Forum Discussion
Ripzha
3 years agoSeasoned Ace
Ort: Brindleton Bay Richtung Windenbrug
Charaktere: Artjom / Nouki
Geschichtsstrang: Halloween an der Brindleton High - Heimweg
Draussen auf dem Weg geht Artjom mit den Händen in den Taschen neben ihr her. "Gehts dir gut?" fragt er schliesslich. Das lezte Gespräch war nicht sonderlich erfreulich aber trotzdem ist sie hier.
"Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen durch." Nouki vergräbt ebenfalls ihre Hände in den Taschen der Jacke, die sie über dem Pilzkostüm trägt. Es hat aufgefrischt und das Kleidchen was sie trägt ist kurz. Sie atmet tief durch. "Das ist oft so nach einem Auftritt..wahrscheinlich die Nachwirkungen vom Lampenfieber."
Ist es besser das Gespräch doch auf neutralem Boden zu belassen? Ihr Puls beschleunigt sich, während sie abwägt, dann fasst sie sich ein Herz. "Ich hab mit Tani geredet." Sie hält den Kopf gesenkt, mit Blick auf den Asphalt und studiert die kleinen weißen Einschlüsse darin, während sie weiter laufen.
Der hochgewachsene Junge lässt sich nichts anmerken. Weder von aussen noch an der Stimme. Natürlich hat sie das. Er könnte sie jetzt fragen was sie gesagt hat, aber das interessiert ihn gar nicht wirklich. "Tut mir sehr Leid wie das gelaufen ist. Kann ich was tun?" Artjom ist der Meinung genug gesagt zu haben. Er sagte ihr das sie es war die ihn hängen lies, das sie die Lügnerin war und sich zu wiederholen und darauf zu beharren wäre nur verdächtig.
"Ist schon okay soweit. Niemand muss irgendwas tun. Wir haben uns ausgesprochen und damit gut. Wir sind Freundinnen, wäre traurig wenn wir das nicht hin bekommen würden." Sie gehen schweigend weiter. "Ich möchte auch nicht mehr, dass das bei uns Thema ist, geht das klar für dich?" Sie will gar nicht mehr nachdenken darüber, was er vorhin sonst noch behauptet hat. Wenn dann wird das mal Gesprächsstoff zwischen Tani und ihr...wenn!
"Ist mir auch lieber." antwortet Artjom mit einem Hauch Betrübtheit in der Stimme. Als hätte er wirklich schlechte Erfahrung mit Tania gemacht. Für den Fall der Fälle hat er genug gegen die Rothaarige in der Hand. Besser haben als brauchen. Er lächelt Nouki mit seiner üblichen freundlich-charmanten Art an, nimmt die Hand aus der Tasche und öffnet sie damit sie ihre in seine legt.
Es ist nur ein winzig kleiner Augenblick den Nouki zögert, dann ergreift sie die angebotene Hand. Es fühlt sich richtig an und gleichzeitig überkommt sie das Gefühl, einen Pakt geschlossen zu haben. Ist das gut oder eher seltsam? Sie schiebt es beiseite und lächelt zurück. "Du wolltest mir doch noch erzählen was hinter deinem Kostüm steckt." sagt sie im weiter schlendern und zupft kurz an seinem Ärmel.
„Wollt ich.“ wiederholt er lächelnd und hält nachdenklich die gewirbelte Nase in die Luft. „Weisst du, ich war mal bunt. Hatte jede Farbe des Regenbogens.“ sagt er mit Sehnsucht in der Stimme. „Ich habe in einer Holzkiste gelebt, ich war The Laughing Jack in a Box. Und das Weihnachtsgeschenk von einem ganz….. besonderen Jungen.“ er zeigt grinsend seine Zähne und wendet den Kopf langsam Nouki zu, was gewollt ein wenig irre wirkt.
