Forum Discussion
3 years ago
Ort:Männer-WG, Evergreen Harbor
Charaktere: Logan, Billie
Titel: Today is full of yesterdays
Missmutig klappt Logan den Laptop auf und startet das Gerät. Der aktuelle Auftrag ist zwar nicht so langweilig wie der vorige, dennoch wünschte er, beruflich mal gefordert zu werden.
Der junge Mann wirkt unkonzentriert. Die Fehltritte der letzten Tage haben alte Muster geweckt und fordern jetzt die Befriedigung der unstillbaren Gier. Logan versucht, die innere Unruhe zu ignorieren.
Er hat gerade eine halbe Stunde gearbeitet, als sein Handydisplay aufleuchtet. Sein Blick springt unweigerlich auf den kleinen Bildschirm - Billie. Er weiß nicht, ob er von so viel Hartnäckigkeit genervt oder impuniert sein soll. Schließlich greift er nach dem Handy und will den Anruf entgegennehmen, doch irgendetwas hält ihn davon ab. So starrt er auf den Namen, bis er verschwindet und die Verbindung abbricht. Zwei weitere Sekunden vergehen, bevor Logan das Display entsperrt und das Nachrichtenmenu öffnet.
'Was willst du'
Nur einen Augenblick später erscheint die Antwort:
'Warum gehst du nicht dran??'
Genervt rollt der Mann mit den Augen und tippt.
'Kann nich reden'
'Du meinst, du WILLST nicht.'
'ya'
'Du bist so ein Arsch!!'
'I know'
Logan seufzt und legt das Handy weg. Was hätte es für einen Sinn zu reden? Worüber sollten sie sich unterhalten? Alles war einvernehmlich geklärt. Was soll sich daran geändert haben?
Nachdem er sich einen neuen Kaffee aus der Küche geholt und wieder Platz genommen hat, nimmt er erneut das Telefon in die Hand und tippt:
'u ok?'
Einige Sekunden starrt er das Display an, fest damit rechnend, dass die Antwort nicht lange auf sich warten lassen wird. Doch als sich nichts tut, legt er das Handy beiseite und widmet sich wieder der Arbeit. Nur schleppend kommt er mit den Szenen voran. Immer wieder muss er zurück skippen, weil er sich den Wortlaut nicht merken konnte. Schließlich gibt er auf - er beendet die Programme und fährt den Laptop herunter, trinkt den letzten Schluck Kaffee und greift nach einer der Gitarren. Wahllos zupft er an den Saiten herum, bevor ihm eine Melodie zufliegt und er beginnt, gezielt zu spielen. Als er die Augen schließt, formt sich in seinem Geist das Bild einer Frau. Alma räckelt sich lasziv und kurvenreich mit verschlagenem Blick auf ihrem Bett. Er öffnet die Augen und seufzt. Frauen wie sie sind reines Gift für ihn. Nicht anders, als das weiße Pulver, das sie von ihrem fürsorglichen Onkel bekommt. Beides würde er jetzt zu gern genießen.
Logans Gedanken werden vom aufleuchtenden Handydisplay abgelenkt.
'Schon.', schreibt Billie, 'Fühle mich nur so allein mit allem.'
'will dich nich' im stich lassen' Er meint die Worte ernst. Immerhin hatten sie eine gute Zeit zusammen und das bedeutet etwas. Es SOLLTE etwas bedeuten.
'Und warum tust du es dann?'
Billies Worte auf dem Display sind für Logan wie ein Schlag ins Gesicht. Was hat er schon wieder falsch gemacht? Sie hatten sich geeinigt, dass keine Seite der anderen verpflichtet sei. Er erinnert sich an das Gespräch. Oder spielt sein Kopf ihm wieder Streiche? Hat er irgendeine Abmachung nicht eingehalten? Hat er wieder irgendwelche Details vergessen? Ratlos kratzt er sich am Kopf und verspricht der Schrift, sich bald zu melden. Nur jetzt kann er es nicht. Zu viel geht in seinem Inneren vor.
Er muss sich in die Wohngemeinschaft einfügen und mit den Jungs klar kommen. Außerdem hat er noch etwas mit Maryama zu klären und sich dem Fotojob zu widmen - ganz zu schweigen von der regulären Arbeit, die auch eine Deadline mitbringt. Bei Lilly muss er sich melden und die größte Herausforderung bietet ihm das weiße Zeug, dicht gefolgt von Alma. Ganz nebenbei hat er seine innere Bestie in Zaum zu halten, Albträume und Flashbacks zu verarbeiten und düstere Gedanken fernzuhalten. Alles in Allem hat er mit diesen Dingen allerhand zu tun und nur wenig Ressourcen, irgendetwas davon zu schaffen. Wieder einmal spürt er, wie die Überforderung in ihm aufsteigt. Wo soll er nur anfangen? Wie soll er sich beherrschen, wenn diese Launen ihn überkommen?
'Beruhige dich. Ein Schritt nach dem anderen. Ich helfe dir.' Worte aus längst vergangenen Tagen hallen durch seinen Kopf. Diese warme, unwirkliche Stimme hat er lange nicht gehört. Und bis heute weiß er nicht, warum sie ihn verlassen hat. Zwar hat er sich an ihre Abwesenheit gewöhnt, doch an Tagen wie diesen, wünscht er insgeheim, sie wäre noch immer ein Teil seines Lebens.
