Forum Discussion
3 years ago
Ort: Brindleton Bay Nr.7 und 8
Charaktere: Maryama, Kvothe
Geschichtsstrang: Der Vagabund 3- Im Eise des Gefechts
Ka'Vothee betrachtet den wolkenfreien Sternenhimmel. Es ist nun schon eine Weile her, dass er in Brindelton Bay sein Zelt aufgeschlagen hat. Je mehr Tage vergehen, desto wohler fühlt er sich an diesem Ort. Das Volk der Sims scheint ein recht offenes zu sein. Hat man ihn in manchen anderen Ländern vor Skepsis nicht aus den Augen gelassen - oder sogar schon verjagt - ist ihm hier noch niemand unfreundlich begegnet. Ganz im Gegenteil. Neugierde und Gastfreundschaft ist es, was ihm hier entgegen gebracht wird.
Eine Sternschnuppe blitzt auf und erlischt nur eine Sekunde später. Ein liebevolles Schmunzeln gleitet ebenso vergänglich über das Gesicht des Reisenden. Der alte Gymetë konnte Sternschnuppen befehligen - zumindest hatte er das stets behauptet. Und die Kinder glaubten ihm. Es erschien ihnen logisch - immerhin war der alte Mann ein ausgebildeter Arkanist und nach ihrer objektiven Einschätzung musste er mindestens eine Million Jahre alt gewesen sein. Da sollte man inzwischen gelernt haben, die Sterne zu befehligen. An dem Abend, als sie das letzte Mal zusammen saßen, hatte er drei Sterne schnuppen lassen. Für jedes Kind einen.
Ka'Vothee seufzt. Das alles ist so viele Jahre her, dass es sich anfühlt, als sei es ein anderes Leben gewesen. Und gewissermaßen war es das auch. Damals war er ein Kind. Unbeschwert und sorgenfrei. Er wusste nicht, was es bedeutet zu hungern, zu frieren oder vor Schmerz nicht schlafen zu können - sei er nun körperlich oder geistig. All das hatte er selbst lernen müssen. Rückblickend hat er sich ganz gut geschlagen, findet er.
Ein Geräusch hinter ihm reißt ihn aus den Gedanken. Bast steht am Rande des Sees und lässt sich von den Fischen animieren. Aufgeregt tapst er hin und her, gibt kurze, verschluckte Laute von sich und wedelt so heftig mit dem Schwa nz, dass er regelrecht durch die Luft peitscht.
Der Rothaarige steht auf und gesellt sich dazu.
"Parësc miraon, Bast galduvië?"
Sein vierbeiniger Freund reagiert nicht auf die freundlichen Worte.
"Iësc.", nickt der junge Mann und zieht sich die Schuhe aus. Mit dem Zeh stippt er in den See, nur um ihn gleich wieder heraus zu ziehen. Das Jahr geht auf den Winter zu, dementsprechend kalt ist das Wasser. Doch Ka'Vothee hat einen Entschluss gefasst. In aller Ruhe zieht er Stück für Stück jegliche Kleidung aus, legt sie ins Zelt und steht schließlich völlig unbekleidet neben seinem Gefährten. Mit einem tiefen Atemzug und großen Schritten landet er im See.
Nun ist auch der Pitbull nicht mehr zu halten. Mit einem Satz landet er im Wasser.
Es ist eine dieser klaren Nächte, die schon den Winter in sich tragen, aber die Landschaft verströmt noch herbstliche Eindrücke und Gerüche. Maryama hat sich warm eingepackt und macht sich bereit für einen Nachtspaziergang. Browneye kuschelt mit Marga auf dem Sofa und ist nicht zu motivieren, was aber nicht verwundert, er hat sich den ganzen Tag auf dem Gartengrundstück ausgetobt, als sie mit Ben die neuen Beete weiter angelegt hat. Sie verabschiedet sich von den beiden und schlägt den Weg Richtung Wasserfälle ein, als sie durch das dichte Gebüsch Richtung Nachbargrundstück einen hellen Schimmer wahr zu nehmen glaubt. Das war doch die Tage schon mal so... Durch Margas Aufenthalt bei ihr, verbringt sie mehr Abende im Haus bei Tee und Gesprächen, daher ist das wieder in Vergessenheit geraten. Spontan schlägt sie sich durch die Büsche. Ein Zelt? Und eine verlassene Feuerstelle? Neugierig geworden nähert sie sich der Behausung, in Erwartung einen oder eine Seelenverwandte zu entdecken, aber es ist niemand zu sehen. Mit ein klein wenig schlechtem Gewissen spitzelt sie in das Zelt. Leer. Bis auf einen Stapel sorgfältig gefalteter Kleidung. Eine komplette Montur. Sie dreht sich um. Die Feuerstelle ist heruntergebrannt, nur noch ein bisschen Glut übrig. Plätschert da etwas? Maryama geht in Richtung Gewässer. Ja, es ist ein leichtes Plätschern zu vernehmen. Sie glaubt in der Dunkelheit einen Schemen zu erkennen.
Ein Sim? Im Wasser?? Sie fröstelt unter ihrer warmen Kleidung. Da wird doch niemand bad...Moment. Ein Riesenschreck fährt ihr durch die Glieder. Bei diesen eisigen Temperaturen badet niemand einfach so...und die sorgfältig gefaltete Kleidung im Zelt! Sagt man das nicht von lebensmüden Sims? Dass sie das so machen bevor.. Keine Zeit zum überlegen! Maryama reisst sich in Windeseile die meiste Kleidung vom Leib und stürzt sich mit lautem Plätschern ins Nass. Die Kälte raubt ihr für einen Moment den Atem, aber sie ignoriert das. Ihr Schwimmabzeichen macht sich bezahlt, auch nach all den Jahren. Im Eiltempo krault sie auf den Schemen zu und erkennt einen Sim. Der Kopf ist noch über Wasser, also ist sie noch nicht zu spät. Dem Himmel sei Dank. Mit einem letzten energischen Schub erreicht sie den Schwimmer, legt ihm von hinten die Arme um den Körper, bringt die Arme in den Rettungsgriff und keucht: " Keine Angst, ich bin Rettungsschwimmerin. Ich bring dich an Land. Alles ist gut. Keine Angst, alles ist gut, wir schaffen das." Wer weiß wie lang er oder sie schon im Wasser ist. Die Zeit drängt. Neben sich hört sie noch ein anderes unregelmäßiges Plätschern und einen fiependen Laut. Hat er seinen Hund etwa mit in die Kalte Flut genommen?
Kvothe wird von dem festen Griff unter seinem Kinn regelrecht überrascht. 'Was zum ...' Die Rettungsaktion geht so vehement vonstatten, dass er kaum Zeit hat zu reagieren. Mit umherfuchtelnden Armen hat er keine andere Wahl, als sich an Land ziehen zu lassen. In den wenigen Sekunden hetzen verschiedene Szenarien durch seinen Kopf - vielleicht hat doch jemand etwas dagegen, dass er sein Zelt hier aufgeschlagen hat und will ihn jetzt einschüchtern. Oder ... Nein, das ist nicht möglich. Die Chandrian sind vernichtet. Sein Herz beginnt schneller in der Brust zu schlagen. Wenn nun doch einer übrig geblieben ist? Immerhin hat er den Angriff auf die Edemaru ebenfalls überlebt.
Innerlich bereitet er sich auf einen schwierigen Kampf vor. Er muss nur warten, bis er Land unter sich spürt, dann wird er das Blatt überraschend wenden.