Artjom muss lachen, dann wird er wieder ernst. „Wir waren beste Freunde. Er war mein einzige Freund und ich seiner. Sein Name war Isaac…. Wir haben gespielt, jeden Tag, wir haben uns Geschichten erzählt und sind lang aufgeblieben unter der Decke… er war zuvor ein so einsames Kind gewesen, aber mit mir war er nicht mehr einsam.“ Artjom schauspielert eine bestimmte Tragik in die Stimme, als wäre die Erinnerung an den Jungen sehr traurig und auch irgendwie schön, aber vor allem traurig.
Fasziniert lauscht Nouki seiner Stimme. Sie könnte ihm stundenlang zuhören, alles wird lebendig durch die Nuancen und Klangfarben, die er leicht und geradezu spielerisch in die Erzählung einflicht. Lächelnd drückt sie seine Hand und ist gespannt auf die Fortsetzung.
„Was ist passiert, sag schon.“ lacht sie ungeduldig und zappelt ein bisschen mit den verschränkten Händen herum.
Artjom lächelt kurz, weil er sich freut dass sie offensichtlich Freude an der Erzählweise hat. Er schluckt das Lächeln herunter und überlegt kurz, die Augen nach vorn. "Wir haben gespielt, im Garten.... Wir waren Piraten und schipperten mit unserem Schiff durch die Meere. Isaac war der Kapitän und ich sein erster Mat. Da tauchte diese Landratte auf und er zeigte mit seinem Säbel auf sie und befahl sie zu ergreifen. Das tat ich." Artjom streckt einen Arm aus und tut als würde er etwas an sich nehmen. "Es war die Nachbarskatze, aber für uns war es eine elende Landratte... Sie wollte fliehen, doch der Kapitän sagte, ich dürfe sie nicht entkommen lassen. Das hab ich auch nicht." Eine Kunstpause einlegend, überlegt er seine nächsten Worte. "... dann fiel sie tot und verrenkt zu Boden..." Artjom blinzelt und sieht dann Nouki an als wisse er bis heute nicht wie das passiert ist, zeigte aber auch keine Reue. Es war als wäre eine Glasflasche versehentlich zerbrochen. "Nur eine Geschichte, ok?" sagt er dann und lächelt verlegen bevor er wieder in die Rolle des Laughing Jack schlüpft. "Isaac hat gelacht und gemeint, Katzen haben also doch keine sieben Leben und ich sagte zu ihm, seine Mom wird bestimmt wütend sein wenn sie das sieht. Das sah er ein und hat die Katze über den Zaun zurück in deren Garten geworfen."
Jaa..aa, nur eine Geschichte. Nouki schneidet eine zweifelnde Grimasse, als Artjom das sagt, ihre Augen lächeln aber dabei. Er erzählt einfach spannend, auch wenn sie schon zu wissen glaubt, auf welch dunkle Pfade die Geschichte führen wird. "Ihr habt weiter..gespielt?" fragt sie 'Laughing Jack', nicht Artjom.
Jack schüttelt den Kopf. "Sie haben es gesehen und Isaac die ganze Schuld gegeben. Also wurde er auf ein Internat geschickt. Ich wurde wieder in die Box gesperrt und blieb dort dreizehn Jahre..." Er seufzt. "In dieser Zeit, einsam und allein in der Holzkiste, sind alle meine Farben verblasst." Er zeigt auf sein Schwarz-weisses Kostüm.
