosius Fassbinder, Aidaria Mara, Horst Klein
Geschichtsstrang: Raus aus dem Alltag, rein ins Vergnügen
Wenn doch nur die rechte Hand nicht wieder so zittern würde. Ambrosius wäre fast dazu geneigt den Hemdknopf einfach Knopf sein zu lassen, aber das geht ihm innerlich gegen den Strich. Schließlich rutscht das widerspenstige Ding doch noch dahin wo es soll und nach einem letzten zufriedenen Blick in den Spiegel ist er bereit für das heutige Abenteuer. Er hat sich in Schale geworfen, denn der heutige Ausflug auf den Herbstrummel mit Aidaria und Horst ist etwas ganz Besonderes.
Er freut sich schon wie ein kleines Kind darauf. Sonst alles dabei? Ein prüfender Blick in den Rollator zeigt ihm dass dem so ist, inklusive Kreislauftropfen, falls die Unternehmung sich als anstrengender erweisen sollte als gedacht. Diesen Gedanken sofort wieder verdrängend, verlässt Ambrosius leise vor sich hin summend sein Zimmer, schließt ab und begibt sich zu Aidaria. Er klopft, setzt sich solange auf den Rollator und spricht laut durch die noch geschlossenen Tür. "Die Autoscooter rufen und Horst wartet schon unten auf uns. Bist du bereit?" Er grinst sich eins und wartet, dass sie ihm öffnen wird.
Aidaria mochte Ambrosius' gute Laune schon, seit sie ihn das erste Mal sah. Wie schön, dass er sich trotz seines Alters nicht einkriegen lässt. Sie klettert aus ihrem Sessel. Ganz so einfach wie in jungen Jahren geht es auch nicht mehr, doch es hätte sie auch schlimmer treffen können. Die Magie macht es möglich, dass sie sich nicht so alt fühlt wie sie eigentlich ist. .. Auch wenn hier niemand ihr wahres Alter kennt.
Sie lächelt. Dann öffnet sie die Tür. "Aber klar bin ich bereit.", grinst sie. "Auf in's Abenteuer!"
Horst hat sich bereits in einen Rollstuhl gesetzt und wartet auf seine Begleiter. In der Zwischenzeit spricht er mit einer Pflegerin. "Früher war ich ein hübscher Mann. Hier." Er zeigt ihr das Foto von seiner Hochzeit. "Ach, war ich da noch jung. Und meine Frau so hübsch." Die Pflegerin lächelt.
Horst ist derzeit in Kurzzeitpflege. Hannah war erst nicht begeistert davon, aber Horst hatte das Gefühl, mal etwas anderes zu sehen - insbesondere hübsche Pflegerinnen. "Herr Klein, da kommen schon ihre Begleiter.", sagt die Pflegerin und zeigt auf Aidaria und Ambrosius.
"Und ob die kommen." lacht Ambrosius und begrüßt die beiden. "Ich nehme an der Hausbus steht schon parat und wartet nur auf uns?" Die Schwester nickt lächelnd und schiebt Horst nach draußen, während Ambrosius und Aidaria folgen. "Viel Spaß wünsch ich Ihnen, bis später." ruft sie den Senioren zu, als alle im Fahrzeug sitzen. Eine halbe Stunde später setzt der Kleinbus die unternehmungslustige Truppe direkt..
...am Halloweenrummel in Del Sol Valley ab.
"Rufen Sie mich an, wenn die Runde beendet ist und ich Sie abholen kommen soll." Der Fahrer verabschiedet sich und hupt nochmal, bevor er um die Ecke verschwindet.
Ambrosius klappt seinen Rollator auseinander und fragt:"Sollen wir einfach erstmal durchbummeln oder habt ihr schon ein festes Ziel im Auge?" Er selbst bekommt schon ein wenig Herzklopfen als er die muntere Jahrmarktsmusik hört und ein Windhauch den Duft von gebrannten Mandeln zu ihnen herüber weht.
"Ich wäre dafür, erst mal durchzubummeln und..." Aidaria unterbricht sich. "Moment, ist das da hinten eine Fotobox?" Sie grinst. "Hätte Lust auf ein paar lustige Fotos. Wer ist dabei?"
Horst hebt die Hand. "Das ist eine tolle Idee, ich bin dabei."
"Also Grimassen schneiden kann ich gut." Ambrosius grinst und setzt sich in Bewegung. Bei der Kabine angekommen, hält er den Vorhang zurück und macht eine einladende Handbewegung zu Aidaria, die den Rollstuhl schiebt. "Dann sag ich jetzt mal Ladies first. Du und Horst macht den Anfang, ich glaub zu dritt passen wir da nicht rein."
Aidaria grinst. "Ohne Rollstuhl würde das schon gehen zu dritt, aber du hast wohl recht. Mit dem Ding ist es zu eng." Sie sieht zu Horst: "Dann machen wir also den Anfang." Sie lächelt.
"Außer.." Ambrosius legt schelmisch einen Finger an die Nase. "Einer von uns sitzt bei Horst auf den Schoß, dann geht's." Er klopft ihm auf die Schulter und grinst. "Jetzt bereust du' s, dass du nicht der Schwester vorgeschlagen hast mitzukommen, gib' s zu."
"Was nicht ist, kann ja noch werden." Horst lacht.
Aidaria grinst. "Würde sagen, zuerst mach ich Fotos mit Horst, dann mit dir..." sie sieht dabei Ambrosius an, "und dann macht ihr beide noch Fotos, während ich draußen warte. Zu zweit auf einem Bild macht mehr Spaß als nur Solo-Bilder und zu dritt scheint es ja wirklich etwas eng zu sein."
"Und wenn dann mal wieder eine wohlmeinende Schwester kommt um uns ein wenig zu beschäftigen, basteln wir eine wilde Collage daraus." sagt Ambrosius halb ernst, halb scherzend. Er mag es, wenn das Personal ab und zu Zeit für eine Partie Schach hat oder vor Weihnachten gefragt wird, wer Lust hat ein wenig zu basteln für die Speisesaal Deko. Nur Eine hat diese unselige Leidenschaft für Sims-ärgere-dich nicht, die Ambrosius nicht im Ansatz teilt, da verkrümelt er sich jedesmal schnell ans Schachbrett, wenn sie auftaucht. "Na, dann kommt." Er weist nochmal auf das Kabineninnere und lässt den Vorhang wieder fallen, als die beiden in der Kabine verschwunden sind. Während er wartet, saugt er die vielfältigen Eindrücke der bunten Umgebung auf wie ein Schwamm. Kinderlachen aus Richtung des Karusells untermalt die laute, leicht schrille Musik, die aus allen Richtungen zu hören ist. Anfeuernde Stimmen der Ansager in ihren Kabinen mischen sich mit spitzen Schreien aus einer dieser wilden Bahnen, die in Höchstgeschwindigkeit in schwindelerregende Höhen vordringen und genauso schnell wieder nach unten stürzen. Wieder dringt ein verlockender Duft an seine Nase. Sofort sieht sich Ambrosius als Kind, die Hand in der seines Großvaters, auf dem Weg zu den Süßigkeiten. Ja, das wird definitiv seine nächste Anlaufstelle. Aus der Fotokabine dringt ein Kichern und er muss lachen. Was da wohl für Bilder dabei heraus kommen werden?
"Ja, das ist gut! Lass den Gesichtsausdruck so!", weist Aidaria Horst an. Sie fühlt sich, als wäre sie wieder eine Teenagerin, auch wenn es zu dieser Zeit noch keine Fotoboxen mit Sofortbildern gab. "Wow, das ist perfekt!", lobt sie ein ganz anderes Bild. Aber schließlich hat sie mit Horst genügend verschiedene Bilder gemacht. "Jetzt bist du an der Reihe.", lockt sie nun Ambrosius zu sich in der Kabine. Einige Teenager bleiben stehen und sehen die albernen Senioren verwundert an. Aidaria sieht gerade noch, wie sie tuscheln, bevor sich der Vorhang wieder schließt und den Blick auf die Welt außerhalb der Box verwehrt. Doch Aidaria ist das egal, was die Teenager denken. Nun wartet Horst draußen auf seine beiden Seniorenkollegen.
Er amüsiert sich prächtig und ist wirklich froh, dass er im Seniorenheim ein paar Tage 'Urlaub' machen kann. Familie ist zwar schön, doch wenn alle so nah zusammen wohnen, kann es oftmals ungemütlich werden - besonders bei seinem anstrengenden Schwiegersohn José.
Ein paar jüngere Frauen gehen an Horst vorbei. "Hallo.", begrüßt er sie, doch diese grüßen nur verhalten und gehen weiter.
Drinnen zieht Ambrosius seine Sonnenbrille aus dem Hemd und reicht sie Aidaria. Dann drückt er ihr seinen Hut auf den Kopf und sagt:“Du bist Bonnie und ich Clyde. Keiner kann uns was.“ Er zieht ein finsteres Gesicht und schon legt der Apparat los. Kurz darauf stehen sie wieder draussen und lachen gemeinsam über die Fotos. „Ich glaub wir zwei alte Knacker sind nicht so interessant, oder Horst? Die Bilder mit Aidaria haben da schon mehr Liebreiz.“ Er klatscht in die Hände ohne eine Antwort ab zu warten. „Ehrlich gesagt zieht mich ein unwiderstehlicher Duft in eine bestimmte Richtung.“ Er grinst vergnügt. „Ich möchte mir jetzt unbedingt einen roten, glänzenden, süßen und superungesunden kandierten Apfel holen. Die Angelegenheit duldet keinen Aufschub mehr.“ Ambrosius fasst seinen Rollator. „Das hab ich zuletzt als junger Mann gegessen, seid ihr dabei?“
"Aber immer!", freut sich Aidaria. "Superungesund klingt prima in meinen Ohren." Sie hat zwar keinen Hunger, aber für eine Nascherei ist immer genug Platz.
"Wir müssen uns doch auch mal was gönnen!", fügt Horst grinsend hinzu. Bei ihm ist es schon lange her, dass er sich auf einem Rummel ordentlich vergnügt hat.
Aidaria und die beiden Männer stehen in der Schlange vor der Fressbude. Ein paar Leute sind noch vor ihnen dran, und so nutzt die Seniorin die Zeit, noch einen Blick auf die witzigen Fotos zu werfen. Die würde sie sich an die Wand hängen! Sie will sie gerade in ihre Tasche stecken, als ihr auffällt, dass sie eines der Bilder verloren hat. Es ist bestimmt versehentlich irgendwo runtergefallen! Mist!
Sie findet das Bild auch schnell, das jedoch in einer Pfütze vom vorherigen Regen gelandet ist. So ein Mist! Sie hebt es schnell auf. Ohne nachzudenken nutzt sie schnell einen Zauber, um es wieder sauber und trocken zu
machen. Ein kleiner blauer Lichtstrahl von ein paar cm Durchmesser gleitet kurz über das Foto, als der Zauber gewirkt wird. Erst als das geschehen ist, fällt ihr ein, dass hier eventuelle Zeugen in der Nähe sind, die vielleicht keine Ahnung davon haben, dass Magie in dieser Welt existiert! Sie wird halt alt und vergisst es manchmal, auf der Hut zu sein.
