Forum Discussion
3 years ago
Ort: Irgendwo in Oasis Springs?
Charaktere: Bertl, Taldrem von Illoram, Melissa
Geschichtsstrang: From Dust to Doom- Happy End?
Leises Zirpen von Grillen dringt an Bertls Ohr. Nur mit Mühe schlägt er die Augen auf und starrt kurz in die Nacht. Das Lagerfeuer ist niedergebrannt und nur eine schwache Straßenlaterne wirft etwas Licht auf den Vorgarten des Hauses in dem sein Sohn mit Lazara lebt. Unter Schmerzen wendet Bertl den Kopf. Der Stuhl neben seinem Lager ist auch verlassen, es sind wohl alle ins Bett gegangen. Ah..aus dem Haus dringt ein leises Geklapper..vielleicht macht Adrian nochmal Tee. Sein Bauch beginnt wieder zu wüten, kein Gedanke daran aufzustehen. Was kann er tun? Ist es ihm wirklich bestimmt hier zu sterben? Wieder wandert sein Blick in den Nachthimmel, an dem vereinzelt Sterne blinken. Irgendeine Art Nebel zieht über das Oasis Tal, so dass sie immer wieder verdeckt werden, um dann wieder Licht auf seine Lagerstatt zu schicken. Bertl wird ganz still. Er hat als Kind zuletzt gebetet...aber jetzt..inbrünstig schickt er sein Herzensleid ins Universum. "Wenn es irgendeine Macht gibt dort oben, dort draußen...bitte schick mir ein Zeichen, irgendetwas, was mir den Weg weist zurück in mein normales Leben ...zurück zu Marga und dem Adrian, den ich kenne..BITTE! Lass mich nicht sterben!" Erschöpft schließt er die tränengefüllten Augen und wartet angespannt, aber nur die Grillen werden lauter...Zirp, Zirp, Zirp..
Wuuuuscchh! Macht es und ein grelles Licht erhellt Bertls Augenlider. Als er die Augen öffnet ist das Licht verschwunden. Eine Gestalt steht vor ihm. Dünn, graue Haare, Fliegermütze, menschlich. Der Mann hält eine Art Kompass in der Hand und hält ihn Richtung Bertl, dann schaut er zu dem Kranken. Als er spricht, klingt seine Stimme höher als man auf den ersten Blick erwarten würde. "Du bist der Fremdkörper hier. Du musst mit mir kommen. Mit mir! Steh auf. Komm."
Mit weit aufgerissenen Augen starrt Bertl diese Erscheinung an. Ist das die prompte Antwort auf seine Worte eben? Vom Himmel gefallen? Sein ohnehin flacher Atem stockt für ein paar Sekunden, bis die Worte des Mannes vor ihm zu ihm durchdringen. "Ich..ich kann nicht stehen oder gehen, ich bin krank und viel zu schwach dafür." jammert er leicht panisch. Hoffentlich haut der Typ nicht gleich wieder ab und lässt ihn hier liegen. "Aber bitte helfen Sie mir irgendwie!"
Der Magier seufzt. Diese Sterblichen… nur am jammern. „Komm einfach mit. Das Portal löscht….“ Taldren hält inne. „Hör zu. Ich kann deine Erinnerung an diesen Ort nicht auslöschen. Das geht nicht. Nur Personen. Personen verstehst du! Du wirst kuriert, aber solltest du das Gleichgewicht stören in dem du irgendjemandem von dieser Reise erzählst, werde ich dich finden und töten. Töten! Und ich werde die Erinnerung von all den Sims die du kennst an dich löschen. Verstanden? Verstanden?!“ Taldren wirkt wütend.