Das nachfolgende erzählt Artjom nicht alias Jack. Er legt einen Arm um Nouki und sagt, "Das ist eine der bekanntesten Creepypastas im Netz. Nach den 13 Jahren kam Isaac wieder nach Hause. Sein Vater hatte seine Mutter umgebracht weil er ein Säufer war und wurde dafür gehängt. Isaac war jetzt ein junger Mann und er fand Jack auf dem Dachboden in seiner Kiste. Er erinnerte sich kaum, wusste aber, dass Jack sein Freund als Kind war, auch wenn all die Abenteuer nur Kindheitsfantasien waren. Er setzte Jack in eine Ecke und vergaß ihn. Jack jedoch beobachtete von seinem Platz aus Isaac. Wie er wunder schöne Frauen nach Hause brachte, und furchtbares mit ihnen anstellte. Jack sah schweigend zu, aber in seinem inneren lachte er. Er wuchs an den bösen Taten von Isaac, bis er wieder die Kraft hatte sich zu bewegen auch ohne dass Isaac es sich vorstellen musste. Voller angst erstarrte Isaac als er Jack auf sich zu kommen sah. Er war immer viel grösser als er gewesen, und er schrie als Jack ihn mit seinen langen windigen Armen umschlang wie die Nachbarskatze damals. Und Jack lachte, während Isaac nicht verstand. Er dachte, er habe sich das alles doch nur ausgedacht. Er hat damals die Katze getötet und musste im Internat dafür Büsen und... Aber es war Jack. Jack war echt. Und Jack war böse. Jacks Unschuld verblich genau so wie seine Farben und... naja." Artjom will wirklich nicht so genau ins Detail gehen, denn es ist schon fast ein Splatter. "Er hat Isaac umgebracht. Jack sitzt bis heute in seiner Kiste, Blut bespritzt, in Gewahrsam der Asservatenkammer der Polizei als Beweismittel und wartet darauf, dass er einen neuen Freund kennenlernt..." Das Ende hat er grade erfunden, aber das macht nichts. Windenburg ist schon in Sicht.
Nouki mag die Art wie er den Arm um sie legt. Es ist fast wie selbstverständlich und wieder fühlt es sich an, als ob es einfach so gehört und richtig ist. Als der Weg zu ihrem Haus in Sicht kommt drosselt sie das Gehtempo etwas. „Das ist eine faszinierende story, danke dass du sie mir erzählt hast.. bin mir nur nicht sicher ob ich tatsächlich hier im Dunkeln mit dir herumschlendern sollte, laughing Jack-Artjom.“ Sie grinst und schmiegt sich an seine Schulter. „Aber no risk no fun ist das Motto beim Klettern.“
Sie biegen auf den Kiesweg ab, auf dem Nouki meistens los joggt. „Hier starte ich, wenn ich Richtung Willow Creek laufe. Jetzt lernst du mal das andere Ende kennen.“ schmunzelt sie.
Artjom sieht sich um. Das Haus und die Nachbargebäude liegen im Schatten. Die Büsche sind im Wind wabernde schwarze Löcher und irgendwo quietscht fein ein Gartentor. "Schöne Gegend." sagt er und lächelt Nouki an. "Aber nicht so schön wie du.."
Was?! Bubumm, bubumm, bubumm..Herzschlagstakkato. Nouki stupst ihn sachte mit dem Ellbogen in die Seite.“Mach keine Witze mit mir.“ Ihre Stimme klingt leicht gepresst, weil sie vor Aufregung ganz flach atmet. Sie wirft ihm einen Seitenblick zu, muss aber doch schmunzeln.
„Das ist kein Witz.“ antwortet er mit einer Mischung aus ernst und angenehmer Ruhe in der Stimme. Er stellt sich vor sie. Tani sagte Nouki mag ihn und er mag sie. Sie schenkt ihm ein gutes Gefühl. Worauf also warten? Er sieht sie an, die zarten Lippen, die grossen grünen Augen die unter dem Hut zu ihm aufsehen, die kleine niedliche Nase. „Darf ich dich küssen?“
Statt einer Antwort, nimmt Nouki den Hut ab und nähert sich ihm. Sie wagt kaum zu atmen. Artjom ist um einiges größer als sie selbst. Ihr Blick gleitet über die feine Narbe an seinem Kinn, wandert nach oben und verliert sich in seinen blauen Augen, während sie den Kopf dabei in den Nacken neigt. "Jetzt schon." antwortet sie leise lächelnd.