Verstohlen packt sie das nun gerettete Foto zu den anderen in ihre Handtasche. Hoffentlich sind Ambrosius und Horst zu sehr abgelenkt gewesen und haben den Zauber nicht gesehen.
Mit einem zufriedenen Lächeln nimmt Abrosius die zuckrige, rote Köstlichkeit entgegen. Er kann es kaum erwarten hinein zu beißen. Während Horst sich ebenfalls etwas bestellt, verstaut er seinen Geldbeutel wieder in der Innentasche seiner Jacke und hält nach Aidaria Ausschau, die aus irgendeinem Grund nicht mehr bei ihnen steht. In etwas Entfernung entdeckt er sie in geduckter Position, den Rücken zu ihm gekehrt. Den Apfel für einen Augenblick vergessend, beobachtet er ihr Tun, kann aber nichts erkennen, bis plötzlich unter ihrem Rock ein blauer Blitz erscheint. Was um alles in der Welt..? Hat ihr ein Lauser eine dieser Knallerbsen unter dem Rock gezündet? Entrüstet streckt der Senior den Rücken durch. "Bin gleich wieder da, Horst." Den Rollator mit dem Apfel in der Hand steuernd, kämpft er sich zu Aidaria durch. Bei ihr angekommen, fragt er immer noch empört:"Hast du gesehen, wer das wahr mit dem Knallfrosch? Den Schlingel schnapp ich mir!"
"Knallfrosch?" Aidaria ist verwirrt. " Wovon redest du?"
"Na." Ambrosius zupft kurz an ihrem Rock und schaut ob irgendwo Brandspuren zu sehen sind. "Ich hab's grad blitzen sehen unter deinem Rock..also, an deinem Rock und dachte jemand hat sich einen Streich mit dir erlaubt. Alles in Ordnung?" Beruhigt, dass sie unverletzt wirkt beißt er jetzt endlich in die glänzende Süßigkeit in seiner Hand, während er auf ihre Antwort wartet. Sollte es sich herausstellen, dass doch irgendetwas faul ist an der Sache, wird er denjenigen finden und zur Rede stellen.
"Oh." Jetzt dämmert es Aidaria, was Ambrosius gesehen hat. "Meinst du das Licht? Das kam bestimmt vom Karussell, da sind ja so einige Lichter, die sich bewegen. Oder irgendetwas ähnliches. Aber einen Knallfrosch gab es hier nicht."
Die Zähne noch in die Zuckerkruste geschlagen, will Ambrosius erleichtert antworten, doch die klebrige Substanz, die die Frucht umgibt lässt ihm keine Chance. Oh mein Gott..das wird doch nicht so ein peinlicher Klassiker werden, wie in der Haftcremewerbung? Doch wird es. Wenn er jetzt nochmal versucht seine Dritten heraus lösen, steht er mit beiden in der Hand da. Aidaria ist seine einzige Chance. Er legt ihr einen Arm um die Taille und zieht sie nahe zu sich heran. "Ensch.ldg. Halt schdll." nuschelt er in ihr Ohr, während er versucht, das klebrige Zeug nicht in ihren Haaren zu verschmieren. Dann löst er den Griff und fummelt, durch ihre Nähe von den Blicken anderer abgeschirmt, an seinem Gebiss herum. Hoffentlich versteht sie die Notlage, er kann ja nicht erklären gerade.
Aidaria versucht auch weiterhin, Ambrosius von den Blicken anderer abzuschirmen, damit er sein Gebiss richten kann. Sie schielt zu der Fressbude. Durch die Fotoaktion hat sie ihren Platz in der Warteschlange aufgegeben, die sich mittlerweile nun wieder gefüllt hat. Auf noch mal anstehen, hat sie keine Lust. Daher ruft sie Horst zu: "Bring mir bitte nen Apfel mit!" Hoffentlich hat er das gehört. Das Geld würde er natürlich zurück bekommen.
Horst bestellt daraufhin auch für Aidaria mit. Als er sich mit seinem Rollstuhl umdreht, sieht er die Beiden eng umschlungen. Ach, hätt ich doch nur die Pflegerin mitnehmen können. Er rollt sich ein Stück von der Fressbude weg und bleibt vorerst dort stehen.
Zufrieden sieht Aidaria, dass Horst tatsächlich was gehört hat. Sie sieht, dass er zwei Portionen dabei hat. Doch warum kommt er nicht her und steht etwas abseits? Denkt er etwa, dass.... Oh nein! Ihr dämmert, dass Horst vielleicht die Nähe, die sie gerade zu Ambrosius zeigt, missverstanden werden könnte. Hoffentlich ist dieser bald fertig mit seinem Gebiss.
Die Haftcreme hält doch, was die Werbung verspricht, erstaunlich genug. Nachdem er endlich die Zähne aus der klebrigen Masse herausmanövriert hat, reicht einmal kräftig Ober- und Unterkiefer zusammenpressen und alles sitzt wieder so wie es soll. Ambrosius ist maßlos erleichtert und schält sich aus Aidarias 'Umarmung', den Apfel des Verderbens weit von sich gestreckt. "Meine Liebe, du hast mich gerettet!" Er lächelt ihr dankbar zu, während sie sich Richtung Horst in Bewegung setzen. "Hab wohl wirklich vergessen, dass ich eben keine zwanzig mehr bin.“
Bei Horst angekommen, erzählt er kurz was vorgefallen ist, schmunzelt und sagt:"Ich dachte schon ich mach Konrad Jost Konkurrenz, wisst ihr noch? Der immer wenn es Suppe gab, sein Gebiss neben den Teller gelegt hat und meinte, es gäbe ja sowieso nichts zu kauen?" Er muss bei dieser Erinnerung lachen.
Nachdem die begehrte Süßigkeit in eine Stofftaschentuch gewickelt ist, verstaut er sie im Rollatorkorb. "Den genehmige ich mir heut Abend, aber in kleine mundgerechte Stücke geschnitten." Er richtet sich auf. "Wo wollt ihr denn als nächstes hin? Gibt ja noch allerhand abenteuerliches." Er sieht sich mit leuchtenden Augen um.
Aidaria muss lachen bei dieser Erinnerung an den Mann, der mal zur Kurzzeitpflege mit im Shady Pines lebte. "Naja, bei Suppe gibt es ja tatsächlich nicht so viel zu kauen. Da hatte er eigentlich schon Recht." Sie sieht zu Horst. "Danke für den Apfel.", sagt sie, "Kann dir das Geld dafür natürlich gerne zurück geben."
Ihre eigenen Zähne sitzen noch fester als die von Ambrosius - Magie macht's möglich. Sie wünschte, sie könnte auch ihm die Hürden des Alters ein wenig lindern. Aber dazu müsste sie sich als Magierin offenbaren und außerdem ist es einfacher, den Zauber auf sich selber zu wirken als auf andere.
Während sie so darüber nachdenkt, löst sich unbemerkt ein weiterer Zauber, den sie diesmal nicht eingeplant hat. Diesmal ist der Zaubereffekt nicht sichtbar, doch für einen kurzen Moment fühlt sich Ambrosius so stark, als wäre er wieder jung.
Aidaria bemerkt nichts davon. "Also, für Achterbahn sind wir mittlerweile wohl etwas zu alt. Aber es gibt ein ruhiges Karussell mit der Teekanne und den Tassen." Sie zeigt in die Richtung. "Hättet ihr darauf Lust?"
"Wieso denn zu alt?" Ambrosius richtet sich auf und wirft sich in die Brust. "Wir haben die Höhen und Tiefen des Lebens gestemmt, da werden wir doch nicht vor einer Achterbahn kneifen?" Er lacht. Sein Körper ist plötzlich erfüllt von lebendiger Energie und bei der Aussicht auf die wilde Fahrt, klopft sein Herz freudig, erwartungsvoll. "Horst, was sagst du?"
Aus seinen Erinnerungen gerissen, schaut dieser zu Ambrosius. "Aber natürlich. Solange ich nachher auch wieder raus komme. Vielleicht können mir dabei ja ein paar hübsche Mitarbeiterinnen behilflich sein." Er sieht sich um, doch bislang sieht er nur männliche Mitarbeiter.
Aidaria ist überrascht. Die Männer wollen tatsächlich zur Achterbahn? Sie selbst würde vielleicht noch klarkommen, dank Magie und so, aber die beiden anderen sind auch körperlich einfach nicht mehr die Jüngsten. Aber gut. Wenn das deren Wunsch ist... "Okay, dann eben die Achterbahn.", sagt sie, "stellen wir uns an!"
In diesem Moment lässt die Wirkung des Zaubers nach und Ambrosius fühlt sich so wie zuvor.
Eben noch beflügelt durch die Zustimmung von Horst, durchfährt Ambrosius ein eiseskalter Schreck, als er sieht, wie ein mit jungen Leuten voll besetzter Wagen, in schwindelerregendem Tempo beinahe senkrecht in die Tiefe rast. Das schrille, ohrenbetäubende Geschrei der Insassen trägt nicht zu seiner Beruhigung bei. Was hat ihn da eben nur für ein Teufelchen geritten? Allerdings will er sich nicht direkt eine Blöße geben und sagt daher mit fester Stimme:"Noch können wir uns entscheiden. Kaffeetassen oder Todesfahrt?" Er schaut seine beiden Begleiter fragend an.
"Also, ich werde die Achterbahn durchaus schaffen.", sagt Aidaria."Wegen mir müsst ihr euch keine Sorgen machen." Sie weiß nichts von dem Zauber, und denkt, dass Ambrosius die Frage ihr zuliebe stellt.
Horst ist etwas geschockt, versucht aber seine Gesundheit als Ausrede zu nehmen. "Och, Lust hätte ich schon, aber mein Rücken. Nachher komm ich nicht mehr raus.. Wie gern würde ich etwas riskieren. Meine Tochter Hannah verbietet mir so viel. Aber sie hat ja Recht, mein Rücken." Er sieht zu Ambrosius.
"Dann heißt es wohl: Ambrosius will Achterbahn, und Horst will aber auf seine Gesundheit achten." Aidaria überlegt. "Also mich würde die Achterbahn auch mehr reizen. Ich dachte halt nur, dass es für die alten Knochen etwas einfacher ist mit der Kaffeefahrt." Sie sieht zu Horst. "Aber wir sollten wohl wirklich die Gesundheit als das Wichtigste hier sehen und es nicht übertreiben. Gehen wir zum Karussell, wenn Horst das lieber ist."