Indessen scheint auch der Pitbull verwundert. Schnaufend keucht er den Zweibeinern hinterher und erreicht das Ufer beinahe zeitgleich mit ihnen.
Er schüttelt das Wasser aus dem Fell und beginnt sofort energisch zu bellen. Mit einem Satz steht er plötzlich vor Maryama und knurrt sie kampfbereit an.
Der Rothaarige springt ebenfalls auf - durch die einziehende Kälte ist er allerdings nicht ganz so wendig, wie gewohnt. Dennoch hilft ihm der Überraschungseffekt. Die junge Frau rechnet nicht mit der plötzlichen Gegenwehr und Kvothe gelingt es, sich seitlich vom Boden abzustützen und sich selbst mitsamt der vermeintlichen Retterin herumzudrehen. Nun liegt sie am Boden - leicht bekleidet und durchnässt - während er nackt über ihr kniet und sie, zwar mit etwas Mühe, aber dennoch erfolgreich am Boden hält.
"Wer bist du?", fragt er, ihre großen Augen fixierend.
Mit annähernd letzter Kraft schleppt Maryama den durchnässten Mann an Land. Ihr ist eisig kalt, aus ihrem dichten Haarschopf trieft das Wasser auf ihn herunter und der Hund macht die Lage nicht besser. Ehe sie einschätzen kann, ob sie erste Hilfe leisten muss, wird sie herumgewirbelt und findet sich mit Blick in wütend funkelnde Augen und mit starken Händen an den kalten Boden gepresst wieder, während der Vierbeiner an den wenigen Stofffetzen, die ihr am Körper kleben herumzergelt. Was passiert hier? Bilder von dem Abend an dem Terence in ihr Zelt eingedrungen ist flashen durch ihr Gehirn und pumpen Adrenalin in ihre Adern. Aber je verzweifelter sie versucht los zu kommen, desto fester wird der Schraubstock um ihre Handgelenke. "Ma...Ma...maryama...ich wollte nur hell...ffe..nnnn." bringt sie schließlich heraus, weil ihre Kiefer vor Kälte auf und nieder schlagen. Mit verängstigtem Blick starrt sie zurück.
"Helfen?", fragt der Mann irritiert, lockert weder den Griff, noch den Blick.
"Jaa.aaa..aaa, heeelllffee...nn." Maryama bringt kaum ein zusammenhängendes Wort über die Lippen, so bibbert sie. "Ich daa..aachhtee duerrr..trrrinkst." schnattert sie und schielt kurz zum Hund, der mittlerweile nicht mehr an ihr zerrt, aber nach wie vor ein grollendes Knurren von sich gibt. Langsam dämmert ihr etwas, aber ihr Gehirn arbeitet extrem langsam. Ist das alles ein gewaltiger Irrtum und der Typ war gar nicht am ertrinken? Sie reißt die Augen auf bei der Erkenntnis. "Ennntschuuldige." Hoffentlich lässt der endlich los. Sie will nicht unbedingt dass er gleich Sternchen sieht, weil sie ihm ihr Knie wohin rammen muss, aber wenn es nicht anders geht..
Sein Griff lockert sich. Das Gesicht wird weicher und Kvothe setzt sich neben sie.
Einen kurzen Moment schaut er sie unglücklich an, dann steht er auf, verschwindet im Zelt und kommt mit einer dicken Decke zurück. Noch immer unbekleidet geht er neben ihr in die Hocke, schiebt eine Hand in ihren Rücken und stemmt ihren Oberkörper auf. Die Decke legt er von hinten um sie, geht dann zur Feuerstelle und wirft einen neuen Scheit in die Glut. Mit einem dicken Ast lockert er alles auf und das Feuer schlägt wieder leichte Flammen. Dann geht er zu ihr herüber und reicht ihr eine Hand, um ihr beim Aufstehen zu helfen.
"Mit Feuer sitzen bitte.", sagt er leise und bemerkt nicht, dass er selbst völlig ausgekühlt ist.
Maryama zittert wie Espenlaub, das ist aber die einzige Bewegung die ihr vor Kälte steifer Körper ihr erlaubt, obwohl der Typ sie endlich frei gibt, sich neben sie setzt und dann in seinem Zelt verschwindet. Langsam dringt in ihr Bewusstsein, dass er immer noch vollständig nackt ist und sie selbst beinahe auch. Aber das ist ihr kleinstes Problem. Sie kneift vor Anstrengung die Augen zusammen und kämpft Leben in die steifen Glieder, bewegt Arme und Beine, die sich anfühlen als gehörten sie nicht zu ihr. Plötzlich spürt sie eine Hand in ihrem Rücken, kommt hoch und wird tröstlich von einer Decke umhüllt. Noch nie in ihrem Leben war sie so dankbar für ein Stückchen Stoff. Sie schlingt sie eng um sich und beobachtet, wie der junge Mann das Lagerfeuer wieder entfacht. Gesegnet sei wer auch immer die Entstehung von Funken erschaffen hat und alle daraus resultierenden Wärmewirkungen. Sie versucht hoch zu kommen, aber die Kraft in den Armen reicht noch nicht aus, der Ellbogen knickt weg. Im selben Moment wird ihr eine Hand entgegengestreckt, die sie dankbar ergreift. Wackelig steht sie für einen Augenblick still und geht, immer noch zitternd, mit ihm untergehakt ans Feuer. Die lebensspendende Wärme bringt nicht nur Vitalität in ihre Adern zurück, auch ihr Gehirn kommt wieder in die Gänge. Erschrocken schaut sie ihn an. Er muss doch auch völlig unterkühlt sein, merkt er das gar nicht? Sie streckt einen Arm unter ihrer Decke heraus und zeigt auf ihn. "Ist dir nicht kalt? Zieh dir was an. Du wirst krank sonst." Seine Nacktheit ist nichts weswegen sie peinlich berührt sein müsste. Im Ashram hat sie mit Chris Seminare mitgemacht, bei denen alle Teilnehmer nackt waren, das beunruhigt sie nicht. Es gab diesen kurzen Augenblick vorhin, als er so bedrohlich über ihr kniete, da war Terence und die Gefahr präsent, aber jetzt macht sie sich nur Sorgen um seine Gesundheit.
Als hätte sie ein Signal gegeben, wirft der junge Mann den Kopf hinter sich.
"Bast.", ruft er energisch. Der Vierbeiner war ebenfalls im kalten Wasser. Er trägt zwar ein dichtes Fell, aber wenn die Unterwolle durchtränkt ist, muss auch er dringend aufgewärmt werden. Der Rothaarige läuft zum Tier und prüft dessen Nase. Zu leise, als dass die Retterin Worte erkennen könnte, spricht er mit ihm und führt ihn dann zum Feuer.
Erst danach, kriecht er wieder ins Zelt, bleibt kurz verschwunden und kommt bekleidet wieder heraus. In den Händen hält er Maryamas Kleidung, eine Flasche und eine weitere Decke.
Die Kleidung hält er für einen Moment ausgebreitet in die vom Feuer gewärmte Luft und reicht sie anschließend der Besitzerin.
Die Decke legt er sich so um die Schultern, dass ein Teil auf dem Boden neben seinen Füßen für den Hund frei bleibt. Bast versteht und nimmt die Einladung sogleich an.