Artjoms Gesichtsausdruck ist zufrieden. Besser kann man ihn nicht beschreiben als er sich ihr langsam nähert. Sein Herz klopft stark und wenn Nouki ihre Hand auf seine Brust legen würde, würde sie es fühlen, aber anmerken lässt er sich nichts. Er ist gern der Held. Die Person zu der man aufsieht. Die Person die man bewundert, auf welche Art auch immer, sei es Dank wenn er wieder mal zusätzliche Aufgaben übernimmt, oder Lob wenn er ein guter Zuhörer war, oder auch wenn einfach nur seine Art beeindruckt. Nouki macht ihn... nicht direkt nervös aber er möchte alles dafür tun, dass sie bleibt. Kurz bevor er die Distanz zwischen ihnen auflöst, schließt er die Augen und ihre Lippen berühren sich. Erst ganz sanft, und er genießt den Stromstoß den der Kuss auslöst bevor er die Hand kurz sacht an ihre Wange legt und lächelnd ablässt ohne sie aus den Augen zu lassen. Ein wenig neugierig sieht er sie an um zu sehen wie sie darauf reagiert.
Weich und ein wenig sehnsuchtsvoll schmiegt Nouki sich an ihn und lässt bei der Berührung seiner Lippen den Hut aus der Hand gleiten, um locker ihre Arme um seine Körpermitte zu legen. Sie lässt sich einfach fallen in den Augenblick, die sanfte, prickelnde Berührung ihrer Lippen und Artjoms aufregende Nähe. Mit etwas wackeligen Knien und wild pochendem Herzen lächelt sie zu ihm auf, als er sie anschaut. Ihr liegen Worte auf der Zunge, die sich sofort wieder verflüchtigen, in ihrem Kopf verfliegen, sich zu Neuen formen und sofort wieder weiter trudeln, wie Schmetterlinge im Liebesreigen. Die Intensität des Augenblicks raubt ihr beinahe den Atem. Statt etwas zu sagen, nimmt sie seine Hand von ihrer Wange, haucht einen Kuss auf die Innenfläche und stellt sich auf die Zehenspitzen um ihm ihre Lippen erneut zum Kuss zu bieten.
(In Zusammenarbeit mit @Simscat2)
Charaktere: Artjom / Nouki
Geschichtsstrang: Halloween an der Brindleton High - Heimweg
Draussen auf dem Weg geht Artjom mit den Händen in den Taschen neben ihr her. "Gehts dir gut?" fragt er schliesslich. Das lezte Gespräch war nicht sonderlich erfreulich aber trotzdem ist sie hier.
"Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen durch." Nouki vergräbt ebenfalls ihre Hände in den Taschen der Jacke, die sie über dem Pilzkostüm trägt. Es hat aufgefrischt und das Kleidchen was sie trägt ist kurz. Sie atmet tief durch. "Das ist oft so nach einem Auftritt..wahrscheinlich die Nachwirkungen vom Lampenfieber."
Ist es besser das Gespräch doch auf neutralem Boden zu belassen? Ihr Puls beschleunigt sich, während sie abwägt, dann fasst sie sich ein Herz. "Ich hab mit Tani geredet." Sie hält den Kopf gesenkt, mit Blick auf den Asphalt und studiert die kleinen weißen Einschlüsse darin, während sie weiter laufen.
Der hochgewachsene Junge lässt sich nichts anmerken. Weder von aussen noch an der Stimme. Natürlich hat sie das. Er könnte sie jetzt fragen was sie gesagt hat, aber das interessiert ihn gar nicht wirklich. "Tut mir sehr Leid wie das gelaufen ist. Kann ich was tun?" Artjom ist der Meinung genug gesagt zu haben. Er sagte ihr das sie es war die ihn hängen lies, das sie die Lügnerin war und sich zu wiederholen und darauf zu beharren wäre nur verdächtig.
"Ist schon okay soweit. Niemand muss irgendwas tun. Wir haben uns ausgesprochen und damit gut. Wir sind Freundinnen, wäre traurig wenn wir das nicht hin bekommen würden." Sie gehen schweigend weiter. "Ich möchte auch nicht mehr, dass das bei uns Thema ist, geht das klar für dich?" Sie will gar nicht mehr nachdenken darüber, was er vorhin sonst noch behauptet hat. Wenn dann wird das mal Gesprächsstoff zwischen Tani und ihr...wenn!