"Ja, da geht eindeutig die Vernunft vor." Ambrosius hofft, dass man ihm die Erleichterung nicht anhört. Er packt seinen Rollator fester und geht in Richtung Karussell. Die Sitze sehen gemütlich aus und die Stimme des Betreibers verspricht Spaß, der seiner Verfassung eher entgegen kommt. „Meine Damen und Herren, nehmen sie Platz in den Polstern und genießen sie die anregende, dabei gänzlich koffeinfreie Fahrt. Was für ein Vergnügen, was für ein Spaß! Hereinspaziert, es geht gleich los. Noch eine Runde! Drei Leute fahren, zwei bezahlen. Steigen sie ein, so ein Angebot kommt so schnell nicht wieder!" Das muss man Ambrosius nicht zweimal sagen. Er hat durchaus Geschäftssinn. "Ich lad euch ein." verkündet er spontan und geht zur Kasse zum zahlen.
"Danke!", sagt Aidaria. Etwas wehmütig schaut sie in die Richtung der Achterbahn. Aber das Karussell verspricht ebenfalls Spaß. Ambrosius bezahlt, wie er versprochen hat, und gemeinsam setzen sich die drei Senioren in eine der Tassen. Und bald darauf geht die Fahrt auch los.
Da bin ich nochmal gut davon gekommen., denkt sich Horst und genießt mit einem Lächeln die Fahrt.
Staunend sieht Ambrosius wie behende Horst in der Teetasse Platz nimmt, ihm selber fällt das Einsteigen weniger leicht, aber ganz alte Schule, will er sich vor Aidaria nicht blamieren und lächelt tapfer in die Runde, als er endlich sitzt. Hoffentlich geht alles glatt. In mäßigem Tempo lässt sich die Fahrt an, so dass ihm sogar Zeit bleibt, eine Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern zu beobachten. Ein Kleinkind auf dem Arm, dass mit großen Augen in die Rummelwelt blickt, ist die attraktive Dame damit beschäftigt, das andere Kind, etwas 4 oder 5 Jahre alt schätzt Ambrosius, zu beruhigen. Der Junge hat schon einen hochroten Kopf vom schreien und weinen und stampft immer wieder trotzig auf den Boden. Der Senior seufzt. So gerne er Enkelkinder hätte, aber manchmal kann man wirklich froh sein, dass man ein ruhiges, friedliches Leben pflegt. "Schatz, die Plätze sind alle belegt, schau doch." vernimmt er die ruhige Stimme der Mutter. "Du darfst in der nächsten Runde mitfahren." -"Will...jetz...darf nicht..!" hört Ambrosius noch aus dem wilden Schluchzen heraus, bevor seine Aufmerksamkeit auf die Fahrt gelenkt wird. Nicht nur das Karussell ist schneller geworden, auch die Tasse in der sie sitzen beginnt sich entgegen der Fahrtrichtung zu drehen. "Hui!" ruft er laut, als er sieht wie Aidarias Haare im Wind fliegen.
"Horst, halt das Toupet fest!" scherzt er und im selben Moment ändert die Tasse die Richtung. Lieber Himmel. Sein Magen macht einen kleinen Purzelbaum und sein Teint wird eine Spur blasser. Die Geschwindigkeit erhöht sich noch einmal, aber diesmal ist er vorbereitet und stößt erneut einen Jauchzer aus. Mit der letzten Runde wird das Tempo gedrosselt und als sie zum stehen kommen, fühlen sich seine Knie etwas weich an, kommt ihm vor. Zittert nicht auch seine Hand mehr? Leicht schwankend steht er auf. "Also ich geh kurz verschnaufen." erklärt er den beiden anderen. "Ihr könnt ruhig nochmal fahren." Im selben Moment drängelt der Junge von vorhin an ihm vorbei, setzt sich auf den frei gewordenen Platz und strahlt Horst an. "Du siehst aus wie mein Opa, fährst du nochmal mit?" Er zieht die Nase hoch und grinst ein bisschen. Erleichtert seufzend lässt sich Ambrosius draußen in Horsts Rollstuhl fallen und beobachtet, wie die junge Mutter in das Karussell klettert und dem Jungen die Nase putzt. Sie dürfte in Maryamas Alter sein, sinniert er und hat wirklich die Ruhe weg.
Aidaria, die schon von dem Kind genervt war, als es noch draußen stand, will den Jungen jetzt nicht auch noch in der Tasse ertragen müssen. "Ich mach auch erst mal eine Pause.", sagt sie daher und steigt aus. Sie geht zu Ambrosius: "Das Geisterhaus würde mich jedenfalls auch interessieren.", sinniert sie vor sich hin.
Unterdessen erinnert der kleine Junge Horst an seinen Enkel Julius. Wie oft musste er mit ihm Karusellfahren. Ist das lange her. Mit einem Lächeln sagt er zu ihm: "Aber natürlich. Das macht viel Spaß! Aber gut festhalten." Er nickt kurz gen Richtung Ambrosius und Aidaria und die Runde beginnt.
Während Horst eine weitere Runde fährt, setzen sich die beiden anderen Senioren in der Nähe hin und warten auf ihn. Die Worte, die der Senior an das Kind gerichtet hat, sind Aidaria nicht entgangen. "Wusste gar nicht, dass Horst so gut mit Kindern kann.", sagt sie lächelnd. Wahrscheinlich lernt man das, wenn man eigene Kinder und später sogar Enkelkinder hat. Das war Aidaria nie vergönnt.
Während Abrosius erleichtert im Rollstuhl sitzend seine Glieder streckt, nickt er bedächtig. "Ja, schön, nicht wahr." Sein Ton hat eine leicht wehmütige Färbung. Er blickt interessiert zu Aidaria. "Hast du Kinder?" Er seufzt. "Wir haben uns immer welche gewünscht, aber es hat nie geklappt und irgendwann haben wir uns damit abgefunden." Das war ziemlich viel Text für den ansonsten eher zurückhaltenden Senioren, zumindest wenn es um private Informationen geht. Der Anblick der jungen Mutter und jetzt Horst, lachend mit dem Jungen im Karussell, macht ihn etwas sentimental.
"Nein!", antwortet die Gefragte. Sie denkt an Viktor. "Die einzige Person, in die ich je verliebt war, habe ich nie gewagt, darauf anzusprechen. Ich wollte die Freundschaft nicht riskieren, nur für die Chance auf mehr. Und jetzt ist es zu spät." Sie seufzt. "Kinder hatte ich nie, und somit auch nie Enkel."
Ambrosius nickt nachdenklich. "Ja, manche Dinge ergeben sich einfach nicht im Leben. Das muss man akzeptieren." Er lächelt Aidaria an. Im Stillen wundert er sich etwas darüber, dass sie nur einmal verliebt war, heißt das ..sie ist es immer noch? In ein und denselben Mann? Das kommt ihm irgendwie tragisch vor, aber natürlich fragt er nicht weiter nach.
Die junge Mutter hat sich nun zu ihnen gesellt und beobachtet zufrieden ihren jauchzenden Sohn, während sie das Kleinkind etwas auf der Hüfte auf und ab wippt. "Manuel freut sich so, dass ihr Bekannter mit ihm Karussell fährt. Sein Großvater ist erst vor kurzem verstorben, er vermisst ihn sehr." Sie lächelt Aidaria und Ambrosius an. "Ich heiße Sara und das ist Maren." Sie küsst das Kleinkind auf die Wange, das weiter mit großen Augen auf das Karussell blickt und am Schnuller nuckelt, ohne sich von der Zuneigungsbezeugung beeindruckt zu zeigen. Es ist dick in eine Thermoanzug eingemummelt und trägt Handschuhe. Ambrosius fragt sich nicht zum ersten Mal, wie die Babys sich darin bewegen können, es wirkt immer wie eine einzige, plauschige Watteeinheit, aus der ein kleiner Kopf heraus lugt. Er lächelt zurück und stellt Aidaria und sich selbst vor. "Das tut mir leid, ist sicher nicht leicht für den Kleinen." Dann zeigt er auf das Karussell. "Wie man sieht freut es Horst genauso." Man kann ihr Lachen bis hierher hören. Gerade wird die Fahrt langsamer und Sara wendet sich an Aidaria. "Darf ich Maren für ein paar Augenblicke bei Ihnen lassen? Ich würde gerne Horst beim Aussteigen behilflich sein." Sie sitzen nur wenige Meter von den Tassen entfernt, es wird also nicht lange dauern.
Zuerst begrüßt Aidaria das Baby und dessen Mutter freundlich. Auch sie bekundet ihr Beileid über den Tod des Opas. Doch als Sara ihr Anliegen nennt, wundert sich die Magierin dann schon ein wenig. Etwas skeptisch schaut Aidaria die Frau an. Sie will ihr Baby einfach irgendwelchen Leuten anvertrauen? Noch dazu welchen mit pinken Haaren? Nicht, dass das mit Horst nur eine Ausrede ist und sie in Wirklichkeit eine kostenlose Babysitterin sucht und gleich abhaut? Aber andererseits... sie sind ja wirklich in der Nähe und haben die Frau und das Karussell im Blickfeld. Und wenn sie wirklich ihr Baby bei Fremden alleine lassen will, könnten sie immer noch die Polizei rufen oder so. Sara ist nun einmal etwas jünger und hätte es sehr viel leichter, Horst zu helfen, als sie selber.
Also willigt Aidaria ein. "Ich pass auf die Kleine auf!", sagt sie.
"Ist nur für eine Minute." Sara setzt die Kleine bei Aidaria auf den Schoß, was Maren scheinbar kaum bemerkt. Ihre staunende Aufmerksamkeit gilt immer noch, dem lärmenden, bunten Treiben ringsherum. Sara geht die paar Schritte bis zur inzwischen stehenden Tasse, öffnet die Tür und umarmt kurz ihren Sohn, der begeistert verkündet:" Horst hat schneller gerufen und dann hat sich das Karussell schneller gedreht. Er kann zaubern!" -"Na, das ist ja toll, ein echter Zauberer auf dem Rummel." Manuel nickt lachend und stürmt aus dem Gefährt, zu den Senioren und seiner kleinen Schwester. "Darf ich Ihnen beim Aussteigen behilflich sein?" fragt Sara lächelnd und wirft ihren üppigen, dunklen Zopf über die Schulter, während sie Horst den Arm bietet.
Aidaria schaukelt das kleine Kind auf ihrem Schoß. Die Senioren sind nah genug dran, so dass Aidaria auch die Worte versteht. "Es ist wirklich ein Zauberer auf dem Rummel.", denkt sie sich grinsend, "Oder eher gesagt eine Magierin." Als Horst schließlich wieder bei ihnen steht und die Mutter ihr Baby wieder entgegen genommen hat, sagt Aidaria zu ihren beiden Seniorenkollegen: "Und? Machen wir uns noch auf in das Geisterhaus?"