Du wirst kuriert Wie erstarrt liegt Bertram da, während diese Worte in sein Bewusstsein sinken..und dann der Rest. "Niemals werde..ich meine, ich bin so froh...also..ich schweige wie ein Grab!" Wenn du mich nur davor rettest! Bertl kämpft sich von seinem Lager hoch in eine halb sitzende Position. "Ich kann nicht alleine stehen, du musst mich stützen..so schwach.." Schon von dieser geringen Anstrengung wird Bertl schwindlig und schlecht. Wie soll er nur dem Fremden folgen, der seine einzige Rettung ist? "Im Haus ist noch jemand wach...sollen wir Hilfe holen? Jemanden einweihen?" Dann blitzt ein Gedanke in seinem umnebelten Gehirn auf. "Wer bist du überhaupt? Woher soll ich wissen dass das stimmt was du sagst?" Seine Stimme wird fast eine Oktave höher, während Panik sich in seinem Inneren ausbreitet.
Taldren hebt eine Braue und beißt die Zähne zusammen. "Es wird niemand eingeweiht. Niemand! Hast du überhaupt zugehört!" Er murmelt etwas Unverständliches, dann sieht er auf. "Wir haben keine Zeit. Komm mit oder bleib hier. Deine Entscheidung. Deine.."
Zusammenzuckend bei dem energischen Tonfall, den der Fremde anschlägt, nickt Bertl jetzt hastig. "Ich will mit, unbedingt! Stütz mich!" Die letzten Kraftreserven mobilisierend steht er taumelnd von der Couch auf und legt keuchend einen Arm um die Schultern des Mannes. "Das geht nicht lange so." jammert er wieder. "Wohin jetzt?"
Taldren hilft ihm und überlegt sich wie Melissa ihm das wieder gutmachen kann, dass er sich hier so abmüht für etwas zweifellos Sinnfreies. Er wäre nicht der erste Sim gewesen der spurlos verschwindet. Es sind schon einige in den Zeitlinien verschwunden und wurden Jahrzehnte lang, oder länger vermisst. Aber nicht alle durch seine Kristalle. Dafür hat er sie zu gut versteckt. Taldren greift in die Tasche und hält wieder den Kompass hoch. Die Hülle wirkt wie eine Stoppuhr, als er einen der beiden Knöpfe am Rand betätigt. Vor ihnen tut sich ein grelles Licht auf. Es wuscht wie zuvor und ohne Zögern tritt der Magier mit dem Anhängsel hindurch.
Alles wird weiß, hinter ihnen schließt sich das Tor in die Zukunft und vor ihnen öffnet sich ein Oval mit einem Kamin dahinter und jede Menge Bücher in Regalen. Taldren geht weiter und in einem Sekundenbruchteil stehen sie in Taldrens Haus. Das 'Wusch' schließt hinter ihnen das Portal und Taldren befreit sich von Bertram. „Hier ist er. Du bringst ihn nach Hause. Ohne Umweg. Sofort, sofort!“ sagt Taldren zu Melissa die hier gewartet hat. Diese nickt. „Und du!“ der Magier wendet sich an Bertram, den jetzt wie durch Magie keine Krankheiten aus der Zukunft mehr begleiten, „Denk dran was ich dir gesagt habe! Ich sehe alles! Alles! Kein Wort, oder……..“ Taldren wischt sich den Mantel sauber und tritt zurück. Er nickt Melissa zu um ihr zu bedeuten dass sie gehen sollen.
Als der Fremde den Knopf drückt, wird Bertl innerlich von einem mächtigen Sog erfasst.
Alles was er hier erlebt hat läuft in hundertfacher Geschwindigkeit rückwärts vor ihm ab. Es heißt immer, wenn man stirbt läuft das Leben nochmal im Schnelldurchlauf vor den inneren Augen ab, bei Bertl ist es genau umgekehrt. Er soll leben und sieht sein Beinahesterben nochmal vor sich, mit allen Gefühlen, die damit verbunden warten. Kurz bevor sie ankommen hätte er am liebsten gestoppt, als Adrian ihm so fürsorglich die Tasse Tee gereicht hat, aber auch dieser Augenblick geht mit einem Wimpernschlag vorbei. Es ist als hätte er nur einmal Atem geholt, als er sich verblüfft mit dem Mann und einer jungen Frau in einer unbekannten Umgebung wieder findet. Aber..er steht..ohne Hilfe, aus eigener Kraft! Eine Welle von Glücksgefühlen erfasst ihn. Überschwänglich umarmt er erst den etwas ruppigen Sonderling und dann die hübsche Frau. "Kein Wort!" ruft er enthusiastisch. „ Niemals, ich schwöre!" Als der Mann das Zeichen zum Aufbruch gibt, sieht Bertram unsicher zu der unbekannten jungen Frau oder ist sie eine Teenagerin? Bei genauerem Hinsehen könnte sie Adrians Alter haben, ungefähr jedenfalls. "Sie bringen mich nach Hause?" fragt er trotzdem sehr höflich. "Wissen sie denn wohin wir gehen müssen? Ich wohne in Oasis Springs, ich heiße Töpfer..." rappelt er los.