"Ist mir auch lieber." antwortet Artjom mit einem Hauch Betrübtheit in der Stimme. Als hätte er wirklich schlechte Erfahrung mit Tania gemacht. Für den Fall der Fälle hat er genug gegen die Rothaarige in der Hand. Besser haben als brauchen. Er lächelt Nouki mit seiner üblichen freundlich-charmanten Art an, nimmt die Hand aus der Tasche und öffnet sie damit sie ihre in seine legt.
Es ist nur ein winzig kleiner Augenblick den Nouki zögert, dann ergreift sie die angebotene Hand. Es fühlt sich richtig an und gleichzeitig überkommt sie das Gefühl, einen Pakt geschlossen zu haben. Ist das gut oder eher seltsam? Sie schiebt es beiseite und lächelt zurück. "Du wolltest mir doch noch erzählen was hinter deinem Kostüm steckt." sagt sie im weiter schlendern und zupft kurz an seinem Ärmel.
„Wollt ich.“ wiederholt er lächelnd und hält nachdenklich die gewirbelte Nase in die Luft. „Weisst du, ich war mal bunt. Hatte jede Farbe des Regenbogens.“ sagt er mit Sehnsucht in der Stimme. „Ich habe in einer Holzkiste gelebt, ich war The Laughing Jack in a Box. Und das Weihnachtsgeschenk von einem ganz….. besonderen Jungen.“ er zeigt grinsend seine Zähne und wendet den Kopf langsam Nouki zu, was gewollt ein wenig irre wirkt.
Artjom muss lachen, dann wird er wieder ernst. „Wir waren beste Freunde. Er war mein einzige Freund und ich seiner. Sein Name war Isaac…. Wir haben gespielt, jeden Tag, wir haben uns Geschichten erzählt und sind lang aufgeblieben unter der Decke… er war zuvor ein so einsames Kind gewesen, aber mit mir war er nicht mehr einsam.“ Artjom schauspielert eine bestimmte Tragik in die Stimme, als wäre die Erinnerung an den Jungen sehr traurig und auch irgendwie schön, aber vor allem traurig.
Fasziniert lauscht Nouki seiner Stimme. Sie könnte ihm stundenlang zuhören, alles wird lebendig durch die Nuancen und Klangfarben, die er leicht und geradezu spielerisch in die Erzählung einflicht. Lächelnd drückt sie seine Hand und ist gespannt auf die Fortsetzung.
„Was ist passiert, sag schon.“ lacht sie ungeduldig und zappelt ein bisschen mit den verschränkten Händen herum.
Artjom lächelt kurz, weil er sich freut dass sie offensichtlich Freude an der Erzählweise hat. Er schluckt das Lächeln herunter und überlegt kurz, die Augen nach vorn. "Wir haben gespielt, im Garten.... Wir waren Piraten und schipperten mit unserem Schiff durch die Meere. Isaac war der Kapitän und ich sein erster Mat. Da tauchte diese Landratte auf und er zeigte mit seinem Säbel auf sie und befahl sie zu ergreifen. Das tat ich." Artjom streckt einen Arm aus und tut als würde er etwas an sich nehmen. "Es war die Nachbarskatze, aber für uns war es eine elende Landratte... Sie wollte fliehen, doch der Kapitän sagte, ich dürfe sie nicht entkommen lassen. Das hab ich auch nicht." Eine Kunstpause einlegend, überlegt er seine nächsten Worte. "... dann fiel sie tot und verrenkt zu Boden..." Artjom blinzelt und sieht dann Nouki an als wisse er bis heute nicht wie das passiert ist, zeigte aber auch keine Reue. Es war als wäre eine Glasflasche versehentlich zerbrochen. "Nur eine Geschichte, ok?" sagt er dann und lächelt verlegen bevor er wieder in die Rolle des Laughing Jack schlüpft. "Isaac hat gelacht und gemeint, Katzen haben also doch keine sieben Leben und ich sagte zu ihm, seine Mom wird bestimmt wütend sein wenn sie das sieht. Das sah er ein und hat die Katze über den Zaun zurück in deren Garten geworfen."