"Wir waren schon dort und es ist wirklich sehenswert." wirft Sara schmunzelnd ein. Diese muntere Rentnertruppe gefällt ihr. "Wir ziehen weiter zum Schießstand, Manuel wünscht sich einen Bären..na, ob ich das schaffe." Sie lacht. "Und sonst kann Horst uns den herzaubern, nicht wahr?" Der Junge strahlt den alten Mann an.
"Auf Wiedersehen und viel Spaß noch." Sara winkt und schlendert mit den Kindern weiter. Manuel dreht sich im gehen noch ein paar Mal um und winkt, so als ob er sich schwer trennen könnte. "Das war nett mit den Dreien." lächelt Ambrosius.
Ambrosius, mittlerweile wieder mit Rollator, da Horst von Aidaria geschoben wird, nickt. "Ich war ehrlich gesagt noch nie in einer Geisterbahn, läuft man da durch oder ist da sowas wie ein Zug, in dem man durch gondelt?" Sie setzen sich in diese Richtung in Bewegung.
"Eigentlich ist diese Sara ja doch nett", denkt sich Aidaria, der ihre ursprünglichen Gedanken nun leid tun. Als kleine Entschädigung löst sich ein Zauber, den Aidaria sogar bewusst gewirkt hat. Ein kleiner Glückszauber für die Schießbude oder aber auch für Lose. "Ich würde ihnen die Losbude empfehlen.", sagt Aidaria zum Abschied geheimnisvoll, "Vielleicht gewinnen Sie ja was schönes für die Kids. Da gibt es Teddys und Kuscheltiere, und viel mehr." Das hatte Aidaria noch gesehen, als sie vorbei gelaufen ist. Hoffentlich würde die Frau den Zauber ausnutzen bevor der ausläuft, auch ohne von diesem Segen zu wissen. Leider hält der nur für ein einziges Glücksspiel, aber immerhin.
Dann antwortet sie Ambrosius: "Ich glaube, das war ein Geisterhaus zum Durchlaufen.", erklärt sie.
Auch Horst fällt der Abschied schwer und er schaut traurig drein. Hoffentlich bekomme ich bald Urenkel. Leider scheints bei keinem seiner Enkel auch nur ansatzweise in nächster Zeit dazu zu kommen. Nun denn, er versucht seine negativen Gedanken zu verdrängen und sieht zum Geisterhaus. "Das kann doch nur spannend werden."
"Na, dann lasst uns gruseln gehen, herzkrank bin ich ja nicht und zittern tu ich sowieso, also kann ja nicht mehr viel passieren", lacht Ambrosius. Gemeinsam brechen sie auf zum Spukhaus. "Das sind ja sehr freundliche Gesellen." Ambrosius zieht amüsiert die Augenbrauen hoch, als sie sich endlich durch die Schlange an der Kasse durchgearbeitet haben und das Spukhaus betreten können. Den Eingang flankieren zwei geflügelte Was -auch-immer und er fühlt sich jetzt schon an alte Gruselfilme erinnert, in denen die Helden bei schwerem Gewitter und vom strömenden Regen durchnässt, endlich das vermeintlich rettende Schloss erreichen und ein greller Blitz ähnliche Figuren auf hohen Sockeln neben dem überdimensionalen, schmiedeisernen Tor erleuchtet, woraufhin sich das Mädchen erschrocken an ihren heldenhaften Begleiter klammert. Er schielt zu Aidaria, die ziemlich unbeeindruckt wirkt und muss schmunzeln. "Vielversprechend." kommentiert er. "Und hier liegen wohl die Besucher vom Vortag begraben." Er zeigt auf ein paar Grabsteine, die von flackernden Kerzen umgeben sind.
Die Eingangstüre fällt hinter ihnen ins Schloss und für ein paar Augenblicke stehen sie im Dunkeln. Dann ertönt ein durchdringender Schrei, gefolgt von irrem Gelächter, flackerndes Licht erhellt zwei Skelette, die Arme und Beine verrenkend auf sie zu schwingen. Ambrosius duckt sich instinktiv, als die Knochenmänner über sie hinweggleiten und taucht dann vergnügt wieder auf. "Wär wohl gar nicht notwendig gewesen, was? Aber ich wollte keinen Knochenzeh im Ohr haben." grinst er.
Aidaria grinst."Die sind sogar noch knochriger als wir alten Klappergestelle.",lacht sie. Im Spukhaus gibt es neben Special Effects wie Nebel auch Schauspieler, die die Rollen der Monster übernehmen. So begegnet ihnen im nächsten Raum eine bucklige Hexe, die mit einem Zauberstab herumwirbelt. "Amateurin!", denkt sich Aidaria amüsiert. Aber es ist deutlich, dass die Person hinter der Maske keinerlei echte magische Fähigkeiten hat. Ansonsten hätte sie das spüren können. Doch die Bewegungen, die die Schauspielerin macht, erinnern sie ein wenig an eine Anfänger-Zauberprüfung zurück. Damals war sie noch jung. und der Lehrer verlangte, dass sie Kreise aus Licht herbeizaubern. Nichts, was wirklich gruselig oder kompliziert ist, aber für den Anfang als Fingerübung schon ausreicht. Und...
In diesem Moment merkt sie, dass sie tatsächlich bunte Lichtringe in verschiedenen Größen herbeigezaubert hat, als sie einfach nur daran dachte. Ups. Sie sollte wirklich aufhören, sich so sehr in ihren Gedanken zu verlieren! Ist ja nicht das erste Mal, das so etwas passiert! Hoffentlich würden die anderen das für Special Effects halten.
Im Gegensatz zu seinen Begleitern ist Horst schreckhaft. Geschockt dreht er sich um, als ihn eine Hand streift. "Huch, was war das?" Da sieht er auch schon die Lichtringe. Licht! Er versucht durch das Licht zu sehen, ob hinter ihm jemand fremdes steht. Doch er sieht nur Aidaria. "Ach, du bist es! Da bin ich aber froh!" Horst glaubt, dass es sich um Special Effects handelt.
"Alles wie von Zauberhand...von gruseliger Zauberhand." lacht Ambrosius und versucht die flimmernden, dauernd die Größe ändernden Lichtringe zu fangen, wahrend er weiter geht. "Tolle Effekte."
Aidaria lächelt erleichtert. Die Schauspielerin ist gerade mit anderen Gästen beschäftigt, so dass sie nichts bemerkt, und Ambrosius und Horst halten das alles für Effekte. "Ja, wirklich toll.", bestätigt Aidaria.
Sie gehen langsam im Halbdunkel weiter in den nächsten Raum und Finsternis umfängt sie. Ein grelles Licht blitzt auf, gefolgt von irrem Gelächter. Aus dem Nichts erscheint ein Arzt im blutverschmierten Kittel . Der überdimensional große Kopf mit schiefen Zähnen und riesigen, blutunterlaufenen Augen verzieht sich zu einer hämischen Grimasse. Das Lachen geht durch Mark und Bein. Die Gestalt rennt mit einer riesigen Spritze in der Hand auf sie zu. "Da seid ihr ja liebe Patienten, kommt her!" Wieder das irre Gelächter und Wutsch! Ist der Spuk vorbei. Das ganze war eine Projektion. Ambrosius , der vor Schreck wie festgewurzelt steht, beginnt sich wieder zu regen. Und zu lachen. "Himmel, gut dass ich schon nen Hausarzt habe!" Langsam wünscht er sich wieder raus ans Tageslicht zu kommen. Er beschleunigt seine Schritte nach Kräften und wartet gar nicht, ob die anderen nach kommen. Es geht um eine Kurve. Eine dicke, haarige Spinne stürzt von der Decke und wuselt auf ebenso haarigen Beinen an ihm vorbei. Ambrosius zieht ein Taschentuch aus dem Jackett und wischt sich über die Stirn. Wenn er eins nicht mag, dann sind das Spinnen. Auch nicht wenn sie aus Plastik oder was auch immer sind.
Ein Gespenst mit rostiger Kette, ein wütender Zentaur und als Höhepunkt auch noch ein Steuereintreiber.. die Senioren begegnen so einigen Spukgestalten. Doch bald nähern sie sich dem Ausgang des Geisterhauses. Aidaria ist begeistert. "Das hat Spaß gemacht!", sagt sie lächelnd, "Vor allem der Steuereintreiber. Den fand ich am gruseligsten!"
"Drum mach ich keine Steuererklärung", scherzt Ambrosius und streckt genüsslich den Rücken durch, bevor er sich auf den Rollator setzt. Endlich wieder Tageslicht. "So, so." Er grinst Aidaria an. "Solche Sachen machen dir also Spaß und zuhause wirfst du immer so harmlos die Hufeisen beim Spiel im Garten."
"Horst! Horst! Schau mal was Mama mir geschossen hat." Der kleine Manuel kommt ihnen entgegen gelaufen mit einem Plüschtier im Arm, das beinahe größer ist als er selbst. "Sie hat geschossen wie ein Jäger und jetzt darf ich den mit nehmen." Er streckt den Senioren glücklich die Katze entgegen. "Ja, beim ersten Schuss, kaum zu glauben, dabei war das Premiere, ich hatte noch nie so ein Gewehr in der Hand. Bin wohl ein Naturtalent." Sarah lacht.
Aidaria freut sich, dass ihr kleiner Zauber gewirkt hat. "Glückwunsch. Das muss wirklich ein toller Schuss gewesen sein, bei so einem tollen Gewinn.", lobt sie.
"Ich hoffe Sie hatten alle Spaß da drin?" Sarah weist mit dem Kopf Richtung Spukhaus und grinst. "Die Spinne war super."
Ambrosius schüttelt sich erneut. "Na, das seh ich ein wenig differenzierter." Er zwinkert der jungen Frau zu und sie lachen gemeinsam. "Okay, es war schön Sie alle kennen zu lernen, wir müssen jetzt nach Hause. Auf wiedersehen." Die kleine Familie winkt der Gruppe zu und verschwindet im Getümmel.
"Mit nur einem Schuss, hm?" Ambrosius dreht sich zu Aidaria. "Wenn ich nicht so zittern würde, hätte ich mein Glück da auch versucht und dir nen Riesenbären geschossen." Er lächelt. "Aber auch ohne das war es ein toller Nachmittag."
Aidaria lächelt. "Ach was, zitternde Hände halten dich doch nicht ab. Der Schuss hätte ebenfalls gesessen." Sie zwinkert Ambrosius zu.
So langsam wird nun aber Zeit für den Heimweg. Aidaria lehnt sich an die Mauer. So langsam werden auch ihre Beine müde. "Aber jetzt freue ich mich auch schon auf das leckere Abendessen in der Residenz.", sagt sie.
"Ja, ich mich auch und später vor dem Fernseher gibt es noch den heiß ersehnten Apfel." Ambrosius hebt amüsiert die Brauen. "Ich ruf an, dass sie uns abholen können."