Schließlich greift der Rothaarige zur Flasche. Sie ist gefüllt mit klarem Wasser. Aus der Hosentasche zieht der Mann einen kleinen Beutel, öffnet ihn und mit den Fingern entnimmt er eine großzügige Prise roten Gewürzes, das er vorsichtig in die Flasche streut, sie verschließt und schüttelt.
Am Hals festhaltend, dreht und wendet er das Gemisch über dem Feuer. Nachdem das Wasser erwärmt ist, öffnet er die Flasche, schüttet einen Schluck in seine rundgeformte Hand und hält sie Bast zum Trinken vor die Nase. Ohne zu zögern, nimmt der Hund das Gebräu an und schleckt sich das Maul.
Nun hält der Fremde die Flasche zu seinem Gast herüber und fordert mit freundlicher Mine zum Trinken auf.
Erleichtert nimmt Maryama ihre Kleidung entgegen und geht, immer noch in die Decke gehüllt, ein paar Schritte vom Feuer weg um sich anzuziehen. Zuerst entledigt sie sich der klammen, nassen Unterwäsche, dann werkelt sie sich mit ungelenken Fingern in ihre restlichen Kleider. Das Feuer hat sie gewärmt, aber die Finger und Zehen sind noch kalt und unbeweglich. Als sie zum Feuer zurückkehrt, ist ihre neue Bekanntschaft gerade dabei in einer Flasche eine Mixtur herzustellen. Maryama legt die nasse Unterwäsche auf einen der großen Steine am Rand des Feuers, damit sie trocknen kann und setzt sich wieder. Interessiert verfolgt sie die Vorgänge. Ist das Chilliepulver? Zum innerlichen Aufwärmen? Oh...wohl kaum, so wie der Hund sich gelassen die Nase leckt nach dem trinken. Sicher hat es aber mit wärmen zu tun, der Vierbeiner war auch in dem eisigen Gewässer. Es ist wohl nicht nur für Tiere geeignet, denkt sie überrascht, als sie selbst das Getränk angeboten bekommt. Wenn er es seinem treuen Begleiter einflößt, ist es auf keinen Fall giftig, eher im Gegenteil. Lächelnd nimmt sie die dargebotene Flasche und trinkt beherzt. Wie flüssige Lava breitet sich erst glühende Hitze in ihrer Brust aus, verwandelt sich aber dann in eine wohlig warme Welle, die vom Kopf bis in alle Glieder dringt. "Danke, das ist wundervoll." Sie spürt wie ihre Finger ihr wieder gehorchen und reicht die Flasche mit festem Griff zurück. "Ich fühle mich wie neugeboren." Sie lächelt. "Was ist das?"
"Das ist Ysc'Oëld." , antwortet er und spricht den Namen betont deutlich aus. Kurz überlegend schaut er Richtung Himmel, bevor er fortfährt: "Pflanze aus mein Heimat. Medizin."
'Jießoild' wiederholt Maryama fasziniert in Gedanken und will gerade weiter fragen, wo die Heimat denn liegt, als ihr einfällt, dass es wohl an der Zeit ist, sich erstmal vor zu stellen.
Mit einem verlegenen Lächeln sagt sie:" Also..ich bin Maryama. Ich wohne da drüben." Sie dreht sich um und weist Richtung Häuschen, das durch das dichte Gebüsch nicht zu sehen ist. "Wir sind Nachbarn." Sie sieht ihn offen an. "Und wer bist du? " Mit Blick und einem sachten Kopfnicken zum Hund, der jetzt ganz entspannt am Feuer liegt und nur die Ohren spitzt. "Und er?"
Sein Blick folgt ihrer Geste. Dem Reisenden war bisher nicht aufgefallen, dass hinter diesen Büschen ein Haus liegt. Wenn er Kräuter und Beeren sammelt, geht er meist in den kleinen Wald - dort wird er immer fündig. Auch am Fluss war er schon einige Male. Allerdings muss er zugeben, dass er sich in der Umgebung noch nicht viel umgesehen hat. Bisher hat sein Umfeld genügt und nachdem er lange unterwegs war bevor er Brindelton Bay erreichte, genießt er es, nicht jeden Tag wandern zu müssen.
"Ich bin Kvothe." Er legt eine Hand auf sein Herz und beugt sich leicht vor. Dann deutet er auf den Hund. "Das ist Bast."
"Hallo Kvothe...hallo Bast." Maryama wiederholt seine Geste und streckt lächelnd die Beine gen Feuer.
Der Rothaarige sieht nachdenklich ins Feuer, öffnet kurz den Mund, als wolle er etwas sagen, schüttelt dann aber den Kopf und schweigt. Seine Augenbrauen ziehen sich tief ins Gesicht und schließlich beginnt er: "Es tut mir Leid. Sehr. Ich war ...", er sucht nach dem richtigen Wort, "Schrecken?" Fragend sieht er sie nun an.
Als ob er etwas dafür könnte. Maryama schüttelt die nassen Locken, das die Tropfen zischend auf den heißen Steinen rund ums Feuer verdampfen. "Du hast mich erschreckt, aber ICH.." Sie zeigt auf sich selbst. "..hab dich zuerst erschreckt. Mir tut es auch leid." Sie senkt den Kopf ein wenig verlegen. "Ich hab gedacht du willst..du willst dich umbringen." fügt sie etwas kleinlaut an und unterstreicht den Satz mit einer raschen Bewegung ihrer Handkante über den Kehlkopf. Sie ist sich nicht sicher wie gut er sie versteht, will aber auch nicht anfangen in gebrochenem Simlish zu sprechen. Ihre Gedanke und die Rettungsaktion kommen ihr jetzt reichlich überzogen vor.
Kvothe starrt sie überrascht an. Dann schüttelt er lange den Kopf.
"Nein. Das ... nein." Klangvoll atmet er aus und muss ein wenig schmunzeln.
"Danke.", lächelt er warm.
Sein Lächeln beruhigt Maryama. Sie stützt den Kopf in die Hände und muss jetzt doch lachen. "Gerne. Ich hab dich gerne 'gerettet'. Aber im Ernst, warum bist du geschwommen? Sport? Tradition?" Sie unterstreicht ihre Fragen gestenreich.
Belustigt kratzt der junge Mann sich am Kopf.
"Das war nur ... Idee. Kalt Wasser ist gesund. Wenn ich war Kind, ich habe gemacht jede ..." Wieder überlegt er. jedes? Jeder? Jeden? "... alle Jahr."
"Ah, okay." Maryama nickt. Das ist ihr nicht fremd auch wenn sie selbst es nicht ganz so eisig mag. "Jedes Jahr? Jeden Winter? Ich mag auch kaltes Wasser zum schwimmen, aber nicht SO kalt." Sie lacht. "Wo kommst du her Kvothe? Aus welchem Land?"
"Jedes Jahr.", wiederholt er konzentriert. Das Jahr - jedes Jahr.
"Ich komme von Imre.", erzählt er dann. "Das ist sehr weit weg." Mit der Hand macht er eine ausschweifende Geste. Da die junge Frau ihn interessiert ansieht, will er versuchen, mehr zu erzählen. Seine Sprachkenntnisse sind, seiner Meinung nach, noch immer bescheiden, aber dank Hannahs Unterstützung hat er schon Einiges dazu gelernt.
"Imre ist eins Ort in Commonwealth. Das große Stadt heißt Tarbean und Imre ist sehr nah. Dort ich war ... gelebt mehr Jahre. Darum ich sage, ich komme von Imre. Aber Heimat ist ganzes Commonwealth. Ich bin Edema Ruh. Das ist Familie und Freunde ...", überlegend reibt er sich die Stirn, "... wir wohnen nicht in Haus. Wir gehen in ganzes Land. Immer weiter. Das ist Edema Ruh. Das mache ich."