Jaa..aa, nur eine Geschichte. Nouki schneidet eine zweifelnde Grimasse, als Artjom das sagt, ihre Augen lächeln aber dabei. Er erzählt einfach spannend, auch wenn sie schon zu wissen glaubt, auf welch dunkle Pfade die Geschichte führen wird. "Ihr habt weiter..gespielt?" fragt sie 'Laughing Jack', nicht Artjom.
Jack schüttelt den Kopf. "Sie haben es gesehen und Isaac die ganze Schuld gegeben. Also wurde er auf ein Internat geschickt. Ich wurde wieder in die Box gesperrt und blieb dort dreizehn Jahre..." Er seufzt. "In dieser Zeit, einsam und allein in der Holzkiste, sind alle meine Farben verblasst." Er zeigt auf sein Schwarz-weisses Kostüm.
Das nachfolgende erzählt Artjom nicht alias Jack. Er legt einen Arm um Nouki und sagt, "Das ist eine der bekanntesten Creepypastas im Netz. Nach den 13 Jahren kam Isaac wieder nach Hause. Sein Vater hatte seine Mutter umgebracht weil er ein Säufer war und wurde dafür gehängt. Isaac war jetzt ein junger Mann und er fand Jack auf dem Dachboden in seiner Kiste. Er erinnerte sich kaum, wusste aber, dass Jack sein Freund als Kind war, auch wenn all die Abenteuer nur Kindheitsfantasien waren. Er setzte Jack in eine Ecke und vergaß ihn. Jack jedoch beobachtete von seinem Platz aus Isaac. Wie er wunder schöne Frauen nach Hause brachte, und furchtbares mit ihnen anstellte. Jack sah schweigend zu, aber in seinem inneren lachte er. Er wuchs an den bösen Taten von Isaac, bis er wieder die Kraft hatte sich zu bewegen auch ohne dass Isaac es sich vorstellen musste. Voller angst erstarrte Isaac als er Jack auf sich zu kommen sah. Er war immer viel grösser als er gewesen, und er schrie als Jack ihn mit seinen langen windigen Armen umschlang wie die Nachbarskatze damals. Und Jack lachte, während Isaac nicht verstand. Er dachte, er habe sich das alles doch nur ausgedacht. Er hat damals die Katze getötet und musste im Internat dafür Büsen und... Aber es war Jack. Jack war echt. Und Jack war böse. Jacks Unschuld verblich genau so wie seine Farben und... naja." Artjom will wirklich nicht so genau ins Detail gehen, denn es ist schon fast ein Splatter. "Er hat Isaac umgebracht. Jack sitzt bis heute in seiner Kiste, Blut bespritzt, in Gewahrsam der Asservatenkammer der Polizei als Beweismittel und wartet darauf, dass er einen neuen Freund kennenlernt..." Das Ende hat er grade erfunden, aber das macht nichts. Windenburg ist schon in Sicht.
Nouki mag die Art wie er den Arm um sie legt. Es ist fast wie selbstverständlich und wieder fühlt es sich an, als ob es einfach so gehört und richtig ist. Als der Weg zu ihrem Haus in Sicht kommt drosselt sie das Gehtempo etwas. „Das ist eine faszinierende story, danke dass du sie mir erzählt hast.. bin mir nur nicht sicher ob ich tatsächlich hier im Dunkeln mit dir herumschlendern sollte, laughing Jack-Artjom.“ Sie grinst und schmiegt sich an seine Schulter. „Aber no risk no fun ist das Motto beim Klettern.“
Sie biegen auf den Kiesweg ab, auf dem Nouki meistens los joggt. „Hier starte ich, wenn ich Richtung Willow Creek laufe. Jetzt lernst du mal das andere Ende kennen.“ schmunzelt sie.