(in Zusammenarbeit mit @Murloc und @Spatz, Bilder von murloc und Cat))
Charaktere: Ambrosius Fassbinder, Aidaria Mara, Horst Klein
Geschichtsstrang: Raus aus dem Alltag, rein ins Vergnügen
Wenn doch nur die rechte Hand nicht wieder so zittern würde. Ambrosius wäre fast dazu geneigt den Hemdknopf einfach Knopf sein zu lassen, aber das geht ihm innerlich gegen den Strich. Schließlich rutscht das widerspenstige Ding doch noch dahin wo es soll und nach einem letzten zufriedenen Blick in den Spiegel ist er bereit für das heutige Abenteuer. Er hat sich in Schale geworfen, denn der heutige Ausflug auf den Herbstrummel mit Aidaria und Horst ist etwas ganz Besonderes.
Er freut sich schon wie ein kleines Kind darauf. Sonst alles dabei? Ein prüfender Blick in den Rollator zeigt ihm dass dem so ist, inklusive Kreislauftropfen, falls die Unternehmung sich als anstrengender erweisen sollte als gedacht. Diesen Gedanken sofort wieder verdrängend, verlässt Ambrosius leise vor sich hin summend sein Zimmer, schließt ab und begibt sich zu Aidaria. Er klopft, setzt sich solange auf den Rollator und spricht laut durch die noch geschlossenen Tür. "Die Autoscooter rufen und Horst wartet schon unten auf uns. Bist du bereit?" Er grinst sich eins und wartet, dass sie ihm öffnen wird.
Aidaria mochte Ambrosius' gute Laune schon, seit sie ihn das erste Mal sah. Wie schön, dass er sich trotz seines Alters nicht einkriegen lässt. Sie klettert aus ihrem Sessel. Ganz so einfach wie in jungen Jahren geht es auch nicht mehr, doch es hätte sie auch schlimmer treffen können. Die Magie macht es möglich, dass sie sich nicht so alt fühlt wie sie eigentlich ist. .. Auch wenn hier niemand ihr wahres Alter kennt.
Sie lächelt. Dann öffnet sie die Tür. "Aber klar bin ich bereit.", grinst sie. "Auf in's Abenteuer!"
Horst hat sich bereits in einen Rollstuhl gesetzt und wartet auf seine Begleiter. In der Zwischenzeit spricht er mit einer Pflegerin. "Früher war ich ein hübscher Mann. Hier." Er zeigt ihr das Foto von seiner Hochzeit. "Ach, war ich da noch jung. Und meine Frau so hübsch." Die Pflegerin lächelt.
Horst ist derzeit in Kurzzeitpflege. Hannah war erst nicht begeistert davon, aber Horst hatte das Gefühl, mal etwas anderes zu sehen - insbesondere hübsche Pflegerinnen. "Herr Klein, da kommen schon ihre Begleiter.", sagt die Pflegerin und zeigt auf Aidaria und Ambrosius.
"Und ob die kommen." lacht Ambrosius und begrüßt die beiden. "Ich nehme an der Hausbus steht schon parat und wartet nur auf uns?" Die Schwester nickt lächelnd und schiebt Horst nach draußen, während Ambrosius und Aidaria folgen. "Viel Spaß wünsch ich Ihnen, bis später." ruft sie den Senioren zu, als alle im Fahrzeug sitzen. Eine halbe Stunde später setzt der Kleinbus die unternehmungslustige Truppe direkt..
...am Halloweenrummel in Del Sol Valley ab.
"Rufen Sie mich an, wenn die Runde beendet ist und ich Sie abholen kommen soll." Der Fahrer verabschiedet sich und hupt nochmal, bevor er um die Ecke verschwindet.
Ambrosius klappt seinen Rollator auseinander und fragt:"Sollen wir einfach erstmal durchbummeln oder habt ihr schon ein festes Ziel im Auge?" Er selbst bekommt schon ein wenig Herzklopfen als er die muntere Jahrmarktsmusik hört und ein Windhauch den Duft von gebrannten Mandeln zu ihnen herüber weht.
"Ich wäre dafür, erst mal durchzubummeln und..." Aidaria unterbricht sich. "Moment, ist das da hinten eine Fotobox?" Sie grinst. "Hätte Lust auf ein paar lustige Fotos. Wer ist dabei?"
Horst hebt die Hand. "Das ist eine tolle Idee, ich bin dabei."
"Also Grimassen schneiden kann ich gut." Ambrosius grinst und setzt sich in Bewegung. Bei der Kabine angekommen, hält er den Vorhang zurück und macht eine einladende Handbewegung zu Aidaria, die den Rollstuhl schiebt. "Dann sag ich jetzt mal Ladies first. Du und Horst macht den Anfang, ich glaub zu dritt passen wir da nicht rein."
Aidaria grinst. "Ohne Rollstuhl würde das schon gehen zu dritt, aber du hast wohl recht. Mit dem Ding ist es zu eng." Sie sieht zu Horst: "Dann machen wir also den Anfang." Sie lächelt.
"Außer.." Ambrosius legt schelmisch einen Finger an die Nase. "Einer von uns sitzt bei Horst auf den Schoß, dann geht's." Er klopft ihm auf die Schulter und grinst. "Jetzt bereust du' s, dass du nicht der Schwester vorgeschlagen hast mitzukommen, gib' s zu."
"Was nicht ist, kann ja noch werden." Horst lacht.
Aidaria grinst. "Würde sagen, zuerst mach ich Fotos mit Horst, dann mit dir..." sie sieht dabei Ambrosius an, "und dann macht ihr beide noch Fotos, während ich draußen warte. Zu zweit auf einem Bild macht mehr Spaß als nur Solo-Bilder und zu dritt scheint es ja wirklich etwas eng zu sein."
"Und wenn dann mal wieder eine wohlmeinende Schwester kommt um uns ein wenig zu beschäftigen, basteln wir eine wilde Collage daraus." sagt Ambrosius halb ernst, halb scherzend. Er mag es, wenn das Personal ab und zu Zeit für eine Partie Schach hat oder vor Weihnachten gefragt wird, wer Lust hat ein wenig zu basteln für die Speisesaal Deko. Nur Eine hat diese unselige Leidenschaft für Sims-ärgere-dich nicht, die Ambrosius nicht im Ansatz teilt, da verkrümelt er sich jedesmal schnell ans Schachbrett, wenn sie auftaucht. "Na, dann kommt." Er weist nochmal auf das Kabineninnere und lässt den Vorhang wieder fallen, als die beiden in der Kabine verschwunden sind. Während er wartet, saugt er die vielfältigen Eindrücke der bunten Umgebung auf wie ein Schwamm. Kinderlachen aus Richtung des Karusells untermalt die laute, leicht schrille Musik, die aus allen Richtungen zu hören ist. Anfeuernde Stimmen der Ansager in ihren Kabinen mischen sich mit spitzen Schreien aus einer dieser wilden Bahnen, die in Höchstgeschwindigkeit in schwindelerregende Höhen vordringen und genauso schnell wieder nach unten stürzen. Wieder dringt ein verlockender Duft an seine Nase. Sofort sieht sich Ambrosius als Kind, die Hand in der seines Großvaters, auf dem Weg zu den Süßigkeiten. Ja, das wird definitiv seine nächste Anlaufstelle. Aus der Fotokabine dringt ein Kichern und er muss lachen. Was da wohl für Bilder dabei heraus kommen werden?
"Ja, das ist gut! Lass den Gesichtsausdruck so!", weist Aidaria Horst an. Sie fühlt sich, als wäre sie wieder eine Teenagerin, auch wenn es zu dieser Zeit noch keine Fotoboxen mit Sofortbildern gab. "Wow, das ist perfekt!", lobt sie ein ganz anderes Bild. Aber schließlich hat sie mit Horst genügend verschiedene Bilder gemacht. "Jetzt bist du an der Reihe.", lockt sie nun Ambrosius zu sich in der Kabine. Einige Teenager bleiben stehen und sehen die albernen Senioren verwundert an. Aidaria sieht gerade noch, wie sie tuscheln, bevor sich der Vorhang wieder schließt und den Blick auf die Welt außerhalb der Box verwehrt. Doch Aidaria ist das egal, was die Teenager denken. Nun wartet Horst draußen auf seine beiden Seniorenkollegen.
Er amüsiert sich prächtig und ist wirklich froh, dass er im Seniorenheim ein paar Tage 'Urlaub' machen kann. Familie ist zwar schön, doch wenn alle so nah zusammen wohnen, kann es oftmals ungemütlich werden - besonders bei seinem anstrengenden Schwiegersohn José.
Ein paar jüngere Frauen gehen an Horst vorbei. "Hallo.", begrüßt er sie, doch diese grüßen nur verhalten und gehen weiter.
Drinnen zieht Ambrosius seine Sonnenbrille aus dem Hemd und reicht sie Aidaria. Dann drückt er ihr seinen Hut auf den Kopf und sagt:“Du bist Bonnie und ich Clyde. Keiner kann uns was.“ Er zieht ein finsteres Gesicht und schon legt der Apparat los. Kurz darauf stehen sie wieder draussen und lachen gemeinsam über die Fotos. „Ich glaub wir zwei alte Knacker sind nicht so interessant, oder Horst? Die Bilder mit Aidaria haben da schon mehr Liebreiz.“ Er klatscht in die Hände ohne eine Antwort ab zu warten. „Ehrlich gesagt zieht mich ein unwiderstehlicher Duft in eine bestimmte Richtung.“ Er grinst vergnügt. „Ich möchte mir jetzt unbedingt einen roten, glänzenden, süßen und superungesunden kandierten Apfel holen. Die Angelegenheit duldet keinen Aufschub mehr.“ Ambrosius fasst seinen Rollator. „Das hab ich zuletzt als junger Mann gegessen, seid ihr dabei?“
"Aber immer!", freut sich Aidaria. "Superungesund klingt prima in meinen Ohren." Sie hat zwar keinen Hunger, aber für eine Nascherei ist immer genug Platz.
"Wir müssen uns doch auch mal was gönnen!", fügt Horst grinsend hinzu. Bei ihm ist es schon lange her, dass er sich auf einem Rummel ordentlich vergnügt hat.
Aidaria und die beiden Männer stehen in der Schlange vor der Fressbude. Ein paar Leute sind noch vor ihnen dran, und so nutzt die Seniorin die Zeit, noch einen Blick auf die witzigen Fotos zu werfen. Die würde sie sich an die Wand hängen! Sie will sie gerade in ihre Tasche stecken, als ihr auffällt, dass sie eines der Bilder verloren hat. Es ist bestimmt versehentlich irgendwo runtergefallen! Mist!
Sie findet das Bild auch schnell, das jedoch in einer Pfütze vom vorherigen Regen gelandet ist. So ein Mist! Sie hebt es schnell auf. Ohne nachzudenken nutzt sie schnell einen Zauber, um es wieder sauber und trocken zu
machen. Ein kleiner blauer Lichtstrahl von ein paar cm Durchmesser gleitet kurz über das Foto, als der Zauber gewirkt wird. Erst als das geschehen ist, fällt ihr ein, dass hier eventuelle Zeugen in der Nähe sind, die vielleicht keine Ahnung davon haben, dass Magie in dieser Welt existiert! Sie wird halt alt und vergisst es manchmal, auf der Hut zu sein.