„Ah, du lebst eine Art Nomadenleben, das gefällt mir.“ Sie schmunzelt. „Die ganze Welt ist dein Zuhause.“ Ihre Füße beginnen zu kribbeln, ein Zeichen dass auch dort wieder Leben einkehrt. „Ich habe ein kleines Häuschen, aber schlafe lieber im Zelt. Es erinnert mich ans Reisen.“ erzählt sie lächelnd. „Du..ihr dürft uns gerne mal besuchen kommen, vielleicht freut sich Bast über Gesellschaft, ich hab auch einen Hund, er heisst Browneye.“ Der Pitbull hebt den Kopf von den Pfoten, als er seinen Namen aus Maryamas Mund vernimmt und legt den Kopf etwas schief. „Siehst du, er versteht.“ lacht sie.
"Ja, er ist sehr schlau." Kvothe schaut zu seinem Begleiter herunter. In seinen Augen funkelt es kurz auf.
Mit nachdenklicher Mine sucht er dann Maryamas Blick. "Was bedeutet ...", wie hatte sie es gesagt? "... Geselbschaf?"
Lächelnd blickt Maryama ihn an. "Das heißt, nicht allein sein, zusammen sein und sich wohl fühlen...zumindest im Idealfall." Sie zeigt zwischen Kvothe und sich hin und her. "Du bist gerade meine Gesellschaft und ich deine..und Browney ist dann Basts Gesellschaft, wenn ihr uns besuchen kommt." Während sie den Ausdruck immer wieder benutzt, beginnt er sich fremd an zu fühlen. Ein Phänomen, dass sie gut kennt. Als Kind hat sie oft solange ein Wort vor sich hin gesprochen, bis es nur noch Laute waren und jegliche Bedeutung verlor. Das hatte sie fasziniert und jetzt überkommt sie ein Hauch dieses Gefühls von damals. Außerdem fällt ihr wieder mal auf, wie trickreich die simlische Sprache ist. Gesellschaft bedeutet ja auch, DIE Gesellschaft, also die Gesamtheit der Sims im Allgemeinen..und das wäre dann'die Gesellschaft'...und die hat nichts zu tun mit 'Gesellschaft leisten oder haben'...'leisten'...oder 'eine Gesellschaft geben'..im Sinne von eine Feier veranstalten...oh je..wie passt das jetzt noch in die Erklärung? Ihr wird klar vor was für komplexen Herausforderungen ein Sim steht, wenn er die hiesige Sprache erlernen will. Das führt trotzdem zu weit und sie belässt es bei der ersten Erklärung. "Manchmal möchte man Gesellschaft, manchmal nicht." schmunzelt sie abschließend.
"Darf ich dich noch etwas fragen zu den Pflanzen?" Sie schaut ihr Gegenüber aufmerksam an. "Ich bin neugierig,wissbegierig wenn man so will."
Mit leuchtenden Augen hört der Rothaarige ihr gebannt zu. Vereinzelt wiederholt er flüsternd Worte, die er sich einprägen will.
"Ich bin auch ... neugierig." wissen - gierig "Wiss..be..gierig." Er schenkt ihr ein offenes, klangvolles Lächeln. "Bitte frag."
„Arbeitest du mit Pflanzen?“ Maryama überlegt. „ Ich meine, ist das dein Beruf mit Pflanzen zu arbeiten? Alles über sie zu wissen..sie zu verwenden und all das?“
Was für eine merkwürdige Frage, findet Kvothe. Sicher gibt es Sims, die mit Pflanzen arbeiten. Aber sollte nicht jeder so viel wie möglich über sie wissen? Immerhin sind sie tägliche Begleiter. Sie können nicht nur ernähren, sondern auch Körper und Geist heilen, wärmen und kühlen, reinigen und desinfizieren oder auch jemanden unschädlich machen, wenn es denn nötig ist. In seinem Volk ist das Wissen um dieses Geschenk der Natur lebensnotwendig. Jemanden aufzusuchen, der mit Pflanzen arbeitet erübrigt sich daher für gewöhnlich. Die Ausbildung beginnt schon im frühen Kindesalter, wenn Eltern ihren Sprösslingen erklären, was sie sammeln sollen, wenn es ihnen schlecht geht oder wovon sie lieber die Finger lassen.
"Nein.", beantwortet er schließlich die Frage und legt den Kopf leicht schief. "Warum du ... 'fragen - ich frage, du fragst' fragst das?" Auch Bast schaut zu der neuen Bekanntschaft - seine Ohren sind halb aufgestellt, nur die Spitzen klappen herunter und sein Kopf nimmt den selben Winkel ein, wie der seines zweibeinigen Freundes.
„Ich bin Botanikerin von Beruf und möchte mich näher mit seltenen, vielleicht auch manchmal gefährlichen Pflanzen beschäftigen. Vielleicht könntest du mir manchmal mit deinem Wissen helfen, wenn ich dir welche zeige. Ich möchte sie züchten und verkaufen, in unserem Geschäft.“
Bast legt den Kopf mit einem zufriedenen Raunen wieder auf seinen Pfoten ab und schließt die Augen.
Kvothe hingegen studiert Maryamas Gesicht. Warum will sie gefährliche Pflanzen verkaufen? Bisher machte sie einen friedfertigen Eindruck. Die Energie, die von ihr ausgeht, ist durchweg freundlich und offen. Oder ist sie in der Lage, ihn zu täuschen? Aber warum würde sie dann gänzlich unverholen erzählen, dass sie anderen schaden möchte? Vielleicht gehen die Sims hierzulande anders mit diesen Dingen um, als er es gewohnt ist. Es gibt Länder und Kulturen, in denen es unter bestimmten Umständen nicht strafbar ist, andere zu schädigen oder gar zu töten. Nur hätte er in einem Land wie diesem nicht damit gerechnet.
Schließlich nickt er freundlich, aber zurückhaltend. "Wenn du hast, du zeigst mir. Ich sage, was ich weiß."
Lächelnd nickt Maryama. „Das ist schön. Es ist mir wichtig, so viel wie möglich über eine Pflanze heraus zu finden, damit ich weiß, ich sie wirklich verkaufen kann, oder ob sie vielleicht besser nur bei mir zuhause im Gewächshaus aufgehoben ist.“ Nachdenklich stochert sie mit einem Stock in der Glut herum. „Vielleicht haben wir auch mal Zeit, uns über Pflanzen deiner Heimat zu unterhalten, die es hier nicht gibt. Ich möchte einfach so viel Wissen sammeln wie möglich.“
Der Rothaarige nickt und lächelt sein Gegenüber an. Er freut sich über das Interesse.