Artjom sieht sich um. Das Haus und die Nachbargebäude liegen im Schatten. Die Büsche sind im Wind wabernde schwarze Löcher und irgendwo quietscht fein ein Gartentor. "Schöne Gegend." sagt er und lächelt Nouki an. "Aber nicht so schön wie du.."
Was?! Bubumm, bubumm, bubumm..Herzschlagstakkato. Nouki stupst ihn sachte mit dem Ellbogen in die Seite.“Mach keine Witze mit mir.“ Ihre Stimme klingt leicht gepresst, weil sie vor Aufregung ganz flach atmet. Sie wirft ihm einen Seitenblick zu, muss aber doch schmunzeln.
„Das ist kein Witz.“ antwortet er mit einer Mischung aus ernst und angenehmer Ruhe in der Stimme. Er stellt sich vor sie. Tani sagte Nouki mag ihn und er mag sie. Sie schenkt ihm ein gutes Gefühl. Worauf also warten? Er sieht sie an, die zarten Lippen, die grossen grünen Augen die unter dem Hut zu ihm aufsehen, die kleine niedliche Nase. „Darf ich dich küssen?“
Statt einer Antwort, nimmt Nouki den Hut ab und nähert sich ihm. Sie wagt kaum zu atmen. Artjom ist um einiges größer als sie selbst. Ihr Blick gleitet über die feine Narbe an seinem Kinn, wandert nach oben und verliert sich in seinen blauen Augen, während sie den Kopf dabei in den Nacken neigt. "Jetzt schon." antwortet sie leise lächelnd.
Artjoms Gesichtsausdruck ist zufrieden. Besser kann man ihn nicht beschreiben als er sich ihr langsam nähert. Sein Herz klopft stark und wenn Nouki ihre Hand auf seine Brust legen würde, würde sie es fühlen, aber anmerken lässt er sich nichts. Er ist gern der Held. Die Person zu der man aufsieht. Die Person die man bewundert, auf welche Art auch immer, sei es Dank wenn er wieder mal zusätzliche Aufgaben übernimmt, oder Lob wenn er ein guter Zuhörer war, oder auch wenn einfach nur seine Art beeindruckt. Nouki macht ihn... nicht direkt nervös aber er möchte alles dafür tun, dass sie bleibt. Kurz bevor er die Distanz zwischen ihnen auflöst, schließt er die Augen und ihre Lippen berühren sich. Erst ganz sanft, und er genießt den Stromstoß den der Kuss auslöst bevor er die Hand kurz sacht an ihre Wange legt und lächelnd ablässt ohne sie aus den Augen zu lassen. Ein wenig neugierig sieht er sie an um zu sehen wie sie darauf reagiert.
Weich und ein wenig sehnsuchtsvoll schmiegt Nouki sich an ihn und lässt bei der Berührung seiner Lippen den Hut aus der Hand gleiten, um locker ihre Arme um seine Körpermitte zu legen. Sie lässt sich einfach fallen in den Augenblick, die sanfte, prickelnde Berührung ihrer Lippen und Artjoms aufregende Nähe. Mit etwas wackeligen Knien und wild pochendem Herzen lächelt sie zu ihm auf, als er sie anschaut. Ihr liegen Worte auf der Zunge, die sich sofort wieder verflüchtigen, in ihrem Kopf verfliegen, sich zu Neuen formen und sofort wieder weiter trudeln, wie Schmetterlinge im Liebesreigen. Die Intensität des Augenblicks raubt ihr beinahe den Atem. Statt etwas zu sagen, nimmt sie seine Hand von ihrer Wange, haucht einen Kuss auf die Innenfläche und stellt sich auf die Zehenspitzen um ihm ihre Lippen erneut zum Kuss zu bieten.
(In Zusammenarbeit mit @Simscat2)