Verstohlen packt sie das nun gerettete Foto zu den anderen in ihre Handtasche. Hoffentlich sind Ambrosius und Horst zu sehr abgelenkt gewesen und haben den Zauber nicht gesehen.
Mit einem zufriedenen Lächeln nimmt Abrosius die zuckrige, rote Köstlichkeit entgegen. Er kann es kaum erwarten hinein zu beißen. Während Horst sich ebenfalls etwas bestellt, verstaut er seinen Geldbeutel wieder in der Innentasche seiner Jacke und hält nach Aidaria Ausschau, die aus irgendeinem Grund nicht mehr bei ihnen steht. In etwas Entfernung entdeckt er sie in geduckter Position, den Rücken zu ihm gekehrt. Den Apfel für einen Augenblick vergessend, beobachtet er ihr Tun, kann aber nichts erkennen, bis plötzlich unter ihrem Rock ein blauer Blitz erscheint. Was um alles in der Welt..? Hat ihr ein Lauser eine dieser Knallerbsen unter dem Rock gezündet? Entrüstet streckt der Senior den Rücken durch. "Bin gleich wieder da, Horst." Den Rollator mit dem Apfel in der Hand steuernd, kämpft er sich zu Aidaria durch. Bei ihr angekommen, fragt er immer noch empört:"Hast du gesehen, wer das wahr mit dem Knallfrosch? Den Schlingel schnapp ich mir!"
"Knallfrosch?" Aidaria ist verwirrt. " Wovon redest du?"
"Na." Ambrosius zupft kurz an ihrem Rock und schaut ob irgendwo Brandspuren zu sehen sind. "Ich hab's grad blitzen sehen unter deinem Rock..also, an deinem Rock und dachte jemand hat sich einen Streich mit dir erlaubt. Alles in Ordnung?" Beruhigt, dass sie unverletzt wirkt beißt er jetzt endlich in die glänzende Süßigkeit in seiner Hand, während er auf ihre Antwort wartet. Sollte es sich herausstellen, dass doch irgendetwas faul ist an der Sache, wird er denjenigen finden und zur Rede stellen.
"Oh." Jetzt dämmert es Aidaria, was Ambrosius gesehen hat. "Meinst du das Licht? Das kam bestimmt vom Karussell, da sind ja so einige Lichter, die sich bewegen. Oder irgendetwas ähnliches. Aber einen Knallfrosch gab es hier nicht."
Die Zähne noch in die Zuckerkruste geschlagen, will Ambrosius erleichtert antworten, doch die klebrige Substanz, die die Frucht umgibt lässt ihm keine Chance. Oh mein Gott..das wird doch nicht so ein peinlicher Klassiker werden, wie in der Haftcremewerbung? Doch wird es. Wenn er jetzt nochmal versucht seine Dritten heraus lösen, steht er mit beiden in der Hand da. Aidaria ist seine einzige Chance. Er legt ihr einen Arm um die Taille und zieht sie nahe zu sich heran. "Ensch.ldg. Halt schdll." nuschelt er in ihr Ohr, während er versucht, das klebrige Zeug nicht in ihren Haaren zu verschmieren. Dann löst er den Griff und fummelt, durch ihre Nähe von den Blicken anderer abgeschirmt, an seinem Gebiss herum. Hoffentlich versteht sie die Notlage, er kann ja nicht erklären gerade.
Aidaria versucht auch weiterhin, Ambrosius von den Blicken anderer abzuschirmen, damit er sein Gebiss richten kann. Sie schielt zu der Fressbude. Durch die Fotoaktion hat sie ihren Platz in der Warteschlange aufgegeben, die sich mittlerweile nun wieder gefüllt hat. Auf noch mal anstehen, hat sie keine Lust. Daher ruft sie Horst zu: "Bring mir bitte nen Apfel mit!" Hoffentlich hat er das gehört. Das Geld würde er natürlich zurück bekommen.
Horst bestellt daraufhin auch für Aidaria mit. Als er sich mit seinem Rollstuhl umdreht, sieht er die Beiden eng umschlungen. Ach, hätt ich doch nur die Pflegerin mitnehmen können. Er rollt sich ein Stück von der Fressbude weg und bleibt vorerst dort stehen.
Zufrieden sieht Aidaria, dass Horst tatsächlich was gehört hat. Sie sieht, dass er zwei Portionen dabei hat. Doch warum kommt er nicht her und steht etwas abseits? Denkt er etwa, dass.... Oh nein! Ihr dämmert, dass Horst vielleicht die Nähe, die sie gerade zu Ambrosius zeigt, missverstanden werden könnte. Hoffentlich ist dieser bald fertig mit seinem Gebiss.
Die Haftcreme hält doch, was die Werbung verspricht, erstaunlich genug. Nachdem er endlich die Zähne aus der klebrigen Masse herausmanövriert hat, reicht einmal kräftig Ober- und Unterkiefer zusammenpressen und alles sitzt wieder so wie es soll. Ambrosius ist maßlos erleichtert und schält sich aus Aidarias 'Umarmung', den Apfel des Verderbens weit von sich gestreckt. "Meine Liebe, du hast mich gerettet!" Er lächelt ihr dankbar zu, während sie sich Richtung Horst in Bewegung setzen. "Hab wohl wirklich vergessen, dass ich eben keine zwanzig mehr bin.“
Bei Horst angekommen, erzählt er kurz was vorgefallen ist, schmunzelt und sagt:"Ich dachte schon ich mach Konrad Jost Konkurrenz, wisst ihr noch? Der immer wenn es Suppe gab, sein Gebiss neben den Teller gelegt hat und meinte, es gäbe ja sowieso nichts zu kauen?" Er muss bei dieser Erinnerung lachen.
Nachdem die begehrte Süßigkeit in eine Stofftaschentuch gewickelt ist, verstaut er sie im Rollatorkorb. "Den genehmige ich mir heut Abend, aber in kleine mundgerechte Stücke geschnitten." Er richtet sich auf. "Wo wollt ihr denn als nächstes hin? Gibt ja noch allerhand abenteuerliches." Er sieht sich mit leuchtenden Augen um.
Aidaria muss lachen bei dieser Erinnerung an den Mann, der mal zur Kurzzeitpflege mit im Shady Pines lebte. "Naja, bei Suppe gibt es ja tatsächlich nicht so viel zu kauen. Da hatte er eigentlich schon Recht." Sie sieht zu Horst. "Danke für den Apfel.", sagt sie, "Kann dir das Geld dafür natürlich gerne zurück geben."
Ihre eigenen Zähne sitzen noch fester als die von Ambrosius - Magie macht's möglich. Sie wünschte, sie könnte auch ihm die Hürden des Alters ein wenig lindern. Aber dazu müsste sie sich als Magierin offenbaren und außerdem ist es einfacher, den Zauber auf sich selber zu wirken als auf andere.
Während sie so darüber nachdenkt, löst sich unbemerkt ein weiterer Zauber, den sie diesmal nicht eingeplant hat. Diesmal ist der Zaubereffekt nicht sichtbar, doch für einen kurzen Moment fühlt sich Ambrosius so stark, als wäre er wieder jung.
Aidaria bemerkt nichts davon. "Also, für Achterbahn sind wir mittlerweile wohl etwas zu alt. Aber es gibt ein ruhiges Karussell mit der Teekanne und den Tassen." Sie zeigt in die Richtung. "Hättet ihr darauf Lust?"
"Wieso denn zu alt?" Ambrosius richtet sich auf und wirft sich in die Brust. "Wir haben die Höhen und Tiefen des Lebens gestemmt, da werden wir doch nicht vor einer Achterbahn kneifen?" Er lacht. Sein Körper ist plötzlich erfüllt von lebendiger Energie und bei der Aussicht auf die wilde Fahrt, klopft sein Herz freudig, erwartungsvoll. "Horst, was sagst du?"
Aus seinen Erinnerungen gerissen, schaut dieser zu Ambrosius. "Aber natürlich. Solange ich nachher auch wieder raus komme. Vielleicht können mir dabei ja ein paar hübsche Mitarbeiterinnen behilflich sein." Er sieht sich um, doch bislang sieht er nur männliche Mitarbeiter.
Aidaria ist überrascht. Die Männer wollen tatsächlich zur Achterbahn? Sie selbst würde vielleicht noch klarkommen, dank Magie und so, aber die beiden anderen sind auch körperlich einfach nicht mehr die Jüngsten. Aber gut. Wenn das deren Wunsch ist... "Okay, dann eben die Achterbahn.", sagt sie, "stellen wir uns an!"
In diesem Moment lässt die Wirkung des Zaubers nach und Ambrosius fühlt sich so wie zuvor.
Eben noch beflügelt durch die Zustimmung von Horst, durchfährt Ambrosius ein eiseskalter Schreck, als er sieht, wie ein mit jungen Leuten voll besetzter Wagen, in schwindelerregendem Tempo beinahe senkrecht in die Tiefe rast. Das schrille, ohrenbetäubende Geschrei der Insassen trägt nicht zu seiner Beruhigung bei. Was hat ihn da eben nur für ein Teufelchen geritten? Allerdings will er sich nicht direkt eine Blöße geben und sagt daher mit fester Stimme:"Noch können wir uns entscheiden. Kaffeetassen oder Todesfahrt?" Er schaut seine beiden Begleiter fragend an.
"Also, ich werde die Achterbahn durchaus schaffen.", sagt Aidaria."Wegen mir müsst ihr euch keine Sorgen machen." Sie weiß nichts von dem Zauber, und denkt, dass Ambrosius die Frage ihr zuliebe stellt.
Horst ist etwas geschockt, versucht aber seine Gesundheit als Ausrede zu nehmen. "Och, Lust hätte ich schon, aber mein Rücken. Nachher komm ich nicht mehr raus.. Wie gern würde ich etwas riskieren. Meine Tochter Hannah verbietet mir so viel. Aber sie hat ja Recht, mein Rücken." Er sieht zu Ambrosius.
"Dann heißt es wohl: Ambrosius will Achterbahn, und Horst will aber auf seine Gesundheit achten." Aidaria überlegt. "Also mich würde die Achterbahn auch mehr reizen. Ich dachte halt nur, dass es für die alten Knochen etwas einfacher ist mit der Kaffeefahrt." Sie sieht zu Horst. "Aber wir sollten wohl wirklich die Gesundheit als das Wichtigste hier sehen und es nicht übertreiben. Gehen wir zum Karussell, wenn Horst das lieber ist."