Maryama lächelt zurück. Ihr Gegenüber ist ihr sympathisch und die Zukunft verspricht interessante Gespräche. Sie legt den Stock beiseite und streckt sich. "Kvothe, ich werde mal wieder nach Hause gehen, mein Hund und mein Besuch werden mich schon vermissen." Sie steht auf und hebt ihre mittlerweile getrocknete Kleidung auf. "Ich würde mich sehr freuen, wenn du und Bast uns besuchen kommt. Sind ja nur ein paar Meter bis da rüber." Sie weist in Richtung ihres Häuschens. "Dort gibt es auch ganz interessante Pflanzen." schließt sie lächelnd.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )
Charaktere: Maryama, Kvothe
Geschichtsstrang: Der Vagabund 3- Im Eise des Gefechts
Ka'Vothee betrachtet den wolkenfreien Sternenhimmel. Es ist nun schon eine Weile her, dass er in Brindelton Bay sein Zelt aufgeschlagen hat. Je mehr Tage vergehen, desto wohler fühlt er sich an diesem Ort. Das Volk der Sims scheint ein recht offenes zu sein. Hat man ihn in manchen anderen Ländern vor Skepsis nicht aus den Augen gelassen - oder sogar schon verjagt - ist ihm hier noch niemand unfreundlich begegnet. Ganz im Gegenteil. Neugierde und Gastfreundschaft ist es, was ihm hier entgegen gebracht wird.
Eine Sternschnuppe blitzt auf und erlischt nur eine Sekunde später. Ein liebevolles Schmunzeln gleitet ebenso vergänglich über das Gesicht des Reisenden. Der alte Gymetë konnte Sternschnuppen befehligen - zumindest hatte er das stets behauptet. Und die Kinder glaubten ihm. Es erschien ihnen logisch - immerhin war der alte Mann ein ausgebildeter Arkanist und nach ihrer objektiven Einschätzung musste er mindestens eine Million Jahre alt gewesen sein. Da sollte man inzwischen gelernt haben, die Sterne zu befehligen. An dem Abend, als sie das letzte Mal zusammen saßen, hatte er drei Sterne schnuppen lassen. Für jedes Kind einen.
Ka'Vothee seufzt. Das alles ist so viele Jahre her, dass es sich anfühlt, als sei es ein anderes Leben gewesen. Und gewissermaßen war es das auch. Damals war er ein Kind. Unbeschwert und sorgenfrei. Er wusste nicht, was es bedeutet zu hungern, zu frieren oder vor Schmerz nicht schlafen zu können - sei er nun körperlich oder geistig. All das hatte er selbst lernen müssen. Rückblickend hat er sich ganz gut geschlagen, findet er.
Ein Geräusch hinter ihm reißt ihn aus den Gedanken. Bast steht am Rande des Sees und lässt sich von den Fischen animieren. Aufgeregt tapst er hin und her, gibt kurze, verschluckte Laute von sich und wedelt so heftig mit dem Schwa nz, dass er regelrecht durch die Luft peitscht.
Der Rothaarige steht auf und gesellt sich dazu.
"Parësc miraon, Bast galduvië?"
Sein vierbeiniger Freund reagiert nicht auf die freundlichen Worte.
"Iësc.", nickt der junge Mann und zieht sich die Schuhe aus. Mit dem Zeh stippt er in den See, nur um ihn gleich wieder heraus zu ziehen. Das Jahr geht auf den Winter zu, dementsprechend kalt ist das Wasser. Doch Ka'Vothee hat einen Entschluss gefasst. In aller Ruhe zieht er Stück für Stück jegliche Kleidung aus, legt sie ins Zelt und steht schließlich völlig unbekleidet neben seinem Gefährten. Mit einem tiefen Atemzug und großen Schritten landet er im See.
Nun ist auch der Pitbull nicht mehr zu halten. Mit einem Satz landet er im Wasser.
Es ist eine dieser klaren Nächte, die schon den Winter in sich tragen, aber die Landschaft verströmt noch herbstliche Eindrücke und Gerüche. Maryama hat sich warm eingepackt und macht sich bereit für einen Nachtspaziergang. Browneye kuschelt mit Marga auf dem Sofa und ist nicht zu motivieren, was aber nicht verwundert, er hat sich den ganzen Tag auf dem Gartengrundstück ausgetobt, als sie mit Ben die neuen Beete weiter angelegt hat. Sie verabschiedet sich von den beiden und schlägt den Weg Richtung Wasserfälle ein, als sie durch das dichte Gebüsch Richtung Nachbargrundstück einen hellen Schimmer wahr zu nehmen glaubt. Das war doch die Tage schon mal so... Durch Margas Aufenthalt bei ihr, verbringt sie mehr Abende im Haus bei Tee und Gesprächen, daher ist das wieder in Vergessenheit geraten. Spontan schlägt sie sich durch die Büsche. Ein Zelt? Und eine verlassene Feuerstelle? Neugierig geworden nähert sie sich der Behausung, in Erwartung einen oder eine Seelenverwandte zu entdecken, aber es ist niemand zu sehen. Mit ein klein wenig schlechtem Gewissen spitzelt sie in das Zelt. Leer. Bis auf einen Stapel sorgfältig gefalteter Kleidung. Eine komplette Montur. Sie dreht sich um. Die Feuerstelle ist heruntergebrannt, nur noch ein bisschen Glut übrig. Plätschert da etwas? Maryama geht in Richtung Gewässer. Ja, es ist ein leichtes Plätschern zu vernehmen. Sie glaubt in der Dunkelheit einen Schemen zu erkennen.
Ein Sim? Im Wasser?? Sie fröstelt unter ihrer warmen Kleidung. Da wird doch niemand bad...Moment. Ein Riesenschreck fährt ihr durch die Glieder. Bei diesen eisigen Temperaturen badet niemand einfach so...und die sorgfältig gefaltete Kleidung im Zelt! Sagt man das nicht von lebensmüden Sims? Dass sie das so machen bevor.. Keine Zeit zum überlegen! Maryama reisst sich in Windeseile die meiste Kleidung vom Leib und stürzt sich mit lautem Plätschern ins Nass. Die Kälte raubt ihr für einen Moment den Atem, aber sie ignoriert das. Ihr Schwimmabzeichen macht sich bezahlt, auch nach all den Jahren. Im Eiltempo krault sie auf den Schemen zu und erkennt einen Sim. Der Kopf ist noch über Wasser, also ist sie noch nicht zu spät. Dem Himmel sei Dank. Mit einem letzten energischen Schub erreicht sie den Schwimmer, legt ihm von hinten die Arme um den Körper, bringt die Arme in den Rettungsgriff und keucht: " Keine Angst, ich bin Rettungsschwimmerin. Ich bring dich an Land. Alles ist gut. Keine Angst, alles ist gut, wir schaffen das." Wer weiß wie lang er oder sie schon im Wasser ist. Die Zeit drängt. Neben sich hört sie noch ein anderes unregelmäßiges Plätschern und einen fiependen Laut. Hat er seinen Hund etwa mit in die Kalte Flut genommen?
Kvothe wird von dem festen Griff unter seinem Kinn regelrecht überrascht. 'Was zum ...' Die Rettungsaktion geht so vehement vonstatten, dass er kaum Zeit hat zu reagieren. Mit umherfuchtelnden Armen hat er keine andere Wahl, als sich an Land ziehen zu lassen. In den wenigen Sekunden hetzen verschiedene Szenarien durch seinen Kopf - vielleicht hat doch jemand etwas dagegen, dass er sein Zelt hier aufgeschlagen hat und will ihn jetzt einschüchtern. Oder ... Nein, das ist nicht möglich. Die Chandrian sind vernichtet. Sein Herz beginnt schneller in der Brust zu schlagen. Wenn nun doch einer übrig geblieben ist? Immerhin hat er den Angriff auf die Edemaru ebenfalls überlebt.
Innerlich bereitet er sich auf einen schwierigen Kampf vor. Er muss nur warten, bis er Land unter sich spürt, dann wird er das Blatt überraschend wenden.