„Scchhhh.“ sagt Melissa und hält den Finger auf den Mund. Dann lächelt sie. Sie bringt ihn zum Bus der sie beide nach Oasis fährt. Sie hält es für besser nicht zu viel zu sagen, das bekräftigt Taldrens Aussage, dass er alles sieht und weiß. So auch, sollte Chips Vater auf die Idee kommen, darüber sprechen zu wollen.
Erst vor dem Haus der Töpfers spricht sie wieder. Es liegt im Dunkeln und es ist ruhig. „Da sind wir. Am besten schläfst du dich jetzt aus und morgen ist nichts von allem je passiert.“ sie lächelt wieder, dann dreht sie sich um und lässt den Mann stehen.
"Vielen dank, ich..." Bertl verstummt und lässt den Arm sinken, mit dem er die junge Frau zurückhalten wollte, um noch kurz zu reden. Schneller weg als er sich besinnen konnte. Leicht benommen wendet er sich um und betrachtet sein Zuhause. Lässt den Blick zum Verkaufsstand wandern und wieder zurück. Da fällt ihm siedendheiß seine Werkbank ein. Schnell eilt er dorthin und sieht mit unendlicher Erleichterung dass sich der Kristall nicht mehr dort befindet. Am besten schläfst du dich jetzt aus und morgen ist nichts von allem je passiert.“ Es scheint wirklich so zu sein...Bertl wird es schwindlig und seine Knie werden weich. Kurz muss er sich an der Werkbank abstützen. Zu groß die Angst der letzten Stunden, die Angst zu sterben, der Schock über das Auftauchen des Fremden, die Rettung...es wird das beste sein zu versuchen etwas Schlaf zu finden. Sein Körper gibt ihm das eindeutige Signal, auch wenn sein Geist in Aufruhr ist, weil all das verarbeitet werden will. Er betritt leise das Haus und atmet dankbar den vertrauten Geruch ein. Etwas Lavendel, den Marga immer in einer kleinen Schale aufstellt, das Holz der alten Dielen und...leicht Angebranntes aus der Küche, was ihn kurz irritiert.
Marga! Adrian! Der Drang nach oben zu laufen, sie zu wecken und in seine Arme zu schließen ist stark, aber gleichzeitig hält ihn etwas davor zurück. Scham? Angst vor Zurückweisung? Schlechtes Gewissen? Als ob er seinen Sohn einfach so in den Arm nehmen könnte..und Marga? Ob sie ihm verzeihen wird? Bertl gibt auf und geht müde ins Wohnzimmer, wo er sich auf die Couch fallen lässt. Sein Herz setzt für einen Moment aus, als er Margas Pralinen auf dem Tisch stehen sieht und Sehnsucht erfasst ihn. Erst jetzt wird ihm richtig bewusst wie einsam er dort in dieser zerstörten Welt war..wie verlassen. Zärtlich streicht er über die Schachtel. Morgen früh, beim
ersten Geräusch aus der Küche, wird er zu seiner Frau gehen und versuchen irgendwie zu erklären warum er weg war...ohne zu sagen... warum er weg war. Mit Adrian wird es komplizierter werden, hoffentlich nicht unmöglich.. für mich ist er gestorben Die Worte seines Sohnes in der Zukunft hallen nach..die Gedanken verknoten sich, die Lider werden bleischwer und Bertl schläft erschöpft ein.