"Ja, da geht eindeutig die Vernunft vor." Ambrosius hofft, dass man ihm die Erleichterung nicht anhört. Er packt seinen Rollator fester und geht in Richtung Karussell. Die Sitze sehen gemütlich aus und die Stimme des Betreibers verspricht Spaß, der seiner Verfassung eher entgegen kommt. „Meine Damen und Herren, nehmen sie Platz in den Polstern und genießen sie die anregende, dabei gänzlich koffeinfreie Fahrt. Was für ein Vergnügen, was für ein Spaß! Hereinspaziert, es geht gleich los. Noch eine Runde! Drei Leute fahren, zwei bezahlen. Steigen sie ein, so ein Angebot kommt so schnell nicht wieder!" Das muss man Ambrosius nicht zweimal sagen. Er hat durchaus Geschäftssinn. "Ich lad euch ein." verkündet er spontan und geht zur Kasse zum zahlen.
"Danke!", sagt Aidaria. Etwas wehmütig schaut sie in die Richtung der Achterbahn. Aber das Karussell verspricht ebenfalls Spaß. Ambrosius bezahlt, wie er versprochen hat, und gemeinsam setzen sich die drei Senioren in eine der Tassen. Und bald darauf geht die Fahrt auch los.
Da bin ich nochmal gut davon gekommen., denkt sich Horst und genießt mit einem Lächeln die Fahrt.
Staunend sieht Ambrosius wie behende Horst in der Teetasse Platz nimmt, ihm selber fällt das Einsteigen weniger leicht, aber ganz alte Schule, will er sich vor Aidaria nicht blamieren und lächelt tapfer in die Runde, als er endlich sitzt. Hoffentlich geht alles glatt. In mäßigem Tempo lässt sich die Fahrt an, so dass ihm sogar Zeit bleibt, eine Mutter mit ihren zwei kleinen Kindern zu beobachten. Ein Kleinkind auf dem Arm, dass mit großen Augen in die Rummelwelt blickt, ist die attraktive Dame damit beschäftigt, das andere Kind, etwas 4 oder 5 Jahre alt schätzt Ambrosius, zu beruhigen. Der Junge hat schon einen hochroten Kopf vom schreien und weinen und stampft immer wieder trotzig auf den Boden. Der Senior seufzt. So gerne er Enkelkinder hätte, aber manchmal kann man wirklich froh sein, dass man ein ruhiges, friedliches Leben pflegt. "Schatz, die Plätze sind alle belegt, schau doch." vernimmt er die ruhige Stimme der Mutter. "Du darfst in der nächsten Runde mitfahren." -"Will...jetz...darf nicht..!" hört Ambrosius noch aus dem wilden Schluchzen heraus, bevor seine Aufmerksamkeit auf die Fahrt gelenkt wird. Nicht nur das Karussell ist schneller geworden, auch die Tasse in der sie sitzen beginnt sich entgegen der Fahrtrichtung zu drehen. "Hui!" ruft er laut, als er sieht wie Aidarias Haare im Wind fliegen.
"Horst, halt das Toupet fest!" scherzt er und im selben Moment ändert die Tasse die Richtung. Lieber Himmel. Sein Magen macht einen kleinen Purzelbaum und sein Teint wird eine Spur blasser. Die Geschwindigkeit erhöht sich noch einmal, aber diesmal ist er vorbereitet und stößt erneut einen Jauchzer aus. Mit der letzten Runde wird das Tempo gedrosselt und als sie zum stehen kommen, fühlen sich seine Knie etwas weich an, kommt ihm vor. Zittert nicht auch seine Hand mehr? Leicht schwankend steht er auf. "Also ich geh kurz verschnaufen." erklärt er den beiden anderen. "Ihr könnt ruhig nochmal fahren." Im selben Moment drängelt der Junge von vorhin an ihm vorbei, setzt sich auf den frei gewordenen Platz und strahlt Horst an. "Du siehst aus wie mein Opa, fährst du nochmal mit?" Er zieht die Nase hoch und grinst ein bisschen. Erleichtert seufzend lässt sich Ambrosius draußen in Horsts Rollstuhl fallen und beobachtet, wie die junge Mutter in das Karussell klettert und dem Jungen die Nase putzt. Sie dürfte in Maryamas Alter sein, sinniert er und hat wirklich die Ruhe weg.
Aidaria, die schon von dem Kind genervt war, als es noch draußen stand, will den Jungen jetzt nicht auch noch in der Tasse ertragen müssen. "Ich mach auch erst mal eine Pause.", sagt sie daher und steigt aus. Sie geht zu Ambrosius: "Das Geisterhaus würde mich jedenfalls auch interessieren.", sinniert sie vor sich hin.
Unterdessen erinnert der kleine Junge Horst an seinen Enkel Julius. Wie oft musste er mit ihm Karusellfahren. Ist das lange her. Mit einem Lächeln sagt er zu ihm: "Aber natürlich. Das macht viel Spaß! Aber gut festhalten." Er nickt kurz gen Richtung Ambrosius und Aidaria und die Runde beginnt.
Während Horst eine weitere Runde fährt, setzen sich die beiden anderen Senioren in der Nähe hin und warten auf ihn. Die Worte, die der Senior an das Kind gerichtet hat, sind Aidaria nicht entgangen. "Wusste gar nicht, dass Horst so gut mit Kindern kann.", sagt sie lächelnd. Wahrscheinlich lernt man das, wenn man eigene Kinder und später sogar Enkelkinder hat. Das war Aidaria nie vergönnt.
Während Abrosius erleichtert im Rollstuhl sitzend seine Glieder streckt, nickt er bedächtig. "Ja, schön, nicht wahr." Sein Ton hat eine leicht wehmütige Färbung. Er blickt interessiert zu Aidaria. "Hast du Kinder?" Er seufzt. "Wir haben uns immer welche gewünscht, aber es hat nie geklappt und irgendwann haben wir uns damit abgefunden." Das war ziemlich viel Text für den ansonsten eher zurückhaltenden Senioren, zumindest wenn es um private Informationen geht. Der Anblick der jungen Mutter und jetzt Horst, lachend mit dem Jungen im Karussell, macht ihn etwas sentimental.
"Nein!", antwortet die Gefragte. Sie denkt an Viktor. "Die einzige Person, in die ich je verliebt war, habe ich nie gewagt, darauf anzusprechen. Ich wollte die Freundschaft nicht riskieren, nur für die Chance auf mehr. Und jetzt ist es zu spät." Sie seufzt. "Kinder hatte ich nie, und somit auch nie Enkel."
Ambrosius nickt nachdenklich. "Ja, manche Dinge ergeben sich einfach nicht im Leben. Das muss man akzeptieren." Er lächelt Aidaria an. Im Stillen wundert er sich etwas darüber, dass sie nur einmal verliebt war, heißt das ..sie ist es immer noch? In ein und denselben Mann? Das kommt ihm irgendwie tragisch vor, aber natürlich fragt er nicht weiter nach.
Die junge Mutter hat sich nun zu ihnen gesellt und beobachtet zufrieden ihren jauchzenden Sohn, während sie das Kleinkind etwas auf der Hüfte auf und ab wippt. "Manuel freut sich so, dass ihr Bekannter mit ihm Karussell fährt. Sein Großvater ist erst vor kurzem verstorben, er vermisst ihn sehr." Sie lächelt Aidaria und Ambrosius an. "Ich heiße Sara und das ist Maren." Sie küsst das Kleinkind auf die Wange, das weiter mit großen Augen auf das Karussell blickt und am Schnuller nuckelt, ohne sich von der Zuneigungsbezeugung beeindruckt zu zeigen. Es ist dick in eine Thermoanzug eingemummelt und trägt Handschuhe. Ambrosius fragt sich nicht zum ersten Mal, wie die Babys sich darin bewegen können, es wirkt immer wie eine einzige, plauschige Watteeinheit, aus der ein kleiner Kopf heraus lugt. Er lächelt zurück und stellt Aidaria und sich selbst vor. "Das tut mir leid, ist sicher nicht leicht für den Kleinen." Dann zeigt er auf das Karussell. "Wie man sieht freut es Horst genauso." Man kann ihr Lachen bis hierher hören. Gerade wird die Fahrt langsamer und Sara wendet sich an Aidaria. "Darf ich Maren für ein paar Augenblicke bei Ihnen lassen? Ich würde gerne Horst beim Aussteigen behilflich sein." Sie sitzen nur wenige Meter von den Tassen entfernt, es wird also nicht lange dauern.
Zuerst begrüßt Aidaria das Baby und dessen Mutter freundlich. Auch sie bekundet ihr Beileid über den Tod des Opas. Doch als Sara ihr Anliegen nennt, wundert sich die Magierin dann schon ein wenig. Etwas skeptisch schaut Aidaria die Frau an. Sie will ihr Baby einfach irgendwelchen Leuten anvertrauen? Noch dazu welchen mit pinken Haaren? Nicht, dass das mit Horst nur eine Ausrede ist und sie in Wirklichkeit eine kostenlose Babysitterin sucht und gleich abhaut? Aber andererseits... sie sind ja wirklich in der Nähe und haben die Frau und das Karussell im Blickfeld. Und wenn sie wirklich ihr Baby bei Fremden alleine lassen will, könnten sie immer noch die Polizei rufen oder so. Sara ist nun einmal etwas jünger und hätte es sehr viel leichter, Horst zu helfen, als sie selber.
Also willigt Aidaria ein. "Ich pass auf die Kleine auf!", sagt sie.
"Ist nur für eine Minute." Sara setzt die Kleine bei Aidaria auf den Schoß, was Maren scheinbar kaum bemerkt. Ihre staunende Aufmerksamkeit gilt immer noch, dem lärmenden, bunten Treiben ringsherum. Sara geht die paar Schritte bis zur inzwischen stehenden Tasse, öffnet die Tür und umarmt kurz ihren Sohn, der begeistert verkündet:" Horst hat schneller gerufen und dann hat sich das Karussell schneller gedreht. Er kann zaubern!" -"Na, das ist ja toll, ein echter Zauberer auf dem Rummel." Manuel nickt lachend und stürmt aus dem Gefährt, zu den Senioren und seiner kleinen Schwester. "Darf ich Ihnen beim Aussteigen behilflich sein?" fragt Sara lächelnd und wirft ihren üppigen, dunklen Zopf über die Schulter, während sie Horst den Arm bietet.
Aidaria schaukelt das kleine Kind auf ihrem Schoß. Die Senioren sind nah genug dran, so dass Aidaria auch die Worte versteht. "Es ist wirklich ein Zauberer auf dem Rummel.", denkt sie sich grinsend, "Oder eher gesagt eine Magierin." Als Horst schließlich wieder bei ihnen steht und die Mutter ihr Baby wieder entgegen genommen hat, sagt Aidaria zu ihren beiden Seniorenkollegen: "Und? Machen wir uns noch auf in das Geisterhaus?"