Charaktere: Logan, Billie
Titel: Today is full of yesterdays
Missmutig klappt Logan den Laptop auf und startet das Gerät. Der aktuelle Auftrag ist zwar nicht so langweilig wie der vorige, dennoch wünschte er, beruflich mal gefordert zu werden.
Der junge Mann wirkt unkonzentriert. Die Fehltritte der letzten Tage haben alte Muster geweckt und fordern jetzt die Befriedigung der unstillbaren Gier. Logan versucht, die innere Unruhe zu ignorieren.
Er hat gerade eine halbe Stunde gearbeitet, als sein Handydisplay aufleuchtet. Sein Blick springt unweigerlich auf den kleinen Bildschirm - Billie. Er weiß nicht, ob er von so viel Hartnäckigkeit genervt oder impuniert sein soll. Schließlich greift er nach dem Handy und will den Anruf entgegennehmen, doch irgendetwas hält ihn davon ab. So starrt er auf den Namen, bis er verschwindet und die Verbindung abbricht. Zwei weitere Sekunden vergehen, bevor Logan das Display entsperrt und das Nachrichtenmenu öffnet.
'Was willst du'
Nur einen Augenblick später erscheint die Antwort:
'Warum gehst du nicht dran??'
Genervt rollt der Mann mit den Augen und tippt.
'Kann nich reden'
'Du meinst, du WILLST nicht.'
'ya'
'Du bist so ein Arsch!!'
'I know'
Logan seufzt und legt das Handy weg. Was hätte es für einen Sinn zu reden? Worüber sollten sie sich unterhalten? Alles war einvernehmlich geklärt. Was soll sich daran geändert haben?
Nachdem er sich einen neuen Kaffee aus der Küche geholt und wieder Platz genommen hat, nimmt er erneut das Telefon in die Hand und tippt:
'u ok?'
Einige Sekunden starrt er das Display an, fest damit rechnend, dass die Antwort nicht lange auf sich warten lassen wird. Doch als sich nichts tut, legt er das Handy beiseite und widmet sich wieder der Arbeit. Nur schleppend kommt er mit den Szenen voran. Immer wieder muss er zurück skippen, weil er sich den Wortlaut nicht merken konnte. Schließlich gibt er auf - er beendet die Programme und fährt den Laptop herunter, trinkt den letzten Schluck Kaffee und greift nach einer der Gitarren. Wahllos zupft er an den Saiten herum, bevor ihm eine Melodie zufliegt und er beginnt, gezielt zu spielen. Als er die Augen schließt, formt sich in seinem Geist das Bild einer Frau. Alma räckelt sich lasziv und kurvenreich mit verschlagenem Blick auf ihrem Bett. Er öffnet die Augen und seufzt. Frauen wie sie sind reines Gift für ihn. Nicht anders, als das weiße Pulver, das sie von ihrem fürsorglichen Onkel bekommt. Beides würde er jetzt zu gern genießen.
Logans Gedanken werden vom aufleuchtenden Handydisplay abgelenkt.
'Schon.', schreibt Billie, 'Fühle mich nur so allein mit allem.'
'will dich nich' im stich lassen' Er meint die Worte ernst. Immerhin hatten sie eine gute Zeit zusammen und das bedeutet etwas. Es SOLLTE etwas bedeuten.
'Und warum tust du es dann?'
Billies Worte auf dem Display sind für Logan wie ein Schlag ins Gesicht. Was hat er schon wieder falsch gemacht? Sie hatten sich geeinigt, dass keine Seite der anderen verpflichtet sei. Er erinnert sich an das Gespräch. Oder spielt sein Kopf ihm wieder Streiche? Hat er irgendeine Abmachung nicht eingehalten? Hat er wieder irgendwelche Details vergessen? Ratlos kratzt er sich am Kopf und verspricht der Schrift, sich bald zu melden. Nur jetzt kann er es nicht. Zu viel geht in seinem Inneren vor.
Er muss sich in die Wohngemeinschaft einfügen und mit den Jungs klar kommen. Außerdem hat er noch etwas mit Maryama zu klären und sich dem Fotojob zu widmen - ganz zu schweigen von der regulären Arbeit, die auch eine Deadline mitbringt. Bei Lilly muss er sich melden und die größte Herausforderung bietet ihm das weiße Zeug, dicht gefolgt von Alma. Ganz nebenbei hat er seine innere Bestie in Zaum zu halten, Albträume und Flashbacks zu verarbeiten und düstere Gedanken fernzuhalten. Alles in Allem hat er mit diesen Dingen allerhand zu tun und nur wenig Ressourcen, irgendetwas davon zu schaffen. Wieder einmal spürt er, wie die Überforderung in ihm aufsteigt. Wo soll er nur anfangen? Wie soll er sich beherrschen, wenn diese Launen ihn überkommen?
'Beruhige dich. Ein Schritt nach dem anderen. Ich helfe dir.' Worte aus längst vergangenen Tagen hallen durch seinen Kopf. Diese warme, unwirkliche Stimme hat er lange nicht gehört. Und bis heute weiß er nicht, warum sie ihn verlassen hat. Zwar hat er sich an ihre Abwesenheit gewöhnt, doch an Tagen wie diesen, wünscht er insgeheim, sie wäre noch immer ein Teil seines Lebens.