(in Zusammenarbeit mit @Ripzha)
Charaktere: Bertl, Taldrem von Illoram, Melissa
Geschichtsstrang: From Dust to Doom- Happy End?
Leises Zirpen von Grillen dringt an Bertls Ohr. Nur mit Mühe schlägt er die Augen auf und starrt kurz in die Nacht. Das Lagerfeuer ist niedergebrannt und nur eine schwache Straßenlaterne wirft etwas Licht auf den Vorgarten des Hauses in dem sein Sohn mit Lazara lebt. Unter Schmerzen wendet Bertl den Kopf. Der Stuhl neben seinem Lager ist auch verlassen, es sind wohl alle ins Bett gegangen. Ah..aus dem Haus dringt ein leises Geklapper..vielleicht macht Adrian nochmal Tee. Sein Bauch beginnt wieder zu wüten, kein Gedanke daran aufzustehen. Was kann er tun? Ist es ihm wirklich bestimmt hier zu sterben? Wieder wandert sein Blick in den Nachthimmel, an dem vereinzelt Sterne blinken. Irgendeine Art Nebel zieht über das Oasis Tal, so dass sie immer wieder verdeckt werden, um dann wieder Licht auf seine Lagerstatt zu schicken. Bertl wird ganz still. Er hat als Kind zuletzt gebetet...aber jetzt..inbrünstig schickt er sein Herzensleid ins Universum. "Wenn es irgendeine Macht gibt dort oben, dort draußen...bitte schick mir ein Zeichen, irgendetwas, was mir den Weg weist zurück in mein normales Leben ...zurück zu Marga und dem Adrian, den ich kenne..BITTE! Lass mich nicht sterben!" Erschöpft schließt er die tränengefüllten Augen und wartet angespannt, aber nur die Grillen werden lauter...Zirp, Zirp, Zirp..
Wuuuuscchh! Macht es und ein grelles Licht erhellt Bertls Augenlider. Als er die Augen öffnet ist das Licht verschwunden. Eine Gestalt steht vor ihm. Dünn, graue Haare, Fliegermütze, menschlich. Der Mann hält eine Art Kompass in der Hand und hält ihn Richtung Bertl, dann schaut er zu dem Kranken. Als er spricht, klingt seine Stimme höher als man auf den ersten Blick erwarten würde. "Du bist der Fremdkörper hier. Du musst mit mir kommen. Mit mir! Steh auf. Komm."
Mit weit aufgerissenen Augen starrt Bertl diese Erscheinung an. Ist das die prompte Antwort auf seine Worte eben? Vom Himmel gefallen? Sein ohnehin flacher Atem stockt für ein paar Sekunden, bis die Worte des Mannes vor ihm zu ihm durchdringen. "Ich..ich kann nicht stehen oder gehen, ich bin krank und viel zu schwach dafür." jammert er leicht panisch. Hoffentlich haut der Typ nicht gleich wieder ab und lässt ihn hier liegen. "Aber bitte helfen Sie mir irgendwie!"
Der Magier seufzt. Diese Sterblichen… nur am jammern. „Komm einfach mit. Das Portal löscht….“ Taldren hält inne. „Hör zu. Ich kann deine Erinnerung an diesen Ort nicht auslöschen. Das geht nicht. Nur Personen. Personen verstehst du! Du wirst kuriert, aber solltest du das Gleichgewicht stören in dem du irgendjemandem von dieser Reise erzählst, werde ich dich finden und töten. Töten! Und ich werde die Erinnerung von all den Sims die du kennst an dich löschen. Verstanden? Verstanden?!“ Taldren wirkt wütend.