Indessen scheint auch der Pitbull verwundert. Schnaufend keucht er den Zweibeinern hinterher und erreicht das Ufer beinahe zeitgleich mit ihnen.
Er schüttelt das Wasser aus dem Fell und beginnt sofort energisch zu bellen. Mit einem Satz steht er plötzlich vor Maryama und knurrt sie kampfbereit an.
Der Rothaarige springt ebenfalls auf - durch die einziehende Kälte ist er allerdings nicht ganz so wendig, wie gewohnt. Dennoch hilft ihm der Überraschungseffekt. Die junge Frau rechnet nicht mit der plötzlichen Gegenwehr und Kvothe gelingt es, sich seitlich vom Boden abzustützen und sich selbst mitsamt der vermeintlichen Retterin herumzudrehen. Nun liegt sie am Boden - leicht bekleidet und durchnässt - während er nackt über ihr kniet und sie, zwar mit etwas Mühe, aber dennoch erfolgreich am Boden hält.
"Wer bist du?", fragt er, ihre großen Augen fixierend.
Mit annähernd letzter Kraft schleppt Maryama den durchnässten Mann an Land. Ihr ist eisig kalt, aus ihrem dichten Haarschopf trieft das Wasser auf ihn herunter und der Hund macht die Lage nicht besser. Ehe sie einschätzen kann, ob sie erste Hilfe leisten muss, wird sie herumgewirbelt und findet sich mit Blick in wütend funkelnde Augen und mit starken Händen an den kalten Boden gepresst wieder, während der Vierbeiner an den wenigen Stofffetzen, die ihr am Körper kleben herumzergelt. Was passiert hier? Bilder von dem Abend an dem Terence in ihr Zelt eingedrungen ist flashen durch ihr Gehirn und pumpen Adrenalin in ihre Adern. Aber je verzweifelter sie versucht los zu kommen, desto fester wird der Schraubstock um ihre Handgelenke. "Ma...Ma...maryama...ich wollte nur hell...ffe..nnnn." bringt sie schließlich heraus, weil ihre Kiefer vor Kälte auf und nieder schlagen. Mit verängstigtem Blick starrt sie zurück.
"Helfen?", fragt der Mann irritiert, lockert weder den Griff, noch den Blick.
"Jaa.aaa..aaa, heeelllffee...nn." Maryama bringt kaum ein zusammenhängendes Wort über die Lippen, so bibbert sie. "Ich daa..aachhtee duerrr..trrrinkst." schnattert sie und schielt kurz zum Hund, der mittlerweile nicht mehr an ihr zerrt, aber nach wie vor ein grollendes Knurren von sich gibt. Langsam dämmert ihr etwas, aber ihr Gehirn arbeitet extrem langsam. Ist das alles ein gewaltiger Irrtum und der Typ war gar nicht am ertrinken? Sie reißt die Augen auf bei der Erkenntnis. "Ennntschuuldige." Hoffentlich lässt der endlich los. Sie will nicht unbedingt dass er gleich Sternchen sieht, weil sie ihm ihr Knie wohin rammen muss, aber wenn es nicht anders geht..
Sein Griff lockert sich. Das Gesicht wird weicher und Kvothe setzt sich neben sie.
Einen kurzen Moment schaut er sie unglücklich an, dann steht er auf, verschwindet im Zelt und kommt mit einer dicken Decke zurück. Noch immer unbekleidet geht er neben ihr in die Hocke, schiebt eine Hand in ihren Rücken und stemmt ihren Oberkörper auf. Die Decke legt er von hinten um sie, geht dann zur Feuerstelle und wirft einen neuen Scheit in die Glut. Mit einem dicken Ast lockert er alles auf und das Feuer schlägt wieder leichte Flammen. Dann geht er zu ihr herüber und reicht ihr eine Hand, um ihr beim Aufstehen zu helfen.
"Mit Feuer sitzen bitte.", sagt er leise und bemerkt nicht, dass er selbst völlig ausgekühlt ist.
Maryama zittert wie Espenlaub, das ist aber die einzige Bewegung die ihr vor Kälte steifer Körper ihr erlaubt, obwohl der Typ sie endlich frei gibt, sich neben sie setzt und dann in seinem Zelt verschwindet. Langsam dringt in ihr Bewusstsein, dass er immer noch vollständig nackt ist und sie selbst beinahe auch. Aber das ist ihr kleinstes Problem. Sie kneift vor Anstrengung die Augen zusammen und kämpft Leben in die steifen Glieder, bewegt Arme und Beine, die sich anfühlen als gehörten sie nicht zu ihr. Plötzlich spürt sie eine Hand in ihrem Rücken, kommt hoch und wird tröstlich von einer Decke umhüllt. Noch nie in ihrem Leben war sie so dankbar für ein Stückchen Stoff. Sie schlingt sie eng um sich und beobachtet, wie der junge Mann das Lagerfeuer wieder entfacht. Gesegnet sei wer auch immer die Entstehung von Funken erschaffen hat und alle daraus resultierenden Wärmewirkungen. Sie versucht hoch zu kommen, aber die Kraft in den Armen reicht noch nicht aus, der Ellbogen knickt weg. Im selben Moment wird ihr eine Hand entgegengestreckt, die sie dankbar ergreift. Wackelig steht sie für einen Augenblick still und geht, immer noch zitternd, mit ihm untergehakt ans Feuer. Die lebensspendende Wärme bringt nicht nur Vitalität in ihre Adern zurück, auch ihr Gehirn kommt wieder in die Gänge. Erschrocken schaut sie ihn an. Er muss doch auch völlig unterkühlt sein, merkt er das gar nicht? Sie streckt einen Arm unter ihrer Decke heraus und zeigt auf ihn. "Ist dir nicht kalt? Zieh dir was an. Du wirst krank sonst." Seine Nacktheit ist nichts weswegen sie peinlich berührt sein müsste. Im Ashram hat sie mit Chris Seminare mitgemacht, bei denen alle Teilnehmer nackt waren, das beunruhigt sie nicht. Es gab diesen kurzen Augenblick vorhin, als er so bedrohlich über ihr kniete, da war Terence und die Gefahr präsent, aber jetzt macht sie sich nur Sorgen um seine Gesundheit.
Als hätte sie ein Signal gegeben, wirft der junge Mann den Kopf hinter sich.
"Bast.", ruft er energisch. Der Vierbeiner war ebenfalls im kalten Wasser. Er trägt zwar ein dichtes Fell, aber wenn die Unterwolle durchtränkt ist, muss auch er dringend aufgewärmt werden. Der Rothaarige läuft zum Tier und prüft dessen Nase. Zu leise, als dass die Retterin Worte erkennen könnte, spricht er mit ihm und führt ihn dann zum Feuer.
Erst danach, kriecht er wieder ins Zelt, bleibt kurz verschwunden und kommt bekleidet wieder heraus. In den Händen hält er Maryamas Kleidung, eine Flasche und eine weitere Decke.
Die Kleidung hält er für einen Moment ausgebreitet in die vom Feuer gewärmte Luft und reicht sie anschließend der Besitzerin.
Die Decke legt er sich so um die Schultern, dass ein Teil auf dem Boden neben seinen Füßen für den Hund frei bleibt. Bast versteht und nimmt die Einladung sogleich an.
Schließlich greift der Rothaarige zur Flasche. Sie ist gefüllt mit klarem Wasser. Aus der Hosentasche zieht der Mann einen kleinen Beutel, öffnet ihn und mit den Fingern entnimmt er eine großzügige Prise roten Gewürzes, das er vorsichtig in die Flasche streut, sie verschließt und schüttelt.