"Wir waren schon dort und es ist wirklich sehenswert." wirft Sara schmunzelnd ein. Diese muntere Rentnertruppe gefällt ihr. "Wir ziehen weiter zum Schießstand, Manuel wünscht sich einen Bären..na, ob ich das schaffe." Sie lacht. "Und sonst kann Horst uns den herzaubern, nicht wahr?" Der Junge strahlt den alten Mann an.
"Auf Wiedersehen und viel Spaß noch." Sara winkt und schlendert mit den Kindern weiter. Manuel dreht sich im gehen noch ein paar Mal um und winkt, so als ob er sich schwer trennen könnte. "Das war nett mit den Dreien." lächelt Ambrosius.
Ambrosius, mittlerweile wieder mit Rollator, da Horst von Aidaria geschoben wird, nickt. "Ich war ehrlich gesagt noch nie in einer Geisterbahn, läuft man da durch oder ist da sowas wie ein Zug, in dem man durch gondelt?" Sie setzen sich in diese Richtung in Bewegung.
"Eigentlich ist diese Sara ja doch nett", denkt sich Aidaria, der ihre ursprünglichen Gedanken nun leid tun. Als kleine Entschädigung löst sich ein Zauber, den Aidaria sogar bewusst gewirkt hat. Ein kleiner Glückszauber für die Schießbude oder aber auch für Lose. "Ich würde ihnen die Losbude empfehlen.", sagt Aidaria zum Abschied geheimnisvoll, "Vielleicht gewinnen Sie ja was schönes für die Kids. Da gibt es Teddys und Kuscheltiere, und viel mehr." Das hatte Aidaria noch gesehen, als sie vorbei gelaufen ist. Hoffentlich würde die Frau den Zauber ausnutzen bevor der ausläuft, auch ohne von diesem Segen zu wissen. Leider hält der nur für ein einziges Glücksspiel, aber immerhin.
Dann antwortet sie Ambrosius: "Ich glaube, das war ein Geisterhaus zum Durchlaufen.", erklärt sie.
Auch Horst fällt der Abschied schwer und er schaut traurig drein. Hoffentlich bekomme ich bald Urenkel. Leider scheints bei keinem seiner Enkel auch nur ansatzweise in nächster Zeit dazu zu kommen. Nun denn, er versucht seine negativen Gedanken zu verdrängen und sieht zum Geisterhaus. "Das kann doch nur spannend werden."
"Na, dann lasst uns gruseln gehen, herzkrank bin ich ja nicht und zittern tu ich sowieso, also kann ja nicht mehr viel passieren", lacht Ambrosius. Gemeinsam brechen sie auf zum Spukhaus. "Das sind ja sehr freundliche Gesellen." Ambrosius zieht amüsiert die Augenbrauen hoch, als sie sich endlich durch die Schlange an der Kasse durchgearbeitet haben und das Spukhaus betreten können. Den Eingang flankieren zwei geflügelte Was -auch-immer und er fühlt sich jetzt schon an alte Gruselfilme erinnert, in denen die Helden bei schwerem Gewitter und vom strömenden Regen durchnässt, endlich das vermeintlich rettende Schloss erreichen und ein greller Blitz ähnliche Figuren auf hohen Sockeln neben dem überdimensionalen, schmiedeisernen Tor erleuchtet, woraufhin sich das Mädchen erschrocken an ihren heldenhaften Begleiter klammert. Er schielt zu Aidaria, die ziemlich unbeeindruckt wirkt und muss schmunzeln. "Vielversprechend." kommentiert er. "Und hier liegen wohl die Besucher vom Vortag begraben." Er zeigt auf ein paar Grabsteine, die von flackernden Kerzen umgeben sind.
Die Eingangstüre fällt hinter ihnen ins Schloss und für ein paar Augenblicke stehen sie im Dunkeln. Dann ertönt ein durchdringender Schrei, gefolgt von irrem Gelächter, flackerndes Licht erhellt zwei Skelette, die Arme und Beine verrenkend auf sie zu schwingen. Ambrosius duckt sich instinktiv, als die Knochenmänner über sie hinweggleiten und taucht dann vergnügt wieder auf. "Wär wohl gar nicht notwendig gewesen, was? Aber ich wollte keinen Knochenzeh im Ohr haben." grinst er.
Aidaria grinst."Die sind sogar noch knochriger als wir alten Klappergestelle.",lacht sie. Im Spukhaus gibt es neben Special Effects wie Nebel auch Schauspieler, die die Rollen der Monster übernehmen. So begegnet ihnen im nächsten Raum eine bucklige Hexe, die mit einem Zauberstab herumwirbelt. "Amateurin!", denkt sich Aidaria amüsiert. Aber es ist deutlich, dass die Person hinter der Maske keinerlei echte magische Fähigkeiten hat. Ansonsten hätte sie das spüren können. Doch die Bewegungen, die die Schauspielerin macht, erinnern sie ein wenig an eine Anfänger-Zauberprüfung zurück. Damals war sie noch jung. und der Lehrer verlangte, dass sie Kreise aus Licht herbeizaubern. Nichts, was wirklich gruselig oder kompliziert ist, aber für den Anfang als Fingerübung schon ausreicht. Und...
In diesem Moment merkt sie, dass sie tatsächlich bunte Lichtringe in verschiedenen Größen herbeigezaubert hat, als sie einfach nur daran dachte. Ups. Sie sollte wirklich aufhören, sich so sehr in ihren Gedanken zu verlieren! Ist ja nicht das erste Mal, das so etwas passiert! Hoffentlich würden die anderen das für Special Effects halten.
Im Gegensatz zu seinen Begleitern ist Horst schreckhaft. Geschockt dreht er sich um, als ihn eine Hand streift. "Huch, was war das?" Da sieht er auch schon die Lichtringe. Licht! Er versucht durch das Licht zu sehen, ob hinter ihm jemand fremdes steht. Doch er sieht nur Aidaria. "Ach, du bist es! Da bin ich aber froh!" Horst glaubt, dass es sich um Special Effects handelt.
"Alles wie von Zauberhand...von gruseliger Zauberhand." lacht Ambrosius und versucht die flimmernden, dauernd die Größe ändernden Lichtringe zu fangen, wahrend er weiter geht. "Tolle Effekte."
Aidaria lächelt erleichtert. Die Schauspielerin ist gerade mit anderen Gästen beschäftigt, so dass sie nichts bemerkt, und Ambrosius und Horst halten das alles für Effekte. "Ja, wirklich toll.", bestätigt Aidaria.
Sie gehen langsam im Halbdunkel weiter in den nächsten Raum und Finsternis umfängt sie. Ein grelles Licht blitzt auf, gefolgt von irrem Gelächter. Aus dem Nichts erscheint ein Arzt im blutverschmierten Kittel . Der überdimensional große Kopf mit schiefen Zähnen und riesigen, blutunterlaufenen Augen verzieht sich zu einer hämischen Grimasse. Das Lachen geht durch Mark und Bein. Die Gestalt rennt mit einer riesigen Spritze in der Hand auf sie zu. "Da seid ihr ja liebe Patienten, kommt her!" Wieder das irre Gelächter und Wutsch! Ist der Spuk vorbei. Das ganze war eine Projektion. Ambrosius , der vor Schreck wie festgewurzelt steht, beginnt sich wieder zu regen. Und zu lachen. "Himmel, gut dass ich schon nen Hausarzt habe!" Langsam wünscht er sich wieder raus ans Tageslicht zu kommen. Er beschleunigt seine Schritte nach Kräften und wartet gar nicht, ob die anderen nach kommen. Es geht um eine Kurve. Eine dicke, haarige Spinne stürzt von der Decke und wuselt auf ebenso haarigen Beinen an ihm vorbei. Ambrosius zieht ein Taschentuch aus dem Jackett und wischt sich über die Stirn. Wenn er eins nicht mag, dann sind das Spinnen. Auch nicht wenn sie aus Plastik oder was auch immer sind.
Ein Gespenst mit rostiger Kette, ein wütender Zentaur und als Höhepunkt auch noch ein Steuereintreiber.. die Senioren begegnen so einigen Spukgestalten. Doch bald nähern sie sich dem Ausgang des Geisterhauses. Aidaria ist begeistert. "Das hat Spaß gemacht!", sagt sie lächelnd, "Vor allem der Steuereintreiber. Den fand ich am gruseligsten!"
"Drum mach ich keine Steuererklärung", scherzt Ambrosius und streckt genüsslich den Rücken durch, bevor er sich auf den Rollator setzt. Endlich wieder Tageslicht. "So, so." Er grinst Aidaria an. "Solche Sachen machen dir also Spaß und zuhause wirfst du immer so harmlos die Hufeisen beim Spiel im Garten."
"Horst! Horst! Schau mal was Mama mir geschossen hat." Der kleine Manuel kommt ihnen entgegen gelaufen mit einem Plüschtier im Arm, das beinahe größer ist als er selbst. "Sie hat geschossen wie ein Jäger und jetzt darf ich den mit nehmen." Er streckt den Senioren glücklich die Katze entgegen. "Ja, beim ersten Schuss, kaum zu glauben, dabei war das Premiere, ich hatte noch nie so ein Gewehr in der Hand. Bin wohl ein Naturtalent." Sarah lacht.
Aidaria freut sich, dass ihr kleiner Zauber gewirkt hat. "Glückwunsch. Das muss wirklich ein toller Schuss gewesen sein, bei so einem tollen Gewinn.", lobt sie.
"Ich hoffe Sie hatten alle Spaß da drin?" Sarah weist mit dem Kopf Richtung Spukhaus und grinst. "Die Spinne war super."
Ambrosius schüttelt sich erneut. "Na, das seh ich ein wenig differenzierter." Er zwinkert der jungen Frau zu und sie lachen gemeinsam. "Okay, es war schön Sie alle kennen zu lernen, wir müssen jetzt nach Hause. Auf wiedersehen." Die kleine Familie winkt der Gruppe zu und verschwindet im Getümmel.
"Mit nur einem Schuss, hm?" Ambrosius dreht sich zu Aidaria. "Wenn ich nicht so zittern würde, hätte ich mein Glück da auch versucht und dir nen Riesenbären geschossen." Er lächelt. "Aber auch ohne das war es ein toller Nachmittag."
Aidaria lächelt. "Ach was, zitternde Hände halten dich doch nicht ab. Der Schuss hätte ebenfalls gesessen." Sie zwinkert Ambrosius zu.
So langsam wird nun aber Zeit für den Heimweg. Aidaria lehnt sich an die Mauer. So langsam werden auch ihre Beine müde. "Aber jetzt freue ich mich auch schon auf das leckere Abendessen in der Residenz.", sagt sie.
"Ja, ich mich auch und später vor dem Fernseher gibt es noch den heiß ersehnten Apfel." Ambrosius hebt amüsiert die Brauen. "Ich ruf an, dass sie uns abholen können."
(in Zusammenarbeit mit @Murloc und @Spatz, Bilder von murloc und Cat))