Du wirst kuriert Wie erstarrt liegt Bertram da, während diese Worte in sein Bewusstsein sinken..und dann der Rest. "Niemals werde..ich meine, ich bin so froh...also..ich schweige wie ein Grab!" Wenn du mich nur davor rettest! Bertl kämpft sich von seinem Lager hoch in eine halb sitzende Position. "Ich kann nicht alleine stehen, du musst mich stützen..so schwach.." Schon von dieser geringen Anstrengung wird Bertl schwindlig und schlecht. Wie soll er nur dem Fremden folgen, der seine einzige Rettung ist? "Im Haus ist noch jemand wach...sollen wir Hilfe holen? Jemanden einweihen?" Dann blitzt ein Gedanke in seinem umnebelten Gehirn auf. "Wer bist du überhaupt? Woher soll ich wissen dass das stimmt was du sagst?" Seine Stimme wird fast eine Oktave höher, während Panik sich in seinem Inneren ausbreitet.
Taldren hebt eine Braue und beißt die Zähne zusammen. "Es wird niemand eingeweiht. Niemand! Hast du überhaupt zugehört!" Er murmelt etwas Unverständliches, dann sieht er auf. "Wir haben keine Zeit. Komm mit oder bleib hier. Deine Entscheidung. Deine.."
Zusammenzuckend bei dem energischen Tonfall, den der Fremde anschlägt, nickt Bertl jetzt hastig. "Ich will mit, unbedingt! Stütz mich!" Die letzten Kraftreserven mobilisierend steht er taumelnd von der Couch auf und legt keuchend einen Arm um die Schultern des Mannes. "Das geht nicht lange so." jammert er wieder. "Wohin jetzt?"
Taldren hilft ihm und überlegt sich wie Melissa ihm das wieder gutmachen kann, dass er sich hier so abmüht für etwas zweifellos Sinnfreies. Er wäre nicht der erste Sim gewesen der spurlos verschwindet. Es sind schon einige in den Zeitlinien verschwunden und wurden Jahrzehnte lang, oder länger vermisst. Aber nicht alle durch seine Kristalle. Dafür hat er sie zu gut versteckt. Taldren greift in die Tasche und hält wieder den Kompass hoch. Die Hülle wirkt wie eine Stoppuhr, als er einen der beiden Knöpfe am Rand betätigt. Vor ihnen tut sich ein grelles Licht auf. Es wuscht wie zuvor und ohne Zögern tritt der Magier mit dem Anhängsel hindurch.
Alles wird weiß, hinter ihnen schließt sich das Tor in die Zukunft und vor ihnen öffnet sich ein Oval mit einem Kamin dahinter und jede Menge Bücher in Regalen. Taldren geht weiter und in einem Sekundenbruchteil stehen sie in Taldrens Haus. Das 'Wusch' schließt hinter ihnen das Portal und Taldren befreit sich von Bertram. „Hier ist er. Du bringst ihn nach Hause. Ohne Umweg. Sofort, sofort!“ sagt Taldren zu Melissa die hier gewartet hat. Diese nickt. „Und du!“ der Magier wendet sich an Bertram, den jetzt wie durch Magie keine Krankheiten aus der Zukunft mehr begleiten, „Denk dran was ich dir gesagt habe! Ich sehe alles! Alles! Kein Wort, oder……..“ Taldren wischt sich den Mantel sauber und tritt zurück. Er nickt Melissa zu um ihr zu bedeuten dass sie gehen sollen.
Als der Fremde den Knopf drückt, wird Bertl innerlich von einem mächtigen Sog erfasst.
Alles was er hier erlebt hat läuft in hundertfacher Geschwindigkeit rückwärts vor ihm ab. Es heißt immer, wenn man stirbt läuft das Leben nochmal im Schnelldurchlauf vor den inneren Augen ab, bei Bertl ist es genau umgekehrt. Er soll leben und sieht sein Beinahesterben nochmal vor sich, mit allen Gefühlen, die damit verbunden warten. Kurz bevor sie ankommen hätte er am liebsten gestoppt, als Adrian ihm so fürsorglich die Tasse Tee gereicht hat, aber auch dieser Augenblick geht mit einem Wimpernschlag vorbei. Es ist als hätte er nur einmal Atem geholt, als er sich verblüfft mit dem Mann und einer jungen Frau in einer unbekannten Umgebung wieder findet. Aber..er steht..ohne Hilfe, aus eigener Kraft! Eine Welle von Glücksgefühlen erfasst ihn. Überschwänglich umarmt er erst den etwas ruppigen Sonderling und dann die hübsche Frau. "Kein Wort!" ruft er enthusiastisch. „ Niemals, ich schwöre!" Als der Mann das Zeichen zum Aufbruch gibt, sieht Bertram unsicher zu der unbekannten jungen Frau oder ist sie eine Teenagerin? Bei genauerem Hinsehen könnte sie Adrians Alter haben, ungefähr jedenfalls. "Sie bringen mich nach Hause?" fragt er trotzdem sehr höflich. "Wissen sie denn wohin wir gehen müssen? Ich wohne in Oasis Springs, ich heiße Töpfer..." rappelt er los.