Am Hals festhaltend, dreht und wendet er das Gemisch über dem Feuer. Nachdem das Wasser erwärmt ist, öffnet er die Flasche, schüttet einen Schluck in seine rundgeformte Hand und hält sie Bast zum Trinken vor die Nase. Ohne zu zögern, nimmt der Hund das Gebräu an und schleckt sich das Maul.
Nun hält der Fremde die Flasche zu seinem Gast herüber und fordert mit freundlicher Mine zum Trinken auf.
Erleichtert nimmt Maryama ihre Kleidung entgegen und geht, immer noch in die Decke gehüllt, ein paar Schritte vom Feuer weg um sich anzuziehen. Zuerst entledigt sie sich der klammen, nassen Unterwäsche, dann werkelt sie sich mit ungelenken Fingern in ihre restlichen Kleider. Das Feuer hat sie gewärmt, aber die Finger und Zehen sind noch kalt und unbeweglich. Als sie zum Feuer zurückkehrt, ist ihre neue Bekanntschaft gerade dabei in einer Flasche eine Mixtur herzustellen. Maryama legt die nasse Unterwäsche auf einen der großen Steine am Rand des Feuers, damit sie trocknen kann und setzt sich wieder. Interessiert verfolgt sie die Vorgänge. Ist das Chilliepulver? Zum innerlichen Aufwärmen? Oh...wohl kaum, so wie der Hund sich gelassen die Nase leckt nach dem trinken. Sicher hat es aber mit wärmen zu tun, der Vierbeiner war auch in dem eisigen Gewässer. Es ist wohl nicht nur für Tiere geeignet, denkt sie überrascht, als sie selbst das Getränk angeboten bekommt. Wenn er es seinem treuen Begleiter einflößt, ist es auf keinen Fall giftig, eher im Gegenteil. Lächelnd nimmt sie die dargebotene Flasche und trinkt beherzt. Wie flüssige Lava breitet sich erst glühende Hitze in ihrer Brust aus, verwandelt sich aber dann in eine wohlig warme Welle, die vom Kopf bis in alle Glieder dringt. "Danke, das ist wundervoll." Sie spürt wie ihre Finger ihr wieder gehorchen und reicht die Flasche mit festem Griff zurück. "Ich fühle mich wie neugeboren." Sie lächelt. "Was ist das?"
"Das ist Ysc'Oëld." , antwortet er und spricht den Namen betont deutlich aus. Kurz überlegend schaut er Richtung Himmel, bevor er fortfährt: "Pflanze aus mein Heimat. Medizin."
'Jießoild' wiederholt Maryama fasziniert in Gedanken und will gerade weiter fragen, wo die Heimat denn liegt, als ihr einfällt, dass es wohl an der Zeit ist, sich erstmal vor zu stellen.
Mit einem verlegenen Lächeln sagt sie:" Also..ich bin Maryama. Ich wohne da drüben." Sie dreht sich um und weist Richtung Häuschen, das durch das dichte Gebüsch nicht zu sehen ist. "Wir sind Nachbarn." Sie sieht ihn offen an. "Und wer bist du? " Mit Blick und einem sachten Kopfnicken zum Hund, der jetzt ganz entspannt am Feuer liegt und nur die Ohren spitzt. "Und er?"
Sein Blick folgt ihrer Geste. Dem Reisenden war bisher nicht aufgefallen, dass hinter diesen Büschen ein Haus liegt. Wenn er Kräuter und Beeren sammelt, geht er meist in den kleinen Wald - dort wird er immer fündig. Auch am Fluss war er schon einige Male. Allerdings muss er zugeben, dass er sich in der Umgebung noch nicht viel umgesehen hat. Bisher hat sein Umfeld genügt und nachdem er lange unterwegs war bevor er Brindelton Bay erreichte, genießt er es, nicht jeden Tag wandern zu müssen.
"Ich bin Kvothe." Er legt eine Hand auf sein Herz und beugt sich leicht vor. Dann deutet er auf den Hund. "Das ist Bast."
"Hallo Kvothe...hallo Bast." Maryama wiederholt seine Geste und streckt lächelnd die Beine gen Feuer.
Der Rothaarige sieht nachdenklich ins Feuer, öffnet kurz den Mund, als wolle er etwas sagen, schüttelt dann aber den Kopf und schweigt. Seine Augenbrauen ziehen sich tief ins Gesicht und schließlich beginnt er: "Es tut mir Leid. Sehr. Ich war ...", er sucht nach dem richtigen Wort, "Schrecken?" Fragend sieht er sie nun an.
Als ob er etwas dafür könnte. Maryama schüttelt die nassen Locken, das die Tropfen zischend auf den heißen Steinen rund ums Feuer verdampfen. "Du hast mich erschreckt, aber ICH.." Sie zeigt auf sich selbst. "..hab dich zuerst erschreckt. Mir tut es auch leid." Sie senkt den Kopf ein wenig verlegen. "Ich hab gedacht du willst..du willst dich umbringen." fügt sie etwas kleinlaut an und unterstreicht den Satz mit einer raschen Bewegung ihrer Handkante über den Kehlkopf. Sie ist sich nicht sicher wie gut er sie versteht, will aber auch nicht anfangen in gebrochenem Simlish zu sprechen. Ihre Gedanke und die Rettungsaktion kommen ihr jetzt reichlich überzogen vor.
Kvothe starrt sie überrascht an. Dann schüttelt er lange den Kopf.
"Nein. Das ... nein." Klangvoll atmet er aus und muss ein wenig schmunzeln.
"Danke.", lächelt er warm.
Sein Lächeln beruhigt Maryama. Sie stützt den Kopf in die Hände und muss jetzt doch lachen. "Gerne. Ich hab dich gerne 'gerettet'. Aber im Ernst, warum bist du geschwommen? Sport? Tradition?" Sie unterstreicht ihre Fragen gestenreich.
Belustigt kratzt der junge Mann sich am Kopf.
"Das war nur ... Idee. Kalt Wasser ist gesund. Wenn ich war Kind, ich habe gemacht jede ..." Wieder überlegt er. jedes? Jeder? Jeden? "... alle Jahr."
"Ah, okay." Maryama nickt. Das ist ihr nicht fremd auch wenn sie selbst es nicht ganz so eisig mag. "Jedes Jahr? Jeden Winter? Ich mag auch kaltes Wasser zum schwimmen, aber nicht SO kalt." Sie lacht. "Wo kommst du her Kvothe? Aus welchem Land?"
"Jedes Jahr.", wiederholt er konzentriert. Das Jahr - jedes Jahr.
"Ich komme von Imre.", erzählt er dann. "Das ist sehr weit weg." Mit der Hand macht er eine ausschweifende Geste. Da die junge Frau ihn interessiert ansieht, will er versuchen, mehr zu erzählen. Seine Sprachkenntnisse sind, seiner Meinung nach, noch immer bescheiden, aber dank Hannahs Unterstützung hat er schon Einiges dazu gelernt.
"Imre ist eins Ort in Commonwealth. Das große Stadt heißt Tarbean und Imre ist sehr nah. Dort ich war ... gelebt mehr Jahre. Darum ich sage, ich komme von Imre. Aber Heimat ist ganzes Commonwealth. Ich bin Edema Ruh. Das ist Familie und Freunde ...", überlegend reibt er sich die Stirn, "... wir wohnen nicht in Haus. Wir gehen in ganzes Land. Immer weiter. Das ist Edema Ruh. Das mache ich."