„Scchhhh.“ sagt Melissa und hält den Finger auf den Mund. Dann lächelt sie. Sie bringt ihn zum Bus der sie beide nach Oasis fährt. Sie hält es für besser nicht zu viel zu sagen, das bekräftigt Taldrens Aussage, dass er alles sieht und weiß. So auch, sollte Chips Vater auf die Idee kommen, darüber sprechen zu wollen.
Erst vor dem Haus der Töpfers spricht sie wieder. Es liegt im Dunkeln und es ist ruhig. „Da sind wir. Am besten schläfst du dich jetzt aus und morgen ist nichts von allem je passiert.“ sie lächelt wieder, dann dreht sie sich um und lässt den Mann stehen.
"Vielen dank, ich..." Bertl verstummt und lässt den Arm sinken, mit dem er die junge Frau zurückhalten wollte, um noch kurz zu reden. Schneller weg als er sich besinnen konnte. Leicht benommen wendet er sich um und betrachtet sein Zuhause. Lässt den Blick zum Verkaufsstand wandern und wieder zurück. Da fällt ihm siedendheiß seine Werkbank ein. Schnell eilt er dorthin und sieht mit unendlicher Erleichterung dass sich der Kristall nicht mehr dort befindet. Am besten schläfst du dich jetzt aus und morgen ist nichts von allem je passiert.“ Es scheint wirklich so zu sein...Bertl wird es schwindlig und seine Knie werden weich. Kurz muss er sich an der Werkbank abstützen. Zu groß die Angst der letzten Stunden, die Angst zu sterben, der Schock über das Auftauchen des Fremden, die Rettung...es wird das beste sein zu versuchen etwas Schlaf zu finden. Sein Körper gibt ihm das eindeutige Signal, auch wenn sein Geist in Aufruhr ist, weil all das verarbeitet werden will. Er betritt leise das Haus und atmet dankbar den vertrauten Geruch ein. Etwas Lavendel, den Marga immer in einer kleinen Schale aufstellt, das Holz der alten Dielen und...leicht Angebranntes aus der Küche, was ihn kurz irritiert.
Marga! Adrian! Der Drang nach oben zu laufen, sie zu wecken und in seine Arme zu schließen ist stark, aber gleichzeitig hält ihn etwas davor zurück. Scham? Angst vor Zurückweisung? Schlechtes Gewissen? Als ob er seinen Sohn einfach so in den Arm nehmen könnte..und Marga? Ob sie ihm verzeihen wird? Bertl gibt auf und geht müde ins Wohnzimmer, wo er sich auf die Couch fallen lässt. Sein Herz setzt für einen Moment aus, als er Margas Pralinen auf dem Tisch stehen sieht und Sehnsucht erfasst ihn. Erst jetzt wird ihm richtig bewusst wie einsam er dort in dieser zerstörten Welt war..wie verlassen. Zärtlich streicht er über die Schachtel. Morgen früh, beim
ersten Geräusch aus der Küche, wird er zu seiner Frau gehen und versuchen irgendwie zu erklären warum er weg war...ohne zu sagen... warum er weg war. Mit Adrian wird es komplizierter werden, hoffentlich nicht unmöglich.. für mich ist er gestorben Die Worte seines Sohnes in der Zukunft hallen nach..die Gedanken verknoten sich, die Lider werden bleischwer und Bertl schläft erschöpft ein.
(in Zusammenarbeit mit @Ripzha)