„Ah, du lebst eine Art Nomadenleben, das gefällt mir.“ Sie schmunzelt. „Die ganze Welt ist dein Zuhause.“ Ihre Füße beginnen zu kribbeln, ein Zeichen dass auch dort wieder Leben einkehrt. „Ich habe ein kleines Häuschen, aber schlafe lieber im Zelt. Es erinnert mich ans Reisen.“ erzählt sie lächelnd. „Du..ihr dürft uns gerne mal besuchen kommen, vielleicht freut sich Bast über Gesellschaft, ich hab auch einen Hund, er heisst Browneye.“ Der Pitbull hebt den Kopf von den Pfoten, als er seinen Namen aus Maryamas Mund vernimmt und legt den Kopf etwas schief. „Siehst du, er versteht.“ lacht sie.
"Ja, er ist sehr schlau." Kvothe schaut zu seinem Begleiter herunter. In seinen Augen funkelt es kurz auf.
Mit nachdenklicher Mine sucht er dann Maryamas Blick. "Was bedeutet ...", wie hatte sie es gesagt? "... Geselbschaf?"
Lächelnd blickt Maryama ihn an. "Das heißt, nicht allein sein, zusammen sein und sich wohl fühlen...zumindest im Idealfall." Sie zeigt zwischen Kvothe und sich hin und her. "Du bist gerade meine Gesellschaft und ich deine..und Browney ist dann Basts Gesellschaft, wenn ihr uns besuchen kommt." Während sie den Ausdruck immer wieder benutzt, beginnt er sich fremd an zu fühlen. Ein Phänomen, dass sie gut kennt. Als Kind hat sie oft solange ein Wort vor sich hin gesprochen, bis es nur noch Laute waren und jegliche Bedeutung verlor. Das hatte sie fasziniert und jetzt überkommt sie ein Hauch dieses Gefühls von damals. Außerdem fällt ihr wieder mal auf, wie trickreich die simlische Sprache ist. Gesellschaft bedeutet ja auch, DIE Gesellschaft, also die Gesamtheit der Sims im Allgemeinen..und das wäre dann'die Gesellschaft'...und die hat nichts zu tun mit 'Gesellschaft leisten oder haben'...'leisten'...oder 'eine Gesellschaft geben'..im Sinne von eine Feier veranstalten...oh je..wie passt das jetzt noch in die Erklärung? Ihr wird klar vor was für komplexen Herausforderungen ein Sim steht, wenn er die hiesige Sprache erlernen will. Das führt trotzdem zu weit und sie belässt es bei der ersten Erklärung. "Manchmal möchte man Gesellschaft, manchmal nicht." schmunzelt sie abschließend.
"Darf ich dich noch etwas fragen zu den Pflanzen?" Sie schaut ihr Gegenüber aufmerksam an. "Ich bin neugierig,wissbegierig wenn man so will."
Mit leuchtenden Augen hört der Rothaarige ihr gebannt zu. Vereinzelt wiederholt er flüsternd Worte, die er sich einprägen will.
"Ich bin auch ... neugierig." wissen - gierig "Wiss..be..gierig." Er schenkt ihr ein offenes, klangvolles Lächeln. "Bitte frag."
„Arbeitest du mit Pflanzen?“ Maryama überlegt. „ Ich meine, ist das dein Beruf mit Pflanzen zu arbeiten? Alles über sie zu wissen..sie zu verwenden und all das?“
Was für eine merkwürdige Frage, findet Kvothe. Sicher gibt es Sims, die mit Pflanzen arbeiten. Aber sollte nicht jeder so viel wie möglich über sie wissen? Immerhin sind sie tägliche Begleiter. Sie können nicht nur ernähren, sondern auch Körper und Geist heilen, wärmen und kühlen, reinigen und desinfizieren oder auch jemanden unschädlich machen, wenn es denn nötig ist. In seinem Volk ist das Wissen um dieses Geschenk der Natur lebensnotwendig. Jemanden aufzusuchen, der mit Pflanzen arbeitet erübrigt sich daher für gewöhnlich. Die Ausbildung beginnt schon im frühen Kindesalter, wenn Eltern ihren Sprösslingen erklären, was sie sammeln sollen, wenn es ihnen schlecht geht oder wovon sie lieber die Finger lassen.
"Nein.", beantwortet er schließlich die Frage und legt den Kopf leicht schief. "Warum du ... 'fragen - ich frage, du fragst' fragst das?" Auch Bast schaut zu der neuen Bekanntschaft - seine Ohren sind halb aufgestellt, nur die Spitzen klappen herunter und sein Kopf nimmt den selben Winkel ein, wie der seines zweibeinigen Freundes.
„Ich bin Botanikerin von Beruf und möchte mich näher mit seltenen, vielleicht auch manchmal gefährlichen Pflanzen beschäftigen. Vielleicht könntest du mir manchmal mit deinem Wissen helfen, wenn ich dir welche zeige. Ich möchte sie züchten und verkaufen, in unserem Geschäft.“
Bast legt den Kopf mit einem zufriedenen Raunen wieder auf seinen Pfoten ab und schließt die Augen.
Kvothe hingegen studiert Maryamas Gesicht. Warum will sie gefährliche Pflanzen verkaufen? Bisher machte sie einen friedfertigen Eindruck. Die Energie, die von ihr ausgeht, ist durchweg freundlich und offen. Oder ist sie in der Lage, ihn zu täuschen? Aber warum würde sie dann gänzlich unverholen erzählen, dass sie anderen schaden möchte? Vielleicht gehen die Sims hierzulande anders mit diesen Dingen um, als er es gewohnt ist. Es gibt Länder und Kulturen, in denen es unter bestimmten Umständen nicht strafbar ist, andere zu schädigen oder gar zu töten. Nur hätte er in einem Land wie diesem nicht damit gerechnet.
Schließlich nickt er freundlich, aber zurückhaltend. "Wenn du hast, du zeigst mir. Ich sage, was ich weiß."
Lächelnd nickt Maryama. „Das ist schön. Es ist mir wichtig, so viel wie möglich über eine Pflanze heraus zu finden, damit ich weiß, ich sie wirklich verkaufen kann, oder ob sie vielleicht besser nur bei mir zuhause im Gewächshaus aufgehoben ist.“ Nachdenklich stochert sie mit einem Stock in der Glut herum. „Vielleicht haben wir auch mal Zeit, uns über Pflanzen deiner Heimat zu unterhalten, die es hier nicht gibt. Ich möchte einfach so viel Wissen sammeln wie möglich.“
Der Rothaarige nickt und lächelt sein Gegenüber an. Er freut sich über das Interesse.
Maryama lächelt zurück. Ihr Gegenüber ist ihr sympathisch und die Zukunft verspricht interessante Gespräche. Sie legt den Stock beiseite und streckt sich. "Kvothe, ich werde mal wieder nach Hause gehen, mein Hund und mein Besuch werden mich schon vermissen." Sie steht auf und hebt ihre mittlerweile getrocknete Kleidung auf. "Ich würde mich sehr freuen, wenn du und Bast uns besuchen kommt. Sind ja nur ein paar Meter bis da rüber." Sie weist in Richtung ihres Häuschens. "Dort gibt es auch ganz interessante Pflanzen." schließt sie lächelnd.
(In Zusammenarbeit mit @RivaBabylon )